(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Serapeum"

Google 



This is a digital copy of a book that was prcscrvod for gcncrations on library shclvcs bcforc it was carcfully scannod by Google as pari of a projcct 

to make the world's books discoverablc online. 

It has survived long enough for the Copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject 

to Copyright or whose legal Copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books 

are our gateways to the past, representing a wealth of history, cultuie and knowledge that's often difficult to discover. 

Marks, notations and other maiginalia present in the original volume will appear in this flle - a reminder of this book's long journcy from the 

publisher to a library and finally to you. 

Usage guidelines 

Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the 
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken Steps to 
prcvcnt abuse by commercial parties, including placing lechnical restrictions on automated querying. 
We also ask that you: 

+ Make non-commercial use ofthefiles We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for 
personal, non-commercial purposes. 

+ Refrain fivm automated querying Do not send automated queries of any sort to Google's System: If you are conducting research on machinc 
translation, optical character recognition or other areas where access to a laige amount of text is helpful, please contact us. We encouragc the 
use of public domain materials for these purposes and may be able to help. 

+ Maintain attributionTht GoogXt "watermark" you see on each flle is essential for informingpcoplcabout this projcct and hclping them lind 
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it. 

+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are lesponsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just 
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other 
countries. Whether a book is still in Copyright varies from country to country, and we can'l offer guidance on whether any speciflc use of 
any speciflc book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search mcans it can bc used in any manner 
anywhere in the world. Copyright infringement liabili^ can be quite severe. 

Äbout Google Book Search 

Google's mission is to organizc the world's Information and to make it univcrsally accessible and uscful. Google Book Search hclps rcadcrs 
discover the world's books while hclping authors and publishers rcach ncw audicnccs. You can search through the füll icxi of ihis book on the web 

at |http: //books. google .com/l 



Google 



IJber dieses Buch 

Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Realen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im 
Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfugbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde. 
Das Buch hat das Uiheberrecht überdauert und kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch, 
das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann 
von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles 
und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist. 

Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei - eine Erin- 
nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat. 

Nu tzungsrichtlinien 

Google ist stolz, mit Bibliotheken in Partnerschaft lieber Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse 
zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nie htsdesto trotz ist diese 
Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch 
kommerzielle Parteien zu veihindem. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen. 
Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien: 

+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche Tür Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese 
Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden. 

+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen 
über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen 
nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials fürdieseZwecke und können Ihnen 
unter Umständen helfen. 

+ Beibehaltung von Google-MarkenelementenDas "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über 
dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht. 

+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein, 
sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA 
öffentlich zugänglich ist, auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist 
von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig 
ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der 
Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben. 

Über Google Buchsuche 

Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google 
Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser We lt zu entdecken, und unterstützt Au toren und Verleger dabei, neue Zielgruppcn zu erreichen. 
Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter |http: //books . google .coiril durchsuchen. 



SP 231 . I 



P 



HARVARD COLLEGE 
LIBRARY 



PROM Tai BBQOBST Or 

MRS. ANNE E. P. SEVER 
OF BOSTON 

WiAm of CoL Jamti Warrtn Steer 
(Oh« Willi) 






So rapenm, 




tiif^tift 



ffiP 



BMothekwissenschaft, Handscbriftenkonde 

und ältere Lltteraton 



In Teieine mit Bibliothekaren und Litteratarfrenaden 

herausgegeben 

'^ U' 'fr /> TOB 



SSrst'er Jahrgans« 

Mit ffinf lithographirlen Bllttero. 



Leipzig: 

T. O. W e i g e 1« 



Dmek tob C. P. Meise r ia Lefpsif. 




BpJiSI'l 






aPR 18 18B8 







!i/^e^ 







^^ 




Oyi/./^VffCa. 



i \ 



'9 'v 



Inbaltsverzdduiiss. 



Seite 

« 

1. Prospect. Vom Herausgeber i 

2. UBirerntStsbibliotheken und ihre V<*rwftltua0« Von PvqL Dr. 

Bof&nann in Breslau 3 

%m ReceBsion Ton: P« Vamtirf bibliogrspbie des o«?rages publik 
soos le nom d^ana, Brnzelles 1839. Von Dr. Eokttein in 
HaUe A 

«. Katslog der PoÜtzisoheii Biblielie^ Leips. 1d39. Vorani Ki- 
nige Nachrichten iiber das Vermach tniss der PÖlitziscben 
Bibliothek an die Leipziger StadtbiblioChek. Vom ttetaiu- 
geber 13 

9. Ueber die Handschriften der Öffentlichen Bibliothek zuBsmberg. 

Von Bibliothekar Aok in Bamberg 17 

§. PriYalhibllotbek von Samuel David IiuasattOf Prof. am Col- 

legiam Rabbinicnm in Padas. Von dem Besitzer derselben 24 

7. Anzeige yon: La Farce des Theologastres« Lyon 1830* Von 
Prof. mrobel in Strassbnrg 28 

S. Anfrsge über ein Werk CaUins. Vom Herausgeber 32 

0. Nadiricht yon einer Hsndschrift J. R. Forster^s in der Kon. 
offentl. Bibliothek zu Stuttgart Von Oberbibliothekar ond 
Oberstodienrath Dr. Hoser in Stottgart )d 

]#. Ueber zwei Dresdner Handschriften des Gtovsnni Sabadino degli 

Arienti. Von Biblfothekar Dr. l^eftholdt in Dresden ... 39 

IL Bibliothek des Aagastinerklosters zu Dresden. Von SbeüdeiU* 

selben ' 42 

12. Anzeiger kleiner Schriften. Von Dr. B6kstein in Halle ... 44 

tl. Ueber Um Acta Lntbeiorun auf der Stadtbibiiodiek zu lj«ipxig; 

Tom Heranagebw 4« 



Seite 

14. Katalog der Dombibliothek zo Constanz Tom Jtbre 1343. Mit- 

getheilt ?on Geh. Rath TOn Xrfuiberg in Meersborg .... 49 

15. Loi Trabajoi de Hercules. Zamora 1483. Beschrieben von Hof- 

rath Tieck in Dresden 69 

16. Ueber die Acta Lutheromm u. s. w. (Fortsetzung von Nam. r3.) 61 

17. Zar Geschichte der Holzschneidekunst. Von V> CK Weigel in 

Leipzig . • 65 

18« Ueber die Acta Latherorum u. s. w. (Beschluss von Num. 13.) 68 

19* Neueste statistische Nachricht iiber die wichtigsten Bibliotheken 
Rosslands im Ressort des Ministeriums des öfifentlichen Un- 
terrichtes. Vom Herausgeber 72 

20« Lettre k M. le Ministre de l^instruction publique^ sur l*etat ac- 
tuel des Biblioth^qoes publiques de Paris, par^Temaux- 
Compana. Paris 1837 75 

2h Katalog [der Dombibliothek zaConstanz?] in einer Handschrift 

des Geh. Rath Ton laaaaberg in Mearsbarg . . ,»81 ' 

.1 

22. Ueber die mögliche Selbitändigkeit der Vorsteher von Univer- 

sitats- Bibliotheken unter gleicher Besoldung mit den Profes- ^ 

soren. Von Bibliothekar Mek in Bamberg 85 

23. Ueber eine jetzt wichtige Handschrift vom 10. Jahrhundert in ^ 

der Öffentlichen Bibliothek zu Bamberg. Von Ebendem- « 

aelben . . . . i .' 87 ,^ 

24. Ueber Jöh. Beinhold Forster^a Wortverzeichnisse der Süd- <l 

see-Spracben. Von Dr. Busdunann^ Custos bei der Kön. 
Bibliothek in Berlin 89 



25. Lettre k M. le Ministre de finstruction publique, u. s. w. (Be- 

schluss von Num. 20.) 92 

26. Bibliothekchronik. Vom Herausgeber 96 

27. Wiirzburg*s erste Drucke (1479—1500). Von Prof. Dr. Beuas 

in Wiirzburg ...•*.. 97 

28* Nachricht von alten Handschriften der Stiftskirche zuOehringen. 

Von Assessor Oechsle in Stuttgart 104 

29* Bibliothekchronik. Vom Herausgeber 111 

30. Zur Geschichte des ongedruckten Werkes: CoUoquium hepta* 

plomeres von J. Bodin. Von E. 0< Vogel in Dresden . • . 113 

91* Nschricht von alten Handschriften der Stiftskirche zu Oeb ringen. 

(Beschluss von Num. 28.) 117 

32. Die Handschriften der Kon. Universitfitsbibliothek in TQbingen. 

Von Dr. KeUer in Tubingen . 124 






Sefte 

93. BiblioÜlekcbroBik. Vom Bdwiugeber; i2$ 

94. üeber ein aelteoes Werk CaMn's. Von' Stadtbibliothekar Prof. 

▼on Orelli in Zürich 129 

95. üeber Pfistet*a seltenstes Drockdenkmal. Von Bibliotbekar Jäck 

in Bamberg 131 

9S- Zor Geschiebte des vngedrockfen Werkes: Colloqaiom hepta- 

plomeres a. s. w. (Fortsetzung ?on Nooi. 30.) . 132 

87. IHe Handschriften der Kön. UniyenitäUbibllothek in Tubingen. 

(Fortsetzung yon Nom. 32.) 139 

98- Ueber die aaf der Leipziger Stadtbibliothek befindliche Hand- 
schrift der Annales Fuldenses. Vom Herausgeber 1 . . . . 145 

99. Zur Geschichte des nngedrurkten Werkes: CoUoqniiim hepta- ,. 
ploroeres u. s. w. (Beschlass von Num. 30.) 152 

4#. üeber den ersten Breslaoer Drock. Von Prof. Dr. Hoffmaun 

in Breslaa • « 155 

• • • • • 

4L Bibliothek des Colestinerklosters auf dem Oybin. Von Biblio- 
thekar Dr. Petzholdt in Dresden . ^ •.•...••. 157 

42. Aperen iiber eine reichhaltige philosophisch-kabbalistische Hand* . . 
Schrift der Kön. Bibliothek zo München. Von Dr. Belitssch 
in Leipzig '. I6l 



49 Üeber die auf der Leipziger Stadtbibliotbek befindliche Hand- " 
Schrift der Annales Foldenses n. s. w. (Fortsetzang fon Nom. 3^) I0| 

44. Anzeiger kleiner Schriften. Von Dr. Bcktteln in Halle ... 173 

45. Nachricht von der Aoffindang einer Anzahl alter Handschriften 

des ehemaligen Domcspitelt za HaTelberg darch Herrn Hof* 
rath n. Prof. Dr. Biedel in Berlin 177 

4€. U^er die Haielb^rger Handschrift der Weltchronik des Kcke» 

hard Ton Uran. Von Hofrath Dr. Biedel in Berlin 185 

41. üeber die anf der Leipziger Stadtbibliothek befindUqhe Hand- 
schrift der Annales Fuldenses u. s. w. (Fortsetzung von Nom. 38.) I9l 

48- Aperq« über eine pbilosoph.-kabbalist. Handschrift zo Mönchen. 

(Beschioss Ton Num. 42.) ....>..*» l93 

49. Die Handschriften der Kön. üniversitStsbibliotbek in Tabingen. 

(Forisetzang von Nom. 32.) 203 

M. Bibliothekchronik. Vom Herausgeber. 207 

51. Plattdeutsche Aasgabe der Griseldis und der Geschichte yon 
SigisBinnda und Gaisoardo (1502). Von Oberbibliothekar KoIp 
lieoh ia Kopenhagen • 209 



Seite 

&3. Renatot Beok, Buchdroektti Mit MBMbarg» ak Buelidrtteker 
in Baden-Baden im Jabra 1511, and Johannes Hiso, Heraos- 
geber der Apologia molierom. Von Oberbibliotbekar und Ober- 
studienrath Dr. HÖser In Stuttgart 212 

53. Litterariscbe Creditverhaltnisse. Von Advocat tiude'wig in 

Dresden . : 213 

M. Zar Litteratur der Naamborg-Zeitzer Stiftsbibliothek zu Zeitz, 

Von Bibliothekar Dr. Petzholdt in Dresden 215 

55* Die Bibliothek des Grafen D. ßoatoarlin. Von V. O. Weigel 

in Leipzig .'.'...•.'...'.' 218 

96. Üeber die anf der Leipziger Stadtbibliothek betindliche Hand- 

sclirift der Annales Puldenses a. s. w. (Fortsetzung TonNum. 38.) 221 

57. Bibliotbekcbronik. Vom Heratisgeber 223 

58* üeber die Aasstellang auf der deutschen Buchbändlerbörse zu 
Leipzig wahrend der Feier des Buchdruckfestes 1840. Von 
Dr. tTinbreit in Weimar 225 

59. Bemerkungen zu Hänel's fatal. Libror. MSS. pag. 660—665. 

Von Bibliofbekar Morel in Einsiedeln 236 

60« Oeber die auf der Leipziger St^dtbibliothek beündfiche Hand- 
schrift der Annales Fuldenses u. s. w. (Fortsetzung ton Num. 38.) 237 

61. Bibliothekchronik. Vom Herausgeber 240 

^a. Litteratnr der Todteatanze« Von Pref. Dr. Masimaim in 

München 24l 

63. Anfrage« Vom Herausgeber 272 

64. Litteratar der Todtentiinze. (Fortsetzung voa No» 62.) . • . . 273 
6Sf. Blbliothekehtonrk. Vom Herausgeber 287 

66. Litteratur der Todtentänze. (Forfsetznng fon Num. 62.) T . . 289 

67. üeber die auf der Leipziger Stadtbibliothek beündliche Hand- 

schrift der Annnies FuMenaes n. i. w. (PortsetsMig ?on Num. 38.) 304 

68* Sechs noch unbekannte Producte der Presse Fust*s und Scböf- 
fei^i von 1461. Von CablneUbibliothekar Bechstein in Mei- 
ningen ••« 305 

69. Biographische Notia 'über 4ohm Bas. Bern, van Praet. Von 

Oberbibliotbekar Freiherr von Bei£fenberg in Br'üssei • . • 310 

76. üeber die auf der teipsiger Stadtbibliotbek befindliche Hand- 
schrift der Annales Fuldenies u. s. w. (Fortsetzung Ton Num. 38.) 318 

71. MoDsafgefundeii« Brotibatlicke deotseher and lateinischer Dich- 
tungen des Mittelalters. (1. Bmchstücka einer vor-W^Mriffl*- 



r 



I 



Seite 
Mhra poetischen Bearbeitosg der Willehalmsstge. II. Frag- 
nente einer Handtcbrift Nitharts.) Von Prof. Dr. Retiu in 
Wiirxbaig 321 

72. Biographtsche Notiz über Tan Praet n. s. w. (Beschlun Ton 

Nnm. 69.) 326 

73. lieber die auf der Leipziger Stadtbibliotbek befindliche Hand- 

adirift der Annales Foldenget a.s.w. (BeschlossYonNom.dd.) 330 

74. Die Brackerzeichen. Von Oberbibliothekar und Oberstadienrath 

Dr. Koser in Stattgart 334 

IS, Ueber die öffentlichen Bibliotheken xn Paris. Von Bibliothekar 

Oäck in Bamberg 33S 

75. BiblioCbekchionik. Vom Herausgeber 336 

77. Ud»er eine minder beachtete Qnelle zur Geschichte aosserdeot- 
scher Kloster bibliotbeken im 15. bis 18. Jahrhundert Von 
S. Cm Tegel in Dresden 337 

7ft. Die Klosterbibliothek in Binsiedeln in der Schweiz. Von Bi- 

bliotfaekar Morel in Binsiedeln , 348 

79. Le blazon des H^r^üqnes, von Pierre Giingoire. Von Prof. 

fltrobel in Strassborg 353 

S0. Cofliplainte et Rnseignements de Fnuu^oys Garin. Von Ebenp 

355 



8L Die Klosterbibliothek in Binsiedeln in der Sohweis. (Beschloss 

Ton Nnm. 78.) 359 

82. BodierverzeichBiss mit beigesetzten Preisen aas dem Anfange 

l4. Jshrhnnderts. Von Bibliothekar Horel in Binsiedeln 365 



S8. Nachtrag zn Nom. 68. Von Bibliothekar Äok in Bamberg . . 367 

84. Bibliotbekchronik. Vom Herausgeber 368 

85. Lethen Lehrer in Erfurt» Br. Jostns (Jodoeos) Trantfotter aos 

BiscDach , gewöhnlioh Jodoens Isenaeensis genannt, nnd seine 
Seliriften. Von Oberbibliothekar nnd Oberstadienrath Dr. 
Hoser in Stattgart 369 

86. Zwei unbeschriebene Bnlenspiegel. Von Sbendemaelben . . 375 

87. Bibliothek des Frandscaner- Klosters in Oschatz. Von Biblio- 

thekar Dr. Petsholdt in Dresden 379 

88. Bibliotbekchronik nnd Miscellen. Vom Herausgeber . • . • . 382 



•II ; 



1 ■" 



« * J 4 



•I . i 



• • fr • • « 



■• i : 



*'«. 



r » '• 




ISBBAPKIJII. 

titf^rift 

für 

ttirtkelnilsseiisehaft, HandsclurUleiilnmde und 

fitere Lttteratur. 

a Vereine mit Bibliothekaren iind Litteraturfreiinden 

herausgegeben 
▼ on 

Hr. Moheri Naum^ann. 

Jw \m Leipzig, den 15. Janaar 1840« 



Prospect« 

(Ausgegeben im September 1839*) 

Wilirend alle wisaenschailliclie Anstalten Organe besitzen, 
im weldien ihre Interessen besprochen werden können , haben 
die fax die Forderung wissenschaftlicher Bestrebungen so wich* 
tigea Institute, die Bibliotheken, allein noch keine Zeitschrift, 
in welcher die vielfachen Interessen derselben ausschliesslich 
snr Sprache gebracht werden können. Es entschloss sich 
daher der Unterzeichnete, in Hoffnung Ton seinen Herren 
Coflegen^ namentlich an deutschen Bibliotheken, und von 
andern mit der Bibliothekwissenschaft oder einzelnen Theilen 
derselben vertrauten Männern unterstützt zu werden, zur 
Begröndong einer solchen Zeitschrift, 

E^e Hauptaufgabe derselben soll es seyn, darauf auf- 
merknam su machen, was sowohl die einzelnen ölTentlichen 
(und nadi Befinden auch Privat-) Bibliotheken an seltenen 
nnd nodi nicht anderwärts beschriebenen Handschriften und 
Dmckwerken besitzen. Diess zu erfahren und Notizen darüber 
in einer besonderen Zeitschrift niedergelegt zu wissen, muss 
wlAt nur dem Bibliothekar von Fach imd Freunden des 
BihUothekwesens, sondern auch dem QueUenforscher in jeder 
Hizzenscbaft höchst willkommen sein. — Es besitzen oft kleine 
md der Zahl nach unbedeutende Bibliotheken bedeutende 
Schitaze an handschriftlichen oder gedruckten Werken; aber 
sie zlnd nicht zahlreich genug, um in einem besonderen Werke 
Ion Pnblikum bekannt gemacht werden zu können, oder es 
stebeB (wie das so mancher Bibliothekar erfährt, welcher die 
sefaier Obhut anvertrauten Schätze gern einem weiteren Kreise 

1 



bekannt machen mocht^ der Ver5ffentlichung biichhändlerisdie 
und merkantilische Schwierigkeiten im Wege. 

Unsere Zeitschrift soll aber auch Alles veröffentlichen, was 
zur Geschichte der einzelnen Bibliotheken gehört; so werden 
z« B. auszugsweise Berichte über die (jährlichen) Acquisitionen, 
i'iber Personal Veränderungen u. s. w. sehr willkommen sein. 
Alljährlich soll auch ein Yerzeichniss der sämmtlichen deutschen 
Bibliothekbeamten gegeben werden. 

liecensionen werden nur 4n so weit aufgenommen y als sie 
Schriften über Bibllothekwissenschaft und Werke über ein- 
zelne Bibliotheken betreffen; bei allen Beiträgen jedoch, 
gleichviel ob in ihnen Schriften recensirt oder Bibliothek- 
schätze beschrieben werden, soll Anonymität und Pseudony- 
mität aus begreiflichen Gründen vermieden werden. 

Dem Ilauptblatte dieser Zeitschrift, wovon vor der Hand 
und bis das Material nicht wächst, alle vierzehn Tage eine 
Nummer von einem Bogen in gross Octav ausgegeben werden 
soll, wird ein Intelligenzblatt beigegeben, welches zunichst für 
Gesuche und Anerbietungen von Bibliothekwerken, Anzeigen 
von Auctionen, so wie für die Bekanntmachung des Wich- 
tigsten aus der neu erscliienenen deutschen, engli- 
schen, französischen, italiänischen und hollän- 
dischen Litteratur bestimmt ist« 

Dr. Mobert IfTaumann, 

ord. Lehrer am Gymnasium sn St. Nicolai uod Stadtbibliotliekar 

*a Leipzig. 



Diesen hier als Vorwort wiederholten Prospectas hat zn-ar die 
Redaction an eine sehr grosse Anzahl von Bibliothekaren und Lit- 
terato rfrcun den zagleich mit der Einladung zur Theilnahme an der 
Zeitschrift, deren Erscheinen er ankündigen sollte, versendet^ 
allein sie hSit sich für fiberzengt » dass ihr gewiss noch manche mit 
vorzuglichen Schätzen ausgestattete Bibliothek entgangen ist. An 
die Herren Vorsteher und Beamten solcher Büchersammlnngen sei 
daher das ergebenste Gesnch gerichtet, die Unterlassung jener Ein- 
ladung nur als eine unwissentliche zu betrachten , und daher 
auch nn aufgefordert der Zeitschrift Ihre geneigte thUtige Theil- 
nahme dnrch Einsendung von geeigneten AnfsStzen zu widmen. — 
In Bezug auf das alljährlich zu gebende (oder auch nach Umständen 
nur zu berichtigende und zu vervolIsUtndigende) Verzeichniss der 
deutschen Bibliothekbeamten spricht die Redaction die Bitte aus, ihr 
unter der Adresse : j4n die T. 0. fFeigelsche Buckhandltmg (für die 
Redaction des Serapeum) die genauen Angaben in Zeiten zukommen 
zu lassen. Ebenso werden die Herren Herausgeber und Verleger von 
Schriften, die nach dem Plane der Zeitschrift in derselben angezeigt 
oder recensirt werden können, ergebenst ersucht, ein Exemplar da- 
von baldmöglichst nach dem Erscheinen an den Herausgeber gelangen 
zu lassen. 



IJnlyersitäts-RlJbllotliekeii 

and ibre Terw^altnnff. ■ 

VnlTenitäta-Blbliotheken sind diireh ihren Zweck und ihre 
Fonds onselbststandi^; sie können und sollen von der Uni- 
wmiiäty worauf ihr Zweck geht und woraus ihre Fonds 
fliessen, nicht gescliieden werden. Ihre Bestandtheile und 
ihre Vermehnnigy ihre Verwaltunf^ und ihre Benutzung sind 
abo anders als bei selbstständigen Bibliotheken. Ihre Be» 
amten sind din*chaus nicht gleich denen aller anderen Biblio- 
theken, und es passen auf sie durchaus nicht dieselben 
Anfordenmgen , welche bei anderen Bibliotlieken ganz gerecht 
erscheinen mögen; wer an sie dergleichen Forderungen macht, 
handelt ebenso ungerecht wie sie selbst handeln miissen, 
wenn sie auf dergleichen Fordenmgen eingehen und sie sogar 
SB erfüllen geloben« 

Der UniTersitats-Bibliotheks-Beamte ist jedesmal Docent, 
«nd als solcher darf er seinem Lehramte nicht entzogen 
werden, wie ersieh denn demselben auch nicht entziehen lassen 
oder gar entfremden whrd. Seine Hauptthätigkeit gebort 
scfaier Wissenschaft, diese, nicht aber die Bibliothek, ist 
aeüae Hauptbeschäftigung, für sie wirkt er zunächst, ihr 
SBcht er Zuhörer, durch sie Ruf und Gehalt zu erwerben, 
snr Ton ihr kann er genügenden Lebensunterhalt erwarten. 
Die Bibliothek soll und muss ihm das erleichtern, sie soll 
ÜBB Unterstötzung gewähren auf seiner beschwerlichen aka- 
dcodsehen Laufbahn, sie soU ilm nicht mit sich selbst ent* 
swelen, seine ganze geistige Thätigkelt nentralisiren und ihm 
•efase edelsten Guter: Zeit und Kräfte, ohne Noth rauben. 

Diese Ansicht war Ton jeher die ^sicht der Iiohen Be- 
, und sie muss es auch wohl noch jetzt sein , denn 
sonst hätte man längst die UniFersitäts-Bibliotheken von den 
UntTersitäten getrennt, sie zu selbstständigen Anstalten er- 
hoben, und sie Ton allen Beschränkungen, die auf ihnen 
lasten, frei gemacht* 

Damit stimmt denn auch ToUkommen überein, dass eben 
■nr Docenten oder gering besoldete Professoren zu Bibliotheks- 
Beamten genommen werden, dass diese als solche eine 
kärgliche Besoldung von 200, 260, 300, 340 Thalern be- 
kommen , und das ganze Amt ds ein Nebenamt betraditen 

1* 



sollen, wie sie es denn auch selbst wirklicli nur als solches 
betrachten» 

Damit stimmt aber durchaus nicht fiberein, dass sie sich 
zu einer Menge fiidrter täglicher Amtsstunden, die sich 
manchen Tag auf 5,6,7 belaufen , und zu einer Masse der 
zerstreu endsten j langweiligsten mechanischen Arbeiten Ter- 

S fliehten und an einen Geschäftsrigorismus gewöhnen müssen, 
er viel ärger ist als der ärgste Corporalstoclc des vorigen 
Jahrhunderts, wogegen der heutige polizeUiche und Post- 
Gescliäftszwang als wahre Wohlthaten erscheinen — zumal 
wenn nun noch ein herrsch-, ändenmgs- und neuertmgs- 
süchtiger, launischer Oberbibliothekar oder Direktor auf nichts 
weiter ausgeht als die Arbeiten zu häufen, und durch end- 
loses Umarbeiten , Katalogisiren, Niunmemabändem die beiden 
unentbehrlichsten Erfordernisse und unschätzbarsten Giiter 
eines Bibliotheks-Beamten: die Lust und das Gedächtnisse 
allmählig zu Tode quält. 

Freilich soll die Universitäts-Bibliothek kehl Zufluchtsort 
fiir unglückliche und Tenmglückte Docenten sein; kein Fin- 
delhaus für unbekannte Talente, Ton denen niemand weiss, 
was sie wollen und die es auch selbst nicht wissen; kein 
Spital für Professoren, die man gern versorgen wül, wenn 
man nichts mehr mit ihnen anzufangen weiss; deren Verdienst 
lediglich darin besteht, dass sie selbst alt geworden sind als 
Professoren. 

Aber die Universitäts-Bibliothek soll für den jungen rüstigen 
akademischen Gelehrten, der aus freier Wahl oder ans Noth 
eine Anstellung dabei übernommen hat, auch kein littera- 
risches Zwangs- und Zuchthaus sein« 

Leider aber ist sie für ihn sehr häufig beides, und doch 
gewiss oft ohne Wissen, immer aber ganz gegen den Willen 
und die Absicht der hohen Behörden. 

Wie aber ist es möglich, dass eine Bibliothek für den 
einzelnen dabei Angestellten so etwas werden kann und 
nothwendig werden muss? wie ist es möglich, dass eine rein 
wissenschaftliche Anstalt, die, wie sie selbst das freieste 
Bildungsmittel ist, ebenso auch die grösste geistige Freiheit 
für ihre Verwaltung fordert — wie ist es möglich, dass solch 
eine x\nstalt zu einem litterarischen Zwangs- und Züchte 
hause wird? 

Allerdings — und dies kommt lediglich von dem durchaus 
kläglichen Zustande der Bibliotheks - Gesetzgebung 
für Universitäts-Bibliotheken. 

Die bis jetzt gültigen Gesetze stammen meist aus einer 
Zeit, worin das Wissen sich in einer solchen Tiefe und 
Breite über die Welt noch nicht ausgedehnt hatte, worin die 
litterarischen Bedürfnisse jeder Art leichter befriedigt werden 
konnten , die Bücher nicht auf solche Weise angehäuft und 



n den ▼erschiedenariigsten Zwecken benutzbar gemacht 
Verden dürften. Die Büchervorrathe fnr die einzelnen Tier 
FacDhiten waren sehr klein und konnten leicht in Ordnung 
gelurachi nnd darin erhalten werden, die jälirlichen geringen 
Veraaeliningen liessen sich bequem einordnen, die ganze 
KkUothek war leicht zu verwalten. Ein Bibliothekar mit 
einem Gehnlfen genügte, und dieser Gehiilfe durfte nicht 
emmal ein Gelehrter sein; wenn er nur treu nnd ehrlich und. 
etwas umsichtig war, die Repositorien dann nnd wann ab- 
staubte, dann nnd wann ein Buch zu holen und gehörig 
wieder einsustellen verstand, etwas abschrieb, hie nnd da 
UUreldie Hand leistete, so war dem Bibliothekar und der 
BiMiotfaek geholfen. 

Heutiges Tages Ist das alles anders. Mit der Masse des 
Wissens nnd dem .gewaltigen Drange zu lehren und zu lernen, 
hat sich die Masse der wissenschaftlichen Hrdfsmittel in's 
Endlose vermehrt, und die grossten, am reichsten dotirten 
Bibliotheken sind nicht mehr im Stande allen litterarischen 
Bedarfiilssen auf gleich befriedigende Weise zu begegnen. 
Gelehrten Termogen nicht mehr wie sonst sich die notli- 
*n Bncher för ihr Fach anzuschaffen, weil nicht in 
den Masse, wie die Biicher sich vermehrt haben, auch ihre 
Besoldung zugenommen hat. Sie sind mehr als sonst an 
ifeitliche Bibliotheken angewiesen, nnd das Ausleihen der 
nbllotheksbiicher, was sonst fiir Seltenheit und Ausnahme 
fall, Ist dadurch zur Nothwendigkeit und Regel geworden. 
Und dem ähnlich verhält es sich mit allen anderen Ständen: 
Aflcs nimmt seine Zuflucht zu den öffentlichen Bibliotheken, 
ABes leiht« 

Unter solchen gewaltigen Verwandlungen konnte Ein 
Bibliothekar nicht mehr alles versehen wie vorher mit Einem 
Gchiilfen, er bedtn-fte deren mehrere, und diese sollten 
■on Gelehrte sein, sollten alle möglichen bibliothekarischen 
Bigensebaften nnd Tugenden besitzen; man gab ihnen vor- 
nehme Namen, nannte sie Cnstoden, Secretäre, Scriptoren, 
Assistenten , betrachtete sie aber ganz wie jenen früheren 
Gehulfen, behandelte sie ganz wie diesen, belastete sie mit 
einer Menge Biirter täglicher Amtsstunden , verpflichtete sie 
zu Bogenschreiberarbeiten und gemeinen Handlangerdiensten 
md besoldete sie noch schlechter als Hausknechte und 
Nachtwäsfater. r 

Und diese traditionelle Einrichtung gestaltete sich allraählig 
sn einer Bibliotheksverwaltung und wurde zum Gesetz erhoben. 

Aber ein solches Gesetz Ist heutiges Tages veraltet: 
CS ist verletzend nnd hemmend fiir die Mitbeamten , unge- 
ligend für den verwickelten und viel verzweigten Geschäfts- 
irgankmus nnd imerspriessiich in jeder Hinsicht fiir die 
Bibliothek selbst. 



6 

Nadi solchem Gesetze steht der OberbiblioÜiekar oder 
Bibliothekar als Selbstlierrscher da, sein Wille ist Gesets, 
aber sein Gesetz kann eben so gut Lmne und Willkür sein 
als vemiuiftige) zweckmässige und gerechte Leitung und 
Verwaltung. Seine Mitbeamten sind Untergebene , die blind- 
lings seinem Willen gehorchen müssen, denn die gesetzlichen 
Bestimmungen in Bezug auf sie sind ganz aUgemein gehalten : 
nirgend ist ihr Verhältniss zu ihm und zu einander erörtert, 
nirgend eine genaue Abgrenzung ilirer Dienstpflicht, nirgend 
eine billige Verthellung der Geschäfte versucht worden. Si« 
sind gegen die Anmassungen tmd die Willkür dieses Selbst» 
herrschers durch nichts geschützt; nirgend kann sich das 
bibliothekarische Wissen und Geschick ihrer Seits geltend 
machen: der besclieidenste Widerspruch gegen die unver- 
nünftigsten Massregeln des Oberbibliothekars und seine un* 
nutzesten Anordnungen und Ausfiihnmgen wird für undisci- 
plinarischen Widerspruch erklärt imd als Widerspenstigkeit 
amtlich angezeigt und verfolgt« Ein solches Unterwürfigkeit»» 
System mag beim Militär, bei der Polizei, bei dem Matrosen« 
und Mauthwesen, bei der Post, und anderen Zweigen der 
Verwaltung nothwendig sein und ist gewiss oft von glänzendem 
Erfolge begleitet; es lässt sich aber bei wissenschaftlichen 
Anstalten, bei denen die Wissenschaft den eigentlichen Be- 
amten macht, durchaus nidit behaupten, oder man muss auf 
wahre Gelehrte, bei denen die Freiheit des Geistes die 
Bedingimg ihres Namens und ihres eigentlichen Lebens ist^ 
verzichten« 

Dies Unterwürfigkeits-System kann sogar lächerlich werden^ 
denn es kann sich ereignen, dass unter dem Untergebenen 
des Oberbibliothekars dieser wieder selbst steht, wenn nämlicli 
der Cnstos als Professor Ordinarius zum Rector der Univer- 
sität, ziur Magnificenz, wie es sich denn wirUich zugetragen 
hat! erwählt wird« 

Kein Wunder, wenn der Unterbeamte im Gefiihle eigener 
Tüchtigkeit und des besten Willens, fiir die Zwecke der 
Bibliothek zu wirken, sich in solchem luiechtischen Verhalt 
nisse verletzt fühlt; wenn er sich durch Laune und Willkür 
gehemmt sieht, wo er eine bessere Ueberzeugimg durchaus 
nicht geltend machen kann; kein Wunder femer, wenn er 
in der willkiirlichen Vertheilung der Geschäfte von Seiten 
des Oberbibliothekars sich für beeinträchtigt hält und es auch 
wirldich ist; wenn er unzufrieden und mürrisch alle Lust 
verliert, in Unfrieden mit sicii und seinen Collegen geräth^ 
dann in offenbare Feindseligkeiten gegen den Urheber seinen 
gestörten Lebens tritt, imd endlich seine ganze Stellung aln 
j ein Unglück betrachtet, worin er seine Zeit und seine ju- 

gendlichen Kräfte verwendet, und die Heiterkeit und den 
Frieden seiner Seele verloren hat. 



DftSB es so 8«ia kann/ lehrt die täflidie Erfahnmg; dass 
es oft so war, bestätigt die Gesdiichte der meisten Biblio- 
theken , die in Besii^ auf Yerwaltiiiig nichts weiter ist als 
eine lange Reihe von Dm trieben aller Art, ärgerlichen Hän« 
dein und Scandalen. 

Niemals hat die Bibliothek selbst etwas Gutes davon ge- 
habt, ja sie hat vielmehr immer darunter gelitten, sie ist 
ihrem Zwecke entfremdet und au einem wahrhaften litterari- 
sehen Zwangs- und Zochthanse herabgewürdigt worden, und 
dies — kommt lediglich von dem Idäglichen Zustande der 
Bibliotheka-Gesetsgebung fiir Universitäts-Bibliotheken. 

Wie aber ist diesem litterarischen Krebsschaden abzuhel- 
fen? — Nur durch eine Bibliotheks-Ordnung, worin 
der Zweck einer Universitäts- Bibliothek heutiges Tages 
als leitendes Prinzip gilt, worin jedes amtliche Yerhältniss 
nach allen Seiten hin sdiarf begrenzt, und würdig, wie es 
der Wissenschaft und gelehrten Männern geziemt, gehalten, 
alles Nothwendige an bestimmte Zeit und Personen ge- 
knüpft, jedes Gescliäft, das grösste wie das kleinste, ja 
klcinlidiste zweckmässig «vertheilt, aller Willkür, allen Nach- 
üaaigkeiten, allen GeschäftscöUisionen gehörig vorgebaut wird, 
wodurch jedem Beamten Zeit und Lust zu seinen eigenen 
wissenschaftlichen Bestrebungen gesichert ist, dass er sogar 
seine Beruftwissenschaft mit der Bibliothek in eine für ilm 
und für diese erfreuliche und erspriessliche Berührung zu 
bringen vermag, eine Bibliotheks-Ordnung, wonach jeder froh 
und friedlich mit dem andern imd neben dem andern leben 
kann, alle aber vereint nur für Eins leben, für die Bibliothek. 

Eäne Bibliotheks-Ordnung kann dies Alles leisten, es muss 
aber vorher eine Bedingung erfüllt sein, ohne deren Erfiil- 
lung sie eben so wenig in's Leben zu treten vermag, wie die 
beste Constitution unter einem schlechten Volke. Diese Be- 
dingung rerlangt, dass aUe Bibliotheks-Beamten ihrem Amte 
vorzustehen im Stande sind, Lust imd Liebe dazu mitbringen 
und SU bewahren wissen, sich nicht zerstreuen, verwirren 
und verlocken lassen, pünktlich jedes Geschäft verrichten, 
überall auf Ordnung halten, in jedem Fache zur Genüge zu 
Hause sind, in der Bibliothek selbst gehörig Bescheid wissen, 
sehr deutlich (ein uneriässliches Erfordemiss I) schreiben, 
und in allen Dingen bibliothekarisches Gescfiick an den Tag 
legen» 

Sprach doch schon Ebert vor zwanzig Jahren dasselbe als 
emen Wunsch im Allgemeinen aus (Die Bildung des Biblio- 
thekars L Bdch« S. 58) : 

^Undniin möge es zuletzt noch verstattet sein, den Be- 
hörden , welchen die oberste Leitung öffentlicher Bibliotheken 
obliegt, einige bescheidene Wünsche und Bitten vorzutragen. 
~ sich nnd seinen Benif achtenden Bibliothekar kann es 



9 

gleichgülüf sein , wenn er sieht, wie viel bisher bei der Be- 
setzung^ der Bibliothekariate dem blossen Zufalle überlassen 
wurde« Der Besetzung der gemeinsten und unbedeutendsten 
Aemter des gewölinllchen Lebens geht eine Priifong oder 
doch die Forderung einer beglaubigten Nachweisung friiherer 
Vorbereitung voraus; nur das Amt eines Bibliothekars ist bis- 
her ohne die Prüfling vergeben — * ja woU oft gerade als 
eine bequeme Sinecurastelle fiigsamer Gesellschafter oder als 
eine milde Versorgung venmgliickter Erziehungskiinstler er- 
theilt worden« Eben dies ist die vorziiglichste Ursache^ 
warum unsre deutschen Bibliotheken bisher weit weniger 
geleistet haben, als sie billig und nothwendig hätten leisten 
sollen. Möge also künftig eine sorgfältige Prüfung der 
Subjecte diesem Mangel abhelfen imd zugleich das Amt eines 
BibÜothekars ehren !^^ 

Die grosse Wichtigkeit des Gegenstandes hat mich in ein 
Feld der Bibliotheks-Wissenschaft geführt, welches bis jetzt 
beinahe ganz vemadilässigt worden ist, und nur schüchtern 
würde idti mit dieser kleinen, aber schwierigen Arbeit her- 
vortreten, wenn ich nicht überzeugt wäre, dass darin nichts 
vorkommt, was nicht auch schon von anderen gedacht, von 
anderen mitempfunden ist. 

Breslau, 1. Oct. 1839. 

Prof. Dr« Mo^wum^m tMHs WaXUfleh^n. 



Bibliographie des onvrages pabliös sons le nom ^ana \ 
accompagnee de notes critiques, historiques et lit* 
täraires; par P. NamuTj docteur en philosophie et 
lettres et conservateur adjoint de la biblioth^qne royale 
de Bruxelles. 8. BruxeUes, 1839. XVI u. 64 S. 1 Thlr. 

Seit dem Ende des siebzehnten Jahrhunderts fing man an 
vermischte Sammlungen von Anecdoten, Ideinen IiistoHschen 
Zügen, pikanten Urtheilen über Bücher und Menschen, Ein^- 
fillen aller Art mit dem von dem Namen des Dihebers ge* 
bildeten adjectivischen Neutrimi zu bezeiclmen ; was in frühere 
Zeit gesetzt wird und was namentlich Hr. N. schon seit dena 
Anfange des 16. Jahrhunderts hierher Gehöriges entdeckt zu 
haben glaubt, wird eine genauere Prüfung als falsch imd un* 
begründet erweisen. In Frankreich entstand diese Mode und 
ging von hier zu den Engländern und Deutschen, in einzel* 
nen Erscheinungen auch zu den Holländern und Dänen über, 
während die Litteraturen der südeuropäischen Volker dieBell>en 



oitbelireii« Je mehr die Zahl golcher Sdiriften seit dem Ende 
des Tori^n and besonders in den ersten Decennien des lau« 
fimden JaluliiradeTts xunahm, um so mehr mussten Lilterar- 
hifltoEiker und Bibliographen dieselben beachten. Die Fran- 
sosen Fäihrs (entretiens sur les contes deföes IV.), TiUadet 

Si den dissertatlons snr diverses mati^res T. IL p. 162) und 
tekamii (in dem Vorberichte sn den Melanges histor. et 
pkilolo^.), dieDeutsdien J. Chr, Wolf (in dem Vorbericht der 
Casauli^niana 1710), Lilienthal (in den selecta bist« et litter« 
p. 141 — 177) y Heumann und die von N, ^anz übersehenen 
SdkeOor» (Anleitung f. Bibliothebure S. 90 fgg.) und Ebert 
(in iier allgem* Encydop. Bd. DI. S. 440 %•) haben darüber 
fehandeit. Verseichnisse der Ana's lieferten d'Jrtigny (in 
de n Bo nveanx m^moires d'histoire etc. T. I. p. 287. T. UI. 
p. XIII. ond. was ebenfalls Hrn. N. entgangen ist , T. YU. 
p« 1 sq.), Jugler (biblioth. bist, litter. T. U. p. 1480. SuppL 
V. 260) j Peipwt (repertoire des bibliograph. spec. p. 211—262), 
der Catalo^ der Bnnanischen Bibliothek (T. I. p. 1735) und 
neoerdings wurden in Deutschland gedmcKt 1) ein Yerzeich- 
■iss der in der Bibliothek des Staatsministers Nostitx und 
ünkendorf befindlichen Ana auf 8 S. in kleinem Format, 
vdkiies 131 Nummern xaUt, in Bezug auf bibliographische 
Angaiien ziemlich ungenau und irohl nie in den Budbhandel 
gekonunen ist; 2) Le livret des ana^ essai de catalogue ma« 
Buel par ia^O H(ermann) L(udew^). Dresde MDCCCXXXVIf, 
40 S. kL o. und dazu im Jahre fooO ein Supplement (auf 
8 S,^, woTon natürlich Hr. N. noch keine Kenntniss haben 
konnte« Diese kleine Schrift zeichnet sich durch grosse 
Ssffgfidt and Genauigkeit aus und da dem Verf. der Zutritt 
la der Nostitzischen Sammlung und die Benutzung des ?on 
Mieri hmndschrifitlich hinterlassenen Verzeidmisses zustand, 
so wurde das Büchelchen den Bediirftiissen der Bibliographen 
genügt liaben , wenn nicht eine kaiun zu lobende Caprice des 
VerL ninr 50 Exemplare (von dem Supplement gar nur 37) 
bitte absieben lassen und diese Tcrschenkt hatte, wodinrch 
denn allen femer stehenden die Benutzung Tersclilossen blieb* 
Dvram linden wir eine neue bibliographische Arbeit über 
diese Sehiiftenldasse nicht überflüssig imd billigen Hrn. iV.'s 
Unternehmen vollkommen, bedauern aber müssen wir, dass 
es Bidit in bessere Hände gerathen ist« Da der Verf. in der 
Vorrede p. X. ruhmredig versichert: nolre iraoail eonienant 
ume h^Uut4 de tUree de plus que la bibUographie la plue 
eomplke qaiait 4t4 pubUde jusqu*ä ce joureur les ana^ no$ie 
ne eraignone paa Javaner qu*il sera le plue complet^ gänSral 
et eoneeieneieus , da ferner auch andere bibliographische Ar^ 
ketten desselben Verfassers (über die zureden nidi späterjeiiimal 
Gelegenheit finden wird) bei längerer B^nutzimg sich dem 
RcL als mivollstandig und nnsuvemssig erwiesen, glaubte ich 



lO 

um so genauer roiiiegendes Buch prüfen su Tnüssen , als ea 
achon eini^ Lobredner in Dentachland gefunden hat. 

Was die Anordnung betriffi;, so folgt auf eine kurse Notix 
über die Quellen das Verzeichniss der Ana selbst in alpha- 
betischer Ordnung in zwei Theilen, zuerst Dnickschrifiten 
(p. 1 — 55)) dann handscfarifttiche Sammlungen (p. 57 — 60); 
ein Register der Autoren macht den Beschluss. Dagegen 
Hesse sich nichts sagen, wir wurden aber gern noch einen 
Abschnitt gefunden haben, welcher die Schriften nach den 
Terschiedenen Richtungen, welche sie einschlagen, dassificirte 
und dadurch dem Gelehrten einen Fingerzeig gäbe, was für 
ihn Ton Interesse ist, was nicht. Wer will die Arleqiüniana 
zusammenstellen mit den Scaligeriana, wer die Sammlungen, 
wdche biographische Ziige und Anecdoten von Gelehrten aus 
ungednickten und mündlichen Nachrichten mittheilen, mit den 
erbärmlichsten, possen- oder gar zotenhaften Vademecnms? 
Zu einer solchen Arbeit kann nur der sich berufen fülüen, 
welcher in der Nähe reicher Sammlungen lebt und es über sich ge- 
winnen kann, Gutes tmd Schlechtes wenigstens diurchzublättem; 
aber TerdiensÜich wäre sie gewiss und grossen Dankes werth. 
In dem Verzeidinisse Hm. iV.'s müssen wir zuerst die Ge- 
dankenlosigkeit rügen , mit welcher der Verf. alles aufgenom- 
men hat, was in dem Klange des Titels einige Aehnlichkeit 
mit den AndB hat. Zwar macht er bei ^c/rtona, Ckrietiana, 
OeargeanOf Indiana 9 Levana (Von J. Paul), Ouliana die 
Bemerkung: ouvrage qui^ yuoiqu*il parte le iure d^ana^ na 
peut pa8 4tra regardäcamma ana verüabiey aber das hat er 
Ton dem Dresdner Bibliophilen entlehnt, welcher mit kluger 
Einsicht alle diese Sdhriften in einen besondem Anhang ver- 
wies. Was aber sollen hier die Sanskritischen Ramaseana 
und Bamayanay welche S. 44 Terzeiclmet sind, was S. &5 
des Paulinus a S. Bartholomaeo sanskritische Grammatik f^ya- 
carana, was S. 17 die memoria Cossoniana, S. 18 die Da?!- 
diana, S. 20 Caap. Em^ epidoridum libri II? Das ist mit 
den Fingern gearbeitet, wozu man allenfalls einen Buchhand- 
lungs-Gehülfen nehmen könnte, keinen Bibliothekar zu ver- 
wenden brauchte. Auch die Genauigkeit in den bibliographi- 
schen Angaben, auf die sich der Verf. viel zu gute thut, ist 
wenig zu loben. Folgen wir hierbei der Ordnung des Buches 
selbst. S. 5 die Anonjmiana by Peege erschienen zuerst 
London 1600, imd zum zweitenmale 1810 Tnicht, wie hier 
steht, 1800 u. 1800), bei den Antihasean%. Konnte die 1838 
erschienene zweite Ausgabe erwähnt werden : S. 7 von den 
Baconiana giebt es eine Ausgabe London 16/4 in 4.; S. 8 
das Fragezeichen bei Balusiana (so schreibt d. VerL) wird 
sich leidht lösen lassen, es sind St. Baluzii miscellanea. Pari« 
1678—1715. YII. in 8. , wiederholt von Ifafwj, Lncae 1761 ; 
die Bebeliana sind H. Bebel, opuscula nova, worüber Ebart 



11 

Nr. 1616 xa rer^icfaeB, die in der snent angeführten Aus- 
übe (PlMHToae löOO) den Titd oper« Bebeliana haben , wie 
dies sicJi ans Pamer'B genauer Angabe Vlir. p. 35. 100 u. ^1 
crgiebt; S. 9 besweifele ich die Biographiana und den ganzen 
Titel; fF. Seward eab heraus Anecdotes of some diatingui« 
•hed persona y London 1795 — VJ. 5 Bde. in 8. und abermals 
1708 in 4 Bden«; auch der Art. Blackgnardiana ist ungenau^ 
es musste heissen BL or dictionary of Rogues, Bowds etc.; 
& 11 der VerL oder vielmehr der Uebersetser der BuckeUana 
liebat Fr. Meniaer in Halle; S. 12 war iünsnsufiugen^ dass 
die Garicatorana auch in den beiden letsten Jahren fortcesetst 
sind and bereits Nr. 109 davon erschienen ist; S. 14 die 
Gbamferiiana erschienen 1801 , nicht 1800; S. 15 die be- 
aweifelten Clausnarriana eiistiren unter solchem Titel nidit; 
es sind die Historien des bekannten Sächsischen Ho&arren 
JfZacfS Narr su verstehen , iiber deren verschiedene Aus» 
galien Flöget, Gesddchte der Hoftaarren S. 284 tgg* xn ver» 
gleidieii ist; die ClüFordiana gehören nidit hierher, da d«r 
Titel des Buches, welches übrigens 1817 erschien, CoUectane« 
dUTordiana ist; S. 16. unter den Commiriana sind wohl J« 
Commirlns , opuscula posthiuna (ed. J. Bpt. du Halde), Paris 
1704 in 8. zu verstehen ; 8. 18 der Name des Herausgebers 
der Delilliana, Serieya, steht nicht auf dem Titel, sondern 
blos publik par un homme de lettre; S. 20 der Herausgei»er 
der Ephraemiana heisst J. F. (nidit L.) Frori^; die Eulen** 
spigeliana edstiren nicht, es ist der bekannte Volksroman 
s« verstehen, über dessen Litteratur Fiögely Gesch. der Hof« 
naircn S. 458 und Ebert im bibl. Lexic v. 7036—7043 ge* 
Inodelt liaben ; S. 25 konnte erwähnt werden, dass DedMmPs 
GroUaBOS audi in den Ddiciae poet. genn« U. 1082 steht; 
& 2ß vor den Huetiana fehlt die Ausg. Amsterdam 1703; 
S. 28 die Art. Kircheriana und Kiihlmanniana, obschon ebenso 
bei Lmdewig9 sind corrnpt, doch ist es Ref. noch nicht g^ 
famgen 9 das Richtige »1 finden ; S. 29 Laufiog'9 Werke er^ 
schienen als opera omnia Coloniae AUobrog. in 5 Theilen, die 
jedoch 10 Bande madien, die angeführte Stelle der Longiie«* 
mana rteht I, 93; die Leibnitiana eehoren nicht lüerher; 
& 31 die Maimonlana erschienen 1814, eine xwelte Ausg^ 
von 1830 giebt es nicht; die Mamachiana sind sweifelhaft; 
S. 32 die Marggraviana gehdren nicht hierher, die gan«e 
Angaiie stütxt sidi auf folgendes Buch: CoUectanea chymiea 
Leydensia, id est Maetsiana. Margraviana, Lemortiana, ed* 
C3u Love-Morley, L. B. 1684. 8. , woraus sich die Unrichtig« 
keit des Jalires und des Format» bei N. ergiebt; von den 
Maopeoaana habe ich 5 Bde angefi'ihrt gefunden , hier stehen 
swei; S. 33 müssen die Schriften von Manlma und Rickier 
ans der Zahl der Melanchthoniana gestridien werden, auf« 
büend genng fehlt aber 6. Th. StrobeFs Schrift, die diesen 



1» 

Titel fuhrt und zu Nürnberg xl. Altorf 1771 in 8. erschienen 
ist; S. 35 der Art. Morisoniana (nicht Morisaniana) ist dahin zu 
beiicht]j|en, dass dieselben nach der 3. Aufl« ans dem EneL von 
C. B. o. ToUhausen übersetzt zu FranltfL am Main I8m und 
Zusätze dazu 1838 erschienen; im Auszüge ron Prof. Cr. F. O, 
Kaiser y München u. Regensburg 1838 in 8. — S. 36 muss der 
Titel Napoleana heissen und nicht, wie N. verbessert, Napo« 
leoniana« — S* 37. Der Herausg. der Nicotiana ist F. IT. ji. 
Bratrmg. — S. 46* Sollen die Saloniana vielleicht Salonii^ 
episcopi Yiennensis ad Veranium firatrem dialogi duo sein? — 
Die Scaligerana heissen auf dem Titel der mir vorliegenden 
Leydner Ausg. von 1668 Scalieepiana. — S. öl. Was soll ein 
Art. Socratiana, c'es/ ä dire, Choses memorablea de Soerate? 
Sollen das Xenophons Memorabilien sein ? — - S. 52 war über 
dieTaubmanniana JP7og9^, Gesch. der Hofiiarren S. 292 nach- 
zusehen. — S. 53. Der Art. Torsaeana (so steht da) muss 
also abgeändert werden: Torfaeana s. Thormodi Torfaei notae 
posteriores in seriem regum Daniae, praef. P. F. Suhm, 1777. — 
S. 54« Der letzte Art. Voltairiana ist zu vervollständigen : 
being a selection of the most interesting and striking passages 
in his worlLs. Bei diesen Bemerkungen ist auf Jahreszahlen 
und Formatangaben wenig Rücksicht genommen , da Rec. sich 
nicht im Stande sieht, die abweichenden Angaben Ludewi^e 
und Namuf^s zu controliren. Was nun die gepriesene Voll- 
ständigkeit anlangt, so hat N. allerdings einige dreissig Ar^ 
tikel mehr als seine Vorgänger, aber der eigentlichen Bereit 
cherungen sind weniger. Denn wie kann hierher die Aprosiana 
bibliotheca gerechnet werden , oder la Bassevilliana daMonti? 
oder wie Titel aiifiiehmen, von denen man nichts kennt, als 
ein Wort, wenn auch immer ein Fragezeichen hinzugefiigt 
Ist? Trotz dem ist dem Verf. Einiges entgangen, zunächst 
die von ^. Lion in Gottingen herausgegebenen Maecenatiana 
(Gottingen 1824 in 8.) , desselben Tironiana in Seebode'e 
Archiv f. PhQolocie Bd. I. S. 246, und die Catoniana (Göt- 
tingen 1826 in 8.); Niebuhriana enthielt der Freihafen 1838. 
II. p. 173. m. p.zl5; „Dnickeriana, SchnurrpfeiiTereien aus 
dem Gebiete der Wahrheit und der Phantasie, gesammelt in 
den Druckerschen Soireen und herausgeg. von Eulalia Rind- 
fleisch. 1. Lief er. 25. Aufl. (die ersten 24 sind nur in der 
Handschrift vorhanden) Berl. 1838 in 8.^'; P^teriana zu Paris 
1837 u. 1838 , ja wenn die Pompeana Maphaei Vegii erwähnt 
-werden duiüen, so hatte fFill. QelPs gleichnamiges Werk 
dieselben und noch weit grössere Ansprüdie; und wer dieser 
Litteratur namentlich in Frankreich aufmerksam gefolgt ist, 
würde noch anderes nachweisen können, was sidi in eine 
deutsche Proviuzialstadt nicht leicht verläuft. 

Die den Titeln hinzugefügten Notizen über die Bucher 
und deren Verfasser sind in der Regel nicht selbstst&ndig. 



la 

fiehnelir ans Lmbwtg oder aas Qßtirard nnd BarUer entlehnt« 
Rec kann daher nur weniff Nachtrig e liefern. S. 15 Cfte- 
vreau starb den ]&. April (nicht Februar) 1701. S. 10 Der 
Yerf. der Ecksteiniana ist der Psendonymus Dr. Eckstein d. h. 
Levm CkrhUan Sander (geb. 1750 n. gest. 1810 als Lehrer 
beim Grafen Rerentlau in Kopenliagen) ^ der auch eine para» 
pliFasirende Uebersetsung des Gargantna und Pantagnief und 
mehrere andere Sciuriften geliefert hat; s. Waekler IH, 428. 
Asge/, Gesch. des Burleslien S. 207. 252; S. 34 MenagB 
ist den 20. Aug. 1613 geb. nnd 1602, nicht 1003 gestorben; 
an<ii irir liier Eberi Nr. 13768 zu Tergleichen ; S. 47 über 
die Scaligerana handelt Leub$eker, diss. de Scaligenuds, Vi- 
tcberg. 1605 in 4. 

Sehr aehlimm sieht es um die Correctheit des auf staricem 
Velin sehr sanber gedruckten Buches aus; S. 8 steht Badan« 
■lana statt Badaudiana , S. 12 Caribbeana statt .Carribbeana, 
& 12 Bunnaniana statt Bnrmanniana, S. 13 CasanoTa de 
Sieingali statt Seignslt, S. 33 ist Melanchthon gestorben 4 
Wirtembcrgy S. 36 ran der Plaatx statt Plaati , S. 47 ein 
Buch Ultrajecta erschienen n. a. m. , der Verwechselnngen von 
e und e, c und s gar nicht su gedenken. 

Sonadi dürfte Torliegendes Buch keineswegs als eine Be» 
reichemng der bibliographischen Litteratur betrachtet werden« 
Mochte sich Hr. Ludewig entschliessen , diesen TheÜ von 
Neuem so bearbeiten und seine Schrift auch dem grossem 
Publikum sogan^ch machen! 

Dr. J^« A. MekeiHn ia Halle« 



Katalog der Pftlttzlselieii Blbltotlielc« 

Leipzig 1839. XXVni und 800 SS. 8. 

[Tofsn : Einige Nachrichten über das Vermicfatniis der PoHtzischea 
Bibüothek an die Leipziger Stedtbibliothek.] 

Unter die neuesten und bedeutendsten Acquisitionen der 
Lediger Stadtbibliothek*) geh5rt die Bibliothek des ehemsf 
Bgen ord. Professors der Staatswissenschaften an der UniTcr* 
sitii Leipsigy Karl Hemrich Ludwig PSliist. Derselbe hatte 
in seinem am 13« Januar 1837 bei dem Lelpiiger Stadtgerichte 
niedogelegten und am 27« Februar 1838 publicirten Tests*« 



^) Von einer anderen , qnantitatiy zwsr geringeren , qualitativ aber 
frst gleich werthToUen Aoaniiition« der Biblioäek des am 13. Febr. 1839 
vcntorbenen OberhofgericDtarathes und Pvoconrab Dr. Hgimriek Rlünmer 
za Leipzig, wird sp&teriiin ia diessn Blattern Bericht erstettet weideD. 



14 

menie rerordnet, dags geine Bibliothek mit der hieBigen Stadt* ti 
bibliothek verbunden, aber selbatstandig in derselben unter 
dem Namen der Pölünsehen aufgestellt, der Oberaufticht nach 
dem jedesmaligen Vorstande und Bibliothekar imtergeordnet, 
jedoch von einem besonderen Bibliothelcar besorgt werden 
sollte. Letzterer soU von den Leipziger lebenslänglichen 
Stadtrathen nach absoluter Stimmenmehrheit aus dem Kreise 
der ausserordentlichen Professoren oder Privatdocenten der 

Shilosophischen Faciiltät der Universität Leipzig, die sich 
anim bewerben, gewählt werden; doch mit der besondem 
Rücksicht, dass der zu ernennende Bibliothekar in seinen 
Vorlesimgen oder Schriften zunächst mit Staatswissenschaften 
oder Geschichte sich beschäftige. Nur in Ermangeltmg eines 
solchen soll ein juridischer Docent gewählt werden; blosse 
Theologen und Philologen aber sollen von der Wahl ausge^ 
schlössen sein. 

Nach Michaelis des Jahres 1838 wurde die Pölitzlsche 
Bibliothek in die hinteren Räume des grossen Saales der zii 
diesem Behufe ganz umgestellten und mit neuen Schränken 
versehenen Stadtbibliothek gebracht und daselbst von der 
Hauptbibliothek getrennt aufgestellt und geordnet. Dieses 
Geschäft konnte wegen seiner bedeutenden Umiänglichkeil 
allerdings nicht eher als bis vor kurzer Zeit vollendet werden^ 
obgleich der Bibliothekar, Dr. Jiiarl Theodor H'agner, schon 
im Friihjahr und Sommer 1838 dasselbe mit aller Anstrengung 
betrieben hatte, weshalb denn auch schon im October eben* 
desselben Jahres Bücher ausgeliehen werden konnten. — In 
seinem Testamente hatte Fölitt übrigens die speciellsten Vor^ 
Schriften gegeben, nach welchen der über seine Bibliothek 
von ihm selbst angefertigte (nur freilich nicht bis auf die 
neueste Zeit genau fortgeführte) Real- und alphabetische 
Katalog bei Bearbeitimg eines zu druckenden Realkataloges 
berititzt werden, und wie die Aufstellung seiner Bibliothek 
erfolgen sollte. Der Katalog sollte in 3üO Exemplaren ge- 
druckt und sämmtliche Exemplare zur Politzischen Bibliothek 
gebracht, von liier aus aber, wie andere Bücher gegen Schein 
zum häuslichen Gebrauche verborgt werden. Im Buchhandel 
ist demnach derselbe nicht zu haben. Sein Verfasser ist der 
schon erwähnte Dr. Wagner , Lehrer an der Leipziger Real- 
schule, von welchem PölUz selbst in dem an den Exsecutor 
testamenti gerichteten CodiciUe bestimmt hatte, dass er theila 
zur Verfertigirag des Kataloges, theils zur Annahme der Bi- 
bliothekarstdle , unter den im Testamente angegebenen Be- 
stimmimgen, den nächsten Anspruch haben sollte. 

Diesem auf gutes Papier gut gedruckten Kataloge, welcher 
I33Ö0 Nummern enthält, geht nun S.III— YIII ein Vorbericht 
des Testamentsvollstreckers, des Leipziger Stadtrathes Dr. 
JUoräz Seeturgj voraus, der sich durch die grosse Liberalität, 



r 



15 

mit der er in P5Iitz'B Sinne dessen Auftrag ausführte ^ um 
die Leipziger Stadtbibliothek sehr verdient gemacht hat« Er 
hat in diesem seinen Vorberfchte ebensowohl über die Ver« 
fugungen von Polits, welche- die Bibliothek betreffen, als 
über die andern milden Stiftirogen, welche vorsüglich für die 
Leipziger Universität von Interesse sind» gesprochen« — 
S. IX — XVI folgen : Nacluichten von Politz über sein Leben« 
[Nach des Heransgebers Anmerkung sind diese von Fölit» 
selbst in der Al>sicht aufgezeichnet , dass sie einst dem Ka- 
taloge seiner Bibliothek vorgedruckt werden mochten. Nur 
der SclÜDSs ist kurz vor seinem Tode geschrieben; die Mit« 
theümigen selbst riihren, wie die Handschrift ausweist, ans 
einer frühem Zeit her«] Zum Schlüsse hat der Yeifasser 
derselben diejenigen von seinen vielen schriftstellerischen 
Arbeiten namentlich aufgeführt, welche er selbst für die vor- 
züglichem hielt. — S. XVII— XX befindet sich das Vorwort 
des Herausgebers. Wie in demselben S. XVIII bemerkt wird, 
ist der von PöUtz angefertigte Katalog nur bis Seite 160 des 
Drackes zu Grunde gelegt worden, tmd es hat sich Hr. Dr. IT« 
von da an mehrfiidie sehr zu billigende Abweichungen von 
der PoüiziBchen Katalogirungsweise zu grossem Gewinn für 
die Sache selbst erlaubt. Es w&re — diesen Wunsch kann 
man bei Durchmnstenmg der ersten 160 Seiten des Kataloges 
nicht nnterdrücken — gut gewesen, wenn eine bindende Vor« 
Bcinift der Art gar nicht da gewesen wäre. Um jedoch in 
des Testators Sinne zu verfahren, ist bei nothig scheinenden 
Abweichungen der Schematismus befolgt worden, welchem er 
selbst in seinen verschiedenen Werken gefolgt ist. — Jene 
Verändenmg haben nun namentlich die Staatswissenschaften, 
deren Schriften die Glanzseite der Pölitzischen Bibliothek 
ausmachen , imd die Theologie erfahren. Unter erstere muss« 
ten Natnrrecht, Criminalrec£t imd Kirchenrecht gestellt wer- 
den, da die dahin gehörigen Schriften nicht zur Begründung 
einer besondern juristischen Abtheilimg des Kataloges hin- 
reichten. Die Theologie ist mit Recht an das Ende des Ka- 
taloges gestellt worden, weil sie nur einen untergeordneten 
Thefl der ganzen Sammlung ausmacht« Was die Werke be- 
trifft, welche bei Politz's Tode noch nicht vollendet waren, 
so sind zwar deren Fortsetzungen nach der ausdrücklichen 
Bestimmung des Testators angeschafft worden, haben aber 
nicht alle mit in den Katalog aufgenommen werden können. 
Mit Recht ist das Verzeichniss der Dissertationen (von denen 
ein genauer handschriftlicher Katalog auf der Stadtbibliothek 
vorliegt) ausgeschlossen imd dafür ein genaues Register über 
das Ganze zimi bequemeren Gebrauche des Buches angefertigt 
worden. Die Reihe der einzelnen Fächer wird durch die 
eignen Schriften von Pöläz eröffnet. Dieses (mit Einschluss 
der verschiedenen Ausgaben) auf 184 Numem sidi belau- 



16 

fende Veneidiniss ist^ was auch wegen der Anenyma rem 
Werth war, nach einer V9rhandenen schrifiliclien Angabe von 
ibm selbst gefertigt , hat aber auf absohite YoUständiglweit in 
sofern nicht Anspruch, als die in verschiedenen Zeitschriften 
und litterarischen Blättern erschienenen Aufsätze und Recen- 
sionen aus Mangel an vollständigen Nachweisungen nicht 
sammtlich darin aufgenommen worden sind« [Diese sammt* 
liehen Schriften von Pölitz sind übrigens- nicht blos hier im 
Katadoge, sondern auch auf der Stadtbibliothek susammenge« 
stellt wmrden, und nicht leicht dürfte eine Bibliothek ein 
älmliches Curiosum Ton Polygraphie besitzen*] — Den Schrif* 
ten von Pölitz folgt das Fadi der Encyclopädie und Metho- 
dologie der Wissenschaften; diesem das der Philosophie« Das 
Fach der Teutschen Sprache und Litteratur (S* 98—144) ist 
nicht so glänzend besetzt« als man nach den Studien Ton 
Pölitz Tie&eicht erwarten dürfte« Sehr empfeUen sich aber 
die beiden folgenden Fächer der Geschichte, Geographie und 
Statistik (S« 1S6— 528) imd der Staatewissenschaften (8« 528— 
627)« Diese bilden , wie schon oben erwähnt worden ist, 
die Glanzseite dieses reichen Vermächtnisses«*) Freilich 
vermisst man mitunter wesentliche Werke der Litteratur des 
Auslandes oder findet sie nur in deutschen Uebersetzungen; 
Ton dem Guten aber, was Deutechland in diesen Fächern 
geboten hat, dürfte kaum irgend etwas übergangen sein , und 
es kann die Sammlimg in dieser Hinsicht auf das Lob der 
Vollständigkeit Anspruch machen. — S« 633—684 ist die 
Theologie verzeichnet, imd S« 684 — 696 ein Anhang iiir 
Jiurisprudenz^ Mathematik , Naturlelure^ Naturgeschichte ^ Me- 
dicin und Brunnenschriften gegeben« 

Her Heraiuiffelier« 



*) Dieti möge noeh ans dem nDmerbchen Verhaltniite nachgewie- 
len werden. Dm Fach der Geioliichte, Geographie und Statittik ent* 
hält 6740 Nomern; das der Staats wiuentchaften 1911, das der philo- 
sophischen Wissenschaften 1588. das der deutschen Sprache 1193, das 
der Theologie 1019, das der Encyclopädie und Methodologie 105. — 
Hierzv kommen nodi im Anhange 220 Nomern, und 400 Nomern in 
den Nachtragen« 



Verleger : T. 0. fTeigel in Leipzig. Druck von C P. M^her. 




(Hf^vifi 

fflr 

Rilitettebirisseiiscliafty HandsclirifteDlnmde und 

fitere Lltteratmr. 

Im Yereine mit Bibliothekaren und LittcraturJBreunden 

herausgegeben 

Dr. Jlofterf Naumann. 



Jvi 2» Leipzig, den 31. Jannar 1840« 

UEBER bm HANDSCmUFTEN 

der AffentUelieii Bibliothek za Bamberg. 

So berühmt anch die Schreibschiilen am Domstifte und an 
der Benediktiner-Abtei Micliaelsberg zu Bamberg von ihrer 
Grandnn^ 1009 — ^20 bis lur Auflösung des gemeinschaftlichen 
Lebens der Domkanoniker und bis zur Ausartung der adeli- 
gen Benediktiner während der verschiedenen Perioden ihres 
höchsten Flors geworden waren; so \iele Schüler derselben 
war Verbreitimg ihrer wissenscliaftlichen Kenntnisse in andere 
Stifite und Abteien gewandert sind; so viele Werke auch 
bes^mders der Kirchenväter und römischen Klassiker aus 
diesen Stammschätzen in andere Sammlungen tausch- oder 
ks^swelse^ oder als Geschenke übergingen; so schien doch 
ihr eigentlicher Ruhm am Ende des Mittelalters abgeschlossen 
ZD sein und von der Periode der Glaubens-Reformation bis 
aof unser Jahrhundert fast ganz zu ruhen. Die für die all- 
gemeine Civilisation so wohlthätig gewordene Säciilarisation 
des mittleren und südlichen Deutschlands verbreitete beson- 
deren Segen durch die Vereinigimg der stiftischen und klö- 
sterlichen Bücher in öiTentlidien Bibliotheken , aus welchen 
besanders die Handschriften nach ihrem intensiven Werthe 
VM jedem befähigten Litteraten benutzt werden können, was 
TMher last unmöglich war* Sobald die üandschriften hier 

2 



18 

zusammengestellt und nur nothdivqfUg verzeichnet waren , so 
wurden ihre Einzehiheiten durch die Isis Ton Oken Terkun- 
digt, damit das litterärische Publilcum Veranlassung bekam^ 
näere Einsicht zu nehmen und im glücklichen Falle Aus* 
ziige zu machen* Erst später war es möglich , in, einer Reilie 
von Jahren jenes genaue Verzeichniss zu verfertigen ^ welches 
im !• und !(• Theile der Beschreibung der öffentlichen Bi- 
bliothek 1932 — 33 gedruckt erschienen ist und zu welchem 
fast gleichzeitig die 4 Hefte der Schriftmuster beigefügt 
wurden. Verschiedene Handschriften erforderten zur Ent- 
räthselung ihres Inhalts einen weit grösseren Zeitaufwand, 
wurden deswegen bei der ersten Verzeichnung nur im Allge— 
meinen angedeutet und können erst später nach ihrem wah- 
ren Inhalte genau angegeben werden. 

Indessen wurden wälirend des Verlaufes von mehr als 
20 Jahren, innerhalb welchen noch manche andere Hand- 
scliriften erworben wurden , alle Mittel angewendet, die genau 
verzeichneten zum Wohle der Wissenschaften zu befördern, 
damit in einem halben Jahrhunderte ihr 800 Jahre verbor- 
gener Schatz allgemein bekannt und möglichst gemeinniitzi^ 
werde. In dieser Voraussetzung wiirden dann die sämmt^ 
liehen Handschriften nur noch ziu: Ostentation und diploma- 
tischen Verdeichung mit andern Handschriften dienen, wenn 
jener Zweck der grösstmöglichen Veröffentlichung erreicht 
wäre. In der beruhigenden Ueberzeugung von der möglich- 
sten Leistung glauben wir daher nicht unbescheiden zu sein, 
sondern sogar dem litterärischen Publikum einen angenehmen 
Dienst zu erweisen , dass wir von den Resultaten der Erfor- 
schungen unserer Handschriften während der letzten Jahr- 
zehnte einenBericht nach den einzelnen Wissenschaften machen« 

1. Philologie and Geschichte. 

1. Unser Domschatz von Handschriften war seit der Wle« 
dergeburt der Wissenschaften im gelehrten Publikum fast 
ganz vergessen, als dieses mit der ersten Ausgabe des 33. 
Budies von Livius Handschrift des Xi. Jahrhunderts (siehe 
Bibliothek -Verzeichniss No. 863. M. IV. 9) durch Frmz 
BartoUn von Urbino mit A, Quaerengua Anmerkungen su 
Venedig 1617. 8. überrascht wurde. Die in dieser Ausgabe 
veroffenbarten Mängel aber gaben dem Entdecker der Hand- 
schrift, Joh. Hornon aus der Gesellschaft Jesu, welcher 
1610—11 wegen der ersten Niederlassung seines Ordens seu 
Bamberg verweilt hatte, die ehrenvolle Veranlassung, eine 
verbesserte Ausgabe zu Paderborn sogleich zu veranstalten, 
nach welcher bald auch eine dritte Ausgabe zu Paris folgte. 
Diese drei Erscheinungen ermunterten zur Vergleichunff mit 
einer Handschrift der Mainzer DombibUothek , deren gleich- 



10 

artiger Inhalt fast 200 Jahre als normal angenommen wurde. 
Brat bei der Versetzung des Prof. Gölier nach Köln im Jahre 
ISIS imrde eine nene Copie auf unsere Veranlassung von 
anserem Codex genommen , welche au Frankfurt bei Her- 
nmin 1822. 8. herauskam« Nach dieser gab Prof. JKTreyssig 
TOB Meissen die sammtlichen Biicher des Livius zu Leipzig bei 
Weidmami 1823—25. 8. heraus. Im Jahre 1829—30 veran- 
stalteten Profi ^eM«r und Dr. jBa«cAi^eine in Berlin erschienene 
Stereotyp - Ausgabe in 3 Bänden, zu welcher nnser Codex 
dtenie« Der mit dieser Ausgabe unzufriedene Prof. Kreynsig 
unterzog rieh einer neuen Untersuchung des Codex, gab zwei 
AhhaiMllimgcn über das 21. und 45. Buch 1836 — 37. 4. mit 
efaier Scholansgabe des 33. Buches heraus, und bereitete 
einen höchst sorgföltigen kritischen Apparat Aber sämmtliche 
Sttdier Tor, welchen er mit dem 33. Buche 1839. 8. zu 
Heisaen bei KUnkicht folgen liess. Während dessen Be- 
Miiknngen beschäftigte sich auch Prof. Ahchefsky unter Be- 
gibistigung des Ministeriums zu Berlin seit 18^ mit dem 
ninüiiäen Gegenstände, liess 1837 noch eine Abschrift des 
33. Baches nehmen, und veröffentlichte 1839 sein Resultat 
In emem Oster- und Herbst -Programme. Aus diesen ver- 
■ddedenen Bearbeitungen geht hervor, dass dieser Codex 
einen entschiedenen Werth für die VervoUständigimg und 
Berlchtlgnng des Textes haben mnss. Deswegen widmete 
anch Dhrektor Seebode zu Gotha mehre Jahre der Erfor^ 
sdnomg; nnseres zweiten Codex des Livius aus dem Xf. Jalur- 
hnndert (BibL Yerzeichniss No. 864. M. lY. 8), welcher die 
6| ersten Bücher auf 112 Blättern in 4. enthält; ohne Zweifel 
wM das Resultat dieser Untersuchung anch bald dem Publi- 
fam mltgetheilt werden. 

2. Von Plinins historia naturalis haben wir zwar nur ein 
Inicfaatäck der Bucher 32 — 37 aus dem X. Jahrhimderte 
(No. 1007. M. y. 10); allein von so wichtigen Varianten 
mai mit einem unbekannten Schlussblatte, dass Prof. v. Jan 
wa Schweinfort durch deren Veröffentlichung auf einigen 
Veraanimlmigen der Naturforscher, im Stuttgarter Knnstblatte 
1831 — 32, und in Zimmermann's Schnlzeitung 1833, eine 
besondere Ehre einärntete. Deswegen verband sich mit ihm 
FroL Sälig zu Dresden fiir zwei gemeinschaftliche Ausgaben, 
deren kleinere zu Leipzig bei Teubner 1836. 8. bereits er^ 
scUen, and deren grosserer wir nodi entgegensehen. 

3. Ebenso untersuchte v. Jan unser Bruchstuck der Briefe 
Scneca's vom X. Jahrhunderte (No. 1088. M. V. 14) , und 
setzte das Publiknm durch den Jahres-Bericht der Schwein- 
ibler Studien-Anstalt 1839. 4. vom Erfolge in Kenntniss. 

4. Während Direktor Seebode noch zu Hildesheim wirkte, 
verwebte er die Textesverschiedenheit unseres L. Annaeus 
Honis vom X. Jahrhunderte (No. 528. E. III. 22) mit seiner 

2* 



zu Leipzig 1821 besorgten Ausgabe. Sollte er diese emeiiem ; 
so irird er auch unseren zweiten Florus vom X(. Jahrhunderte 
noch benutzen j welchen er erst 1839 dahier einsalu 

5. Direktor Steinmetz zu Mainz widmete sich zweien 
Bruchstücken von Seneca, Cicero imd Macrobius, und wird 
das Resultat noch vorlegen* 

6. Prof. Martinet zu Bamberg verzeichnete die Textes- 
verschiedenheiten der rhetorischen Bücher Cicero's vom X — 
Xin. Jahrhunderte, wie wir, und Prof. Jmmon zu Passau, 
dessen philosophische Schriften untersuchten. Beide Resul- 
tate wurden dem Prof. Orelli zu Zürich mitgetheilt. 

7. Derselbe Ammon wirkte mit uns fiir die Untersuchung 
unserer fast vollständigen Handschrift aller Werke Horazen's 
vom X. Jahrhuhderte (No. 715. M. IV. 7) , unserer Bruch- 
stücke vom XV. Jahrhunderte (i\o. 1S46. M. UI. 16, N. U. 
13), wie der Schönbomischen sechs Bruchstücke zu Pom- 
mersfelden, deren Resultat mit 8 illum. Schriftmustem au 
Weimar 1821. 8. herauskam. 

8. Ein Gleiches erfolgte 1824 daselbst mit den Werken 
Virgils aus unsem und den Schönbomschen Handschriften mit 
6 iUum. Facsimiles. 

9. Unsere Bemühung für die Gedichte desPersius ging dordi 
* die Schuld eines Buchliändlers verloren. Unsere Bearbeitung 

von Terenz, Plautns, Sallust etc. ist noch nicht vollendet. 

10. Von unserer Handschrift Eutrop's aus dem IX. Jahr- 
hunderte (No. 513. E. lU. 4) erstatteten wir in Oken'a Isis 
1827 Hft. D eüien ausführlichen Bericht; die von uns begon- 
nene Erforschung der zwei andern Codices ton Eutrop aus 
dem X* und XI. Jahrhunderte (No. 514— 15. E. UI. 13 ^ 14) 
wurde durch andere Arbeiten unterbrochen. 

11. Die Sciptores historiae Augustae aus dem IX. Jahr- 
hundert (iVo. 1115. E. III. 19) wurden zuerst von ProL Ueiln 
tnaier zu Aschafienburg , und dann vom Prof. Bemhardy un- 
tersucht, daher das Publikum die Residtate noch zu erwarten hat. 

12. Der Archivrath Dr. PeH% zu Hannover veranstaltete 
vor Kurzem eine vollständige Ausgabe unseres Original- 
Codex des Benediktiners Rieher im Kloster Remigius zu 
Rheims aus dem X. Jahrhundert über die Geschichte Frank- 
reichs vom J. 8^^—998. Da ein zweites Exemplar dieses 
Inhalts weder zu Paris, noch zu Rom sich findet; so ist diese 
Erscheinung ein sehr bedeutender Gewinn für die Geschichte 
Frankreichs und Deutschlands. 

13. Derselbe und Bibliothekar Böhmer zu Frankfurt be- 
schäftigten sich im August 1833 mit der Ansicht aller unserer 
historischen Handschriften, und theilten schon manche Aus- 
züge in den Monumenten Deutschlands mit. Noch wichtiger 
wird die Mittheilung des Ersteren über die Weltchronik des 

^ am Ende des XI. Jahrhunderts in der Benediktiner -Abtei 



»1 

IfidiaelBberg ausgebildeten Bckehard» Abts des imteifruiki- 
acbcn Klosters Urach; über Adalbertus de vita S. Henrici et 
Cmegandae imp. ; über Yfetor Ulic. de persecutione Vanda- 
fica; über die drei Eutrope mit Paul ÜVamefrid ; über Jor- 
historia Longobardorum, gesta Francoriim etc. ein- 
im YHL Bande des Archives für Geschichtkunde^ und 
mt VI« Bande der Monumente werden« 

14b Der Coratus Neuner m Hof übersetzte Wamefrid aus 
mserem Codex vom XL Jahrhunderte (No. 514. E. in* 14)^ 
weld&er xa Hamburg bei Perthes 1838 herauskam. 

15. Der verstorbene Dobrowakf xu Prag benutzte unsere 
ünssiige filr seine Bearbeitung Jomandes aus dem XI. Jahr- 
kmderte (No. 514. E. m. 14). 

16. I^arl Rudolph Flekerty Lehrer an der Scfaidpforte bei 
Kaambargy widmete sich der Textesvergleichung und Beridi* 
ligoBg der Werke des PJulosopheh Seneca nach Welen Hand- 
md Druckschriften. Unter diese gehörten drei Baraberger 
Ifannscripte 'vom X. XI. und XIII. Jahrhunderte zu den vor- 
zo^liciisten. Bis zur Ausgabe der Werke sell>8t machte er 
CBstweilen in dem ersten Theile seiner im November 1839 
bcgoueDen Prolegomena zum Jahresberichte seines Gjmna- 
siiiiBs nur einlache Erwälmung^ S. 4B— 49. No. 2—4. 

17. Ein vollständiges Yerzeichniss unserer liistorischen 
Handsdiriften theilten wir der Record Commission unter Cooper 
zn London ebenso mit, wie früher dem Frankfiirter Direkto- 

far Erforschung der Geschichtkunde , welches den von 
eingesendeten Schriftmustem den Vorzug vor allen übri- 
gen ertheilte. 

n. Theologie« 

1. Der verstorbene Palaeograph ICopp zu Gassei bekannte 
bei der Ansieht unserer Bibel aus Alcuins Periode (No. 206. 
A. L 5)^ ein so grosses Format vom IX. Jahrhunderte nirgends 
gesehen zn haben ; weswegen er ein Facsimüe, von ihm selbst 
gefertigt, dem ersten Bande seiner Bilder und Scluriften der 
Vorzeit einwebte. Die von ihm gleichfalls gerühmten Be- 
scHwase des Mainzer Kirchenraths vom Oktober 851 imter 
Ludwig dem Deutschen (No. 453. A. I. 35) Hess Dr. Pertz 
mt IIL Bande seiner Moniunente vollständig abdrucken. 

2. Die Sammlung unserer liturgischen Handschriften vom 
X. bis XVL Jahrhunderte fand Profi Brenner dahier für seine 
Geschichte der Saluramente so ergiebig, dass er 3 Bände 
1S18 — 24 reichlich ausstatten konnte. 

3. Prof: Engelhardt zn Erlangen beschäfUgt sich mit 
dnem Bruchstücke Angustins vom XI. Jahrhunderte zur ein- 
stigen Veroffendichung. 

4. Der verstorbene Stifter unserer Zeitung, Gärard Gleg 
Frankreich, entdeckte in der Dombibliothek dahier am 



9» 

2. Oktober 1794 die aDgehachsische Evangelien »HaHnonie^ 
Heiland, des Bischof Aldhelm von Sliirbume ans dem IX. Jahr^ 
hunderte, copirte und commenürte sie viele Jahre mit dem 
Bibliothekar nhemwaid von Meiningen, und theilte die bei- 
derseitigen Resultate 1905 dem Oberbibliothekar von AreUn 
an München mit, welcher eine Prachtausgabe versprach* Der 
dortige Bibliothekar Sekmeller gab 1830 zu Stuttgart den 
Text heraus, und wird eine Erlautenrag mit Sprachlehre imd 
Wörterbuch nachfolgen lassen, wie Gley schon 1814 au Paris 
einen Vorläufer erscheinen liess. 

5. Dr. iKnust beschäftigte sich seit 1831 mit den psendo- 
isidorischen Canonen, und theilte sein Resultat 1833 in sei« 
ner Preisschrift , 1836 in Vmbreü's und ÜUmann's theolog^. 
Studien, und 1839 im VII. Bande von Pertz Archiv mit; ein 
weit lunfassenderes Resultat ist noch au hoffen. — Ebenso 
erprobte Prof. KunMtmann von München theils in seiner Al>- 
handlimg iiber die Canonen-Sammlnng von Remedius, theiln 
in Zeitschriften, wie er sich mit solchen Handschiiften sn 
Bamberg friiher beschäftigte. 

6. Auch Dr. Perlz liess im IV. Bande seiner Moniunente^ 
aus einer unserer Handschriften vom XII. Jahrhunderte die 
Friedens-Bestimmung Kaiser Heinrich's IV. auf dem Mainaer 
Kirchenrathe vom J. 1085, als Seitenstiick aur Kölner Sy« 
node vom J. 1083, erscheinen. 

ni. Rechtswissenschaft 

1. Der erste Ruf vom Vorange unserer juridischen Hand- 
schriften erscholl durch Prof. Cramer von Kiel, welcher im 
Frühlinge 1817 awei Monate vom Morgen 4 Uhr bis Abends 
8 Uhr mit ihnen sich beschäftigte. Durch seine Mittheilim- 
gen wurde erst die Lust der historischen Juristen aur wei- 
teren Untersuchung geweckt. « 

2. Prof. Schröder au Tübingen bewies in seinem Prodro« 
mus aur neuen Ausgabe des Corpus juris die Vorange unserer 
aehn Exemplare der Institutionen, nach welchen er eine 
kleine und grosse Ausgabe au Berlin 1832 — 36, 8. und 4.^ 
folgen liess. Zu den übrigen Büchern des römischen Rechts 
benutate er mehre andere unserer Codices ^ wie seine Aus- 
gabe beweisen wird. 

3. Prof. Ofiloff au Jena eröffnete seine litterirische Lauf- 
bahn mit einer Abhandlung über unsere Lex Salica etc. vom 
IX. Jahrhunderte (No. 854. D. II. 2), welchem Codex sich 
auch Präsident o. JPmerbach^ Archivar Oesterreicber und Dr. 
PM% für seine Monumente widmeten. 

4. Prof. RoMhirt au Heidelberg beschäftigte sich einst 
dahier tmd au Erlangen mit drei imserer Institutionen , auf 
welche er in den Heidelberger Jahrbüchern 1819. No. 41 und 



In einer beaoodeni DnickBchrift mit Sduiftmusterii 1820. 8. 
die AoimerkBaiiikeit des Pnblikumg erregte. 

ä» Prof. Bueker zu Erlangen wurde durch diesen CoUegen 
Tcruilassty drei unserer Pandekten zu seiner Anscabe der 
Fragmente Ulpian's mit Schriftmnstem ^ Erlangen 1819. 8.y 
SD benntsen« 

6. Der Terstorbene Prof» Kdnig zu Altdorf beschäftigte 
sidi eine Reihe Ton Jahren mit mehren unserer juridischen 
Uandsdiriften ; doch ist unbekannt , wohin die Resultate sei- 
ner Forschungen nach seinem Tode gekommen sind. 

7. Frofl von Samgng zu Berlin fand bei seinen wieder- 
holten Untersuchungen dalüer eine so reiche Ausbeute für die 
erste und zweite Ausgabe seiner Geschichte des römischen 
Rechtes Tom Mittelalter , dasa er fast auf jedem dritten oder 
TJerten Blatte der letzten yier Bände eine Spur seines glück- 
lichen Fundes niederlegte. 

8 . Pr ot Hänel zu Leipzig theilte aus unserer Handschrift 
Tom XIII. Jahrhimderte (No. 717. D. U. 21) Hugolini dissen- 
siones Dominorum zum ersten Male mit. Ebenso wird er 
sich ober unseren Tancred, PiUins etc. (No. 1002 — 1. D. II. 
16 et 21) noch Tcrbreiten. 

9* Prof. 2Sopfl zu Heidelberg veranstaltete aus unserem 
Codex Tom XV. Jahrhimderte die erste Ausgabe des alten 
Bamberger Rechts (No. 1361. Rh. II. lö), und bewies 
zo^eld • dass die berühmte Bamb^rger Halsgerichts-Ordnung 
Tom J. 1507 als Vorlauferin der Carolina aus Verhandlungen 
nnseres Magistrats in den Jahren 1306— 33 hervorging, welche 
Entdeckang vielen bisherigen Rechts-Streitigkeiten über den 
wahren Ursprung dieses Rechtsbuches ein Ende machte. 

10. ProL Bergmann zu Crdttingen beschäftigt sich seit 
1S33 gleichfalls mit imserem Tancred, Pillius und anderen 
Tractatbten des Mittelalters; daher noch ein Resultat zu er^ 
warten izt. 

11. Prof! Hermann zu Kiel, früher zu Leipzig, widmet 
sich seit einer Reihe von Jahren unserem Justinianischen 
Codex vom XII. Jahrhunderte (No.821. D. I. 3); daher auch 
hier noch etwas zu hoffen ist. 

lY. Arznei Wissenschaft. 

OlMchon wir einen Codex vom IX. Jahrhunderte (No. 076. 
L. IIL 6), welcher dem Paulus Aegineta zugeschrieben wird, 
nd mehre andere medizinische Handschriften von späteren 
Jahrhunderten besitzen; so hat doch allein Prof. Fktehe 
von Gottingen in seiner Abhandlung de lepra Arabum S. 70 
aaf einen unserer medizinischen Codices (No. 902. L. HI. 8) 
aofineiiuam gemacht; daher für diesen wissenschaftlichen 
Zweig tami noch ernstliche Untersuchungen zu wünschen sind. 



94 

Am dieietn Berichte geht also herror , dass imsere Hand- 
schriften der meisten Wissenschaften während der letzten 
24 Jahre so thätigbeniitst wurden, dass zu hoffen ist, es werden 
die übrigen derselben für die Zulcunft um so weniger unbenutzt 
bleiben. 

JTaeck, 

K5iiigliclier Bibliothekar ia Bamberg. 



PRIYATBIBIalOTHBK 

des 

Berrn Samuel JBavtd Mjttaaatto, 

Fro& am CoUegium Rabbinicum zu Fadiuu 
[Von ihm selbst beschrieben.] 

!• Les PoiiieSf en partie autographea, de Jacob Francise 

Ce Poete hehren peu connu vivait k Mantone Ters le 1050. 
n etait de famille, et peut-^tre aussi de naissance, afiricain. 
n ne publia que- quelques poesies poiu: n6ces et pour d^ös, 
en des feuilles volantes, toutes conserv^es dans ce Code que 
j'appellerai Diwan. Uoe seule piece contre les CabbalisteSy 
que les Rabbins de Mantoue (voyez c^TS^n naiTSR foL 31) 
ont pers^cut^e et presqne an^antie apr^s l'impression, fut 
r^imprim^e in ealee au livre Dbi9 na'^nn imprim^ k Venise le 
1704 avec le Conunentahre intitul^ n^nn y^ (Commentaire 
anonyme, mais de Sanson Morpiu*go, cel^bre Rabbin, auteur 
du Tip'^:^ OTaiD). Une copie (peut-^tre unique) de la pre- 
miere edition de cette pi^e, ßine anno et locoj consistant 
en 4 pages in 4., se conserve cousue dans ce Diwan. 

Six aiitres feuilles imprim^es y sont consues, et ce sont 
trois Epithalames et trois Chants fun^bres. Les Epithalames sont : 

1. pour son frere Emmanuel, dans le style burlesque et 
macaronique: il est imprim^ k Mantoue; 

2. imprime sur la soie , pour les ndces d'Isaac Snpino : ici 
l'auteur est sign^ nni:::» niDin (habitant k Mantoue); 

3. pour Isaac Lombroso (frere de sa femme). Ici le poete^ 
dans Pintroduction en prose rimee, fait mention d'au- 
tres poetes qui cdebrerent ces noces. Ce fnrent le 
Rabbin Jacob Levi; le (cäebre) MoiseZacuti; JomTov 
Valvason , poöte en h^breu et en Italien ; et son propre 
frere Emmanuel. 

Les Chants fun^bres sont: 

1. i la mort du cel^bre Juda Arje de Mod^ne, et de quel« 
ques autres Rabbins, morts tous pendant le 1648; 



»5 

2» & la mort da Rabbin Scemaja (M'iyttO) de M^dina, mort 

le 1650, imprime k Mantoae; 
3. k la mort de Menadiem Gu^, Rabbin de Ferrare, im- 

prim^ i Mantoue* 

Ontre cea 7 piöces imprim^ea, ee Diwan contient environ 
17D po^iea in^dites« Le livre a ^t^ fait mettre au net par 
ranteur, et leg pieces y aont num^roteea, et elles ne sont 
qae 130. Les autrea y furent ajout^ea enauite par l'auteiur 
et aont ^critea de aa propre main : cellea-d ne aont point nu- 
m^Tot^ea« M^e la niim^ation dea pi^cea num^rot^ea a ^t^ 
par raateor conaid^rablement modifi^e. Le plua grand nombre 
dea pieces a Targiiment tVi calee k la pUce m^e, ^erit non 
paa eo b^breu, maia en portugaia; ils aont autographea, et 
Im-difflcflea k lire. 

Meme r^critiire h^raiqne de Paatenr eat difflcile, melee 
dn canwo dea jii]& italiena et dea africaina; et abonde en 
ratnrea« Plnsieura parmi lea pi^cea non num^rot^ea portent 
k lemr t^te le mot abozxo (esquisae). 

De ces pUeea non nnm^ot^ea plusieiira aont contre le 
pa^ndo-Measie Sabatal Z^vi (1666), auqnel n6tre poete a'est 
toajoura Tigourenaement oppoa^. Une de celles-ci porte Par- 
gnment qui auit: ,,A gUmna xmla eatando elo preao e de la 
blasfemaodo oontra mi^^ c'est-^-dire : A Sabatai ZMy Ini 
€tant pria, et de U blaspb^mant contre moi. Le po^te a'^ 
tait forme une cryptographie, conaistant en une permutation 
des lettrea de TAlpbabet, qu'il m'eat rdussl de d^cbiffirer, et 
qui eat la auivante: 

abcdefghiklmnopqra t. uxz 
i InomtaraubecdqphgflLZX 
Gflmfia xmla r^pond k Sabetai Zebi. Dn autre argiiment 
CMnmence ainsl: eate fei aobre 1 tomulto que ae levanto 
soi»re mi causa do nin'^U)73 que reprovei (cela je fia anr un 
tumnlte qui se leva contre moi, k cause de la pr^tendue ar- 
riTee du Messie , que je d^sapprouvai). Les pieces relatives 
k ce ps^udo-Messie sont inser^es dans le n*^73 '^^^. d'Emma- 
nnel firere de notre poete (Codex de-Rossianus 133'1). 

Dans une Satire contre un Cabbaliste, son antagoniste, il 
toit: 

[ses livrea, eux qu'il cultive le plus, sont le Zohar et le 
Bahir (splendeur et clart^), lesquels sont (tout au contraire 
de lenra noma) ombre de mort (tenebres), sans aucun ordre], 
Maia par crainte des Cabbalistes il effa^ales mots l^nni ^riT, 
et au^ssus (entre les lignes) il ^crivit xdih l^liah, c'est-i- 
Are Zoar ubair» 

D a anssi plusieurs pieces satiriques contre un certain 
Kabbin Jechiel Finai, dont le nom U indique toujoiura dana 



»6 

sa cryptographle par les letlres Amnmb, ou Anuramb Tacea 

iiin RabbiB, nomm^ Jechiel Finsi, est mort k Floreace le 
668, je ne sais pas sl c'est le ndtre)« 

Son ennemi ^tait aiiBsi un certain Jacob dltalia^ dana 
Palphabet de ndtre poite Aindl o afibaL 

Dans une Satire siir la yanitö dea biens mondains et dea 
d^sirs mondainii ^crit: 

• 

rigeic y^-O 'iK iqatadh b-'b^b 

Nkeih =: camar , h»-id , Moine ; Iqatadh = apifior, li'^D'^CM^ 
Pape; Rigeic = hasmaiiy I73l&n, Cardinal. Le sens de cea 
Ters est donc: Qui penserait en Toyant un Moine , les yeiix 
toum^s vers la terre, et couvert de cllice, qii'il eut le coeur 
si haut de d^sirer la pourpre^ la tiare pontificale, ou le cha- 
peau de Cardinal? 

Le talent principal de ce poite ^tait ponr la Satire, dana 
laquelle il a une extreme mordacit<f. D'aiUeurs, ce poete 
d'origine africain, maia vivant en Italie, participe, soit dana 
le eoüt de son stile y soit dans les m^tres dont il fait usage^ 
de rancienne Ecole espagnole, et de la moderne italienne; 
et s'il est le demier , compar^ aux anciens espagnols, il se- 
raity par la föcondit^ et spontaneit<{ des pensees, par sa ma- 
ni^re de versifier et de rimer spontan^e et presqu' exempte 
d*oscarit^y de jeux de mots, et d'inexactitudes de lanpie, 11 
serait , dis-je , le premier parmi les Italiens. Mais sa diction 
est sonvent neglig^e, et ses vers p^chent qnelque fois de 
bassesse, scurrflit^ et ind^cence. 

J'ajouterai ici les argiunens de quelques unes des piioea 
de ce Diwan. 

La premiire est un Sonnet k la louang;e de Charles IL, 
et finit par ce vers: 

4. Sonnet ^crit au bas d'im tableau, repr^sentant la mort« 

5. Une amere r^pr^hension k la Communaut^ israditique 
qui faisait les honneurs fun^bres k un Rabbin qu'elle avalt 
maltrait^ pendant sa ne. 

11. Un mal mari^ raiUe un homme qui ne cessait de pleu* 
rer la mort de sa femme. 

12. Contre les medecins. 

17. La misere des savans. 

18. Le podte invite Asmodee k st^vir contre un mort (Je- 
chiel Finsi) recemment descendu k TEnfer, lequel serait 
capable de lui ravir son rojaiune. 

23. Epitaphe dW h^ros tue par im mc^decin. 



25w EpiUpke d'an m^dedn« Le mort se plaiiit de lingra* 
titade de la mort« 

31. Ode dans Fanden m^tre (60 distiqueg)« Le poite 
lepreaente la personne d^in homme pleinement malheureuiu 

46. 47. Deux tetrastiques r^latifs aux c^remonies fiinebres. 
Da sont ecrits sur les parois de la diambre du dmeti^re des 
Israelilea de Mantoue, et sont aussi imprim^s dans la der« 
■iere paee du 33« tome du Thesaurus antiquitatum sacrarum 
ie rU^lin. 

49. Contre le livre tl^^n ^*ip7a du Sarsa« 

&2. Longne apologie des femmes^ tonte en ta**:, en con- 
firtatioB de la pUce d'Emmanuel romain contre le beau s^e« 

5Sm Chansonette ^rotiqne« 

54« Epigramme. La Jalousie noiirrit ramonr« 

59» Ammonitions aux jeunes poetes« 

60. Un mal mari^ fait Möge de la vie du c^libaUve« 

67 — ^71. Distiinies contre un po^tastre« 

72. Pour un allemand qui ^pousait une allemande. II dit 
qn'au lien de chanter Pamour, 11 fallait chanter le irin« Les 
anemands, il y a200 ans^ ^taient consider^s en Italie comme 
de grands bnveurs. Dans le livre Magistri Stopini Gapriccia 
macaroniea, Venetiis 1647, on lit k la page 136 PEpitaphe 
d'oD allemand (Tnmidus todeschi), oü il est dit: 
TraDqaillam yixi Bacchi sab nnmioe vitam, 
Dedila Lieo mens mea Iota fait. 

77« n pleure le d^part du Rabbin Moise Zacuti, qu'O ap« 
pdUe Bon grand amL Et cependant il ^tait un grand Gab« 
baUate! 

81. A un honune pris d'amour d'nn portrait d'une belle 



Feollle S6 (la piice n'est pas num^rot^e). Chant fiinibre 
d'te mari an tombeau de sa femme bien-aim^e« Le po^e 
cMnposa cette piece pour son frere Emmanuel, leqnel nous 
Papvrend dans une postOle de sa propre main. 

115. Un phUosophantin^ontant et r^penti de s'^tre adonn^ 
i la phfloaophie. 

116« Un vieillard ennuy^ da la vie* 

Feollle 119. Une femme appelant k conseil ses propres 
, leqnel äire, Pamour ou l'honneur. 

118. Sur une belle femme qui baise le cadavre de son 



122. Epigramme an Rabbin Sanson (Morpurgo), Panimant 
k ne point se laisser abattre par les pers^uüons des m6* 
dians. Ce R. Sanson naqnit Pan 1681* 

Cette epigramme fut necessairement ^crite apr^s le 1700« 
Le mtee Morpnrgo dans la pr^face du n!?*in y^ imprim^ Pan 
1704 fait im grand ^loge de n6tre poite, sans cependant 
i^oter ancnne de ces expressions qui sont en nsage en par^ 



laut d'nii d^c^de. Nfttre poete doli donc avoir atteint un age 
bien avanc^, puisqu'il imprimait des po^sies Fan 1648. 

Feuille 134« Un vieax p^re r^primande son fils , homme 
de lettres. mais d'une conduite d^r^gl^e. 

Ce Code contient anssi deux pieces en langiie portii^ise. 
e'est-k-dire, iin Sonnet et une Ode. Cette-ci consiste en 21 
atrophes de 9 vers, dont yoiU le dernier: 

Viva o Deos dlsrael, sua Lei viva. 

Je ne reiix point terminer cet article sans rendre un 
hommage bien m^rit^ d'estime et de r^connaissance k mon 
ami, autrefois mon d^ve, M« Samuel Salomon Olper^ Vice- 
Rabbin de Venise, qui deterra ce precieux manuscrit, et eut 
ensuite la bont^ de le c^der k moU 

(Wird fortgesetzt.) 



liS Farce des Theologastres 

h, siac pexaonnages« 

Lyon, nonvellement imprime jouxte ia copie. 1830« 6. — 
34 Seiten , Titel und Vorrede mit inbegriffen. 

Die Litteratnr der fransosischen Reformationsgeschichte 
fangt gewöhnlich mit dem Jahre 1524 an, in welchem Jodocus 
Cliditovaens oder Josse Cliquedoiie seinen Anti-Lutherus er- 
scheinen liess, um die schon daziunal in Frankreich sich 
nach allen Richtungen hin verbreitenden Reformideen lu be- 
kämpfen. Allein gegenwärtiges Werkchen, eine Art von 
Manifest für die neuen Ansichten', das sich ganx in Gegen- 
satz mit den herkömmlichen Meinungen stellt, ist offenbar 
frühem Urspnmgs , und mag wohl kaum zwei oder drei Jahre 
nach des sächsischen Reformators Auftreten abgefasst worden 
sein: diess ist auch ungefähr die Ansicht des neuen Heraus- 
gebers* Somit wiirde es wohl als die erste öffentliche Er- 
klärung anzusehen sein, welche die Anhänger der Kirchen- 
▼erbesserune in Frankreich glaubten thun zu müssen, und ist 
also nicht ohne Interesse nicht nur für die Geschichte der 
protestantischen Kirche in diesem Lande, sondern auch für 
die des gesammten Protestantismus im AUgemeinen« 

Lange Zeit blieb diess Werkchen den meisten französi- 
schen Bibliographen unbekannt; auch kein Geschichtswerk 
erwähnte desselben, so wenig als die oft so sorgfaltig abge- 
fassten, und für die Kenntuiss älterer Produktionen so lehr- 
reichen Kataloge. Ein neuer Abdruck des ursprünglich in klein 



Folio y mit gothischen Lettern , auf 16 impa^irteii Seiten^ 
ohn« JahnaUy Druckort oder Namen des Buchdrücken, er- 
schienenen Werkchens ist also ehi wahres Verdienst, das sich 
der anonyme Herausgeber lun die Kenntniss der altem kirch- 
lichen Litteratur erworben hat; und doch wird ungeachtet 
dieser neuen VeröffentUchimg das Büchlein immer noch eine 
grosse Seltenheit bleiben. Nach der in Frankreich bei Be- 
kanntmachung solcher älteren Schriften üblichen Sitte sind 
blos wenige Exemplare fiir die Liebhaber , von gegenwartiger 
BOT 64 abgezogen worden» wovon 50 auf gross Velin, 10 
auf hollandisches und 4 auf gefärbtes Papier. 

Biese Farce hat die vollständige Form eines Drama, wie 
aach schon der Name selbst es ankündigt. Die handelnden 
Personen sind: ein Theologaster, ein Klosterbruder^ 
die Vernunft, der tentsche Text und der teutsche 
Herkor. 

Zuerst erscheint Theologaster, und beklagt sich in firan- 
sosischer und lateinischer Sprache über „die Armseligkeit der 
neuem Crottesgelahrten^S die das alte „schwere^^ Latein^^er- 
aditen, und sich mit dem Griechischen, selbst noch mit dem 
Hebräischen, abzugeben sich imterstehen. 

NoB legi, gesteht er zwar, de totam dao 
aliqaid» sed scio bene 
quod hie qui loquitur grece 
est suspectus de heresi. 

Umsonst, fährt er fort, ist mein Schreien und Heulen, 
niemand will darauf achten. Der Klosterbruder rühmt sich 
dagegen seiner hohen Andacht, deren Gebiet er durch wülig 
geduldete Leiden unverletzt zu erhalten weiss: auch bleiben 
seine Bemühungen nicht ohne reichen Segen: im Mai, rühmt 
er sich, predige ich Wolle herbei, im August, zahlreiche 
Garben; und wie viele Anstrengimgen ertrage ich nicht gern, 
um zur Weihnachtszeit Würste und Schinken herbeizukanzeln. 

Da ertont plötzlich die Stimme des Glaubens , der sich 
kläglich geberdet und ausruft: 

Ach I was muss ich nicht erdulden ! 
sterben muss ich — hört mich doch I '*') 

' Als sich die beiden nach dem Grunde dieser Jeremiade 
erkundigen, erhalten sie folgende Antwort: „Zufolge eines 
^yLeibübels, die sophistische Wuth genannt, das mir 
^Ruhe und Frieden raubt, hat mein Kopf mein Herz so zer- 
^druckt und sich ihm so entfremdet» dass die schwindsüch- 
„tige Simonie mir all meinen guten Namen geraubt, imd 



^ H^las ! qne f ay de pstaioiui ! 

Je me mears — entendez k moy« p« 6. 



80 

9,die heillose Mode sii ar tarnen tiren meinen Korper 8o i% 

' ' " " " ii 

(I 

ii 



Si aatear eo hebrieu escript 
00 CD gree : lio ! il ieur suffit 
quant k enx ponr le reprouver. 

Car c^est toute chose cognoe: 
nne chose non entendae 
par eulx. eile est h^retique. 

Encores qui plus me murmore: 
ia sainete foy qae Dieu fonda 
sans qae a personne Fabscoada» 
iU maintiennent formellenieDt 
qoe i eolx appartieot seollemeDt 
d^en dispoter. 



*) il est rade 

et ny a point de oertitade: 
N6ant moins }amau ae ie Tis. 



,,Berruttet hat^ dass ich am Aussehren bin.^' Nun erklärt er 
Beiden, dass er seine Hülfe in Deutschland suchen müsse; 
imd obgleich die beiden Geistlichen bei dem Namen Luther 
sich entsetzen, so wissen sie doch kein Mittel nur Heilung 
ansugeben. 

Nun bemerkt der Glaube, dass ihn der Text der h. Schrift 
woU wieder zurechtbringen könne; allein diess gefallt dem 
Theologen nicht: „dieser Text, sagt er, ist viel zu wenig 
„verständlich*), und gewährt keine Gewissheit; doch, fugt 
„er bei, habe ich ihn nie gesehen ;^^ dasselbe gesteht auch j^ 
der Klosterbruder. Von aller scholastischen Gelehrsamkeit, ^^ 
deren Werke ihm diese zwei citiren^ wül aber der Glaube ^ 
nichts wissen: ^ 

car il me fault, c'est ma natare i> 

le texte de Sainete escriplnro, »t, 

saos ergo, sans quodf ne quia. ^ 

Da erscheint, am Stocke gehend, im Gesichte zerkratzt j 
und blutend der Text imd spricht mit heiserer und kaum hör- ^^ 
barer Stimme zu der ihn begleitenden Vernunft. Ihre Un- 
terhaltung betrifft den Zustand der Kirche und ist ein detail- 
lirter Commentar zu der von dem Glauben zuvor angestimmten 
Klage« Nach S. 13 und 14 war es ein Herr vonBerquin, der 
zuerst die neuen Gnmdsätze aus Deutschland einfiilurte: 
danim heisst er hier: le truchemant tP AUemaigne. Die Un- ^ 
wissenheit und Verkehrtheit vieler damals lebender Theologen ,j^ 
wird hier und da witzig durchgegeisselt. 



X 

\ 



Komisch senng klin^ folgender Vonniif : 

lU nsent d'^ang parier silvestre^ 
ils sopposent des hommes: veaux, 
asnes, chievres, mootons, chevaux, 
ou aullremeaty et les ioforment 
de ames raisonnables ; puis fonnent 
UDg gros queritur ponr attaindre 
assavoir, s^il les faoU contraiodre 
k tenir ia loy cfarestieone. 

^adidem beide diese lächerliche Sncht spitsfindige, nnd 
doch zweddoae Fragen aufzustellen noch weiter emsuich ge- 
tadelt, achliessen sie mit der Bemerknng, dass diese Art 
Theologie Missfallen bei Gott nnd Spott bei der Menge er- 
wecke; dann treten sie ab, ohne mit den übrigen zu Ter- 
kehren« Die yorhin erwähnten Personen knüpfen nun ihr 
abgebrochenes Gesprach wieder an* Der Theologaster bietet 
dem Glanben die Dekretalien als ein Mittel an , daa ihm hel- 
fSm konnte« Er antwortet darauf durch folgendes damals 
übliche Sprichwort: 

depnis qai le decret print ales 
et geodaraes port^reot malles 
et moiaes forent k eheval^ 
tootes choses soot all6 mal. 

Aof dieselbe Weise verwirft er: die Sermonirer, den Justi- 
■iaa, den Kardinal Hugo, den Turre cremata, die römischen 
Klassiker u« s. w. ; nur der Text der h« Schrift , bemerkt er, 
könne ihm zu seinem Gedeihen dienen. Wirklich treten auch 
Text nnd Vemimft wieder auf und werden von ihm auf das 
irohlicfaste empfangen; diese beiden beginnen auch sogleich 
die Polemik mit den anwesenden Yerfechtem des Herkömm- 
lichen , die sich nur schwach zu Tertheidigen wissen« Beis- 
send sind die Vorwurfe, die diesen letztem gemacht werden« 

Text: Ihr Theologen habt in Euren Behauptungen alle 
Yenonft verbannt, well Ihr mich gar nicht berücksichtigen 
wolltet« 

Vernunft: Ihr verbietet uns das Evangelium zu lesen, 
mid doch sagt Christus : Ich bin herabgekommen vom Himmel, 
nicht um meinen, sondern meines Vaters Willen zu erfüllen« 
ihr seid vom Himmel d« h« ?on Christo herabgesunken und 
thnt euem Willen« Ihr behauptet, die Kirche könne nicht 
irren; dann sagt Ihr auch: Dur seid die Kirche, und dless 
■or darum, daas man Euch für unfehlbar halte. 

Auch die Concflien, bem^kt der Glaube, sind nicht 
untrüglich, da eins derselben den Pabst einer solchen Ver- 
sammlung unterordnet, ein anderes wieder ihn darüberstellt« 



3» 

Nun wird die Art getadelt ^ wie die Theologen argumen- 
tlren und den Text der Sclirift behandeln: da will der Klo- 
sterbruder durch ein Beispiel seines Wissens imponiren und 
bringt folgende Frage vor: 

Je vous demande si Dieu scait 

cathegoriqaement de faict: 

quantes puches*) sont k Paris. 

Nun tritt der tentsche Merkur auf: als ihn die Geist- 
lichen fragen y wer er sei? nennt er sich Berquin ; und als sie 
ihn Lutheraner schelten, antwortet er: 

Nenni, non, je suis cbrelien; 
je ne suis poiot sorboniste 
Holcotiste, ne bricotiste: 
j^ai toujours avec moy raison 
et DO use poiot de desraison 
ä personne. 

Ihren Vorwurf, dass er ein Ketzer sei, weist er mit dem 
Begehren ab: sie sollten ihm beweisen, dass er sich irre* 
Dann erklärt er bestimmt , dass der Glaube nur dann genesen 
könne, wenn Vernunft den mit allerlei Schmutz bedecktea 
Text 'der h« Schrift säubern werde, was auch alsobald 'ge- 
schieht« Darauf erhebt sich der Glaube gesund und kräftig 
wieder. 

Prof* jä» W. SiroheM in 9trMü1>urf(« 



♦) Wie Tiel Flöhe. 



A n f r a g^ e. 

Vorstehender Aufsatz veranlasst den Herausgeber, die an ihn 
vor einiger Zeit von auswärts gerichtete Anfrage zu veröfientli» 
eben, ob sich wohl in irgend einer öfTcntlichen Bibliothek das 
anonyme WcrJ^ von /. Calvin: 

Les actes de la Joumc^e Imperiale tenue en la cit^ de 
Regenspourg en 1541. sur les diiferens qui sont au<» 
jourd'hui dans la religion. s* L 1541 in 12. 

beflndet? — Engel (Biblioth. select. p. 2) und nach ihm Bauen 
(bibl. libror. rar. 1. 1« p. 4) bezeichnen das Buch als : opnscoium 
Calvini admodum ramm, paucissimis visnm. Eine kurze Be- 
schreibung des seltenen Buches wttrde sehr willkommen sein. 

Verleger : T. 0. fFeigel in Leipzig. Druck von C. P. Melzer. 




iitf^vift 

fOr 

ilMMfcelnvtaMiHdiaft, HandselirUteiikiinde nnd 

fitere Utteratan 

Im Yerelne mtt Bibliothekaren und Litteratiirfreunden 

heraaagegeben 

YOO 

JDr. Moheri Naum^ann. 



J\B 3. I/eipzig, den 15, Febroar 1840« 

HACHRIGHT 

Ton einer HandM^lurlft JT. ML VorMter's 

in der Kon. öffentlichen Bibliothek zn Stuttgart 

wBler den Handschriften der Kon. öffentlichen Bibliothek zu 
StQttgwt befindet sich (M SS. philolog. in 6. No. 35) ein noch 
pas unbekanntes Manuscript, unter dem Titel: 

Voeabnlaries of the Langoage spoken in tbe Isles of the 
Sooth-Sea & of the varions Dialects whieh have an 
Affinity to it with some Observations for the better 
Understanding of them eollected by John Iteinold 
ForsterF. B. 8. 1774« (187BII., wovon 48 unbeschrieben.) 

Diese Ton Kaufinann Remöl dahier vor mehreren Jahren 
uf dem Prager Trödehnarkt von einem Juden erkaufte und 
Tsr ein paar Jahren durch mich für die Kön. öffentliche Bi- 
Wsdiek enrorbene Handschrift trigt so Tiele innere Spuren 
ia Atebtk^tf irohin ansser dem Inhalte selbst kleine Ver^ 
iliite gegen die engttsdie Rechtschrift gehören , wie sie von 
daem Oeotsciien m erwarten sind, dem die englische Sprache 
{dilliger als die englische Schrift ist, dass ich an der Ab- 
teiBong des einen Tlieils derselben von Johann JReinhoid 
^mUr*$ eigener Hand durchaus nicht iweiile. Zum Ueber- 
IsM« habe ich Jedoch in HaUe nach irgend einem authentischen 

3 



a4 

Blatte Ton Försters Hand geBragt, und werde, wenn es mir 
gelingt ein solclies zu erhuten, von dem Ergebnisse der Yer- 
gleichung Nacliriclit geben. Der andere Theil dieser Hand- 
schrift ist von einem des Englischen unkundigen Abschreiber 
aus Forsters Concept copirt. Dass der zweiten Hand Försters 
Concept vorlag, erhellt fast mit Gewissheit aus der Art eini- 
ger Sclireibfeliler , z. B. appronok statt approach, indem ein 
anderes als gerade das Forster'sche approach kaum hätte zu 
diesem Schreibfehler Anlass geben Können. Ein FacsimUe 
der Forster'schen Flandsclirift, wie sie in dem ersten Theile 
vorkommt, würde nämlich alsbald zeigen, wie sein a dem n, 
sein c dem o und sein h dem k so auffallend ähnlich ist^ 
dass ein des Englischen unkundiger Abschreiber sehr leicht 
eins fiir das andere nehmen konnte. Diesen Schreibfehlern 
aber, die dem Werthe der Handschrift offenbar nichts be- 
nehmen, sondern vielmehr die Abschriften beinahe zum 
Werthe des Originals erheben, haben wir. es ohne Zweifel 
zu danken, dass die Forster'sche Handschrift bis zu uns 
herausgekommen ist; denn mehrere dieser SchreibfeUer sind 
mit Rotliel unterstrichen, und haben ohne Zweifel einen 
ersten Untersucher der Handschrift stutzig gemacht. Dass 
aber diese Abschrift unter Forsters eigener Aufsicht gemacht 
wurde, ob er sie gleich hintennach nicht genau durchsah, 
erhellt daraus, dass BL 73b. oder S. 147 Forsters eigene 
Hand die des Abschreibers wieder ablost. Bl. 74— -93 sind 
wieder von Forsters eigener Hand ; Bl. 101 — 119 leer ; BU 
120—155 vom Absclireiber ; 156—159 leer; 160 von Forster; 
161 — 175 leer; 176 und 177 wieder von Forster, und die 
letzten abermals leer. Das Buch ist also augenscheinlich zu 
Nachträgen angelegt, wie denn auch das vorletzte Blatt ein 
Exceq)t aus: ^y^^org Forster vom Brodbaum, 764. 4. 63* 
2. /T.^ enthält. Die hier folgende Abschrift der ersten und 
eines Theils der zweiten Section mag nun die gelehrte Welt 
über Gehalt und Inhalt dieser Handschrift vorläiäg ins Reine 
setzen. 

Section I. 

General Remarks upon the Compilation of the Vocabularies» 

1. When we came with the Resolution into the South-Sea 
and before that time at the Beginning of the year 1773« I 
thought it necessary to leam so much of the Language spoken 
in the Isles, as might be possible in my Circumstances , he* 
cause it was probable that we should spend a pari of the 
Winter between the Tropiks. Capt. Cook assiited me firat 
with a mscpt Vocabulary compiled in 1769. by the late Mr» 
Monkhouse Surgeon of the Endeavour, which I copied and 
aU the Words taken from thence I have marked with M. 



2» Tbla Vocabulary leemg (o be coUected very carefullj 
bom. good Authorities tnd the Auihor seems to ha?e UkeD 
Pains to expreas the Sounds of the Otahtitee Langiia^e as 
accormtely as eaa be done vith Englisch^) Letters. I haire 
hl some Measure adopted bis Orthography^ which I shall 
alafte below more at large« This Vocabiuary is the Groiind« 
vork of Biy CoUection and I compared it witli and joined to 
it all the words eontafaied in a Yocabiilary added to Mr. 
Bougunvillea Voyage« The tIcious Pronunciation ^^) of Ao- 
tooToo together with the French way of Spelling and the 
Utile TUne, this in^^enions Traveller spent at Otahaitee , make 
Udm Vocabalary less Taliiable. I haye marked the words taken 
from Mr. Bongainville with B. 

3L At the End of the Voyage of the Endeavour published 
in 1772. hl 4to. is an imperfect shoi't Yocabiilary which is 
cxcessiTely IQ speit and had many v^a inserted where none 
wcre irantedy I compared it with the rest and marked the 
Words nsed firom it with Y. 

4. Mr. baae Smith Mate of the Resolution commnnicated 
to Be kindly a short Yocabulary in Mspt. which was much 
of the Natore of that mentioned in Number 3. , its words 
are marked with S. 

5t. There was a Corporal of Marines on board the Beso- 
hitioa whose Name is Gibson, he was thought to speak the 
kngoage better than any Body eise on board the Ship. I 
obUined Crom him several Words, which I thought might be 
wantuig In the other Yocabularies, but I soon found, that he 
kiD§ illiterate and nnable to write or to read had forgotten 
mamj words , oihers he mistook and several he pronoimced 
WTon^ so that I got very little Service from bis informations, 
though I took nncommon pains» liVhatever he communicated 
Ss marked 6. 

ft. Wheo we came in August 1773. to Otahaitee and the 
8ociety*Isles, I have been indefatigable in Collecting new 
words and especially in getting the Names of Birds Fish 
Beptüs Insects Shells Plants &c. I soon saw my Catalogue 
sweUed to more then 200 Names but nothing contributed so 
much towards making my Collection really usefull and accii« 
late than the Information, I ^ got from a young Native of Bo- 
laiwIanamedMfthäine or Oe-diddee% who came from Uriadea 
with US , and with tliis Youth , who is a Relation of Opunee 
the great Chief o Bolabola I collated all the words of my 
CoIIections^ corrected their pronunciation, settled their true 

*) Eioer der kleinen Verttötse gegen die engliiche Rechtecfarift, 
IM welchen oben die Rede war. Anm, d. Eins, 

**} Im Original : Pronounttdation ; hier sind das zweite o und die 
cn(e Sjlbo ft gestrichen ; wieder der Deutsche, dem prononnce and 
■■■tias im Kopfe steckt 

3» 



86 

li^lfication and added an infinite niimber of worda to the 
whole. All Ulis I hare marked with F. 

7. My Collection was thiis sirelled biit was become less 
usefiiU on accoimt of the Confiision caused by so many Cor- 
rections and Additions. I copied therefore the wliole that 
if we a^ain come to these or other Islands I may be able 
bettre to arran^e the new Acquisitions of words, i schould 
happen to make; for these my Endeavotirs thoiig;h perhaps 
insignificant to all appearance ave however a very laborions 
work, and may one day or other become iisefull, if the Eii- 
ropeans especially should chuse*) to make Settlements in 
these Islands or at least to erect here a new Branch of 
Commerce. 

S e c t i n II. 

General Observations on Uie Langiiage of the Isles in the 
South-Sea its Dialects and Origin» 

!• By Castinng an Ey lipon the Words of this Collection 
it must be rery easy to a man nsed to Observation and En- 
qniry to remark that, this Langnage has a greater Niimber 
of Vowels than of Consonants, and I venture allmost to add 
than any other known langiiage. This Miiltitude of Vowels 
deprives the langiiage of all tliat Harshness linder which many 
European Langiiage laboiir, it makes it sound very soft and 
caiises to Europeans a difficnlty in leaming it becaiise the 
Transposition of a few Vowels, the Change of the Accent 
and the addition of an other Vowel intirely alter the signifi- 
cation of words and the little regard tliey have to Etymologj 
increases still more this difficiilty. 

2. The Vowels are of coiirse, as I have observed more 
varied in their pronunciation than in any other langiiage. It 
reqiiires therefore a nice ear a good deal of practice and an 
easy method in expressing these Sounds by proper letters in 
Order to catch the right Pronunciation and Accent and after 
all it will be found necessary to invent new signs for to ex-* 
press some peciiliar soiinds, especially as allmost every Eii« 
ropean nation has adopted a peciiliar method of pronoundng^ 
Vowels Diphtongs and Consonants totaly different from that 
of their next neighbours. If you want to become really in- 
telliglble you ought to lay down the nilcs how each letter 
ought to be pronounced. 

3« It has been generally observed that all the Nations 



*) ihoold war hier wieder wie gleich oben mit ach geichrieben, 
hier aber das c aoagestricben. chuse steht statt choose, wie oben bettre 
für better. Die folgenden Splitter der Art übergehen \vir, mit der Be- 
meri^ang, dass onsere Abschrift dorchaos getreu ist. 



99 

KoBg in warmer Climates have a good Many GuUnrals, which 
are sometimea duplicated; Ulis creates to soroe Eiiropeaiis 
a Bew difficolty Ua lemin^ th« trtie pronunciation of thia 
Laagua^e for it hag ceriainly several Gutturals and Aspira- 
lÜHis« The French aeldom pronoiin^e the h^ thoiigh it be 
sometiBies written ia their langiiage. Mr« Botigainville there- 
fore entirely omitted the h in his Vocabulary and never took 
mitice of any Gutturals. 

4. The Words of thia Langna^e never (that I know of) 
tenninate in a Consonant it is therefore obvious that such 
Vocababries, as produce many Words endingwith Consonants 
moat be fanlty and ean by no means depended lipon« 

5. This language as far aa l know wants aeveral Conao- 
nants fix c, g j* q* a. x« z« In general l never foiind a 
man in theae Islea, who could pronoiince with ease any Con- 
sonant that had the least sibUant soiind in its pronunciation« 

& Comparing the ])iibli8hed Vocabularies and those I col- 
leeted in the several Isles where the Resolution tonched at, 
1 found that npon tlie whole the langiiage is the same in all 
Ihcoe Sonih-Sea-Isles from Otahaitee to New Guinea and 
firofli thence to New Zeeland (New Holland exclnded) and 
that che difference consistes in the different pronunciation of 
the Vowels and Consonants ; so that these modes of pronoiin« 
eng form the Dialects of the same language There is a vast 
Nimiber of words the same in all these dialects and a great 
nany are only aomething altered, nor can it be denied that 
a great nnmber are or appear at least tu ns qnite different. 
fai Proportion as yon go from Isle to Isle you find a new 
pnoonclation and the change is gradual, biit if you pass a 
great many by and then stop at one, you find of course a 
great alteration , which however can be traced back to the 
nore diatant Isle« 

Hieran! folgt in den §§• 7 — 11 der Beweis, dass die Siid- 
aee-Inaeln von Asien und nicht ron Amerilca aus bevöUert 
worden, ans den Sprachen dieser Länder, und $• 12 eine 
Betrachtung der verschiedenen Dialekte der Sudsee-Sprachen« 
In der Bfitte des §.8 ßngt die Hand des Abschreibers an. 

Die Section HI« tragt die AufiMrhrift: 

Bulea which I foUowed in expressing tlie Sounds of thia 
Langoage , and' in pronouncing the Vowels & Consonants 
for to expresa their Sounds« 

Die Section IV: Elements of a Grammar for the Lan- 
gaage in the Sonth-Sea Isles in 10 §§• 

Sodann : Vocabulary of the Language spoken in the Islea 
af the South-Sea (1232 [nemlich Worter].) 

Hierauf folgt ein Vocabulary of the Language of the Isles 



9» 

in the SouUi-Sea as It is gpoken In Ute Isles of E&o6we y & 
Tongatabti or Middelbnrg & Amsterdam; 

Vocabnlary of the Langiiage of the Isles in the South-Sea 
as it is spokeii in New-Zeeland, worin mit dem Buchstaben 
F Forsters Handschrift die des Abschreibers ablöst; 

Vocabnlary of the Langusge spolcen in the Isle of 17f^ih6o 
or Easter-Island , ^anz von Forsters Hand; 

Words of the Langnage of the Patagonians £rom Pemetty. 
Hierauf Ewei Blatt mit Wörtern ohne Uebersdirifl;. Sodann, 
mit deutscher Ueberschrift und Wörter-Erltlärung, 
gleichfalls Ton Forsters eigener Hand: 

Eigene Namen (der Oberhäupter und anderer Personen 
auf Terschiedenen Inseln der Südsee , ebenfalls Ton Forsters 
Hand). Iflierauf von derselben: 

Uebersetzung aus dem 0-Tahaitischen (die Zahlwörter und 
drei und zwanzig verschiedene Sätze enthaltend). Auf diese 
folgt, mit bedeutendem weissem Zwischenraum, von der Hand 
des Abschreibers: 

Four different Vocabularies of four Different Langiiages 
spoken by People in the South-Seas viz. 1.) of the Isle of 
Tanna. 2.) of New Caledonia 3.) of Mallicollo 4.) of New- 
HoUand. copied in Octobr. 1774. (coUected: 1.) Aug. 5^^ - 
19^^ 1774; 2.) Sept. 5*«» - 12^*^ 1774. 3.) July 22^ 1774. 
4.) copied in July 1774. coUected in the Year 1^0.). 

Endlich, wieder von Forsters Hand: 
Aus Portlocks imd Dixons Reise um die Welt von J. R. Forster 
einige Wörter, und, nach langem weissem Zwischenräume: 

Benennungen des Brodbanms 
imd zuletzt noch auf einer eigenen Seite: 

Cook Tu te 

franz Etron 
Forster Matarra 

Da die Section I. die Geschichte der Entstehung dieses 
Manuscripts giebt, und was wir von Sect. 11. gaben, zur Be« 
Stimmung seines Werthes nöthig war, so wird diese Notiz^ 
wie wir hoffen, nicht zu weitläufig erftmden werden. 

Schliesslich noch die Bemerkung, dass die von /• J2. Förster 
im 5ten Bande von Cooks zweiter Reise gegebene verglei- 
chende Tafel der verschiedenen Sprachen der Siidsee-Inseb, 
welche nur 47 Wörter vergleicht, unserem Mannscript theih» 
zur Bestätigung, auch in einigen Wörtern zur Er^uiznng 
dient, theils von demselben eine sehr bedeutende Erweite- 
rung und zum TheU Verbesserung zu erwarten hätte. So 
viel von Forster, dessen Bemiiliungen in dieser Sache durch 
Alles, Was seit ihm dafür geschehen ist, noch immer nicht 
iiberfinssig geworden sind. 

Jltoser 9 

OberbibliotbekAr «nd Oberstadieorath in Stnttgatf. 



Heber xvsrel Dresdner Handiselirif ton 

da CnOTAimi BAMäJDltBO DBOU ABIBinn. 

Giootmm Sabadino degU ArknH Bolognesey der bekannte 
Verfasser der Seitanto novelle dette le Porrettane^ scheint 
nnter den fruchtbareren Schriftstellern seiner Zeit nicht die 
letzte Stelle eingenommen zu haben. Ausser den genannten 
Novellen hat er noch viele andere Schriften verfasst, wie aus 
FaiUwai Notiz, degli Scritt. fiologn. Tom. 1. Bologn. 1781. 
foL pp. 28i — ^299 ersehen werden iiann, obschon zu vermu- 
then ist, dass der fleissige Fantuzsi nicht einmal alle Werlte 
Sabadino's gekannt hat; denn dass wenigstens eine Schrift 
seiner Ailfinerksamkeit entgangen sei^ soll später gezeigt 
werden. 

Unter allen Schriften Sabadino's stehen die Porrettane 
oben an^ welche 1475 verfasst und 14S3 dem Drucke iibei^ 
geben, bald in zahlreichen Ausgaben wiederholt wurden; 
dessen ungeachtet gehört ein Exemplar dieser Porrettane in 
gegenwartiger Zeit fast zu den eigentlichen Seltenheiten, so 
dass selbst die königlich ausgestattete öffentliche Bibliothek 
zu Dresden eines solchen Exemplars zur Zeit noch erman« 
gelt. Weniger bekannt sind die übrieen Schriften Sabadino^s, 
welche meist in dem Zeiträume von 1475 an bis in die ersten 
Jahre des XYL Jahrhimderts entstanden sein mögen. Freilich 
hat auch keine andere Schrift als die Porretane den Yortheil 
des Druckes genossen; sondern alle ruhen noch, hierhin und 
dorthin zerstreuet, unter den Manuscriptenschätzen verschie- 
dener Bibliotheken, und warten ihrer Herausgeber, die da 
kommen sollen. — Und unter diesen Verhältnissen scheint 
es nicht unrathsam zu sein, die nähere Kenntniss jener Hand« 
sdiriften wenigstens sorgsam zu befördern: einen Beitrag 
hierzu sollen die nachstehenden Beschreibimgen der Historia 
di Piramo et Tube und Blogio d*I$abeUa liefern, Hand- 
schriften, von denen die erste der Prinzlichen Secimdogeni- 
turbiblioUiek zu Dresden , die andere der königL öffentlichen 
Bibliothek daselbst angehört. Und eben diese zweite Hand- 
schrift ist diejenige^ welche Fantuzzi nicht kennt« 

La hystorta di Piramo et Tisbe. 

Pergamentbaodschrift des XV— XVI. Jahrbooderts , deotlich und 
neu geschriebeo, 7| Zoll hoch und 5| Zoll breit, 30 Blätter 
mit 18 lioirten Zeilen auf der vollen Seite enthaltend. [MA. 
3353. Ldbd.] 

Gemalte und vergoldete Initialen. Die Vorderseite des 
ersten Blattes ist am oberen, linken und rechten Bande mit 
genudlen Tiüerv und Blumen-Arabesken verziert. Den unteren 



40 

Rand scltmiickt ein Gemälde , deisen Mittelpmikt das Wappen 
dea FÖTStenhaiises Este — einem Sprosalinge desselben, Her- 
cules, ist die Schrift gewidmet, — bildet« Drei Engel halten 
das Wappen. Zwei Pfauen, auf Bäumen sitzend, nehmen 
den Platz zur linken nnd rechten Seite ein« Unmittelbar 
unter der oberen Randarabeske befindet sich ein zweites Ge- 
mälde, welches den Hauptmoment der Erzählung darstellt« 
Man erblickt Pyramus mit dem Schwerdte durchstochen, zu 
Boden gestreckt, in der Rechten den blutigen Schleier, 
Thisbe stürzt sich wehklagend über den Leiclttiam des Ge- 
liebten in dasselbe Schwerdt, welches dem Pyramus zum 
Todeswerkzeuge gedient hat. Rechts von dieser Gnippe sieht 
man den Maulbeerbaum mit den rothen Beeren, und in dessen 
Nähe den Brunnen, aus welchem die Löwin ihren Durst 
stillt: daneben die Ilolile, in welcher sich Thisbe Terborgen 
hatte, und die vielleicht zugleich das Grabmal des Ninus 
vorstellen soll. Den Hintergnmd des Gemäldes bildet eine 
bergige Landschaft. Die Gemälde und Arabesken sind mit 
goldenen Randleisten luischlossen. Der Künstler aller dieser 
höchst zierlich ausgeführten Malereien hat sich selbst in dem 
Initialen H(aTendo) der Einleitung verewigt; auf einem in 
der Mitte dieses Initialen angebrachten Bande liest man die 
Worte: Mariinus minialor me fecü. 

Die Schrifl wird Bl. ] a mit folgenden ver^^oldeten Worten : 
Comtncia la huftoria di Piramo, et Tifbe di Babüonia 
AwMtnti ßdelijjimi : % gua/i per amore xon le tue mane aUa 
laro uäa miffbnßne, eröffnet. Unmittelbar hierauf beginnt 
die Einleitung: Havendo gia aickuna uoUa fra uoi audüo 
dire o excelente Madonne nonßa chi faecia! welche sich 
Bl. 3 a endigt. BL 3 b folgt die eigentliche hystoria, welche 
auf der bekannten, namentlich von (hid Metamorph. iV, 
55—166 ausfiihrlicli behandelten Fabel beruht. Pyramus und 
Thisbe lieben sich wider der Aeltem Willen : sie verabreden 
eine Zusammenkunft am Grabmale des Ninus, unfern einer 
Quelle. Thisbe kommt zuerst: sie erblickt eine Löwin und 
flieht in eine Höhle. Die Löwin erhascht den Schleier der 
I<liehenden und besudelt ihn mit Blute. Pyramus eilt herbei 
und findet -^ nicht die Geliebte, nur ilnren blutigen Schleier: 
er wähnt Thisbe gemordet nnd stürzt sich verzweifelnd in 
sein Schwerdt. Thisbe kehrt zurück und sieht Pyramus im 
Blute; sie übergibt sich dem Schwerdte als zweites Opfer. 
Seitdem trägt der Maulbeerbaiun ^ in dessen Schatten die Lie« 
benden starben, rothe Beeren. Anfang: De Babüonia Orten* 
täte Citta poientifftma di numero de huomini : et haben-- 
dante di richeze^ fondalricie effereßata Semiramif tutti 
glianti gut fcrintori hano teßificato. BL äOa Ende: et 
guanto piu gli fu poffibUe premendqfi sapra di guella oer 
nenne adabraciare il fuo morio Amante ia doue /noiio 



41 

•gni/ei^ per dulo ßtignendolo ii mario earpo iqfeia cou 
fierm wterte iulte ie amgoffe d$ qu^a rnffera ei dolenie 

vüa Fimii. ~ Bl. ;iOb Schluss- tind Weihschrift: Ad 

kentern Itt'fi dvmini domimi Hercula pre/ä fpkndidiffiame 
^en$if. Ego Johanne/ Subadinns de Argeniif BoHomae 
wrbie Jermtor fideli$ excellentiae fuae Aune libellum de^ 
Jcrifffi : liberalique animo hrgiity'fui : atque poientiorem 
omnibuM qua^o : qui diu eam in irunquilo : felidjftw^oqne 
/iaiu augeat : cui eonimue me commendo. Her eben er« 
wihDto Hercules ist Hercules 1. , Herzog Yon Ferrars, Moden« 
und Reg^o (1471— ia05) , Sohn des Marchese iSicolaus lU. 
von (Jsle: derselbe^ welchem der Verfasser seine Porretiaae 
gewidmet hatte« 

Sdiliesslich ist nicht unerwähnt lu lassen, das« diese 
Handschrift eines jener drei Originale zu sein scheint , von 
denen Orlandi Noli^. de^li Scritt. Bologn. Bologn. 1714. 8« 
p. 171 sagt: tiu^e ire Opere (cioi Ft/a, e Marie diAnna 
Siforza. Hietoria di Piramo e Tube; nella prima pagina 
ha belle miniainre^ e leleiiere, Martinm Miniaior fecii.) 
fbno mänofcrüte in pergamena, e originali^ e fouo preffo ü 
Doiiore Uirolamo Baruffaldi da Ferrara.i eine Vermii« 
thnng, welche zur ziemlich unnmstosslichen Gewissheit wird, 
sobald ~ man eine andre Nachricht über jene drei Originale 
bei Fantuzzi p. 287 : ma di prefenie per le ricerche da 
noifaiie dagK eredi non ß rürova piü che la Vüa di Anna 
Sforza, mit den auf dem Vorsetzblatte unserer Handschrift 
eingezeichneten Worten: Oirolamo Ban^aldi di Ferrara. 
in Verbindung bringt. Auf welchem Wege die Handschrift 
In die Prinzliche SecundogeniturbibliothelE gekommen sein 
mag 9 ist nicht Xiekannt» 

Elogio d^lsabella. 

Pergamenthandsehrifl des XV — XVI. JahrhnnderU , deutlich und 
gut geschrieben, lOf Zoll hoch und 74 Zoll breit, 107Blfltler 
mit 21 Zeilen auf der vollen Seite eotballend. [F. 134« Ldbd.] 

Gemalte und vergoldete Initialen , besonders reich verziert 
BL la Initiale S(e). Auch ist BL la mit ziemlich breiten 
Bandleisten umgeben , welche Blumen-Arabesken auf goldnem 
Grunde enthalten. Die Mitte [der unteren Randleiste ist mit 
dem Wappen der Königin IsabeUa, welcher Sabadino die 
Schrift gewidmet hat, geschmückt. 

Die Schnft wird BL 1 a mit der Dedication : Elyiabeth de 

Caßillia Hitpaniamm : et Grunatae Reginae Serenijffimae : 

Joannes Sabadinut de Arieniie Bononiefifii Saiuiem. er^ 

offacU Darauf beginnt die Einleitung Se mai et mio deßino : 

euero mc/s»aiione pudicißima Isabeiia de Hiepania Regina 



4» 

ferenüiima fne feliee: und schliesat BI. 3b: Del quäle 
Queiia opera Cum la gratia iua pudica liobel nominaremo. 
Die eig;entliche Schrift folgt. Anfang: Ifjfra l alirepromn" 
de trouamo Quella de kifpania emineutiffima Aegma: 
Come li Oeogrophi (sie) defcriueno effere poßa in lo ex- 
treme occidente dal Mare Gadiiano: Bl. 107 a Schlnss: 
Mala fua benigna menie : et charyta graude in »atiffor . 
ctione prenda la nofira fede : et deuotione alei ad glaria 
del summa Opifice aeternamente dedicata. — Fini$. — Die 
Sdirift enthält das Lob der Königin Isabella, Gemahlin Fei^ 
dinand des Katholischen von Spanien (1479--1304). Die ge- 
wöhnliche Angabe des Inhalts ist: Panegyr. Elitabethaey wel- 
che der oben gewälilten Aufschrift nicht widerspricht; denn 
die Namen Elisabeth und Isabella sind identisch, wie auch 
der Verfasser selbst sagt BL 10 a: et Excellentia ßa il nome 
de Eh/iobeth : che in hitpania lingua Isabel dolcemente Je 
dice diremo:» Dessen ungeachtet scheint es ratlisamer, den 
Namen isabella für die Aufschrift zu wählen. Vgl. noch 
BL 80b : et ad tua glaria per pudicicia in lectura ßdele 
del opera tua Isahella celebrata. BL 103 b: Isabella apera 
mia chara del feliee nome del alta nqftra Regina de 
Hispania naminata. i — Neues bietet die Sclirift selbst nicht« 
Nur ist zu erwähnen, dass der Verfasser von der gewöhn- 
lichen Angabe, dass Johanna die zweite und Maria die dritte 
Tochter Isabdla's sei, abweicht, indem er Isabella's fünf 
Kinder in folgender Reihe aufzählt: Isabella^ JaanneSy Ma- 
ria^ Jaannaj Catherina, und dabei ausdrücklich bemerlLt: 
prima j secundoj terza^ quarta^ quinta fructa del tua pu- 
dica venire. 

Br« JfvMue JPeishoUU In Uresdeii« 



BIBLIOTHEK 

des Anffastlnerklosters zu Dresden. 

Ob das Augustinerldoster zu Dresden eine Bibliothelc be- 
sessen und woraus dieselbe, wenn eine solche wirklich vor- 
handen war, bestanden habe, sind zwei Fragen, deren 
Lösung erst der neuesten Zeit geglückt ist« 

Die Dresdner Angustinermönche besassen eine zwar sehr ge- 
ringe, aber für die übrige Armuth des Klosters (?) dennoch 
ziemlich ansehnliche Bibliothek« Den Beleg hierzu liefert 
der neu entdeckte Bibliothekkatalog, den der Unterzeichnete 
unter dem Titel Gatalogns librorum in Coenobio Augustinia- 
norum Dresdens! asservatorum als Anhang zu seinem so eben 



s 



4» 

erschienenen CaUlogi Bibliotheeae secnndi generis Principalis 
Dresdensis Specimen primiim. Lipsiae^ Boelime. 1839. 6« 
(1 Bog«) bekannt gemacht hat« Das genannte Biicherrerzeich- 
nisB befindet sich in einer Handschrift der PrinzUchen Se- 
cnndogeniturbibliothek zu Dresden (Anton. 3072) — Kegtile 
eanctifTimi »nbtcti ttbbati5. Cod. MSS. in 24. SaecXV.— 
p. 23 — 25 von einer neuem Hand eingezeichnet , und fuhrt 
en Titel blbti ([sie) cenobii fereßöene: ^c regula 6ancti6lml 
aiigu0tin{ abbatie : Nach diesem Verzeichnisse bestand die 
Bibliothek aus 39 durchgängig theologischen Werken ^ wenn 
nicht vielleicht die Schriften, welche unter den Titeln epi5toIe: 
und Itbri biuexei aufgefiihrt sind, auch Nichttheologisches 
entliielten« Wohin alle diese Schriften gekommen sein mocen, 
lasst sich durchaus nicht sagen: nur von zweien derselben 
sind einige Spuren vorhanden. Diejenige Handschrift näm- 
lich^ ans welcher der Unterzeichnete den erwälinten Katalog 
entnommen hat, ist, wenn nicht alles trügt, mit der unter 
regule e. bmebicti abbfs (sie): angeführten Schrift identisch ; 
denn dass dieselbe wenigstens einem Dresdner Kloster ange« 
hSrt liabe, besagen die p. 5 am untersten Rande eingeschrie« 
benen Worte liber connucntue (sie) bteQbttiBi Eine ähn- 
liche Inschrift Ltber conventta Drefdenfti, empiui in IW* 
wmgien. Anno M^ CCCC^ 99. findet sich in einem zweiten, 
ebenfalls, wie Schoettgen (Notitia Bibliotheeae Scholae Dres- 
densis Cnicianae. Dresdae. 1743. 4. p. 3) und Bbert (6e- 
sdiidite und Beschreibung der Dresdner Bibliotliek. Leipzig. 
1622. 6. p. 13) vermuthen, dem Augustinerkloster friiher an« 
gehorigen Buche, welches in die Bibliothek der Dresdner 
Kreuzschnle übergegangen sein solL Der Unterzeichnete be- 
dauert, den Titd dieses Buches, welchen Schoettgen und 
Bberi seltsamer Weise nicht nennen , ebenfalls nicht angeben, 
noch iiberhaupt sagen zu können, ob das gemeinte Buch sich 
jetzt noch in der Kreuzschulbibliothek befindet, da Henr 
Bector Orobel die Einsicht des Bibliothekkataloges nur in 
seiner Behausung gestatten wollte, der Unterzeichnete aber 
bis jetzt nicht im Stande war, von diesem Anerbieten 6e- 
brandi zu machen« 

Dr. ^uUu9 JPeiighoUU in BrendeB« 



Tmfwt 



1) De Donati minoris fragmeoto Balis noper reperto ex- 
corsns. Scripsit Carolus Oustavua Scl^wetachke. 

Halis in libraria Gebaiieria MDCCCXXXIX. 14 S. ^. 4. 

Diese kleine Schrift ^ welclie der Verfasser , Besitzer der 
Gebauersclien Buclidriiclcerei , dem Andenlien des festlidien 
Tages widmete, an welchem die Buchhandlung Schwetschlwe 
u. Sohn den Jahrestag ihres hundertjährigen Bestehens, der 
seitdem verstorbene würdige Chef des Hauses die Semisecu- 
larfeier seiner buchhändlerischen Wirltsamkeit beging und der 
Bruder des Verf» und jetzige Chef der Handlung Ferdinand 
Schwetaehke grade 25 Jalire in der Handlung gearbeitet hatte, 
behandelt eine für die Geschichte der Buchdruckerkunst nicht 
unwichtige Frage« Unter ' den verschiedenen Klassen xylo- 
graphischer Bücher nehmen bekanntlich die Elementarbucher 
txir den Unterricht in der lateinischen Sprache einen vorzüg- 
lichen Platz ein und unter ihnen war der sogenannte Donat 
in Fragen und Antworten das am meisten verbreitete. Vgl« 
die vom Verf. iibersehene Geschichte der Xylographie von 
Solzmann in Baumer^M historischem Taschenbuche Viif. S. 523. 
[Dieser unterscheidet bekanntlich zwei Familien dieser xylo- 
graphischen Drucke, eine alte holländische, deren Erstlinge 
älter als 1462 sind und die überhaupt zwischen 1450 — 1470 
zu setzen ist, und eine andere der Ofßcin Albrechi Pfisters 
in Bamberg angehorige. Zu ersterer gehört das Halle'sclie 
Fragment, dessen Ganzes nach der Analogie anderer Aus- 
gaben etwa 16 Blätter begriffen haben mag.] Hauptsächlich 
m Holland war dieses übrigens seinem Inhalte nach ganz 
werthlose Büchelchen in Holztafeln gesclmitten worden imd 
die etwanigen Bruchstücke solcher Drucke haben von jeher 
die Aufmerksamkeit der Bibliographen in Anspruch genommen, 
wie denn auch gegenwärtig der Stadtbibliothekar Külb in 
Mainz, der mehrere Donatfragmente aufgefunden hat, sich 
mit einem besonderen Werke über die bis jetzt aufgefundenen 
Donate beschäftigt. Der Verf. fand auf der hiesigen Marien- 
hiidiothek in dem innem Deckel eines alten Einbandes zwei 
Pergament -Blätter Idetn Quart, die in ihrem Aenssem mit 
den sieben und zwanzigzeiligen Donaten in Paris (vgl. van 
Praet T. IV. p. 5) und Trier (s. Sehaab's Geschichte I« 
S. 205. Weiter'B Geschichte S. 435) vollkommen überein- 
stimmen, in ihrem Inhalte aber wesentlich abweichen. Daher 
ist es sehr verdienstlich, dass Hr. Schw, durch genaue Be- 
schreibung und sorgfältigen Abdruck des Inhaltes die Auf- 
merksamkeit der Bibliographen auf diesen Gegenstand von 
Neuem gelenkt hat« Hätte er nur das gefundene Bruchstück 



45 

lithogrtphireii lassen, du warde den Werth des insserÜGh 
sehr gut ansgestatteten Büchelchens um vieles erhöht haben. 
Da der Verf« p. 7 sehr schMtsbare litterar -historische Mit- 
theilungen über die Marienbibliothek giebt, so will Ref. bei- 
läufig einen Irrthnm berichtigen, der sich in dem sonst aus« 
geseiehneten Artikel fiber Bibliotheken in der Ersch- und 
Gruberschen Encyclopadie findet. Sie sei, heisst es dort, 
hanptsachlich aus Mosterbibliotheken gebildet worden. Nun 
hat swar ilir erster Begründer SebaHian Bo§Uub allerdings 
^nige Bücher aus eingegangenen Klosterbibliotheken iiisam- 
mengebracht , ihren hauptsächlichsten Bestandtheil aber macht 
die Tom Rath erkaufte Distelmeyerische Bibliothek ans; später 
sind rerschiedene Vermächtnisse hinzugekommen. Uel>rigens 
hat der Verf. obiger Schrift ansufiihren vergessen ^ dass 
Vffembach Im ersten Theile seiner Reisen S. XU auch über 
die Marienbibliothek gesprochen hat. 

3) C B. Chr. Schneidert descriptio codicis vetastissimi 
in biblioüieca academica as8er?ati cum precaüonibas 
qaiboadam ex eo editis. Vratislavlae 1839. 4. 

Es ist der Yorbericht zu dem Verzeichnisse der im Win- 
teihalbjahre 19{} auf der Universität Breslau zu haltenden 
Vorlesungen, abgefasst von dem durch seine gründlichen und 
gelehrten Arbeiten über Plato und Caesar rühmlichst be- 
kannten Philologen Schneider. Hr. Professor Hersehel^ durch 
litterar. historische Arbeiten über die Aerzte Schlesiens als 
tüchtiger Forscher bekannt, hat zur Fortsetzung dieser Un- 
tersuchungen die zahlreichen medicinischen Handschriften der 
Breslauer .Universitätsbibliothek (wohin sie ans den Kloster- 
bibliotheken Schlesiens gekommen sind) durchgearbeitet und 
nnter ihnen auch die Pergament^Haadschrift gefunden, welche 
Prof! Schneider auf vier Seiten des vorliegenden Index be- 
sdireibt. Sie soll aus dem IX. Jahrhundert sein und enthält 
anf 110 Blättern ausser kleineren auf die Heilkräfte der Pflan- 
zen sich beziehenden Schriftchen den apokryphischen Brief 
des Hippokrates an Maecenas, den Brief des Antonius Musa 
an Agiippa de herba Vettonica, vollständiger als In Aeker- 
mannte Ausgabe, ausserdem mehrere Beschwörungsformeln, 
deren zwei Hr. Sehn, mittheilt und die erstere nebst dem 
Anlange der zweiten sogar sehr scharfsinnig in jambische 
Trimeter, ans denen sie nrspriinglich bestanden haben muss, 
zorücksetzt. Ueber das Alter dieser Formeln hat sich 
der Verf. des Progr. nicht ansgesprodien , dem RefL scheinen 
sie ziemlich alt zu sein und etwa dem III. Jahrhundert anzu- 
gehören. Der Codex enthält aber auch noch Appulejns de 
heriianim virtutibns und Sextus Placitns de medicamentis ex 
animalibosy gleichfalls abweichend von den bereits vorhandenen 



46 

Texten. Entere» Ist ein Auszug aus den librl medielnales 
des wahren Appidejiis und wird gewolinlich in das spätere 
Mittelalter versetzt; wäre jedoch die obige Annahme über das 
Alter der Breslauer Handschrift begründet, woran zu zweifeln 
gar kein Grund vorhanden ist» so würde jene Ansicht sehr 
erschüttert imd eine viel frühere Entstehungszeit der Schrift 
angenommen werden müssen« 

3) Yerzeicbniss der orientalisclien Handscliriften der Uni« 
versitäts-Bibliothek zn Tubingen ^ womit zur akademi« 
sehen Feier des Gebnrts-Festes Sr. Majestät des KSnfgn 
Wilhelm von Würtemberg am 27. Sept. 1839 ergebenst 
einladen Rector und academischer Senat der Universität 
Tübhigen. 32 S. in 4. 

Verfasser dieser Gelegenheitsschrift ist der Professor der 
orientalischen Sprachen und Litteratur D. H. Ewald. Die 
Zahl der verzeichneten imd sehr genau besdiriebenen Hand- 
schriften beläuft sich auf 42 , von denen 4 der Hebräischen 
und Aramäischen , 12 der Arabischen , 7 der Persischen ,11 
der Indischen und 8 der Türkisclien lud Tatarischen Sprache 
angeboren. Von besonderer Wichtigkeit scheinen die Sans- 
krit-Werke in Bengalischer Schrift enthaltenden Handschriften 
zu sein, welche die Universität der preis würdigen Liberalität 
eines gebornen Würtembergers, des Missionar und Presbyter 
der anglicanischen Kirclie Dr« J. Häberlin verdankt. Ref.^ 
dem diese Studien fremd sind, begnügt sich die Freunde 
orientalischer Litteratur auf diese Schrift aufmerksam gemacht 
zu haben, da unzählige academische Schriften das leidige 
Schicksal haben unbeaditet zu bleiben trotz der Berühmtheit 
ihrer Verfasser imd der Wichtigkeit ihres Inhalts* 

(Wird fortgesetzt.) 

Dr. Wm u€. Mckwiein in Halle. 



lieber die ACnPA LUTHBRORUU 

auf der Stadtbibliothek zu Leipzig. 

Es ist schon in der ersten Numer dieser Zeitschrift S« 13 
in der Anmerkung erwähnt worden , dass idie Leipziger Stadt^ 
bibliothek die glücUiche Erbin der Bibliothek des am 13. Fe* 
bruar 1839 verstorbenen Oberhofgerichtsrathes etc. Dr.Hemrich 
Blümner [sein Nekrolog findet sich in der Allgem. Literatur- 
Zeitung 1S39. Intelligenzblatt S. 226—230] geworden ist. 
Nur diejenigen Bücher , welche für die Stadtbibliothek Dou« 



41 

blelien gewesen wfiren^ so wie dle^ welche die Tenrandten 
Erben testamentarisch für sich ziiriid^behielten^ waren von 
jener werthvollen Erbschaft ausgenommen. Was der einst 
▼on dem Testator als Vorsteher mit vieler Vorliebe gepflegten 
Stadtbibliothelc zufiel, beläuft sich auf circa 8000 Bande und 
gehört Torzogsweise der altklassischen, deutschen, englischen^ 
franzosischen und italiänischen schonen Litteratur an; Tor- 
zuglich reich ist diese von ilirem klassisch gebildeten ehema- 
ligen Besitaer mit dem besten Geschmack und verstandiger 
Auswahl zusammengebrachte Sammlung an dramatischen und 
dramaturgischen Werken der hierin ausgezeichneteren Natio« 
nen« Was das juridische Fadb betrifft, so ist diess am 
reichsten im Criminalrechte , welches früher das Lieblings« 
Studium des Erblassers gewesen war. — Doch es ist nicht 
der Zweck dieses Aufsatzes, die ^/fimner'sche BiblioÜiek zu 
beschreiben oder zu charakterisiren« Referent wird diess erst 
dann einmal thun , wenn diese vor vier Monaten an die Stadt- 
bibliothek übergebene Sammlung vollständig eingereiht sein, 
er selbst aber durch diese ihn gegenwärtig beschäftigende 
Arbeit eine noch genauere Kenntniss derselben erlangt haben 
wird« Sein nächster Zweck ist hier vielmehr, Kunde von 
einer in einem Bande vereinigten Sammlimg wichtiger Acten 
nnd Documente aller Art aus der Familie D* Mariin Luiherä 
sn geben, welche durch die Bliimner'sche Erbschaft in die 
Stadtbiblioihek gekommen sind. Nun sind diese Stücke zwar 
bei weitem dem grossten Theile nach in Dav, Richter^s Ge« 
nealogia Lntherorum (Berlin u. Leipz. 1733. 8.) gedruckt; 
es durfte indess für Manchen von Interesse sein, zu erfahren, 
dass die Originale sich auf unserer Bibliothek befinden. In 
wessen Besitz diese Acta Lntherorum früher gewesen, ersieht 
man ans Rtchter's Vorrede zu seinem eben angefulurten Werke. 
Wie Blumner in deren Besitz gekommen, ist dem Referenten 
nni»ekannt« Die einzelnen Stücke jener Sammlung sind fol« 
gende: 

[foL 1.] Antiqua Lutherorum insignia, bimt gemahlt. 
[foL 2.J Churfürst Johann Friedrichs Gnaden -Bri<^ 
worin Luthers „aldenn Diener Wolffen genannt ^^ die beiden 
liehen Omniiun Sanctorum, und Corporis Christi von der 
Sciilosskapelle zu Colditz verliehen werden. Weymar am 
Sonnabentt nach Purificationis Marie, lä35. — Abgedruckt 
in Richter's Genealogia Lutheromm S. 3Sl-< 83. 

3^ [foL 3.] Zwei Indidgenzbriefe auf Pergament von dem 
Hagdeburger und Mainzer Erzbischof, Churfürst etc« Albert 
von Brandenburg; der gut erhaltene erste von 1510...; von 
dem zweiten fragmentarischen ist die Jahreszahl abgesclinitten« 

4} [fol. 4. 5.J Ein Schreiben Hans Fridrichs, Herzogs zu 
Sachsen, aus Eisenach, Mittwoch nach Marien Himmelfahrt« 
1524. 



5) [Zwischen foL 5 n. 6.] Oedruekt: i) Eyn bett buch- 
lin» Der tzehen gepott« cet* D« Man Luther* Gedruckt zu 
ÜVittemberg 1522« Warum dless Gebetbuchlein hier einge- 
heftet sei, ist Referenten nicht klar. Vielleicht war es das 
Handexemplar von Luther« b) Ein Fragment eines Ablass- 
briefes auf Pergament; d<em Inhalte nach, so weit er erkenn- 
bar ist, konnte es ein TetzePachtr sein. 

6) [foL 7.] Herzog Georgs Geleitsbrief für Luther sur 
Reise nach Worms« „Geben su Wurms — am achten Tag 
des Monats Marcii anno dom« 1521/^ Mit vollkommen gut 
erhaltenem Siegel« Abgedr« in Richters Gen. Lutfa. p« 170 fgd« 
Vgl. Luthers Werke (Altenb.) T. L p. 653. Hofmanns Re- 
formationshistorie der Stadt Leipzig, p. 155. 

7) [fol. 8.] Georgs , Markgrafs von Brandenburg Brief an 
Luther wegen des Freiberger Monchkalbes. Prag am Mon- 
tag nach Circumcisionis domini anno 1521« Die scandalöse 
Sache selbst Ist von Richter L 1. S« 206—216 mit seiner 
gewöhnlichen breiten Manier auseinandergesetzt und der Bri^ 
S« 216 — 19 abgedruckt worden« 

8) [fol« 9.] Johann Friedrichs, Chnrf« zu Sachsen, Con« 
firmation de» Testamentes von Martin Luther, gegeb« Wit* 
tenberg Suntags Judica Anno dom« 1546« Auf Pergament, mit 
des Churfursten eigenhändiger Unterschrift und wohl erhal- 
tenem Siegel« Abgedruckt in Luthers WW« (Altenb« Ausg.) 
Th. VIU. S. 847, besser und vollständiger bei Richter a« O« 
S. 875— S77. 

9) [fol. 10 u« 11.] Kaufbrief über Brimo Brawers Haus am 
Wittenberg, an Martin Luther verkauft Mittwoch nach Jo« 
hannis Baptistae 1541« Vgl« Richter a« O. S. 407-410. 

10) [foL 12—14.] In Abschrift : Philipsenn Lanndtgraven 
czw Hessenn schrelbenn. An die Rom« Key. Maj« des Innte-» 
rims , vnnd seiner Erledigimg halben , Heilbrunn , d« 22« Juni i 
1548« 

11) [fol« 15.] In Abschrift: Des Romischenn Königs Fer- 
dinandi (1.) Schriefft, Ann den Herrn Doctorem Martinum 
Luthenim etc. Inspnick, d. 1. Febr. 1537. — Es ist diess 
der bekannte Brief, in welchem sich Ferdinand I. für die 
Reformation Luthers so günstig ausspricht« 

12) [fol. 17—20.] Erbvertrag Ton Martin Luthers nachge- 
lassenen Kindern, vom 5. April 1554, unterschrieben und 
besiegelt von Johannes Schneideweynn, Philippns Melanthon, 
Jacob Lntter und Ambros« Reiter« Abgedruckt bei Richter a« 
O« S. 398-402« 

(Fortsetzung folgt) 



Verleger : T. 0. fVeigel in Leipzig. Druck von C. P. MtUer. 




fs s: n A p K 11 91. 

tiif^tiff 

far 

MbDoflieMsseiiscIiaftf Handsciulfleidnmde nnd 

ältere Utteratnr. 

Im Yereine mit Bibliothekaren und Litteratorfireunden 

heraasgegeben 



Ton 



Hr. Hoberi Nautnann, 



J\S 4. Leipzig, den »O. Febmar 1840. 



Alte ManiiscrlpteiilEafalose. 

I. 

Katalog derDombibliotbek 2a Coostanz vom Jahre 1343.*) 

In ChrUU nomine amen. Hie infra deferibitur Thefaunis» roi.Cod. t, 
et» «mamenta« Ecdefie Conftandenfia. 

Ststntmn per Ciiilodes Theiauri et Omtmentomm Ecdeiie 
Crafiandenfis obfeniandom. 

In nomine domini amen. Nos prepofitiis. decanus* totom^ 
qae Capituliim Eccleiie Conihntieniig. Attendentes et ex 
«almo confiderantes honorem et Ecdefie noilre predicte^ ciii 
selo deuodonis aftringimur, decorem et laiidem. dellberacione 
prehahita. concorditer ilatiiimiis et prefentibus difflnimiis. Yt 
Caftos y uel eciam fubcuiloa Ecdefie Conilancienfis. Aiit alins 
qnicimqoe« ciii Thefaanis Ecdefie noftre decetero per Capi- 
Inlnm conmüTua fiierit. ante omnia. lurare teneatnr. dictum 
Ecdefie Thefaorum« fine dolo et fraude fideliter conferaare* 



^ Diefen Katalog bat der Herr Geb^Rath Joseph von Lastberg in 
Ibenbnrg um ConstanzerSee aat efiner ihm gebörigen Papierbandicorift 
aaf die Bitte ead Vermittelang des Herrn Hofratb ond Prof. Dr. Uänel 
ia Leipaig gotigtt mügetfaeilt. -^ Debogena vgL Mone's Anaetger, IfiäS, 
a* 417. Jnm. d. Red, 



> 
- . - - . - j^ - « 

et cum diligencia deblta ciiilodire« Et quod alias bona fide. 
non tarnen aihictus iuramento, fin^ulni nicibus, cnm eum 
libriim, omamentiun) uelrem^allam qnamcnnaiiey de dicto 
eccleiie Thefauro, cniqde domiaoriim de capitiilo. nel etiam 
extraneOy miituare, concedere, iiel preflare contingat« qnod 
extunc id ipfiim fideliter iuxta rei geile ordinem in libro ubi 
ThefaiiniB dicte Ecclefiae defcriptiis eife reperitur. per fe iiel 
per aliunu defcribi ia^iat* Et nichflominiM memoriale ab eo 
nel hiis competens iiel conpetentia teclpiat« ciii nel quibiis 
dictas res mutuari , qoncedi iiel preftari C9ntigerit. et ea fide- 
liter in facrario dicte Eccleiie conferuanda reponat» 

Fol. Cod. a Hie infra annotantnr Libri veteris teftamenti Ecclefie 
Conftancienfis. 

Et pr^o Über Biblie« de noim litera «Gracili. in quo con- 
tinentur omnes libri noni et ueteris teftamenti. 

Item, eft ibi Über. Geneiis Glofatus. in vno uolumine. 

Item. Exodus« Glofatus. de antiqua litera« 

Item. Leuilicus. Glofatus. 

Item. Liber numerorum. Glofatus. 

Item. Deutheromium« Hü Amt« v. libri Moyfi« omnes glo- 
fati. in fingula uolumina diftincti. 

Item eft ibi. Glofa fuper exodum et leuiticum. in uno 
uolumine de litera antiqua. 

Item, eft ibi. liber Jofne et Judicum^ in vno uolumine« 
Glofatum. 

Item, liber Ruth ciun libris regum. glofTatum. in vno uo- 
lumine. 

Item, vj libri Biblie. in Tno uolumine de litera multimi^ 
antiqua. 

item, eft ibi liber Biblie ab Ecclefiaften. ufqiie ad Neomiam 
de litera antiqua. * 

Item, alia Biblia. de antiqua litera Minuta. 

Item, prima pars Biblie. uique in finem Ubri Judicum cum 
pfalterio et xjj prophetis in uno uolumine de litera antiqua. ' 

Item. \jj. libri Biblie de litera antiqua in tuo uolumine. ' 

Item, eft ibi liber Biblie. de litera antiqua in magno uo- 
lumine. 

Item, eft ibi liber exponens diuersa uocabula Biblie. de 
litera antiqua« 

Item, eft ibi pfalterium glofatum in tribus uoluminibus de 
litera bona recenti &pulcra. ad modum mddemonim. 

Item, aliud pfalterium glofatum in Tno uolumine. 

Item. aUud pfalterium glofatum. in vno uolumine. 

Item, eft ibi pfalterium. cui annexum eft vnum Antipho«. 
narinm. fecnndum morem Amlnrofiane Ecde&e. 

Item, eft ibi glofatum pfalterium. de litera parua. in uoIim' 



51 

mtae pamo de litera parua fiae tflaribiis« et uidetar qnod non 
fii ibi toU« fed pars. 

Item. eA ibi über intitulatiis« Incipit prolofus beati Jero« 
nimi« in pfalterium iuxU liebreo« de litera antiqiia« 

Itenu eft ibi pars pfalteriL GlofaU a primo pialmo iiaqne 
ad pfalmiiin* dominus regnauit« 

Item« eSt ibi Glofa pfalterii. de litera antioiia« 

Item. foDt ibi moralia Gregorii« fiiper lob de litera antiqua. 

Item« eft ibi Glofa beati Jeronimi fnper pfalterium, de 
Utera aotiqua. 

Item, eft ibi explanatio Jerooimi foper Yfaiam de Utera 
antiqna. 

hem« eft ibL lilier Regum« in mo uolnmine cim bouo 
teflamento. de litera antiqua. 

Item, eft ibL Über Thobie. Glofatns. 

Item, eft ibi liber Salomonis. cum Cantlds Canticonim« 

Item, eft ibi liber uenerabilis Bede prel^iteri fuperlibrum roLCod.4. 
Salomonis qui dicitur prouerbia. 

Item, funt ibi expofitiones Benedictionnm Jacob, et ex- 
cerpta diuerforum poetanim Katholieomm. et Vita fancti Lini 
metrica. in uno uolumine pariio. fine afceribus. 

Item, funt ibi libri Regum. de modiocri uolumine et litera 
antlqoa. 

Item, eft ibi liber panios expcfitinus uocabulorum Biblie. 
de literm antiqna. 

Item« eft ibi exposMo Bede prespiteri in parabolis fala- 
monis. 

liem. eft ibi tercia pars moraUum lob. de litera antiqua 
fccenti tarnen adhuc. 

Itenu eft ibi ezpofitio. fuper Ezechtelem. de litera antiqua. 

Item, eft ibi expofitio Gregorij fuper Esechielem. 

Item, eft ibi liber Omeliarum beati Gregorij in extrema 
parte £xechieli§. de litera antiqua. 

Item, eft ibi liber« intitulatus.- Excerptum cuiusdam fiu- 
dio& de explanadone Jeronimi in Ifayam propbetam. 

Item, eft ibi fecunda pars Greforii fnper Esechielem. 

Item, jiajas. cum Glofa Jeronimi et aguftini. de litera 
antiqoa. ^: 

item, traclatns Aurelii Aguftini. de pfaimo quinquageimo 
primo. cum fequentibus de litera antiqua. 

Item, abreniatio. expofitionis beati agustini fuper pfalte- 
linm. de litera antiqna. 

Item, funt ibi Moralia Gregorii. fuper lob. in nno uolumine. 

Item. Bxp<^io Jeronimi fnper nenthateacum. 

Item. . eft ibL qnarta pars, moraliom Gregorii fuper lob. 

ItesB. eft ibi liber. Jeremie glofatns. 

Item, liber qj proph^arura. 

Item. Liber fianielis. Glofatus. 

4* 



5» 

Item* ibi liber intltidatas. Libcr Lanedu magni Hatnfulaiii 
de ftatu animartim poft mortem. 

Item, eft ibi liber. qiii intitulatmr Enchiridlon betti Agiw 
fiiof. Cum Omeliis occurrentibiis fingullB diebus per toUm 
qiiadragefimam. in tdo uolumine* 

Füi. cod.& Hic iofra annotantnr Libii Bone Legis. 

Et primo EwaDgeliiim. Johannis glofatmn. in paruo uolumine. 
Item^eft ibi. ExpositioAguiUni. faper Johannem. de litera antiqiia* 
Item, eft ibi. Comentum« Jeronimi fuper Mathenm et 
Marcum Ewangelülas. 

Item, eft ibi textns. qnatuor Ewangelistanim. de litera 
antiqua et funt duo nolumina. 

Item, eft ibi aliua textus qnatuor Ewangeliomm in uno 
nolumine. de litera antiqua. 

Item, eft ibi adhuc äius textus. .quatuor Ewangelionim de 
litera recenti. et bona in uolumine mediocri. 

Item, funt ibi Epiftole pauli Glofate. 

Item* Epiftole pauli. Glofate. 

Item. Epiftole pauli. Glofate. 

Item. Epüble pauli. in antiquo rolumine. quaii netuftate 
confumpto. 

Item. Epiftole canonice. et actus iqpoftolonim cum glofia 
in uno uolumine. 

Item, epiftole pauli omnea. preterqnam ad hebreoa. cum 
comento Jeronimi. 

Item, Expofitio Bede fuper Apochalipfim. & fuper actus 
apoftolorum de litera antiqua. 

Item. Epiftole pauli et actus apoftolonun et apochaHpüs 
in uno uolumine. de litera antiqua. 

Item, eft ibi Glofa. Afuftini fuper quedan^ nerba excerpta 
de facris euangeliis. 

Item, eft ibi Agiiftinus de ecdefiaiUds dogmatibus cum 
expofitionibus quorundam nocabulorum de Biblla. 

Item, eft ibi. Vitas patrum. de litera antiqua. 

Item, iuntibiqueftiones beati Aguatini.numero Octaginta due. 

Fol. Cod. 6. Hic infra annotantnr diaerfe facre Theologie Libri. 

Ecclefie GonftancienÜB. 

Item, eft ibi fcolaftica de litera antiqua. 

Item, fcolaftica de litera noua. 

Item. Compilacio antiquarum fummanim. Magiftri Roberti. 

Item, liber fummanim Comitis. de litera antiqua. 

Item. Omelie. Orienis fuper penthateucnm. de litera antiqua« 

Item, eft ibi paffionale fanctomm a kalendis Januarii ufque 
ad kalendas Juni]. 



53 

Item. pafBonile martimm procelfi et Hartiniani et alionim 
quornndam fanctoriim in tdo uoliimine« de litera antiqua. 

Item. Liber dementia, qiii dicitiir Itinerarium. 
Item« hiilorla tripartita« de litera antiqua« 

Item« decretalea epülole« originale!^« multum antiqne« 

Item« liber nominum qiionradam locorum« dicta fanctorum 
Canonea Apoftolorum« et concilionim qiiorundam romanonim 
pontlficnm« in nno uolumine« 

Item« liber hiftoriamm philippicarum« et totina miindi ori- 
gines« et terre fitua. de litera antiqua« 

Item« Liber Johannis qni uocatinr oa aiirenm. 

Item. Almarina de diuinia officii8«.de litera antiqua« 

Item« Canonea ecdeiiaiUci« et decreta romanonim pontifi- "^ 
com« de litera antiqua« 

Item« Thitua liniua de geiUs romanonmi ponüficum« de 
litera antiqna« 

Item« liber fommanim petri Lonbardi« 

Item« Rationale dioinornm Officiormn« de noua litera bona« 

Item« liber ex regülro beati Gregorii« in ma^o iioliunine. 

Item« Glofa tancredi fuper decretalea et libeUimi tancredi« 

notabilia quedam fuper decretalea« totum in vno uolumine« 

Item. Negociua de re militari« et Geftia romanonim impe» 
ntorom« ab Angufto ufque ad Theodofinm« 

Item« eft ibi liber« qid intitiilatur Burdiardua per qoendam 
Bpifcopiim Wormatenfen compofitua de fynodalibua preceptia 
et llmtntia fanctorum patrnm« et ftmt libri uiginti numero^in 
mo nolnmine. de litera anüqua. 

Item« eft ibi liber Omelianim per circulnm tocius anni et 
Imit dno uolnmina magna de litera multum antiqua« 

Item, eft ibi conmentum Jeronimi fuper mathiam. 

Item« eft ibi liber Ag^iflini de uita facerdotiim« 

Item« eft ibi liber Omeliarum fiue fermonnm beati Agnfiini« 

Item« eft ibi liber de uitaWillibrordi Archiepiacopi traiactenfia. 

Item« eft ibi liber de Geftia qnatuor concilionim cum ex* Foi.Cod.7. 
pc&tione libri regiim« in vno uolumine. 

Item« eft ibi liber paruua« Omeliarum fiue legendarum 
per drcoliim anni de litera antiqua recenti tarnen adbuc« 

Item, eft ibi liber geftorum Alexandri magni primi regia 
Grecorum. 

Item, eft ibi Über Jeronimi in Apochalipfin. 

Item, eft ibi liber actuum Apoftolorum« cum feptem Epi- 
Itolia Canonida et pauB« de litera antiqua adhuc recenti« 

Item, eft ibi liber intitulatns« Expoiitio quamndam pro* 
p«fitloniim Ex Epiftola paiili ad Romanoa fancd AguiUni Epifcopi« 

Item, eft ibi liber. de Regulia Ecdefiafticia fanctomm 
apoftidomm et maxime dementia, de litera antiqua» 

Item« eft ibi liber intitidatua indpiunt leccionea ad fingu« 
loa cmrfua« de Adnentu domini« 



A4 

Item* efi ibi über, quidasi* de uita fsnctonnn« Erntator. 
Epifcopi Aquilienfis 
HlUrij. 

Yort^^*ii \ Onui^u™ In ^^^ uoliiniine paruo de 

Grif^^^ni! ( "*^^* *""«"*• 

Viti. 

Et Senonis 

Item, fiint ibi quinque libri hiftorie Eocieiiafiice in nno 
uolumine et deficinnt fex« 

Item» eil ibi liber paniiis de uita fanctonun patnim. 
Columbani ( ai^v a 
GaUi & Lucü \ Abbatum. 

Item, elt ibi liber de decem Cordis« 

Item* de Bono Vir^itatis« 

Item« de illo iierbo. quid faciam ut uitam &c« 

Item, de illo uerbo. fi peccauerit in te firater tiuis« 

Item, eft ibi liber Gregorii. fuper Esechielem. de literaantiqua. 

Item, eft ibi liber de Regula (kncti Benedict!, et quedam 

L ntilia. 

Item, eft ibi Über de nita fancti Galli de litera antiqna» 
in uolumine paruo. quafi uetuftate oonfumpto. 

Item, eft ibi liber de nita fancti Othmarl« 

Item, eft ibi liber multum antlquus. de quorundam fancto- 
rum pailionibua. 

Item, eft ibi liber. continens quedam excerpta de nerbis 
beati Gregorii. beati AguiUni. et fermones beati Afuftini« 
omnia in uno uolumine. 

Item, eft ibi liber conciliomm romanorum pontificunu 
parui uoliuninis. et in eodem liber Gregorii ad Aguftinum Epi- 
fcopiim anglorum. 

Item, eft ibi liber de paifione fancti Peregrini. Martyrlt . 

Item eft ibi Über de litera antiqua intitidatus. Lilier al« 
quini de fide fancte trinitatis et incamacione domini. 
Fol. Cod. 8. Item, eft ibi liber Alquini de uera fide. de litera antiqna» 

Item, eft ibi abreuiacio Croniconim. ' 

Item, fnnt ibi excerpta beati Aguftini. de libro confeflbrum. 

Item, de duitate dei. Item contra fuiftinnm in uno uo* 
lumine. de litera antiqua. 

Item, eft ibi liber pamus de litera antiqua. de ordinaclonc 
clericorum et Babtiileriomm. 

Itenl. eft ibi liber iine expoiitio Rabani Epifcopi fuper 
libnun falamonis. diligite iufticiam &c: de litera antiqua. 

Item, eft ibi liber fancti dyonüii in ErbretingeS. in paruo 
uolumine. de litera recenti. 

Item, eft ibi compotus Grecomm. 

Item, eft ibi liber Bede« ideft compotus de temporibuB« 
— de litera antiqua. 



5« 

Item« cft Ibi Ubar. fioe expofiiionei quanindam propheci- 
anim, que legiintiir in eccieiia ad miffas ex conmentariift beati 
Jeronimi. de IfCera antiqaa et iioInmiAe Mediocris forme. 

Item, eft ibi tractatiis Canoniconun Graduum fancti Agu* 

d Epifcopi. Bnmero qnindeeim de litera antiqua. 

Ilem. funt Ibi fermonea in competenti noiumine« fine 



Item, eft ibi conümilb Über fermonum* 

Itenu aliua in eadem forma. 

Item, eil ibi liber« de uita fancti Anfdiarij. Bremeniis Ar- 
«^epifcopi. 

Ifceni. funt ibi excerpta diuerfomm poetartmi Catholiconim. 

Item, eft ibi nita fancti Lini Ejpifeopi metrice compoüta. 
ei fönt hee tria in imo tt<dnmine. pariio iine afceribns. 

Item, funt ibi gefta Gre^orii feptimi contra Helnrlcnm 
Imperaiorem. 

Item, funt ibi decretalea Bpiftole romanortim pontificum 
fecnndnm antiquam Compllacionem. de litera maltum antiqna. 

item, funt ibi Canonea Nicolay pape. in uolumine paruo 
el antiqno. 

item. eA ibi Über Johannis de deo. de nono et uetert 
teftamento. 

Item, eft ibi liber de mifla et fide chatolica. de litera 
antiqna. ' 

Item, eft ibi liber de paffione beatoriim petri et paidi 
apoftolomm mediocris uoltmiinis. de litera antiqna. 

Item, eft ibi vnus qnatemus de paffione fancti Alexandri. 

Item, eft ibi liber mnitum antiquus continens €apitida 
CoDectas et Omelias per Circnlum annl. 

Item, eft ibi libelins paruus intitulatus. Indpiiint Capitnla 
le^ Alamannomm. 

Item, eft ibi liber dinetfomm Canonumf- & condlionim 
astiqnoram. 

Item, eft ibi liber metricus mngni poete. 

Item« eft ibi Über quidam mäicinalis in uolumine me- 
diocru de litera antiqna. 

Itenu eft ibi Ordinariiun Epifcopale. fecimdum modum 
aDtiqnmn« 

Item, eft ibi Über EpifcopaUs Jeronimi. nt iddetnr perti- 
nem monafterio Augie maioris. 

Item, eft ibi nnum Ordiuarinm Epifcopale in paruo tM>n« roi.Cod.9. 
petenti uolumine. de litera antiqna adhuc tarnen recenti. 

Item, eft ibi liber qui intitidatur martirolo^um. Et per- 
tractat de missa Romanonim pontificiWn de litera antiqna. 

Item, eft ibi ,liber Canoniun diufiifonim principiun et cpn- 
dliomm« de litera antiqniifiiha. 

Item, eil t>i ordinaiiiim Epifcopale. de litera antiqua ad* 
hiie tarnen recenti. 



56 

Iteuu eft ibi vnam pknariimu de Hier» aatiyia fimlliier 
recenti« 

Item« eil ibi Über de Sachb ordinibus benedkendii cum 
multis alÜB et dinerfit beDedictiouibus« 

Item, eft ibi aliud pontificale, habeos dTeres hminls ar« 
genteis circumdiictos« Cidua initium eil* Beaedicat uos deua« 
et finitur per letanianu 

Item* eil ibi aliud plenarinm» habena Coopertnraa Ebumeaa« 
in Extremitatibna laminia aureia cireumdoctas. 

Item« eil ibi aliud miffale habena aflerea coopertoa cum 
Corio Rubeo laminia argenteis ad circumferentiam circumductoa» 

Item, eil ibi graduale ufualiter notatum com coUectis com- 
plendia et prefadonibus per circiilum anni« qnod habet aiferes 
rubeo corio circiundatoa. et habet in qnatuor eiua angnlia» 
laminaa argenteaa« 

Item, eil ibi imum miifale cum gradnali. continena collectas 
et fequentiaa per circiilum anni. Cuiua iniciiun eil cum aureis 
licteria Grates nunc omnes et fecnntur alle fequende per dp» 
culum anni. 

Item, eil ibi Tnum plenarium Coopertnm laminia argenteia» 
huiua ab uno latere Agnna dei cum quatuor figuria ewangeli- 
ilarum Eleuatns. ab alio uero latere fimplicem laminum coo« 
perturam argenteanim cum figiira rofe intermedia« 

Item, eil ibi Über Epiilolarum. per circidum anni. 

Item, eil ibi liber continena Capitula et Collectas. per 
Circulum anni. ciiiuf nibrica incipit. indpiunt lectionea per 
circidiun anni. 

Itenu efl ibi Tnum antiphonarium folempne bonum et 
nouum mufitale in duo uolumina diuisum Ciiius prime partisi 
nibrica fic indpit. Incipit antlüphonarium in aduentu domini 
ad uefperas Rubrica. Secunde vero partis Rubrica fic indpit« 
In uigUia pentecoftes in prima uefpera. 

Item, unum graduäle folempne qui incipit ad te leuauU 
animam. meam. et.finitur Ite celeili pabulo refecti. 

Item, eil ibi liber matutinalis de tempore in duo uolumina 
diuifus. quorum prima pars üc incipit viiio Yfaye. et finitur 
in tdtima fui parte, ficut ergo moyfes exaltauit. Reliqua uero 
pars in fui rubrica incipit. sie. Liber Regiim. et Cetera. 
Foi.Co4.iO. Item, eft ibi liber tractans. de diuerfis auctoritatibus facre 
fcriptnre. in paruo uolnmine. habens Capitula centum Nona« 
giota fex« quonun primum tractat de tribus Generibus med!« 
tadonum. 

FoLCo4.ii.Hic infra defcribnatur. Omnes libri Eccleiie Conftan- 
cienfis ad dininum officium pertiaentes« 

« 

Et priroo eft ibi liber magnua. qui uocatur pleoariiun mif- 
fale. Cuiua rubrica talis est. In uigilia oatiuiUUs dominU 



Leclio jbye prephete. et in Nigiro fie indpit« hec didt domi- 
■HS« pnipter fyon non tacebo« Et finitiir. Neqne E^ dico 
Mbia. In qua poteihte hec &do. Et habet idem Über afferes 
Ittrinls argenteia deanratis drcumdudot. In quibiia . ab una 
pirte* defeulpta eft maieftas domini. in figura elenata. eun 
qoatQor EwangeliAis* Ab alia uero parte uel latere. defeolpU 
eft jmmgo beate Virginia* com qnatuor aUiB ymaginibus. wt* 
gcnteia deunralia & aliqiiantuhun Eleuatia« 

Itenu eft ibi Tntun paifionale fanctortun« per drciiliim anni* 
qnod indplt naifio fancti Andree. apoftoli, et finitiir in legenda 
beati Cnonradi, poftqnam feqnitur fermo de beata H* Magd»* 
lena et dtinio finitur in legenda« beati Benedicti« 

Item« eft ibi aliud paffionale ad fuplementum primi quod 
ind^it in ILubrica in Natiuitate» (ancti Judoei» 

benu eft ibi Über CoUeetamm qui alio nombie offidale 
Qocator. et incipit in Rubrica Capitulum in aduentu dominU 

Item« eft ibi pfalteriiim« anod indpit beatna uir« et finitur 
in Collecta. deus qui beate Marie« 

Item, eft ibi aliud pfalterhun abreuiatum Cuius Rubrica 
fie indpit pfalterium dauid. 

Item« eft ibi imum miiTale pidcherrimum. quod dominus de 
Ridioital olim cönfcribi fecit kk quo conthientur Collecte per 
Circulam anni. 

Item, eft in cfaoro Ecdefie Conftantienfis. ^) über magnus 
qnl aocatur abecedarina. et continet derinacionea omnhim uo-> 
cabolomm. et fie incipit« A« litera in omnibua gentibua« et 
finitur in litera capitali« V« Z« 

Item eil in choro vnum. gradnale nfnde cuius Recta Indpit 
dominica in aduentu et finitur in ymno verbum supemum 
prodlens« et funt ex eo ut uidetnr excifa tria folia« 

Item, eft ibi p^fdterium bonum. et follempne cum coUectis 
Capitolia ymnis et fequendls per drculum annf« 

Item« eft ibi bonum breuiarium. quod indpit in nomine 
dominL 

Item eft ibi diumale« quod dedit Ecclefie olim Albertus 
de Caftello fenior prepofitus fancti ftephani* 

Item, eft ibi aliud pfalterium bomim. qui finitur in uigilia 
mortoonim. 

Item« eft ibi aliud pfalterium. cui preponitiur uigilia et ter» 
minatur in ymno« Yrbs b<;ata. 

Item« eft ibi Tnum antiphonaritun uAiale. cum Graduali« 

Item« eft ibi unum diumale. cum leccionibus coUectis etFoi.Cod.lt. 
hlftoriis integrum, quod incipit deus pacis et terminatur in« 
]Recibns uerba mea auribus. 



♦) d. i. wahrscheinlich das Glossarinm Salomonis Bp. Constant. 
OoiäitH noch im XVII. Jahrhunderte daselbst gesehen« 



'' Item« eil ibt .vniim «nthipfaonuriniii cum Qradnall uTiiab. in 
vno uoliimine. 

Itenu eil ibi vnam pftlteriiim cnni collectis yinni« ei fe* 
qtientiis. per circiiluin uini* et finltiir ia feqiiencU de ftttcU 
cnice. 

Item, eil tbi aliud pfalteTfiim cum ymiitiio et finitar in 
ymno de corpore chrifU pange lingwa« 

Item, eil ibi gradnale iifatle. continen« capitiila collectas 
et feqnenciat« quos fequitnr pfalteriitm antlphonarium et ymna- 
ritim omnia in vno uolumioe et eil ultima collecta* abfoltie 
domine« - 

Item, eil ibi in vno uoliimine Ymnariiim feqiiencie Qn.^ 
duale & Antiplionarinm iifiiale. 

Item« eil ibi. Tnum piUaterium cum ymnario. fit kii Ubfi. 
quafi fere omnes fumuntur in Ciioro Eodefie Conftanoienfia. 

Von hier an folgt die Verzeichnung des übrigen Domscbatzes, 
mit den Worten: Hie infra. defcribitur Ornatus. fuie Thefannis 
Eccleiie Conilancienüs. (fol. Cod. 13.) Diese hier nicht mil- 
getheilte Beschreibung geht bis foL 45., wo sie mit der Unter- 
schrift schliesst : M «GCCXLin. de mense. febniarii. confcripta 
fuerunt omamenta Ecciefie Conflancienfis fupra fcripta. per 
Magülrum. Ottonem de Rinegg. Canonicum Eccleiie fuprafcripte. 

Von neuerer Hand folgen die Worte: 

Anno domini Mccccxxv.® meniia Maij die XVL dominus 
Otto olim Epifcopus Conilancienfis Recognouit ae habere li- 
bros fubfcriptos de Sacriilia Eccleiie maioris | primo glofana 
fuper apocalypiim | quandam glofam pfalterij abbreuiatam fancti 
augiiilini l glofam fuper genifi | glofam fuper exodo ) glofam 
fuper leuitico | glofam fuper niunerorum | Item glofam fuper 
deuteronomij | Item glofam fuper Jofie Judicum et Ruth in Tno 
volumine | Item glofam Thobiam Judith et bester in vno vo«- 
lumine | Item glofam fuper Ruth et Regiun in vno voliunine | 
Item glofam fuper XU minoribus | glofiun fuper Jeremiam | glo* 
fam fuper danielem | Item glofam fuper epÜlolis canonicis et 
actibus apoilolonim in vno volumine f Item glofam fuper para-» 
bolis eccleiiailes et cantids canticorum. 



«• 



Ijos TralmJOB de Herenles. 



iSn 80 idtnes Werk^ datt es weder der gelehrte Nie, 
AmUndOf noch der forschende Sarmhnto gesehen htben, weil 
Brs i ef e r Tcninthet, dsss es in Versen geschrieben sei, nnd 
der Letslere ungewiss ist /ob es Prosa enthalte« Es ist aber 
efaie prooalsdie Brafihlung von den twölf Thaten oder Ari* 
betten des Herkules , mit moralischen Erklärungen und Nuts- 
anwendungen. Diese erste und seltenste Ausgabe Ton 14B3 
besteht aus 30 Blättern^ klein Folio ^ jedes Blatt hat zwei 
ColomaeD, die Buchstaben sind Jene ilteren, welche' die 
Englinder hlaek letter nennen. Es ist in Zamora von \<fnUH 
«b Je Centenera (von welchem Mendez p. 273) gedrud^t^ 
wie denn auch die sonderbaren Holsschnitte denen des 
WMgemuik und Plegdenwurf (Schedel'sche Chronik) in ihreü 
UBwiluLärlichen Naivität nicht unähnlich sind. Dieser einge« 
druckten Holzschnitte ^welche nur jedesmal die halbe Seite 
einnehmen) sind eilf : 1) [fol. 4b.] wie Herkules den Löwen 
tSdtet« IL ist in einer Art von Rittercostiim, doch ohne 
Hdm, er erschlägt den Löwen mit einer Keule , die oben 
Stacheln eines Morgensternes hat : diese Keule hat er an 
einer Kette ^ die er mit der linken Hand festhält. So er* 
scheint er auf allen diesen bildlichen Darstellungen« 2)[foL6a.] 
Mit einem Ungeheuern Bogen erschiesst er die Harpyen, 
welche Im Begriff sind, von einer Tafel die Speisen zu 
rsoben« 3) [foL 8 a.] Er erlegt den Drachen im Garten der 
Hesperiden« Hier trägt er , wie auf den nachfolgenden Bil« 
den 9 die Löwenhaut. Der Kopf des Löwen bleibt unten 
imzMr zicditbar. 4) [fol. 10 a.] Er raubt den dreiköpfigen 
Cerherus. Dun zur Linken steht lolaus. Das Unthier ist 
gi o ss er wie er, und ein Rachen will eben einen Menschen 
vcndilinffen. Hinter dem Cerberus steht Proserpina. 

5) [foL 12a.] IL erschlägt den Diomed, dessen Rosse, die 
sndi ersdieinen» mit Menschenfleisch gefuttert wurden« 

6) (M. 14 a.] H. tödtet die vielköpfige Hydra. Hinter ihm 
stdit lolaus mit den Holzbränden, und noch eine andere 
Fi^nr. 7) [fol. 15b.] Er überwindet den Riesen, der sich 
In cfnen migeheuem Stier verwandelt. [Ueberschrift: cosio 
€iiele0 el giganie fue vengido e fobrado de kercuiee.] H# 
hat dcaa Stier bei den Hörnern gefasst und druckt ihn so 
nieder« Dabei steht ehie weibliehe Figur (vielleicht Deia^ 
nkm?). 8) [foL 18a.] Er erwürgt Antäus den Riesen. Diese 
Zckhonng ist besonders naiv: des Riese, der den H. unter 
sich gebracht hat, streckt in der Todesangst die Zunge her- 
am. 9) [foL 21 a.] H. erschlägt den Cacus. 10) [foL 23 b.] 
Er em^Iägt den Caledonischen Eber [camo fue muerie el 
g^äd jmereo mlfie$ de calidoma]. Mehrere Genossen de^ 



eo 

H., auch berittene danmter, dringen auf diesen mit ihren 
Spiessen ein* 11) [fol. 27 a.] H. lös^t den Atlaa ab und 
trägt den Himmel; rielleicht die naivste aller Darstelhmgen, 
Die gewöhnlichen Columnen, welche nicht durch Bilder 
oder Ueberschriften imterbrochen sind, haben 40 Zeilen. Das 
Buch Ist auf Veranlassung eines Cavaliers Moieu (Signar, 
Monneur) Pardo, eines Cataloniers, geschrieben , dem es 
der Autor widmet. Die Ueberschrifit und der Anfang heisst: 

Aqui comiWca ei libro de ios italajoi de herculet, El 
qnal copilo d(f enrrique de välena a ynßogia de mqß 
pero pardo cauattero ctUalä y ßgu^e la carta por el 
dicho fenor dff Brriä al dicho mqjfen pero pardo ffbiado 
en el comtenfo de la obra pueßa. 

Am Schluss^ auf der zweiten Seite des dreissigsten Blattes 
heisst es: 

Eßo9 irabajo» de herclet fe acabarU' en ^amora mier- 
eole9. xr. dia» del mes de henero gmo del fenor de 
mil y, cccc, Ixxxixj. anoi. Cenienera. 

Der Verf. war ein vornehmer und für seine Zeit ein ge- 
lehrter Mann, er starb schon 1434 (s. Boutterweck UI. 75), 
und diese ^^rbeiten des Hercules^^ sind also erst äO Jahre 
nach seinem Tode zum erstenmal im Dniclc erschienen« 
Seine Biichersammlung, die für jene Zeit sehr beträchtlich 
war, wurde Aach seinem Tode verbrannt , da ihn seine ma^ 
thematischen Studien und Schriften bei den Geistlichen in 
den Ruf eines Zauberers gebracht hatten. 

Erst auf dem dritten Blatte fangt die eigentliche Ge* 
schichte mit ihren Nutzanwendungen an, und zwar mit dem 
Ixion, [der mit einer Wolke die Centaiuren erzeugte. Diese 
muss H. auf Befehl der Juno in Wälder und Gebirge treiben« 
Das Factum nennt der Autor immer hißoria nuda; nach Exv- 
zählung der Thatsache folgt die Declaraciony eine allegori- 
sche Auflösung der Fabel in einen moralischen Satz, und 
dann beschliesst die ApUcaeion^ eine unmittelbare Anweii« 
düng und Rath an die verschiedenen Stände, wie sie die 
Lehre benutzen sollen. 

In der Einleitung nimmt der Autor nämlich zw5lf unter- 
schiedene Stände an , als 1) den des Ffirsten und Herrscfaergy 
2) den des Prälaten, 3) des Ritters, 4) des Religiösen^ 
5) des Stadtbewohners oder Bürgers, die von ihren Renten, 
ohne Arbeit leben können, 6) des Kaufmanns, 7) des Land- 
bauers, 8) des HandwerlLeN, 9) des Meisters, 10) des Schü- 
lers, 11) des Einsamen, Eremiten, 12) der Weiber und 
Mädchen. — Fiir jeden Stand vom Fürsten bis zur Fimu 
ist nun zunächst von der ersten bis letzten That des H. die 
Nutzanwendung an diese Terschiedenen Stände gerichtet« — 



Hui sieht also, dass nach diesen Digressionen Hir die 6e« 
tdiiditen selbst nur wenig Raum übrig bleility dUe ninadist 
dem Ovid nschersahlt sind. 

Es scheint nicht , dass der Ileransgeber und Dniclcer die 
Spradie dieses höchst merkwürdigen Werkes, welches gewiss 
an den aOerseltensten Drucken gehört, und woron Herr 
BMyiäodler T. O. ßFei^ei in Leipzig wohl das einsig be- 
kinnte Exemplar des Don Santiago Sah besitzt, geändert 
haben, denn man triffk manches Lateinische Wort nnd noch 
öfter Limosinische und Catalonische Ausdrücke im Spanischen 
Texte. 

Die zweite Ausgabe des Buches, welche 1499 sa Burgos 
endden, mag vielleicht eben so selten, als diese erste sein« 

Dresden. 

Xtudwtff TUck. 



Velier die ACTA IiUTHBRORUni 

auf der Stadtbibliothek tXL Leipzig. 

(Fortsetzung.) 

13) [foL 21.] Ein Brief Melanchthons an Johannes Luther, 
Tsm 13. October 1&53. Abgedr. bei Richter a. O. S. 330. 

14) [fol. 22.] Bhi Brief Melanchthons an ebendenselben, 
Ysm »• November [um 1555—60 , wie Richter Termuthet], 
V^ Richter a. O^ S. 369 u. 70. 

15) [fol. 23. 24.] Eüi Brief Melanchthons an Martin Luther 
ohne Jahr [1530] mit dem Datum : 6. Angusti. Es ist der 
Brief, worin er über die am 3. August auf dem Reichstage 
Tsrgelesene katholische Confutatio der Confessio Augustana 
berichtet, in den gedickten Briefen Melanchthons der 12« 
ini I. Buche. 

Itt) [fol. 25.26.] Ein BriefMelanchthons an ebendenselben 
•luie Jahr [doch auch Ton 1530?] „Mittwoch post ipiXbatov 
et Jacobi^^, gedruckt bei Richter, S. 355--57. 

17) [foL 27.] Ein Blatt ron unbekannter Hand geschrien- 
ben, aber in dieses mit aller Sorgfalt zusammengetragene 
CsBTolut gewiss nicht ohne Interesse für Luthers Familie 
eingeheftet. Es enthält einige Gedanken über die Worte Jes« 
S2. [3.] ^:k9QB€nf bcQaJ&fjtt cet. und ebendas. Ys* 5» dlijq>^ 
i loaig fiov ö&qbov. 

18) [foL 2S.] Mehnchthons Brief an Martin Luthers Frau, 
worin er ihr meldet, dass er ihren Mann in Coburg gelassen 
habe, datirt [Augsburg] Mittwoche nach Walpurgis [1530], 
ahgedrackt bei Richter a« O. S. 853. 54. 



. 19) [foL 29.] üniVetBiateseugnbt Johann Lutheri , ^JLh 
AcftdemU Beglomonftana BoruMorum XV« die JuUi BLDXi.^ 
auf Per^ment, abgedruckt bei Richter ^ 8. 325. 26* 

20) [foL w. 3L] Gopia Hertoog Moritxen Churfürsten iit 
Sachsen sBeveÜidiB, Jangfiraw Annen von Warbeck betrefOendt, 
8ub dato den 30. Januarii 1552* An den Rath zu Torgaw. 
[Anna Ton Warbeck war Paul Luthers Frau.] Abf edmcki bei 
Richter » S. 493. 

21) [foL 32. 33.] Johann Friedrichs des Mltdern Cnade»- 
brieif an Johann Luther [Sachs. Canaleirath] wegen einer 
Beurlaubung, dat. Grimmenstein d. 3. Mai läOo. Abgedruckt 
bei Richter , S. 331 fgd. 

22) [foL 34. 35.] Brief des Markgrafen und Chinrfursten 
Joachim von Brandenburg an Paul Luther, dat. Grymnitiy 
Dienstag nach decoUationis Johannis 1563. Abgedruckt bei 
Richter S. 436 fgd. 

23) [foL 36. 37.] Brief des Marggrafen Johann Georg 
(Sohn des vorigen) von Brandenburg an ebendenselben (als 
Chur-Brandenburgischen Leibarat). Dat. Bergstall, den 19« 
Dec. 1566. Abgedruckt bei Richter, S. 440. 

24) [fol. 3S.J Brief des Churf. Joachim an ebendenselben, 
aus Ylenhorst. Dienstags nadi Bgidii 1569. Abgedruckt bei 
Richter S. 441. 

25) [fol. 39. 40.] Brief des Marggrafen zu Brandenburg 
Albrecht Friedrich an ebendenselben, nun Churf. Sachs« 
Leibarzt, aus Königsberg, d. 10. Oct. 1575. Abgedruckt beV 
](Uchter S. 449 fgd. 

26) [fol. 41.] Brief des Churfiirsten und Herzogs zu 
Sachsen August, an ebendenselben, aus Torgau, den 16. Febr« 
1579. Abgedruckt bei Richter, S. 459 fgd. 

27) [fol. 42.} Brief desselben Churfiirsten an ebenden« 
selben, aus Annaburg, den 8« März 1579. Abgedruckt bei 
Richter, S. 461. 

28) [foL 43. 44.] Schreiben des Domcapitels in Zeiz (todi 
10. Aug. 1581), in welchem auf Befelü des Churfiirsten Au« 
gust dem Enkel Martin Luthers, Johann Ernst Luther, ein 
Canonicat in Zeiz übertragen wird. Das Schreiben ist aa 
Faul Luther gerichtet. Den Abdruck s. bei Richter, S.548 fgd. 
. 29) [fol. 45.] Brief des Churf. Sachs. Bathes und Prof« 
Joachim von Beust an Paul Luther über seinen Sohn Ernst, 
dat. Dresden, d. 16. Dec. (15)82, zu finden bei Richter 
S. 553 fed. 

30) [foL 48. 49, denn 46 u. 47 sind die Adressseiten von 
vorhergehenden Briefen,] Brief des Churfiirsten August an, 
Paid Luther. Dresden, d. 21. October (15)84. Abdruck bei 
Richter S. «S2 fgd. 

31) [Zwischen foL 49 u. 50.] Gedruckt: a) Oratio Jacobi 
Milichii de pulmone cet«, redtata cum decemeretiur gradun 



doctornni in weit medfea P«db LiHh^rd iet iSe^eitnb; fiUÜelio. 
Vitdbef)s«e 1^7. 8« — b) PmiU Latheri: imHo de arte m^ 
dica et am tiiendae ▼iletudinls. Yraütlar« lä96..fl>ieie Rede 
Ist aticii bei Hiditer S. blXkSßß abfedmckt.. . 

32) [foL 50—55.] Dieselbe Rede, welche snb 31 b) stehf, 
handschriftlich. Zum Schlüsse Ton Joh. Ernst Luthers Hand 
die Bemerkang: Hane araiionem matlu PhiKppi Melanth. 
[diess ist jedoch nicht von dieser Absclirift zu Terstehenl 
Mcripiam domo dedi Dho Jacobo Manau [ia Breslan; durch 
diesen ist sie auch wohl zum Drude befordert worden; TgL 
aidiler 8. 504]. 

33) [foL 56. 57.] Dociunent wegen des Verkaufes des 
Maitin Lutherischen Hauses in Wittenberg kn Erhard Doss. 
ausgestellt Ton Johann ^ Paul, Martin Luther, und Georg Ton 
iCnnheim. dem Schwieeersohne M. Luthers. Wittenberg, d; 
10. Febr. (15)57. 

34) [fi>l. 56.] Document Johann Luthers über ein Ton 
Paul Luther empfangenes Darlehen. Colin an der Spree^ ao» 
1569. am Sonntage Esto mihi. 

35) [foL 59—68.] Des Wittenbei^er Rectors, Matthaus 
Plodiinger, Leidienprogramm auf den jungen Sohn Paul Ln* 
thers, gleichen Namens. Vom 23. Febr. 15^.^ [Unstreitig 
Helahchthon's Hand.] 

36) [foL 69-72.] Kaufbrief Ober Paul LuOiera Haus in 
Dresden, von Gregor Riditer gekanft, d. 28. Dec 1562. 

37) [foL73.74.] Ein AnscUag Paul Luthers, die Ankint 
dgnng von Vorlesimgen über Qakni lib. de ariü canUüu^ 
iwue^ Yom YUI. Dec. (15)56. 

. 38) [fol. 75.1 Ein Brief ]|leianchth0n'& an Paid Lntber, 
Tora 4. März 1560. Abgedr. bei Richter, S. 434 fgd. 

39) [fol. 76. 77.] Document von Barthell Buchteil »her 
ein Wim Paul Luther empfangenes Darlehen, Mansfelt, d* 16i 
Jonii ao. (15)71. 

40) [foL 7&] Paul Luthers Doctordiplom und Empfeh« 
imtgsbrief, dat. Witebergae Cal. Jan. 1570. (Paul L. war 
schon 155/. Doctor der Medidn geworden; s. Richter, S. 402«) 
Da« Siegel ist verloren gegangen. 

41) [fol. 79.] Churfhrst Augustes ron Sachsen Lehenbrief 
fiir Faul Luther nnd seine Anverwandten über einige Stucke 
fan Sadtehen Dohna, Dresden, d. 30. Jan. 1573. (Hit dem 
grossten, nicht gani gut erhaltenen GhiurfurstL Lehen-SiegeL) 
Y^ Richter, S. 445-448. 

42) [foL 80. 81.] Copie der Besiallimg Paul Luthers m 
Chorforst Augustes Leibärzte. Dresden, d. 20. Jidi 1571. 

43) [foL 82. 83.] August's , Churf. sii Sachsen Verschrei- 
bang wegen Paul Luthers Hans su Dresden. (Copie*) AnnsF* 
buff, d. 12» JnU 1577.. . 



64 

44) [foL 84.] Brief von Darid Pdfer [an Paul Lutlierl 
wegen einer Angelegenheit eines ungenannten [Mdtaner?] 
Domcapitels. Dresden , d, IL Not. 15B1. 

45) [foL 85. 86.] Brief von ebendemselben [an Paid Lu- 
ther] in derselben Angelegenheit. Stolpen, den 15. Octob. 
(15)81. [foL 87 ist die Couvertseite Ton No. 44.] 

46) [foL 88—91.] Ehepakten swischen Nickel Marschalch 
lind Anna Luther, Paul Lnther's Tochter. Dresden , d. 22« 
Juli (15)83. Abdruck bei Richter, S. 530—34. 

47) [toh 92.] M. Georgii Cimelii Schuldverschreibung über 
ein Ueioes Darlehen, Ton Paul Luther empfangen, Dresd« d« 
15. Dec. (15)84. 

48) [fol. 93.94.] Schreiben des Chiirfursten Auffust na 
das Domcapitel zu Meissen, wegen Paul Luthers Bdehnung 
mit dem Gute Somtzig. Dresd. den 3. Dec. (15)85. 

49) [foL 95. 96.] Abschrift von einem Theile des vorigen^ 
unter ^o. 48. Erwähnten. 

50) [fol. 97.1 Schreiben des Domdechinten Georg Ton 
Karlowiz an Paul Luther. Dat. Naumbiurg am heiligen Christ 
Abent anno (15)85. 

51) [fol. 96—100.] Vocation und Revers für die Dienste 
Paul Luthers unter Christian L, Churfiirst von Ssdisen, 
Dresden, d. 1. Aug. (15)87. Abgedruckt bei Richter, S« 
760—63. 

52) [Zwischen foL 100 und lOL Gedruckt:] ChrisUant 
Lutheri sdureckliche und gewisse Prophezeyungen vber Teutsch- 
land, s. L 1589. 1 BlaU in foL 

53) [foLlOl.] Des churfurstlichen Administrators, Fried« 
rieh Wilhelm , Befehl über die Gelialtserhöhung Psnl Luthexn. 
Dresden, d. 24. April 1592. Abgedruckt bei Richter, S. 
764 frf. 

54) [fol. 102.] Bin hteinischer Brief von Darid Chytr&ns, 
worin dieser seinen Solm an Paul Luther empfidblt« (s. L) 
5. Sept. 1592. Abdruck bei Richter, S. 478 fgd. 

55) [fol. 103. 104.] Ausgaben, so Doctor Paul Luther hat 
auf Nicol Marschalchs beylager [mit Anna Luther auf dem 
Schlosse zu Nossen gehslten] aufgewendet. Vgl. No. 57. 

56) [fol. 105.] Inventarium alles dessen, was die Braut 
Margreta Luthers vhonn ihrem Breuttgam Simon Gottstejg 
[vgl. über diesen Richter, S. 518] fhür vnd ilmn dem ver^ 
töbnus geschancken bekommen, vnd was ilur auch ihre Eltern 
tur hochseitt vnd hemaclunalen alm kleinodien , ketten, weib- 
lichen allerhandts geschmuck vnd kleydem gegeben vnd ma* 
chenn habenn lassenn. 

(Beschlass folgt) 



Verleger : 7. 0. JFeigel in Leipzig. Druck vqa C. P. Mtlzer. 




ISKRAPKIJII. 



fttr 

HbUotliekwissenscbaftf Handschriftonlninde nnd 

Sltere Utterator. 

Im Yereine mit Bibliothekaren und Litteratuifreunden 

herausgegeben 

Hr. Hohert Sfaumann, 

A? 5. Leipzig, den 15. Mfins 1840. 

Zur Gesehielite der HolzfiicliiieidekiuDust. 

Die allgemeine Aiifinerksamkeit^ welche Bibliographen und 

Inatfreande in neuerer Zeit den xylographischen BlSttem 

xylographiachen Werkchen zuwenden, wurde besonders 

des Baron Ton Heinekens vortreffliches Buch: ^Jd^e 

[e d'nne coUection eomplette d'estampes^^ angeregt. 

Buche folgte eine Reihe bibliographisdher Werke, de- 

nm Veriätsser das Entstehen der schon bekannten oder neu 

«gefundenen Xylographieen entweder für Deutschland oder. 

fir Holland, ja selbst fiir Venedig in Anspruch nahmen, um 

Are Systeme über den Ort der Erfindung der Buchdrucker- 

bast durch dieselben zu unterstützen. Vergebens wurde bis 

beule von Seiten der Holländer und einiger Deutschen gegen 

te gegrtindeten Ansprüche Deutschlands an die frühesten 

Ijlogrmphieen und die Erfindung der Biichdnickerkunst durch 

Mttanes Guttenberg zu Mainz gestritten. Selbst Englands 

kninicikigste Vertheidiger Harlems schweigen jetzt, und dessen 

iorsprecher sollen noch beweisen, dass Holland Tor 1457 

Typen besass um sich solche stehlen zu lassfin. Deutschlands 

ifiater lieferten aus ihren Schätzen die frühesten Xylogra- 

^een den öffentlichen und Privat-Bibliotheken, Deutschlands 

erste Buchdrucker führen in den Scliliissschriflten ihrer Werke 

iea Ort nnd die Jahre der ersten typographischen Prodiicte 

a, ond die Buchdrucker fremder Länder bezeugen bis 1470 

nd lüiiger noch ihre deutsdie Abkunft. Nodi heute benr- 

hnrieii Schwaben , Franken imd Bayern sich als die frühesten 



5 



66 

SUse der Holxscbneidekunsl dadurch , das« in ihren Grenzen 
der erste datirte Holzschnitt und fiele der xylographischen 
Werkchen aiifgeftinden wurden und noch werden. Der Un- 
terzeichnete war so gliioklleh kärdich In Bayern naclistehen- 
des» bisher gänzlich unbekalintea xylographisches Product 
aufzufinden und überlebt dessen genaue Beschreibung hier- 
mit den Kunstfreunden und Bibliographen. 

nie acht Schalkbeiten. 

Dieses Werkchen lunfasst acht Blätter Ton 6 Zoll Hohe 
und 44 Zoll Breite deutsches Mass. Jedes Blatt enthält einen 
Holzsdhnitt und fiber diesem einen in Prosa gedruckten Vers. 
Jedes Blatt ist nur auf der Stirnseite bedruckt und die Riick- 
aeite ist leer. Das Papier ist stark und hat zum Wasserzei- 
chen den Ochsenkopf mit der Lilie auf der Stange ^ von dem 
1*edoch nur die Homer nebst Stange und Lilie zu sehen sind. 
>ie Abdrücke sind vermittelst des Reibers genommen und die 
Druckfarbe ist eine Sepia ähnliche braune Wasserfarbe, welclie 
sogleich im warmen Wasser verschwinden würde. Alle bisher 
bekannte Xylographieen stellen religiöse Gegenstände dar. um, 
so interessanter ist es in diesem Werkchen lauter Darstellun- 
gen des b&rgeriichen Lebens zu finden. Sämmtlidie acht Blät- 
ter enthalten Betrüger und die Ueberschriften der Blätter 
fuhren sie stets redend ein. Die Figuren nnd übrigen Ge- 
genstände sind in wenigen bestimmten Linien geschnitten und 
ohne alle Kreuzschnitte, demnach Schatten nnd Licht durdli 
stärkere und schwächere Linien bezeichnet. Besonders mnsn 
ich liier noch bemerken, dan es unbeaweifelt die früheste 
Folge xylographischer Blätter mit deutschem Texte ist nnd 
somit ein wichtiges Zengniss für Deutschlands Ansprüche an 
die früheste Ausübung der Holzschneidekunst ablegt. 

Blatt 1. 

34>^!fan Me bl&^bHa tretceti' vnb y>tt> 
en jtt «Cne Couf vn bectm- IOm tun ^ 
id^ t>mb t>ae i<fy wert) fol* t>M t>tt Hof 

folt nCmet: tvattn tx>oI 

Ein Unterhändler schliesst einen Kanf zum Nachtheil i^nen 
Betheiltgten ab. Er führt die Hände des Käufers nnd Ver- 
käufers znm Einschlag zusammen. Welcher der Geprellte tat, 
whrd aus anliegendem Facslmüe klar. 

Blatt 2. 

3fd> tan mt b<ilen wovtcn fc^Kffen 
vnb tan am in t>h t&i<^m gnrtett 
vnt> Itc^ ouc^ icd^e vmb (üben* vni> 
fprfc^ te ^b gott felb Qtfd^vxbtn 



y^ bm «e5u»flN^lJJ(l«lCl^vt1>t«^l 



u 



Amt diesem Blatte firt der KKufer reehlt^ welcher aiif dem 
ersten Blitte links steht« Hier hsrgt er Geld von einem Wu- 
cherer, wohl mn seinen Csitf damit sa besshlen« Br steht 
an der Seite eines Tisches ^ worauf der Wucherer , welcher 
hinter dem Tbche auf einer Banl( sitxt, Geldstücke aufsäUt« 
Neben diesem rechts steht ein Ge)dklstdien und Oeldsack auf 
dem Tische« 

Blatt 8. 

3fcb Wn axn fc^alf tog teertet toütti 
t)nt> mi$ mft aintt t\n t^te tfl 5^ 

fut^ IDamCt ifan id^ tnengen ma 
f>etroge vnt> im ^i (xn ober logen 

Zor Unken steht der Kinfer tmd hilt mit beiden Hftnden 
ein langes Stuck Tnch oder Leinwand^ welches der Kaufinann 
zur Rechten mit einer Elle misst« 

Blatt 4. 

3c^ mad^tn im ale fllbcr fat X>at für 

mbid^B Oeit luteti ^av JDoa fd vtenaer 
rompt xn pxn alfo bring tc^ in vnib 
^ae f?n 

Ein Golsschmid sitzt zur Linken auf einem Schemmel 
hinter einem Tische, worauf Becher und eine Büchse stehen« 
Mit der rechten Hand will er eben das vom Käufer aufge- 
zahlte Geld einstreichen und mit der Linken reicht er dem- 
selben eine silberne Schale hin. Vor Ihm^ zur Rechten, 
steht der Käufer an der Ecke des Tisches« 

Blatt 5« 

3€^ bfn dn fd^aVi vnb wig mit lichtem 
gewicht* vnb maxn ^ie Wt ad)tt öea 
n^d^f 75xe man wirt ntvoav wie ic^ l^o'u 
gm^^rben So t(l mang Pit>er man vet 

t)orbe 

Ein Krämer steht hinter einem Tische, worauf Geld liegt 
und drei Säckchen mit Waaren stehen« Mit der rechten Hand 
hält er eine Wage und mit der linken schöpft er mit einem 
Löffel aus dem mittelsten Säckchen Waare in die Wagschale. 

Blatt 6« 

3d^ bin oin fc^alü in &em goe lfu$ 
Äid^ dn ftocf fo fan icl) anglen t>vu$ 

Y>nt) furcht nie ^ie^l^IIe pin 25txom 
xd^ gelt id> gah su bem win 



66 

ReditB Bteht eine Kapelle, vor deren Pforte ein Armen- 
katten auf einem steinernen Blocke stellt* Der Dieb «ir 
Linken sucht mit einem Stocke Geld heraiumiholen. 

Blatt 7. 

jfc^ bin axn fc^alf vnt> od^ dn luöer* 
vnt> wurP itmm flac^a t>nö fwöer* 

t)nt> l^aii ee mtt ^anf ubersogen - öa 

mit ^att ic^ t>{e lue b^tvgeit j^^^ 

Ein Seiler sitzt auf einem Schemmel vor einem Spinn- 
rocken imd hält in der linken Hand das darauf aufgewickelte 
Seily während er mit der rechten aus einem über ihm an einer 
Stange hängenden Zopfe Hanf Fäden auszieht« An derselben 
Stange hängen noch zwei unau^eflochtene Han£iopfe und ein 
Knäuel Bindfaden. 

Blatt 8. 

jf<^ bin <txn fc^alE xn tnxntt fc^mite 
vnb fd^xmt>cn axn wdffcn mtt t)ec 
britten Dae gib fc|) and) btn für fl 
&Wn JDamft wing ?c^ ain vmh ^i 

ffn 

Links steht der Schmid und schmiedet auf einem Ambos, 
worauf mehreres Handwerkszeug liegt, ein Eisen« Er hält 
es mit der Zange in der rechten Hand und fuhrt mit der 
linken den Hammer. Rechts sieht man das Feuer im Schmie- 
deofen, vor dem ein Klapptisch angeschlagen ist, worauf eben 
fertig gewordene Fleischermesser liegen« 

Alle acht Blätter sind vollkommen gut erhalten« 

T. O. WTetgei in Leipzig. 



Ueber die ACTA I.UTBSRORU1II 

auf der Stadtbibliothek zu Leipzig. 

(Beacblnss.) 

57) [fol. 106 — 109.] Rechnungen von den Einwohnern zu 
Nossen über Kosten bei der Hochzeit der Anna Luther« VgU 
No. 55« 

5S^ [fol. 110« 111.] ZweiBechnungen für Dr. Paul Luther, 

59) {foL 112«] Document über die vom Churfiirsten August 

gemachte Schenkung des Klostergutes Sornzig bei Meissen 

an Paul Luther und seine Nachkommen, dat«d«7«Nov. 1581. 

Abgedruckt bei Richter, §• 4ßi^&^. 



00) [fd. HS— lia] Eflmtd€ldi der Kinder Ptnl Luthers, 
Ipxif , GrundonnersUi; (I5)93. Abgednickt bei Ricliter, 

01) [fol. 119-129.] Verschiedene testamentarische Ver- 
figimgen Paul Luthers über Pretiosen, • Silberg^erSthe, Kleider, 
Bocher a« s. w. 

02) [foL 130. 13L] Rechnunff eines Kürschners, welcher 
„anff Befehl des Churfürstenn Herrn Doctom Lnttem sei- 
nen Rock xum Ehrldeidt mit glitten Schweitzer Mardern ge- 
ßttcrt" 

63) [fol. 132--I36.] a) swei anatomische bunt illominirte 
Zeidmongen , vielleicht von Panl Luther; b) drei anatomische 
Tafeh, Holaschnitt, illnminirt und Druck, wahrscheinlich von 
Paul Luther [ 1) tabula exhil>en8 insigniora maris viscera; 
2) tab. foeminae meml»ra demonstrans; 3) Compafes ossium 
hnmani coTporis. parte anteriore expressaj. 

04) [M. 137—166.] Lateinische Briefe von Johann Pon- 
tanns an Paid Luther, so wie von diesem an Joh. Pontanus, 
medidnitchen Inhaltes. 

05) [foL 167— 109.] MedidnischeAdveraarien Paul Lüfters. 
00) [foL 170—214.] Falloptt ^odog avozo^uoi^. Ob diess 

die Originalhandschrift dieses Werkes sei, und warum sie in 
diese Sammlung überhaupt aufgenommen sein mag, darüber 
ist nichts bemerkt. 

07) [foL 21ä. 216.] Instrument wegen eines Pferdekaufes, 
mit S. Gottsteig [Paul Luthers Schwiegersohn] abgeschlossen. 
Zeis, den 9. April (15)95. 

OB) [fol. 217. 218.] Lateinisches Gedicht eines Prager 
Studenten, Anton Richter, worin derselbe- Paul Luthem um 
Dnterstntzung bittet. 

09) [Zwischen foL 218. und 219. gedruckt:] Des Rectors 
der Universität Leipsig Leicheuprogramm auf Paul Luther, 
d. 11. Man (15)93. Wieder abgedruckt bei Richter, S.482-.-488. 

70) [foL 219—2^] De \iU et morte D. Pauli Lutheri 
medici oratio Matthaei Dressen, filiis haeredibnsque eins di- 
cata, mense Martio anni XCfll., zum Theil Ton der Hand 
Jobuin Ernst Luthers, des Sohnes tou Paul Luther, supplirt. 
Von dem Abdrucke dieser Rede ist ein Exemplar beigeheftet» 

71) [fol. 233—242.] Georgii Mylii Leichpredigt auf Joh. 
Joadiim Luther, Paul L.'s Sohn, d. 23. Aläri 1600. YgL 
Riditer, S. äQ2-^506. 

72) [Zwischen foL 24ß. u. 243. gedruckt:] Griechische 
und lateinische kurae Gvatiilätionsgcdidite von Verwandten 
und Freunden cur Hochaeit Johann Ernst Luthers, Canonlcus 
lu Zels, piit Martha verw. Grahl. Leipz. 1610. 4R1. in4. — 
Ausserdem 2 kleine eingeheftete Rlätter; das eine enthalt 
das flüchtig entworfene ute Luthersche Wappen, das andere 
einige Bemerkungen daau» 



73) lUL 243.] Brief «on MtttliXvs Ih^waf tn Eent t Lii* 
Iber. Leipile^ den 16« Aug. 1602; 

74) [fol. 244.] Brief Ton Johann Ernst , Jotehbn Friedrich 
und Johann Joachim Li^er^ Sehnen Ton Paul L.^ an den 
Kaniler David Pfeiffer su Dreadett^ Zeil» d. 10. Juni (15)98« 

75) [fol. 245—255.] Testament von Mar^retha, y^erw. 
Blum$teDgeL [Diese, die WlHwe des Seiser fi&rfferaicbters 
Jeremias BL, heirathete Job. Bmtt Luther« VgL Richter^ 
& 570,] Dat. 5. Dec« 1629. ^ Nebst einigen Papieren von 
Joh. Ernst Luther iiber etliche Pfander etc. 

76) [foL 256-^272.] Lateinische Briefe (in Abaehrift) von 
Paul> Johann Ernst und Johann Friedrich Luther* 

77) [foL 273.] Veraeichniss etlicher verborgter B&cher und 
Sachen, Joh« Ernst Lnthem augehörig. 

78) [fol. 274.275.] Zwei auf Perfansent gesdiriebene Zeug- 
nisse für Jeremias Bliimstengel rraU No« 75*], a) von dem 
Rathe su Weyda, d« 14 Sepl« 1584; b) von Heinrich Eeuas 
von Plauen, GraiU, Mittwoch nach Petri Pauli (15)84. 

79) [Zwischen fol. 275. n. 276. gedruckt:] Progranun der 
Vniversitit Jena bei dem Tode Job. Joadi. Luthers, Paiil 
L«'s Sohn, Ostern 1600« — Abdrudc s. bei Riditer. S« 506 
^514. 

80) [foL 276. und 278.] Zwei lateinische Briefe von Hein«, 
rieh Motzfeld an Job. Martin Luther [Stiftsrath und Canonica« 
au Zeil , vd« Richter, S« 610. fgd.], dat. Hafiiiae, d« 31« JuU 
1645« und 9« Jan. 1646« [Nach foh 276« daa in Kupfer ge- 
stochene Portrait Job. Martin Luthers, von Christian Spetner 
und Johann Dürr.] 

81) [fol« 277« u. 279«] Zwei lat. Briefe von Benedict Diiw 
leberg an ebendenselben, a) dat. Dresden, prid« CaL Au|^« 
164&., b) Dread« olme Datum« 

82) [foL 280-^282.] Gelegenheitogedichte für d^nden-» 
selben« 

83) Unter den von foL 283^814 feigenden luidanf ebeq- 
denselben Benug iMhenden Papieren sind vonuglieh die [foUU 
283. u. 84., ^—01., 293-^^. befindUchen] eigenhändigen 
Briefe von Dr. Johann Gerhard, dessen Bild In Kupferstick 
nach S. 286. eingeheftet ist, sn erwfihnen. 

84) [foL 315.] Universitätaneugniss Job« Martin Luthers, 
auf Pergament mit siemlich gut erhaltenem Siegel, Vi4eber|^« 
Cal. Jan. 1649. Abdruck s. bei Richter, 617 — 621« 

, 85) [foL 316.] Zengniss von Mllh. Lyser , für ebenden- 
selben , Wittenberg. III. Non. Febr« 1640. Atif Pergament mit 
wohl erhaltenem SiegeL Abgedruckt bei Richter, S. 621 - 625« 
86) [foL 317 *- 322«] Dr. PhiUppi Appiani [BennewlU], 
Domprobstes lu Witraen , Gedicht auf Mariin LiiUim Siegel» 
riAg, welchen der Churfnrst von Sachten, Johann Georg I« 
211 tragen pflegte. (Vgl. hierüber RiAter^ S« 642 fgd.) Ab* 



fl 

*iick bei Bichter, S. 644—57. (ZwiMhen FoL. 317. und 318. 
4et DiebUnrt Wappen.) 

87) [foL 323.J Brief von Johann Martin Luther an Johann 
Georg rom Ponickau auf Pomsen und Neuenhoff » Wursen d. 
21. Nftrtli 1655. 

88) [foL 324.] Deiselben Danksagungaachreiben an den 
duffliinteii in Sacbaen for ein erbaltenea Stipendinm. Viitf 
teaberg d. 20. Aug. 1643. [Zwiachen foL 323. n. 24: Latei- 
niachen und deutachea Gedicht von Johann Frentsel auf Jo« 
hiBB Blartin Lather'a «weite Verheiralhunff mit Margaretha 
Sopble Hnlaemann, Leips«, d. 19. Juni 1655. Y^ Biditer, 
& 629.] 

89) [foL 325.] Marggraff^a Georg an Brandenburgk kiinea 
Bedenken: Wammb man aich aoU hitheriach nennen. 

90) [fol. 326—330.] Drei Schreiben [des Churfüraten und 
des Capitela sn Wunen] wegen Johann Martin Luthera Be- 
ßrdemng xum Stiftarath in Wursen , [a) Dreaden, d. 7. Oet. 
1648.. b) Wunen, d. 16. Martii 1649., c) Dreaden, d. 20. 
Od. 1649.] Vgl. Richter. S. 625. fgd. 

91) [foL Sil — 337.] Joh. Martin Lnthen Beatallung in 
Wonen [foL 335.36.] Dreaden, d. 26. Juni 1663. mit Chur- 
fiintl« gut erhaltenem SiegeL Vorher swei darauf bexügliche 
Canxlelachreiben. 

92) [foL 338—349.] Verachiedene Briefe an Job. MarUn 
Luther, groaatentheila von Collegen desaelben im Stifte Wur- 
len • und meiatena in Beaoldungaangelegenheiten geachrieben. 

h3) [fol. 350 — 355.] Copie von verachiedenen Briefen, 
jedoch groaatentheila ohne Namen der Schreiber imd der Em* 



nin- 



t) [fol. 356. a57.] Joh. Emat Xoricua* [Schwagera von 
Johann Martin Luther, vgl. Richter, S. 671. 666. 696«] Brief 
an ebendenaelben , Leipaig, d. 2. April 1665. 

95) [foL 35a] Rechnung über die Koaten dea Leichenbe- 
gingDisaea ron J« M. Luther. 

96) [foL 359. 360.] Rechnung liber die Einnahmen von 
ebendemadbeB ana dem Stifte Wimen, unterachrieben und 
beaiegeli von Hoe von Hoenegg, Wunen, d. 6. Sept. 1669« 

97) [foL 361. 362.] Contrect der Erben Joh. Mart. Luthen 
wegen dea Gutea Hoburg, Wunen, d. 4. Nov. 1669.«-<^Dasus 
[auf foL 363 J die Pachtverlängerong dieaea Chitca, Wuraen, d. 
22. Jan. 1673. 

96) [foL 364.] Johann Marthfn Luthen Bildniaa in Kup«» 
iomtlcli von Hentsel. Darunter ein Stammbaum in abateieen^ 
der I^ie, geachrieben von Johann Chriatian Chrubner, Advo* 
cal SU Zeix. Dieaa lat denelbe, in deaaen Beaitse einat dieae 
Acta Lutherorum geweaen aind, vgl. Riditer, Yorrr. S. 26., 
8. 711. und öfter. 

99) [fol 365. 396.] Zwei Schreiben, Johann Wilhelm Lu* 



ihers, des vorigen Sohn, Beneficinm von 100 II« ans Meissen 
belangend, [a) Meissen, den 3. Aug. 1666., b) Dresden, 
den 31. Aug. 1666.] 

Diess die einzelnen Stücke dieser merkwürdigen und in- 
teressanten Sammlung. Referent glaubt nicht- zu viel gethan 
KU haben, wenn er manches scheinbar Unwichtige in diese 
Beschreibung mit aufinahm; kann doch schon, selbst von dem 
aügeraeinen Interesse abgesehen, manches von diesen Fami- 
lienpapieren zur Charakteristik jener Zeit, aus welcher sie 
stammen, einen kleinen Beitrag leisten! — Das eine sei nodi 
SU S. 48. No. 6. bemerkt, dass die Erwerbung des dort cnv 
wähnten von Herzog Georg von Sachsen Luthem zur Reise 
nach Worms ausgestellten Geleitshriefes fiir unsere Stadtbib- 
liothek deshalb auch von besonderem Interesse ist, weil die- 
selbe schon das Original der Kaiserlichen Citation Luthers 
nach Worms besitzt. Vgl. den Handschriftenkatalog dieser 
Bibliothek, s. 265. niun. LX. 

JDer BerauMgeTber. 



Neueste statistische NacLricIit 

über die 

i^ichtlgiäten Bibliotheken Biuslands 

im 
Ressort des Ministeriums des Offientlichen Unterrichtes. 

[AaszDg aos: (von Üwaroff) Bericht an Seine Majestät den Kaiser 
▼on RoMland aber das Ministerinm des öffentlichen Unterrichts 
für das Jahr 183B. Hamburg 1840. 101 SS. in 8.] 

Die Bibliothek der Universität zu St. Fetersbnrg, welche 
im Jahre 1831. erst 9535 Bände besass, enthielt im Jahre 
1838. 27,454 Bände (im Jahre 1637. 24,145). Russische Werke 
wurden für 3267 Rubel angekauft; der Cultnsminister ertheilte 
auch seine Einwilligung sum Ankaufe der Bibliothek des Prof^ 
Schäfer in Leipzig, bestehend in 2411 Nummern fiir 300O 
Reichsthaler, was ungefähr 10,000 Rubel B. A. beträgt, so, 
dass diese Summe in zwei Jahren bezahlt wird. — Die Uni- 
versitätsbibliothek zu Moskau , aus den ökonomischen und den 
etatmässigen Summen der Universität vermehrt, besteht aus 
64,669 Bänden, (im Jahre 1837 : 62,652). Der Kaufinann zwei« 
ter Gilde Buikow ans der Stadt Bogorodsk im Gouvernement 
Moskwa hat (ausser 5000 Rubeln zur Ergänzung des Münzka« 
binets und den schon firiiher eingelieferten Russischen Mün- 
zen) 50 alte Werke geschenkt. — Die Universitätobibliothek 
in Charkow hat 35,105 Bände , Handschriften , Charten, Risse 



md Kopfentldie^) (im Jahre 1637: 38,294). Uebrlgcns hit 
ier Bbren-Aii&eher derKreisBchuIe in Ust-Medniediza^ Stabs-* 
Rittmeister Sserebriakow dem Gymnasium %n Nowotsdierkask 
(Chari^oVsdien Lehrbezirks) 1200 Bächer, gegen 10,000 Rii- 
bei an Werth, als Geschenk dargebracht. — Die UnirerslUt 
m Kasan besitzt eine Bibliothek von 31,579 Biichern , Hand» 
adiriften^Rissen mid Kupferstichen^«) (im Jahre 1837 : 33,186).-- 
Die UniversitaUbibllothek zu Dorpat hat 73,614 Bändet««) (im 
Jalne 1837 : 62,042). — Die Bibliothek der St. Wladimir-UniTer^ 
«tat belanft sich auf 51,129 Bande (im Jahre 1837 : 46,588). Sie 
Int ansserdem 141 periodische Blätter und 70 Handsdiriften» 
DieBlblioOiek des Fürsten Besborodko zahlt 6290 (im Jahre 1837s 
6144) Binde. -— Bei dem Richelieu'schen Lyceum in Odessa 
befindet sieh eine Bibliothek Ton 6949 Bänden (\m Jahre 1837 : 
6ßiT)y welche ausser den durch Kauf enroroenen Biichern 
einen Zuwachs durch die ihr von der Akademie der Wissen* 
nehaften mid der Russischen Akademie gemachte Schenkung 
atter tob denselben herausgegebenen Werke und Debersetznn» 
gen erhalten hat. — Die Bibliothek des pädagogisdien Haupt* 
Institutes , SU deren Ergänzung 6335 Rubd im Jahre 1^ 
aari^jewendet wurden, zählt 7614 (im Jahre 1837: 6938) Bände. 
— Dan Lasarew'sche Institut der orientalischen Sprachen zu 
Moaknu besitzt 8600 Bände. Um wie viel diese gut doürte 
nnd zugleich mit einer einträglichen Druckerei fiiir verschie* 
dcne europäische und asiatische Sprachen versehene Anstalt 
ihre Bibliothek im Jahre 1837^-38. vermehrt habe, ist nicht 
angegeben. — El>en so ist der Bestand der zur Petersburger 
Aludemie der Wissenschaften gehörigen Bibliothek [welche zu 
Ende des Jahres 1833. 101,116 Bände zählte] in dem Berichte 
nkht angegeben und nur gesagt , dass dieselbe bedeutend ver^ 
mehrt worden sei. -*— Die Kaiserliche Russische Akademie hat 
ihie im Jahre 1837. aus 4599 Bänden bestehende Bibliothek 
aof 48Ö9 Bände gebracht und ist ausserdem im Besitz von 
130 Handscliriften, 46 Landkarten und Plänen. — DieKaiserl. 
öücntllche Bibliothek beläuft sich auf 425,621 Bände gedruckt 



*) Hier findet sich eine Differenz in cler Angabe auf der 8. 96. 99. 

benen tabellaritoben Ueberricht ober die Bibtiotbeken im Jahre 1837. 

1838. Bt itt nämlidi far 1838. die Zabl von dt,579 angegeben wer» 
des, dabei ist jedoch bemerkt: ^i^i^ Verringerong der Bändesebl*' (im 
YcrbilUüas zu 1837.) „enttpringt daher, daai alle doppelt ?onrätbige Bo- 
cfaer za den Doobletten gerechnet und in ein besonderes Verzeichniss 
eingetragen werden; alle Portsetxangen Ton Werken sind im Katalog 
BBter eine Nammer gebndit> nnd aUe Zeitsohriften in Jahrgänge Ter» 
einigt.** 

^ Abermalfl eine Differenz in der Teigleichenden Tabelle ! Dort 
werden 35,1QS Sicher angegeben. 

4^ Eine dritte Differenz ! in der Tabelle sind 63,614 angegeben, 
ebgleicb dort aasdr&ekUoh hinzngesetst ist, dass die kleinen Schriftea 
snigerechnet sind. 



#4 



Ic Biidier und 17^ Hindtchriften«). [In der die Jahre 1837. 
und 1838. Tergleichenden TabeUe sind unter 1838. die Bü- 
cher und Handschriften susammengesihlt und also auf 442,857 
angegeben ; unter 1837. findet sich die Zahl 441^501.] ßieae. 
nicht alle Tage dem Publikum lugingliche Bibliothek hat 27 
Beamte; 820 Billets [also wöchentlich 15—16] wurden cum 
Besudle der Anstalt ausgegeben und 7531 Bücher [also wo« 
chenüidi 144 — 45] ^ 450 mehr als im Jahre 1837, lum liesen 
▼erlangt. Die Leser ^ wird im Berichte bemerkt , waren fkst 
ans allen Stinden und erhielten Torangsweise Werke über rua« 
sische Geschichte. — Das Rnm&niow'si^e Museum, an welchem 
4 Beamte angestellt sind, enthält eine Bibliothek von 30,985 
Binden j 807 Handschriften , 638 Landcharten und Plinea 
und 43 Kupferstichen. Auf der Tergleichenden Tabelle stehen 
für 1837: ^,347, für 1838: 32,532 Binde«*). Die Zahl der 
▼on den Besuchenden verlangten Bücher belief sich 1838. auf 
030 Binde. Auf Kaiseriichen Befehl sind die auf den Namen 
der Grafen Ruminsow eriassenen allerhöchsten B^scripte^ 
Diplome und Urkunden durch den Kriegsminister dem Museum 
inr Aufbewahrung ansgehindict worden. 

Ueber die öffentlichen BIbUotheken in den Gouvemementa 
Riisslands berichtet unsere Quelle nur Folgendes« In den 
meisten Gonvemementsstadten und in einigen Kreisstidten be- 
stehen öffentliche Bibliotheken, welche durch freiwillige Bei- 
träge entstsnden sind und auf eben diese Weise unterhalten 
werden. Die Unsuverlissigkeit und Unsicherheit derselben 
Terhindem die Zunahme diesea n&tslichen Hiil&mittds nur 
Aufklirung im Allgemeinen. Unterdessen dauern die Privat- 
Darbringimgen fort. Zu den wichtigsten derselben im Jahre 
1838. gehören die mm Besten der öffentlidien Bibliothek In 
Astradian von dem Kaufmann Nikolai Ssolodownikow und von 
dem Auslinder Wilibald Schweiser gemachten Darbringimgen« 
Der erstere schenkte 3000 Binde basischer Bücher, 10,000 
Rubel an Werth, der letstere 1500 Bande, tat dte Werth 
von 3500 Rubeln. 

Her Wieratugeber. 

^) Wla rateli dies« Bibliotfaelc lich TeiirrÖMart bat, kan« aiaii ana 
elaer weiter snrack liegenden statietitchen Angabe enelien. Nach Mm* 
heri (Hanilbooh der aUgem. Staatskande Ton Bniopa, I. 1. S. 271.) zabit» 
sie am 1. Januar 1834. ent 272,304 Bande «redrookter H^erlce and 14,658 
Manutoripte. Die nach deraelben Qaelfe damals noch nneingereibt in 
499 Kitten stehenden am Wanchan seit dem Jahre 1831. entnonunenMS 
Bacher (gegen 150,000 Binde) aind wahrseheinlidi nnn alle aa^eitallt. 
Aoi der Bibliothek des Fürsten Czartoryski so Pa^awy, welche ans 
80,000 Banden bestand nnd bekanntlich die grösste Polnische Privat- 
bibliothek war, waren schon im Jahre 1834« 7728 Bande der KabeiUchen 
Bibliothek einvelrUibt. 

*♦) Sdlaftfff a. O. giebt fnr das Ende des Jahres 1833. 32,202 Bde. an» 



Lettre ä M. le Miaistre de Hostntcdon pobliqoe^ siir 
Petat actoel des Biblioth^qaes pobliqaes de Paris^ par 
H. T^maux-Compana. Paris 1837« *) 

Monsieur ls MimsTRc, 

Ii'ciprit d'uB^ontion qiie tous aves cherdui 4 introdnire 
dut tMitcs les brandieB de radmlaislration qui toiis esl coo<* 
ii^y ne &ii esp^er qiie voiis voudrei blen accneillir, arec 
htdnlgence , quelques obsenrationa aar F^tat aetuel dea BlUio* 
tlicquea pnUiqiiea de Paiia. Dea abna qui a'y aoot perp^tii^ 
depmia de langes ana^ea, et qni aemUent affennia par une 
sOTte de droii de prescription ^ emp^henl le moode aaTanl 
de Jeoir dea richeaaea qu'ellea coniiennenli et )e ne craina 
pas de trop m'avaBeer en afBnnaiit qii'll n'eidate pent-tee 
paa em Franee d'^tablisaemena qui aieot plua beaeia» je ne 
dini paa d'une r^fomiey mala d'une r^iKTganlaation compÜte« 
Jaanis le d^partemeat de riaatriietion unblique n'a vu k aa 
tcte an homme plna capable qiie voua a'apprMjer leiur ioi« 
J'oae donc penser qne voiia voudrea bien me par- 
d'enleTer quelques nna de vos momeoa I dea occupa« 
plua gravea, en attlrant Totre attention anr lea d^aordrea 
qid eä^ent et aur If^a moyeaa de lea reformer* 

n eat inutile , en a'adressant k f ousy Monaieur le Miniatre^ 
de a'Hendre aar Futilite dea biblioth^quea publiqnea ; eile eat 
faUlenra g^neralement reconnue, et lea Cbambrea en paraia- 
aeat bien convaineiiea, pnis-qn'elles accordent chaqne ann^e 
paar Celles qni apparüennent k TJätat, dana la vUle de Paria^ 
h sonnie de 389^ fr. 

Malbenrenaement Teniploi de cette somme eat tel, qu'il 
eit loin de prodnire tout le bien que Ton devrait attendre 
f uae aaaai belle dotation» lia preaqne totaltte de cet argeat 
eat diaaip^ en traitemena inutilea et aana avciin profit ponr 
ka blbUoth^nea auxqnellea 11 est deatia^« Dana troia de cea 
^tabliaaeoiena le peraonnel abaorbe tont^ et il ne reste paä 
OB ceatlme poiur acheter lea livrea lea plua s^Geaaairea; k 
peine a'ila aont ouverta au public pendaat quelquea henrea 
de la joam^, et toua ila aont ferm^s pendant dea racancea 
plna oa moina longueat 

Lea Biblioth^ues puUiquea qui appartiennent k PJ^taty 
dana la viUe de Paria, aont au nombre de qnatre: la Biblio» 

^> Die Redaction darf ▼iaUeidit boffrn, dau die geehrtea Leser 
dwiea Blattes dea voa einem actitbaren Herrn Mitarbeiter gewiss mit 
Kedit gewünschten Wiederabdrock des in Deutschland wenig bekannten 
Sdireil^na am so eher entschuldigen werden, als durch dasselbe zugleich 
die Verwaltung der öffentlichen Bibliotheken in Paris diarakterisirC aad 
iberhaopt za manchen Tergleidieadea Bemeakangen Veranlassoag ge«- 
gvbaa wird. 



th«que Royale, It Bibliotlieqiie Masarlne, la Bibliotlt^cpiä de 
1' Arsenal et celle de Sainte-Genevi^ve; je parlerai d'abord 
des trois dernieres, poiir poiivoir traiter ensnite plus longiie- 
ment le chapitre de la Biblioth^qiie Royale. 

Je dois commencer par vous faire observer, Monsieur le 
Ministre, ^w^f ponr ne pas hasarder une opinlon basee siir 
des rensei^emens incertains, je n'ai pris nies indications 
qne dans le rapport an Roi sur le bndget de Pinstruction 
publique pour Texercice de 1838 , et dans TAimanach royal. 

La BtöUothSyue Mazarine^ fondäe par le eardmal dont 
eile porte le nom, campte 90,000 volumee imprimSs et 3,437 
manuecrite. On y remarque une granäe quantüä de reeueil^ 
eontenant dee piScee d^tachSes et des opuseules gut reman^ 
tent juBfu^au xv® eücle et n^exUtent pas aiUeurs» Aucun» 
autre bibiioiheque n^a un eorps auesi complet tfaneiene livres 
de droit , de thSohgie^ de mädeeme; eile posside la eoUeC" 
tion la plus eomplite d^auteurs hUhiriene et protestane* Lm 
MUotkSque est frSguenl^e habUuelkmeni par pbie de eent 
leeteure. (Budget, p. 326.) 

Elle est ouverte tous les jours , depuis dis heures jusqu^ä 
trüiSf esceptä les Jours fM^s et les vacances du 15 aoüt a» 
1« oetobre. (Alm. royal.) 

Le personnel de eette bibUothdque se compose d*un bibluh' 
th^caire-administrateur y cinq conservateurs ^ deux sous-^^ibliO" 
ihicahres , cmq portiers ou gardiens , dont les appomtemena 
riunle se montent d la somme de 30,000 /r. Cinq näUe francs 
sont aecordSs pour le ehauffage, Nclairage^ les impressions 
et autres menus frais. (Budget, p. 303«) 

La premiere Observation qui me frappe, c'est que, snr 
cette somme de 35,000 fr., on parait avoir pr^vn toiites les 
d^penses, except^ les achats de livres; de sorte que eette 
biblioth^que devient inutile an plus grand nombre des lectenrs» 
Ceux qui travaillent k des ouvrages d'^rudition peuvent sana 
doute y trouver des mat^rianx ntiles; mais ceux qui lisent 
seulement ponr s'instruire et se tenir an conrant de la scienee^ 
doivent la tronver entiörement d^poiirvue. Tont est d^pens^ 

J»our nn personnel beaucoup trop nombreux; car, sans comptf^ 
es sous-ordres, 11 y a six conservateurs , ce qui donne nn 
conservateur pour 15,000 volumes. Si le departement des 
imprimes ä la Bibliotheque Royale en avait dans la m^me 
Proportion, il Ini en faudrait quarante-slx , tandis qu'il ne 
compte que deux conservateurs et un conservateur-adjoint* 
Ajoutons k cela qn'k la BibHoth^qne Royale il faut ranger et 
cataloguer les 12,000 volumes qui y arrivent tous les ans, et 
certes k la Bibliotheque Mazarine on ne doit pas perdre beau- 
coup de temps k ranger les nouvelles acquisitions, puisqu«^ 
l'on jn'a pas d'argent pour en faire. 

Du reste, on ne peut mieux juger des abus qui y existent 



fen conipannt so» ofgudsttion avee celle de k BibHotii^ie 
rioatital; €«lle-«i eal prttqiie ausai Bombreuse, puiaqu'eUe 
csmpte 80^000 Toliimeg et B'angmente toua lea j«im. Void 
la lUte du penonnel de ces deiix ^Ublissemena^ eomme eile 
cai doDBee par le bud^t (p« 303 pour la Maaarhie^ 319 pour 
riiulltiii) : 

MABARIVB. IHSTITUV. 

framw. 

1 Bibliotbecair^-adminUtniteiir. 1 Biblioth^caire k 5,000 

6 CQBMrvatetirs. ^ Soas-biblioüiecaire k..,.* 2,400 

5 PoEtm cC gardieoi. 2 Gar^oo« de buretu ii 1,000fr. 2,000 

13 7 

ApptHntemetu* 30,000 f. Appointemens. ••• 14,40Q 

Fnb materiels 5,000 Frais matöriela 3,000 

On Toit y par cette comparaiaon^ que la Bibliotb^qne Ma« 
arine coute ennron le double, quoiqu'elle aolt bien moiiia 
«tile. Je n'en veux pour preuve que robligation oü a'eat 
trauv^ rinatiiiit de rtndre aa bibliolhe^e d peu fnris publique ; 
11 y a et^ forc^ par lea inatances reit^^r^ea dea gena de 
Ictteea, qui ne trouvaient paa dana eeUea de TEtat lea rea« 
qui leur ^taient neceaaairea pour lenra travaux* Oa 

pouira paa dire qu'ils frequentent de pr<?ference cette der* 
Blere, parce qu'elle est dana une aituation plna commode que 
la Uitfarine, car ellea aont plac^es toutet lea deux dana le 
mftme batimeBt; fnota eUst paree gue celle de VInatüui a 
iemjemra eom, comme le fait obaerver trea justement le rap« 
party de ee tenir toujoura au courorU dea catuumaaneea ku" 
mmnem^ ee qui eat completement n^glige dana Pautre. Je 
Send obaerver 9 en outre , . qu^arec la moiti^ moina de per- 
aannel y la Bibllotb£qne de l'Institut est ouverte deux heurea 
de plua, et n'a pag de vacances* 

11 j auraity reliUivement i la Bibliotheque Mazarine, deux 
paciis k prendre; ai l'on ne veut qu'nn palliatif, il faudrait 
aopprimer une ou deux place« de conservateur, employerPar- 
gent que content leurs appointemena en acbata de livrea^ et 
obUger lea autrea k rediger un catalogue par ordre de ma- 
tiere ^ et i faire connaitire cea recueiU de piieea gut remon^ 
iemt juaqu'au xv^ aiecle, et gu^on ne trouce nulle part aü- 
kuTM. U ne faut paa plua d'un seul conservateur present 

Cor repondre k cent lecteurs, car lea troia de la Bibliotheque 
yale repondent k six centa, et encore, dana lea demiera 
teoapa, n'y en avait-il que deux, puis^ue M. Van Praet ne 
ponvait faire aon aervice« 

Biaia il nie aemble que, si Ton veut se decider k prendre 
k bon parti et trancher dana le vif, il faudrait donner la 
KUioth^ue Mazarine k Tlnatitut, pour la rc^unirl sa bibliothe- 
qoe, en lui imposant pour conditJioQde la rendre entieremcnt 



]iiibliqiie. Eb süppotant ooe cetle angaieiititloB tk ibree 4 
donbler aoii penonnel, il y auim eacore un exe^dant de 
20,000 fir, qiii poarra senrir k acheler des lifres. La maniere 
dont est conduite la Biblfoth^qiie d« PlBtdUit eat nne bonae 
garantie; oar c'eat assarteent la mienx adminiatr^e de Paria« 

La Biblioih^qu9 de Samie-Genevieve poMiäe 200,000 «k 
bimes et 3,500 9namuecrü$. On y irauve la plupart des eol^ 
Uethne acad^miquee et une eoUection complete de$ JIdes* 
BUe est rieke surtaut en ounragee hiiterifaee* See manu^ 
serUs le$ plus remarguablee eont des manueerite grece ei 
wrientaus. En g^näral see collectione igpograpkiguee eont 
präeieueee par mar mamire et leur eoneervaüim, On y r«- 
nuirque une eoUection nombreuse de bone ouwagee provenami 
de Rome , et qui ont 4t4 eouetraUe^ en 1814, aux reekerekea 
des 4trangere. 

Cette belle BibUothique est joumellement friquentie par 
pbie de deus ceni einquante personnes^ dont ki moitü au 
moine sontdes äUves des FaeuUis, (Budget, p. 327.) 

Voflä qnl forme certainement nne belle eoUection; mais^ 
enfin, lui fiuiMl huit conservateurg , tandls qiie la Bibllo- 
theqne Royale • troia foia phn nombreuse, n'en a qne troia, 
Pourtant ai une bibUothÄque a besoln de ae tenir au conrant, 
e'est celle*I4, fr4quefd4e tkaque jonr par ceni wngt^eitsf 
^tives des FaeuMs, qni n'y vont paa pour faire des recher^ 
ehea acienilfiquea et litt^raires, mala pour i'instniire, et 
auxqnela 11 fkndrait avant tottt, des U^Tea modernes. Alors^ 
aana donte, on en verrait, non pas cent vingt-einq, mafa 

Jnatre ou clnq eenta qui vlendraient y passer un tempa qu'ilm 
issipent peut-^tre dans lea cabinets de lectnre et dans les 
eatamineta; an lleu d'employer lenrs momena perdua k lire 
dea joumaux aubTeraifs de l'ordre social, 11s iraient puiaer, 
dans de bona ouvrages , dea principes d'ordre et de stabllit^. 
La BibUothique de r Arsenal eompte 176,000 volumeOy 
dont 5,704 manuscrUs. EUe posside la eoUeetkm la plua 
oomplite qui existe de romans depuis leur origine dans Us 
tktirature moderne ^ de püces de thidlre depuis Cipoque dee 
moralit^s et des mystires jusqu*en 1769, de poäsies frangaisom 
depuis le commeneemeni du xw sOcie^ (fn y remarqne un 
nombre consid^rable ^4ditions rares des auteurs Haltens ou 
espasnols. 

Plus de soisanie lectturs la fr4quenient habUuellementm 
(Budget, p. 327.) 

n r^suite de U qne tontea cea coUecftiona, qnelqne pr6- 
cieuses qn'elles soient, ne conatituent pas nne bibliothöque« 
EUea compl^teraient la Biblioth^que Royale; mais ce n'eaC 

I)aa une collection de mystirea on de livrea espagnols qui 
nstruira la jeunease dn Marals, Cette bibliotheqne est d'aiU 
leura placke dans un coln ^oign<$, oü U eat bien difBdIe 
d'aller la chercher; auaai n'est-elle d'ancnne utillt^ et eile 



r 



tbsotlie tont le« «nt y poiir sob perMuid^ one lomme Enorme. 
11 M eompose de fuhue pertcnneM C^^^f^Jf» P* 903)) ce qul 
ftit une par qvatre ledeun, ei eewe 3D|000-/r. , ce qut fait 
flOO fr. par lecteur^ sans tenir compte des Int^r^s du capital 
repr^aent^ par lea livrea et les bitimeBBy ni dea frah d'en- 
tretleD« En aiippoaant que chaqne lecteur demande un iiou« 
Teau Tolame chaqne foia qnll Tfaite la biblioUi^nei diaque 
Tolome eonanlt^ codte 2 fr« 4 I'Btat. 

YoiU donc troia blbliothöqnes , formant ensemble enyiroB 
SOOyOOO Tolnmea, e*eat-4-dlre un peu plna dea dem tfera de 
U Blbliotli^qne Royale (Imprimfs^y qni cemptent enaenible 
vingt-denx eoBaervateura ei conaenateitra-adjoiiitay tandia que 
eeUe-d n'a qne denx conaervaCeura et nn conaenrateur*adjohit« 
Mala ce B'eat paa U le plna grand mal. car beaucoup de cea 
place« BOBt rempliea par dea gesa de lettrea qni onl mMt^^ 
par dea traTanx ntUea, qne Pon am^liore lenr poaitioB. Ce qu'il 
7 a de r^eUement d^lorable, c'eat de Tolr 111,000 fr« d^ 

ra^ aaaa que Pon alt absolunient rien r^er?^ ponr achata 
ÜTrea*)« Si Boa pirea arafent agi de mdme, lea biblio» 
th^nea B'extateraleBt paa« Cellea qulla OBt foBd^ea aeroBt 
McBt^C a^par^ea par üb gonffre de IVpoque actuelley taadSa 
qn'oB pen d*argenty JudlcienaemeBt dl^eBa^^ aulBrali ponr 
ka teair an cenrant, au moiBa dana lea branchea de la acleBce 
lea plna ntOea an commnn dea lectenra. 

YeniUei m'excnaer, Monaieur le Minlatre^ ai j'al parlö 
atec trop de libert^ dea abna qni exiatent dana cea trota 
^tabliaaemeBa« A Dien bc plalae qne j'eB accnae votre adml« 
niatratioB. Je aaia qnlla exlatent depuia de louguea aBB^ea^ 
et qu'occnp^ d'affairea plna importantea, vona aves dd B^K^ea* 
aalrement lea laiaaer ^chapper« C'eat cette conaidifration 
acttle qni m'a d^termfafi k votia aonmettre qnelqnea obaerva* 
tioBa qui poiirroBt toub pandtre a^rirea, mala nul aoBt es* 
tKremeat conformea k la v^rit^^ et dicti^ea par ramonr aetil 
da blen pnMIc« 

Cepeadanty dira-tH»B peut*^tre, cea blbliothdqnea ne aoBt 
qoe dNiB lat^^t aecondaire; ob lea coBaerve, parce qu'ellea 
exiatent; lea placea de bibBotb^alrea contribnent k mettre 
dasff TalaaBce üb ceitalB Bombre de geaa de lettrea , et celle 
qol Inti?rea8e partknli^remeBt le public , et dolt attlrer arant 
tona lea regarda de PadmlniatratioB , c^eat la Blblloth^ne 
Royale« Permettex-moi) alors, MoBalenr, d'attlrer votre at* 
teatloB Bur aon 4Ut actnel, et de vona pr^aeater lea amdio» 
raUoBB doflt je erola qnll aerait auaceptlble« 

La BiUhiMque Regale «e eempote de qu^re ddpariemen» 
enUeremenU dieUneU (et paaaablement h^t^göaea), 9aveer: 

*) On ]D*a BMOT^ qaa cea bibttolb^qatt BTiient qoelqnas fonds, 
qaoiqae tröa faiblei, poar acbats de livres ; ce <]ae je pnia affirmer» c'eit 
qn^il n*est riea porte aa badget poar cet artide, k moiof qa*OA ne le 
oooipte daai lea meana fraii. 



90 

1, Le8 motmaiesy mddmOeB, pierres graoieB 9t mUres 
monumens antiquen; 

2. Leg estampeSf eartes g^ographiquBa ei plana; 
3« Lee impnm^e; 

4. Lss numuscrüa , chartes et dipl6mes. (Budget, p. 324«) 
Je ne me permettrai pas d'observationa siir le premier de 
^8 etablissemens; je suis etranger k la matiere. Qiie les 
antiqiies soient plac^a dans le batiment de la biblioth^qoe^ 
Oll aUleursy peu Importe; mala fl ne faudrait pas, ce me 
semble, qiie lea conservatenra de cet ^tablisaement eusseiil 
voix deliberatlve dana radminiatration de la biblioth^que, ni 
qu'il dffpendit du conaerYatoire, ou fl n'eat repr^seiite que 

Iiour un qnart; je ferai la m^me Observation tur feg estampea: 
e hasard peut jfaire sana doute que tel conaervateur des im* 
JrimeB ou des mamiacrits a'y entende fort bien, mala c'estim 
asard. Je pense donc qu'U faudrait que cea deux ^tablisae- 
mens fussent administr^s k part, que leura ehefa ne d^pen« 
dissent paa du conservatoire , et n'y ai^geaaaent pas. Quant 
aux eartes geographiquea, il faudrait , ce me aemUey lea s^ 
parer des estampea , et en faire ime subdinsion des impri- 
m^Sy auxquels il me parait plua naturel de lea assimuer« 
Une carte geographiqncy que Ton va conaulter pour un ren« 
aeignement^ a plus de rapport avec un li?re qu'avec.une 
estampe. 

Le dipartement des imprimie renferme eept eetU mille 
vohitnee et phisieurs eentamee de milUere de pieees relativee 
d Phhtokey et eurtout d PhUtwe de France. Il est admi- 
nktr4 par deux eonservateurs et un conservateur-^joini^ 
(Budget, p. 303 et 324.) 

Aucun pays du monde ne possMe une bibliotheque com- 
parable k u Bibliotheque Royale de Paris; eile s'angraente 
encore tona lea ana d'un exemplaire de toua lea oufrages im- 

Srim^s en France , et du peu d'ouvrages anciens et ^trangers^ 
ont la modiciie dea fonds qui lui sont allou^s lui permet 
de faire Tacquisition. Mais nous trouvons dans cette partie 
de la bibliotli^quey qui est celle qui interesse plus particuli^ 
rement le public en g^n^al, le contraire de ce que nous 
avons trouve dana lea autres etablissemena de ce genre: deux 
GonserTateura et un conservateur-adjoint doivent gouvemer 
cette immense machine , foumir joumellement des livrea k 
plus de six cents lectenrs, faire relier^ daaser et cataloguer 
12,000 volumea qui l'aiigmentent tqiis les ans, lire le catai- 
logiie des principales ventes qui se fönt en France et 4 
IVtranger, correspondre avec les libraires pour les acquisi- 
tions, et faire voir aux voyageurs les nombreuses raretea que 
renferme le de^pöt que leur eat confie. 

(Beichlots folgt) 

Verleger : T. 0. Weigel in Leipzig, Dmck von C P. Melzer. 




I§X:RAPS21J9I. 

für 

IHbnotliekwlsseiiseliaft, Handschrfftenkande and 

ältere Litteratar. 

Im Yereine mit Bibliothekaren und Ltttentnrfreunden 

herausgegeben 
TOn 

Dr. Mobert JSfautnann. 

J)ß 6« Leipzig, den 31. M&rz 1840. 

Alte ISaiiiMeripteiikataloye« 



II. 

Katalog [der Dombibliotbek za Constanz ?] in einer Hand- 
schrift des Herrn Geh. Rath Joseph von Lasabergm 

Der liier mit^theflte Manuscriptenkataloe befindet sich 
am £nde einer Handschrift , welche aus dem 9. Jahrhunderte 
stammt und das Sacramentarmm GregorU M» enthfilt. Die 
Hittheilnn^ desselben verdanken wir der Liberalität des in 
ier Debersdirift genannten Herrn Besitzers, welcher ihn auf 
die Bitte des Herrn Hofiraths und Professors Dn Gustav Uän^ly 
gleich dem in No. 4. dieses Blattes S. 40 — &8 stehenden 
Kataloge, der Redaction zum Abdrucke gefalligst überliess. 
Herr Geh« Bath von La$$berg schreibt ans folgenden Gründen 
den Codex der Constanzer Dombibliothek zu : 1) hat er ihn 
in Constanz von einem Antiquar zu einer Zeit gekauft , wo 
der kleine Rest der Dombibliothek aus seinem Behältnisse 
Tersehwnnden war; 2) trägt der Codex dasselbe Kleid, das 
auci» die übrigen Handschriften dieser Bibliothek trugen, wel- 
die der Bischof Otto von Hochberg in der ersten Hälfte des 
XV« Jahrhunderts sämmtlich einbinden liess; daher unter- 
sdieidet sich hierin die Handschrift von St« Gallener sowohl 
ab anch Reiciienauer Handschriften; 3) wenn auch, wie 
«0« jirs vermnthet (vgl. seine am Schlüsse mitgetheilten Be- 
aerknngen) der Codex in St. Gallen gesdirieben worden, so 

6, 



S9 

hindert diess die Annahme nicht , dass er unter die Iland- 
achriften gehöre, welche Bischof Salomo III., der auch Abt in 
St. Gallen war, von da nach Constanz gebracht hat. — Die 
an dem Bande der Ibndschrifl beqoerklichen , den St. Galle- 
ner gleichen Centonen FirgiUi^ ohngefahr «in paar Dutzend 
Verse enthaltend, lassen sich ohne Zerstönmg des Bandes 
nicht ablösen. — Uebrigens vergl. man den Auszug aus dem 
Kataloge in J. C Orellii Epist. critlca ad Mad?igium, pag. XX., 
in der Ausgabe von Cic, Orator, Brutus cet. pag. XX. 



Hec eil fumma librorum qui hie habentnr. Ilieronimuf in 
efaiam uolumina. Villi. In hieremiara uolumina. III. In ezechie* 
lem. V. In ecleüafien. IL In danielem. III. Item quoddam bre- 
uiarium. In ceterof prophetaf. Villi, uolumina. Queftionum 
hebraicarum. uolumina. HL EpUloIarum uolumina« VI* Super 
pfalmof. VHII. Item cuiufdam fuper pfalmof uolumina. II. Ilie- 
ronimuf fuper matlieum. IL Item fuper Uli. euangelia. In 
•pÜlolaf pauli uolumina. II. AugtiAinuf fuper pfalmof uohi« 

pag. t. mina. lU« Super cantica graduum. U Eiufdem in iobanuem 
euangeliftam. II. De confenfu. IUI. EuangelÜlarum. I. De 
ciuitate dei uolumina. III. Contra Inciferianum. L in quo al- 
tercatio athanaüi cum arrio fabellio et fotino hereticif. De 
eodem liber. I. In genefim volumina. II. Contra fauilum. f. 
De fancta trinitate. i. Retractationum. I. eiufdem uolumina. II. 
fpeculum dicta. Enchiridion. IL De. X. cordif, L In cantica 
canticonun. I. De baptifrao. IL De libero arbitrio. IL Con- 
feffionum. HL In epillolaf iohannif euangeMe. IL De pro- 
deftinatione. I. De genefi contra manicheof. L In eptati- 
cum. L De doctrina chrüliana« 1. Aliud de difciplina chri- 

(liana. De bono • • • De anima. I. in quo 

alia multa. De natura bonL L De fermone domini in monte 
habito. I. De queüionibuf diuerfif. L De bono pacientie. L 
De fymbolo contra iudeof. L Contra. V. herefef. L Contra 
maximum epifcopum arnanorum. L De fide et gracia* L in quo 
difputatio bafilii de principio cell et terre et exameron ambrollL 

png. 3. Item liber dequo fupra. De bono coningali et de nirginitate et de 
uiduitate et orando deo et de opere monachorum uolumen« L 
De lide catholica ad petrum. L in quo et gennadiuf de ecle- 
fiailicif dogmatibuf. Sermonef de euangelicif et apoftolicif 
dictif. Item quoddam breuiarium de eodem. De uita chri- 
fiiana et altercatio eclefiae et fynagoge et alia plura in uolu- 
mine. L De pudicicia coniugali et contra iullanum. L Contra 
crefconium. I. Queilionef de nouo et ueteri teflamento. L uo- 
lumen. Eugippuf de librif fancti auguftini uolumen. L Am- 
brofus (Jic) de ifaac et anima de bono mortif de fuga fecli 
de lacob de beata uita de ceco fanato de exceffu fratrif uolu- 
men. L De hjiloria nabuthae. L in quo et uegeciuf de re 



SU 

mfliUri et qiieftlonef albinl in genefim et ge&M. aleictndri nagiii« 
Snper epiftolaf paidl td romanof et coiinthiof« K Alind in 
epiftoltm ad ^attas in quo et hieronimuf de manfionilmf filio- 
ram ifrahel. De falomone et gcdeone et apologia daold. I» 
Etameron. III. Item de bono mortif« I. in quo et foliloquinm PM- f 
aoguftini et einfdem de quantitate anime. Contra hereticof. L 
inqno et angnftiniif contra arrium. De patriarcUf et benedicti(^- 
oil>as patriardurnm. L Super Incam. I« de ofliciiil I. Grego- 
riof cninf moralia in. VI. corporibnf. Item. U. paftef in üol. 1. 
Paftoralif core. Tolumina. III. Quadraginte^. DI. Dialogonim 
irolnmina. V. In exechielem. III. epilh>lanim toL I. Excer- 
ptionom de moralibnf noiumina. II. lathecen (fie). I. Paterii 
aliod. Ratoldi Über. I. uerfificatuf fnper moralia iob. Beda 
foper apoilolomm nolnmina. VI. Snper tiiobiam et efram« !• 
De templo falomonif. De tabemaciilo et nafif eiuf. I. in pr^ 
nerbia falomonif. Dil. In. VII. canonicaf epiftolaf. I« De gratia 
dei et in cantiea canticornm. I. Super f enefim. I. De tempo- 
ribof noiumina« VI. In lucam. III. In matheum. III. In mar^ 
cvm. ini. In genefim. I. in quo et hieronimuf fnper matheum. 
Qnefllonum nolumen. I. angnitinnf et hieronimuf in IUI. euan- 
gelia. Expoiitlonef fuper iohannem. I. Sine titulo auctorif. 
Textnf. Vil. epiftolamm pauli. Origenif uolumina. HI. in epi- 
ftolaf pauIi. in geneiim exodum et leuitteum. I« Periarchon. I. P*8- ^^ 
lobannef chryfoftimnf in euangelium uolumina. IIL De repa- 
ratione 4apfi et diueriif fentencif uolumen. L In epiftolam ad 
bebreof. I. Paulinuf magifter in tref epiftolaf pauli ad hebreoa 
titnm et philemonem uolnmen. I. In. VII. pfalmof libelluf. I. 
In epiftolaf pauli quontmdam fine titulo uof • Item in epiftolaa 
p heimonif ut pntatin* uolumina. IUI. In epiftolam ad galathaf 
uolnmen. I. Canonicamm epiftolamm teituf. I. Ifydoruf fyno» 
nima. II. Eipoiitio in uetnf teftamentum. II, uolimitna. Poftera 
parf ethimologiamm ifydori. Expoiitio. L fuper enangeliura. 
Rotamm. II. De ortn et obitu patrum. I. Deflorata ifydori uo- 
lnmen. I. in quo prouerbia enagrii dicta encherii glofla iunilN 
et nifio unettini et miiiierif cninfdam. Ethimologiamm ifydori 
parC II. Explanatio in genefim. I. Rabanuf in genefim uolu- 
mina« III. In hieremiam. I. In palyppemenon (Jie)^ I. In 
libmm fapientie. II. In machabeomm libmm uolumina. II. In 
indith. uolnmen. I. In il^m naue. indit et iudicinn« I. In regiun 
nolmnina. II. Ethimologiamm. 11« Uualfreduf inpfalterinm. u<h 
Inmina« II. In genefim. III. In regum. I. In euangella. I. In- pag. 6 
Kannf progroflicomm (/ic). DI. terctnm in quo dinerfe nifionef. 
Natin^Uum rernm uolumen« I« line titulo auctorif. Cafßodorna 
in pfalterium« IUI. uolumina« lofephnf uolumina. IUI. Recogni- 
tionnm dementif uolumina. II« Sancti uigilii epifcopi contra 
hereticof uolnmen. I. Hilarii epifcopi de flde uolumen. I. 
Sanetiif cypriamif de hyftoria iofepM uolnmen« Item cyprianua 
c^ibkmra nolomen« I. Proi^r de nita contemplatiua uohi- 

6* 



94 

minft. IL De promiffionibtif dei. !• De ^aiia dei et libero 
arbitrio. L In pCalmof« U hilloria romanoriim. I. Frecholfi 
chronica. I. ciim expofitione fiiper genefim. Hiftoria langobar^ 
donim. L Gefta anglonim iiolumeB. I. Soliniif« U Atidibertuf 
iioliimina« II. in apocalipfin Itein priroaiii. IL Uegeciiif iiolii- 
men. L GennadiuL L de illuilribiif nirif. Item alter de illiiilri- 
biif oiriL Libri generationiim« !!• EcleiiafUce hiftorie. L Tri- 
pertite. IL Excerptio amali contra indeof Admonitio ione 
epifcopl ad pippinum« Scintillariim iiolumina. III« CoUatio«- 
num caffiani uolumina* Y* De iiita patili heremite« L et alio- 
nim patnim uolumioa XVL Gregorii nazanzeni iioliimen* l. 
MarcianL lilL Periii et iuiienaliL L Oiiidiuf de amatoria arte. L 
pag. 7. Item oiiidii metamorfofeon Sili et flacii nolumen. L Cafliodonif 
de. VIL liberaUbnf artibiif. L Item de. VIL llberalibiif artibiis. l. 
fine titido Macrobii Über. I. fatiirnaliiim conuiniomm. Forta- 
nati metrum in uoliimine. I. Kalchidiiif in thymeiim platonif. l. 
Libelltif epiilolarnm fenece et paiili. eiafdem ad lucilium iio- 
'lumen. I. Ygini uolumen. I. Categoriariun ariftotelif iioInmeD« 1. 
Saluiliuf catelinariim. L AiigiiAiniif de miiüca. VI. Claiidiannf 
de proferpina. L Excerpta pompeiL L Senece naturaliiini 
qiieflioniun. L Uictoriniif de retliorica. I. Hiiloriariim pompei 
trogi. L Dialectica aiigiiftini et boecii geometria Ariftotelif uo- 
lumen. I. de. VIL liberalibuf artibnf Sacramentonim libri. XXIL 
Infuper. II. in. IUI. uoluminibiif. Lectionarii. X. imdecim uo- 
lumina plenarii. (356 uolum.) 

SchlieBsIich stehe liier noch das Urtlieil des Herrn von Ars 
über diese Handschrift. Er erklarte sich darüber so: 

Den Codex finde ich in jeder Hinsicht vortrefflich. Das 
herrlichste Pergament, die schönste Dlnte^ die gleiche , sau- 
bere, leserliche Schrift, in grosserer Form, wie bei liturgi- 
schen Büchero die Sache es erheischte, die richtigen Capital- 
4md Uncial-Titel und Anfangsbuchstaben, das frische gliniende 
. Crold tragen alle bei, daraus eine aierliche Handschrift zti 
bilden. Es enthilt das Sacramentariiun Gregorii Papae ecde- 
«iae romanae, und stimmt mit dem, welches in den gedruckten 
Werken Gregorii M. gefunden wird, ganz überein; bloss dass 
bei den Votiv-Messen nicht die nämliche Ordnnng beobachtet 
wird. Offenbar ist es gegen das Ende des IX. Jahrhunderts 
von Schreibern, die die ars lineandi vollkommen inne hatten, 
verfertigt worden. 

Nebst dem Hauptwerke werden noch drei andere Schrif- 
ten bemerkt. Nämlich am ersten Blatte mehrere Variatio- 
nes der Oration, die vor dem Orate fratres gebetet wird, 
tmd damals noch nicht wie jetzt eine festgesetzte Form hatte* 
Femer die OraUones auf dem 2. 3. 4. ersten Blatte, und auf 
zwölf Blättern , welche dem Büchercatalog vorgehen. Drittens 
in dem Bücherverzeichnisse, welches. zwar grösstentheils die 



85 

Bneher anliililt, Welche auch in den Katilogen von St. Gallen 
BDd Reichenaa stehen ^ aber doch nicht ganz die nämlichen 
Bacher enthalten. Immer war diese Bibliothek aahlreich und 
kostbar y und konnte nur einem grossen und reichen Kloster 
angehören. Das ganze Buch, und nicht einmal der Katalog 
verrath mit einem Ausdruck seine Heimath. Der Codex ist 
offenbar ror vierhundert Jahren anders gebunden worden, und 
damals sind die alten Pergamentstreifen um den Riicken ge- 
sdilagen worden, die am Anfange nach dem dritten Blatte, 
und am Ende Tor den zwei letzten Blättern durch den Bruch 
des Bandes gesehen werden. Die Schrift scheint mir die alte 
römische Capital zu seyn , und wenn sie diese ist , so iHLren 
diese Streifen ein kostbares Fragment. Ja, wenn dieses Frag- 
ment etwas ans dem Yirgil enthielte; so wäre diese Hand- 
adufA ohne Zweifel eine St. Gallische gewesen, wohin sie 
aoch wegen der höchsten Aehnlichkeit der Schrift und der 
grossen Buchstaben zu gehoen scheint« 

fa. 3»e.*^nÄ'aU. 1840. "^ÄXL.-^^ 



lieber die mögliche Selbständigkeit der Vorsteher von 
Uoiversitäts *- Bibliotheken nnter gleicher Besoldung 
mit den ordentlichen Professoren. 

So richtig das Bild ist, welches Herr Professor Dr. Hoff- 
matm in No. 1. dieses Blattes von den meisten Vorste- 
hern der Universitäts- Bibliotheken zeichnete, so folgt doch 
nicht die Nothwendigkeit, dass dieselben auch für die Zu- 
kunft Immer mehr formeUe, als materielle Beamte bleiben 
sollen. Vielmehr fordern die ausserordentlichen Fortschritte 
der meisten Wissenschaften, und besonders der unendliche 
Umfang der Bibliothek-Wissenschaft dringend auf, die Vor- 
steher der Unirersitäts - Bibliotheken zu selbständigen 
Bibliothekaren au erheben, und ihnen jene Benifsaditung 
zu Terschaffen, welche den Vorstehern anderer Bibliotheken 
gezollt wird. An jeder Universitats - Bibliothek sind 4 — 6 
Gehülfen nnter den Namen Unterl>ibliotbekare, Custoden, Se- 
eretaire, Scriptoren etc., deren keiner angestellt werden sollte, 
welcher nicht nach der Idee des zu firuh Terstorben^n Bbert 
über die Bildung des Bibliothekars gleichsam aufge- 
wachsen ist , und deren jeder dem Andern unter steigender 
Besoldung nachrücken sollte, wenn er seine Benifsthätigkeit, 
Liebe und unerschütterliche Treue für die Anstalt ununter- 
brochen erprobt hat. Nur ein Mann, weli^er in einem sol- 
chen Corps eine lange Reih^ von Jahren erspriessliche Dienste 



8« 

geleistet hat , ist zam Vorstelier einer Universit&ts-Bibliotliek 
geeignet, und kann auf die Beru&achtung der Regiernnga- 
Behörden und der Studirenden^ wie seiner Untergebenen, 
Anspruch machen« Er darf über keinen andern Gegenstand 
öffentlichen Unterricht ertheilen, als über einen solchen, wel« 
eher mit seiner Berufis- Wissenschaft unmittelbar in engster 
Verbindung steht; daher Literar-Geschichte im ganzen 
Umfange, Encyclopädie und Methodologie mancher 
Fakultäts- Wissenschaften, vielleicht auch die allgemeine Welt« 
geschichte, oder die spezielle seines Vaterlandes am pas- 
sendsten scheinen, indem er mit allen ihm zu Grebote stehen«« 
den Quellen derselben weit leichter sich vertraut machen kann, 
als irgend ein Fakultäts- Professor« Ninr bei dieser Beschrän« 
kung auf jene Lelirgegenstinde und durdi vieljährige Beschäf- 
tigung mit allen Zweigen der Bibliothek -Wissenschaft ist er 
als Vorstand befähigt, seiner Pflicht bestens zu entsprechen^ 
und den Wünschen des weiteren und engeren akademischen 
Senats als ständiger Bibliotliek-Commission ebenso 
nachzukommen, wie jenen aller einzelnen Professoren und 
fremden Gelehrten. Als ein von Pflichtgefühl durchdrungener 
Mann wird er wünschen, dass der Universitäts - Rektor und 
die 4 Dekane als ausserordentliche Commissäre jährlich ein- 
oder zweimal ganz unvermuthet ihn und sein untergeordneten 
Personale mit einer Untersuchung überraschen, ob die allge- 
gemeine und besondere Bibliothek -Ordnung für alle Geschäfts- 
zweige ununterbrochen beobachtet sei, wie die Kataloge fart- 
gesetzt, die Kasse gefiihrt, die Akten registrirt, die laufenden 
Rechmmgsbelege gesammelt, die Kunst- oder Wissenschaft- 
Seltenheiten erhalten oder verwahrt sind u. s« w. Er wird 
sich über den Befund des Ganzen ein in seiner Gegenwart 
doppelt zu fertigendes Protokoll ausbitten , von welchem ein 
Exemplar in den Akten der Anstalt bleit>t, das andere der 
konigL Staatsregierimg zur Einsicht vorgelegt wird. 

Rücksichtlich des tägliclien Geschäftes wird er als Muster 
seiner Untergebenen gleichzeitig mit ihnen auf dem Bureau 
Vor- und Nachmittags erscheinen, die eingegangenen Expe- 
dienda einsehen, und deren Expedition anordnen, alle Ver- 
kaufsverzeichnisse der Buchhändler und Antiquare , wie alle 
ihm zugänglichen neuen Literatlirwerke und Zeitimgen lesen ^ 
geringere Werke Im Preise von einzelnen Dukaten oder Karoli- 
nen nach den Wünschen der 4 Fakidtäten sogleich anscliaften, 
imd für Kostbarkeiten, deren allmählige Erscheinung grosse, den 
speziellen Etat überschreitende Summen erfordern möchte, die 
Genehmigimg der Regierung auf die fernste Zukunft einho- 
len, damit auch seine Nachfolger gedeckt sind. Verzeichnet 
er nach eigner Einsicht und Erfalmmg zum Voraus im Ver- 
laufe des Jahres die jeder Faciiltät erwünschten Werke , so 
begegnet er nicht nur ihren gerechten Anforderungen, son- 



^ 



9ff 

dem controllirt sie sorar. Wie er während seiner mehr- 

oder vieljihri^en DienBÜeistiiog schon mit dem grössten TheUe 

der Torhandenea Bücher der Bibliothei^ bekannt wurde ^ so 

hat er sich auch mit jedem neu eintreffenden Buche bekannt 

Bu machen. Ihm liegt ob, den Inhalt aller Handschriften, 

welche noch nicht untersucht sind, bu erforschen, imd im 

Falle der Nenhett dem Publikum bekannt su machen , damit 

der verborgene wissenschaftliche Schata durch irgend einen 

Gelehrten der Menschheit nützlich gemacht werde» Erfolgen 

adiriftllche Wünsche auswfirtiger Gelehrten , so hat er sogleich 

deren xweckmissige Erfüllung ansuordnen imd einzuleiten« 

Ist Bocli keine systematische Beschreibung der Bibliothek Tor« 

handen, so hat er einen Entwinrf zu fertigen, und mitZuzie^ 

hnog seines imtergeordneten Personals nicht niu- für die be* 

reite vorhandenen Bucher sn vollziehen, sondern auch für 

die nea einlaufenden sogleich mit realisirtem Inhalte einsulei- 

ten. Es wird ilim zur Freude gereichen, die Subalternen 

täglich oder wöchentlich und monatlich nach dem Fortschrei« 

ten ihrer Arbeiten bu beobachten und bu controUiren. Will 

er alle diese Dienste täglich mit seinem Personale fortsetaen; 

so wird ihm fast Zeit mangeln, die zur täglichen Vorlesung 

nothige Vorbereitung zu gewinnen« 

Unter solchen Voraussetzungen würde kein Fakultäts-Pro* 
fesBor mehr streben, die fignrirende Würde eines Ober* 
bibUothekars als blosse Sinecure zu suchen» Denn bei der 
zweckmäsaigen Vertheilung aller Geschäfte nach der allgemein 
nen Bibliothek -Ordnung müsste er als Nullität in den Augen 
des ganzen Personals ersclieinen , und sich selbst verächtlich 
werden • besonden wenn er nur wegen der Gratification von 
3 — 400 Thalem zur Professors - Besoldung sich vergessen 
hätte, wie bisher leider an den meisten Universitäts- Biblio- 
theken geschehen ist! — 

Königlicher Bibliothekar in Bamberg. 



Ueber eine jetzt wichtige Handschrift vom X« Jahrhundert 
in der öiTentlichen Bibliothek zn Bamberg, 

Historia Richeri, Monachi ordinis sancti Benedicti in coe^ 
ndbio S. Remigii extra muros civitatis Rhemensis, de rebus 
in Gallia gestis , distributa in IV libros« I. A Carolo usque 
ad obitum Rodolfi regis. 

II* Lndovicus, Caroli filins, a transmarinis partibus revo- 
eatuB, rex creatur, et post mortem ejus fllius Lothtrius. 

liL Regesta Lotharii usque ad obitum. 



IV. Ludo^ictis, Lotharii filiiis, in regniim MibrogaliiSy qiil 
UDO tan tum anno patri superstes XL CaL Junii naUirae debi- 
tum solvit, et adhuc \ivens secua patrem suum itiimulari petüt^ 
quod et factum est. 

Post Ludovici decessum miiltae discordiae de electlone 
no?i regis exortae sunt* 

Diese Ueberschrift des Inhaltes von Torliegendem Codex 
aus dem X* Jahrhundert wurde von einem Diplomatiker unse- 
res Jahrhunderts vorgesetzt, ehe irgend Jemand daran dachte, 
den wichtigen Inlialt desselben im Ganzen zu untersuchen 
oder dem Publikum mitzutheilen. Da die Handschrift durch 
einen unbegreiflichen Fehler im öffentlichen Verzeichnisse 
dem XlII. Jahrh. zugeschrieben war, und der Archiv -Rath 
Dr. Pertz zu Hannover sich jetzt das unschätzbare Verdienst 
erwarb, dieselbe (nach der mühsamsten Enträthselung nur 
bei dem hellsten Lichte der Sonne) vollständig nicht ninr in 
seine Monumenta Germaniae aufzunehmen , sondern auch noch 
einen besondem Abdruck für eine Ueinere Ausgabe zu veran* 
stalten: so möchte manchem Leser nicht uninteressant seyn. 
nähere Kenntniss von ihr zu erhalten. Der Codex hat 5d 
eng bescliriebene ganze, mehrere halbe und \ eingelegte Blät* 
ter zur Vervollständigung des Textes, welche letztere jedoch 
nicht gezählt sind. Unverkennbar ist die ganze Handschrift 
das Original des Verfassers, welcher auf vielen Seiten seinen 
ersten Eintrag theils durchstrich, und entweder in Worten^ 
oder ganzen Zeilen verbesserte, oder Stellen von einer Breite 
zu 2 — 3 Fingern abschabte, imd zum Theile wieder über- 
schrieb ; daher die Handschrift zu den Palimpsesten zu rech« 
nen ist. Die Tinte der oft fast unleserlichen Urschrifll; war 
viel bleicher, als jene für die Correctur des Verfassers, wel« 
eher auch viele Stellen am Rande zusetzte. Die ganz glei- 
chen Schriftziige sind klein Minuskel vom Ende des X. Jahr- 
hunderts; die Zahl der Zeilen wechselt von 33 zu 52 nach 
der Länge der Pergamentlagen, welche um 1^ Zoll verschie- 
den ist. Leider wurde diese Handschrift Tor 200 Jaliren, wie 
alle iibrigen des Domkapitels, auf Kosten des Dechants Hektor 
von Kotzau und Domprobstes Neusteiter ^ genannt Stürmer ^ 
1611 neu eingebunden, und mit den goldenen Wappen des 
Domkapitels und der beiden Gönner versehen, allein am 
Rande ungeschickter Weise so beschnitten, dass viele Zusätze 
und Bemerkungen, wie fast alle Kapitel- Ueberschriften zur 
Hälfte verloren gingen. Wie diese Handschrift in das Dom- 
kapitel gekommen ist, möchte mit Gewissheit nicht zu be- 
stimmen seyn; doch ist höchst wahrscheinlich, dass sie erst 
nach der gewaltsamen Zerstönmg der Bibliothek und des Ar^ 
chivs der Benediktiner Abtei Michaelsberg zu Baml)erg, welche 
die städtischen Bürger in einem Auflaufe gegen die Bewoh- 
ner des Klosters im J« 1035 bewirkten ^ in die Dombiblio- 



tksk gekommen ist» Denn der einst USsterlidie Gonventasl 
Etkth^rd , welclier Tom B. Otto L sum ersten Able des ¥on 
üun gestifteten und in der Reformstions-Periode schon suf- 
fehobenen unterirsnkiachen Klosters Urach befordert worden 
wsTy hatte sie dsselbst einsehen den Jshren 1096 — 1 101 
ebenso benutzt^ wie spiter der Abt Joh. Trükeim Ton Hirschsu 
dessen Auszug scsiner Chronilc im Anfange des XVI. Jahrhun« 
derts einwebte« Der Inhalt dieser Handschrift verbreitet sich 
iber die Greschichte Franloreichs vom J« 888—996, und theilt 
viele Einseinheiten mit, welche andern gleichseitigen Werken 
abgehen. Der Verfasser war iibrigeiif ein Sohn des gehei* 
naen Rathes Rodidf bei dem Könige Ludwig IV. über Meer^ 
cihlelt In frühester Jugend Kenntniss von den Staatsverhält- 
Bissen seiner Zeit, trat beiläufig nach 866 in das Kloster 
BenugiDS bei Rhelms, und genoss Torzuglich die Wissenschaft-» 
liehe Leitung des Magister Gerbert ^ welcher spater Erabi* 
schof Ton Rheims, nadiher Ton Ravenna, und endlich Pabst 
ab Sylvester II* geworden ist. Von diesem hohen Gönner 
hatte er den Auftrsg snr Abfassung der Geschichte Frank* 
iddis ans den letsten 100 Jahren erhalten ^ weswegen er 
diesem sein swischen den J. 992 — 995 verfasstes Werl^ 
Eingänge sneignete. Sehr anfiFallend ist, dass weder sn 
j Boch SU Paris dieses wichtige Werk sich findet; daher 
als wahrscheinlich der vorliegende Codex das einsige 
Esemplar der Welt ist. Dr. Pert% liess ein sehr genaues 
Fandmile seinem kritischen Prologe sum Gänsen beifügen, in 
welchon er sich möglichst genau iiber die Verhältnisse des 
Veifisssers und dessen Werkes ausspradi. Nur ist su be« 
danem y dass dieser mit der wesentlichen Gkschlchte seines 
Zeitaltera manchmal su viele Nachrichten von sich selbst ver* 
schmols, welche der Sache etwas Eintrag thun. 

Jfaeckf 

Konigl. Bibliothekar is Bamberg. 



Ueber 

Jf o h. Meinhold VovMter'M 

Wortverzeichnisse der Südsee - Spracben. 

Die 3. Nr. dieser Zeitschrift enthält von dem Herrn 
Oberhibliothekar und Oberstndienrath Moeer su Stuttgart eine 
Biadiricht über eine von ihm für die dasige Konigl. öffenüidie 
Bibliothek erworbene Handschrift der Sudsee-Vocabulare Joh. 
Memhold Foreter^e^ welche der Verf. in der Freude eines 
wichtigen Besitses fiir ,,noch ganz unbekannt ^^ hält und an 
der er so viele ,, innere Spuren der Aechtheit^^ findet, dass 
er ^n der Abstammung eines Theils denelben von J. JB. For^ 
etet^e eigner Hand durchaus nicht zweifelt.^^ DasBewelsende sind 
Hnu m. eine Anzahl grober Felder gegen die englische Recht- 



90 

gehreibimg; er erklart die Wortformen Bagliah^ »ckould, 
pronufUiciation und andere, die darin gelegentUdi vorkom* 
men, für ,, kleine Yerstöasey wie sie ¥on einem Deutschen 
zn erwarten seien, dem die englische Sprache feläuilger als 
die englische Schrift gewesen. ^^ •/. it. Förster ist ein Ge- 
lehrter, dem man die Kenntniss vieler lebender Sprachen 
nachrühmt; vor dem Antritte seiner beriihmten Reise lebte 
er 6 Jahre lang in England und übersetste Werke in das 
Englische, wie er eine Reihe eigner Schriften in dieser 
Sprache verfasst hat« *) Es ist nicht die Absicht dieser Zei- 
len, die Grundsätze, nach denen der Herr Oberbibliothekar 
Moser iiber die Aechtheit von Handschriften entscheidet, «i 
benrtheilen , sondern nur zu berichten , dass die hiesige Kon« 
Bibliothek die erwähnten Wortverzeichnisse der Südsee-Spra- 
chen im Originale und ganz von F, R. For$ter*8 Hand be- 
sitzt« Dieselbe erwarb im J« 1799 die ganze, 7000 Bände 
umfassende Bibliothek des gelehrten Reisenden, deren Ue« 
hernahm e der Bibliothekar Biester in Halle bewirkte (s. Fried, 
fVOken'e Geschichte der Königl« Bibliothek am Berlin S. 134 
— 135.). Die in der Stuttgarter Cople vereinigten poljnesl- 
sehen Wortverzeichnisse bilden in der hiesigen Kon« Biblio- 
thek 2 Bände, einen grossem, manuscr, orieni. 8. No« 62., 
welcher als von Hrn. Af. nicht angeführt 1) zwischen dem 
Verzeichnisse der Oster -Insel und dem von Patagonien a) 
ein Wortverzeichniss der Marqnesas, ^) einige Wörter der 
Inseln nordlich von Mallicollo, und 2) nach den polynesischen 
Personennamen noch Inselnamen enthält; die 4 bei Hm« ü#. 
schliessenden Vocabulare bilden einen zweiten, kleineren Band, 
ib. N. 83. '^*) Mit dem, was Hr. ilf« von der dortigen Ab- 
schrift hat abdrucken lassen, stimmt die hiesige Handschrift 
wörtlich überein; sie ist aber, wie sich von selbst versteht^ 
von jenen schrecUichen Schreibfehlem gänzlich frei« Man 
findet hier also English, ehouldy pronunciation^ Tropica (bei 
Hrn. M. Tropika)^ more than (M. then)^ better (M. bettre\ 
are (M. ave\ leaming (M. leming)^ consists (M. conaistee), 
diphtkonga {M. diphtonga)^ totaUy (M. totaUf) y uaefui (M« 
uaefull) , many languagea (M. many language) , by easting 
an Eye (M. Caatinng , Ey^ , can by no meana be depended 

*) Herr M, bemerkt nicIiU aber den Zattancl derjenigen Tbeile eei» 
ner Handschrift, welche er Abschreibern beimisst; weil er diese Felder 
aber als Beweis der Aechtheit des Fortrfr*schen Tbeiles anfuiirt, so 
mass man glauben, dass die Arbeit der Abschreiber davon frei sei« 
Mit F.*s Handy nie er selbst sagt, unbekannt (ein Brief F. R, F*a 
findet sich im 1. Hefte von Dorote^s Faesimiles, Berlin 1836. 4.), be- 
stimmte er also unter den verschiedenen EUwden der Handschrift die 
iehlervolle für Forster. 

**) Die hiesige Kon. Bibliothek besitzt auch das, zum Theil mit 
Bleistift geschriebene. Reise -Broaillon Forster^s (ib. No. 61.), aus wel- 
cliem er diese Wortverzeichnisse zusammengestellt hat. 



vpon (bei Af. Seth be) ^[eielirieben« *) Das Wort ekm$e, 
welches Hr. M. für einen ahnlichen ,,SpliUer<< hält, steht 
aber auch In der hiesigen Handschrift, da es bekanntlich eine 
sehr gangbare Schreibung neben ehoase ist. In derselben isl 
übrigens auch der engL Text nicht so bis ins Unnatürliche 
mk grossen An&ngsbiichstaben überladen. Diese Wortver« 
seidmisse sind in reichen Anssügen schon von Formier in 
seinen observations (Tafel lu S. Im«, in der deutschen He- 
bers., „Bemerkungen u. s. W^ Tafel nach S. 254.) mitge« 
theilt worden, und, nach den bekannten Umstanden, weläe 
eine doppelte Publication dieser Reise veranlasst haben, in 
einer davon unabhängigen, aber siemlidi gleichen Redaction 
In Cooi^s 2Ut Reise, ^*) und sind aus beiden Quellen in an* 
dere Werke , x. B. das Wörterbuch der Kaiserin Katharina, 
Her V CM vocabolario poUeioto, dessen aritmetica^ und Mar 9» 
den* 9 mücellaneous works^ übergegangen. Einen ferneren 
Beweis, dass die Handschrift nicht ganz unbekannt geblieben 
bt, und einen Beleg für die Beiirtheilnng ihres Werthes lie- 
fert eine im J. 1@28 geschriebene Bemerkung des Geh. Staats« 
mlBisters Frelherm Wilk. 0. Humboldt in dem eben erschie- 
nenen 3ten Bande (S. 435 — 436.) seines Werkes über die 
Kawi-Sprache. ^**) Die von Wilh. v. Humboldt angefangene 
und von dem Unterzeichneten vollendete vergleichende Gram- 
matik der Südsee- Sprachen, welche den grdssten Theil die- 
ses 3. Bandes des Werkes einnimmt, Hess sich auf bessere, 
gedruckte Quellen stützen ; auf sie gründet sich auch das von 
dem verewigten grossen Staatsmanne zusammengestellte tahi- 

*) Wen« die Sadae&-Wörter in der fitottgarter Abschrift In den«l- 
ben Weise copirt sind, so kann man nioht wünschen, dass sie aa einer 
wissenschaftlichen Arbeit benutzt werde. 

^*)Cook^ Yoysge towards the Send Pole, and ronnd the world. 
Dieses werk enthalt allein das grosse tahitische Wortverzeichniss, Vol. 2, 
8. 323^363.; nach S. 363. befinden sich aof einer Tafel die kleine- 
res Wortveizeiobnisse. 

*^^^) „ Die hiesige Kon. Bibliothek besitzt sobriftliche Anftatae des 
ilterea Fonter ^ die schatzbare Materialien enthalten. Der bei weitem 
grosste Theil dieser, hier und da nar mit Bleistift and sichtbar auf der 
Reise selbst aufgezeichneten Notizen besteht in Worterregistem. Nnr 
über die Tahitische Sprache kommen ancb grammatische Nachrichten 
vor. Die Mnndart der Gesellscbafts« Inseln ist iiberhaopt am aosführ- 
tichsten behandelt. — Zn allgemeinen Vergleichongen und zu genauerer 
Prüfung da, uo man dieselben Wörter aus andren Quellen kennt, lei- 
sten diese Materialien sehr ntitzliche Dienste. Doch ihnen allein zu 
tränen , missen billig folgende Grunde abschrecken. — — Drittens 
enthalten die grammatischen Bemerkungen grobe IrrthSmer nnd Mängel* 
So haben weder Monkkmue^ noch Fortier auch nur eine Ahndung des 
Duals nnd des ausschliessenden Pronomens gehabt, nnd der Dual wird 

M gegeben, als wäre es der Plural. Kndlich sind viele der von 

Fersfer angegebenen Wörter so sehr von denen der Missionare rerschie- 
den , dass man nicht weiss , was man daraus machen soll , und dass 
nichts verwirreader aeyn könnte , als beide in demselben Wörterbuche 
mit einander so yennischso.** 



99 

tische Wörterbuch 9 das sich jetzt im Besitze der Kon. Bibl« 
befindet. Es bleibt an den beiden hiesigen Fhrster^schtn 
Handschriften also allein noch der Ueberschuss der kleinen 
Wortverzeichnisse gegen die gedmcl^ten Ansziige werthvoll, 
welchen ich in meiner, znr Abschliessnng des HumboUit'uchen 
WerlLs bestimmten Schrift ,, über die Sprachen des grossen 
Oceans^^ zu einer allgemeinen Wortvergleichnng dieser Idiome 
benutzen werde; und ich gestehe, dass mir die grossere 
AnsführUchlceit des Verzeichnisses der Oster -Insel äusserst 
wUlkommen ist, da mit dieser Insel, der letzten bewohnten 
an Amerika, der, Ton Madagascar an beginnende, malayische 
Sprachstamm schliesst und es wiinschenswerth erscheint, seine 
Endpunkte so umständlich als möglich zu behandeln« 
Berlin, den 19. März 1840. 

Dr. Hd. JBuMchmann. 

Caitos bei der Köiiiglieheii Bibliotbek. 



Lettre ä M. le Ministre de rinstroctioa publique ^ sur 
Tetat actnel des Biblioth^ques pnbliqves de Paris^ par 
H. Temaux-Compans. Paris 1837. 

(B e s c h 1 o 8 8.) 

Qn'arrive-t^il? Loin de se tenir au courant, ils ne peu« 
Tent parvenir k s'y mettre, et Parrier^ augmente tous lea 
jours. Envain les conservateurs essaient-ils, par un travall 
assidu, de liitter contre le torrent qiii les entraine. Send* 
blables aux malheureiises filles de Danaiis, ils ont k remplir 
un tonneau sans fond, et voient chaque'jour une nouveUe 
pile de li^res s'elever derri^re celle qu'ils viennent de classer 
et de catalogiier« 

Aussi la bibliothique est-elle dans le plus grand d^sordre. 
Ce n'est que long-temps apr^s leiir publication, que les ou- 
vrages nouveaux peuvent arriver entre les mains du public; 
nne foule de lirres ne sont pas catalogu^s ou le sont fort 
mal^); une quantit^^ de livres doiiblcs ou inutiles encombrent 
les armoires et obligent k releguer dans les combles les ou- 
vrages les plus importans« Une foule de collections sont de- 
pareill^es au moins de fait, parce que les volnmes manquans 
sont ^gar^s sur d'antres rayons ou Pon n'a pas le temps de 
les chercher; le desordre qiii existait autrefois dans le pr^t 
des livres a ^t^ cause de la perte d'une foule de volumes qiii 
n'etaient pas les moins pr^cienx; en un mot, je ne crains 
pas de le dire, si pendant qn'il en est temps encore on ne 
prend pas toutes les mesures n^cessaires poiu: ranger et ca- 
talogiier toute la bibliotheque, pour faire le r^colement de 

*) Dans les anoiens catalogoes, la pInpart des titres des ouvrages 
en langues ^trangeres sont traduits en franqab on en latin« 



ce fni eiitte et de ce qni mtniiue^ bientdt Ü sen trop tard^ 
et dans quelques uiii^es il n'existera plus qii'un amas de 
fivres depareill^ qui ne aera pas plus une biblioth^que qu'nn 
amas de briques n'eat un palaia» 

Les inconv^iiieBfl qui existent k la Bibliotbique Royale 
aoBt de dem aortes: lea nna provienBent de son Organisation 
rn^me, d'aiitres d'abiis qui se sont depuis long^temps per- 
p^ttt^s. 

La BSblioth^qne Rojale n'a pas de chef; eile est admini- 
stree par un eonserTstoire compos^ des conserrateurs des 
quatre d^partemens^ et presid^ par un de ses membres^ qui 
se trouTe etre maintenant un des conserrateiurs du d^parte- 
ment des antiques* 11 n'j a donc personne pour porter la 
responsabüil^ , personne pour donner Timpulsion;, et l'on sait 
depuis long-temps que nul ne s'occnpe de ce qui est l'affaire 
de tous, Comme il n'y a pas de budget separ^ pour chaque 
departement , le principal biit de chaque conservatenr est 
d'attirer le plus de fonds possible k celui dont il est charf^, 
et qu'il trouTe naturellement le plus important; et comme 
des qu'ime aequisition est proposee^ le d^partement qu'elle 
jnt^esse est toujours en minorite, il s'ensuit qu'on laisse 
Miapper les meiUenres occasions et qu'iine foule d'objets^ 
qui ont ^t^ refnses, vont enrichir les collectioBs des pariicu- 
liers et des etrangers. 

D'ailleurs, ce qu'il faut pour compl^ter une collection 
quelconque, ce n'est pas seulement de Targent, c'est encore 
de la patience et de la suite, et Ton n'en obtiendra au moins 
an departement des imprim^s^ que quand une seule personne 
sera cbargee de faire le relev^ de ce qui manque^ et de 
diercher k en faire l'acquisition« 

Au reste, pour se completer, on doit commencer par sa- 
¥oir ce que Fon a; et les catalogiies sont dans im tel d<!sor- 
dre^ qu'il faut qu'un ouTrage soit r^elleraent bien important^ 
pour que l'on se decide k faire les recherches necessaires, 
afin de savoir si on le possede dejä« 

J'arrive k cette grande affaire du catalogue qui me parait 
4tre le noeud de la question^ et je crois poiiToir prouver 
qu'il ne serait ni aussi difficile ni aussi dispendieux d'en faire 
nn y que quelques personnes se l'imaginent ; mais on doit. 
avant tout, reconnaitre que, dans l'etat actuel des choses^ il 
n'j a auGun reproche k faire aiix conservateurs. Eux seuls^ 
dans le difsordre qui existe, peuvent faire marcher le Service 
et r^pondre au public« Leur exp^rience suppli^e, jusqii'ik 
un certain point, au defaut d'ordre; mais ils ne peuvent tout 
fiure k la fois, faire donner les livres et les rangen La 
questlon roule donc dans un cercle vicieux, d'oü eile ne peut 
sortir que quand on aura pris une mesure extraordinaire ; les 
eonserFatenrs ne peuvent s'occuper du catalogue, parce qu'il 



« 

n'y en a pas^ et il n'y en a pas, parce quik ne peuvent 
B^en occnpen 

D fallt donc prendre im aiitre partI et faire ranger et ca» 
taloguer la bibliotheqiie par des employ^s entraordinaires qiie 
Pon Bolderait pendant la ditr^e de ce travail, et qne Pon 
cong^dierait ensiiite. Tous les joiirs , le gouTemement Charge 
IUI homme de lettres d^in travail qii'on liii pale, saiia pour 
cela se croire oblig^ de liii donner une place permanente: 
poiirqiioi n'en nserait-on pas de m^me dans cette occasion? 

La Bfblioth^iie Royale contient , dit-on, 700,000 Toltimes; 
je crois ce nombre exag^r^ ; mais en Fadmettant comme base, 
je crois, qne Ton doit calciiler qtie ce nombre de volumes 
repr^sente environ 300,000 ouvrages. Un employ^ pent en 
cataloffuer facilement cent dana une joum^e, en eonuptant 
donc dOO jonra onvrables dans nne ann^e, dix employ^a, k 
1500 fr«, aiiraient fait toutes les cartes au bout de ce temps; 
cela fait donc 15,000 fr« 

Si les personnes charg^es de les ranger y mettent le 
m^me temps et sont pay^es sur le m^me pied que les con- 
servateurs-adjoints, c'est-k-dire , k 3,600 fr«, ce qni me pa- 
rait fort raisonnable, cela necessitera encore une depense de 
36,000 fr« Ainsi, pour la somme de 51,000 fr«, la biblio« 
th^que sera rang<fe et catalogu^e; mettons, si l'on veut, 
9,000 fr. pour quelques travaux extraordinaires; il suffit donc 
d'une somme de 60,000 fr« Ce n*est pas tout-ä-fait im tri- 
mestre en siis de la depense annuelle, qui est de 274,000 fr. 

Une autre Observation non moins importante, c'est qne 
la direction des ^tndes a change entierement depuis quelques 
annees, et que les parties de la biblioth^que , les plus riches 
et les mieux dassees, sont pr^cisement celles qui sont main« 
tenant le moins n^cessaires k nos hommes de lettres« 

En eifet, l'ancienne th^ologie, Pancien droit, les i^ditions 
dn XV« si^de, tous les liires nn peu anciens sur les sciences 
exactes, la m^decine et m^me les commentateurs sur les 
auteurs grecs et latins, sont aujoiird'hui les livres les moins 
considt^s« 

Eh bien! ce sont pr^cis^ment les branches que Pon s'est 
autrefois ^tudi^ k ranger et k complcfter, tandis que Pon ne« 
gligeait compl^tement les litt^ratures aUemande et anglaise, 
Phistoire du moyen ige, la linguistique , les voyages, en un 
mot, toutes les ^tndes qui sont en vogue aujourd'hui. A-t-on 
Jamals pens^ k compl^ter ces diverses parties on k faire nn 
bon catalogue de ce que Pon poss^de? A-t-on pris quelques 
mesures pour faire connaitre au public l08 eentames de ndlr 
Uer8 de piicee hUtoriquee gut existent ä la bibliothique^ €'^ 
talt impossible: k peine si Pon a les fonds n^cessaires pour 
acheter les publications les plus importantes, qui paraissent 
k P^tranger; je crois qu'il fandrait au moins 140,000 francs, 



M 

fwiT ture Fscquisition det linket lea phs ImporUns, el doni 
le public a besoin JoiirneUeineiity ei peut-^tre IW^OOO fr« 
pour faire relier ceux des ÜFret les plus usiiels qui ont be* 
soin de T^tre« Ce qui donne im total de 300,000 fr. 

Je crois qne les chambres, si on a'adreasait k elles, ne 
refuseraient pas cette somme j qui n^est rien en comparaison 
de Celles qni oat 4ti6 accord^es pour tant d'etablissemens pu- 
biics d'une moindre importance; mais si eUe ^tait refusee^ 
je pense qu'on se proaireralt an moins celle qui est n^ces- 
saire pour la confecüon du catalogiie, par la vente des don* 
bles j qui doirent £tre tres nombreiix ; et je ne Tois pas ce 
que Ton poiurrait objecter contre cette mesure« La Biblio- 
theque Royale est peut<^tre la seule de TBurope, qiü ne Pait 
pas prise depnis lone-temps. 

Si l'on accordait les 300,000 fr. demand^s • il est un autre 
ma^ noB moins utile, auqnel on pounrait emplojerles douUes. 
La bibliotb^ue, qnoiqne tres nombreuse, n'est ponrtant pas 
e<Mnplete; il est une foide d'ouvrages tris importans qui 
nanquent k la Bibliotbique Royale et se tronvent dans les 
autres biblioth^qnes de TEtat. Poorqaoi ne tirerait-t-on pas 
de ces ^tablissemens tous les ouvra^es qui Ini manquent, en 
leor donnant ces doubles en ^hange. On n'aurait pas besoin 
alors de courir de TArsenal k la Masarine, de la Maxarine 
k Sainte-Genevi^ve : on sanrait que si le livre dont on a be- 
soin existe 4 Paris, il est k la Bibliotbeque Royale. En sup- 
posant meme que rindeninit^ ne fut pas compl^e, qn'im* 
porCe, puisqne toutes les bibliotbeqnes appartiennent k PEtat: 
ne serait-ce pas prendre dans une poche pour mettre dans 
l'autre? 

Je n'ai parl<; ici que des imprim^: c'est la partie la plus 
usuelle de la biblioth^qne , et la seule qni puisse etre soih 
mise k des r^les fixes; quant aux mamiscrits, le catalogne 
en est 9 dit-on, d^jü assez avanc^, et le personnel de ce 
departement, suffisamment nombrenx et compose d^hommes 
distin^ii^s, nons est un sur garant qu'il sera bien fait. J'^ 
mettrai seulement le voeu que sop budget soit enti^rement 
separe de celui du departement des imprim^s, et que les 
Chambres fixent positivement ce qn'elles entendent donner 
pour achat de livres et pour achat de manuscrits. Cette pro- 
position doit leur pkire, puisqne elles aiment k sp^ciallser. 

Voici, M. le Ministre, les obser?ations que m'ont sugge- 
T^s une experience de plusieiirs ann^es dans la fr^quentation 
des biblioth^ques pnbliques, et de nombrenx voyages qui 
m'ont fait connaitre presqne tous les ^tablissemens de ce 
genre qui existent en Europe. C'est une grande entreprise 
que d'essayer de mettre nos biblioth^ques dans l'^tat on elles 
devraient etre^ mais nnl, mieux qne tous, n'est capable de 
seniir l'importance de ce projet et de raccomplir» Vous ac- 



96 

qn^rerei par U de Douveaux droits \ li reconnalssuice dii 
monde savant, et vous vous montrere« le protectewr eelair^ 
des Icttres firanfaiseB, dont vous etea depiiia si loDg-temps 
rhonneur. 

BlbUothekehronik« «) 



Eode Janaar ist der Bibliothekar und Protoeollist des Com- 
merciums ia Hamburg , Dr. Mönckebei^gy gestorben. 



Der bekannte Rabbiniker Herr Samuel Munk (ein DenUcber^ 
ans Schlesien gebürtig) hat an der Ktfnigl. Bibliothek zu Paris 
Anstellung erhalten. 

Aus München wird gemeldet , dass der Minister des Innern, 
Herr von Jbely den Ständen einen Gesetzentwurf vorgelegt habe, 
welcher eine weitere Bewilligung von 150,000 fl. f&r den Ans* 
bau des neuen Bibliothekgebäudes, das eine der schönsten Zierden 
der Ludwigsstrasse zu werden verspricht, betrifft. Die Kammer 
von 1831. hatte zur Ausführung dieses Baues 300,000 fl. votirt. 
Dass diese Summe nicht hinreichen würde, wurde allgemein an- 
erkannt. Darum fand auch der Antrag vom Jahre 1834 auf 
nachtragliche Bewilligung von 200,000 fl. keinen besondem Wi* 
derstand. Doch sollte damit unbedingt ausgereicht werden. Jetzt 
zeigt es sich indessen, dass diess unmöglich war, und dass zor 
völligen Herstellung des Baues nochmals 150,000 fl., also im 
Ganzen 650,000 fl. nölhig sind. — > Was das Beamten -Personale 
der Münchener Hof- und Staatsbibliothek betrilfl;, so ist durch die 
am 24. Dec. vorigen Jahres statt gefundene Quiescirung des Custos 
RoU ein fast allgemeines Avancement eingetreten, zufolge dessen 
das Bibliothek -Personale nun aus folgenden Herren zusammenge- 
setzt ist: 1) Oberbibliothekar und Director, Ritter Philipp von 
Lichtenthaler; 2) Unterbibiiothekar, Hofkaplan und Kanonikus 
Sehrettinger ; 3) Custoden: a) Andreas Schmeller ^ b) Georg 
Krabinger, c) Joseph Sahmidhammer ^ d) Heinrieh Föringer s 

4) Secretaire: a) Joseph fFiedmann, b) Johann Baptista Ritler $ 

5) Scriptoren: a) Joseph Bachlechner, b) fFürthmann. 



*) Der Herausgeber beabsichtigt vierteljahrlich eine möglichst voll- 
ständige Chronik wenigstens von dem, was sich an den deutschen Biblio- 
theken (die näherliegenden fremden nicht ausgeschlossen) in Bezug aaf 
das Beamten-Personale, Befördern ngen, Bauten u. s. w. ereignet hat, zu 
geben, sieht sich aber dabei za der ergebensten Bitte an seine Herren 
Collegen veranlasst, ihn mit dergleichen Notizen zn unterstützen, damit 
diese Chronik authentischen Werth erhalte und nicht bloss eine Zusam« 
mensteUung von oft unäohten Zeitungsnotizen werden möge« 

Verleger : T. 0, fFeigel in Leipzig. Druck von C. P. Melzer. 



/ 





APKIJM. 

titf^rift 



fflP 

iHbMlLe\[«\s&eiiscliaft, Handschriftenkimde und 

SItere Litteratnr. 

Im Ytreine mit Bibliothekaren und Litteratiirfreiinden 

herausgegeben 

l>r. Hebert Naumann. 



Jwi i« Leipzig, den 15. April 1840* 



"W^arzbars^s erste Dracke (1479—1500). 

Vv ie so vielen fränluschen Gelehrten des fun£iehnten Jahr« 
knadertSy scheint auch den ersten Jiingern der neuen Drucker« 
knBt in Franken ein gemeinsames trauriges Loos su Theil 
geworden zu seyn; dass dieselben nämlich in ihrer Heimath 
keine Unterkunft fanden und ihr Glück Im Auslande su 
aacfaen gezwungen waren. Solches Schicksal theilten: 
Gegrgms Lauer de Herbipoli^ Drucker in Rom, 147&— 1461 ; 
Bueharme Silber, ebendaselbst 1481—1509 (vgl. Audiffredi 
catal« editt. Roman, saec« XV. p. 473) ; Mariinua Landeperg 
iTcrfr^polensu 1492- 1516, und Jacobun Thanner 1495—1529, 
beide in Leipzig (vgl. Leich de orig. typograph. p. 12. 24); 
Jakannes FrobenmSj aus Hammelburg, Gründer der be- 
rühmten Officin in Basel; Petrus Loslem aus Langenzenn, 
in Venedig, und Andere. Fürstbischof JRudofp/i von Sehe- 
renberg war der Erste, welcher die Druckerkunst in seine 
Residenzstadt aufnahm, indem er im Jahre 1479 den Topo- 
graphen Georg Reiser (Jeorius Ryser) von Eichstädt nach 
Würzborg berief, und demselben das Privilegium, Büciier und 
Kalender zu druciLen , ertheilte. Im ersten Drucke vom Jahre 
1479 erscheint dieser Reiser in Gesellschaft des Johann 
Beekenhaub (Bekinhub) aus Mainz, und des Stephan Doldj 
welche beide jedoch bald wieder Würzburg verliessen. Reiner 
selbst dnickte noch im Jahre 1503, sdielnt aber im Jahre 
1509 bereits mit Tode abgegangen gewesen zu seyn , w eil 
dar Fürstbischof Lorenz von Bibra in diesem Jahre ein Bre- 



08 

f 

viuriiim und Missale zu Basel bei M, Jakob von Pforzheim 
drucken Hess« Die hier verzeiclineten Inkunabeln, von wel- 
chen sich die mit ^ bezeichneten in der Kön. Universitäts- 
Bibliothek dahier befinden, sind sämmtlich mit Reiser'schen 
Typen gedruckt. 

l. 

Ordo divinorum secundum Chorum Herbipolensem« 

(1479.) 

Zweispaltiger Druck in Folio, ohne Seitenzahlen, Signa- 
turen und Kustoden, mit roth gedruckten Initialen und Ru- 
briken; 343 Blätter, deren 6 erste den Kalender enthalten« 
Bl. la beginnt mit dem Verse: Sex nonas. mayuB oetoberm 
iuUus et mars. Bl. 3Sa enthalt ein imterdem20. September 
1479 datirtes Privilegium des Bischofs und Herzogs, Rudolph 
von Scheren berg, und des Domkapitels, vermöge dessen den 
drei Druckern (artU impressoriae perüissmis magütrü) Sie-- 
phan Dold^ Jeoriua Ryser und Johann Bekmhub , genannt 
Mentzery die Erlaubniss ertheilt wird, kanonische Biicher zu 
drucken und dieselben mit den Wappen des Hersogthums und 
hohen Dorastiftes zu zieren. Unter diesem Privilegium stehen 
die in Kupfer gestochenen Wappen des Bischofs und Dom« 
kapitels (nach Bartsch peintre graveur X. 57. eine Arbeit 
Martin Schongauers). — Erster Wiirzburger Druck, von 
welchem sich (nach Denis Suppl. p. 521) ein Eiemplar auf 
Pergament in der K. K. Hofbibliothek zu Wien, ein Papierw 
Exemplar in der Rathsbibliothek zu Ochsenfurt in Unter* 
franken befinden. Eine genaue Beschreibung dieser höchst 
seltenen Inkunabel liefert der berühmte Literat PlaekiuB 
Sprenger im litterar. Magazin für Katholiken u. deren Freunde, 
1. Bd. 3. St. S. 257. — Vgl. Panzer annal. typograph. 1. 450. 
Praet catal. d. livres imprim. sur relin L 222. Ebert bibliogr. 
Lexikon IL 135. 

IL 
Liber missalis Ecclesiae Herbipolensis. 

(14S0.) 

Zweispaltiger Druck ohne Signatmren und Kustoden; 
250 BU. von 1' 9'" Höhe, 9" 3'" Breite, mit zwei Varianten 
des Stierkopfs und einem einfachen Patriarchenkreuze als 
Wassermarke. BL 1 leer. BU. 2—7 der Kalender. BIL 8—11 
ExoreiBfnus salis und Register. BL 12a leer, 12b mit einem 
Holzschnitte von 7" 2'" Höhe, 8" Breite, das Wappen des 
Fürstbischofs und Domkapitels vorstellend. BL 13 a beginnt 
der Text mit einem gemalten Initialen: {A)d te levavL 
BIL 13--246 mit roth gedruckten Blattzahlen. Der Text ist 
mit grossen Missal- und kleinern Typen, die Rubriken rotli 



gedrnckt. BIL 246 — 2S0 enthalten die Cautelae servandae 
drea defedus vel casus ^ qui oriri possuni in missa^ und die 
Reguiae generales per cireulum anni\ beide mit kleinem 
Lettern. Einer huidschrifüichen Randbemerkung in einem 
im K. Landeaarchive zu Wiiraburg; aufbewahrten Exemplare 
infolge ^ wurde dieses Missale im Jahre 1480 gedruckt. 

111. 
Liber missalis Ecclesiae HerbipoIenBis. 

(1481.) 

Dmck in awei Columnen zu 32 Zeilen, ohne Signaturen 
und Kustoden. 374 Bll. mit einer sechsblätterigen Rose als 
Wassermarke, von 15" 7'" Hohe und 10" 8"' Breite. Bll. 1—6 
der Kalender; BI.7 Register. Bl. 8 Esoreismus salis. Bl. 9 
Prirflegium des Fürstbischofs Rudolph von Scherenberg für 
den Dicker Jeorius Byser^ vom 8. November 1481, mit 
daranter angebrachten bischöflichen und Kapitels-Wappen in 
Holzsduiitt. Bl. 10 beginnt der Text mit einem colorirten 
hidalen. BlI.lfr—StK) sind, mit Ausnahme von Bll. 117— 156, 
mit roth gedruckten Seitenzahlen bezeichnet. Bl. 140 von 
Pergament, beginnt mit einem schon bemalten Anfangsbuch- 
staben« — Vgl. Plac. Sprenger a. a. 0. Bd. I. St. 1. S. 5. 
Psnxer I. 460. Mensel Magaz. IT. 307. Schelhom Anleitung 
8. 110. Ebert II. 135. Ein Exemplar besitzt der historische 
Verein xa Wfirzbnrg (bezeichnet Franc. 405). 

IV.* 

Agenda ecciesiastica Dioecesis Herbipolensi^. 

(1482.) 

Druck mit grossen Missal- und kleinern Typen, in aus- 
laofenden Zeilen (die volle Seite zu 20), ohne Seitenzahlen, 
Signaturen und Kustoden; 103 Bll. starkes, 10" 1'" hohes, 
7" 9"' breites, mit einer, einem gothlschen Vierer Ihnlichen 
Fignr, und dem Stiei^opf« in zwei Varianten bezeidinetes 
Papier. Bl. 1 Begistrum in agendam (roth gedruckt). 
BIL 2—6 das unter dem Sonntage TriniUtis 1482 datirte 
DnickpriTÜeglum fiir Jeorius Ryser^ in welchem der Preis 
der Agende auf einen rhein. Gulden festgestellt wird, und 
SSL dessen Ende ein Kupferstich mit den fürstlichen und 
Stifts-Wappen, von 3^' 9"' Höhe und Breite steht. Bl. 7 be- 
giiiBt mit der roth gedruckten Rubrik : IncipU agenda. Die 
£etxte Zeile von BL 103b ist: atsarmn Jmen. Im latein. 
Texte finden sich einige deirtscke Worte und Sätze, nämlich 
BL 9b. Neniz Kini; BIL äO— 51 Scismatiei vutgmrüer die 
erdentken irsal infide; furiesidie tobenden menschen; Scholz 
derer; Fuarsager; besckeri dingk; vervuorfen tag; flucher; 

7* 



^ 



u 



lOO 

Bl. 98b Crüt ist erstanden. — Vgl. Sjprenger a. a. 0. I. 1. 
14. PaDzer U 460. Drei Exemplare in der K, Unlversitats- 
Bibliothek zu Würzbiirg. 

V.* • . 

Liber nüssalls Ecclesiae Herbipolensis. 

(1484.) 

Zweispaltiger Missaldnick, die Seite zu 32 Zeilen, ohne 
Signaturen und Kustoden. 374 BU. von 16'' 3"' Höhe, 11'' 
6'" Breite. Wassermarke eine Rose mit 6 Blättern. BU. 1—6 
der Kalender. Bl. 7 Register. BL 8 Exorcismus bqUs. 
Bl. 9 DruckprivUegium fiir Jeoriua Reiser ^ datirt undecimo 
Kalendas Mariy 1484. Darunter ein Kupferstich mit den 
beiden Wappen, von 7" Höhe, 8" 1'" Breite. Bl. 10 bednnt 
mit einem vergoldeten Initialen der Text. BU. 10—370 mifc 
roth gedruckten Seitenzahlen (mit Ausnahme von BU. 117 — 156). 
Der Kanon (BU. 139—156) auf Pergament. Bl. 139 b mit 
einem Kupferstiche, Christus am Kreuze vorstellend, von 11" 
Höhe, 8" Breite. BU. 371—374 die Cautelae circa Missam 
und Regulae generales. Die letzte ColumnenzeÜe ist: et 
prefatione de feste etc. — Vgl. Sprenger a. a. O. I. 1. 143» 
Gropp CoUect. scriptor. Wirceburg. I. 161. Hirsching Ver- 
such I. 278. Panzer L 460. Ein Exemplar auf Pap. besitzt 
der histor. Verein zu Wiirzburg (bez. Franc. 405); ein 
Exemplar auf Perg. die K. Universitätsbibliothek datCelbst* 
Letzteres ist mit den auf Pergament gemalten Wappen des 
Freiherrn Karl von der Tann und zwei reich vergoldeten 
Initialen verziert. 

VI.* 

Acta et statuta in Synodis Herbipolensibus annis 

MCCCCLII— LIII. sub Godefrido Episcopo. 

(1486.) 

^ Druck mit auslaufenden Zeilen, die voUe Pagina zu 32, 

ohne Signaturen, Seitenzahlen und Kustoden, 135 BU. 11" 1'" 
^^ hoch, 8" breit, mit dem Stierkopfe und dem Vierer bezeich- 
net. Die Initialen und Rubriken roth gedruckt* BU. 60. 61 
r einige Holzschnitte (Notariats-Zeichen). Als Variante in den 

r^^ s von mir verglichenen Exemplaren bemerke ich das letzte 
|. Wort auf Bl. 80 b dereliquerint y welches theils hs. in cfeli- 
' ' ^uerint corrigirt ist , theils BL 81 a unverbessert recurrirt. — 
Vgl. Sprenger a. a. O. S. 136 u. 290. Panzer I. 461. See- 
mUler IV. 133. Schwindel biblioth. universal. IV. 2. Ver- 
nazza, lezione 1. setzte irriger Weise den Druck in^s Jahr 
1453, welche auch von Breitkopf S. 9 aufgenommene Ansicht 
bereits Panzer und Sprenger widerlegten. Ein Exemplar in 
der Karmelitenbibliothek zu Bamberg tragt von gleichzeitiger 



lOl 

Hand Amb Randinskript : Impre$8a i486. Die ^anze SUtuten- 
sammliuig findet sich wieder abgfedriickt in Sclineidt's thesaur. 
juris iranconici, and in Harzheim's coUectio concil. Gennan. 
L 420. BIL 114 — 117 mit dem Tractatua de perieulU con- 
iittgenii&ua circa sacramentum Eucaristie fehlen nicht selten, 
und finden sich dagegen andern theolog« Inkunabeln beige- 
banden« 

Vü.* 
S. Bninonis Episcopi Herbipolensis Psalterium latinum 

com commentario. 
(i486.?) 

Zweispaltiger Druck mit grossen Missal- ^Text) und 
zwei Formen kleinerer (Noten) Typen , die Tolie Seite mit 
27 und 50 Zeilen, ohne Signaturen, Seitenzahlen und Ku- 
stoden. Der erste Initial gemalt, alle übrigen, sowie die 
Sammarien der einzelnen Psalmen, roth gednickt. 278 mit 
dem gothischen Vierer bezeichnete BU. von 1' Lange, 6'^ 
9^' Breite. Nach einer gleichzeitigen hs. Bemerkung eines 
Exemplars in der K. Universitätsbibliothek zu Wiirzburg 
wurde der Druck dieses Psalteriums 1>ereits im Jahre 1486 
Toüendet. — Ein Prachtexemplar auf Pergament, mit reich 
rergoldeten Miniaturen (ein Geschenk des Domkapitulars Eu» 
karüu Wirsing an das Benediktinerkloster zu S. Steplian da- 
hier) besitzt die Bibliothek zu Wiirzburg. — Eine ausführl. 
Besdireibung bei Seemiller II. 155 und Sprenger S. 292. 
VgL Panzer Gesch. d. Nürnberg. Bibelausgg. S. 63. Gemeiner 
Nachrichten von der Regensburg. Stadtbibfiothek S. 278. 

Vffl. 

Constitatio Radolffi Episcopi Herbipolen« Quomodo se 

habere debeant quatuor ordines mendicantium in 

eonfessionibus audiendis. 
(1487.) 

Nach Sprenger a. a. O. S. 145 in folio patenti gedruckt, 
und Sabbeiko prosimo post Dammicam InuoeauU 14o7 datirt. 

IX. 
Liber missalis Ecclesiae Herbipolensis. 

(1491.) 

Nach Sprenger S. 269 ist das Privilegiiun Toml. Februar 
1491 datirt. Wiederholung des Dnickes von 1484. — Vgl. 
Panzer L 460. Schniser DI. 44. 



102 

X. 

Liber missalis Ecclesiae Ilerbipolensis. 

(1493.) 

Zweispaltiger Missaldrnck mit 32 Zellen , ohne Si^atiiren 
nnd Kustoden, 374 Bll. von 16" 7'" Hohe, 11" 6"' Breite. 
Als Wasserraarke erscheint bisweilen eine kleine funfblätterige 
Rose. Die Einrichtung des Druckes ist wie bei No. V. Das 
Privilegium steht jedoch hier auf Bl. 9 a und auf dessen Kehr- 
seite die beiden Wappen in Holzschnitt und colorirt, von 8'^ 
Länge und 7" 1"' Breite. BL 10 a hat den vergoldeten Ini- 
tialen, und das erste Blatt des Kanons ist Pergament. — 
VgL Sprenger S. 275. Panzer I. 460. Schnizer UI. 45. 
Ein Exemplar im Besitze des histor. Vereins zu Würz- 
burg (bez. Franc. 405). 

XI. 

Speciale missanim secandam chomm herbn. 

(Herbipolensem.) 
(1495.) 

Zweispaltiger Missaldruck mit 233 Bll. in Folio. Bl. 1 a 
mit dem oben gegebenen Titel. BU. 2 — 7 der Kalender^ 
Bll. 8-9 Register. Bl. 10 Privilegium datutn in ciuüate 
nostra herbn. anno dni millesimo guadringentesimo nanage^ 
simo quinto Dominica Inuocauit* Auf der Kehrseite stehen 
die gewöhnlichen Wappen. — Vgl. Sprenger 276. Panzer I« 
460. SeemiUer IV. m 

XU. 

Liber missalis Ecclesiae Herbipolensis. 

(1496.) 
Nach Panzer I. 461. Sprenger kennt diesen Druck nicht. 

XIII. 

Liber missalis Ecclesiae Herbipolensis. 

(1497.) 

Wiederholung des Druckes No. X. Hohe 16'' 11''', Breite 
10" 10"'. Wassermarke die Rose mit 6 Blättern. Das Pri- 
vilegium des Fürstbischofs Lorenz von Bibra, vom 11. Juli 
149/^ steht Bl. 9ay und auf dessen Kehrseite die in Holz 

feschnittenen imd kolor. Wappen des Bischofs und Kapitels^ 
" T" Länge, 7" 11'" Breite. Kanon auf Pergament. — 
VgL Sprenger 279. Ein Exemplar in der Bibliothek des hi- 
stor. Vereins zu Würzburg. 

XIV. 

Episr.opi Laurentü decretum ad Abbatem Munchrodensem, 
ut solvat indictum subsidium charltativum dnplieis decimae 



108 

tn termims prmescriptis , sub comminatioDe contra illum 
procedendi ut contomacem et rebellem. 

(1499.) 

Eia einzelnes FolioblaU^ welches Sprenger von einer 
BochdedLe abloste. 

XV. 

Liber choralis Ecciesiae Herbipolensis. 

(1499.) 

Drack in Folio y ohne Seitensahlen, Signaturen und Kusto- 
den. Das Privilegium scliliesst: Datum in ciuUate nostra 
kerb», jltmo Dotnim MiUenmo quaäringentesimo nonagesimo 
SMNM. Dommka pwii punficaiianem Marie. — Vgl. Sprenger 
S.2S3. 

XVI. 

Liber missalis Ecciesiae Herbipolensis. 

(1499.) 

Wiederbolnnff des Dniokes von No» XDI. Das Privilegium 
ist onter dem iL October 1499 gegeben. — Vgl. Sprenger 

xvn. 

Modus orandi scdm (decandiim) ehoram herbipoln. 

Zweispaltiger Druck in Folio mit 53 Zeilen, ohne Seiten- 
sablen , Signaturen und Kustoden. Die Typen sind dieselben 
vie im ersten Breviere vom J. 1479. Sprenger setzt diesen 
Druck zwischen die Jahre 1485 und 1490. 

XVffl.* 
Ordo divinorum secundum Chornm Herbipolensem. 

Wiederholimg des Druckes von 1479. Die Wappen sind 
in Holz geschnitten. Zweispaltig bedruckte 16" 5'" hohe, 
11'' &" breite BIl. mit einer achtblätterigen Rose, einer aus- 
gestreckten Hand und einer Lilienkrone bezeichnet. — Die 
MbVotliek der Universität und des histor. Vereines zu Wiirz- 
biirg besitzen von diesem Drucke Papier-Exemplare , welche 
aber, als defekt, eine genauere bibliographische Beschreibung 
nicht gestatten. 

XIX.* 

Modus orandi secundum Chornm Herbipolensem. 

Druck mit 28 auslaufenden Zeilen , ohne Seitenzahlen, 
Signaturen und Kustoden, 396 BIL von 8'' Länge, 5" 5'" 
Breite, mit dem Stierkopfe als Wassermarke. — Ein Exemplar 
b der Universitäts-Bibliothek au Würaburg. Der Druck durfte 
vor 1500 za setzen sein. 



104 

XX.* 

Modus orandi secundam Choruin Herbipolensem. 

Druck mit 32 aiislaiifenden Zeilen, ohne Si^atiiren, Ku- 
stoden und Seitenzalilen. 390 BU. von 8" 7"' Länge, 6" 
Breite, mit dem Stierkopfe und dem Vierer bezeichnet. — * 
Ein Exemplar in der Universitäts- Bibliothek zu Wiirzburg. 
Der Druck dürfte noch Tor 1500 fallen. 



Ein Wandkalender in folio patenti, 2' iang, 16'' Af'* breit, 
mit dem Stierkopfe als Wassermarke, vom Jahre 1485, be- 
ginnt : D}ß almauach heli new und Volmondi mii den at^z- 
erwelien tagen der aderlafz und artzny gebung Nach toa' 
rem lauf tjf die hochberumpten Siat wurizburg gerechnet. 
Nach crißi gepurdi Im LXXXV. Jore der mindern 
tzale u. f. te. 

2.* 

Wandkalender in fol. pat. , 1' 6'' lang , 1' breit , vom 
Jahre 1486, beginnt: Dijz almanach helt Neu und {Vol- 
mondt mü den ai^zerwelten tagen der aderlafz und arizefiy 
gebung Nach warem la%{f Uf die loblichen Stat Wurtz^ 
purg gerechnet. Nach Crißi geburdt Im LXXX VI. Jare 
der mindern tzale u. $. u>. 

Dr« JBeuMs, 

PrWatdooent an der K5n. XTiÜTeriitfiC sa Wfinbvrf. 



STachrlelit von alten Handsclirlften 

der Stiftskirche zu Oehringen. 

In der Stiftskirche zu Oehringen befinden sich, ausser 
etwa 12 Bänden faicunabeln theologischen und juridischen In- 
halts, ungefähr eben so viele Bände Manuscripte, welche 
grosstentheils gut erhalten sind. Sie sind alle in Folio auf 
Papier geschrieben, welches bei einigen sehr schön und 
fein ist. 

Nro. I. trägt aussen die Ueberschrift : De Septem vicije 
capüaUbua; es hat 232 mit Zahlen bezeichnete Blätter, vor 
diesen 7 leere, 5 mit dem Inhaltsverzeichniss beschriebene« 
Jede Seite hat 2 Spalten, in der Mitte ist ein Finger breit 
weiss gelassen, der Rand an den Seiten ist 2 Finger breit, 
eben so der obere, der imtere 3; dieser hat Wasserflecken, 
die an vielen Stellen bis in den Text hinein reichen, und 



lOft 

das »tarke Papier cum Theil aefar ancegrifien haben. Die 
Spalte enthall 38 bis 42 Linien. Blatt 1 a fän^ an : ,>cipit 
tractatos de peccato lin^e Talde Ttilis | Multi enim aiint qui 
caaent sibi ab alijs peccatis qui non caaent sibi de peccato 
lii^e I A^emus autem de peccato lin^e isto modo | (hier 
da rothes Zeichen) primo agemus de peccato lingwe in com- 
mune (wieder das rothe Zeichen) Secundo enarrabimus di- 
ncrsa peccata lingwe etc.^^ Dieser Tractat geht bis foL 24ay 
vo er auf der ersten Spalte mit folgenden Worten endet; 
^ipUcit Tractatus de vicia lingwe || Nunc vero incipit tracta- 
tas de ticio gule de quo per ordinem sie tractamus | pront 
iafferins plane patebit etc/' Unten steht der Stossseufser: 
^O Saocla Katherina yirgo ora pro me ad dominum deum tiium 
qoi te elegit.^f Folio 24 zweite Spalte ist überschrieben ,,De 
Crola^^. Anfang der Einleitung: ,,DIcturi de riciis incipiemus 
a vicio Gnle propter hoc quod Glossa super Mattheum in 
pongna Christi plus contra gulam agitur quia haec nisi prins 
refrenetur friistra contra alia ricia laboratur etc/' Die eigent- 
lidie Abhandlung fangt folio 25a auf der Eweiten Spalte an: 
^oc ordine procedemus de vicio gule || Primo dicemus de 
qne faciunt ad debet hujus ricii || Secundo de speciebus || 
de satellitibus Quarta de remedijs contra hoc ri« 
dum etc.'^ Sie geht bis folio 30 , wo sie auf der ersten 
Spalte endet, und wo anfängt: ,,Tractatus de luxuria herodes 
antem tetrarcha etc. Quia peccatum luxurie occasio fuit in- 
carcerationis et decoflationis Johannis baptiste | Ideo hie dice- 
mus de peccato isto | et satls congruo ordine post vicium gtde 
qma istnd nasdtur ex illo etc.'^ Diese Abhandlung geht bis 
Mio 48 b, hierauf: ,,Incipit Tractatus de Auarida,^^ der von 
dner andern Hand geschrieben ist, und bis folio 110 a geht. 
Hier fingt an „Tractatus de Accidia^^ , dieser geht bis folio 
148 b, wo anfingt „TracUtus de Superbia<% welcher folio 217 a 
auf der ersten Spalte oben endet. Auf diesen folgt „Tracta- 
tos de Invidia^^ bis folio 221 a sweite Spalte ; hier beginnt 
^Tractatus de Ira'^, der der letzte ist. Am Sclilusse stehen 
die Worte: „O sancta Katherina virgo et marthir ora pro 
conditione hujus summe nunc et pro scriptore eiusdem ut 
salul fiaat et tecum sine fine letentiur Amen. Explicit Trac- 
tatus de vicijs sub anno domini Millesimo^^^ aber die übrigen 
Jahre sind nicht beigesetzt. 

Derselbe Band enthält femer auf 32 nicht numerirten 
Buttern eine ebenfalls in 2 Spalten auf der Seite geschrie- 
bene Abhandlung, welche anfingt: „Hec est via ambulate in 
ca nee ad dextram nee ad sinistram ysay 3*^ Magnam mi- 
sericordiam fadt qui erranti viam ostendit | Et maxime de 
aoete in terra hostium et tempore gwerrarum etc.'' Aus der 
Bnleitimg geht hervor, dass die Abhandlung Via aahitis be- 
naant war» Am Ende steht mit rother Dinte „Explidt Über 



106 

Ttllis siib anno domini milleslmo Qiiadrincentesimo ?ice8inio | 
Quinta feria proxima post penth, hora qiiidem sepiima finitiis 
est iste Über in opido Orengen 
Deo gratias etc.^^ 
Das letzte Blatt enthält theologische Bemerkungen Ton 
einer spätem Handschrift, die aber jedenfalls auch noch ins 
15. Jahrhundert gehört ; 10 bis 12 Blätter sind hinten heraus- 
geschnitten« — Der erste Buchstabe bei jeder neuen Ab* 
handlung ist sehr gross, und theils mit rotlier Farbe, theils 
mit schwarzer Dinte auf mancherlei Weise verziert; auch alle 
Bibelstellen, die in den Abhandlungen häufig citirt sind, sind 
durch rothe Striche ausgezeicimet« 

Nro. n ist überschrieben y^Liber Sententiarum^^. Das Werk 
ist in 4 Bücher eingetheUt; Lib. I von folio 1—67; Lib. 11 
von da bis foUo 12lb; Lib. III von da bis folio 171; Lib. IV, 
von einer andern Hand gesdirieben, bis folio 277. Die Seite 
ist in 2 Spalten getheilt, deren jede in den 3 ersten Biichern 
38 bis 46 Zeilen enthält. Die Handschrift im 4. Buche ist 
grosser und dicker, und die Spalte hat nur 31 bis 36 Linien. 
Am Ende eines jeden Buches ist ein Inhaltsverzeichniss der 
Paragraphen, deren Anfang jedesmal durch einen grösseren 
roth gemalten Buchstaben ausgezeichnet ist. Der Anfang 
lautet : „Ueteris ac noue legis continenciam diligenti indaglne 
eciam atque eciam considerantibus nobis praeuia dei gratia 
innotuit sacre pagine tractatum circa res uel signa praecipue 
versari etc.^^ — Das Mscpt. ist vortrefflich erhalten und 
stark in Leder gebunden mit messingenen Buckeln und Claii- 
suren ; aucli ist noch eine kleine eiserne Kette an dem Bande 
befindlich. 

Nro. m ist ein Band von 346 Folioblättem , von welehen 
einige herausgeschnitten sind; er ist aussen überschrieben 
yySacramentale^^. Die ersten 6 Blätter enthalten Stamm- 
bäume von Noah an abwärts, und eine kurze Abhandlung über 
die Verwandtschaften. Dann fangen die numerirten Blätter 
an, von welchen das erste ebenfalls herausgeschnitten ist. 
Die Seite ist in 2 Spalten getheilt. Der Anfang fehlt, wie 
schon gesagt; der 2. Abschnitt ist roth überschrieben ,^e 
daue ordinis^^, der 3te „de claue jurisdictionis'^ Das 7te 
Blatt ist wieder herausgeschnitten, das 8te Blatt führt die 
mit Uncialbuchstaben roth gemalte Ueberschrift „de Sacra- 
mentis in genere^^. Weitere Abschnitte sind überschrieben: 
„de confirmatione 9 de ordine psalmistarum , de ordine deri- 
catus vel tonsuratus, de ord. hostiarii, — lectoratua, — 
exorciste, — accolitatns, — subdyaconatus, — dyaconatus, — 
sacerdotdi, — episcopali; de corpore christi ; de matrimonio; 
de sacramento penitencie; de extrema vnctione; de indulgen- 
cijs; de irregularitate in genere; de irregularitate propter 



lOV 

fafemlmnuy de meg. propter sctndalum, contemptum, 

defecttim , horrorem ; de censnra eccle- 

iiasticm; de summa excommnnicatlonis; de Buspension e; de 
iilerdicio; de depositis et degradatis; de dispensadone.^^ — 
Von folio 100 bis 111 ist eine Abhandlung über das Vater^ 
nser, die Blatter 112 bis 123 sind weiss. Auf Blatt 124 
beginnt eine neue Abhandlnng: ^^Funicnlus triplex difflcile 
nunpitor« Fnniculns iste quo a terra trahimur ad coeliun est 
fides spes et Caritas de qnibus est primum dicendnm etc,^^ 
Sie geht bis BlaU 146a, wo eine Rede über die Worte: 
,,Qai8 est iste qni venit de Edon einctus^^ anfüngt, die 7 Spal- 
ten einnimmt; darüber steht: ,,feria quarta post' palmarum 
magister Joliannes Walstatt fecit hune serraonem/^ Wer aber 
dieser M. J. Walstatt war, darüber kann ich nichts sagen« — 
Hienof folgt eine Abhandlung über das Glaiibensbekenntniss« 
IHe Blätter sind wieder mit neuen Zahlen Ton 1 an bezeich- 
net. Anfang der Abhandlung: ,,Finniter eredimus et sim- 
Ijjiciter confitemor ftdem orthodoxam fidelinm solidum et 
^irimnm omnium virtutnm immobOe fore fimdamentum etc.^^ 
Sie endet folio 80, wo folgende Worte stehen: „Explicit 
kctorm finitur eredimus de sununa trinitate et fide katholica 
Completa in studio heydelbergensi per Conradum de Soltaw® 
sKre theologie doctorem Scriptus est ille liber per me hein- 
ricnm Steifen de nypperg feria quarta ante magdalene Anno 
XXX [1430] hora quidem sexta post meridiem.^^ Das ange- 
hingte Register nimmt 9 Spalten ein. — Von folio 92 bis 
12^ steht eine Unterweisung und Erklärung der Dogmen für 
^ysimplices et minus periti sacerdotes^'« Die Blätter 129 und 
130 sind leer. Blatt 131 beginnt: „Istiid est specnlnm dä- 
mm nobile et predosum ipsorum sacerdotum in quo refulgent 
et repraesentantur aliqua vtilia speculanda circa baptismi eu- 
karistie et penitentie sacramefK etc.^', und endet Blatt 137. 
Hierauf folgt „Stella dericonmP, an dessen Ende folio 143 b 
Folgendes steht: 

,^ota bene sequenda cum precedentibus. Quid significet 
ganns positus super ecclesiam« 

Maltl sunt presbjteri qni ignorant quare 
Super domum domini gallns solet stare 
Qiiod propono breviter vobis explanare 
SI Toltis benifolas aures mihi dare 
Gallus est mirabilis dei creatura 
Et rara prespiterii fllins est figura 
QuI praeest parochie animarnm cura 
Sinns pro suis snbditis contra nocitiira 
Snpra ecclesiam positus gallus contra ventum 
Caput diligendus erlgit extentum 

sacerdos ubi sdt demonis adventum 



lOS 



13 



niuc 86 obiciat pro grege bidentiim 

Galliis inter cetera altilia celoriim 

Audit super ethera concentum angelorum 

Tfinc monet nos excutere verba maloriim 

Giistare et percipere archana supemorum 

Quasi rex in capite gallns coronatur 

In pede calcaribus ut miles armatur 

Qnanto plus fit senior pennis deauratur 

In nocte dum concinat ut leo conturbatiur ^ 

Sic deus per omnia mundos et omatos ^ 

Fecit suos dericos esse coronatos '-^ 

Galli «unt calcaria more militari ^ 

Casti^andi feminas nutu singulari ^ 

Sic sacerdos corrigat legis transgressiones ^ 

Yerbis et flagiciis ut fiant meliores a 

Gallus regit plurimam turbam gaUinarum ^ 

Et soUicitudines magnas habet hartun 

Sic sacerdos concipiens curam animarum q 

Doceat et faciat quod deo sit cariun i 

Gallus granum reperit convocat uxores ii 

Et illud distribuit inter cariores ) 

Tales discant clerici pietatis mores Vi 

Dando suis subditis scripturarum flores » 

Sic sua distribuere cunctis derelictis : 

Et curam gerere nudis et afflictis «i 

Sic et bonus presbyter qui plebi seit praeesse i 

Pigros cum caicaribus monens indefesse )b 

Confortando debiles Terbo dei messe :i 

Post laborem aureus ut rex debet esse v 

Gallus suas feminas solet verberare ( 

Has quas cimi extraneis novit ambulare t 

Sic sacerdos subditos debet castigare 

Qui contra legem domini solent peccare ^ 

Basiliscus nascitur ovis de gallomm 

Sic crescit vis demonis de presbyterorum i 

Multa negligencia qui subditorum , 

Non curant celeribus nee de spe celorum 

Gallus nunquam negligit tempus vespertinum , 

Sed cum suis subditis volat ad supinum 

Ut in nocte media tempus matutinum , 

Seryis dei praecinat ad opus diuinum ^ 

Sic et bonus presbyter respuens terrena 

Ducit suos subditos christi in pena 

Praebens iter cellcum cell ad amena 

Sponsus cum advenerit cum turba duosena 

Gallus noctis media studet praeparare^) 



*) periofuire ist aber dieies Wort geschrieben. 



109 



Ante cantum forfiter alis Tentilare 

Sic sacerdos providus seminoctis hora 

Ad landaDdiim dominum sur^t sine mora 

Hec Tobis snfiBciant de ^allo notata 

Et In audiencium corda sint locata 

Teneat memoria quod nux mnscata 

Reddit plus aromata bene masticata 

Gallos Tobis praedicat omnes tob audite 

Sacerdotes domini servi et lenite 

Yt Tobis ad celestia dicitur renite 

Vraeata nobis ^aiidia pater eterne vite 

Viri dileclissimi sacerdotes dei 

Praecones altissimi et luceme dei 

Caritatia radiis fidgentes et spei 

Auribus percipite verba oris mei 

Vos nanc in ecclesia deo desemitis 

Qaos TocaTit palmites christus vere vitis 

Cauete ne steriles nee auari sitis , 

Si TOS Christi stipite viiiere Telitis 

Yos estis in atrio Iraves titnlantes^} 

Prudenter a paleis grana separantes 

Vos hoc in specnlo legem Tix amantes 

BeatI qni non fragiles sunt nee ignorantes 

Qoidqnid Tident laici Tobis displicere 

Credunt sine dubio sibi non licere 

Et quidqoid Tident tos cum opere implere 

Credimt esse licitnm et culpa carere 

Secundum apostolicum omnia probate 

Et qtiod bontun fuerit Ülud approbate 

Date bona proximis illos et amate 

Cum cepistis gratiam et tos gratis date 

Estote pacifici sobrii prudentes 

Casti pii simpHces iusti pacientes 

HospiUles humiles subditos docentes 

Consolantes miseros prauos corrigentes 

Sitis breuiloquii ne tos ad reatum 

Trahat multuoqiiium et Terbum exaltatum 

Verbum quod proponitis sit abreuiatum 

Kam in multiloquio non deest peccatum 

Vestra conTersacio sit religiosa 

Monda consdentia Tita fructnosa 

Regidaris habitus forma speciosa 

Ne TOS coinquinet labes aerumnosa 

Ergo nunc deducite Titam temporalem 

Nee non laudabilem iftqne pastoralem 

Cum TOS exueritis damidem carnalem 

faidnat TOS dominus stolam etemalem* Amen/^ 



*) rielieiclit trUndanUs od«r tiittbantes^ 



HO 

Nach diesen Versen kommen noch die folgenden , welche 
aber keinen Bezug auf alles Vorhergehende haben : 

De sancto CaUxlo. 

O bone Calixte iam ioftiis den» odiC te 
Qnondam presbyteri poterant mulieribus uti 
Hoc pervertisti tn papa quum fiiisti 
Ergo tuum festaun nunqnam celebratnr honeste. 

Cum steteris coram dominis hec quinque tenebis 
Junge manus, compone pedes» caput erige, visiim 
Non disperge y nisi jussus pauca loquere. 

In mundo tria sunt dignissima laude 
Vxor casta, bonus socius^ fidelis amiais* 

Von folio 145 bis lä9 folgen Betrachtimgen über Psalmen ; 
am Ende der leisten steht: ^^Expliclt deuota meditacio super 
psalmo jn te domine speravi a doraino petro episcopo Came- 
racensi composita in Constancia Anno domini l^lccccxv^.^^ 
Der BischoflP von Cambray scheint also seine freie Zeit auf 
dem Concilium zu Constanz ziemlich niitzlich Terwendet zu 
haben« Von hier an sind die Blätter nicht mehr mit Zahlen 
bezeichnet; die nächsten 7 enthalten Reden; am Ende steht: 
,)Explicit serrao factus in nniversitate parisiensi per magistrum 
petrum de helyaco Anno dmi M^ccc*' octogesimo secundo/^ 
und durch zwei horizontale rothe Striche hievon getrennt 
weiter unten : ,^Et hie sermo eciam factns in constancia Anno 
dmi.Millesimo'quadringentesimo quinto decimo quibus filius patri 
in diuinis equalis laudatur in secula seculorum Amen^^, Worte, 
die sich auf alle vorhergegangenen Reden zu beziehen schei- 
nen« Der Schreiber der Handschrift setzte hinzu: ,,Orate 
dominum pro fratre Conrado Karpentario de omgaw [der alte 
Name fiir Oehringen] professna ordinis Cisterciensis in 
speciosa valle^' [SchönthalJ; imd mit rother Farbe ist nodi 
hingemalt: 

bona fortuna cur non es omnibus vna 

Si omnibus essem vna tunc non vocarem fortuna« 

Die 5 folgenden Blätter enthalten Auszüge mit diesen 
Ueberschriften : a) Ex hac nsione poteris scire qnare tribu- 
laciones iste eveniant super sacerdotes ; b) Ex epistula sancte 
hildegardis ad colonienses de futnra tribulacione clericomm ; 
c) ex epistula S« hildegardis ad trenirenses de 2^ tempore 
et primo et tercio; d) de antichristo. 

Die letzten 31 Blätter enthalten wieder eine besondere 
Abhandlung, deren Inhalt ans folgenden Worten am Sclilusse 
hervorgeht: ^^Nota iste tractatiis praecedens &otu8 est per 
modum correctionis hussitarum contra illos quatnor articulos 



111 

nfra Bcriptog quo« ipsi hussite leneDt qiii «eciintinr in hec 
Tcd>m eic.**y folgen dann diese Artikel* 

Die Tendiiedenen Handschriften in diesem Bande sind 
ittl alle undeutUcby und das Lesen derselben wird durch die 
Menge und Verschiedenheit der Abbreviaturen sehr erschwert« 
Dass die Manuscripte aus der ersten Hälfte des 15, Jahr* 
handeria sind, wird schwerlich einem Zweifel unterliegen» 
Der Band ist stark in Holx gebunden ^ mit Pergament iiber- 
sogea and mit messingenen Buckeln und einer eisernen Kette 
«ersehen« 

Nto* IV, ein Band von 146 Blättern, in Holz gebunden, 
am Rucken mit Leder überzogen, und mit einer messingenen 
Clausur versehen; er hat die Aufschrift: ^fiants summarij 
codieü^^y ist sehr schön geschrieben und vortreiFlich erhalten» 
Der Inhalt gehört dem römischen Rechte an; die einseinen 
Bucher handeln : Lib. L De Summa trinitate et fide katholica. 
Lib. II. De defensionibus, de magistratibus municipalibus* 
Lib. III. De judicijs. Lib. IV. De rebus creditis et jureju- 
nndo. Lib. V. De sponsalibus et arris sponsalicijs et prose- 
Deticis. Lib. VI. De servis fugitivis. (In diesem Buche sind 
todi das Erbschaftsrecht und die Testamente abgehandelt.) 
Lib. VII. De vindicta libertatis et apud concilinm {nie! statt 
coBsnIem) manumissionem. Lib. VIli. De Interdictis. Lib. IX. 
Qui accusare possunt vel nön. Am Ende steht: „Bxpliciunt 
casus Summarij Novem libromm Codicum feria sexta ante 
domiuicam oculj anno etc. Ixxs^ [wahrscheinlich 1373J. 

(Beiclilass folgt) 



Btbllotbekchronlk. 



Im 5. Artiket des bayerischen Gesetzentwurfes gegen den Nach- 
druck etc. heisst es in der von der Kammer der Abgeordneten 
l»eschlossenen Fassung so : ,, Jeder Bayer , der ein eigenes oder 
fremdes Werk der Litteratnr oder Kunst durch mechanische Ver- 
lielfilltiguDg herausgiebt oder herausgeben lässt, ist verbunden, 
bei Herausgabe desselben, und zwar von jeder verbesserten neuen 
Asflage auch zwei Exemplare, und zwar, wenn die Ausgabe auf 
Terscbiedene Papiersorten gemacht wird , von der l)esten Sorte an 
iü K. Blinisleriam des Innern abzuliefern, wovon ein Exemplar 
aa die K. Hof- nnd Staatsbibliothek und beziehungsweise 
aa die von dem KOnig za bestimmenden Knnstsamminngen des 
Staates abgegeben, das zweite Exemplar aber gleichfalls als Staats« 
eigenthom nach den Anordnungen des Königs aufbewahrt wird.'* 



II» 

ImCorrespoDdenten von und f ürDeultehlandNo. 90* 
a. c. S. 546. macht der NOroberger Magistrat bekannt, dass 
mit Zostimmung des Kollegiams der Gemeindebevollmacbtigten 
und GenebmigUDg der K. Kreisregiening von Mittelfranken die 
durch den Tod des Dr. Banner erledigte Stelle des Stadtbiblio- 
tbekars in Nürnberg so wieder besetzt werden soll, dass damit 
zugleich die Function des Gustos verbundeir wird. Als Functions- 
gehalt sind 400 11. ausgesetzt. Es werden ,, Diejenigen , welche 
sich um diese Stelle bewerben wollen, aufgefordert, ihre Ge« 
suche, mit Angabe der persönlichen Verhältnisse und dem Nach- 
weis ihres Universitats-Studiums und insbesondere ihrer philologi- 
schen Bildung, dann der Kenntniss in neuern Sprachen, minde- 
stens der französischen als Mittels der Konversation, bis zum 
24. April einzureichen.^* (Genug gefordert f&r einen solchen 
Gehalt! — ) 

Der Grossherzog von Oldenburg hat den Bau eines bcsondera 
Bibliothekgebäudes (bisher stand die Bibliothek im Schlosse zu 
Oldenburg) beschlossen. In Auftrag Sr. Kön. Hob. bereiste vor Kurzem 
der Architekt Z^///erit5 viele deutsche Bibliotheken , um sich Ober die 
grOsstmOglichste Zweckmässigkeit der Einrichtung eines solchen 
Gebäudes durch Autopsie zu unterrichten. — Die durch den Tod 
des Herrn von Ualem erledigte Bibliothekarstelle in Oldenburg ist 
zur Zeit noch unbesetzt. 



Bei dem diesjährigen KrOnungs- und Ordensfeste zu Berlin 
am 19. Jan. haben der Bibliothekar und Prof. Dr. Sckömann an 
der Universität Greifswald , und der Provinzial - Archivar Dr. Er^ 
hard zu Münster den rothen Adlerorden 4. Klasse erhalten. 



Das K. Preuss« Staatsministerium des Cultus hat der Universitäts- 
bibliothek zu Halle, welche zu ihrer Vermehrung einen jährlichen 
Fonds von ungefähr 2000 Thlr. hat, zur Anschafiung ihr noch 
fehlender grösserer Werke eine ausserordentliche UnterstQtzang 
von 1500 Thlr. bewilligt. 

—"-^———^ , 

Das Bibliothekariat der Univeisiläts - Bibliothek in Krakau ist 
Herrn Joseph Muezkowski übertragen worden. 



Die Stelle des Bibliothekars und Lehrers der klassischen Lit> 
teratur am Kings College in London hat Herr./. 5. J^/'eu^er erhalten. 



Dem bekannten Schriftsteller Miry ist die Stelle eines Conser- 
vateurs an der öffentlichen Bibliothek zu Marseille übertragen 
worden. 



Verleger : 7. 0. fFeigel in Leipzig, Druck von C, P. Melzer. 




I9KRAPKU1E. 

fflr 

BBAirtlielnfisseiiseh^^ Handsehrifteiiknnde nni^ 

ältere Utteratnr. 

Im Vereloe mit Bibliothekaren iind Litteraturfreimden 

herao8g;egeben 

Dr. Mioberi Naumann. 



J)S 8. Leipzig^ den 30. April 1840. 

Zor Geschichte des nngedruckten Werks: 

CoUoquium heptaplamerea a. de ahditis rerum 

BuhUmium arcanisy 

^▼eifawt von dem Ranaosen ^ean JBod4n* 

H^ollte man daa Colloquinm heptapl. des bu seiner Zeit als 
SUatam^nn beriihmten Bodm hinsiditlich des ersten Erschei« 
MBs Bod der Rolle , welche es seitdem in der gelehrten 
Welt gespielt hat, mit irgend etwas vergleichen , so dürfte. 
dinki mich, der Vergleich mit einem Wesen nicht unpassend 
■dn, das, so wie es ans dem Dunkel einer geheimnissvollen 
Wdt heranstritly fast von Allen mit Schrecken und Entsetaen 
erblickt nnd als ein mansirum harrendum mit Abscheu zur 
ewigen Finstemiss verdammt wird, das im Laufe der Zeit 
dnräi das Gedicht swar die Neugierde Vieler reizt und ihre 
Angen in der Feme auf sich zieht y aber wiederum von den 
Meisten derselben» ans Mangel genauerer Prüfung verachtet 
oder verwünscht, nur von selur wenigen Einsichtsvollere^ und 
vsbefangener Urtheilenden nach genauerer Ansicht geprüft 
nnd seinem wahren Wesen nach dargestellt wird, aber trotz 
deoi ganzlich ans Licht nicht treten darf, weil man sein Er- 
adieinen von Seiten des Staats als gefahrlich für Religion 
ad Moralitat betrachtet. Dass nun gleich sein erstes Er^ 
scheinen mit den angegebenen Umständen begleitet war, wem 
sollte dies Wunder nehmen? Ward es doch zu einer Zeit 
mid in einem Lande abgefasst, wo die wildesten Religlons* 

8 



114 

kriege seit einer Reihe von Jahren die Gemuther erhitsten, 
wo der crasseste Aberglaube und Unglaube, neben allen nur 
denkbaren Nuancen des Glaubens im bunten Gemisch neben 
einander stehend, sich in Bwgellosfreier Thätigkeit kundga- 
ben, deren blinder Eifer durch Jesuiten und andere Vereine 
nur noch mehr gefördert wurde. War es doch aus der Feder 
eines Mannes geflossen, der schon deswegen, weil das Ge- 
rücht ihm jüdische Abkunfk zuschrieb, von einer Menge sei- 
ner Landsleute verachtet und gehasst wurde, der durch die 
rücksichtslose Strenge in der Ausübung seines Ricliteramtes 
bei einem Hexenprocesse , so wie durch seine in der Dae- 
monomanle aufgestellten Ansichten bei Manchem in das Licht 
eines blinden Zeloten, bei Andern in das eines ungläubigen 
Naturalisten sich gesetzt hatte, der endlich durch eine toUle 
Umwandlung seines politischen Systems in den spätem Le- 
bensjahren bei den meisten seiner Landsleute als wütliender 
Lignist bekannt und verschrieen war. Und eben so ging die 
Art nnd Weise , wie das Buch im Laufe von zwei Jtthrlmn- 
derten beiirtheilt wurde, aus den jedesmaligen Zeitumständen 
lind dem Stande der theologischen und philosophischen Wi§- 
senschaft hervor, und ward durch sie modificirt. Theologen 
nnd Philosophen , grosse und kleine , unbefangene und befan- 
gene gaben ihr Urtheil über ein Buch ab , wdches s}e b^d 
durch eigne Erkenntniss, bald aber auch nur durch Relatio- 
nen Anderer oder unvollkommene Auszüge kannten , und ihre 
Urtheile tnigen meist das Gepräge de» Systems, welchem 
sie huldigten , der Schule , welcher sie angehörten , ja sie 
änderten sich bisweilen in dem Lebensalter eines Einzelnen 
selbst um, wie wir an dem Beispiele des grossen LeibniU 
sehen werden. Unter diesen Umständen ist es vielleidil 
nicht unpassend, die änssem Schicksale dieses merkwürdigen 
Buchs in einer Uebersicht darzulegen , zumal da eine solche 
meines Wissens noch nirgends Gegenstand einer (Nssondem 
Darstellung geworden ist. Inhalt und Tendenz desselben 
wird hier, wie billig, als bekannt vorausgesetzt, so wie auch 
die äussern Lebensverhältnisse seines Verfassers, in so weil 
sie nicht zur Aufhellung der Geschichte seines Werks dienen 
können, aus demselben Grunde mit Stillschweigen übergan- 
gen werden mögen. 

Die Zeit der Abfassung desselben fällt muthmasslich nm 
das Jahr 15S7, wo Bodin als Rath bei dem Presidial zu Laon 
hingirte. Wenigstens haben wir über die Vollendung des- 
selben in diesem Zeiträume das unzweifelhafte Zeugniss sei- 
nes Mitbürgers und Zeitgenossen, Ant. Richard^ welchen 
wir unten genauer anführen werden. Zwar konnte man zur 
noch genauem Bestlmmunur dieses Zeitpunktes die abbreviir- 
len Worte anführen, welche sich hinter manchen Abschriften 
des Colloquimns finden, und so lauten : H. E. I. B. A. 8. A. JE. LXIII. f 



115 

aBda ibgescfaen Isvon^ datt sich diese IHTorte bei weitem 
■idit buiter allen Abeduriften finden ^)y und. et iiberhaupl 
■Bgewlas bleibt, ob gie überhaupt Yon dem Veifasaer aelbat 
kcrrvhrea, sind audi die Gelehrten selbst über ihre eigeni» 
lldfte Bedeutung nicht gani einig ^^). Und fselbst wenn aus 
den Tersdiledenen ErUänragsTorschlSgen so viel als eewisses 
Betnitat hervorginge , dass Bodin die Schrifk Im w« Jahre 
•eines Alters verlasst h&tte , so wSre damit noch gar nichts 
bewiesen 9 dm über sein Geburtsjahr die Meinungen sehr ge« 
tkeOi sind, und von einander um mehr als 15 Jahre divers 
Clren. Bestimmter ausgedrüclkt und sich der Angabe RIchard's 
xlenslich nihernd Ist eine andere Zeitbestimmung , welche 
sich ebenfüls auf einigen Abschriften findet, und das Jahr 
ISeS nennt***). Begnügen wir uns daher mit Bichard's Be- 
richte, dessen Werk leider nodi nngedruckt und uns nur 
dmch die Ansauge eines neueren französischen Gelehrten 
bekannt geworden Ist"!"). Kaum hatte Bodinp so wird uns 
ihcrlciitet, die Beendigung seines CoUoqninms öffentlich aus* 
gesprochen, als ein furchtbarer Sturm sich über seinem 
Hanpte snaammensuslehen drohte. Wahrscheinlich hatten 
indiscrete Freunde davon gesprochen, und den Eifer des Map 
gistrats entflammt; dies allein war hinreichend, auf des 
Letstcren Bericht den Generalprocureur des Parlaments von 
Faris snr Einleitung eines Processes sn bewegen , wiewolil er 
weder wusste, ob das Werk cum Druck liestimmt sei, noch 
was es wliUlch enthldte , nodh ob sich Bodin zu der Ab&s- 
smg desselben bekannte« Im Fortgange der Untersuchung^ 
welche sich vom 3. Juni 1587 datirt, traten sehn angesehene 
Borger von Laon , worunter man audli zwei Priester bemeikte^ 

*) 8m finden tidi hinter der Dresdner No. 26« der Wiener Ne. 
DCXLVii, den beiden. Londner» snd der der elieaialigen Rottgsnrdi- 
•eben Bibliothek (liber die leteten tergt Bibliotbeca Rottgaardiann 
p. 32a No. 745). 

**) Einige, s« B. Denis, erganzen sie: Hio est Job. Bodini Ande« 
gSTeMs tnae anno aetatii 63. (vgl. Calal. Codd. MS8. theotog. Ist. 
btbL PaUt. Vindoboneniis Vol. IL P. 11. p. 1505) , Andere : Haee ego 
Jo. BodinoB Andetlis scripti anno aeUitit 63. (vgl Bibliotheea Rostgaar- 
diaaa Li.), noch Andere: Haee ego Job. Bodinat Andegavenait acripii 
SMH» aelatls 63. (vgl Ayicooab, Catalogne of tba MSS. preser^ed in 
tbe Britiab Maseosi T. L p. 25). . 

^*) DieMt ist der Fall bei der ebenMls Sdiönbergischen (Catalo- 
gss bibliotJiecae Scboenbergian&e T. II. p. 587. n. 34), Hobertcben (▼• 
Calal. libromm h W. Huberi p. 17. n. 77) ond Engebcben (v. Sam. 
Kagel, Spieileginm libranim rarr. p. 6) Abachrift. 

t) Diese Ansauge, Ton Deriime. finden ttcb in MiUin Magazin 
«cjdop^iiqne Ann6e VII. T. IV. p. 42—59. unter der Anftchrift: Ne- 
ue» bitter, et criL snr Bedin antenr eelebre, qal fleariiaoit^dant le 
XVI. si^da. Riebard war Magiitrattperson , nnd binterliesf «icbtige 
Stninilongen , die Geschiebte ?on Laon wahrend der Jahre 1589—1596 
batorffend , welche noch in der Königl. BibUoChek za Paria sich finden. 

8* 



116 

mit einem Zeiigniss zu GiinBten des Verfassers auf; doch 
bleibt es unentschieden , ob dieser oder andere günstige Um« 
stände es beifirkten, dass die Anklage weiter keinen Erfolg 
hatte, als dass die Veröffcntlicliung des Buchs hintertrieben 
wurde« 

Die Schicksale der Originalhandschrift lassen sich seit des 
Verfassers Tode im Jahre 1596 wegen der Verschiedenheit 
der Berichte nicht mit Gewisslieit verfolgen* Patin horte von 
Naude , dass Bodins Erben dieselbe dem Präsidenten Claude 
de Meame geliehen hätten, welcher sich davon eine Abschrift 
anfertigen zu lassen gewünscht habe^), und diese Nachricht 
hat um so mehr für sich , als Naud4 , ehemals Aufseher der 
Bibliothek des Präsidenten , davon wolil unterrichtet sein 
konnte 9 und eine Abschrift aus derselben noch jetzt vorhan- 
den ist« Dagegen beruht wohl die Versichertmg Chapelam'Sy 
das Original in der Bibliothek des General-Procurenrs ffor/a^f 
zu Paris gesehen zu haben ^^)y wohl nur auf einer Verwech- 
selung der Namen« Nach jener Aussage Naudi*8 sollte man 
glauben , dass sowohl Sarrau 9 welcher für die Königin Chri- 
stine von Schweden eine Abschrift zu besorgen beauftragt 
war, es in dem Verzeichniss der Handschriften in De Mes- 
me's Bibliothek gleich nach dem Tode ihres Besitzers im 
Jahre 16ä0 verzeichnet gefunden, als auch Montfaucon in 
dem gegebenen Verzeichniss derselben Handschriften es auf- 
geführt haben müsste, um so mehr, da die Wittwe des Ver- 
storbenen mit ängstlicher Sorgfalt über diesen Schatz wachte ; 
allein beides war nicht der Fall ^^^)« .Hierdurch gewinnt die 
Versicherung Sarrau^s an Gewicht, dass das .fragliche Ori- 
ginal schon früher in die Hände des Joh, des Cordes , Cano- 
nikus in Limoges, gekommen sei*j[*), was auch durch einen 
Brief des Hugo Grotius, datirt vom 19« September 1634, an 
den genannten Canonikus bestätigt wird , worin er ' für den 
Empfang eines CoUoquiums dankt f^)« 

*) cfr. Diecmann, de Nataralismo cam aUoniin tom jnaxime Jo. 
Dodini p. 8. 12 sq. 

♦*) ▼, Melanget de Literatare p.. 167. 

iMt^) ^^ Sanravii epistolae p. 324. 335. Das Veneichniss der Hand- 
schriften von De Mesme steht bei Montfancon , Bibliotheca bibliothaca- 
nun MSS. T. II. p. 1326-1330 und ein anderes p. 1664—1667, 

t) Sarravii Kpist. p, 326. 

tt) V. Hug. Grotä Epistolae ad Gallos missae p. 356. No. 146. 

(Fortsetzung folgt.) 



lU 



HTaelirlclif; Ton alten Hand^iclirifteu 

der Stiftskirche zu Oehringen. 

(BesohlatB.) 

Nro. V enUialt luerst: Carmina Petri de Rosenheym. 
AnfftDg der Dedication: ^^Reverendissiino in cfaristo patri ac 
domliio domino Brando diiiina miseracione Tytidi fihuicti 
Clementiis Sacrosancte Romane Ecdesie presbytero Cardinali 
placentioo Tol^ariter nunciipato frater peirus de Rosenhejm 
monachus monasterii medlicensis Sedi Romane immediate 
snbiecti ordinis sancti Benedicti Pataiiiensis dyocesis se et sa- 
Intem qnantum polest etc«^^ Der Hauptinhalt eines jeden 
Capitela der h. Schrift alten und neuen Testaments ist in 
einem Distichon ausgedrückt, und zwar fangt das erste Di- 
stidion, welches je das erste Capitel eines Buches enthält, 
mit dem Buchstaben A an, das zweite mit B, das dritte mit 
C, und so fort bis V, worauf A, B, C etc. repetiren, bis 
die Zahl der Capitel eines Buches erschöpft ist. Die Verse 
wen Zinn Auswendiglernen bestimmt, und die angegebene 
Einrichtung sollte eine Erleichterung fiir das Gedächtniss 
icyn. Das erste Capitel des 1. Buches Mosis ist so ausge- 
drackt: 

Astripotens celnm terram speram m(^re gramen 
Forma sydus aues cete peciisque hominem« 
Das zweite: 

Bis duo post requiem currunt fluuij prohibentur 
Adam nomina dat Eua fit osse viri, 
and in solcher Latinität geht es bis ztur Apocalypse durch« 

Derselbe Band enthält femer eine moralisclie Sclirift mit 
dem Titel jyLepra maraUs amm9^^. Die einzelnen Abschnitte 
lind überschrieben: Superbia, Avaritia, Luxuria, Iracundia, 
Gttia, Inridia, Accidia. Hierauf kommen die Sünden gegen 
den Dekalogus; Regeln circa sacramenta; de Impedimentis 
matrimonii, de potestate quo vir possit dimittere uxorem, 
de coDJugatonim Incontinentia, de reddendo debito conjugali 
Tel de non debito, de temporibus in quibus continentia con- 
jogalls ecclesia indicitun Die Abhandlung nimmt 58 Blatter 
ein, die Seite ist in 2 Spalten getheilt, deren jede in der 
Regel 40 Zeilen enthält. 

Nun folgt auf 130 Blättern eine Schrift, welche Förmka- 
Hub betitelt und in 5 Bilder eingetheilt ist. Die Mittlieilung 
der Vorrede wird genügen, um auf den InhUt derselben 
sÄliessen zu können : .»Peragrans crebro partes quasdam 
praesertim Almanie qnerelas non nnnqnam audlvi pigrorum in 
fide hominum cor modo inter christicolas dens niuliB eccle* 
liaffl roboret miracuUs ac sacris pro flde tuenda et virtntibus 



IM 

bene vivendum [?iveiitiiiiii] non lUiiminet sicut ollm revela- 
tionibns Citin perfidffi enim Judeis clamitanl Signa «ostra non 
vidimiis iam non est propheta et noa non oognoacet amplius' 
qiiod murmiir christo [christi] cooperante gratia compeacere 
conabor in sequentibns per pliira q^ie prope et circa nostra 
tempora ymo nobis dum datum est vivere in hiimanis mira a 
deo vel miraciila ostcnsa snnt divinitus cum reYelationibiia 
Tariis et sanctorum hominnm virtiitibus qne constant aut tisna 
mei Tel anditits propria experientia aut fide dignonim relati- 
bus et nt reor satis ednde facta sunt credibilia Verum quia 
in moraU nunc laboro materia precor in deo lectorem sequen- 
tiftm ne demonstrationem querat nbi accomoda sufiicit proba« 
biÜtas nee me suspicetur faciliter credere hominibns quibns- 
libet presertim qnis [quos ?] nisi sint probate (sie /) plurimnm 
pene semper in talibns delirare snspicor qnanqnam sexus non 
despicienda (sie!) sit fragilis in quo dens sepe magna fecit 
ut confundat forda mundi secundum Apostolum Scio deum 
]uxta beati lob Talacinium [Taticininm?] nostro non egere 
mendacio ad obsequendum sibl sdo falsitates detestator 
theologica quam professns snm scientia Scio deniqne fncatam 
doctrinam procnl esse a ritu quo fungor ordine predicatorum 
et oflBcio nee miretnr quis si que loca et nomina propria 
personamm sHuero quia ita fieii debere fratema Caritas im« 
perat et recta persuadet ratio Ybi aut sigillum confessionis 
aut secretum aliqnod noiabile aut periciuum cenodoxie ad 
aliqua silenda astrinxit Tel perieulum aliud corporis aut anime 
Sub Tnius igitur typo Toluminis libellos quinque coüigere 
studui optTs qnod formicarius seu dyalogus erit theologi et 
pigri de formicanim moralilatilnis In quo pigri [sollte ohne 
Zweifel piger heissen] discipuli et theologus preceptoris ha^ 
bebit officium Libellns primus erit de raris bonorum hominum 
exemptts et ojperationibns | seonodas de TerissimililKis boni« 
refeladonibus | terdus de falais et illnsoriia Tisionibus | quar^ 
tut de Tirtnosis peifectorum operationlinis | quintus de male* 
ficis et eomm deceptionibns«'^ Dieser letste Abschnitt wire 
besonders für unsere hentigen Visionäre interessant , er ent- 
hilt merlcwürdige Dinge für die GlanlHgen. Am Sddusae 
steht: y^ExpIidt formicarius Reuerendi patris frtttris Johannia 
Nyder sacre theologie professoris ordints predicatonm.'^ Die 
Vorrede ist auch aus dem Gmnde ToUständig mitgetheilt^ nai 
eine Probe^Ton der Latinität des Verfiuisers lu geben, wie- 
wohl Vieles auf Rechnung des Abschreibers gesetst werden rauss. 
Die letzten 53 BläUer dieses Bandes enthalten eine Schrift 
de eoneolatiene ikeologie. Es findet sich nichts dabei, woraus 
man auf den Verfasser oder Sduneiber schliessen konnte« — 
Nach einer Tom eingesduriebenen Netls wurde dieser Band 
im Deiember 1501 Ton Johmtme SchäUmger der Bibliothek 
Afsir Kirdie su Oehringen gesdMikt. 



110 

Nro« TI enthilt auf 164 Blittern Sermamea de tmeiü. 
Aaf der iiweni Decke steht zwar von einer Hand ans dem 
16. Jahrh« ^Sermone» de Sanctis Fratris JohaiiDis Homunf 
de PfortzheiiD^'; dieser hat aber nur die Abschrift gemacht, 
denn am Ende des alphabetischen Registers Blatt 4 a stehen 
die Worte : ^^Per me firatrem Joh* H» de Pf. ordinis Seti Spi- 
riCaB'% und die Handschrift des ganzen Bandes stimmt mit 
dieser überein; wogegen am Ende des Werlies zu lesen ist: 
^xplidt hie prima pars Jordanis de Sanctis que appellatur 
dascatnlua que completa est in 14-5^ Anno*^^ Un^lücKUcher- 
"weise Ist gerade die hier fehlende wichtige Zahl ?on dem 
'Roste der durch den Deckel gehenden Buckel zerfressen. 
Ein anderes Zeichen fiir das Alter des Werkes findet sich 
nber am Anfange desselben, wo Tor der Vorrede steht: Snb 
anno ete« xxvj; also 1426 wären die Reden gehalten oder 
Teilassty und etwa 1435 durch Job« Ilomung abgeschrieben 
worden. Ueber den sonderbaren Titel DaneatuluM leank 
uni vber den Verfasser giebt eben diese Vorrede Winke; 
Ihr iknfiuig lautet nämlich also : y^Dancatnlns leonis fluit larw 
gltcr de basan Deut. 31 • [was aber 33 heisscn muss^ indem 
die betreffende Stelle im 5. Buch Mose Cap. 33, Vers 22 
stdit.] TransTadato fönte Jor qni divina largitate in op<sr® 
scrmoninn de tempore aquas salutares profluenter effudit 
Accedanans ad aldssimum fontem Dan qni et ipse donante 
domino fluet | lar^ter in opere de sanctis quod prae ma- 
wAmB habennis ut ne duo fontes simul iuncti Jordani nomen 
efiidant qni ad instar iordanis fluTÜ ripas aluei sni in men* 
tSbns legentinm quasi messis tempore largiente domino im« 
pleat fiructuose Sane pro accessu praesentis operia de sanctis 
non incongnie assumpta est praemissa antoritas Dancatulns 
leoioM fluens largiter etc.^^ Dan und caiulus ist immer zu- 
sammen geschrieben ; übrigens sind auch in allen andern hier 
beschriebenen Mannscripten gewöhnlich die Präpositionen mit 
den regierten Wörtern zusammenhängend geschrieben , Wäli»> 
read snwellen bei mehrsylbigen Wörtern eine untrennbare 
Vorsylbe dennoch von den andern getrennt ist* Die Redeii 
zdbst ndieinen nicht von besonderem Interesse zu seyn. Ein 
Cnriosnm befindet sich vor denselben, welches ich hier in 
getreuer Abschrift mitUieile« 



S d 



^^^^ 



^e 



BVUV^ 




64|65f6 67^ 
^oa got ^ncT g-g^ 

"VerdroMenKjr 



« 

p 






'Ja S 

c — 



_ a •; 

B D 



a 


a 


fi 


p 


o 


2 . 


S 


«S E 




fS 




u 













a 




•S 




OS 








*• 




«n 







)ivqz88ii<L ^A 



puA iprai)« ^MOJ ^ 



«•«es 



*^Offff, 



jainm v|V3. 



L'^9S «».. 



s 



a a 

>. o 



g -1 



a 







«0 



N pA 

i « 







e =g 



2 "Sc 



bo a 



2 B 

SIS « 
.^«4 



^ 80 S 



g .2 

«0 



o 



> 





s 



09 



•SOS 



\ 'S SS 



SS 

-4 Cd .M 




U 

m 



0» 






- o« N 

C - ö 

ab a 

BO S O 

s o So 

£ 8b 'S 

•^ ? g 

.? -0 

Ü <> ^ 



ä 



C8 
O 



■«3 ** 



^ Ä 



CO 






2 a 

€ S 

>«^ CO 

'S .2 



u 



e 'S 

a 

•S 



1 ^ ^ 



d 





1 - 



3b CA 

S (- 

o 

^ 





C9 « 



Ä t^ .^ 




CO 



QQ 



«2 - 

'=* 

::= o 

o 

tS ^ 

CS »la 

o 2 



> ä 

bO 

o 

o o 

^ OD 



4U 

* 'S. 



2 > 

.9 4^ 

&> 'S 
" 

CO 

• h 
» N 
TS es 

60 ^ 
b 
3 » 

> 



^ a 

a •* 

O CO 

U '^ 

•S & 

• Ml rf3 

V 







ä 



Ö '^ 

Z u 

.SP «2 

2"" bO 

** S 
.5 2 

»^ 

.a N 

o .2 

Ol s 

« 2 



s 



5 P 

5 CO 

s « 

*s a 
s 

CO 

a 

ä « 

a & 

2 ts 

•■■ OB 

a « 

" 3 

•5 ;»► 

Ol 

S g 



"« 
2 V 

§ ^ 

4) 

1 l 

0» ■■ 






i B 






e 



o 
hü 



9 

a 





e 

CO es 

a '? 
öl« 

tiO d "* 

— OS 

fc. er 

i s « 

E <• V 

fi n ej 

&*0 s 



b 
O 

a 









0» 

O 



•S 

'S >* 

o» 5 
« 

B «0 

;ä 

'S a 

04 

O 

CO a 

& i 

2 ^ 

•C o 

8 g- 

S B 



2 2^ 

im <0 

Ü 
er r2 

0« B 



•^ 

IC 

0» 

60 > 



199 

Nro» yil, ein Band von 126 Blättern, Ton welchen einige 
wenige etwag beschädigt sind. Am Ende steht: ,,Explicit 
glosa psalterij siib anno incarnationis domini Millesimo qua- 
dringentesimo vicesimo sexto (hier ist etwas abgerissen) Idiis 
Jonij Deo gratias/^ Ueber den Verfasser dieser Glossen fin- 
det sich keine Andeutung. Die Deckel des Bandes sind innen 
mit Pergamentstreifen überpappt, auf welchen Bnichstiicke 
Ton einem lateinischen Psalter in noch älterer Handschrift sa 
lesen sind. 

Nro. Vin hat 22 Sexternen, Tom und hinten ist ein Sex- 
tem herausgerissen; doch ist der Anfang noch vollständig, 
aber das Ende fehlt. Der Band ist überschrieben : ExquisUae 
guaeitiones theologieae^ und sein Inhalt scheint von keiner 
grossen Bedeutung zu seyn. Auf der Innern Seite des hin- 
tern Deckels steht der Name Emergchöfer, und darunter: 
„item jch han gerechnet mit dem klainen Schlosser vnd bin 
jm alte schuld ix gss an sant gallen tag 144P', woraus her- 
vorgeht, dass das Manuscript selbst noch älter ist. Die Seite 
ist in 2 Spalten getheilt, deren jede 40 bis 46 Linien ent- 
hält. Auf dem Rande stehen manchmij erklärende Anmer- 
kungen, von welchen ich nur diejenigen mittheile, die als 
Beitrag zu einem Glossarium Interesse zu haben scheinen ; 
ich schreibe sie in der Ordnung ab, wie sie hie und da in 
der Handschrift vorkommen: prudens klug weyss, eontuttnliä 
lästening honunge, originalUer wffgrueblich, yropagare et di^ 
latare bezalen , estendere vel protendere vorrecken, temerartB 
freuelich, qualüas welcherley, uexare stettiklich kempffen, 
nesus band, morbidus süchthaillig, pcftentia operativa wnr- 
ckende krafft , poteniia absoluta ledige gewalt, potentia inteU 
lectiva vememende krafft , potentia affectiva begerende krafft^ 
potentia hderpretatioa sprechende krafft, propago gescfalecht, 
gener sweher, determinare et diffinire aussenden, organizaiio 
glid, eonvenatio ein geistlich leben, converaari handeln^ 
jnmunia et expere onteylheffltig, earens on teyl, ambiguüao 
zweifelmütikeit, ambigere zweifeln, abeorbeatur vssgesauflft 
(«tc/), secare hawen, opus operatum das werck dz gewiurckt 
wird, acerbüas bitterkalt, appUcare zu thon, regularüer or- 
denlichy congruum quemlich. 

Nro. IX enthält mehrere jin*idi8che Schriften. Die erste 
ist „secundum quinque distinctiones decretalinm^^ in 5 Bücher 
getheilt; „in primo Ubro agitin* de constitutionibus ecclesia^ 
sticis , de ordinationibns dericonim, et eorom oificiis et prae- 
paratoriisjudiciorum; Item in secnndo de judiciiset judicionun 

Srocessn; item in tertio de vita et honestate dericoram et 
e rebus ecdesiasticis; in quarto de matrimonio et gus im- 
pedimentis; in quinto de criminibus et penis/^ Sie amfastt 
106 Blätter; die Seiten sind nicht in Spalten getheOt, die 



ZiU der Linien auf der Seite ist veradiieden , aber immer 
dBdie imd Tierilg. Ueber den VerfiiMer findet sich keine 
imAmtnng. 

IBeranf folgt anf 6 Blittem die ron dem Concllinm In 
laiel am 9. Jnnii 1435 gegebene Verordnung über daa Yer^ 
Italien der Geistlichen im Chor, das Verbot von Schauspielen 
in den Kirchen etc. nebst Glossen darüber. 

Nun Itommen auf 18 Blättern Constitntlones et statuta des 
Bfsdiofra Gottfried von Würzburg, welchen von einer andern 
Hand das Datum ,yXviii die kalendas Octobres anno dominf 
M*cccc*xtoij®^^ am Ende beigeschrieben ist. , Am Schlüsse 

heisst es: ,, omnibns vere penitentibus et confessis qnl 

praefatas constitutlones et statuta sibi comparaverint legerint 
an! legi audierint qnodescnnque hoc fecerint quadraginta dies 
de injoncta sibi penitentia misericorditer relaxamus/^ Anf 
Befehl des BischoiTs Rudolph liess der Dekan %u Oringew, 
Albert KeUner , diese Statuten durch den Notar Peter Egekwn 
am 4. Marx 1474 erneuern imd publiciren, irie ans einer 
dgenhandigen Bemerkung Eichhorns hervorgeht. 

Die nächstfolgenden 3 Blatter enthalten ein rechtliches 
Gotaditen des Johannes Derdmger^ beider Rechte Doctor^ 
v«Di Jahre 1475 über die Verbindlichkeit des Klosters Schon- 
Hialy zu gewissen Ausgaben der Deutsdi-Ordensritter in Mer- 
gentheim etwas beizutragen. 

Anf den 5 folgenden Blättern ist eine Abhandlnng iiber 
yiSibor consanguinitatis'^ und ^^arbor affinitatis^^ ; auf den 4 
nidisten eine iiber Verlobnisse und Ehen» zu dem 4. Buche der 
Becretalien. Das folgende Blatt enthalt ,,auctoritates doctorum 
de vita sacerdotnm seu eorum statu'^. 

&7 Blätter enthalten eine Schrift ^^de processu ordinis 
iafidarij^^ — Die folgenden 112 Blätter enthalten die Ti- 
tBH Institntionnm , DIgesti novi, veteris et infortiati mixti, 
CodScum, Collationum in authentica, libri Feudorum, Deere- 
tdhnn Clementinarum; dann kommen Casus summari] super 
decretales. — Auf den letzten 9 Blättern finden sich ein 
Libellns de ecclesiastico interdicto, und der kurze Inhalt der 
Vcrhandlnngen der geistlichen Churfursten, welche im Jahre 
1441 circa festum purificationis beate marie vhrginis zn Mainz 
Statt gefunden haben. — Der Band ist ganz gut erhalten^ 
and mit einer eisernen Kette versehen. 

Die übrigen Handschriften enthalten grosstenthefls Ge- 
saognoten in Psalmen u. dergl. 

StMiligari, im Februar 1840. 

X^. V. Oechste, 

Assessor bei dem K5n. Geb. Haus- und SCaatssnAir, 



194 



Die Handschriften 

der Kon. Universitätsbibliothek in Tübingen, 

rexzeiöliiiet TOn 
Dr. JLüelhert Keller* 

Die HandschriftengammluDg unserer BiblioÜiek war bislier 
so gut wie nicht geordnet. Sämmtliche Erwerbungen der^ 
selben wurden in einen Katalog eingetragen und in fortlau- 
fenden Numem von 1 bis 1900 gezälilt, wobei jedoch aus 
Versehen viele Numem übersprungen sind, andere doppelt 
und dreifach vorkommen. Angefangen ist der Katalog in 
dieser Weise von dem als Oberbibliothekar der Universität 
Gottingen gestorbenen Geheimejustizrath Jer, Dav. von Reuss^ 
welcher als Unterbibliothekar in Tübingen seine literarische 
Laufbahn begonnen hat. Melir Verdienst lun die Sammlung 
als durch diese Anordnung hat der würdige Bibliograph sich 
durch die Beschreibung einzelner Handschriften erworben, 
die er in seiner ^^Beschreibung einiger Handschriften aus der 
UniversitaUbibliothek zu Tübingen. Tübingen 1778.<< und in 
seiner ^^Beschreibung merkwürdiger Bücher aus der Universi- 
tätsbibliothek zu Tübingen vom Jahre 1468 bis 1477 und 
zweyer hebräischer Fragmente. Tübingen, 1760.'^ gegeben 
hat. Ausser diesen zwei Werkchen ist für die Literatur der 
hiesigen Manuscriptensammlung namentlich das akademische 
Programm des ordentlichen Professors der orientalischen Li- 
teratur Dr. H. Ewald zu nennen „Verzeichniss der orienta- 
lischen Handschriften der Universitätsbibliothek zu Tübingen. 
Tübingen , 1839^^. Andere Schriften , welche zu Anfertigung 
des neuen Katalogs benutzt worden sind, sollen bei den be- 
treffenden Niunern genannt werden. Bei der im vorigen 
Sommer begonnenen neuen Anordnung und Beschreibung der 
Handschriften sind, der übrigen Ordnung der Bibliothek con- 
form , folgende Abtheilungen gemacht worden, in deren jeder 
die Manuscripte ohne weitere Unterscheidung fortlaufend nu- 
merirt sind, a) Orientalische Handschriften, b) Griechische 
Handschriften. cS Lateinische Handschriften, d) Deutsche 
Handschriften, e) Handscluriften in den übrigen germani- 
schen Sprachen, f) Handschriften in romanischen Sprachen« 
£) Handschriften in slavischen Sprachen, h) Württembergica« 
Q Autographa. k) Musikalien. 1) Urkunden. Ein systema- 
tisches und ein alphabetisches Register, sowie eine verglei- 
chende Zusammenstellung der alten Numem mit der neuen 
Signatur erleichtern den Gebrauch der Sammlimg an Ort und 
Stelle. 



1*5 

H. Handschriften. 

Ma. Orientalische Handschriften. 
Mal. Indische Handsohiiften. 

SimmtUch im September 1638 der Bibliothek geschenkt 
Ton Dr. J. Häberlhi aus Tuttlingen , Missionär und Presbyter 
der angUcanischen Kirche in Bengalen; sämmtlich in benga- 
liadieT Schrift geschrieben. 

M a U L (olim 1878.) XIX. Jh. Gelbes Papier, 62 Blatter 
xivladien 2 Brettstückchen liegend. Vgl. H. Ewalds Yer- 
seidiniss S. 18. Bkagwad-Gitd. Das Werk ist gedruckt in 
IndieDy in Deutschland herausgegeben von A. W, >. SehlegeL 

Mal. 2. (ol. 1880.) Auf bräunliches Papier geschrieben 
un Cakabda 1738. Am Ende des neunten Skandha steht 
diese Jalursxalil von späterer Hand beigesetzt. BÖIÜ Blätter, 
voTOB noch BI. 45 und 46 einmal iibersählig sind, zwischen 
2 Brettern. Es Ist diess die stärkste Handschrift aus J. 
Haberlinz Schenkung. Vgl. Ewalds Yerzeichniss S. 18 f« 
fadiaU: die neun ersten und ein Stück aus der Mitte des 
totem Skandhas des Bhägüoata Mahd^Purdna. Es soU von 
Engen Bumouf edirt werden. Di(^ Handschrift scheint hin- 
ten onTollendet. 

M a 1. 3. (ol. 1879.) Auf gutes gelbes Papier geschrieben 
Ubda 1743 d. i. 1619 n. Chr. Die schönste unter den 
indiscfaeii Handschriften aus J. Häberlins Schenkung. 264 
Uatter zwischen 2 Bretter gelegt. Vgl. Ewalds Verzeichniss 
S. 18 f. Inhalt : der zehnte der 12 Skandhas des Bhdgawata 
Makd'PurAna. Eine Ausgabe ist von Eugen Bumouf ange- 
köndlgt. 

Mal 4. (ol. 1861.) XIX. Jh. Auf gelbliches, hinten 
braonlichea Papier geschrieben. Die Blätter liegen lose zwi- 
schen 2 Brettchen. Vgl. Ewalds Verzeichn. S. 19 ff. 

m) Cri'Pacupat€s Ratnamdlä oder Juwelenkranz; 25 Verse 
nadi einem arjametrum. 3 Bl. Es sind kurze moralische 
Sitae in Frage und Antwort. Anfang: K6 bhüshd jöshdndm 
KSskä debr mandalam hhdti. 

b) 7 Bl. der Paddnka-düta oder Bote des Fussspur (des 
Gottes). 45 Verse. Ein dem 6ita-gö?inda ähnliches Gedicht. 
Es fuhrt yollstandig den Namen: Makd-mahöpadhjdjarerfjuta'- 
(^ri^Kriskna-sdroüabhaume-viratita : Padaüka^ddta, wor- 
nadi der Gott Krishna selbst der Dichter wäre. Anf.: 
G&pUhartur-viraha'Vidkurd kdkid indtoarakshi. 

c) KdUddsn^s Crutabödkam. 44 Verse auf 4 Blättern. 
Gedicht nber die Sankritmetra. 

d) Cri Vjdsa's Kütorgrantkam. 41 Verse auf 4 Blättern. 
Erstbch mythologischer Art, scheint nur deswegen dem Vjasa 



xiigesclirieben y well es von alten Mythologien ausgeht. Anf. : 
Madamaita^mojürasja giraer mdljaoatoB iatae, 

e) KdUddga*s Cringdrd -titakam, 24 lange Verse auf 4 
Blättern. Erotischer Art, etwa so wie der erste von den 
3 Theilen der Sprüche Bhartriharis. An&: ßdhu doau 
mrindla-wdsja'Kamalam. 

f) 2 EU das PanHaratndkhJam oder Heb Jtiwden. 5 Verse 
ethischen Inhalts. Anf.: Ddid kd'rtham tathd Ubha : köi 
cum. 

g) 2 Bl. Navaratndkhjan kdvjam. 9 Verse über die neun 
Juwelen am Hofe des AVikrama oder die neun grossen Dichter. 

h) Kdliddia'a Nalödaja, 15 Bl. Gedruckt in Indien, 1S30 
in Berlin. Hier die 2 ersten Sargas, die Hälfte des Gänsen, 
vollständig. 

i) Die Smara-dffnkd von einem Dichter Namens Minanitha 
auf 16 Bl. Nach Ewald „ein erotisches Gedicht und swar 
von derjenigen schlechtem Art, wie sie in einer selbststän- 
digen Literatur nur die späteste Zeit hervorbringt.^^ Anf. : 
Hara-köpdfialaenaiva bhasmUhhüto manöhara. 

k) Das Kdtakdshthakmm oder die Sage von dem wunder^ 
baren Vogel KaUka. 3 Bl. Es wird dem Mahakavi d. h. 
dem grossen Dichter sugeschrieben , nach Ewald S. 21 Kali- 
disa. Es scheint Fragment. 

1) Von demselben wie das vorhergehende und ebenfalls 
unvollständig : Kdvja-cdstram. 2 Blätter uldiraja-Kavitd oder 
ein Musterstiick für den ersten der 8 rasas (Dichtungsarten) 
der indischen Poetik. Vgl. Sahitja Darpana. Calcutta, 182S« 
S* 77 ff. 

m) Das Bhattikdvjam bis in den sechsten Sarga V» 115, 
auf 45 Bl. , unter denen jedoch 9, 11, 13 fehlen, etwa ein 
Drittel des Ganzen« Gedruckt Calcutta 1828 mit ausfuhrli- 
chen Schollen, in 2 Bden. Vgl. Mal. 11. 

n) JiCumdra'Sambhavaj Gedicht von Kalidäsa bis In den 
Hinften Sarga. 24 Bl. Vorn viele Randscholien. Unvoll- 
endet. Herausgegeben von Stentzler, in London. 

o) Von den vorhergehenden Stücken difrch Inhalt, Format 
nnd Schrift ganz verschieden; in Prosa. Die Schrift ist alt 
und schön deutlich, von der gewöhnlichen ziemlich abwei- 
chend; etwa das letzte Achtel hat aber dieselbe neuere Hand 
mit Ihren fluchtigen unklaren Ziigen ergänzt, welche den 
Hanpttheil unter den 12 erstgenannten Stellen geschrieben 
hat« Ewald a. a. O. S. 22 sagt hierüber: „Man würde es 
für ein astronomisches Werk oder vielmehr für eine Erklä- 
rung des indischen Kalenders halten; dass es aber näher in 
Bezug auf die Opfer und andere Gebrauche der Indischen 
Religion geschrieben ist, erhellt schon aus dem Anfange, 
wo ausserdem der Dichter vielmehr Raghudaeva genannt 
wlrd/^ Anf.: Divändikam nmna$ krüja hääjddja küdrihmdm. 



ist 

M a !• & (oL 1882.) Auf rothhraniMs Papier getdiriebeo^ 
die Blitter liegen swischen 2 Brettchen. Vgl. Ewildt Yeiw 
seidiniss S. 23 ff. Niedliclie, lliessende nnd bei aller Ge- 
drängtheit deutliche Schrift. Ttka$ d. i« Briäuterungen über 
am NjdfapküoaopJue. 

a) Pardmarca-grmiha-tikd , 38 Bh ▼ollstandif. 

bl Upddhi^vdtia^dtdhitUlkä, ToUstandig auf 37 BL 

c) Sämdoja-tiU, anf 33 Bl. Nach Ewalds Verzeichnis« 
S. 2:» dasselbe Werk, welches Langles im Verzeichniss der 
Psriser Sanskrithandschriften S. 68 unter dem Titel Samäni 
Lakhiam Tipäni anffiihrt. 

d) Kaevaldnvaji'grantha'didhiti'tikd auf 22 Bl. und 2^ 
Zeüeii. Der Name der Ükä lautet hier einmal etwas voll* 
stiodiger Gagadici-tikä , weshalb Ewald a. a. O. S. 25 hier 
als Verfasser Gagadica annimmt , und ihn für denselben 
Djagadtsa hält, der nach Langles a. a« 0. S. 68 ein Werk 
Samdm Lakhiani Tipäni geschrieben hat 

e) Jvajava - tikä auf 15 BL Schluss fehlt. Ueber den 
Namen Avajava nnd die meisten andern dieser Benennungen 
iPgL Njija sütra vritti, theological aphorisms of Gotama, 
witta commentary of Viswanäth Bhattä chärya. Calcutta, J628. 

f) Tarka- bhäshä. 16 BL nnw)Uendet. BL 13 und 14 
felilt. Nach Ewald wahrscheinlich nur ein Commentar eines 
ahcn HauptweriLS dieses Namens, welches Colebrooke nel 
gebraucht hat. VgL Transactions of the asiat. soc. London» 
T. L »3. 

g) Prämänja-vädasja prathama -vipratipatti-rahasjam. 11 
BL ToUslandig. 

h) Kaevalinvaji'anumäna. BL 1 — 4. 10. 11. Schluss 
fehlt. 

i) Vjaptirgraha. BL 1-3. 5. 6. 9. Schluss fehlt, 

k) jibhidhä-micra-hhäshä. 6 Bl. 

1) ,,10 Blätter verschiedener Art.^^ Ewald a. a. 0. S. 25. 

M n L 6. (oL 1683.) Von demsdben Abschreiber wie 
HaL5^ dessen Handschrift iibrigens Ewald S. 25 hier ab 
steif, ungefällig und grob prädicirt« Beide Handschriften 
geben nach diesem Gelehrten in eine etwas altere Zeit su- 
rück. VgL a. a. O. S. 26. Eines der Brettchen, zwischen 
welchen die Blätter liegen, Ist verbrochen. 157 Bl. Inhalt: 
. Terscfaledene unfoUständige Abhandhingen über NjdJaphiloBO- 
pÜBy wahrscheinlich von Maihurä-näiha. VgL Langles Ver« 
leicfaniss der Pariser Sanskrithandschriften. S. 65. 

M a L 7. (ol. 1884.) Die Handschrift gehört nach Ewald 
(Verseichn. S. 24) zu den altern der von J. Häberlin ge« 
idienkten Sanskritmanuscripte. Nicht sehr schon • aber deut- 
Bdi geschrieben. 139 braune Blätter zwischen 2 Brettchen. 

a) Unvollendetes philosophisches Werk. 3 BL Anf.: 
franamja haetum tcvaram MutuA kanädam agrada. 



1»S 

b) 136 BL die Anumäna-didhüis von Cirömani Bhalta- 
kdrja; nach Ewald dasselbe Werk, welches sich nach dem 
▼on Alex* Hamilton Terfassten, von Lang^les herausgegebenen 
Yerzeichniss der Pariser Sanskrithandschriften unter GXLVUl 
und Gxlix S. 66 findet , dort aber falschlich als dissertation 
sur la memoire bezeichnet wird ^ da es doch vielmehr über 
den logischen Sdiluss handelt. 

(Fortsetzung folgt) 



Blbllothekclironlfe, 



Ans Berlin wird gemeldet , dass der Bau einer neuen königl. 
Bibliothek nunmehr gänzlich aufgegeben sei , aber zu hofleo 
stehe, dass das bisherige Bibliothekgebflude durch Anbau werde 
vergrOssert werden. Die im Lande erscheinenden Bücher werden 
übrigens jetzt mit mehr Strenge als frUherhin für die Bibliothek 
eingefordert. 

Das Postulat der kün. bayerischen Regierung von 150,000 fl. 
zur Vollendung des neuen BJbliothek- und Archivgebäudes in 
München (vgl. oben S. 96) ist von den Ständen bewilligt worden. 

Das schöne Frankfurter Bibliothekgebäude hat eine werthvolle 
Zierde fiir seine Vorhalle erhalten. Die drei Frankfurter Bürger, 
die Herren Dr. Eüppeli^ Marquard Seufferheld und Heinrich 
Mylius in Mailand, haben nämlich eine von dem trefflichen 
Marchesi gearbeitete Statue Göthe's^ welche denselben auf einem 
Sessel sitzend in einer seinem Charakter entsprechenden , würde- 
vollen und doch behaglichen. Haltung darstellt und sich ebenso- 
sehr durch grossartige Auffassung als Aehnlichkeit der Gesichts- 
züge und Vollendung in der Ausführung auszeichnet, der Stadt 
Frankfurt geschenkt. Dieses Kunstwerk wurde durch die beiden 
zuerst genannten Geber und in Stellvertretung des dritten durch 
dessen beide in Frankfui*t anwesende Neffen, die Herren Karl 
und Georg Mylius y der Bücherinspection für die Stadt übergeben. 

Bitte. 

Im Interesse einer zu bearbeitenden Geschichte der Sücbsischen 
Klosterbibliotheken erlaubt sich der Unterzeichnete öffentlich die 
freundliche Bitte auszusprechen, dass alle Diejenigen, welche 
solchejene Arbeit fördernde Materialen in den Händen haben^ die- 
selben ihm zur gewissenhaften Benutzung überlassen mögen. 

Dresden, den 28. April 1840. 

Bibliothekar Dn JPe^mhoMt. 



Verleger : T. 0. fFeigel in Leipzig. Druck von C. P. Melzer. 




SKRAPKIJIII. 

für 

HMtofletwlsMiisehaft, Haiubcbilftenlniiide imil 

SItere Utteratnr. 

Ib Vereine mit Bibliothekaren und LiUeraturfrennden 

heraasgegeben 
Ton 

Dr« Mohert Naumann. 



J& 9. Leipzig, den 15. Mai 1840. 



Heber ein seltenes UTerk Caivtn's. 

u Senpenm No. 2. S. 32. ^rd eine Notiz über folgende 
Sdtcntieit gewonsdit. £a folgt hier die diplomatisch genaue 
^ttcfareibung« 

LES ACTES 

DE LA lOYRNEE 

imperiale 9 teniie en Li eit^ de Regf- 

pourg, aultrement dicte Ratifpone^ 

Fan mil cinq censqnarante et un, fitr 

lea diJBerena qui font aniourdhuy en 

la ReUgion« 

Deaqaela Pinuentoire fera recit^ en 

la paige fuyvante 

(Rebblatt) 



M. D. XLI. 
^•e DrnclLort und DmclLer, klein Octavo» 207 nicht pagioirte 
Blatter. Zürcherische Stadtbibliothek Gal. XVllI. 303. 

^ 1. Teno. S'ENSVYT LA TABLE DE 

ce prefent Liure« 

^premteremem la propoßiion de PEm | ptreuTj ft^U ßi 
^ ta premiere aßüe^ touehmU \ la mamiere de proctder. 

9 



130 

Le litirc mis en auant par liiy meünej conie ) nant les 
articles qiii fönt en controiierse, et mon- | strant qiielqae 
moyen de les aecorder« 

Les articles des proteftans toiichant | les poinetz qii'ils 
ne pouuoient pafser de leiir part^ | comme flz esiloient couehez 
au liiire. 

Le rapport fait pur rEmpereiir aiix eftatz y | apres aiioir 
receu le liiire et les articles ^ aiiec | fa demande^ qu'ilz eoa- 
sent k (sie) deliberer. 

La refponse des proteftans , contenant deux | parties ; 
afTauoir de la doctrine, auec la forme | de la reformation. 

La refponse des Electeurs et Princes qu'on | nomme 
Catholiqiies. 

La replique de PEmpereur. 

Le iiigement du Legat sur ce qui auoit ^t^ faict« 

Fol 2. a. 

La propoiition de PEmpereur ^ ponr fcavoir | ce qui feroit 
de conclure. 

La refponce (sie) des Electeurs. 

La refponfe («ic) des aultres princes qui se nom- | ment 
Catholiques. 

La refponfe des villes firanches et imperiales | lefquelles 
ne sont du nombre des proteftans. 

L'ordonnance de PEmpereur et des eftatz ^ | touchant I« 
reformation des gens d'Eglise. 

Deux efcripiz du Legat , on il dedare fon | iugement de 
ce qui & (sie) eft^ (sie) faict. 

La refponfe des docteion proteftans*'*^) 

Ccrtain aduertissement für le tout, pour ad | niser les 
lecteurs de plusieurs choses requises k (aic) | Pintelligence 
du tout. 

Dann Fol. 2. veno. EPiSTRE 

au Lecteur. 

PovRCE qu'il y a pluiieurs | sainctz personnaiges en toutes | 
bis Ftolio 3. yeno: en ad- | uertisse de | parolles (sie). 

Mit dieser Schrift Calvin's mnss zusammengehalten werden 
folgende Sammlung (Zarcherische Sudtbibliolhek. Gal. £. 260.) : 

Alle Handlungen | die Religion belangend, so sich zu | 
Worms , vnd Regensbnrg, auif gehaltenem | Reichstag, des 
M.D.XLL jars | zugetragen , Nemlich. | Das Buch : welches | 
Keis. M. zu Regensburg hat lassen für (sie) legen, | als eineia 
weg Tnd mittel zur Einigtceit | in der Religion, Sampt deia 
gegen | Artickeln, vnd Antworten, so | dar auff gegeben. 

*) Gi«ichzeitige bandiohriftiiche Randglosse: „MOanthiani».^^ 



131 

Das Gtespredi : m | Worms furgenomen («ic), im jur 
ILD.XLI. I Sampt vielen andern J Schrifften, nützlieh lu 
leacD. I Witteraberf . | Vit. (a»ß) D» JCLIL am Ende : Gedruckt 
SU Wittern- | berg : Durch | Hans Liim. | M. D. XLII. Qiiarto. 
Torrede: Philip. | Melanthon: (ski) 6 unpaginirte Blätter^ 
dann czcr paginirte Blätter« 

JToh. MCiupar ran OreUi, 

Stadtbibliotliekar «ad Professor in Zflrick. 



Ueb^ ^ßster^s selteiuartes Draekdenluiial, 

Bisher kannte man nmr ein Exemplar von Baner^a Edel- 
äem, gedmdLt su Bamberg dnrch Albrecht Pfister 1461 , auf 
der Biluiothek xu Wolfenbüttel. Allein jetzt ist gewiss, dass 
der Antiquar Sioger zu München ein zweites noch äteres 
Exemplar 9 wie einen Kupferstich, besitzt, welcher gleichsam 
arant la lettre gednickt tet. Denn ihm fehlen die bekannten 
Sddnssreime des Wolfenbüttler Exemplars, obschon für sie 
■och Raum genug offen ist; daher wenigstens der letzte 
Bogen des Stöger'schen Exemplars eher gedruckt wurde, als 
jener des Wolfenbüttler« Man hatte Anfangs den Verdacht, 
es konnte nachgezeichnet sejn, weil von einem Roxborough- 
ebb in Baiem nichts bekannt ist, welcher dieses Exemplar 
könnte hervorgezaubert haben. Allein bei näherer Unter- 
sncten^ des Werkes von 78 Seiten ergab sich die vollste 
CSdcfaheit in Form nnd im Stoffe des Dnickapparats, in den 
ZDf&Digen Erzeugnissen der Schwärze, des Papiers und me- 
chanisdien Druckes , besonders in den illtuninirten Holz- 
schnitten , aufweichen die Farbmasse gleichmfissig vertheilt ist. 

Die Kostbarkeit dieser Perle veranlasst den Eigenthürocr 
znr Forderung von 11,000 fl. oder 900 fl. Leibrente. Bei 
der Unmöglichkeit, diese Summe aufzubringen, wurde er 
daher ersucht, er möge das Werk zum Buchdrucker-Jubelfest 
an den Bamberger Magistrat senden, damit alle Literatur- 
fcennde an demselben sich laben konnten« Da er aber die 
Pole nicht aas den Händen lassen will, so erbot sich Se« 
Hoheit 9 der Herr Herzog Mas von Baiem, zur Zalilung der 
Kciaekosten, wenn Sidg^r selbst es den Bambergem am 
24. Juni dieses Jahres vorzeigen wiU, was nun zu hoffen ist« 

JTaeeh, 

Kon. Biblioüiekar in BaMberg. 



9» 



Zur Geschichte des ungedruckten Werks: 

CoUoquium heptaplomeres a. de abditia rerum 

sublwHum arcanisj 

verfasst von dem Franzosen Jfeun JBoAUu 

(Fortietsong.) 

WoMn das Original ans des Corde$ Besitz gekommen, 
ist ebenfalls iingewiss. Wäre es bis zu seinem Tode ihm 
verblieben , so wäre es ohne Zweifel nebst dessen gesammtem 
literarischen Nachlass in die frühere Mazarinsche BibliothelL 
iibergegangen y welche bald nach' ihrer Entstehung theils von 
der Königin Christine gelLanft, theils zerstreut wurde. Allein 
Andere sagten, wie &irra» berichtet*), ein Verwandter des 
Canonicus habe es mit sich auf seinen Landsitz genommen; 
noch Andere, es sei verbrannt worden« Da Christine, wie 
gesagt, einen grossen Theil der Mazarinschen Bibliothek, an- 
kaufte, und ohnehin schon längst in den Besitz des berühm- 
ten Buchs zu kommen gesucht hatte, so würde sie es gemw 
schon damals erkauft liaben, hätte es sich in dem Besitze 
Ton des Cordes bis an dessen Tod befunden. Es ist aber 
schon oben gesagt worden, dass des Corites dasselbe ^nHugo 
Groiius zum Gebrauch geschickt habe, und es findet sich in 
den von mir verglichenen Briefen des Letztem keine Andeu- 
tung, dass er es je zurückgesendet habe. Da mm die Köi^i- 
gin Christine auch die gesammte Bibliothek des Groiius kaufte, 
so wäre es nicht unwahrscheinlich, dass wenigstens auf die- 
sem Wege das Original in ihren Besitz gekommen wäre. lo 
der That führt Montfaucon eine eliemals in ihrer Bibliothek 
vorhandene Handschrift als jetzt im Yatican befindlich an, 
ohne jedoch hinzuzufügen, ob es das Original ist, oder 
nicht ^^). Die Schicksale ihrer so kostbaren BibUothek sind 
bekannt; von Isaao Vossius und französischen Gelehrten seit 
dem Jahre 16S3 stark geplündert, wiurde sie in ihren Ueber- 
resten fünf Jahre darauf nach Rom gebracht . und fiel nach 
dem Tode ihrer Besitzerin im Jahre 1689 dem Kardinal 
Jzzolini als Universalerben zu. Als nach Verlauf von zwei 
Monaten auch dieser starb, erkaufte sie Alesander VIU* und 
versetzte 1900 Bände im folgenden Jahre in die Vatican- 
bibliothek, während die übrigen Handschriften der Famüie 
Ollobuani verblieben , bis auch deren Bibliothek in die Vati- 
cana versetzt wurde. Wenn man demnach unser Original 
nicht ohne Grund in letztgenannter Bibliothek zu suchen 
haben dürfte, so ist seine Existenz daselbst doch keineswegs 

«) SarraTii Bpist. 1. I. 
*^ Cfr. Bibl. MSta. T. I. p. 24. No. 461. 



18» 

«laser Zweifel f esetkt y und man darf daher einer vor wenig 
Jaliren Teroifentlichteii Nachricht , dmas dasselbe im Jahre 
1832 für das britische Museinn erworben worden sei^ nicht 
ubedin^ den Glauben versagen , wiewohl die Art^ wie es 
beschrieben ist, einigen Zweifel erregt«*) 

Nachdem ich die Geschichte des Originals , so weit es 
Boglicfa war, kurz verfolgt habe, gehe ich zur Aofzihliing 
der übrigen Abschriften, so weit sie als in öffentlichen Bi- 
Uiolheken noch jetzt befindlich mir bekannt geworden sind, 
ober, worauf ich einige wenige namhaft machen werde, deren 
jetzige Existenz in den Bibliotheken einiger Privatpersonen 
Idi nadiziiweisen im Stande bin« 

Die Menge der noch jetzt vorhandenen Abschriften be- 
weist deutlich genug , vrie sehr man im Laufe des l(i« bis 
ISL Jahihunderts bei aller Scheu vor dem Buche doch dasselbe 
kennen zn lernen und sich in seinen Besitz zu setzen ge- 
sucht bat. Ausser einigen dreissig in öffentlichen Bibliotheken 
befindlichen Exemplaren habe ich noch mein: als fünfzig ans 
den verschiedenen Verzeichnissen von Privatbibliotheken mir 
angemerkt , die jedoch zum Tlieil in jene übergegangen sein 
BÖgeB. Freilich kann bei dieser Aufzählung von Abstammung 
mr selten die Rede sein, da die Geschichte der einzelnen 
BM^t bekannt und eine genauere Vergleichimg mir unmöglich 
isL Ich werde daher diejenigen, deren Alter man bezeich* 
net findet, zuerst auCfiihren, und die von ungewissem Aker 
nadifoli^en lassen« 

1) Codes sonst MemmianuB^ jetzt in der KonigL Biblio* 
fhek Sil Paris befindlich« Ctr. Catalogns Mstorum bibliothecae 
lYg. Parisiensis T« IV« p. 2ö6. No. 6S64« Er ist wie aUe 
übrige hier verzeichneten auf Papier geschrieben , in Fol« und 
enthalt am Schlüsse eine EpUtre .de Jean Bodm teuehatd 
tmstUuiion de ses enfans ä san nepveUj datirt zu Laon 
oe 9. jNavembre 1686 (1566)« Wäre dieser Brief als Au- 
ti^raplnun zu erweisen, so wiirde auch dieser Codex es 
sein« Als muthmasslich älteste Abschrift ist er schon oben 
cnrahnt worden« 

2) Codex sonst Masarineus, jetzt ebendaselbst befindlich« 
Cfr. CataL MSS. MbL reg« Paris« L I. No« 6565« Aus dem 
16« Jahrhunderte« 

3) Codex sonst Paiini (oh von Patin selbst copirt?), Jetzt 
fjiendaselbst. Cfr. Catal« MSS« bibl« reg. Paris« I« L No« o567« 
Ton welcher Handschrift diese Copie genommen ist, weiss 



*) Cfr. The List and AdditioM made to the coUections in tbe 
British MoseaiD in the year 1832. Lond. 1835. 8. p. 5. Der ZaiatB 
„Saec. XYII/* wnrde, wenn er nicht vielleicht ein Schreibfehler ist, 
M aosdriiokliehe Beseiebimsg alt Aatographon völlig aufheben » da 
bakanoHich 1596 aterb« 



184 

ich swar nicht, ▼ermiiUie aber, dass sie sehr gute Lesarten 
enthalten mag, da diese in mehrem spitern Abschriften aus- 
drücklich angeführt werden. Aus dem 17. Jahrh« 

4) Codex Faticanusy sonst der Konigin Christine gehörig, 
ebenfalls schon oben erwähnt« Cfr. Montfaucon, BibL bibU 
msta T. L p. 24. No. 461. Aus dem 16. oder 17. Jahrh. 

5) Codes VmdohonensU I. in der Kaiserl. Bibliothek vbl 
Wien befindlich, aus xwei Theilen bestehend, Ton denen der 
eine 233 , der andere 247 Blätter enthält. Aus dem 18. Jahr- 
hunderte. Cfr. Denis, Codices MSS. theolog. lat. bibUothecae 
Vindobonensis Vol. n. P. II. No. DCXLVII. p. 1505 sq. 

6) Codex Vindobon. II. ebendaselbst, 401 Blatt enthal- 
tend , in fol. Cfr. Denis 1. 1. No. DCXLVIfl. p. 1507. Er 
scheint aus der Hohendorfschen Bibliotliek zu stammen. Cfr. 
Bibliotheca Hohendorfiana. p. 234. No. 13. Aus dem 18. Jahrh. 

7) Codex Dreidenaia I. in der Konigl. Bibliothek zu Dres- 
den befindlich 9 ehemals im Besitz Polycarp Leysere zu 
Helmstädt, nachher des Hrn. r. Besser, mit dessen Biblio- 
thek die Abschrift in die genannte Bibliothek übergegangen 
ist. Sie führt den Titel: Jo. Bodim Coüoguüim äeptapUh 
m^res de abdüie rerum iubUmmm arcanü. Cum variantibuB 
lectionibus C. C Jcademkte JuUae seu Conringiani^ Tho^ 
maeiiy Leibnitzüy Molani, Koehii et aeholiis e schedi» Pohl* 
carpi Leysen Poes. Prof. publ. et ord, in Acad. Hehnstad. 
MDCCXXVIL Sie enthalt 742 Seiten, in gross FoDo, mit 
breitem Rande, und wie es scheint, Ton einer und derselben 
Hand geschrieben. Am Rande stehen die Varianten und 
Schollen. Leider muss der Abschreiber wenig in der lateinischen 
und griechischen , und noch weniger in der hebräischen /Spra- 
che bewandert gewesen sein, da das Ganze von Fehlem und 
Unrichtigkeiten aller Art wimmelt. Auch hinsichtlich der 
Varianten scheint er es sich ziemlich leicht gemacht zn 
haben ; denn von den auf dem Titel angegebenen Handschrif- 
ten findet sich der Codex Molanus und KochUmus nur bei 
der Ueberschrift des ersten Buchs, der Codex LeUmhianue 
aber nur an zwei Stellen p. 535 u. 711 namentlich genannt, 
während sonst die Varianten überall mit der allgemeinen Be- 
zeichnung alibij in alOs angeführt werden. Nur ein Codex 
Frisianus wird durch alle Bücher hindurch angeführt. Sehr 
häufig finden sich die Beweisstellen mit in den Text hinein- 
geschrieben, ohne dass sie in demselben wortlich angeführt 
würden. Von einer darnach zu veranstaltenden Ausgabe wird 
weiter unten die Rede sein. 

8) Codex Dresdensis 11. No. 26, wie es scheint, ans dem 
17. Jahrh«, in klein Folio, enthält 666 Seiten, mit ziemlich 
kleinen Schriftzügen, aber leserlich geschrieben. Der Anfang 
ist: Job. Bodini ColloquU HepiaplSmeres de abdäis rerum 
Bublimium arcanie Liber prümu ad N. F. Der Beitenrand 



IM 

CBÜiiU die ans den Schriftstenern beigebrachten Citate« Vor 
dem Titel geht eine ?on «päterer Hand geschriebene Notis 
furiier^ welche aus den Unschuldigen Nachrichten von alten 
md neoen theologischen Sachen (A. 1710« XV« Ordnung 
No. 1. p. 861 — 8b5) entnommen ist, und welcher einige 
Teatimonia anderer Schriftsteller von dem Buche folgen. 
Andere dabei collationirte Handschrifiten sind^ mit Ausnahme 
des Codes Patianus an drei Stellen ^ nirgends namentlich 
angeführt^ jedoch Lesarten hier und da von einer zweiten 
Hand angemerkt. Uebrigens zeigt eine nähere Betrachtung 
Iftaldy dass die Handschrift aus der Feder eines Gelehrten 
geflossen ist. 

9) Codes Dresdensia IIL No. 48, ehemals im Besitz des 
Grafen B&nau^ in Idetn Folio, 701 Selten. Der Anfang ist 
derselbe wie bei dem vorigen. Die Schrift ist voll von Ab- 
i»reviatnren y und deshalb unbequem zu lesen. Das Ganze 
erscheint hier in Capitel getheilt. Wenige Schollen und gar 
keine Varianten sind zu sehen. Das erste Blatt enthält eine 
Literir-Notiz, eine clavis personarumy und noch einen Indes 
Urorum et personarum » alle drei von verschiedenen Händen 
gesdirieben. Schollen erscheinen hier in noch geringerer 
Zahl^ Varianten nirgends. Der Codex scheint der älteste 
unter allen in dieser Bibliothek befindlichen zu sein. 

10) Codes Dresdenais IV. No. 49, in klein Folio ohne 
Seitenzahl. Der Anfang ist wiederum derselbe , wie bei den 
finhem. Die Hand ist sehr gleichmässlg und deutlich. Ueber 
dem Text steht auf jeder Seite die Zahl des Buchs ange- 
geben* Am Rande sind hin und wieder Lesarten des Leib« 
nitzischen Codex angefTihrt. Die Schollen sind sehr zaiil- 
fckh, aber von einer andern Hand. Er scheint aus dem 
17. Jahrh. zu sein. 

11) Codes Dresdensis V. No.70, in Quart, 021 Seiten, 
ehemalz im Besitze Sam. Engels in Bern, später des Grafen 
Bunau. Die Aufschrift ist: Jb. Bodmi AndegaeensU CoUo- 
fvmfii Hepiapiomeres de ahdüis rerum subUmium areanis 
Ukri» FL digesium. 1588. Sehr flüchtig und von verschie- 
denen Händen geschrieben, wie es scheint, im 18. Jahr- 
hundert. Die hebräischen Worte sind überall weggelassen, 
die griechischen meist sehr fehlerhaft geschrieben. Uebrigens 
vergheiche man über diese Abschrift Engel Spicilegium Ubro* 
nan in Caialogo a Sam. Engelio nuper evulgato omissorum 
f. ft. Vorher seht eine lange, von Engel mitgetheilte Notiz 
iber Bodm und sein Werk, in latein* Sprache. 

12} Codes Berolmensis I., ehemals im Besitz des Pre- 
aiger Bolqff» jetzt in der KonigL Bibliothek zu Berlin. Er 
bestdbit ans 113 Blättern ih klein Folio, und ist auf Perga- 
Bentgeschrieben. Cfr. BibUotheca Bx>lofBana T. H. p. 1. 
No. 2SW, Er scheint ehemals in Sigm. Baumgartens ^sitz 



ffewegen xu «ein« (VgL Nachrkhlen von einer HalUtchen 
Bibliothek lli. III. S. 387 ff.) 

13) Codex BeroiinenHs lUy ehemals auch fn Roloffa Be«- 
altz, jetzt ebendaselbst y coUationirt mit einer Abschrift Akt 
Prof. ff'eher in Giessen. Cfr. Bibliotheca Roloffiana T. II« 
p, 1« No. 2895. Scheint früher im Besitz Ton Carl Stepk. 
Jordan geiresen zn sein. Vgl. Arbeiten einer GeseUscliaft 
in der Oberiausitz zu den Geschichten Bd. II. S. 187. und 
Bibliotheca Jordaniana p. 191. No. 3. 

14) Codex ZittaviemU^ in der öffentlichen Bibliothelc da- 
selbst. YgL Kneschke y Geschichte nnd Aferirvrürdigkeiten der 
Rathsbibliothek in ZitUu , S. 93 f. 

15) Codex Lunaeburgensie f der Bibliothek der Ritter^ 
academie, ehemals dem Kloster St. Michael gehörig. Er 
enthält 423 Blätter. Vgl* Martini , Beiträge zur Kenntniss 
der Bibliothek des Klosters St. Michael zu Lüneburg. S« 74. 
Note 99. 

16) Codex Guelpherbytanus , ehemals dem Braunschweig* 
sehen Rath Julius Hackeberg gehörig, welcher ihn im Jahre 
1683 der Universitäts-Bibliothek zu Helrastädt schenkte. Aus 
letzterer kam er in die Herzogl. Bibliothek zu Wolfenbüttel. 
Uffenbach bemerkt (Reisen Th. I. S. 221 f.) von diesem 
Codex folgendes: ,,In das Exemplar von Hackeberg hat Con- 
y^ring die UrtheQe des Grotii, Naudäi, Guido Patins, Capel- 
y^lani und Sarravii dazu gesdirieben , ja ihre ganzen Briefe, 
,,sonderlich von Capellano, von Wort zu Wort vornen am 
,,Anfang des Voluminis einverleibt.^^ Vgl. auch Thomasische 
Gedanken Th. L S. 4« und Burchhardi Historia bibliothecae 
August. T. ni. p. 35. 

17) Codex Ltpaiensü, der Rathsbibliothek gehörig, ehe- 
mals ün Besitz J, Chr. Wagenseile ^ im Catalogus librorum 
MSlorum, gui in bibliotheca Senatoria civitatis Liosiensis 
asservantur ed. Je, Q. R. Naumann (Grim. 18d8. 4.) 
pag. 127. No. CCCXCVI. so beschrieben: ^Codex chartaceus 
„saec. XVIL exaratus oUm, ut ex emblemate prioris operculi 
^jpatetj bibliothecae J. Chr* WagenseüU adscriplus, folior» 
,,l20.^^ Es ist unvollständig, wie schon die Zahl der Blätter 
Termuthen lässt, und von Wagenseil bei seinem Aufenthalte 
in Frankreich aus einem französischen Codex binnen 2 (?) 
Tagen abgesclirieben , nach dem Berichte in den Thomasi« 
schen Gedanken Th. I. S. 78. 

18—20) Codices Gottingenses I-III., in der Universitäts- 
Bibliothek daselbst, wovon der eine die Varianten der Leib- 
nttzischen, Konr4i|g«chen und Holanisdien Abschrift, gesam- 
melt vom Prof. X^och, enthält. Vgl. Pütter, Versach einer 
acad. Gelehrten-Geachichte der Universität Göttingen. Bd. U 
8. 218. 



21) Codes Hannoveranm h^ in der KonigL BibHoibd^ 
dttdbst, firiilier In dem BesUxe des Abts MoumuM^ dessea 
gesumnter literir« Ntchkss dieser Bibliothek einveileibt wurde, 
od TOB Legter (s. No. 7. oben) angefiihrt. 

22) Codex Uannoveranus IL, wahrscheinlich ebendaselbst| 
friiher LeUmä% gehörig , dessen handschriftlicher Nachlass 
ebenfalls in diese Bibliothek überging. Anch er ist in der 
Dresdner Handschrift No« L (s. oben No» 7«) angefiihrt« 

23) Codes AUonen$i$y ehemal« in der Bibliothek des 
Prof. /. P. Kohlj jetzt in der Gymnasial-Bibliothek zu Altona 
betndlicii. S. Hirsching, Beschreibung einiger deutschen 
Blbliotbeken Bd. U. S. 23. 

U) Codes Gisseruis l., in der Universitats-Bibliothek da- 
selbst aufbewahrt. Sie wird von \Senkenbere (s. Strieder, 
Grundlage zu einer Hessischen Gelehrten- und Schriftsteller- 
geschichte Bd. XiY. S. 269—270 Note 2.) erwähnt und ward 
«on ihm benutzt, wovon weiter unten die Rede sein wird. 

25) Codes Gisseruis IL, ehemals an Senkenberg aus dem 
Kadilasse seines Vaters gekommene und von Letzterem selbst 

E machte Abschrift, jetzt ebendaselbst befindlich* S« Sen* 
nberg am angef» Orte. 

26) Codes Gissensia IIL, ebendaselbst, aus Senkenherge 
Nachlasse und unter seinen Augen copirt, mit Varianten und 
eigenen Verbesserungen, zur Gnmdlage einer Ausgabe be- 
stimmt. S. Senkenberg a. a. O. — Vgl. über 24 — 26. Adriani 
Catal. Codd. MSS. Gissens, pag. 189. 

27) Codes Oldenhirgensis y in der HersogL Bibliothek 
daselbst befindlich. Vgl. bibliographische UnterlMltnugen (von 
Balem) St. 1. S. 82. 

28) Codes Bremeneis, in der Stadtbibliothek daselbst. Cfr» 
Mastricditii Epistola in Stnivii Bibliotheca rei lit. ed. Jngler. 
T« L p. 411. und in dessen Introductio in notitiam rei lit. 
ei« Fischer p. 358. 

29) Codes Bemennsy in der SUdtbtbUothek dasdbit be- 
findlicfa. Cfr. Sinneri Gatalogns Codicnm BlStomm Biblio- 
thecae Bemensis T. IIL p. 4^. "^ 

30) Codes Jqueneie, in FoL, in der difenilichen , durdi 
den Prisident Mejanie gestifteten Bibliothek sn Aix b^find^ 
lidu Cfr. Haenel, Cataiogi Manuscriptorum p. 1. 

31) Codes LondmemU I. , in der Bibliothek des britischen 
Hnsetims befindlich. Cfr. Ajsoough. Catalogne of the Biaa»- 
Scripts preserved in the Mtish Musemn hitherto nndescribed 
p. T. L p» 2ä. 

32) Codes Londmons» 11., ebendaselbst. Cfr« Ayscougfa 
L L p. 411. 

33) Codes Londmene. lü., ebendaselbst, als angebliche 
Origlnalhandschrift schon oben angefiihrt. Cfr. List of Ad« 



189 

ditions made to the collections in the British Museum in the 
year 1832. (Lond. 1835. 8.) p. 5. 

34) Codes CaniaMgiefuia j ehemals imBesits des Bischof 
Ton Norvich, John More^ jetst in der Universitäts-Bibliothek 
SU Cambridge befindlich , und angeführt von Bemard (Oata- 
logi Codd. MSS. Angliae et Hiberniae T. IL p. 377) und 
daraus von Montfaucon (BibL bibU T. \. p. 687. INo. 9796). 

Ausser diesen in öffentlichen Bibliotheken befindlichen 
Handschriften sind mir als in Privatbibliotheken vorhanden^ 
folgende bekannt. 

1) Codex PhilUppsianuSj im Besitz des Thomas Phillipps 
zu Middlehill. Cfr. Haenel^ Catalogi Manuscriptorum. p.^« 
No. 242. 

2) Codes Palkemteinianus y im Besitz des Hrn. Oberbi- 
hliothekar Hofrath FaUcenstem zu Dresden , dessen Gefällig- 
keit ich eine nähere Ansicht verdanke. Er enthält 647 Seiten 
in Folio, und ist zwar nicht zierlich, aber deutlich geschrie- 
ben. Auf der ersten Seite stehen Excerpte aus den Schriften 
Ton Reimann, Konig und And., das CoUoquium betreffend, 
nebst einigen blossen Citaten und einem Indes peraonantm. 
Nur an einer einzigen Stelle findet sich eine Variante aus 
dem Codes Patini angeführt. Er scheint aus dem 18. Jahr- 
hundert zu sein. 

3) Codes oUm Bülowianus, jetzt in meinem Besitz, 485 
Folioseiten enthaltend. Sein Titel lautet: Jo. Bodini Ande- 
gavenais Colloquium Hevtaplomerea de ahditis rerum euhU" 
mium arcanis MSCi. avBTcSotov. Ab Autographo Auioris fuod 
in BibUotheea Sereniaa. Reginae Suec. Chrietinae aaaervatum 
estitüy aceuratius descriptum, — Ob es mit der letztem An- 

£be seine Richtigkeit habe, muas ich dahingestellt san 
isen« Däss der Abschreiber ein Deutscher war, geht ans 
einigen Stellen deutlich hervor; auch kommen hier imd da 
einige deutsche Noten vor. Das Ganze ist [iibrigens sehr 
deutlich und grosstentheils sogar zierlich geschrieben. Was 
diesen Codex von vielen andern vortheilhaft auszeichnet, ist 
ein 8 Blätter starker, obgleich ziemlich mangelhafter Index* 
Schliesslich fiihre ich noch eine liandschriftliche franzosische 
Uebersetznng des Colloquiums an, welche sich mit dem Titel: 
CoUoque de Jean Bodin enire sept eagea ^i sont differeni 
in der Arsenalbibliothek zu Paris befindet« Cfr. Haenel, Ca- 
talogi Manuscriptorum p. 333. Ich vermuthe, dass es der^ 
sdbe Codex ist, welcher früher in der Bibliothek des Abb^ 
Böthelin befindlich , im Jahre 1746 zu Paris versteigert wurde. 
Vgl. Catalogue des livres de l'Abbe d'Orleans de Rothelin 

p. 116. No. 1127. 

(BesoIilQgs folgt.) 



Die Hfandschrlften 

4er Kon. Universit&tsbibliothek in Tübingen^ 

▼erselohnet von 
Hr. JLAelhert JKeller. 

(Fortsetznng.) 

M a I. B. ^oL 1685.) Bunte Masse , Abhandlungen über 
Njäjapkilogophie, Yon Terscfaiedenartigen Händen, die nur in 
der Abweichung von Cod. M a L 6 und 7 übereinstimmen« 
Tbcils gdbe, theils braune Blätter, iwiscfaen 2 Schilfge- 
llecfaten als Deckeln. 

a), 90 Blätter von derselben Hand. Auf dem ersten ist 
Ori Gagadtea als Verfasser genannt. Ueber einzelne darin 
enthaltene Stucke vgl. Ewalds Verzeichniss u. s. w. S. 26. 

b) 31 Blätter ähnlicher Art, aber von anderer Hand* 
Dvnnter ein ^ddhdnia -rahasfam kaevalänvaii-kandanae auf 
12BL ^ 

c) ^änkshd'pdrvapakaha-rahasjam. 10 Bl. 

d) ^saiii. 8 BL Von Matkuranatha, wie Cod. M a I. 6. 
e^ Fjdpipjfratijdgjam und anderes. 14 BL mit sehr gros* 
SehrifiU 



f) Ein Sdmdnja. 19 BL y mit grosser aber sehr gedruck- 
ter Schrift. 

g^ Ein SamAnja. 6 BL 

Ik) Ein Bhavjapaddrtna. 4 Bl. 

i) 9,16 ganz lose und zerstreute Blätter.'^ Ewald S. 26. 

M a L 9. (oL 1886.) Gelbe Blätter zwischen 2 hölzernen 
Sedeln. VgL Ewalds Verzeichniss S. 26 f. Philosophiiche 
Aikandbingen. 

a) Ein Jkänkshä-grantha auf 4 Bl. 

b) Ein äsattt auf 6 Blättern des Ueinsten indischen For^ 
nats mit grosser Schrift. 

c) Auf 19 Blättern die logische Abhandlung Bhäshä-pa- 
Hktaeda in Versen; dieselbe welche mit dem Kommentar 
Siddkdnta-mulrtäüaU zu Calcutta 1827 herausgegeben ist. 

d) 24 Blatter, die ersten 21 mit fortlaufender Randiahl, 
tm einem Werke , welches nach den Unterschriften mehrerer 
cinsdner Abschnitte zu urtheilen, den Namen' Kintimani 
d. L Zaubeijnwel (eigentUch Denkjiiwel) fiihrt; vielleicht 
daaseliie mit dem von vielen Kommentatoren erläuterten 
Teiwi-kuUämam von Oangaeevara. VgL Verzeichniss der 
Parias Handschriften Nnm. xxvi — xxxv. Anf.: Taiv4mm^ 
tenit parärikan njäja-Sdähjam Hu 

e) Hdnalatä d. i. der Perlensweig, ein Werk über die 
Todtengeliriuche, über Reinheit und Unreinheit dabei, die 
Bestaituig n« s. t Vollständig anf 46 BL Ehie andere Ab- 



14« 

Bchreiberhandy welche hinter BI« 37 anfSn^, hat ans Ver- 
aehen 3 Blätter rückwärts gezählt. Anf«: rranama Pund^ 
aHkak$ham piinwäSdrjja''prai>artiitä8. 

Mal. 10. (ol. 1887.) Kleines Format. 127 ganze Blät- 
ter , wovon 55 — 57 fehlt, zwischen 2 dunkeln Brettchen. Von 
BL 58 an eine andere Hand. Vgl. Ewalds Verzeichn. S. 27. 
Inhalt : M - FSpadaeva-Bhaitakärjäs mugdhabödha - vjdkara- 
nam, indische Grammatik, ist gedruckt, zuerst 1807 zu Se- 
rampore. Sie führt auch den Titel : Alcärja-Kütamani d. i« 
Juwel des Schülers. 

M a I. 11. (ol. 1888.) Schlecht erhalten; nur eines der 
Brettchen ist übrig. Vgl. Ewalds Verzeichniss S. 28« 

a) 2 lose Blätter. 

b) Vöpadaeva^s Kavi-Kalpa druma oder Dichterparadies- 
laumf grammatisches Werk, gedruckt in Calcutta 1^1 • Sehr 
schon und deutlich geschrieben , vollendet Cakabda 1677 d. i* 
1753 n. Chr. Vollständig auf 43 Bl. (17 und 18 machen 
ein Blatt aus.) 

c) Unvollständige Handschrift des Bhatti-Mahd'Kdvjam. 
Vgl. Cod. Mal. 5». Die Handschriftist sehr übel erhalten; viele 
Blätter sind verletzt, einige verstümmelt, die Schrift zum 
Theil verblichen. Es finden sich noch Bl. 1—55, worunter 
aber Bl. 17. 30. 33. 36 fehlen , und 3 so verstümmelte, dass 
ihre Ordnung nicht wieder zu finden war. Diese Blätter ent- 
halten indess das grosse Gedicht bis in den elften Sarga, 
also etwa die Hälfte des Ganzen, und mehr als Cod. Mal. 5™* 
Die Handschrift ist sichtbar alt und genau. Den ersten Blät- 
tern sind kleine Schollen beigeschrieben. 

Mall. Altpexsisohe Handschriften« 

M a II. 1. (ol. 1759.) Fascikel mit der Ueberschrift: Keil- 
eehrißen von Carl Bellino aus Batlenburg o. N. , Secretair 
und Dolmetscher der Arabischen und TürUschen Sprache bei 
der englischen Residentschaft zu Bagdad. Vgl* Zeitschrift 
für Kunde des Morgenlandes Bd. I. H. 3. Bd. II. H. 3. Enalds 
Verzeichniss der orientalischen Handschr. S. 16. Einen auf 
diese Inschriften bezuglichen Brief O. J. Grotefende an J* O. 
üf. Foppe s. unter den Autographen, M i Vll. 8« 

a) 21 Blätter mit Abzeichnungen von Keüechrißen ^ zum 
Theil mit Randbemerkungen von G. J. Groiefend. 

b) 2 Blätter. Ueberschrift: Ueber dm Nachläse des 
Hm. Carl Bellino an keilförmigen Inschriften v. G. F. Gro- 
tefend. Anf.: Das Wenige abgerechnet, was mit den keilfor^ 
migen Inschriften in keiner Verbindang steht, bestehen diese 
ans folgenden Theilen. 

c) 3 Bl. lithograpbirte Tafeln mit KeihchrifUn. 

d) 7 Bl« mit Durchaiieieh$ttt$$gen von KeUst^r^fiom* 



141 

e) TusdisdchBiiiiff eines penepolUa^dsc&eM BiUerwerkt. 
r^. Fimd^reben de« Orients Bd. IV, H. 2. Z. 2 extr. 

f) Ein türküches Swgel. 

g3 ihirchzeiektmng eines iüriisehen Siegels. 

h) 1 BL Notiz über ein Verfahren %ur Durekzeteknang 
00» Ineekriflen, Aufschrift: Auszug an« einem Briefe des 
Hra« TOD Oienin, Staatssekretär, Pr&sident der Akademie etc. 
sn SU Petersburg an Sir Robert Ker Porter, vom 4. August 
1S17. Anf. : Pour que vaus puissiez fahre des fac-^ifnkle. 

i ) 1 N. Traduetion du HattishMff publik au Diban de 
la S. Berte d PinsiallaOon du nouveau Grand-Füir Seid AU 
Faska, Tendredi le 7 Janvier 1820. Anfl: Fous Grand- Vinr 
et G^näral en chef Ali Fasha! 

MalKL Heupertisohe Handsohriften« 

!• (oI. 1S58.) Papier; die hintern Blätter wie es scheint 
Ton Mäusen zerfressen. Geschrieben 887 der Fhicht in Ka- 
bira. 6®. Der hintere Deckel des Einbandes fehlt. Aus der 
Bibliothek des Dr. J. Chr. Fr. Steudel gekauft 1838. Vgl. 
Ewalds Yerzeichniss der orientalischen Handschriften S. 15. 

a) Das Mantik aliair oder Vogelgespräch, eines der alte« 
sten und schönsten mytliiscfaen Gedichte der Perser von Fe- 
rideidin Altar ^ gedichtet im Metrum Ramal. Vollständig, 
noch nkht gedruckt. Vgl« Hammers Geschichte der schönen 
Bedektinste in Persien, S. 141— lä3. 

Anf«: Afirin gan-afirini 
pakira 
anke ean bakhshid u iman khakira. 

b) Ein Koranstück von anderer Hand« 

2. <oI. 1848.) Papier. 8<>. 101 gezählte Seiten. Mit der 
Bibliothek /. Chr. Fr. Steudsls gekauft 1838. Vgl. Ewalds 
Yerzeichniss S. 15. Titel: Fersian et Englist Faeabulary to 
FtaM'eddin'Jtar's Fmdnameh pubUshed by S. A. Silvestre 
de Saeg^ written on board the ship Ajax in the year 1820 1^ 
Bewedict La Sache M.A. Anf.: Le livre des Cenaeils. 

3. (oL214.) Pap. gr.S^. 216 gezählte Seiten; es feh- 
len indess S. 1 — 50 und mit S. 216 vrar das Ganze nicht 
geschlossen. Vgl. Ewalds Verzeichniss S. 15. Inhalt: Sadis 
GüHstan; schon einige Male gedruckt ^ deutsch von Oleariue 
nsd nenestens von niUpp fVolff. 

4. Toi. 1857.) Pap. gr. 8<^ , In orientalischem Einband 
vsn roUibraunem Leder mit versilberten Verzierungen ; Hand- 
schrift ftüchtig. Inhalt: ein Ferhangi GiUistan oder eine Er- 
Uäning der Worte in Saadis Werke, nicht alphabetisch, son- 
dern in der Art eines fortlaufenden Cömroentars. Das Werk 
ist Tollständig. Vgl H. Ewalds Verzeichniss S. 15 ff. 



14» 

5. (oL 1726.) Pap. gr.8^. Diirdi Amdsen in Indien 
beschädig;!. Inhalt: ein iHoäni^Häfiny auch öfiteni gedrackU 
Vel« Ewalds Verzeichniss S. 16. 

6. (oL 1856.) Pap. S«. Geschrieben 1065 der Flucht; 
Zusätze und Varianten am Rande und am Ende^ ein Jahr 
später von der Hand ehies Europäers beigesetzt. Das Buch 
gehörte Petü de la Croix, später Dr. Steudelp mit dessen 
Sammlung es 1838 angekauft wurde. Gedicht Ton Laila und 
Madaehum von HdUfi dem jiingem. Metrum Radschaz. Vgl« 
Hammers Geschichte der schönen Redekünste in Persien 
S. 356—361. Ewalds Verzeichniss S. 16. Iknti in ndmei 
ke khdme kerdi binjäd Tangi qebüü rüaibeah bäd. 

MsIY. Hebräische Handschriften. 

1. (ol. 214. Gab. 22.) Perg. 2 Bl. Von dem Umschlag 
zweier OctaTbände abgelöst vom Unterbibliotkekar M. /. D. 
ReuBs. VgL dessen Beschreibung merkwürdiger Bücher aus 
der Universitätsbibliothek zu Tübingen und zweier hebräi- 
schen Fragmente. Tübingen 1780. S. 161 — 165. Ewalds 
Verzeichniss S. 7. Bibelbruchstücke. 2 Reg. XII. 12—16. 
18—22. XUI, 1-11. 13—17. 1^-23. XIV, 1—11. 24—29, 
XV, 1-6. 

2. (ol. XX. 30. k. 146.) Perg. 1343 von Israel bar 
Schemiiel aus Narbonne geschrieben, sehr zierlich und kirnst» 
Toll, mit einer Menge von Arabesken und farbigen BUdem. 
4<*. 210 gez. Bl. und 4 Vorblätter. Nach einer auf dem 
zweiten der letztem stehenden Bemerkimg ist die Handschrift 
1694 auf Bitten des Tübingischen Gelehrten MaUh. Hilier 
von Dr. J. J. Leibnilz^ Geistlichem in Stockholm, friiher in 
Esslingen, der Bibliothek geschenkt. Vgl. Ewalds Verzeich- 
niss S. 71 'More Nevoc^m ü. MaHa F. Maiemania olint 
translat. a Job. Buxtorfflo F. dubiorum et obscuriorum S. S* 
loconim velut cla?is prae reliqiiis omnibus Mosis scriptis 
doctis in pretio. Hie a. ipse codex scriptus est mann Israeli» 
F. R. Samuelis Narbonensis A. S.MCCCXLIII.' Eine arabische 
Ausgabe des Buchs wird Ton SalonwnMunk in derKön. Druckerei 
in Paris veranstaltet. Vgl. Julius Fürsts Orient, 1840. S. 5. 

3. (ol. 1516.) Perg. XIV. Jh. FoL Fragmente einer 
Handschrift, von einem Einbände abgelöst. 

MaV. Aramäische Bandschriften. 

1. (ol. 1847.) Pap. 4«. XIV imd ]25 gezSUte Seiten. 
/. O. Süakind erhielt die Handschrift 1812 vom Verfasser. 
Mit der Bibliothek J. Chr. Fr. Sieudela erkauft. Vgl. Ewalds 
Verzeichniss S. 8. Titel: Lexici eyriaci epieilegmm poat 
Caatellum et Mickaelem cangeaaU Jo. OttOp a. m. et ecdes» 
ulman. diacon. 1812. 



148 

M a VL Arabif ohe Bandsahrifteiu 

1. (ol. 1828.) Pap., geschrieben 984 der Flucht, gr. 8^ 
Orientalischer Einbana in rothes Leder mit Vergoldung, Vgl« 
Ewalds Verzeichniss S. 9. Vollständiger Koran. 

2. Grpp. (oL 206.) Pap. kl. 8^ Vgl. Ewalds Verzeich- 
■iss S. 9. Koran ^ ToUständig. 

3. (oL 11. k. 17.) Pap. I<>. Vom steht: Sum D.XaUhg. 
Vgl« Ewalds Verzeichniss S. 10. Koranbruchatücko^ theils von 
orientalischer^ theils Ton europäisch-christlicher Hand. Vom 
läien — 22sten Theile des Koran. 

4. (oL 1853.) Pap. gr. 8». Orientalischer Einband in 
sdiwarzes Leder. Nach Ewald fVerz. S. 10} aus neuerer 
Zelt. Hit der Bibliothek J. C. F. Steudels 1838 angekauft. 
Koran, Brachstück von VIU. 42 bis IX, 95. 

5. Grp. (oL 207. Cab. 15.) Pap. kl. 8». Geh5rte früher 
dem Ehrenfried Gänslin von Balingen. Vgl. Ewalds Vers« 
8» 10. Kleines Bruchstück des Koran. 

6. (oL 1855.) Pap. Vorn steht von einer deutschen 
And die Jahrszahl 1685. S\ Vgl. Ewalds Verz. S. 10. 
Mit der Bibliothek J. C. F. SteudeU gekauft 1838. Bruch« 
stick eines juridüch-theologüchen Traetats. Anfang und 
ScMoss fehlt. 

7. (oL 12. k. 18.) Pap. kl. Fol. Von sehr fluchtiger per- 
siidier Hand geschrieben 860 der Flucht. Orientalischer 
Eloband in braunem Leder. Vgl. NicoUs Besclireibung der 
(hforder Handsctiriften S. 573. MöUers Verzeichniss der 
»bischen Handsctiriften in Gotha No. 206. S. 51. Fleischers 
Verzeichniss der Dresdener Handschriften S. 64. Ewalds Ver- 
zeicliniss S. 11. luhalt: Spüse des Gesetzes von Obaidallak 
An Masud ibn Tag-alschariat 8ad. 

8. (ol. 1776.) Pap., geschrieben 1070 der Flucht mit 
■tnritanischer Schrift. 61 Bl. 12o. Vom steht: Parafrasi 
di oleum Capäoli delP Alcorano. Weiter: Mi costo f. 44. 
y^ Ewalds Verzeichniss S. 12. 

a) BL 1 — 4. Heber die koranischen Worte La ilaha dUa- 
Mak. 

b) Bl. 5^14. Die 7 Tempel im mystischen Sinne. 
ej Bl. 15 f. die bekannten yySchönen Namen^^ Gottes. 

d) Bl. 17 — 28. Des Fezirs Jmulety ein Geschichtchen. 

e ) BL 29—32. Das m erhörende Gebet. 

f) BL 33—^. Der Schutzvorhang. 

g) BL 36—40. Die Festung des Festen (das heilige 
Gebet). 

h) BL 41--42. Das Gebet des Blattes. 
11 Bl. 43—45. Das Jmulet des Meeres, 
k) BL 46—61. Das Hamischgebet. 

9. (oL 1852.) Pap. Geschrieben ror^JU hen VaU Kurdi 



144 

im Monat Moharrem 942 der Flucht, mit sehr tierlich ge- 
schriebenen Randbemerkungen. 8®. Froher in /• C F. Steur- 
deU Bibliothek. Inhalt: Die unter den Arabern seit dem 12» 
Jahrhimdert am häufigsten gebrauchten kurzen Lehrbücher der 
Grammatik; vielfach gedruckt. Vgl. Ewalds Vera. S. 13. 

a) fTäfiah, 

h) Missbäeh. 

a) Die AodmiL 

10. (o\. 1851.) Pap. Wie es scheint zu Anfang dieses 
Jahrhunaerts Ton Michael Sabbägh geschrieben. U.4®.' Aus 
Steudels Bibliothek. Vgl. Ewalds Verz. S. 13. Inhalt : Ueber 
die Biegung der arabischen Wörter von Scheik Mara. 

11. (ol. 1849.) Pap. Von derselben Hand wie MaVI.lO, nicht 
sehr sorgföltig geschrieben. Fol. Wurde ganz ungebunden 
1838 mit J. V. F. Steudels Bibliothek gekauft. Vgl. Ewalds 
Yerzeichnlss S. 13. Inhalt: äO Makamen von ifaririy mit 
Erläuterungen am Rande und zwischen den Zeilen; vollstän- 
dig herausgegeben von J. A. Silv. Baron de Saci/y lateinisch 
von Peiper, deutsch von Fr. Rückert. 

12. (oL 1850.) Pap. Von derselben Hand wie MaTI. 10 und 11 
höchst nachlässig geschrieben, kl« 4®. Aus F. S/et/i/«^ Bibliothek 
1838 erkauft. Vgl. Ewalds Verz. S. 13. Inhalt : Die Geschichte 
des Schmids Basem^ ein ziemlich ausführlicher Roman. Dasft 
derselbe zu 1001 Nacht gehöre, zieht Ewald a. a. 0* in Zweifel» 

13. (ol. 1854.) Pap. XVII. Jh. 8». OrientaUscher Ein- 
band. Ein christlicher Besitzer schrieb 1688 seinen Namen 
vom ein. Von diesem ging es an Hofprediger Dr. Hedinger 
über. Aus Steudels Sammlung erworben 1^8. Vgl. Ewddsi 
Verz. S. 30. Inhalt ascetisch. Unter Anderem nadi Ewald: 

a) Bl. 1—15. Koranauszüge. 

b) Bl. 16 — 18.. Einige der in der Islamischen Dogmatik 
herkömmlichen göttlichen Namen in Verse im Metrum Vifir 
gebracht, mit türkischer Uebersetzung. 

c) Bl. 19— äO. Gebete des Muhammed u. s. f. mit Sagen, 
Talismanen u. del. reichlich ausgestattet. 

d) Bl. 51— 63. Die sogenannten schönsten Namen (AHüih) 
mit weitläufigen türkischen Erklärungen. 

e) Gebete aller Heiligen, des Habil, Ibrahim u. s. f. 

14. (ol. Gab. 13. 205.) Pap. XVI. Jh. S^. Zwei verkehrt 
zusammengebundene Koranstücke^ mit türkischen Gebeten, 
unvoUstandig. Friiher in Mart. Crusius^s Besitz. Vgl. Ewalds 
Verzeichniss S 30 

15. (ol. Gab. 17. 209.) Pap. U^. Vgl. Ewalds Verzeichn« 
S. 30. Türkisches Gebetbuch. Nach jedem arabischen Gebete 
folgt eine türkische Erklärung. 

(IVird fortgesetzt.) 
Verleger : T. 0. fFeigel in Leipzig. Druck von C P. Melzer. 





ISKBAPKUII. 

titf^vift 

für 

iMfottelnrfcsBeincliafty Handsebriftenbiuide ond 

Utere Lltteratnr. 

bi Yerdne mit Bibliothekaren und Liiieraturfreiinden 

herausgegeben 
▼ om 

Dr. Hobert JSfautnann. 



Leipzig, den 31, Mai lo40* 



lecker die aaf der Leipziger Stadtbibliothek befindliche 
Handschrift der JLnnales J^uMenses^ 

b Beitrag fftr die Aasgabe derselbea von Pertz (Monnm. 

Germ. I. 337—415). 

^>ter die werthyoUsten nnd ältesten Handschriften der 
^f^tr Stadtbibliothek sind die aus dem Anfange des lehn- 
^ Jibiiranderts stammenden und nach der auf Bl. 1 a. be- 
uchen Bemerkim; ehemals dem Kloster des heiligen 
"^dos in Altaich zugehörigen AtmaleB Fuldetues — im 
gemeinen schon in dem Mannscriptencataloge gedachter 
Aliothek 8. 134. num. CCCCXXII. beschrieben — zu rechnen, 
j^ Handschrift besteht aus fünfzig Blättern In Quart, von 
*^M} mit Ausnahme der ersten und letzten, je acht eine 
We bOden , 47. 48. und 50. aber Papier sind. Die von 
heberen Händen*) herrfihrende Schrift ist deutlich und 

.*) So ist z. B. Bl. 11 Q. 12, welche clas mittelste Viertel der 
"ya Lage bilden, von anderer • doch alter, Hand tnppHrt, was 
2** Mwoht aos der Schrift selbst dcotUch sich erpicht, ais auch ohne- 
^ ut Wahrscheinlicbkeit daraos hervorgehen würde, dass der Sdirei- 
J^fie zwei letzten Sylben des gebrochanen Schlosswortes si || miU anf 
r^fi»lfniden Blatte vor der schon vorhandenen älteren Schriftlinia 
*|imiben mnsseD. — Alioii Bi. 20 ist von fremder Hand geschrien 
{^ Yortoglich aber gegen das Ende der Handschrift tritt häufig 
^yl der Hände ein. Idi habt jedoch denselben deshalb nicht be- 
*'*^ Botiren za mossen geglaubt t well diess an kritiscli-wicbtigeo 

10 



146 

»chön*); je 26 Zeilen [mit geringer, nur auf den letzten ^ 
Blättern stattfindender, Ausnahme] füllen eine Seite. Das ^^ 
Miniinn ist nur anf den drei ersten Seiten gut; Ton da an ^ 
sind die Anfangsbuchstaben durchweg schwarz geschrieben 
und nur mit rother Farbe angemalt, die aber jetzt fast ganz 
gebräunt ist ; gegen das Ende der Handschrift fällt auch diese 
Verzierung weg. Die Linien sind mit der Nadel gezogen. ^ 

Die Handschrift beginnt mit dem Anfange der Annilen 
(DCCXUn. PipptnufMHf anfgiß duxfrancorum cet.) und 
schliesst mit den zu dem Jahre 900 gehörigen Worten: leii , 

poji tantam nictariam [Pertz. I. 415. lin. 31.] Zum ^ 

Schlüsse fehlen also nur wenige Zeilen. Allein in der Mitte 
süid drei nicht unbedeutende Defecte. Der erste findet sich 
nach dem 23. Bl., welches mit den bei Pertz pag. 367. lin. 2. 
befindlichen Worten schliesst : in praefeniia illinf aßdue 
uqfce . . . [bantur]. Bl. 23 beginnt erst wieder mit den bei 
Pertz paff. 373. lin. 38. zu findenden Worten : aique Kar^ 
Ihm ad dei nolunlalem cet. — Der zweite ist nach dem 
31. BL, dessen Schlussworte sind: a rafiizo erat perlaU{f 
[Pertz pag. 361. lin. 7]. Bl. 32 beginnt erst mit den Worten 
ihefuurof eccleßarum et fanctorum corpora [Pertz pag. 394. 
lin. 37J. — Den dritten hat schon eine sehr alte Hand zu 
Ende des 41. Bl. mit den Worten deeß folium notirt, es 
fehlen aber zwei Blätter, auf denen die Wdrte von ipM wper 
verlicem cet. [Pertz pag. 409. lin. 27] bis prout mos e$t^ 
regiae [Pertz pag. 411. lin. 9] gestanden haben. 

Dass dieser Codex auf unserer Stadtbibliothek sich be- 
finde , war bis vor kurzer Zeit noch nicht bekannt. Ich fand 
ihn, als ich die handschriftlichen Schätze derselben ordnete, 
unter einem Convolut nicht eben sehr werthvoUer neuer ge- 
schichtlicher CoUectaneen aller Art. Er hat daher auch von 
dem Herrn Geh. ArchiiTath Dr. Pert»^ als dieser im Jahre 
1825 die Handschriften unserer Bibliothek für seine Monu- 
menta durchging (vgl. sein Archiv Bd. 6) zu diesem Zwecke 
leider nicht benutzt werden können. Die Notiz von der 
Existenz desselben war ihm jedoch aus des ehemaligen Be- 
sitzers, Prot Johann Friedrich Chriü^^)y Noctes Academicae — 
wo sich Spec. UI. S. 191—221 und Spec. IV. S. 300— 345 

Reiultaten nicht fahren ivürde. Aach gehören dio verschiedenen Hände 
einer nnd derselben Zeit an, 

*) Bin Faofimile derselben findet sich in dem Handschrifteacata- 
loge der Leips. Stadtbibliotbek , tab. lithogr. V. 

'^*) Dieser hatte ihn Im Jahr« 1726 (nicht, wie ich irHbiimlich In 
meinen Cataloge geschrieben hab«> 1728) ans einer öffentlichen Aacticm 
ersUnden. Vgl. Noctt. Acadd. pag. l9l. Welche Anction jene gewesen 
sei, linbe ich bis jetzt noch nicht aasfindig machen können; tielleiclic 
wurde die Ermittelang derselben aaf die frühere Gescliichie der Hand^ 
Schrift zoroekfiiiiren. 



14V 

[Ohterr. \b. 19. 30.] Aiisiiige daraas mit Noten befinden — 
ankommen, und die Mittheilimgen Chrm^B^) sind Ton ihm 
■ der Ausgabe der Annalen (Monum. Oerm. Tom. I. pag. 
iß ff.) benutsi worden« Wie lioch Fdrt* diese Handselirift 
agesdila^n , geht aus seinen Worten (1. L pag. 341) hervor: 
^iMdn ipsum codicem eoolvere lieuisäei^ cum ieciio em$ sae^ 
tmU nom rubigmem^*), nuila posterior^ aevi tnedicma adhi' 
yiUy nmeeriarem ^am eod^x tertius fdiess ist der Ton Pertz 
benutzte Codex der Kaiserlichen Bibliothek zu Wien, Hist« 
proL nnm. 600.] retinume videaiur^ eum praeripuum m 
quiaUL anaalium parte dactortm agnUuruB Jumem. -^ Es 
möge daher hier eine genaue Colladon unserer Handschrift 
mit der Ansgnbe von Feriat nm so eher einen Platz finden^ 
als die Jnnales Puldemes nicht so bald wieder einen Her- 
aosgeber finden dürften » and ich lege dieselbe als ein Sup- 
pknent ani den kritischen Subsidien der Pertzischen Ausgabe 
hicnnit Tor, ohne mich erst^ in weitere Bemerkungen über 
die ßigenthnmlichkeiten der Handschrift (s. B« in der Ortho- 
gnpfaie) einzulassen, zumal da dergleichen theils In der von 
CIrwf angefahrten Ortes gegebenen Noten schon hervorge- 
baben sind, theils auch aus der vorliegenden CoUation Jedem 
bd einiger näheren Betrachtung von selbst sich bemerkbar 
Indien« Merkwürdig ist jedoch , um nnr eins zu erwähnen, 
üe den verschiedenen Sclnreibern dieser Handschrift gemein- 
same Neigung, manchmal das g in der Miite wegzulassen, 
wie dilimterj diriens, egrema für diligenier, dbrigens^ egre- 
; so wie U zu schreiben anstatt et; s. B. audatter^ pat- 
für audacter, Faetavtensü lu s» w. 

Co^. Miips. 

DCCXmi. Pippinus 

Diese Worte febleo. 
hlodawico 
hildiberhto 
dagaberhto 

feblt. 
carlns 
albh>;id& 

feblt. 

I plidthrudis 



JFertof. 
Pag. 313. 1. Pippinas 

• [filiidomni — glo- 
rios! 3.] 

— 3. Hludowico 

• Hiltiberto 

• Dagoberto 

— 5. [in mense — 3.] 

• Carolas 

• Alpheida 

— 7, [Hoc eodem-est.] 
- — 9. PUdthnid 



♦) Diese betreffen im Spec. Uh Hie Jahre 7l4, 716. 716. 717. 7l8. 
raO. 723. 736. 741. 75 1. 752. 765, 766. 770. 774. 777. 778. 782. 793. 
791. 810. 822. und 827; im Spec. IV. die Jalire 882. 883. 891. 897. 
mmd 896. Aus vielen dieser Jahre sind jedoch nur einzelne kürzere 
Stellen berrorgehoben. 

♦*) Diese rMgo snec. iX, ist vorzagsweiBe in dem fünften Thtile 
der Annalen bemerkbar, wo sie auf das uaaweideatigstQ kenrortHtt. 

in * 



148 



Pag. 343. 10. Karohim 

— 11. Ratbodum 

— — • Freaonum 
• [qui — Martto] 

— 13« [DagobertuB — 

Hazzoarlorum] 

— !&• ReglnfreduB 

. et 

•* • Oolonienainm 

-. — 16. a Plidthrnde 

— J8. Hilpericua 

— 19. Karolo — Karoliis 
• fiigientes 

- — 20. Wynfridua 
• et 

- — 23. a Plidthrada 

- — 24. lUotharium 

— 28. recipit 

- 344, 1« aeoclealae 

- — 5. Theotricum 

— 6. cepit 

— 9. temerare 

— 10* Yaatata 

— 12. aecdeaUa 

— 14» Karolua 

— 17. dicioDi 

— 19. recipit 

— 20. Fresonum 

— 21« interemit 

— — ^t Victor cum praeda 

magna revertitiir 

— 25. assumptis 
. ATionionem 

— 27. Sarracenorum 

intus 

- — 29. Hispania 

— 30. intemecion^m 

— 31. Karolo 

• ingrediens urbes 

famosiasimas Ne- 
mauaiim 

- 345. ]. Agaten 

. Provinciam 

- — 5—26. [Huiua — 

ablatio] 
— 27. Karolua Provinciam 



carlum 

radbotum 

firesorimi 

felilL 

fehlt. 
Raginfridua [so auch nachher] 

fehlt, 
colonensium 
ab Uudtbmda 

hilpricus [so auch nachher] 
Icarlo — karlus [so aach nachher] 
fiigentes 
uuinfridns 

fehlt. 
ab liudthrude 
blodhariiun 
recepit 
ecdesie 
thiotricum 
capit 

teuere (corr. tenerare) 
nastate 
ecclesiia 
Karalua 
ditioni 
recepit 
fresorum 
interimit 
iiictor reuertitur 
[cum preda magnu tob zweiter 
Hand] 

adsnmptis 
auennionem 

sarracenorum athima intus 

ispania 

intemitionem 

Carlo [von hier an so geschrieben] 

ingrediens nemausum [urbes 

famosisimas von zweiter 

Hand] 

agatem 
prouintiam 

fehlt. 
Carlus prouintiam 



149 



Pis. 345.28. 

- —29. 

- —32. 

- —33! 

- —34. 



— 36. 



— 37. 

— 40. 

346. 5. 

— 6. 

— 7. 

— 12. 

— 16. 

— 18. 

— 23. 

— 27. 

— Ä 

— 29. 

— 32. 

— 33. 

— 39. 

347. 1. 

— 3! 

— 4. 



Gothia 

Provincialibiig 
Carlomumtis 
siib obtenta 
Franciae 
Pippinua 
Hunaltam 
Thiotbaldo 
rebellare— com- 
primunt 
OodOonem 
Boehonia 
Wirxibnr^ 
Biirchartum 
ordüiavit 
EichsUt 
Tharingiam 
HUtnide 
Neustriae 
et ad Martia 
ammiiiistrabat 
orat ergo aibi 
sedeat 
totiiis regni 
Hildericna 
Bonifacio 
Franciam 
Bonifacins 
aecdesiae 
Lullua in cathe- 
dra 
cum consilio 



— — • Frandam 

— — • pennadendum 

— 5. Lugduni 

— 9. impugnando 
—•11. coeptum 

— 12. imperfectani 
— • 13. ingreditur 

— 14. compellit 

— lä. tradidit 

— 16. perdidit 

— 18. imposuit 

— 20. Waiphariaa 

— — • aeccieaiarum 

— 21. inlaatidas 



gothonis 

pronintialibua 

Carlmannua [so aach nachlier] 

8ub obtentom . 

frantie 

pipiniis [90 anch weiterbtnj 

hiinaldiim 

theotbaldo 

repellare — * conprimuot 

odilonem 

boconia 

vuirziburg 

barghartum 

ordinauit epiacopiim 

eihstat 

thuringaeam 

hilthnide 

Niustrie 

et martia 

admiDiatrabat 

orat aibi [ergo von xweiter Hand] 

sedebat 

regni totiua 

hildricua 

bonifatio 

fratiam 

Bonifatiiia 

ecclesiae 

lullua cathedram 

cum aolio [von neuerer Hand 

igt con vor sobo gesetzt} 
Frantiam 
supersuadendum 
lucduni 
inpngnando 
inceptum 
inperfectum 
ingreaaua 
GonpeUlt 
trafit 
perdit 
inpoBuit 
Vuaphaiiiia 
ecdeaiarum 
iniuatitlaa 



IAO 



Pag. 347. 22. Walpharii 

stuiticia 
« -^ 23« iuBtIciaa aecde- 

aiarum 

— — . rennentem 

- -- 25. Waiphuiiis 

- — — . igne 

— 27. GompiiUt 
— ' 32. hiempa 

— 33. Metensia 

— 34. Franciam 

- 349. 2. Laureahaina 



— 8. Hnnoltum 
. rebellare 

— 9. cepit 

— 13. aynodo 

— — • YalentiaBaa 

— 14. Corbanaciim 

- -^ -^. episGopoa 

— 17. aggreaaiia 
• cepit 

— 18. deficeret 

— 20. pacificaBtur 

— 26. paschae 

— 30. Franciam 

— 34. siipponere 

— 35. Dao iianqne 

— 37. iiixta 

— 38. martiria 

- ^ 39. in illam 

- — 40. igne 

-^ 41. depopnlabalur 

• Eresbnrgom 

— — • reaedificai 

- 349. 2. LidbecU 

— 3. affectat 

- -— 4. Hriiodgaiidinii 

- — • 5. Ereaburgum 

- — 7. afflicti 

— 11. abdicanftea 

- — 13. ad 

. PampiloMm 



iiuapharii diids atiilÜUa 

iiistitias ecdesianim 

rennuentem 

Yuaphariiu 

igni 

conpulit 

hlenMi 

mettenala 

frantiam 

80 von zweiter Hand; zuerst 

scheint gestanden za baben, 

was der Cod« 2. bei Peris 

hat: Lüureskam 
hiinaldum 
repellare 
capit 
sinodo 
uecleotianas 
cobaBacnm 
episcopi 
adgresaiis 
capit 

deficerent 
pacificatur 
pasce 
frantiam 
snbponere 

donaque [corrig. : dnonarnquej 
iuxata 
martyris 

fehlt, 
igni 
depopulantnr [corrigirt: ^epe- 

pulattir] 
Aereaborgum 
reedifflcat 
lidbedi 
adfectat 

rodgaiidiun[corr.: hrodganduiBJ 
aereburgum [corrigin : aeren« 

burgum] 
adflicti 
addicaatea 

fehlt, 
pampflonem 



151 



Verta» 



Pis.349. 15. 

- — 16. 

I —17! 

- — 19. 
. — 22. 

- — 23. 

- —25. 

- —28. 
. —28. 

- — 29. 

- —30. 

I —35.* 

. —36. 

. — 38. 

'. 350. 2.' 

. — 4. 

. — 6. 

- — 9. 

I — 10! 

- — 11. 

- — 12. 

- —15. 

- — 17. 

- —18. 

- — 19. 

- —20. 

- —22. 

- —28. 

I — ää! 

- —82. 

! —35. 



— 38« 

— 4L 
351. 1. 



Franciam 

Hreniim 

Widukiodo 

igne 

MBiinipiis 

Hohholi 

HUtibrancLut 

Bftiigolf 

Bubi^t 

baptisatiir 

diix 

Wormaciam 

fecit 

Widukiodo 

Ilalbdani 

Franciam 

Widukindo 

qnatnor miliuB 

Thiotmellie 

Fagtrad.aiii 

Widiikind 

baptizains 

orientalium 

compreasa 

[senescalcum] 

Richolf 

Beneventum 

GdaBaltam 

Hniodtnidit 

In^lenhein 

marcha 

Wilzi 

dicioni 

Wormadain 

Hvni 

exercneraat 

anatraU 

Danubii 

Cammiberg 

fiigientibaa 

igne 

Fellckaa 

Reganesbiirg 

dciDpnata 

Engilbertum 

dampnaTlt 

compressa 



Call« Eiip9. 

frantiaia 

reniim 

unidukiiidu 

igni 

adsumptis 

hochols 

Hildibrandiis 

bagolf [corrigirt: baiigolfj 

subiit 

babtixaliir 

durch Correctur hinzugefügt. 

viiorinatiaiD 

facit 

viiidiichindo 

halpdani 

frantiam 

iiiiidiichindo 

qiiattuor milia 

thiotmeUe[Gorrig. : tbiotmellie] 

iiastradam 

luiitiikind 

babtizatira 

origentaliiim 

conpreasa 

aencal^ciini 

Rlholf 

beneiientaDoa 

GKniaUiini 

HnradOurodia 

ingilenhem 

marca [corrigirt: marcha] 

Tiiilazi 

ditioni 

yiiMinackain 

imi [corrigirt: kimi] 

cxerciiernnt 

aiistrale 

danuii [corrigirt : danviiH-'afc-l 

doinlberg [oorrig. 3 cimmiberg] 

fbgenlibna 

ignl 

felitfana 

reganes piirg 

damnata 

engilberhtnm 

damnanii 

conpressa 



15» 

rertam 

Pag. 351, 2. dampnatis 

• Daniibio 

- — « 3. Radantiam 



-• Alcmonam 

— • 6« habita 
• Felidana 

— 7* Germanianun et 

Galliarum 
• episGopis 

^^ — .terciodampnataeBt 

— 6* dampnatio 

— — '« Mogontiaci 

— 10. dampnatur 

— IL terciiis 

— 12. Alchwiniis [dia- 

Gonus] 



damnaÜB 

danuuio 

adantiam [corrigirt: ardantiaiii; 
ursprünglich scheint gestan- 
den zu haben : radantiam] 

so auch die Handschrift. Vgl. 
Periz. 

habita est [corrigirt] 

felitiana 

galliarum et gennanSarum 

durch Gorrectur hinzugeselEt : 

asstipulantibus 
tertio daninata est 
damnatio 
mogontie 
damnatiir 
tertins 
alahuuinuB diaconus 



(Fortsetzung folgt.) 



Znr Geschichte des ungedrackten Werks: 

CoUoquium heptaplomerea a. de abditis rermn 

Buhlimmm arcamSj 

rexfasst von dem Franzosen JfeiBn Modin. 

(Beschlnss.) 

Es bleibt mir nun noch übrig, die projectirten Ausgaben 
anzuführen) welche im Laufe der Zeit Teranstaltet wurden» 
Es ist adion oben angedeutet worden, wie verschieden die 
UrtheOe der Gelehrten über dieses Werk waren. Wahrend 
Dieemann'^)^ W. Vogt'^'^)^ Weidner '^*'^) und Andere mit 
blindem Eifer, ja mit Wuth die Ansichten Bodim bekämpf- 
ten, oder mehr lästerten und schimpften, fehlte es nicht an 



*) ▼• EJQid. Schediatma inaog. de Natnialiimo J. BodinL KiL 16d3. 
Jen. 1700. 4. 

^^) ▼. Ejasd. Bodinos jadaismi postnlatos — in Apparatns liter. 
Sodetatis CoUigentiiun. Coli. II. p. 66 sqq. 

^^*) T. Bjaid. Dispotatio qua fidei et antbentia libromm N. T. 
adTenns mota qaaedam atheoram imprimis J. Bodlni dabia asseritur. 
Rost. 1715. 4. 



lAS 

Andern 9 die mit mehr Ruhe und Anstand sie benrCh^ilten*)* 
Es konnte nicht fehlen^ dasa die Stimmen über die Heraus« 
fabe eines solchen Buchs eben soffetheilt waren. Naude^*) 
und Andere**^) erUarten sich geradesu gegen ein solches 
Unternehmen, Tkamtums'f) hielt es nicht för gefahrlich imd 
Aü. Legser'f^) urtheilt, dass ihm gerade durch die Herausgabe 
das Gift genommen werden könne« Leibnkz inderte sich in 
seinem Drtheil. Im Jahre 1669 schreibt er an einen Freund: 
Vcreor ne edatur aUquando kie Über magno puöUeo damno; 
Im Jahre 1716 aber: In eo (Jibro) haud epemendam erudi^ 
tUmem esse, negari non potest, ut in omnibui Bodini. Ita^ 
fue vellem edi viro docto cum dignU animadversionibus y und 
bald darauf fahrt er fort: ^1 in talem Ubrum animadvertere 
veüeiy deberet esse versatus in Philoaophia, Philologia Sacra, 
9eu Unguis orientatibus Ubrorum sacrorum, atgue eiiam in 
Babbinismo ac denique in lectione Patrum graecorum et la^ 
tinorum-]^). 

Der erste, welcher, so viel ich weiss, wirklich Hand an 
eine Ausgabe legte, war Pol. Leyser^ Prof. in Helmstadt. 
Ohne Zweifel gehörte ein Mann von so unbefangenem Urthell 
und so regem Eifer fiir die Forderung der Wissenschaften 
dazu, als er, und sollte er auch in Beziehung auf erforder- 
liche Gelehrsamkeit (worüber ich jedoch mir keinesweges ein 
Urthell zu fällen erlaube) weniger geschickt dazu gewesen 
sein, so yerdient doch das Unternehmen selbst, so wie die 
Motiven dazu, volle Anerkennung. Einer gedruckten Ankün- 
digung zufolge^) sollte das Werk nach den bewährteren 
Handschriften verbessert und mit Erlautenmgen versehen, 
und ein Leben des Verfassers theils aus seinen eigenen Wer- 
ken, theils aus andern bewährten Quellen geschöpft, vorge* 
setzt werden. Nach einer vorläufigen Berechnung sollte es 
ans Folianten, jeder ein Alphabet stark, bestehen. Dieser 
vom Ende Decembers 1719 datirten Ankündigung folgte im 

^) Vgl. ünschnlilige Nachrichten Jahrg. 1710. S. 881 ff. Schelhom, 
Commerdom epittolicnm Uffenbacbianam T. I. p. 62 tqq. Vorzägtich 
aber die Hist. crit Abhandlang von J. Bodina Keligionsgeaprachen — 
s. Arbeiten einer Geaellaehaft in der Oberlauiitz Bd. U. No. 3. 8* 
219-225. 

♦*) Cfr. Conringü Opera T. III. p. 75. 

^^**) Cfr. Lacrozü Thetaarot epistolicos T. III. p. 98. 192. ] 

t) y%^ Vemanftige Gedanken Th. I. S. 7a Br protestirt, als er 
gehört hatte, Lct&ntte wolle es heraufgehen ^ feierlich gegen eine solche 
ünternehmang Ton seiner Seite, giebt aber Rathschlage, wie dabei za 
Terlahren sei. 

ff) Cfr. Ej. Selecta de rita et scriptis Jo. Bodini No. XXHI. 

fff-) Cfr. Ejosd. Opera T. V. p. 344 o. 337. 

*) Sie findet sich dem Codex der Dresdner Bibliothek No. I. bei- 
gel^ und ist aof ein besonderes Folioblatt gedmckt« 



154 

Juni des folgenden Jähret die Nadiricht*) , dass der Druck 
virklicli l»egonnen habe, cur Widerlegung Vieler, welche ao 
seinem Erscheinen sweifelten« Da legte die PoIiüIl plötslick 
der Sache Fesseln an; nach Fabriciu» Berichte*'^) ward das 
Unternehmen von einem H6fe unbedingt, von einem andern 
in dem Falle untersagt, wenn der Herausgeber nicht die 
Noten weglassen oder sie zuTor der Censur unterwerfen wolle. 
Nichts desto weniger scheint Leyser noch spater die Sache 
nicht ganz aufgegeben zu haben, wie aus der Beendifunga^ 
aeit seines Codex vermuthet wenlen kann. 

Fast drei Menschenalter spater unternahm der Freiherr 
o. Senkenberg in Giessen wenn auch nicht die Herausgabe 
selbst, doch die nötliigen Vorbereitungen dazu. Hören wir 
ihn selbst darüber in seiner Selbstbiographie^^*^) berichten, 
wo er unter andern seine literarischen Unternehmungen auf- 
zahlt : „2) Bin ich einmal einen ganzen Winter lang mit dem 
„bel^annten seit ein paar hundert Jahren im Mscpt. liegen 
„gebliebenen Buche: Jo. Bodmi dialogus heptaplomeres de 
jjabdäii rerum arcank beschäftigt gewesen, um dasselbe an 
9,der schon von Chr. Thoma$iu$ und Pol. Leyaer und andern 
„Gelehrten gewünschten Herausgabe fertig zu machen. Ich 
„hatte hierzu Anfangs nur eine eigene yon meinem seel. 
„Vater In seiner Jugend gemachte und eine auf der Giesaer 
„UniFersit&Ubibliothelc befindliche Abschrift zur Hand. Her- 
9,nach erhielt Ich durch den seel. HäberUn zwei Helmstadtl- 
„sehe ältere Abschriften, und dann durch den gütigen Vor« 
„Schub meines hochgeehrtesten Freundes, des Hrn. Hofrath 
^yHeine^ eine vorzüglich schöne und richtige, die in der 
„vortrefflichen Gottingischen Universitätsbibliothelc befindlich 
„Ist. Eben dieser grosse unschätzbare Gelehrte thellte mir 
),anch seine Muthmassungen über manche aus allen fünf 
9,Handschriften nicht ganz In das Licht zu setzende Stellen 
9,mit. So unterstützt liess Ich durch einen zierlichen nicht 
„ungelehrten Schreiber das ganze alte Buch weitläufig ins 
„Reine schreiben , verbesserte alles , was nicht ganz genau 
),aus den Handscliriften herauszubringen war, mit Bemerkung 
„der Varianten auf die mir möglichst gewesene beste Weise^ 
„und brachte also freylich mit nicht geringen Kosten ein 
„vielleicht noch nie so richtig in der Welt gewesenes Exem- 
9,plar dieses angenehm gescliriebenen und viel Merkwürdiges 
„enthaltenden Gesprächs zu Stande, worauf mit Sicherheit 



^) S. Neiie L«{psiger Zeitang von gelehrten Sadien y Jahrg. 1720. 
d. 10. Joni No. XLVI. 8. 368. 

**) y. Lacrozti Tliesaur. epistoL T. I. p. 220 sq. vom October 
1720, 

^*) 8. Strieder y Hessische Gelehrtengesohichte. Th. XIV, S. 

269—270. 



IM 

^Ae derdüroti^ Henuiigtbe, wenD sich ein Verleger daxa 
„findet 9 gebaut werden kura«^^ 

So wartet alao dieser Apparat Bodi seiner dereinstlgen 
ErlSsiin^ durch den Druck, da Senkefibergs NacUass noch 
hl Giessen aufbewahrt wird« Ich sage mit Gnmd derein- 
stigeBy denn einem spätem Zeitalter scheint es vorbehalten 
n sein, ein allgemeineres Interesse für diVsses Werk hervor* 
nnrufen. 

jßrswra« 



Heber den engten Breslaaer Dmek«*) 

Im Jahre 1804 veraiaataltete der SUdt- und UnlTersitfits- 
BMhdmcker Job. JuguH Barth eine besondere Jubelfeier 
wegen Aufnahme der Bndidruckerkunst in der Hauptstadt 
ScUesiens, weil in ihr vor dreihundert Jahren das ersite Buch 
isath Xoturad ßaumgerthen gedruckt worden. Diese Jubel- 
Ader aber war — ein doppelter farthum: Brnmmgmrtken druckte 
lehoA im Jahre 1503, and 2B Jahre vor ihm, im Jahre 1475, 
schoD Aer Sueetnimr Eiffa$» Dodi wie mancher Irrthum Hir 
die Wissfmschaft förderlich ist , so war es auch hier der Fall. 
Der um die Typographie in seiner Vaterstadt hochverdiente 
Bßrtk wollte ein dem Feste wiirdiges Werk an's Licht stel* 
ktty und scheute keine Miihe noch Kosten« Er hatte sieh 
der TheÜnalmie seiner gelehrten Freimde dal)ei m erfreuen* 
Der Bect<v Joh. Ephraim Scheitel redigirte das GanBe^ 
schrieb eine Vorrede imd eise kurse Geschichte der Erfin« 
dmg der Buchdruckerknnst, mit Typen nachher gedruckt^ 
welche treu nach FubI^m Bit>el vom Jahre 1462 oopirt, in 
Stahlstempel geschnitten und in' der J^ontAschen Schriftgies- 
serei nachgegossen waren; Dr. Paritmis^ damaliger Konigl. 
Kaasmer-Condnctenr, und der Mittsgspred^ger Cretser lieferten 
das Material su der BuchdruckergescMdite Breslau's und der 
iibrigen scUesischen Orte, wozu nodi eine i^oiMMmn'sche 
Stansmtaffl beigegd)en ward. Auch die Poesie, Mus& und 
■dehnende Kunst waren dabei thätig: FüUebom gab das« 
dne Hymne: Lob der Buchdruckerkunst, in Musik gesetzt 
von /. Blsnery Musikdirector in Warschau, und F. G. Endkr 
lieferte drei Bildnisse: Job. Fust, Peter Schöffer und Gieorg 
Banmann d. J. Ausserdem sind noch drei Tafeln mit gesto- 
chenen facsimilirten Schriftproben aus Origindurkunden von 
800 — 1430 und ein in Kupfer gestochenes FacsimUe eines 



^ In der Sehletisdieii Zeitung erschien dieser Aofsats tot KoTzem 
aster dem Titel: „Breiiaaer Bochdracker-Jabelfeier im lahie 1804.** 



15« 

t 

Holcsclmitts ant dem Leben der heO« Hedwig hiniugefiigt* 
Das Ganze erschien unter dem Titel: 

Geschickte der seü dreihundert Jahren in Breslau befind- 
liehen Stadtbuchdruekerei als ein Beitrag aur allgemeinen 
Geschichte der Buehdruckerkunst. Breslau , 1N)4. 4to« 
(118 Seiten mit 4 Bildnissen und 4 Kupferplatten«) 
und ist typographisch so ausgestattet, wie es in damaliger ^ 
Zeit noch eine Seltenheit war. Möge etwas Aehnliches in 
diesem Jahre geschehen ; die Gelegenheit ist vorhanden« 
Wenn aber ia etwas gedruckt wird, so ist wohl sehr zu 
'wünschen, dass solches, wie das Barthsche Buch, einen blei- 
benden wissenschaftlichen Werth hat — fiir die Geschichte 
der schlesischen Buchdnickerkunst und des schlesischen Buch- 
handels ist noch lange nicht genug geschehen! 

Den ersten Breslauer Druck (jetzt in der KönigL und 
Universitäts- Bibliothek und der Sicherheit wegen unter den 
Handschriften) fand der seL Dn Friedrich im Kloster Czar- 
nowanz zur Zeit, als auch er bei der Aufhebung der schle- 
sischen Klöster beschäftigt wan Er machte aber erst zehn 
Jahre nachher seinen Fund bekannt in der Literatur -Beilage 
zu den schlesischen ProTinzial-Blättem , 1822, S. 258, 259. 
Wenn diese Nachricht nicht weiter in Deutschland bekannt 
wurde, so ist das gar kein Wunder, denn schlesische Lite- 
raria dringen nicht so durch, wie schlesische Wolle, Lein- 
wand und Kattun; doch ist es ein Wunder, dass im Jahre 
1834 der Gth. Commerzien-Rath Oelsner, der auch ein 
Exemplar dieses ältesten Breslaiier Druckes besitzt, in den 
schlesischen Provinzial-Blattem , 99r Bd. , S. 527— 534, damit 
wie mit einer neuen Entdeckung hervortrat, nachdem nun 
schon sein Freimd Friedrich im Jahre 1827 in seinen SttUuta 
SgnodaUa Weneeslai das Buch sogar selbst benutzt hatte! 
Aber auch der Oe^nersche Aufsatz ist nicht im Stande ge- 
wesen, der Stadt Breslau in der Greschichte der Buchdrucker^ 
kunst die Stelle einzuräumen, die ihr mit Tollem Rechte 
gebührt; in dem neuesten und besten Werke über die ersten 
Druckdenkmale bis zum Jahre 1500: Hain 9 Bepertorium bi- 
bliographicumy ist von Breslau noch keine Spiu*. Nach den 
bis jetzt bekannt gewordenen datirten Dnicken verbreitete 
sieh die Buchdnickerkunst in Deutschland also: 
1457 Mainz; 
1461 Bamberg; 
1466 Köln; 
1468 Augsbiurg; 
1470 Beronis villa (Münster im Ergau), Nürnberg; 

1473 Strassburg, Esslingen, Lauingen, Merseburg^ Ulm; 

1474 Basel; 

1475 Breslau, Lübeck^ Blaubeuern. Rostock. Nova Plzna 
(Pilsen); 



15f 



[47B EichBtadt, Prag; 

479 Wünburg; 

[4SI Leipaigy Urach; 

[4§2 Erfurt, Memmingen, MiinGhen, Reutlingen^ Wien; 

'483 Magdeburg; 

48& Heidelberg, Regensburg; 

4S6 Brunn, Münster, Schleswig, Stuttgart; 

i4S0 Hagenau, Kuttenberg; 

490 Ingolstadt; 

491 Hamburg; 

1493 Freibnrg, Lüneburg; 

1494 Oppenheim; 
l403 Freisingen; 
1496 Offenburg; 
1496 Tübingen; 

dOO Krakau, Ohnfitz, Pforzheim. 
Breslau. 

Prof. Dr. M. Moffmann. 



JBibllotliefe des Coelestlner-KIosterei 

tnf dem Oybin in der Sächsischen Oberlausitz. 

Wenige der Sachsischen Kloster haben eine so reiche 
Literatur aufzuweisen, als gerade das Cölestiner- Kloster auf 
dem Oybin aufzuweisen vermag. ' Cm so sonderbarer ist es 
ddier aber auch, dass von wenigen der Sächsischen Kloster 
in Hinsicht ihrer Bibliotheken so Weniges bekannt ist, als 
gerade Ton der Oybiner Klosterbibliothek. Ausser dem 
Wenigen, was der Böhme Scherschnik und der Lau* 
sitzer Peseheck darüber mitgetheilt haben, besitzen wir fast 
Nichts^ das Irgend nur zur Feststellung einer Geschichte der 
Oybiner Klosterbibliothek benutzt werden konnte. Um so 
mehr Ist es unsere Pflicht, eben jenes Wenige gehörig zu 
beachten; und der Unterzeichnete glaubt daher den Lesern 
dnen gewiss nur willkommenen Dienst zu leisten , wenn er 
alle diejenigen Nachrichten, welche sich auf die Oybiner 
Klosterbibliothek beziehen, aus den verschiedenen Schriften 
sn Einer Darstellung vereinigt. Der Unterzeichnete bittet, 
hierbei seine so eben erschienene Literatur der Sächsischen 
Bibliotheken, s. y., wo sich die bezüglichen Nachrichten Ter- 
teichnet finden, zu vergleichen. 

Wer der Gründer der Oybiner Klosterbibliothek gewesen 
sei, lässt sich durchaus nicht sagen: und ebenso Weniges 
webs man über die Zeit ihrer Gründung mitzutheilen. Wir 



IftS 

I 

müssen uns daher lediglich mit der Oewisshelt» dasa die 
Cöleatinermönche auf dem Oybin eine Bibliothek^ und zwar 
schon frühzeitig y wie es scheint,* besessen haben , Torliufig 
begnügen« Und dass diese Bibliothek eben auch frühzeitig 
schon ziemlich gut ausgestattet gewesen sein möge, ist eine 
Vermuthung, welche in der Lebensweise und dem Character 
der Cölestinermönche selbst ihre Bestätigung findet. Die 
Oybiner Klosterbrüder liebten weder Gesellschaft noch die 
Freuden des Wohllebens und Müssigganges : die liebste Be- 
schäftigimg war ihnen die Ausübung ihrer geistlichen Pflich- 
ten, die angenehmste Erholung der Umgang mit den Wis- 
senschaften. Uebereinstimmend hiermit lautet ein Schreiben 
des Bohuslaus von Lubcowitz auf Hassystein, eines Böhmi- 
schen Edelmanns , an Johannes Domeslavius , worin der Oy- 
biner Väter a docirrnüy pietate religiosa, vUae ionethnfmia 
et humamtate rühmlichst gedacht wird. Vffl. Manlii Com- 
mentar. Rer. Lusat. Lib. Vi. Cap. 28. §. 11. in Seriptor« 
Rer. Lusat. Tom.J. p. 319 a. 

Jedermann wird zugeben, dass bei so bewandten Umstän- 
den mit grosser Wahrscheinlichl[eit eine schon frühzeitig ge- 
gründete und gut ausgestattete Bibliothek angenommen werden 
könne. Es fragt sich nur, auf welche Art und Weise die 
Oybiner Mönche in den Stand gesetzt wurden, eine Biblio- 
thek sich zu schaffen und zu vermehren. Es wird kaum 
nöthig sein , darauf hinzuweisen , dass ein grosser Theil der 
Bibliothekschriften solche gewesen sein mögen, welche dem 
Fleisse der Klosterbrüder selbst ihre Entstehung verdankten. 
Das Abschreiben von Büchern war eine zu gewöhnliche Be- 
schäftigung der Mönche überhaupt, als dass wir glauben 
dürfen, ^ss gerade die fleissigen und den Wissenschaften 
ergebenen Cölestiner hiervon eine Ausnahme gemacht haben 
sollten. Ob ausserdem auch aus anderweitigen Quellen Schrif- 
ten der Klosterbibliothek zugeflossen seien, lässt sich au« 
Mangel an Nachrichten hierüber nicht beantworten. Neben 
den Handschriften besass das Oybiner Kloster auch mancher- 
lei gedruckte Bücher, denen kurz nach Erfindung und Aus« 
breitung der Buchdruckerkunst schon Eingang in die Kloster^ 
bibliothek verstattet worden zu sein scheint. Unbestimmt 
muBS es hierbei bleiben, ob dergleichen gedruckte Bücher 
auf dem Wege der Schenkung den Mönchen zu Theil ge- 
worden seien : weniger unbestimmt ist es dagegen , dass die 
Mönche selbst für die Bibliothek dergleichen Büdier angekauft 
haben. So erkaufte Andreas Schwab von Freystadt, der be- 
kannte Oybiner Prior, „m Lipizk Jnno Domini 1492 pro 
florenia LI ^ 4 groasis^^ ein lateinisches Werk Repertorium 
coneordaniiae bibUe et canonumy etc. Das erworbene 
Bibliothekseigenthum scheint übrigens auch hier, wie ander- 
wärts, durch ein paar eingeschriebene Worte, wie „ex tno^ 



tsm 

ierio (Hbinenwi^ oder jymofUUterU Oihmemuf^' als solehet 
Veseichnet worden zii sein. • 

Fragen wir, woraus, dies« heisst aus welcher Gattung Ton 
Mchern die Klosterbibliothek bestanden habe j so miiss unsere 
Rnisdieidung natürlich dahin abgegeben werden, dass woM 
die meisten Bächer theologischen, nnd zwar hauptsächlich, 
wie es scheint, kirchenrechtlichen und homiletischen Inhalts 
gewesen sein mögen: dergleichen waren ausser dem bereits 
genannten JUperionum z« B. Compilatio decretaUum Grego^ 
ni IX, Tom. i-^IL Basikae 1486—1488. fol. Repertorium 
SMTols, penUile praedicataribus , edüum per fr4strem Bercko- 
tmmj Pktamensem, Norimbergae per Anton Koburger, 1480« 
foL Das Werk enthält Vocabula praedicabilia von Joh. 
Beekomhaub , Moguniinus. Bücher anderen Inhalts mögen auf 
demOybin, wenn die Klosterbibliothek dergleichen überhaupt 
besass, wahrscheinlich nur sehr wenige vorhanden gewesen 
sein : die historischen Schriften, wenigstens diejenigen, welche 
auf die Geschichte des Klosters selbst Bezug hatten, standen, 
wie sii^h wohl yermuthen lässt, nicht in der Bibliothek, son- 
dern Im Klosterarchive; über letzteres, um diess hier bei- 
ftafig XU erwähnen, vergleiche man Baibin. BlisceU« histor« 
regnl Bohemiae« Decad. L Lib. YL p. 1. p. 113. CoelestinI 
sab WIssehrado et In Oibln , quo suas origlnes reposuerint, 
Bsn liquet« 

Sicherer als die bisherigen Hittheihingen lauten diejenigen 
Nachrichten, welche die Schlnsszeit der Bibliothek betreffen. 
Nachdem die Bibliothek im Jahre 1516 bei Anlegimg eines 
FiHal-CöIestinerklosters auf dem Kdnigstein genöthigt gewesen 
war, den dahin abgehenden Klosterbrüdern zur Begründung 
dser eigenen Büchersammlung die nöthigen Bücher zu ver- 
abfolgen , dieselben aber bereits im Jahre 1524, als das ge« 
■annte Filialkloster wegen des Mangels an Mönchen einging, 
aaf Befehl des Herzogs Georg zurückerhalten hatte, nahete 
las Jahr 1560 — dasjenige Jahr, welches als Endpunkt In 
der Creschichte der Oybiner Klosterbibliothek angesehen wer- 
den mass. — Seit Einführung und Ausbreitung ider Refor» 
isatlon kränkelte das Oybiner Kloster dergestalt, dass nach 
vidlscfa erlittener Einbusse und Beeinträchtigung die letzten 
wenigen Cölestinermönche für -^ut fanden, den bisherigen 
Wohnsitz zu verlassen, und sich im Jahre 1545 nach Zittau 
in ihren Väterhof zurückzogen« Der Oybin blieb den landes- 
herrlichen Verfügungen Preis gegeben« Es währte nicht 
lange, so wurden die Oybiner Güter in Beschlag genommen: 
die Klosterbibliotliek kam ausser Anderem in den Besitz des 
Prager JesuitencoIIegiums zum Heiligen Clemens. Nachdem 
bereits im Jahre 1556 von Kaiser Ferdinand I. mit Genehmi- 
gHBg des Papstes die Erlaubniss ertheilt worden war, die 
Oybiner Bücher nach Prag wegzuschaffen, erschien im Jahre 



160 

1560 der vom Präger CoUegium betnfifcraffie Jesuit Hurtad 
Peres auf dem Oybin und bewerkstelligte den Transport der 
Bücher. Die Klosterbibliothek bildete fortan zugleich mit den 
Büchern des Ton den Hussiten zerstörten Klosters Dobriluk 
die Grundlage der Büchersammlung des Jesuitencollegiums 
und somit auch der jetzigen Kaiserlichen Universitätsbiblio- 
thek zu Prag« Der Unterzeichnete erinnert sich, irgendwo 
die Nachricht, als sei die Oybiner Klosterbibliothek in den 
Besitz des Rathes zu Zittau gekommen, gelesen zu haben« 
Einer solchen Nachricht muss durchaus widersprochen wer- 
den; vielleicht liess man sich durch den Umstand, dass eine 
Schrift Luthers aus dem Besitze des letzten Oybiner Priors 
Gottschalk in der Zittauer Rathsbibliothek sich vorfand, sa 
der voreiligen Meinung verleiten, als seien die gesammten 
Klosterbücher eben der Zittauer Rathsbibliothek einverleibt 
worden« Die Oybiner Bücher finden sich zum Theil noch 
jetzt in der genannten Prager Universitätsbibliothek; ein 
Theil derselben, namentlich die Manuscripte, gingen durch 
Nachlässigkeit verloren; denn da man viele der Bücher ihrer 
alterthümlichen Mönchsschrift wegen nicht geläufig zu lesen 
im Stande war, so warf man dieselben — eine Beute dez 
Staubes und der Motten — in einen Winkel« So Scher- 
scAntJr; Ungar zum Balbinus übersetzt in angulum aUquem 
und macht hierzu folgende Bemerkung: „Haud dubie Scher- 
schniccius hie intellexerit cubiculum ambitus superioris, Bi- 
bliotheca minor a PP« Societatis dictum, in quo libri plurimi^ 
iique rarissimi (saeculi XV« pene omnes) cum bibliothecae 
Oiwinensis, tiun vetustae Carolinae delituerant« Huic e re- 
gione oppositnm erat alterum, in quo bibliotheca Ferdinand! 
Emesti Comitis de Herberstein et numerosa et editionibuft 
classiconim praestantissimis referta, fere tota (pauci enim ex 
illa libri majori bibliothecae illati sunt,) continebatur« Utra- 
que, quod Codices in üs servati catalogo bibliothecae majoris 
non essent inscripti, soluta Societate Jesuitis relicta, tota 
quanta irreparabili jactnra dissipata est«^' — Oybiner Hand- 
schriften sind zu Prag nicht mehr vorhanden« 

Dreeden. 

Bibliothekar Dr. JuUuM Petofholdt. 



Berichtigung« 

Seite 88. letzte Zeile liei 1435 itatt i035. (Druckfehler.) 
,, 89. Z. 14. L 96& statt 866. (BohreiMehler«) 



Verieger : T. 0. fFeigel in Leipzig. Druck von C. P. Melzer. 




IS S2 II A P 13 V 91. 

m 

für 

IHbHothelnvteseiigeliafty HandsebrifteDkimde und 

Xltere Utteratnr. 

Im Vereine mit Bibliothekaren und Litteraturfreunden 

heravagegeben 

Dr. Mobert Naumann. 

•^11. Leipzig, den 15. Juni 1840« 

Aperi^u 

über eine reiclihaltige philosophiscli- kabbalistische 
Handschrift der Kön. Bibliothek zn München. 

Wenn nächst den Bibliotheken zu Oxfort, Parma und Leyden 
ciae europ&iache Bibliothek eine reidie und ausgewählte 
^«luiduiig hebräischer Llteraturschätse darbietet, so ist es 
gewiss die königliche Bibliothek in München« Die grossar* 
^itoi und interessantesten Denkmide der blühendsten Epoche 
^jüdischen Literatur , nämlich der maurisch- spanischen, 
^ ihrem fruchtbaren Nachwuchs in Südfrankreich und Italien, 
tteils Uebersetzimgen aus dem Arabischen, theils Jüdische 
l^^nslien in den anziehenden Fächern der Philosophie, der 
l^^urwissenschaften und der Arzneikimde finden sich hier 
■cttammen — eine Sammlung, zu der in der Mitte des ib. 
JUirhunderts Johann Albert fridmamiad^ genannt LucreHus 
SfiemuMf einer der nihmwürdigsten Vorläufer der Orientali- 
>dien Studien , der auch hebräische Handschriften sammelte 
ni Paulus SimiUuSy Paulus Faghis , so wie den Juden Mos« 
mia aus Cracan zu Abschreibern hatte, den Grund legte« 
uie Münchner Bibliothek zählt 313 hebräische Handschriften, 
Ipmter 134 Folianten, 155 Quart-, 11 Octa?- Bände und 
il RoHenschriften — fast alle aus der Privatsammlung Wid- 
^stad's, die Albert V. der Grossmüthige, als er die chmv 
^ittücfae Bibliothek anlegte, zugleich mit den Bibliotheken 
^ praktischen Arztes Hartmann Schedel zu Nürnberg und 

11 



16» 

der Orafen Fiigger lu Au^bnrg ankaufte. Bis jetst sind diese 
Handscliriften noch nicht genau und Icriüsch beschrieben, ge- 
schweige lur Aufhellung und Beieicherung der jüdischen 
Literatur benutat und ausgebeutet worden; das neuerwachte 
Interesse für letztere ist noch zu jung , ein universeller Sinn 
für Literatiurgeschichte y verbunden mit Uebersicht im Grossen 
und Sorgfalt im Einzelnen, zu selten und die Masse der in 
Mittdenropft und der Levante erschienenen Dnickwerlte zu 
gross, als dass man bis jetzt eine genügende Lichtung und 
Sichtimg des chaotischen auf Bibliotheken verborgenen Mate* 
rials hätte erwarten können« Jedenfalls aber ist es ausser 
Zweifel, dass eine liberale und selbstlose Ausbreitung der 
sonst nutzlos verscldoesenen handschriftlichen Schätze eins 
der wirksamsten Mittel ist, den wahren Fortschritt der Wis- 
senschaft zu beflügeln unid ihn von manchen behindernden 
Fesseln zu befreien« Die Münchner Bibliothek hat sich schon 
dadurch ein Verdienst um die Freunde der jüdischen Lite- 
ratur erworben, dass sie Herrn Dr« Liiienthal die Durchsicht 
ihrer hebräischen Codices gestattet hat; die ^^bibliographi- 
Bchen Notizen über die Handschriften der königlichen Biiillü- 
thek zu München^^, die dieser in der Allgemeinen Zeitung 
des Judenthums^) geliefert, sind zwar höchst mangelhaft und 
ungründlich, aber doch in Ermangelung einer lunihssenderen 
Beschreibung eine dankenswerthe Arbeit, welche die Auf- 
merksamkeit auf jene Handschriften gelenkt, und das Streben, 
sie tiefer zu erforschen, angeregt hat« Wenn daher M. //• 
Landauer in den Israelitisdien Annalen^^) vor dem Catalege 
LiUenthals die ganze gelehrte Welt wie vor einem Irrgarten 
warnt, und verkündet, dass Lilientlial nicht Mos die Numern 
der Codices verschrieben, sondern (was man auch ohnedem 
gewiisst hätte) häufig ganz fidsche Berichte gebe , so hören 
wir darin die Sprache eines fleisclJichen Affekts, der nm: 
für die Fehler des Andern ein Ange hat« Wenn ein Weg- 
weiser die Ortsentfemnng auch falsch angiebt, so ist man 
doch schon damit zufrieden, dass er auf die Richtung hin- 
weist, die man zu nehmen hat« 

Nun Einiges über die Veranlassung imd den Zweck des 
nachfolgenden Aufsatzes« Bei dem Studium des More Ne- 
buchim der Karäer, nämlich des unter dem Doppeltitel 
fi't'^n Y^ ^^^^ fi^'^rsM ^3^13 bekannten, noch ungedruckten Wer- 
kes von Ahron ben-EIia, welches ein System der jüdischen 
Reli^onsphilosophie im Geiste des mittelalterlichen jüdischen 
Scholasticismus enthält, und von dem die Leipziger Ratlis- 

*) Literarisches und homiletisohes Beiblatt der AUgemMnen Zdi- 
tong des Jadenthams 1838. 19. Mai Nr. 13. — 1839. S. 604. 

'^y IsraeL Annalen, herausgeg. von Dr. J. M. Jost 1839. 6. Dec 
Nr. 49. 



163 

MUiodiek eine kostbare 1409 t« Ck^nfttantinopelaiigeferd^ 
Badscbfift hesümty wurde das Verlangen in mir rege, die 
dnrdi Lilienthals Notixen *^) mir l>e][annt gewordene Hand«* 
ichrift desselben Werkes in der königl« Bibliothek zu Mtin- 
chen sn sehen und mit der Leipziger zu vergleichen. Dieser 
WoBscii wurde mir erfüllt , indem ich durch die gütige Vermit* 
tefais^ der Herren Oberpostamtsdirektor wmHüiiner in Leipzig 
und Hofrath von Schubert in München , welchen beiden ich für 
ihre Theilnalmie an der Fordenmg meiner Studien zum in^ 
■igsten Danke verbunden bin, zur Einstellt in das begehrte 
Hurascript gelangte. Nächst dem N&zer Bmunim nahmen 
andi die übrigen darin enthaltenen Werke mein Interesse in 
AnspriH^fa, und ich verfiuiste nachfolgende Beschreibung des 
Genmmtinhalts , um vielleicht zugleich andern Literaten einen 
Dienst zn erweisen und, wo es mir anders gelungen, die 
Ph>be einer würdigeren und genügenderen Catalogiairung, 
als die von Lilienthal, zu geben* 

Der Codex, den wir beschreiben wollen, ist Nr. %A (alte 
Nzmer 51) der Münchner Bibliothek , ein innen tadellos con- 
servirter imd aussen kostlich eingebundener Folioband, auf 
der Innenseite des Eünbands, wie wohl die meisten Codd., 
gesdunückt mit dem churfiirstllchen Wappen, welches die 
Unterschrift hat : Es EhcioraÜ ßibUotheea Seremss» Vtriusq. 
BoBonae Dueum^ Er enthält zwei von verschiedenen Libra» 
rioi geschriebene Theile,. beide auf festem Papier. Der 
errte, bis zu BL 348, b. reichend, ist in fetter und plumper 
rdbbinischer Schrift von germanischem Ductus geschrieben; 
der Schrlltcharakter ist die treueste Physiognomie der crü$9a 
ei piMguü Minerva des armen, vielgeplagten, wahrscheinlich 
aar Fristnng eines kummerlichen Auskommens schreibenden 
Librmrins. '*^) Um den Sinn dessen, was er sehrieb, scheint 
CT sich wenig gekümmert zu haben ; nur so oft der Name Gottes vor» 
kmunt, erwacht er wie aus dem Schlafe und fügt in Einem Athem 
ans seinem eigneniGemüthe hinzu: „Er werde gebenedeiet und 
aboben und lobgepriesen und geheiligt und verherrlicht in ewige 
Aeonen*' Sela.^' Sein Original hat er auch nicht sehr fixirt; wenn 
in einem Zwischenräume einiger Zeilen dasselbe Wort zweimal 
vorkommt, so überspringt er sehr häufig Alles» was zwischen 
beiden in der Mitte liegt. Es wäre diülier unmöglich, eins 
der in diesem ersten Theile enthaltenen Werke aUein ans 
diesem Manuscript in correcter Gestalt zu ediren. Der zweite 
kleinere TheU BL 340, a. -^ 406^ a. ist in zierUchem Rabbi« 



^ Beiblatt 1838. 23. Jon. Nr. 17. 

**) Vielleicht ist et der obgenannte Mom Tohia aus Cracaiiy der 
lar Widmentiad abschrieb, denn die Abschriften können nicht an eignem 
Bedarf, auch nicht wohl rar einen judischen Gelehrten , Yon dem eine 
atrengere Controle zu l&rchten war^ gefertigt worden sein. 

11* 



164 

« 

nisch iUUenisdieii Charakters von geübtere^ Hand geschrieben, 
aber enthält gerade weit weniger Interessantes* Lilienthai 
hat 10 Pi^en als in diesem Cod. enthalten aufgeführt und 
wahrscheinlich sich auf den bereits vorhandenen Catalog der 
Bibliothek verlassen ; denn wenn er den Cod. selbst aufmerk- 
sam durchgesehen hätte ^ so hätte er unter den 17 Numem, 
die wir anfiKählen y so manches Wichtige (wie niD'^n IS^O von 
Jos. Gecatilia) nicht übersehen können. Die in dem Cod. 
enthaltenen Schriften sind theils rein philosophisch (wie der 
Comm. ziun Hohenliede und Nozer Emunim)^ tlieils kabba- 
listisch^ aber grösstentheils der Richtung der Kabbala ange- 
hörig , welche eine Yereinigimg der Philosophie und Geheim- 
lehre anstrebt, und jene als eine niedere Sprosse auf der 
Leiter der Erkenntniss, als die Vorhalle zu den Penetralien 
dieser betrachtet. Sie sind daher grösstentheils leichter ge- 
schrieben , als die hebräoaramäisch^n oder reinaramäischen 
Schriften der Kabbala , aber auch nicht verständlich ohne 
Vertrautheit beides mit der Kunstsprache der Philosophie und 
der Kabbala, die beide in der innigsten Verschränkung und 
Wechselwirkung erscheinen. Wir schreiten zur Sache nnd 
zälilen die einzelnen Schriften nach ihrer Reihenfolge im 
Manuscript auf, mit Hinzufugnng einer verhältnissmässigen 
Beschreibung, nnd, wo es nöthig, kritischen Untersuchung. 

1) Das erste der in dem bezeichneten Cod. enthaltenen 
Werke ist der Supercommentar Schem-Thob's zu Nachmani'B 
Pentateuch-Commentar (f. 2, a. — 60, b.). Dieser Super- 
commentar, der sonst gewöhnlich am Rande des von Mach- 
man! oder unmittelbar demselben folgend erscheint und noch 
nicht gedruckt ist, fuhrt den Namen nit3 t^ ^DD (Cod. Ross« 
508) ; unser Cod. jedoch trägt folgende mehr descriptive, ala 
symbolische Aufschrift: i^'H ^an n^inn mnio öl'^B ^l«"»a 

9^ ninM, d. 1., Erklärung der von Mose b. Nachman verfass- 
ten Ansleeung der Mysterien der Thora , gegeben von Sehern-' 
Thob b. 6aan aus dem Munde Salomo's b. Adderet.*) Den- 
selben Namen: Sehern- Thob b. Gaon führt der Verf. bei 
Bar-Scheschet RGA. Nr. 157, der ihn, sein 19 yra» (eine 
öfters gednickte geheimsinnige Auslegung des maimunischen 
Corpus juris, in der mca ÖTÖ *^T)'d citirt wird) erwähnend^ 
wegen seiner tiefen Kunde der Gesetzliteratur und der Ge- 
heimlehre rühmt; den vollständigem: Schem-Thob &. Abra- 
ham b. Gaon Sefardi bei Conforti , ni'mnn »nip 24, b* Das 
VK:i P schliesst sich nicht in stetiger aufsteigender Linie, 

*) Ein ziemlich angeschickt mehr arabisch alt hebräisch styHsfrter 
Titel; für «^"»ß ist tDn^'»B zu lesen, und »nan, »o vie TlK-^S bilden, 
ungeachtet der vorausgegangenen detenninirten Nomina, indeterminirte 
HelatiYsatze (oLio), 



1«5 

■mdem niU Ueberspringiing mehrerer Mittelglieder «a; die 

Ealoglsdie Kette ist yoUitindl^ folfeade : t. uMrakmn i. 
a b. Soul b. Mose b. Dmuf b. Mrakam b. Ornnm , wie 
Buloloccl In Uebereinstimmnnf mit den H«ndtchrifken aie 
angiebt. Dieser Schem-Thob von geonUschem Adel, wohl 
IQ unterscheiden «von mehreren andern dieses Namens (Sehern- 
Thob b. Isaak von Tortosa, Schem-Thob b. Isaak tob Tudela, 
Sdiem-Thob Palkeira, Schem-Thob b. Josef u. A.)» Schüler 
des 1908 sa Barcellona verstorbenen Salomo b. Adderet, §e- 
h«t SU den Lehrern der philosophischen Kabbala, die im 
1. Viertel des 14. Jahrh. in Spanien blühten (Josef GecatOia, 
Josef b. Yakar, Peres b. Isaak Girondi u. A«), und brachte 
fic letxte Zeit seines Lebens in Palästina su, wo wir Ihn 
132S SU Safed finden. Er schrieb den Supercommentar su 
Nacfamanl nach dem Unterrichte seines Lehrers Salomo Ad- 
deret; vielleicht dass dieser auch verstanden wird^ wenn er 
t 4, b. sa^: mtriTart «i'T'Ba ^i-'onrt niTa m lÄ^a ^si Am 
Sddusae jedoch^ wo er tun die Leitung Oottes nicht um sei- 
ner eignen Gerechtigkeit, sondern um des Verdienstes seiner 
Lehrer willen betet, nennt er diese die ,,sechs Leuchten, die 
fraasen, sns deren Munde ich empfangen uralte Dinge/^ 
Eber dieser sechs ausser KäiDI ist &• Peres der Alte, den 
er wenigstens anderswo i^niu nennt (s. Zuns, Additanu 
& 317. des Catalogs der Leips. RathsbibL). Das Werk, von 
dem wir sprechen, beginnt, wie folgt: >,Bei dem Anfange 
jeder Sache sollen wir uns sufolge einer Mahnung unserer 
Lehrer in Rede und Gedanken von drei Dingen entfernen, 
und diese sind Körperlichkeit und Vielheit und Sonderung^^ 
(Tn^n *nn^i ni73«)s). Mit diesen Worten wird die Einlei- 
toDg eröffnet, welche die Grundformen imd Grundtypen der 
Gehelmlelire sum Verstandniss des nachfolgenden Commen- 
tarins perpetnns abhandelt* Vor Allen werden das Verhält- 
liss des Hexaemeron sur Merkaba Esechiels, die geheimen 
Beziehungen des ersten Tagsiebent und die sehn Sefiren 
besprochen. Darauf folgt, nach den Paraschen abgetheUt, der 
Supercommentar selbst, der den Zweck hat, die von Nach- 
mani Im heiligen Fünf buch aufgespürten und in seinem Com« 
Mentar durch Winke angedeuteten Geheimnisse der erhabenen 
Qnosis weiter su enthüllen und su entfalten» Und in der 
That ist dieses Werk , so wie überhaupt die der gleidige- 
sfamten Zeitgenossen Schem-Thobs, ein trefiTlicher Sdilüssel 
sur Kabbala, deren chaotische und gespenstische Stoffe darin 
In festere Kreise gebannt und in durchsichtigerer Sprache 
geschildert sind, obgleich auf der andern Seite nicht su 
bignen ist, dass diese besondere Richtung die Kabbala nicht 
B& in Ihrer Urgestalt, sondern vielfach in philosophischer 
Cmdeutung darstdlt. Es ist ein wunderliches Geschick, daas 
Kabbala und Arbtotelismus erst in besonderer Weise gear- 



i 



IM 

bettet haben 9 die heOige Schrift su verdrehen, und dasi sie i 
endlidi eine VerbinduDg eingegangen sind, in der sie sich i 
gegenseitig den Kppf Terrüclit haben« Die Clsusel diesen ] 
Theiles unserer Handschrift ist: ni*iiD '«tDi*inb ^K*«n Dbtt^i Dn i 
!Ä lona ^a nüra S a'nrt naniö n^i^nn; ^^AuBlegungBu der i 
60keimmiMe der Tkora^^ ist eine neue Variante su dem Titel i 
des Conunentars von Ramban. 

2) Das zweite in unserm Cod. enthaltene Werlt (f. 61, a. 
— 129, b,) fuhrt den Titel ni'tn '^'ino, ein Commentar zum 
More Nebuchim, eröffnet mit dem Spruche: nsp nnl^n n^p 
«••a nsp ^S^-'ap tem na-^a. Der Titel des Werices wird in 
folgenden Worten der halacisdien Eingangs (der Ä:>Up} 
angegeben: npa« »^373 ^««1 b« •mm n^i» •N*^"»3 «man 
rmn ^"WO «»nps 17301 »bai*!, noch deutlicher und weiÜSufi- 
gerin folgenden: i^i-^birt D"^aia3n n^iiTa *i«» n*nn «»^no t5i*T»B« 
H6ren wir, was der Verfasser in der Vorrede über die die 
Abfkssung dieses Werkes begleitenden und motivirenden Um* 
stände uns mittheilt: „Die angeführten zwingenden Grunde 
zusammt bestimmten mich Raxhl b. Samuel jibulqfia na- 
turlidier Weise, den folgenden wissenschaftlichen Commentar 
niederzuschreiben, und einige die tiefere Speculation betref- 
fenden Gegenstände, die sich aus den erwähnten 36 Myste- 
rien des More ergeben, darzulegen, einzig und allein zur 
Verherrlichung des göttlichen Namens. Und siehe, es sind 
nun zehn Jahre, dass ich Ton meinem Geburtsorte, der Stadt 
Tudela Navarra's (*)«'ia3n «b'iTJts) im Königreich Spanien 
getrennt bin; seitdem bin ich gewandert von Ort zu Ort^ 
nach Gelegenheit suchend, in die Erkenntniss des Gesetzes 
und seiner Geheimnisse tiefer einzudringen» und befinde 
mich jetzt in der Stadt Fano (ii^iD*^). Dort wurden mir 
Tier Kinder zu Theil, gleich den Tier Edelsteinreihen des 
hohenpriesterlichen Brnstschilds , die Gott mit Einsicht und 
Erkenntniss in allen Zweigen der Literatur und der Wissen- 
schaft schmückte; ich gab mich mit aller meiner Kraft ihrer 
Ausbildung hin, und legte ihnen die Namen Daniel^ Mischaety 
Chananja und Zaeharfa bei (so nannte ich den, der Azarja 
heissen sollte} •— makellose Söhne, schön von Ansehen, 
reich an Erkenntniss und Erfahnmg, fähig, in königlichem 
Palaste zu bestehen und da in der heiligen Sprache und Li- 
teratur zu unterrichten. Als diese vier Jünglinge Daniel, 
Chananja, Mischael und Zachaija kamen, unter den Fittigen 
der Schechina der Ruhe zu geniessen, standen falsche Zeu- 
gen, feindselig gesinnte Menschen auf, die sie vom Tische 

*) Sonst fin^a^, g. Zonz, ZeitBchrift S. 153. 

**) Eine andere Deotnng lässt dieser Name nicht wohl zo ; ein ge- 
wisser Ezra wm Pano ist Mreiber einer Eümdtchrift eben unseres 
Werkes von Abniafia, Cod. Ross. 1228. 



in Ewi|;eo, des Gottes braely iregniBtoBieii trachteten, dan 
sie nicht such sin Glsase der Sdiechin^ sich erUibteSy bi 
eaier Zeit, wo die Uebrigen mit Krsut sich weideten , sie, 
die ihre HerrlichlKeit mit eines grasfressenden Rindes Bild 
vertauscht, und kennt such das Rind seinen Eigner imd ein 
Esel die Krippe seines Herrn, Israel hat keine Einsicht, 
mein Volk geht nicht mit sich zu Rathe^) — * Als ich mim 
diese Jünglinge sah., wie der Einfluss derer stieg, die sie 
von der Wahrheit abhielten, wie die Frediheit und der 
LemDund ihrer Widersacher sie in Schrecken setzte, wie der 
Pobcl und der Klerus ilirer Erkenotniss gemeinsam sich wl* 
dersetsten, und als sie sn Gott und seinem Heil, wie es 
wahreo Israeliten siemt, ihre ZuiUicht nahmen, da drangen 
ne flehentlich in mich, ihnen die Geheimnisse des More 
Nebnidilm zu erldaren, nebst einigen Verborgenheiten des 
Gesetxes, die bei einem tieferen Eingehen in den Sinn des« 
selbeo ersichtlich sind, um so die Demonstration gegen ihr« 
Gegner führen zu können und selbst gefordert zu werden^^ 
■• s. w. Diesen Bitten , fahrt dann Abulafia fort , hi^e ich 
■achgegeben und fiir sie und ihres Gleichen dieses Such 
cescfarleben. Der Verfasser dieses Werkes ist somit bM^TI 
% »«) K<>s7b(tinK bMiniS p; die nächste Versnlassung die Be- 
lehrung seiner vier in der Denkungsart des Vaters erzogenen 
Söhne^ die wegen ihrer Richtung angefochten wurden und nach 
einem festen Grunde der Erkenntniss sich sehnten* Was den 
hhalt und die Oekonomie des Buches betrifft, so stellt der 
YerL Toran, dass es die beiden Haupttendenzen des More, 
«Ke Erklärung der Homonymie der Namen imd der Gleich- 
nissreden der Propheten (ni»\sn tf\vw *n')K'«^ und niflc^n 
nennsn ^biD») in sich vereinigen solle; dann folgt «pewisser- 
nassen eine Masora der Capiteleintheilung des More (75 Capp« 
des 1. B,; 48 des 2.; 54 des 3.) und eine AufziLhlung der 
einzelnen Capitel zur Handleitnng im Commentar. Nach 
korzem Uebergange folgt die tabellarische Uebersicht über 
tammtliche behandelte niT'iD des More, ganz so, wiq wir sie 
Cod. BibL Sen. Ups. XXXIX. im Catalog S. 302. mitge- 



be) Ich habe diesen etwas dankeln Gefohkergoas wortUch wieder- 
iegebon. 

4>^ Der arab. Name iColjüt jjt, Vater des Wohlbefindens, der 

Wohlfahrt Statt bit'^n baben andere Codd. tjninK, Iz. B. Cod. 
Boss. 144. Altrahttm der Spanier Sohn SamneU Mulafia* Wahrschein- 
Ikh hat AbaUfia seinen eigneo Namen in kabbalistischer Uebenipannt- 
beit nmgetaoscht Sabbatai in Sifte Jesehenim (S. 5. a. 114) hat für 
IPD^blSfit die apoeopirle Form W^E^ybld» und zwar mendose, wie 
Wolf bemerit. Aber in der That findet sich bei Persem nnd Türken 
die YerkGrzang des^^t hi j^, wie z, B. ^ß^ for O^j^ji^t woraus 
du abesdländische Bajazatb. 



1«8 

theilt haben , jedoch sind die 3 Thelle (von «denen der erste 
14, der zweite 12^ der dritte 10 niliD befksst) nicht mit 
den Namen pn^ rtniü, t3fi«n tTiitt, non n*Ti73, wie im 
Leipziger Cod., marlcirt, sondern der erste fiihrt, ganz wie 
in der dem Inhalte nach identischen Münchner Handschrift 

iNr. XXXii, 1), den Titel D'»"»n nnfit, der zweite t]"'"»n 'mpTa, 
er dritte ü'^'^Ti nnsin. Jede beginnt mit einem akrostische^ 
Epigramm (Ä jiSn, 'ä Tp^, 'l j??n); der erste wird einge- 
leitet durch eine nwnprt, der zweite durch eine nn^^riD, der 
dritte durch eine n:^^n* Die doppelte Benennung des Gan- 
zen STrnn •'^inD und n^iixan rrn» , die auch der Leipz. Cod. 
darstellt, rechtfertigt der Ausdruck des Verfassers: TD^Db 
n^nn •'inö natp W D'^tDi^Dn nm» mmo onb, und ich bezweifle 
daher, dass das gleichfalls n^in *t>-)nD betitelte Buch Abidafia's in 
Cod« Boss. 141. etwas Anderes, als ein integrirender Be- 
standtheil des unsern^) ist, da doch schwerlich ein Schrift- 
steller zwei inhaltsverschiedene Bucher unter Einem Titel 
herausgeben wird. Zur Bestimmung der Lebenszeit des 
Verf. und der Abfassungszeit des trs^in "^^nD kommen folgende 
Momente in Betracht: 1) die Handschrift De-Bossi's 2^. ist 
vom J. 1426, die der Leipz« Rathsbibliothek von 1329 datirt, 
und, was för die Verbreitung des Buches schon in dieser 
Zeit zeugt, in Saloniki geschrieben. 2) Abulafia wird von 
Juda Chajathy einem der lusitanischen Exulanten, in seiner 
Vorrede zu T^*i')Ti'^ nna», hart getadelt und seine Werke 
wegen ihrer verkehrten hyperkabbalistischen Richtung gebrand- 
markt (Wolf m. S. 10. De Rossi Catal. ad Cod. 1073). 
3) Juda Chajath beruft sich auf das bereits von Sahmo b, 
Adderet in seinen Rechtsgutachten ausgesprochene Verwer- 
fungsurtheil, und Seder ha Darot erzählt, dass AbulÄfia in 
Sicilien^ sich zum Prc^heten und Messias aufgeworfen, wes- 
halb »JD^n (st. c. 13w) das Anathem yp*v ü'^y^^ ü^ gegen 
ihn ausgesprochen. 4) Im Cod. Monac XXXII. ist ausdrück- 
lich das J. 1279 (5040) als das Jahr der Abfassung ange- 
Seben, wie Lilienthal berichtet, und diese Zeitangabe, die 
urch oberwähnte Momente an Probabilität gewinnt, hat somit 
ihre völlige Richtigkeit. Wir haben so zugleich ein cultar- 
geschichtliches Resultat von allgemeinerer Wichtigkeit ge- 
wonnen, dass nämlich bereits im 13. Jahrh. der More Ne- 
buchim Philosophen u|id Kabbalisten mit sich ausgesölmt und 
von letzteren als ein die Geheimnisse ihrer Gnosis in philo- 
sophischer HüUe bergender Universalcodex interpretirt wurde. 
Die bisherige Relation zeigt, dass das ri'ninn niTiD Cod« 

*) Auch in Cod. Ross. 286. und 1228. fuhrt dieses Werk zu Anfang nnd 
Schlots den vom Verfasser selbst ertheilten Titel Sl^in ^^D. Den 
Titel n^l73tl n*ni7a fuhrt elgenthumlich der Commentar Sohem-Thob 
Palkeira^s zum More (erschienen Pressboig 1837. 6.). 



169 



lipfc XXXDL mit imserem Werke identisch ist, unddass 
in entere weder einen Zeraehja b. SehealiiSl noch Zeraehja 
hm^Levi com Verl hat. Der Name Zeraehja in dem an der 
Spiftse des Buches stehenden akrostischen Bpi^amm und die 
Defectnosität der Vorrede in der Leipz. Handsclirift haben 
diese bedauerliche Missweisung veranlasst. 

(BeschlosB folgt) 



lieber die auf der Leipziger Stadtbibliothek befindliche 
Handschrift der Annates JPuldetues. 

Ein Beitrag fi9r die Ausgabe derselben von Perix (Monum. 

Germ. I. 337—415). 
(ForttetBong.) 



Pig. 351. 14. 
- —18. 
. — 22. 



— 23. 

— 24. 

— 26. 

— 28! 

— 29. 

— 32. 

— 34. 

— 35. 

— 36! 

— ii! 

— 43. 
352. 1. 

— 9. 

— 10. 

— 13. 

— 14. 

— 17. 

— is! 

— 23. 



Hliuni 
Franciam 
aditus 

et Karolo in Aqnis- 
grani palatio al- 
lali sunt 
Tudnn 
veniens 
Francis 
Zatnm 
Hadaloha 
dedicionem 
Theoctistus 
Haristallio 
Cralleciae 
Asturiae 
Transalbiani 
sedicione 
Abodritorum 
priore 
Michahelem 
Padrabrunnon 
oppidanorum 
Britannia 
Wittonem 
Et Asan 
urbis 
duitatis 
eoniunx 



CoAm MJipa. 

liuni 

frantiam 

addictus 

Diese Worte fehlen im Texte» 

stehen aber am Raode. 

[für allati steht ablati] 

Tudum 

fehlt. 

frantis 

zatun 

adaloha 

deditionem 

teoctiscns 

harisstalUo 

galletie 

astiirie [corr. hasturie] 

Transalbini [corr. transalbiani] 

seditione 

obotritorum 

priori 

mihael 

padra pninno 

opidano [corr. opidanorum] 

Brittannia 

uuitonem 

Eazan [corr. Et azan] 

ciuiUtis 

urbis 

coniux 



i 



uo 



JPertm* 

P«;. 352. 24. Pippino 

— 30. imposuil 

— 31. acdamatiiiii 

— - 35. capitis seDtentia 
dampnati sunt 

— 36. tarnen 

— 41. et in Gallia et in 

Germania 



— 43. dampnatiB 
353. 1. Aaron 

•— 5. Grimoldo 
— - 7. Foroiiiliensis 

— 6. Grimoldo 

— 10. Frandae 

— 11. didtur 

— 14. AbodriÜs 
-— 15. cum eo 

— 18. Qul 

— 21. Riliboto 

— * — . Trevirensia 

— 23. provincia 

. Lechonem 

— • 24. imperatorem 
>. Carnontum 

— 29. Partitio 
. regni 

— 31. partitione 
— • 35. provindae 

— 86. Corsicam 

— 37. classis 

— 40. atrii — tarn ten- 

toria 

— 42. serica 

— — • praeciosa 
•— 43. horologium 

— 44. compositum 

— 45. completionem 
354. 1. cymbaliim 

— 2. completis 
— - — • eiibant 



Cod. Miips. 

pipino [corr. pippino] 

inposuit 

adclamatum 

capiti damnati sunt 

erst von zweiter Hand nachge- 
tragen. 

Beide Male ist m von zweiter 
Hand hinzugesetzt. Die 
ursprüngliche Lesart scheint 
gewesen zu seyn : et Gallie 
et Germanie. 

damnatis 

aaro 

grimaldo 

fori iuliese [sie] 

grimaldo 

frantie 

uocatnr 

obodritis 

über der Zeile binclncorrigirt. 

Quia 

Ribboto [?] 

treuerentis 

prouintia 

letlionem 

regem 

So von erster Hand ; dorch Ra- 
sur : Carnotum 

Particio 

So von erster Hand ; dnrch Ra- 
sur: regt 

particione 

prouintia 

Corsiam [eorrigirt: Corsicam] 

glassls 

Diese Worte fehlen im Texte 
und sind erst am Rande 
nachgetragen. 

sirica 

pretiosa 

orologium 

conpositum 

conpletionem 

cimbalum 

conpletis 

exiebant 



m 



Pa^.354« 3, Imperator 
• Biirchardiim 

— 4. stabnli 

- — — . Corsictm 

- — 8. GodafriduB 

— — . i^gressos 
• «fficeret 

— 9. Re^noldo 
• — 11. vero 

, ad 

. «ggredi 

— 13. SmddiogOB 



— 14. iocolnmi 

— läk Eardulfiis 

— «-% Nordiniiiiibronim 



— 17« Dertosa 

— 21. Adalhardua 

— 22. Corbeiae oMMia« 

Bterii 

— 24. Esesfeld 
^ — . aedificari 

— — • Abodritonim 
— ' 26. emporio 

— 28. Hruoddrud 

— 29. Godafridiim 

— — . expedidonem 

— 32. Frisionibaa 
^ 33. imposuisse 

— — . FrislonibiiB 

— 38. operiri 

— • 39. SarraGeDamin 

— 41. Godafridi 
*-< 44. diveTBaruDi 

. deferuvlnr 

— - 45. Oodafriilum 

3a» 1. adpoBitum 

— 6. boHm pestQentla 
— • 8. hnpBrU 

— — . proviodaB 

— 9« ^assata eat 

— 11. Halmricum 

— 12. Abulas 



rex 

btir^^harduiB 

BtabUi 

Corsiam [corrigirl: CorBicam] 

GodofriduB 

adifresBOB 

aficeret 

Re^noUo 

über die Zeile bineincorrigirt. 
desgl. 

adgredi 

simeldiDgOB [waa G>d. 3. bei 
Pertz bat] war avcb bier 
nrsprünglieh gescbriebeo; erst 
darchiUsar: ameUinfOB 

incolomi 

Eardulf 

Ursprüfiglaebe Lesart : Nordum- 
brorum; eorrigirt: Norda- 
niunbroniiii 

DesertoBa 

adalhariiiB 

corbiae moBaBterie 

heafeld 

aedificare 

obodritortim 

emborio 

Hriiotdrud 

gotafridum 

eipeditionem 

frisonibiiB 

inposnisBe 

frisonibuB 

opperiri 

persarum 

gotafridi 

diiiersa 

defertiir 

gotafridiim 

appoBittim 

pestilentia bonm 

so liest aacb die Handscbrift. 

pronintiaa 

crassata eat 
I heinricum ' 
I ambolas 



US 



JPertm, 

Pag.355.14. Haitonem 

- — 15. Langobardnin 

— — % AqiiUeia 

— 21. alter 

- — 22. tertiiiB 

— — . Britones 

— 23. incolnmes 
, Karolus 



— 27. 

— 28. 

— 29. 

— ii! 

— 34. 

— 35. 

— 37. 

— 39. 

— 40. 

— 41. 

— 44. 
356. 1. 

— 3. 

— 9. 

— 11.* 

— 12. 

— 13. 

— 15. 

— 17. 

— 2L 

— 25! 

— 26. 






victoriam 

sibi 

840 

Nicifonis 

Michahelem 

laiides ei dixerunt 

eum 

Danonim Hiber- 

niam 

Trenreiiaeiii 
Michahele 
Hliidowicum 
celebrari 
inpraedictis qiiin- 

que civitatibus 
Karolas 
iusticias 
oppressiones 
Herioldo 
Godafridi 
yastatis 
contnmacium 
edomiti 
deditio 
caelebratis 
impositione 
Paschalis 
HliidowicuB 
Hlothariiim 
et nominis — 

coostituit 



— • 28« Baioariae 

— — • Abodritornm 

— 29. Abodritos 
— * 30* Thrasconis 

— — • 8U0 



hattonem 

loDgobardiim 

aqiiilaia 

alteriim 

tercinm 

brittones 

incolomes 

Von hier an findet sich diese 
Form aach in der Hand- 
schrift. 

Tictoria 

fehlt. 

DCCCCXL 

Niziforiis [so auch nachher] 

mihchaelem 

dixenmt ei laudes 

aquis 

Danonim. L. hiberniam 

treueriensem 
michaele 
Hlodouuicum 
celebrare 

fehlt. 

Karins 

iustitias 

obpressiones 

herialdo ( 

godofridi ^ 

fehlt, 
contumatium 
edomati 
editio 
celebratis 
inpositione 
pascalis 
Hlodoiinicus 
hlodhariiim 

fehlt im Texte ^ und ist erst am 
Rande <-— aber von alter 
Hand — - ergänzt, 
baiarie 
obodritonim 
odritos 
trasconis 

fehlt. 



m 



Pag. 356. 31. Godafridi 
• amicitUB 

— 33. diffidens 
— • 35. Hludowicum 

— 36. coenobii 
— ' 38. dampnati 
. synodal! 

— 39. caeteii 

— 41. BritanDiam 
^^ — '• munitionibus 

— 42. MoimanBo 
. _ 43. Brito 

— 44, Edjpsis 

- 357. 1* dux Abodritornm 

— 2. [rationabiliter] 

— — . refellere 



Cod. Mdipsn 

godofridi 
amiciciaa 
difidens 
hlodoiiiiicum 
cenobii 
damnati 
sinodali 
ceteri 
brittanniam 
nmnidoiiibug 
mormano 
breltQ 
edipsis 

rex obodritorum 
steht im Texte, 
effellere 



(Fortsetzung folgt.) 



ANZEIGER KUEINER SCHRIFTEir« 

(Fortsetzung ton Nr. 3.). 



4) Catalogas codicum manuscriptorum, qni in bibliotheca 

academica Marburg! asservantnr, latinomm; edidit 

Carolua Fridertcua Hermann , phUos. d. et philo- 

logiae p. p. 0., seminarii philologic! dlrector et biblio- 

thecae academicae praefectus secundarius. Bfarbargi, 

sumtibos Chr. Garthe MDCCCXXXYIU. Xn n. 104 S. 
In 4. 

Der Verf. dieses Verzeichnisses der lateinischen Hand- 
idiriften in der Universitätsbibliothek zu Marburg ist der 
zweite Bibliothekar jener Anstalt Professor Dr. Hermann^ der 
sich als Lehrer und 'Schriftsteller in dem weiten Gebiete der 

Jhiloloeischen Wissenschaften einen wohlverdienten und fest 
egriindeten Ruf erworben hat. Er hatte dasselbe Ursprung- 
Udk zu eigenem Gebrauche sich angelegt , benutzte es aber 
in der Zeit seines Prorectorats , wo zerstreuende und zeit- 
raubende Geschäfte ihm wenig Müsse zu seinen philologischen 
Studien übrig Hessen , als Stoff zu den beiden Programmen^ 
welche er bei der Geburtsfeier des Kurfürsten und des Kur* 
prinzen-Mitregenten zu schreiben verpflichtet ist. Aus beiden 



af4 

GelegeidleiftflichTifken ist diese in den Bnchhandel gegebene 
SchrUty welche swei ausgezeichneten Litteratoren, dem Dr» 
KlosB und dem Stadtbibliothekar Dn Böhmer in Frankftirt mit 
seltener Bescheidenheit sugeeignet ist , zusammengesetzt. 
Heber die Orte, toH welchen die Codices nach Marburg ge- 
kommen sind (sie sind meist aus aufgehobenen Klöstern schon 
Ton Philipp und andern altem Fürsten geschenkt, andere aus 
Corvey gekommen) wird in der Dedication befriedigende Ain- 
kunft gegeben. Die Handschriften werden unter vier Klassen : 
scriptores atdiqui — Ubri medici^ phitosophici^ alehimki — 
Ubri de iure imprimis cananico — UM theohgici geordnet 
(wobei sich freilich die bekannten gesta Bomanorum müssen 
gefallen lassen, unter die theologischen Schriften gezählt zu 
werden, um anderer unbedeutender Inconvenienzen nicht zu 
gedenken) und durdi die Signaturen A« B. C. D. unterschieden« 
Die erste Klasse enthält 3, die zweite 25, die dritte 5, die 
vierte 36 Handschriften, bei deren Auüsälilung die älteren 
natürlich voranstehen, alle übrigen in chronologischer Ord- 
nung folgen. , Die Beschreibungen sind sehr genau und geben 
über Alter, Schreiber, Format, Stoff, Schriftzüge und über 
die bisherigen Benutzer vollständige Berichte, die sich über- 
dies durch die Reichhaltigkeit litterarhistorischer Nachwei- 
sungen vor ähnliehen Arbeiten auszeichnen und dadurch dem 
Buche auch über das bibliographische Interesse hinaus in 
weiteren Kreisen seinen Werth sichern. So dürften insbe- 
sondere die Mediciner, denen die Litterargeschichte ihrer 
Wissenschaft nicht gleichgültig ist, die umfassende Gelelir- 
samkeit des Philologen zu bewiradem vielfache Veranlassung 
finden , wenn derselbe über Macer, über manche Arabische 
Aerzte, über einzelne im Mittelalter den Celebritäten des 
Alterthums untergeschobene Werke spricht und nicht minder 
die Theologen ihm für vielfache Belehrung verpflichtet sein* 
Die Auffindung dieses gelehrten Materials wird durch einen 
genauen Index sehr erleichtert. Mustern wir nun nach die- 
sem kurzen Berichte über die äussere Einrichtung des Buches 
die handschriftlichen Schätze selbst, die sich eines so treif- 
lichen Beschreibers zu erfreuen hatten, so ist weder ihr 
qualitativer noch ihr quantitativer Werth sehr bedeutend, um 
80 bedeutender aber Hrn. Hermanns Verdienst, weil er die 
mühselige imd unergotzliche Arbeit nicht gescheut hat und durch 
nichts Ton der Vollendung abgeschreckt worden ist. Unter den 
philologischen Handschriften nimmt ein Pergamentcodex des 
Lucan wegen seines Alters (er soll aus dem 12. Jahrhundert 
sein) und wegen seines innem Werthes den ersten Platz ein, 
wird aber von Neuem verglichen werden müssen, da weder 
Oudendorp noch Kortte die nothige Genauigkeit angewendet 
haben; ausserdem ist eine unverglichene Papierhandschrift 
von Justin und Cicero's Catilhiarischen Reden (sec XV), eine 



»5 

ventg werthvolle Handschrift der Tiiscnlanen und einige iltere 
L^eberseCznngen griechischer Schriften vorhanden , wie Gna- 
rino'a Ton Verona Plntarch de educat. , Leonardo's ron Aresso 
Xenoph, Hiero und Basilius de legendls libris secnlaribut« 
Die zweite Abtheilnng bietet lateinische Uebersetxnngen grie- 
chischer und arabischer Aerzte^ einen Macer de tirtutibnt 
herbanim, manches dem Hippocrates im Mittelalter Unterge* 
sdiobene und alchjmistische Tractate. Ihrem Werthe nach 
bedeutender erscheinen die Schriften zum canonischen Rechte ; 
es ist ein decretum Gratiani mit der Glosse (sec. XIII), zwei 
der antegregorianischen Sammhingen aus derselben Zeit und 
der Commentar Huguccio's zum decret. Gratiani; in der B<*» 
Schreibung dieser Sachen ist Hr. H. durch seines Collegen 
Biekeli Gelehrsamicelt auf das bereitwilligste unterstützt wor- 
den. Die theologischen Handschriften zeichnen sich dtnrdi 
Ihr Alter aus; es befindet sich darunter ein Psalterinm des 
Ensebins Hieronymus aus dem 9. Jahrhundert , auch andere 
^eichzeitige Fragmente von lateinischen Bibelübersetzungen; 
ausserdem zwei Codices Ton Haymons Erklärung der Apoca- 
Ijpse (sec. Xm u. XV) , über welche auch eine expositio Ton 
Joh. Hagen ans dem 15. Jahrh. Torhanden ist, Cassianns de 
faistitatis clericorum, Isidorus de ofliciis divinis und des An- 
aelmus Elucidarium ans sec. XEI, Peter Alphonsus de disci- 

Slma dericali (sec. XIV) , Augustinus in epist. Johann, (sec* 
lV) und ausserdem Sammlungen Ton Gebeten , Hymnen, 
Homilien und Postillen, so wie einzelne Schriften spaterer 
Theologen, unter denen mehrere namentlich Ton Gerson sich 
finden. Der Druclc ist correct und deutlich, das Papier fest, 
aber grau. — Ref. freut sich dieses Verzeichnisses um so 
mehr , je mehr durch diese und ahnliche Arbeiten , deren wir 
recht Tiele wünschen müssen, die Ehrfnllung eines Wunsches 
nihcnr gerückt wird, den er schon einmal öfTentlich ausge« 
sprochen zu haben sich erinnert ( A. L. Z. 1838. Nr. 92), dass 
em Gelehrter sich der Arbeit unterziehen möchte, eine 
MUothtca Udrorum MSS. , rat in Germania adservantur zu« 
sammenzustellen und damit das schätzbare Werk des Hofrath 
Hanel zu ergänzen» 

5) Yerzeiehnnss sämmtlieher Abhandlungen in den anf 
preossischen Gymnasien erschienenen Programmen 
von 1825 — 1837, nach dem Inhalte wissenschaftlich 
geordnet Berlin, 1840. Verlag von Wilhelm Logier. 
VI u. 35 & in 4. 

Seitdem durch Circularrescript des preussischen Cultusmi- 
nisteriums Tom 23. Aug. 1824 das Programmenschreiben an 
den preussischen Gymnasien angeordnet wurde, hat sich die 



[ 



116 

Zahl derartiger Schriften und Schriftehen (denn die Mehramhl 
steigt nicht über einige Bogen) so vermehrt , dass eine wis- 
sensdiaftUch geordnete Uebersicht derselben ein sehr ver- 
dienstliches Unternehmen "wäre, sollte es auch nur darum 
geschehen y damit man leichter übersehen könnte ^ welchen 
Nutzen die Wissenschaft von den grossen darauf verwendeten 
Summen gehabt hat« Das vorliegende Verzeichnisse als dessen 
Verfasser sich der Gymnasiallelirer Johannea v. Gruber zu 
erlcennen giebt, genügt den Anforderungen , die man an ein 
solches Repertorium in bibliographischer Hinsicht zu machen 
berechtigt ist^ durchaus nicht« Vielmehr hat sich der Verf. 
begnügt, die ganze Masse unter 12 verschiedene Abschnitte 
zu bringen und neben den Namen der Verfasser (die durch- 
aus nicht genauer bezeichnet sind) einiges von dem Titel^ 
den Namen des Gymnasiums und das iäa des Erscheinens 
zu setzen« Also nichts von dem Umfange , dessen Angabe 
gerade hier sehr wesentlich jst, niclits von Format, denn 
nicht alle sind in 4. gedruclEt, nichts von dem Preise, ob- 
schon ziemlich viele dieser Schriften auch im Biiclihandel 
sind« Auch hat er sich mancherlei Fnconvenienzen zu Schul- 
den kommen lassen, denn da der Titel nur von preussischen^ 
die Vorrede auch von sächsischen und hessischen Programmen 
seit dem Anschliiss dieser Länder an den Preussischen Pro- 
grammentausch handelt, so hätte Vr auch aodere Gymnasien, die 
an demselben Theil nehmen, wie Meiningen, Lübeck, Frank- 
furt am Main, Friedland, Schwerin ausdrücklich erwähnen 
müssen 5 die aber nicht dazu gehörenden, wie Helmstädt, 
Ratzeburg, ausschliessen müssen, namentlich aber die Pro- 
gramme der Greifswalder Universität ganz übergehen« Mit 
welcher Leichtfertigkeit das Ganze gearbeitet ist, kann man 
daraus abnehmen , dass viele lateinische Programme als deut- 
sche, deutsche sogar als französisch geschriebene aufgeführt 
sind und Nonnus sogar unter den lateinischen Autoren steht« 
Die Vollständigkeit setzt er selbst in Zweifel ^und allerdings 
konnten sehr viele Nachträge gegeben werden, die Rec« spart 
bis zu dem Erscheinen eines genaueren Repertoriums, wel- 
ches schon seit einiger Zeit von Nordhausen aus angekündigt 
wird. Dies Werkchen kann höchstens dazu dienen, sich eine 
vorläufige Kenntniss dieser Programme zu verschaffen und 
etwa die auf vielen Schulbibliotheken in grosser Unordnung 
lunherliegende Masse zu sichten und zu ordnen; der Biblio- 
graphie bringt sie nicht den geringsten Nutzen« 

(Wird fortgesetzt.) 
Br« JPr« Aug. JBeksiein In Halle. 



Verleger ; T. 0. fFeigel in Leipzig. Druck von C. P. Melzer. 




IS931IAPKU1I. 



für 

Bililtotliebwlsseiiscliafty HandschriftenkDnde nnd 

ftltere Lttteratiir. 

Im Vereine mit Bibliothekaren nnd Litteraturfreunden 

herausgegeben 
To n 

!Dr. Miobert Naumann, 

- 

J\S \2. Leipzig, den 80. Juni 1840. 

BTaclirlclit 

Ton der Auffindung einer Anzahl alter Handschriften des 

ehemaligen Domcapitels zu Havelberg durch Herrn Hofrath 

und Professor Dn. Riedel in Berlin. 

Oas Domcapitd su Havelberg in der Prignitz, welches um 
die Mitte des sirölften Jahrhiinderts gestiftet wurde^ gelangte 
frfihseitig in den Besitz bedeutender Sammlungen haudschrifU 
lldier Werke« Schon der selbst als theologisch -philosophi- 
sdier Scliriftsteller ausgezeichnete Bischof .^^iMe/m» der unter 
der Herrschaft des Markgrafen Albrecht des Bären um die 
Mitte des 12« Jahrtiunderts das Domcapitel gründete nnd den 
Regeln des Prämonstratenser-Ordens unterwarf ^ scheint auch 
an der HaTclbergschen Stiftsbibliothek den Grund gelegt zu 
liaben. Einzelne spatere Bischöfe , namentlich der Bischof 
Sigebodoj vergrösserten diese Sammlung durch das Hinzu- 
thun wichtiger Handschriften. Oefters erhielt selbige auch 
dmrch Schenkungen anderer frommer Personen einen Zuwachs. 
Biese Schenkungen winrden als der Jungfrau Maria und dem 
heiligen LaurenÜus, den Hauptpatronen des Stifts, unmittel- 
bsr dargebrachte Opfer betraditet, daher in die Bücher ge- 
meiniglich von dem Geschenkgeber auch die Bemerkung 
eingetragen wurde: heatae Mariae virgini sanciogue Laurenr 
tiq obiulü; und die Domherren der hohen Stiftskirche ver- 
schmähten es nicht, denjenigen, der sie um den Besitz eines 
guten Buches bereichert hatte, ebenso der Immerwährenden 

12 



Fürbitte für sein Seelenlieil zu versichern , wie solche Fürbitte 
den Wohlth&tem, welche die EinlKÜnfte inid Hebungen des 
Kapitels durch Oblaiion von Lsndgiitem oder beträchtlichen 
Geldltapitalien erliöiit und Termehrl hatten, zum Lohne zu 
Theil zu werden pflegte. Den Vorwurf , wdcher den Havel- 
bergschen Domherren in späterer Zeit, namentlich vom 
Churfursten Joachim L gemacht wurde, und der, von dieser 
Seite an den päbstliehen Stahl gebracht^ im Jahre IdOir die 
Aufhebung der monchisclicn PrSmonstratenser- Regel, die 
bisher für sie gegolten hatte, imd die Verwandlung der Dom- 
herren in Weltgeistliche herbeiführte, den Vorwurf nämlich, 
dass es denselfaNcn an gelehrter Bildung fehle vnd dass ihre 
Unfähigkeit in geistlichen oder weltlichen Angelegenheiten 
dem Landesherrn als Räthe zu dienen, diesen zwinge, sich 
Räthe aus der Fremde herbeizuholen und solche mit grossem 
Kostenaufwande zu besolden , haben die Havelbergtchen Dom- 
herren gewiss in den frühern Jahrhunderten ihres Bestehens 
während des Mittelalters überhaupt nicht oder nicht in dem 
Maasse verdient. Wenigstens lisst der Umstand, «dass seif- 
bige auf literarischen Apparat Wertli legten, die Vermuthung 
eines der Nutzung desselben entsprechenden Standpunlites der 
Bildung mit grosser Wahrscheinlichkeit zu. Auch wird diese 
Vermuthung dadurdi bestätigt, dass sich wenigstens von ein- 
zelnen Domherren der frühern Zeit Zeugnisse von grosser 
Gelehrsamkeit oder wenigstens von lebhaftem Streben nach 
gelehrter Bildung antreffen lassen. So ging z. B. der Bischof 
Johann fFepoUtz aus dem Havelbergschen Domstifte hervor, 
Ton welchem ein Monument vom Jahre 1401 aussagt : eiuiei 
quiäem ordmis, sed ttigenmae erudüiam» praentl^ vir ma 
aetate paueU aeeundus ^SteidePs Icones p. 17) und im Jahre 
1420 war ein Prämonstrat^nser Domherr Havelbergs zugleich 
Mitglied der Universität zu Leipzig (Riedels Cod. Brand. 
T. I. 43). 

Nachdem aber die erwähnte im Jahre 1506 vorgenommene 
Verwandlung des mönchischen PrämonsIrateDser- Kapitels in 
ein freiweltliches Domstift diesem eine Schutzwehr gegen die 
bei der seit 1S39 allmählig über die Hark Brandenburg ver- 
breiteten kirchlichen Reformation sonst vielleicht erfolgte 
gänzliche Aufhebung des Stiftes verliehen hatte, bestand mit 
dem Stifte «nch die Stiftsbibliothek bis zum aOjährigen Kriege, 
wie es scheint, unangetastet fort. Als Jedoch den 25. April 
1627 sich dänische Truppen des Doms Havelberg Itemächiig« 
ten und diesen festen Platz bis zu der Zerstdmng der im 
Besitz kaiseriicher Truppen befindliclien Stadt Havelberg inne 
hielten ; so wurde unter andern Verwüstungen , welche diese 
KriegsvUker auf dem Dom Havelberg anrichteten, auch die 
Kapitelsstnbe, worin sich die Bibliothek mit dem Archive 
kmid, erbrochen nnd von den darin versdilossencn Uterari» 



1«> 

a^hca ^cbSIze^^ ^1^ gklcliz«Jilfe BerichterttiUuiig mddety 
Mandies hinweggenommen lui^ Vieks iQiithwillig Ternichtet« 
Die wied^ gesamnieUeq nocli (^rbaltenei^ Ueberrcste der alten 
Bibliothek bliebe^ dem Stifte Havelbere dann aber bis xu 
seiner Aufloifungy irel^e erst vor et^a^ Jahren erfolct ist« 
Nach der iLufhebiuu; def Domi^tifts wur^eio di^ einträglichen 
Besitxiuigen desselben in ein Königliches Domainenrentamt 
Terwandelt« An di^e Behörde ging auch das von dem Dom* 
sClfte nachgelassene i^^cl^iv über, nachdem die wicbtigern 
Stucke desselben in das Geheime Staats -Archiv su Berlin 
übertragep waren. Von der Bibliothek viirde «war ebenfalls 
ein sehr beträchtlicher Yorratli alter Handscliriften • die sich 
leicht als werthvoU erkennen liessen, durch Uebertragimg in 
ofentliche Sammlungen , besonders in die Königliche Biblio- 
thek »1 Berlin gemeinnützig gem^cbt und zum Theil auch 
Kbon zu wissenschaftlicher Benutzung gezogen. Vieles je- 
doch, was wegen Mangels an äusserer Bezeichnung seines 
Inhalts y wegen grösserer Scliwjerigkeit der Lesung seiner 
Sdirift, oder weil ei| nich.^ melir vollständig erhalten war, 
so leicht nicht für das, was es ist, erkannt werden konnte 
und für altes Schriftwerk ohne sonderlichen Werth gehalten 
wurde 9 wurde danials an seinen;i alten Aufbewahrungsorte ge- 
ksaen und ist durch die Feuchtigkeit desselben, so wie 
dnrdi das Ungeziefer, waches dafin wohnte, bei gänzlicher 
Verabsäumung aller Vorsichtsmaassregeln für fernere Conser« 
vation seitdem mehr und metir zerstört. Pald würde ver- 
muthlich von den darunter enthaltenen werthvoUen Manii- 
scrlpten nichts mehr ^u retten gewesen seyn, wenn nicht 
vor Kurzem ein von dem Chef der Königl. P'reiiss. Domainefi- 
Verwaltung, dem Oeheimen Staats-91inister Herrn »on La^n- 
i^rgj ^aus Interesse für die )ViMcni|chaft dem Hofirath und 
Professor Herrn Dr. Riedel in Berlin ertheilter Antrag zur 
Revision der Aemter- Registraturen behufs Sammlung alter 
Materialien fi'ir die Geschichte der in der Mark l)randenburg 
belegenen Königlichen Domainen die verkannten Ueberbleib- 
sel der alten llavelb ergschen Stiftsbiblio^hek einem Kenner 
vor Augen geführt hätte, dem der Werth dieser Manuscripte 
nicht verborgen blieb« Auf V^^ranlassung Riedek wurden dic^se 
Manuscripte demnächst an das Geheime MinisteriaUArchiv zu 
Berlin eingesandt und bi<^i^ seiner nähern Prüfung ihres In- 
haltes unterzogen* 

IMese nähere Prufiing hat ergeben, dass der gemachte 
Fund in der That wichtige Handschriften fast für alle Wis- 
senschaften umfasst, upd darneben aus einer grossen Menge 
von alten Schriftwerken besteht, die, auch bei geringerem 
wissenschafUfchen oder literarischeq Werihe, immer doch der 
Aufbewahrung würdig sind, pnd dereq Uqtergang su bedauefn 

12* 



l 



ISO 

gewesen wäre. Die Manitscripte sind daher der K5nigliclien 
0ibliothek in Berlin überwiesen worden. 

Unter den WeriLen theologischen Inhalts fallen sii- 
nächst zwei Evangelien in schonen Handschriften auf. Es 
sind die Evangelien Lueae ' und Jokannis mit ansflihrlichen 
Glossen , beide aitf Pergament in grossem Quartformat ge- 
schrieben. Die Handschrift des erstern scheint ans dem 
eilften, die Handschrift des letztem aus dem dreizehnten 
Jahrhunderte herzurühren. Nach einer Bemerkung in dem 
Codex ist das letztere dieser Evangelien der Gegenstand einer 
Oblation gewesen, die ein Pfarrer zu Schönhausen im Jcri- 
chowschen Kreise, Namens Theoderich, der hohen Stifts- 
kirche gemacht hat. Unter den übrigen theologischen Wer- 
ken bemerkt man treffliche Handschriften von Werken Inno- 
eenz IIL, des heiligen Gregor und des heiligen AmbroHuw^ 
niSmlich den Tractatus dwi Innocentü papae tertii de Septem 
petüionibus in einer Handschrift vom Ende des dreizehnten 
oder aus dem Anfange des 14ten Jahrhunderts auf Pergament 
in Octavformat, den Diafogus saneti Gregorü in einer Hand- 
schrift auf Pergament aus dem zwölften Jahrhundert, voran 
mit einer bildlichen Darstellung des heiligen Gregor verziert, 
Hne Collectio paierU ex opuseulo s. Gregorii de veteri testa- 
menlo in einer Pergamenthandschrift , welche in dieselbe Zeit 
gehört, und das Exameron beati Ambrom epiecopt Mediola- 
hemis in einer Handschrift auf Pergament in kleinem Folio- 
format aus dem dreizehnten Jahrhundert. Von diesen Werken 
ist jedoch das letzte, welches eine weit ausgeführte, erklärende 
Geschichte der Weltschöpfnng und eine Beschreibung aller 
Gegenstände derselben enthält, eigentlich mehr natnrhi- 
storisch, als nach seinem theolocischen Inhalte von Bedeu- 
tung. Hervorzuheben ist ausser den gedachten Werken auch 
noch ein Band von Lebensbeschreibungen Heiliger , in 
einer Handschrift auf Pergament in kleinem Folioformat aus 
dem zwölften Jahrhundert, obdeich ein grosser Theil gerade 
dieses interessanten Werks vöffig zerstört ist. Ausser diesen 
finden sich hoch in Handschriften aus spätem Jahrhunderten 
eine BxposUio super Responsoria dommicarum quatuor ad' 
veniuum ^ aliquarum dominicarum et etiam aliquarum festi- 
vUatum per anni circulum , in umständlicher Abhandlung in 
grossem Folioformat, ferner Mammotrectus de exposükme 
totüis bibliae in demselben Format, Hieronymi traetatus 
de membris Dei und andere dergleichen Schriften. 

Die Werke juristischen Inhalts, die wir unter dem in 
Betracht kommenden Vorrathe gewahren, unterscheiden sich 
grösstentheils durch den viel spätem Urspnmg der Hand- 
schriften von den meisten vorgenannten. Dennoch fehlt es 
darunter sowohl in Bezug auf deutsches, canonisches und 
römisches Recht, als in Beziehung auf den Prozess, nicht 



an beoierkenftwertben GegentUUideii« Hieiii gehört Torziiflich 
die ältere deateche Glosse zum Sachsenspiegel, die liier in 
einer Haodsclirift auf Pergament in Quartformat vom Jalire 
1382 vorliegt. Dieser Fund verdient um so melir liervorge- 
hoben au werden, als gerade in der Mark Brandenburg bis 
jetzt wenig von Handschriften der gedachten Glosse ausfindig 
gemacht ist, obgleich dieselbe doch eben hier, etwa 50 Jalire 
vor der Fertigimg der vorliegenden Ilandsclirift , durdi ein 
Glied der Märlkischen Familie von Buch abgefasst, in dieser 
Markischen Handschrift daher der reinste Text derselben zu 
vermiithen ist. Diese Glosse scUiesst sich dabei durch die 
Selbigkeit der Handschrift, so wie nach der Gleichheit des 
Formates , einem in der Königlichen Bibliothek zu Berlin be- 
findlichen Exemplare des Textes vom Sachsenspiegel, welches 
ans derselben Stiftsbibliothek früher entnonunen wurde ^)| 
Tervollstandigend an. Auch noch ein anderes Exemplar vom 
Sachsenspiegel, zusammengebunden mit mehreren andern 
Schriften vermischten Inhalts, wurde unter dem Biichervor- 
lathe, der noch zu Havelberg ruhte, entdeckt: es ist dies 
eine lateinische Handschrift auf Papier vom Jahre 1448 in 
Folio. Für das canonische Recht begegnen uns eine Hand- 
schrift der Begulae cancellariae Nicolai papae quinti vom 
Jahre 1447 und eine kleine Schrift de modo servandi inter- 
dicium aus derselben Zeit; femer ein Volumen von Decreta- 
liensammlungen aus der zwischen dem Decrete des Gratian 
und den Decretalen Gregors IX. liegenden Zeit, mit Glossen, 
in grossem Quart-Format auf Pergament aus dem Anfange des 
dreizelmten Jahrhunderts; ferner das Juraium decretum bre^ 
viaium des Bartholomaeus Brixiensis^ in einer Handschrift 
auf Papier in Folio aus dem fünfzehnten Jahrhundert ; des 
Paulus de Lyra Commentar zu den Clementinen in einer 
Handschrift aus derselben Zeit ; damit zusammenhangend eine 
kleine Schrift eines nicht namhaft gemachten Ganonisten, 
streitige Reclitsfragen und deren Entscheidungen enthaltend, 
und mehreres Andere. In Bezug auf das gemeine Recht 
finden wir eine Reihe von AbhancQungen des Bartolus, na<* 
mentlich de eontractibus emtionis ^ venditionis ^ reenUionis, 
de duobus fratribus in simul habüantibus und den nach sei- 
nem Tode aiifgefimdenen Tractat de insigniis ^ armis , Ex- 
cerpte aus den Institutionen und dergleichen. In Ansehung 
des Prozesses bietet sich eine schöne Handschrift aus dem 
vierzelmten Jahrhundert von Duranlis specubim judiciaU 
zur Beachtung dar, und damit zusammenhängend Duranlis 
Bremarium oder Repertorium aureum. 



' ^) Verzeichniss deutscher Recbtsbücher des Mittelalters nnd ihrer 
Hanikchriften , mirgetheilt vom Prof. Dr. Botneyer. (Bert. 1836 ) S. 28. 
»T. 11. 






199 

Mehr InteresBe noch »Is die anjg^geben^n Werke Vheolo« i 
gischen und juristischen Inhalts nelimen einige Stücke unter i 
den Werken historischen Inhaltes, ^reiche der Herr Pro— i 
Tessor Riedel ans den vergessenen IJeben'esten der Harel- I 
bergschen Stiftsbibliotfiek herrorzog, tn Anspruch. Zwar lies^ i 
sich auch hier von einheimischen I^ndenburgisdien Chro^ i 
niken, von deren ehemaligem Vorhandenseyn vielfache S^iire^ i 
gegeben sind y nichts entdecken. Es slifid Jeider lioch Imhii^ i 
alle Bemiihungen nnd Nachsuchnngeh nach der Wlederanf^ 
findung solcher in inländischen nnd auswärtigen Archiven und i 
Bibliotheken fruchtlos geblieben. Doch- fand sich. wenigstenlB i 
noch ein Calendarium des ehemaligen Dobistiftr, woran« 
manche interessante Notiz zur Geschichte desselben zti ent- i 
nehmen ist. so wie eine Reihe alter Lehn- und Copfal- 
bücher, welche über die ehemalige weit ausgedehnte Lehns- 
herrlichlceit der Bisch6fe imd der hohen Stiftskirdie zu 
Havelberg vor der Reformation — eine Lehnsherrlichkeit, die 
sich fast auf alle adelige Familien in der Prignitz, auf die 
Von der Hagen im LÜndchen Rliinow , die Grafen von Lindow 
wegen des Schlosses Goldbeck u. s. w. m-streckte — viel 
belehrenden Aiifsclilnss geben. Die gliicklrchste Entdeckung 
aber gelang im Interesse der allgemeinen deutschen Reichs- 
geschichte durch die Auffindung einer Handschrift der Welt- 
chronik des Abtes Bklcehard, Das Chronieon Ek^ehardi aiba^ 
He ftnd sich zu Havelberg iti einer sehr schönen nahdschrift 
aus der ersten Hälfte des zwölften Jahrhunderts auf Perga- 
ment in Quartformat, ausser dem Texte noch mit farbie ge- 
zeichneten Stammtafeln der karolihgischen Dynastie und der 
gächsischen Kaiser und mit andern dergleichen auch hidtorfäch 
wichtigen Zierrathen versehen. Diese Handschrift des in 
seiner originalen Gestalt noch so unbekannten Geschichts- 
schreibers, der fiir einen grossen Theil des eilften nnd 
zwölften Jahrhtmderts die Hanptqnelle der deutschen Ge- 
schichte bildet, und von dem Abte Konrad zu seinem Chro- 
nieon Urepergense in der bekannten Weise ausgeschrieben 
ist , behauptet einen sehr hohen Werth. Bischof Sigebodo 
von Havelberg, der im Jalire 1206 zu diesem bischoflichen 
Sitze gelangte, hat dies treffliche Werk seiner Stiftskirche 
verehrt , wie in dem Maniiscripte von alter Hand bemerkt 
ist. — An dieses Hauptwerk kniipft sich desselben Verfassers 
lAheUue^ qui dicitur Hieronolyma de oppreeeione^ Uberatione 
ac restauratione satictae Hieroeolymitanae eecheiae , welches 
von Mariene und Durand aus einem P.ariser Codex edirt 
worden, und besonders ftir die Geschichte der *Kreuzzuge 
von anerkannter Bedeutung ist. 

Nächst diesen Werken Eltkehards cmpKngt das Studium 
der deutschen Geschichte aus dem gedachten Funde eine bei 
ihrer Alterthümlichkeit ebenfalls wichtige Handschrift des 



Ckr^mic9m ArmolM LmbtenBh oder der Fwisetsiuig von Hei- 
■•Id^ Chronik der SlaTen* Dai Geschkhtswerk des JrnM 
kmtet bekanntlich Cnr die Geschichte NarddeuUoUands In 
edtrunne Ton 1171- 1280 den «raten Pkti «ind M 
der .Mangel dner guten «idt Benntsiuig der Ütettei 
flnmdachriften teranttalteten Ansgahe dieaet -Gnacliiditswerkea 
ÜBgat^nchon fühlbar geworden« Ziir BrreMliHng dieses Zweckes 
iai aber das HerTortreten der vorliegenden Handschrift eine 
erfineididie Erscheinung, da dieselbe, wenn auch JVlot» 
8 nnd Fendrtigkeit auf sie verderbend eingewirkt haben, 
Aker ttnd Vollständigkeit, wenn nicht den ersten, jeden« 
Mls Aich einen voringlidien Platz unter den sn mehreren 
Oat« ««haltenen Handschriften dieses Gesdiichtswerkes ver» 



An andern Schriften von allgeneineni historischen Interease 
wmnlen demnächst noch anfgefimden eine Belaiio de causa 
iranalaüoma eiedioni» Romani regü ^ imperataria a Graeeh 
ad Germano» per Siephatmm papam lll facta; ingleichen 
«Ine Abhandlung nnter dem Titel: Ordo Romatme ad bene" 
dicendum tf earonandum Imperaiorem. Beide Schriften liegen 
swar nnr in Handschriften aus dem Ja. Jahrhimderte vor, 
send jedoch an beachtnngswertlien Einzelnheiten reichhaltig. 
Aach von dem Gedichte des Phüippue GuaUkerus de GuaeiU- 
immes dem Gurtlus des Mittelalters (Qualieri BpUcopi ai 
InauHe Jtesandri magni regh macedaniei vüa)^ fand sidi, tief 
in Staub vergraben und durch Feuchtigkeit mit dem Boden, 
rnnranf «es lag, lusammenklebend , eine saubere Handschrift 
«ns dem 12. Jahrhimdert vor. Das Werk aerfiel jedoch, ds 
es vom Platse genommen wurde , in Stücke und nur einscdne 
«(bere Blatter konnten davon gerettet werden. An historisdien 
Srinnften speddlerai faiteresses fanden sich endlich .noch eine 
Sehrlft unter dem Titel: Nova in persoiäe aacri CuUrdenme 
ordadt ad ynganam msisM ad manaeiericrum refarmaiümem 
ad iiutüutionem cantaeta miracula ( — • eine gleichzeitige BIr- 
sahltmg der vom Konige Matthias von Ungarn vorgenommenen 
Reformation des Cistereienser*Ordens in Ungarn und des 
wunderbaren Zugea der zur Besetzung von vier neitgegriin- 
deten Klostem dieses Ordens aös I>eutschland, besonders aus 
Lehnin, Zinna und Dobrilugk dahin gesandten Möndie ^-}; 
fem er eine Sammlung von geschichtlichen Einzelheiten, die 
Städte Leipzig und Naumburg betreffend, eine ausfiihrlidie 
Prosessverhandlnng «wischen der Stadt Berlin und einem ge- 
wissen Lange vom Jahre 1440, worin erstere vor einem Fehin« 
gerichte angeklagt war, und mehrere Kleinigkeiten dieser Art. 

Hit diesen Werken theologisdien, juristischen und histo* 
rischen Inhalts ist indessen der Umfang des der Wbsenseliaft 
sugan^ieh gewordenen literarisclien Scliatzes noch nicht voll* 
beseidinet. Es Ist fast keine Hauptwlssenschaft ddbel 



•^^ 



-=n«awr'»nr3rw -yr 



i 



194 

gani nnbetheillgt geblieben« So fanden aicli fiir die Annei- / 

wi88enscha;ft zwei Maniiscripten«Bände , wovon der eine das 3 

Werlc des Johannes de sancto Amanda über Kranldieiten und j 

deren Heilung in einer su Paria im Jahre 1342 geschriebenen 
Handschrift in kleinem Folioformat enthalt, der andere vier « 

Werlce zusammenfasst, deren erstes ViaUcus^ das zweite 1 

ürinae , das dritte Dietae universalea ^ particulares und das } 

vierte über febrium betitelt ist , und wovon die letztem drei 
von einem gewissen haak Jierrühren. Die Handschrift, worin , 

die letztern Werke vorliegen, ist ans dem Ende des drei- | 

zehnten oder aus dem Anfange des vierzehnten Jahrhunderts, 
ebenfalls auf Pergament in kleiner Folien -Form. Für die , 

Sprachforschung liefert ein Werk unter dem Titel Rara 00- y 

cabula vulgarüer^ esposita utilia 8f bona einen schätzenswer- , 

ttien Beitrag. Es ist ein beinahe 200 Folienseiten einneh- 
mendes Lateinisch-Deutsches Wörterbuch, für die Kenntniss r 
der deutschen Sprache wie der Latinität des Mittelalters von 
gleich beachtungswerther Bedeutung. Als Verfasser desselben 
wird ein gewisser Johann^ Abt des Klosters Paradies, er- 
wähnt , und die vorliegende auf Papier verfertigte Abschrift 
des Originalwerkes ist im Jahre 1474 vollendet. 

Zuletzt gedenken wir noch einer verschiedene astronomi- 
sche, astrologische, chronologische, mathematische, geogra- 
phische und naturhistorische Fragmente und Abliandlungen 
enthaltenden sehr alten Pergamenthandschrift. Es sind in . 
dieser Sammlung namentlich erkennbar Liber Marciani felieie 
capellae sive astrologia, Johannis de saero Bosto liber tunae^ 
Hermanm opusculum de eompoeüione aatrolabü etc. , Alfar-- 
ganuy Jmetifiliif liber de aggregationibus scientiae Stella» 
rum^ liber Marbodi de lapidibus, liber beati Hieronymi de 
lapidibus^ Alcabitii Introductorium ad judicia astrononäea 
nnd Abhandlungen unbekannter Verfasser, betitelt de aequo» 
iianibus plurimorum siderumj de primo hemme ^ eioUatibue 
u. s. w. 

Eine so grosse Sammlung handschriftlicher Werke des 
Hittelalters gelang es noch an einem dem wissenschaftlichen 
Centralpnnkte des preussischen Staates so nahe belegenen 
Orte an das Licht zu ziehen 2 Sind auch nicht alle die nam- 
haft gemachten Schriften von so entschiedenem Werthe und 
so hohem Interesse wie die Handschrift des Ekkehard, des 
Arnold von Lübeck oder die märkische Glosse des Sachsen- 
spiegels, so sind sie doch alle aufbewahrungswerth und unter 
Umständen ein sehr nutzbarer literarischer Apparat, von dessen 
Erhaltung die Wissenschaft sich verschiedenartige Ausbeute 
verheissen darf. — Mochte daher dieses Beispiel einer mit 
lohnendem Erfolge angestellten Nachsuchung Vielen, die älm- 
lidien Fundgruben näe stehen, zur staraen Aufforderung 
dienen , dergleichen Ueberbleibsel ehemals bestandener geist- 



185 

iieher Stifter mit mehr Sorgfalt sii behandelii, wte dies ge- 
■Mini^lich geschieht, und im FtU es an literarischer Kennt- 
■iasB fehlt, eine sorgfaltige Prüfung derselben snr Ermittlung 
flirefl Inhalts aninstellen, ihnen wenigstens zu Gunsten ihrer 
Conserration die Vermuthung werthvollen Inhalts mit ganser 
Starke schütxend an die Seite treten zu lassen ! Es ist aller- 
dings oft nicht leicht, in alter Schrift und Sprache aligefasste 
Werke ohne Titel, ohne Vor- und Schlusswort und , wie man 
sie häufig verstümmelt findet, der ersten und letzten Blätter 
sdion beraubt, fiir dasjenige zu erliennen, was sie sind« Es 
seist dies nicht nur Uebung im Lesen und Verstehen der 
alten Schrift und Sprache, sondern oft auch umfassende Ge- 
lehrsamkeit voraus. Indessen je mehr eine solche Verstüm- 
melung bei alten Manuscripten stattfindet, desto mehr muss 
auch stets die besorgliche Vermuthung Platz gewinnen, dass 
dergleichen Werke bei frühern Nachsiichnngen unerkannt ge- 
blieben und daher, wiewohl als werthlos dem Untergange 
überlassen, dennoch wichtigen Inhaltes seyn mochten. Es 
ist bekanndich bei der Aufhebung geistlicher Stifter , beson- 
ders wo diese in frühern Jahrhunderten schon stattfand, in 
den protestantischen deutschen Ländern nicht immer mit 
einer sorgfaltigen Wahrnehmung ihres literarischen Nachlasses 
verfahren, das Urtheil über den Werth desselben nicht immer 
von Männern gesprochen , denen Sachkenntniss die Befähigung 
dazu gab, und daher Vieles, was der Aufnahme und Aufbe- 
wahnmg in öffentlichen Bibliotheken würdig gewesen wäre, 
an Ort und Stelle belassen worden und später in Vergessenheit 
gerathen. Die Dauerhaftigkeit des alten Schreibmaterials er- 
wehrt sich aber in wunderbarer Weise des gänzlichen Unter- 
gangs. Jahrhunderte hindurch in Staub vergraben gelingt es 
noch, die alten Pergamentbände wieder hervorzuziehen, die 
alten Schriften wieder zu erkennen. Aber freilich zeigt es 
sich bei bei solchen Versuchen auch iiberall, dass es gegen- 
wartig die höchste Zeit ist, dergieicfien .Allerthümer , wo sie 
sich noch in übler Lage finden, derselben zu entziehen. 



Veber die Havelberser Handschrlfl 

der Weltchronik des Eckehard von Uran. 

Unter den im Dome zu Havelberg zwischen mehreren an- 
dern literarischen Ueberresten neuerdings aufgefundenen 
werthvollen Handschriften zeichnet sich die Handschrift eines 
Geschichtswerkes des Eckehard von Urau vorzüglich aus. Ist 
gleich auf die Wichtigkeit dieses für die deutsche Geschichte 
am Ende des eilften und im Anfange des zwölften Jahrhun- 



-iertn ^no wkhUgen GewSIireiiiMiii«» durch Läppemkmg^ Ari» 
lAid fFaii% mehrfach aiifmerksaiii gemacht und sogleich eftne 
nShere Kenntnias desaelben Terbreitel ironkn ; «• adveiiit di^ 
IScAtenheit der Handadiriften Ton Eckeh»rdB GeachfchtowerlEfNa 
dodi immer noch viel anfenfclami iiMggelMffeii sn haben« 
Den Gescliichtafreimdeir dürften d«Iier einig« Bemerkitngen 
über die Hareliyerger Handschrift einea Oesehiditawerkea dem 
Eckehard von Intereaae aeyn; wobei hier beaondcira Bean^ 
genoimmen idrd auf die in dem ^^Arohive der Geaellachait fükw 
j^iltere dentaclve Gearhichtakimde snr Beförderang einer €le— 
^ysammtaftiagilie der t^lenvchriften dentacher Cresdkidrten 
,,de8 Mitielallera herausgegeben Ton O. H. Perte*^ Dd. VUy 
8. 469 Ton dieaem Gesdiichtsachreiber dea Mitielallera, sei«> 
nen Werken und deren Nandachrifiten enthaltenen Ehrmltle- 
hmgen* 

Die Werke Eckeharda sind hiemach 

L eine Weltchronik von den Anfängen der Geschichte bis 
SU den Jahren 1101 und 1106; 

2. eine Umarbeitung desselben Werkes für den König Heiii<- 
rich y. und. eine ähnliche Für den Abt Erkembert von 
CorTey, beide mit Fortaetzungen bia zum Jahre 1125 
nebat den aus der Weltchronik auageachiedenen Biichem 
iiterosolymila und Uhloria jilesandri If« , Pranwrum^ 
Gothorum und anderer deutsdier Volkerschalten ; 

3. eine Kaiserchronik von den Zeiten Karla dea Groaaen 
bia zum Jahre 1113 auf Kaiaer Heinridia V. Befehl ge- 
achrieben ; 

4« die Weltdironik der 1. Ausgabe mit einigen Verilnde- 
nmgeu und der Fortaetziing bia zum Jahre 1125. 

Der dieser Eintheilung Ton Eckehsrds Werken beigegebe- 
nen Charakteristik zufolge, ist der vorliegende Codex eine 
ilandachrift der nnter Nr. 2. aufgeführten UmarlieituDg der 
Weltchronik, aber nicht derjenigen, welche fiir Konig Hein- 
rich, aondem der andern, welche fiir den Abt zu Correy 
bestimmt war. Nach der Zueignung dea Werkea an Konig 
Heinrich V.: Avreis tuif 6 Reo; in eterttvm viciure ege ian- 
iiUui homnncio. E poß aunqfaf miferiqf reddU%^ poß 
deßarnia diuerforum chronograpAorum miifculoy ab ipfo 
temporuM exordio i^mpütum decurJUi ferentem carinam 
und 80 fort bia impreeanlur uoia und ExpUeU prohgusj 
hebt der weitere Fortgang der Erzählnniir vom Jalire 1106 
an : Anno dominice IncamationU M, C. VI. medianie Hein* 
fico Juniore tanins apud mogoniütm /iacit$$ eß in naiaÜ 
dominico iocinfregni ieuionici conuentui , quanius etc. und 
zwar unter der Ueberachrifl mit rother Zinnober- Tinte: 
Li her Quinius. Auch hier steht beim Jshre 1057 nidit 
wie in der Kedaclion dea Werkea, weldie für Konig Heimlch V. 



> 



l«V 



tl MW l ifiift ivinr, Von i^ R^gf «IM^eH ^e« Kaiser f Miirkh IV. 
" quaf^o hec confriptio facth ^ß 'ii^ctnno regnavit , son- 
ici^ <^ IftfifiBt )ii«r: Btinrith^ IV. — regnavU anntf l 
Agnes imperairia; etc. An iHe Stelle der Erzählung der 
Miwiir%iich<h- Begc^lenh'ef t beflh luhre 1121 ist anch hier eine 
Fiddaer Begebenheit {De iHoiHtfietio ßtidenfi iurrif at^ralij 
imfiHii Me.) eiiifgetk*ItfaKet. l>fe BrEaMnng geht dann noch 
die Krei^nisse des Jahres 1125 dWreh tvnd endet mit den 
1fVn%en yh^ffidkr^fni H$d anrunia "d^fuitgeniwm oadmuera, 
WAdIk^Ii it>l^ ^^ Werk rilNfr die «ei»etridite der Kreuzzi'ige 
in folg^ender Form eingeteUM: 

in a^pi noMne incipii libeUvs^ '^ui äieitur EierofoHma 
de oppreffione Itberaiiöriie äc teftä'uraiione ßtncie Je- 
rq/biimiianae ecclejiae 
M^e 'miliiiae uel ea^ediiiönif cäüja, ^Uae iemparibus non 

tarn humanüf{f quam diuiHÜitf ördiHäiä r jeri auimt^ 

eßuanf aJiqHa'e prefcriptif aaicere äc per hoc äuttorUati 
inae^ pajlor nenerande ^ uhiüerfo^Uk giregifoeiommßephani 
^fne Vüi /fib nirga tua tremeniijatit/aeere eie. IVlan 
tiätt M^rans deutlich die Besttramung der Umarbeiinng fiir 
^ea Abt sn Corvey, wiewohl die Zueignung an Köiffg *Hl<ln>- 
i^h V. sn AnMng «4«« 'Y. Btiöh«» ^iicli hiel* Mdit ^iMlngeh. 
M« W^Vk ^chüesst mit den Worten ~- euim nomBn '9t mi^ 
fericordiam enneia predicent ^ glarifieeni feeithmmfsdutu 
Amen. 

Diese Handschrift scheint hiernach mit der einzigen Ton 
^iacser Bearbeitung des Werkes bis jetzt aufgefundenen zu 
Paris befindlichen Handschrift fast in allen Stöcken ilberein- 
takommen« Auch die Zusätze, welche besonders die Erz- 
UKhofe von Magdeburg betreffen und deren Yorhandenseyn 
in der Pariser Handschrift Ton Peri» (Archiv etc. S. 485) 
erwähnt ist, finden sich hier und zwar «am Rande stehend 
▼OB einer andern Hand, als von welcher die Handschrift ist, 
bi^nngefiigt* Es sind vornämlich folgende : 

Beim Jahre 986 Hoc anno fecii Oifo rex in magdeiurek 

r egalem (tbbaiiam. 
Beim Jahre 9BS Hoc anno regalif abbatia inmagadeborch 

mvtafa efl in arehiepißopatvm. 
Beim Jahre 981 Adefberiift primvs magadebupgenßs ar- 

chiepifcopts obiii. 
Beim Jahre 1004 Oißlberut fecnndm magadeburgenßs ar^ 

chieptfcopvi obiii. 
Beim Jahre 1012 Dagino tercius magadeburgen/it archie- 

pifcopvi obiii, Eodem anno eeiam obiii 

Wauhardtts quarins Magadeburge^fis ttr- 

chiepifcopui. 



L 




hier 9 «la ick it« Torftnd» tn einem $elir ttufcht^^ Plai« 
hoch mll Staub bedeckt iwi auf atteii Au8^Df<;it.^n tf^ § 
fr£siif|em Gewürm belebt« IMe eitsteh Lagen des BiicS 
waren daher durch Faulniaa und Wunnfraa« TvlUf s^rgt9 
und lerfielen in einzelne Brocken, ao wie i^h aje ^xdhik 
Erat eine Laj^e, welciie mi Chriati GebiMft befo^q^i i 
haben »a^einl und d^ VU|» U^ iiw j^desl^l^ augi 8 ^^tte 
bftitehe«dm Lagen des 9m^ war » ist in 4<s<l Q wltüei 
Blattern erhalten; doch sind auch dlt^a* Plltt^ Wteg du 
Moder etwas, Terletzt« Yollkoioiveii leserlidi erhalten sin 
dann die Lagen K, X. XL XIL XIU. XIV. XY, Mit der Ls| ^ 
XVI, welche beto M^ Ä14 beginnt, bis aur Lage XXI, « [(X 
mit der Geschichte des Jahres 1116 endet, findet man d|| 
Blätter oben durch Faulnisa etwas serstört, ohne das«, jedoi ' 
diese Zerstörung, ausser bei wenig Blättern, bis sum Texl' 
heranreicht und die obersten Zeilen unleserlich macht. Abc 
in der XXII. Lage, welche die Geschichte bis in das Jak 
1125 fuhrt, und in den Lagen XXUI und XXIV, welche di 
Geschichte der Kreuuiige enthalten, sind die obersten Zeilis 
der Seite grdsstentheils unleserlich upd durch Fäulnlss o4t 
Wurmfirass durchlöchert. 

Nach den Büchern, worin das Werk eingetheUt war, b( 
rechnet, trifft also die TöUige Zerstörung des Werkes das ] 
und II. Bucji. Vom dritten Buche ist ein grosser Theil übri| 
Nach einer Notia am finde dieaes Buches reichte dassel^ 
yon Konstantin dem Grossen bis auf Kari den Grossen. Jen* 
Notia, welche hier der Uebencbrift des mit dem Jahre SQi 
begbinenden ?i<4rten Buches (Ininfiti liber qvari^f) vorhen 
geht« lautet: 

Hve v$q$ie Romanvm Imperivm a i^mparibu$ conftai^ 

tiui magni helene ßlH apuä conftantinopt^im im Gr0\ 

carnm imperaiaribut muHÜt* Ea; k, (oder Ekh.\ iam 

ad BegeM mmQ ad imperaiar^s franearum iraf{fii. 

Das vierte Buch, welches am besten conservirt ist, reich! 

dann bis sum Snde des Jahres 1105 und sdiliesst mit des 

Worten : 

Frideria(f dux uir prudeuiia meribtif ei nobHiiaie #ii- 

i\f elani^^ ted clarijßmo et tingulartfae incliiae fame 

ade/ieütejllie Jci/icei tmperaiertf mairimoHio ex eadem 

märe iudolifproie decoraitif ebiii. 

Leider trifft die Unleserlichkeit einselner Zeilen schM 

mehrere Blätter des fünften Buches, besonders aber den An? 

fluig der Hierq/biima. 

Zu den besondem Zierden der Handschrift gehören drei 
Seiten Stammtafeln in Federzeichnungen mit rother Zinnober- 
tinte. Sie sind der Geschiehtserzählung bei dem Jahre 1024 
nadh den Worten et Ciunradiif ad imperium fubUmatar 
eingesdialtet. Die erste dieser Zeiclmungen liefert einen 



Ml 

SUmmbMup der frinUschen Könige mit einet siini Theil ser- 
stofti» Ueberadirift, welche mit den Worten Hee ftwpn 
Francigenam rtgni ete« beginnt. Die sweite Stammtafel mit 
der Ueberschrift: Sax^iUwm Stemme CB^fert Oitonica 
RegHUj stellt das GesdUeclitsregister der aächsigclien Kaiser 
dar. Auf der dritten Stammtafel tritt Kaiser Konrad atif dem 
Tlirone sitzend In den Vordergrund: er halt in der linken 
den Reichsapfel nnd in der rediten Fland eine Fortsetsung 
der Stammtafel des sSdiskdieii Hauses. Nach der Einschal- 
timg dieser Stammtafeln geht ohne Unterbrechimg die mit 
dem Jahre 1025 anhebende Geschichte des Kaiaers Konrad 
fort. Am Ende dieses Buches ^ der Zueignimg des V. Buches 
an den Konig Heinrich V. unmittelbar vorhergehend, folgt 
dann nochmals ein durch Federzeichnung geziertes Folinmi 
welche die Uehergabe der Reichslnsignien an Konig Hein-» 
rieh V. darzustellen scheint. Diese Zeichnimgen, wdche den 
Codex zieren , sind nicht nur an sich als Kunstwerke des 12. 
Jahrhunderts , sondern auch durch ihre genealogische Be- 
ziehung so Interessant y das» wir nicht anstehen, dieselben 
als Probestücke des Codex hier mittheilen zu lassen. 

HqfratA und Prof. Dr. Riedel in Berlin. 



Ueber die auf der I^eipzig^r Stadtbibliothek befindliche 
Handschrift der jMnnoies Vutdetues* 

Eio Beitrag f&r die Ausgabe derselben von Periz (MoDum. 

Germ. L 337—415). 
(Fortsetsong.) 



JPertäfm 
Pa^.357. 3. Thrasconis 

— 5. aecdesiarum 

— 7. Liudewitum 

— 8. rebellantem 
- — 10. Bonifadi 

• coenobio 

. Heistolfo 

— 11 sq. et omnium — 

martyris 

— 16. dampno 
-^- 19. modo 
. Barcinonae 

— 21. dampnatus 
*« 24. collecta« 



CoS0 JLipe. 

trasconis 

eccleslarum 

ludeuuitum [so von erster Hand ; 

corrigirt: liudewitum] 
repellantem 
bone&cli 

cenobio \%o immer] 
hestolfo 
fehlt im Texte und ist erst an 

Rande lacfagetrageB. 
damno 
morbo 
barcenone 
damnatus 
eoUeeta 



w% 





IPert»» 


CoA. Mdips* 


P«;. 357. 26. NoTiomagl 


Hierflber die Glosse von aeaerer 








- 


— 27. TheotoniB 


theodonis 


. 


• ftierant 


fiierimt 


.• 


— 29. HlothariiiB 


fUiidhariiiB 


. 


— 30. Wormatiam 


iinonnatieaiii 


• 


-— — • Abodritoriim 


obodritorum 


- 


— 31. Godafridi 


godofiidi 


1 


— 32. percepto 


pereeptione 




— 33. moritiir 


defiinctus est 


- 


— 34. cespes 


cespis 


- 


— ^ 35. sesqnipedali 


sexqiiipedali 


- 


— 37. spacio 


spatio 


•• 


— 38. terra 


fehlt. 


• 


— 39. apacio 


spatio 
hlodoiiuictia 


. 


— 40. Hliidowiciis 


« 


— 42. egit 


gessit 


• 


— — • invenire 


inneniri 


. 


— 43. Hloihariua 


hlodhariiis [so aoch nachher] 


- 


— 45. reliquit 


accepit 


• 


358. 4. Dalmatiae 


dalmacie 


- 


— 8. fere 


von alter Hand am Rande naeh- 
getragen. 


- 


— 9. Firihsasi 


Ursprünglich : fribsaci ; corri- 
girt: ftrihsazi. 


- 


— 10. fulgtira 


fulgora 


• 


. Gometense 


cometensi 


- 


— ^ 11. Grabadona, in 
aecclesia 


gradabona in ecdesia 


» 


— 13. aecclesiae 


ecdesie 


• 


— 16. irradiavit 


inradiayit 


. 


— 17. segetea 


fehlt. 


• 


— 22. faciendae 


faciendi 


• 


— 23. Machelmnm 


'fnaghelmum 


. 


— 24. Paschalii 


pascalis 


. 


— 25. iiisticiaa 


iiistitias 


• 


— 26. BriUnniam 


brittanniam 


. 


— 27. igne 


igni 


• 


. Britonnm 


brittonum 


• 


— 30. Augnatodiinense 


angiistadiinense 


- 


— 31. glacie 


clatie 


• 


— 32. Septem 


septennm 


- 


— 37. Brito 


britto 




(Fortsetzi 


mg folgt.) 



Verleger : T. 0, fVtigtl In Leipzig, Drnck von C, P, MeUer. 




(SKÜAPSUII. 

tiif^tift 

för 

Bibliotliekwissenscliaft, Handschriftenkande ond 

filtere Lttteratar. 

Im Vereine mit Bibliotlieliaren imd Litteratnrfreiinden 

heraosgegaben 

TOR 

Dr. Hobert Nautnann^ 

J\S 13. Leipzig, den 15. Juli 1840. 



Ap er^u 

über eine reichlialtige philosophisch -kabbalistische 
Handschrift der Kön. Bibliothek ko München. 

(BeBchlaiB.) 

BLieraiif folgen einige kleinere kabbalistische Piecen : 

3) rro^n v^» 'ido (f. 129,b. — 1349b.)) eins der dem 14* 
Jahrh« anffehörigen kabbalistischen Pseiidepigrapha (Znns, 6. V* 
8. 407.) ^), enthaltend eine in mittelalterlichem Neiihebraisch ge- 
schriebene Deutung des Schemhamphorasch. Anfiing : ^^Dies ist 
du Buch; Quelle der ffeisheU^ das Michael dem Raphaeli und 
Raphaeli unserm Lelirer Mose, Friede über ihn ! übergab und 
Mose stellte es ans Licht, dass Mit- und Nachwelt dadurch weise 
würden, und, als David in das Verstandniss desselben eindrang^ 
sprach er: „Ich danke dir, Gott, von gansem Herzen, imd will 
deinen Namen ehren ewiglicli.^^ Der ScUuss lautet, wdrtlich 
übersetzt, so: „Die Funken spriihen und der Wind überschirmet 
und das Licht funkelt und der llimmelsazur schimmert und das 
Blendende leuchtet und der Glanz ist rein und die Reinheit hei- 
lig und das Heilige ist Kodesch und aus dem Kodesch geht ein 
Haudi und der Hauch hüllt sich in ßCedvscha^ und der Kodeich 
ist im Hauche, und alles Das heisst tDipn r\r^^^ 

•) Bereiti gedruckt, •. Wolf. I. S. 874. fwo -»bKEI "»V^Db ein ton- 
dcrbarer Fehler ist). IVie Lilienthal darauf kommt, Abraham h. Arje 
Kalmankas oder Arje b. Mose Kalmankaa för den Verfasser zn hallen, 
weift ich nicht. 

13 



194 

4) nniu:n (f. 134, b — 135, b.), ein kabbalisÜBches Re- 
sponsiim iiber die Gkfheimiiisse der Gottesnamen, beginnend : 

o«V D« Vs ••D D« Vy (?) np5 n2i«n 

5) Ein kleiner kabbalislisdier AiifsaU, beginnend: 
tin^-^atm bp«an ^1:23 ^^T'b dik T»nas n^-^Sf^ nbnn, eine be- 
sondere theurgiache Anweisung enthaltend, wie man mit den 
CU^tteanamen in geheimen Rapport treten kann (f. 135, b — 
136, a.). 

6) Ein Eüoerpt ans Nachmam (f. 136, a. -^ 145, a), wel- 
ches, von einer Darstellung der Unbegreiftichkeit des göttlichen 
Wesens anhebend, die zehn Sefiren behandelt, mit IJebertra- 
gimg der Sprache der Philosophie auf die Kabbala und Deu- 
tung jener dnrch diese. Das Buch Jecira wird durchw<*g be* 
riicksichtigt, als Grundlage der Geheimliteratur. Das Excerpt 
beginnt: „Es spricht der grosse Meister, unser Lehrer Mose 
b. Nachman: Gelobt sei Gott der Schöpfer, Er, der Leben- 
dige und Ewigbeständige ; möge er durch seine Barmherzigkeit 
meine Augen erleuchten in seinem Gesetz und mich wahren vor 
Irrungen. Vor allen stehet fest: Er ist bezugs des All der 
Erste, der Ewige und der Verborgene, das Grundprincip , der 
Ursachen Ursache.^' Am Ende wird die Quelle des Excerptet« 
angegeben : ir»y : a nc^ na-^nin -nina ^BO» pnys nt 

7) n*it3 Dm "in^ (f. 145, a — 151, a), eine Abhandlung 
iiber die Bedeutung des Tetragrammaton , von Abraham Colo- 
niensis (K*«2ibpn Dn*in(( '^ti'n) , s. darüber Wolf I. S. 100. IIL 
S. 61. und De Rossi Historisches Wörterbuch S.85. 

6) n'^nin'D (f. 153,a — L57,b), gleichfalls ein kabbalisti- 
sches Pseudepigraph , über die Geheimnisse des Sabbat, der 
sieben Berachot und des Hexaemeron , angeblich das Bundes- 
Bnch , welches Mose nach Ex. 24 , 7. dem Volke vorlas , oder 
doch der Inhalt desselben. Denn so beginnt dieser Traktat: 
^Jnhait fies liandes-Bvehes, das er (Mose) vor den Ohren des 
Volkes las, anfangs, als die Thora noch nicht gegeben war. 
Was war das fiir ein Bundes-Buch? — Hier will ich dir die Be- 
deutung des Sabbat gründlich angeben. So wisse denn, in der 
Stimde, da die Stämme ^) den Joseph verkauften , wurde nach 
dem Wiedervergeltungsrecht die Strafe des Exils über sie be- 
schlossen etc.^^ Der Styl ist leicht und einfach, und ein Spruch 
der btn wird gewöhnlich zum Ausgangspunkt genommen. 

9) bpOTan'o (f. 157, b. — 177,b.), über die Seele und Ihre 
Zukunft, von Mose bar Srhem-Thob di Leon, verfasst im J. 5050 
a m. c. in der Stadt rrn^an bn»! **) , gewidmet einem jungen - 



*) D**cantDn , gans wie im Koran ^\^\. 

••) Da Rossi: „in orbe Vnd Alchagma^ quae iina ex orbibui variia 
Afihricae vel iMtUanine^ qiiae dicantar Ahacar ^ ettt videtiir" — eine 



MtDBe Namens Jakob^ wie dies Alles deiitUch unsere Htndseiirift 
besaget. Ueber den Titel des Baches sa^ der Verf.: ,,Obgleicli 
idi dieses Buch erst n»dn 1&D genannt hatte, weil es über die 
Seele mit ihren Geheimnissen nnd Gesetzen handelt, so nannte 
ich es doch dann bpvnn 'o und habe es in fünf Theile zerlsUt«^^ 
Der Titel bpiSTsn 'o ist der symbolische, für den der Verf. sieh 
xuletst entschieden hat ; die beiden andern niosnsn 'd nnd 
nudnn O&dn'o^)sind die inhaltlichen, die im Ruche selbst vor» 
kommen. Die aus diesem Titeltimtausch entstandenen Irnmgen, 
so wie die Lesefehler Bartolocci's und Wolfs liat bereits De Bosst 
(CataL Cod. 1290) berichtigt. Wir fügen daher nur ein in- 
hsltsTeneichniss der fünf Theile des Buches bei: 1) über das 
geheime nnd verborgene Wesen der intellectuellen Seele; 
2) über den Zustand und die Zukunft der Seele (n7aiD3!i) nadi 
Ablegung ihrer irdischen Hülle ; 3) über die Hollenstrafe der 
Seelen and die untere Hölle (ntaa biD D:n**3); 4) über Begriff 
und Wesen der zukimftigen Welt (fecan Dbi7) ; ö) über die Auf- 
erstehung der Todten. Der fünfte Theil fehlt in unserer Hand- 
schrift; der Abschreiber sagt, dass er ihn bereits in dem Buche 
rtJn mT» geliefert habe. 

10) D"»nart n'»''nn mo (f. 177, b. — 180, b), das Arcanum 
der' Todtenauferstehung, eine sagenhafte Schilderung dieser 
nnd der letzten messianischen Zeit, beginnend: „R. Josua b. 
Henasjasagt: Die Todten, die der Heilige, gebenedeiet sei er! 
allererst auferwecken wird , werden die Schlafenden Hebrons 
sein, denn es heisst: Deine Todten werden leben, das sind die 
Schlafenden Hebrons.^^ 

11) mo-^n ^3>o (f. 180,b. — 218,a.fin), von Josef Geca- 
tilia. Den Titel mcn ^a>«**) entnehme ich nur vermii- 
thungsweise aus der etwas dunkeln Ueberschrift in unserem 
Codex : 

vb-'fcm n-^is-a: pbn bT n3itt«ri uvp nn mo*' pbn vw nt 



Tollig grandiose Venniithung, da Alcacar in den iberisch - afrik. StadCe- 
Mnen das mauriselie yaäi\ ist, ond HlfiOn bR *1H1 offenbar Umichrei* 

bvng des arsb. StL^^i^t ^t^; dies ist, wie schon Donbay fGrem- 

inatica Linguae Maiiro-Arabicae 8. 116) besagt, Quadalnjeirn (das alt« 
Caraca) in Neu-Castilien am östL Ufer des Henares. Das arabische ^\^ 
ist von den Spaniern in mehreren Fliiss- und Städte -Namen in G«ia4 
umschrieben worden, x. B. QuadalquwW (= ji:^^ *^b) > Cf««rf(iAiie* 
«ijii« (= ÄJLiJuJ Ji^) ; Quadix (= ijS CA^) n. s. w. 

♦) Nicht niODn tDW, Anhna sapientiae^ wie angeblich Cod. Ross. 
133a liest. 

••) Bin Werk dieses Titels erscheint «nter d^-n in Noblot Chokma 
l9S,b. asfgef&hrten kabb. Mannscripten Joief« del Medigo. 

13* 



Bekanntlich lieble Qecatili« das Worl ^9)0 in seinen Bncher- 
titeln (Zunz , Addit. S. 321). Unser Werk soll, Jant des Pro- 
logs, abhandeln iiberdieArcana derScliaofiden,derPhylakterien, 
des Sabbat y des Feiertags, des Neujahrs, des Lanbenfestes, des 
Lülab oder Palmenzweiges, der Beschneidiing, des Kilalm- Ver- 
botes, der Chalisa nnd der Leviratsehe , des Verbotes "IV)!) 
abna u. s. w* und zwar ohne Weitschweifigkeit , nur in andeu- 
tenden Winken. Die Ordnung der aufgedeckten Heimlichkeiten 
Ist folgende: 1) rr^at-^s: mo; 2) vb-onn T»o; 3) natD v^^? niD 
aio Dvi; 4) rt'i 110; 5) nDiorsa^ mo; 6) iinriÄnnabibmiD; 
7) n^^^n nio; 8) Mv^yoi o^^bD y^T mo; 9) Dia-» vsy nio 
nÄ-»bm. Darauf folgt unter den Aiifschriften : 10) D*pv ; 
11) »ams -tD3K; 12) ««v; 13) t|itö, eine aliegortsche Ans- 
legnng derSehriftverse 1 Chron. IV, 22. 23. Das Ganze schliesst 
mit einer Erlautenmg des Abschnitts v«*m v» »"« Chagiga. 
Dasi Oecatilia der Verfasser dieser nniD ist, folgere ich 1) aus 
dem Prolog, in dem sein Name, aber bei der grenzenlosen Igno- 
ranz des Schreibers völlig verbindnngslos, erscheint (abna l«a 
OnDiDm rt^Opa O^pT^i); 2) ans seiner Namennennung am 

Schlüsse {pT\ n*iT» ^D03 im« tddd las >t nM'»yöp3 rjoi^ Sb 

p-^^i-^piD nv); unddarsus, dsss TX^'Sr'Z nno im Oppenh. Catal. 
ms, und vVcm nao mo im Cod. Boss. 122L unter Gecatilia»s 
Namen sich finden, beide, wie wahrscheinlich, nnserer voll- 
Standigeren, unter einem mit ^7« beginnenden Gesammttitel 
znsammengefassten Sammlung entnommen. 

12) -^wseip^n onstt »in^b mbtrin -nK-»a (f. 218,b. — 239,a.), 
Erklärung der Arcsna der Gebetsformulare, von Menackem Re- 
cmuatt^ nebst einer vorausgeschickten Abhandlung iiber die zehn 
Seflren. Letztere ist Identisch mit dem in der Sorbonne und 
unter den Wolfschen Handschriften (Bfbl. Hebr. Ui, 700 s.) be- 
findlichen mi-Do'"» by 'i7:«:o*), wie mich eine Vergleichnng der 
von Wolf gegebenen Excerpte mit unserem Cod. überzeugt hat; 
sie ist aber nur ein Propyläum zu dem grosseren Wer|[e über die 
TefiUot , welches Andr. Maslns zu Josua folgendennassen auf- 
fuhrt; „nb&n «51 VB explanatio orationnm et precationum ali- 
quot , quas solent Judaei ad Deum adhibere. Hunc librum con* 
scripsit B. Menachem Bekanat , eoque persequitur abstru- 
sissima quaeque in intlma Philosophiä Cabbalistica, Deique 

Sroprietates. ut vocamus, explicat, et qua mente orandus sit 
>eus, docet'S — und welches Wolf falschlich mit Becanati's 
mat73 -^^0 identificirt. Der Inhalt unseres Werkes ist fol- 
gender: 1) iiber die Union der zehn Sefiren; 2) fiber dss 
Oeheimniss des Sinnes der In der Thora beschriebenen gött- 
lichen Eigenschaften (o>i«n) , 3) über die Tendenz der Bera- 

, •) S. auGii Nolilot Cliokiiia I96,a, wo erst anonym ein nbtnn'-'B 
nny dann aoU-r Hecanste^i Namen ein o«» b^ 173«» aargefdlirt wird. ' 



choly ia denen nidbn *) rorkMiail, ntck ihrem offenbtren iio4 
geheimen Sinn (nnon "»ibA); 4) über die Arcana aller Beraehol 
mid TefiUot nach ihrer Reihenfolge; 5) aber datArcanum der 
TefiUinnaeh derAiialegunc der Alten; 6^ aber den Anfang der 
Zemirot nyi obiarb ^ibn-i •< •» ^b» "»*'» ^bü •» "» ; 7) iiber iTifm ^113 
Dbi^rr n^ni. Schlusa: ^^nitibDdn ii*l(t deutet anfGotl, den 
groaaen, der Wunder thut alleine, auf Ihn, der Wohlgefallen 
hat an den Liedern der Synagoge Israel, denn ea heiaat: Laaa 
mich hören deine Stimme; Preise, Jernsalem, den Ewigen« 
Und ferner ist gesclirieben: Dass meine Ehre dir lobsinge und 
niemals atllle werde (Ps. 30, 13). D'^nbi^n "«n deutet auf den, 
der das Fundament des Universums ^ der Wesensgrund alles 
deasen ist, was die beiden Welten in sich fassen/^ 

13) D">*n^iDn ^-»TD^D (f. 240, a — 264, a), ein philosophi- 
scher Commentar sum Hohenliede , beginnend , wie folgt: „Es 
«prlcht Ben-Salomo*^): Ich bin gewillt, diese Megilla ausiu« 
legen, ihre Verborgenheiten aufsuhellen und zu öffnen ihre 
Pforten, die verschlossnen; denn bis jetzt ist mir nicht eine 
Auslegimg der Coromentatoren lu Händen geliommen , die das 
Verhüllte demselben ans Licht gestellt hätte , sondern die 
Commentatoren haben sich in Meinungsverschiedenheit verwirrt 
und in die mannlchfachste Auffassung des Sinns in ihren Com- 
mentaren lertheilt, ohne in seine Tiefe *^*^*) einzudringen; sie 
hallen sich in dieses Meer mit ihren vorgtfassten Ansichten ver- 
senkt and haben einen Scherben In ihrer Hand hervorgeiyracht« 
Der Eine sagt so, der Andere so, und liein einziger von ihnen, 
so weit ich sie liennen gelernt, hat seinen Zwecl^ erreicht; 
denn die Schwierigkeiten dieses Buches sind gewaltig und ge- 
mein menschlicher Kenntniss verborgen 'f^. Der Sinn dessel- 
ben ist so unermesslich tief und lang und weit, dass sie bei 
all Ihrer Weisheit ihn zii erfassen nicht vermögend gewesen 
sind. Das Augenmerk Salomo*s in dieser Quaestion fi*) ist, den 
Endzweck des Seins des Menschen, das Wesen seiner Existenz 
und Glückseligkeit zu erforschen, insofern er Mensch ist, voll- 
endet durch seine menschliche Form •{'•J'"!' ) — eine Frage, auf 
deren Losung das Streben und Speeullren der Früheren und 



*) S. meine Gescbicfate der juid. Poetle 1836. S. 192. 
••) Die Handschr. verderbt : ^313t*i vn HTabtö p 'TO». 
♦••) Dieter tiefe $iaii lielssi n53^ ^f^*^- 

t) ran n^-iTa 0'»ttby3n O'^öiary n-'r^s« -d Vielleicht ist n-^s^rra 

zu leaen; ^nT^ iit -^«laKH V73n, lT*«?^' 

tt) nb«© , äJUw*. So nennt der phlloiophifclie RxegeC vaa sai- 

aem Standpunkte daa Hohelied. 

+tt) 0. i. die rationale Seele,, die mit dem organiaoben nieoichlioban 
Körper dea Menacban ooBatitairt ond aelaa farma infwrmam iat. 



108 

Spateren^) unter den vornehmsten Philosophen in aUen Zeit- 
aftern ging, nSmlich die Influenz des intellectus agens auf den 
intellectus materialis **)y vie ersterer die Vorstellungen imma- 
terieller intelligibilia bildet und die wahrheitgemäss prodncirten 
auf letzteren überströmt.^^ Schluss : ^^Dies ist es, was wir eben 
zu sagen hatten. Gott sei gepriesen iiber der Auslegung dieser 
mit Riegel und Schloss verwahrten Megilla. Möglich, dass uns 
in der Auslegung derselben in Wort und Sinn Manches deutlich 
geworden , was noch Niemand anticipirt hat ; wer das von uns 
Gesagte fasst, der danke, wenn es ihn anspricht , demjenigen, 
dem Dank gebiihrt. Meine Auslegung ist das Ergebniss gründ- 
licher Forschung und heller Speculation nach Massgabe meiner 
Kraft und meiner kurzen Einsicht. Findet sich der Leser nicht 
befriedigt, so spreche er mir kein richtend Verdammungsurtheil, 
sondern bedenke und erwfige wold, dass die einzelnen Ab- 
schnitte dieser Megilla eine nelfache Deutung zulassen« Aber 
hier ist grosser Forscherfleiss und tiefes Denken vonnothen, 
so schwierig sind die Worte dieses Weisen. Nun, wir haben 
das Unsrige gethan und die einzelnen Abschnitte nach unserer 
Fassungskraft ausgelegt, wie es uns eben thunlich war« Gott 
rette uns durch seine Barmherzigkeit von Sünde imd von Irr- 
thum durch seine Gnade, denn es ist kein Gott ausser Ihm, dem 
Gebenedeiten.^^ Darauf folgt dieses Schlussepigramm: 

: ö'^'n^i nnp«i iDnDa na nsa*»! CT» in-tDü 173^ pp T«ania «nrt 
:a"»»Ti73 piTO •*5tba iisrn tt'» idt p« on^itDTa ü^-^ib dts y»ü3i 

und als Anhängsel ein tiefer Seufzer des armseligen Abschrei- 
bers, welcher bittet, ihm nur ein wenig Rast zu gönnen: 

rra^i» •»in T^^ät lan msTa in ^dio b« 
na*T» na»y o-'Di« v«bi ns qy-'b irria b« 

Der Name des Verf« unsres Commentars ist, wie der Prolog besagt, 

♦) t3''im»tt!n Ö''»^p1»rr, gaoz arabisch: qJ^UJI^ ^jsvaXääJI 

♦•) ■'Tabl^rr b3ün , ^"iyis^\ jÄtH^ der na&nnxos yovs des Ari- 

stotelei, der corroptibel ist, and mit einer tabola rasa verglichen wird. 

Das Kiläb et Taarifllt ( Bxcerpt in Frey tags Lexikon ) sagt daraber: 

^>» Jiy^\ ^t v-^ Uj!^ JUb^LT JJuJl ^^ iCJL> X-ÄÄ* 

^ KJUfeÜt ^^! (1. *4J) *^^^- 5U»yJt ,jj> ^ ^^i 

LjXf jyQl\ ^^ LjjIJ tV&-. D. i. „der hylische Intelleltt ist die Mose 

Disposition znr Aafnahnie der yom tViatigen Intellekt erzeogten VorsteU 
longen, and dies ist eine reine an sich unintelligente Potenz^ wie drr 
Kinder, von der Hyle adjektivisch benannt, weil die Seele auf dieser 
Staffel der in Betracht ihres Wesens aller Pormen haaren Hyle ahnlich ist/* 



nnbiD p; der unwissende Absdireibcr^) litl uns über der Kiuije 
seinen eigentlichen Namen vorbehalten. Nun sind unter den 
Auslegern des Hohenliedes, die hier in Betracht iLommen kön- 
nen, nur zwei: 1) Eijakim b. Salomo^ der einen von Josef ö, 
Salomo begonnenen Commentar zum Hohenliede 1388 vollendete 
(Bartolocci I. S. 217); 2) Immanuel b. Salomo ^ der geniale 
Dichter der Machberot« Von dem ersteren wissen wir nur den 
Namen; von dem letzteren hingegen, dass er in derSchrift- 
auslegung Grammatik und Philosophie mit einander vereinigte. 
Ich vermnthe daher, dass unser Comm. zum Hohenliede iden- 
tisch ist mit dem von Bartolocci erwähnten und in Cod. Ross. 
&77 enthaltenen Immanuels des Römers. Leider ist uns anders- 
woher nichts iiber den Charakter dieses Commentars bekannt. 
in völlig gleichem Geiste abgefasst, jedoch nicht identisch ist 
der Comm. zum Hohenliede in Cod. 8en. Lips« XXX. 5., der 
nach Znnzens Vermnthnng den vielseitigen lUoae b. Tibbon siun 
Verlasserhat, denselben, dessen Immanuel rühmend gedenkt. 

14) 0-D173« -latia (f. 261 ,a - 348,b), System der Religions- 
philosophie, von Ahron b. Elia dem Karaer, jedoch nicht voll- 
ständig, wie in Cod. Sen. Lips.XLlI., der sowohl in Alter, Schrift« 
Charakter, Correktheit, als Vollständigkeit den Vorzug hat» 
CJnzer Cod. schliesst mit dem Anfange des 85. Capitels, welches 
die Lehre des Aristoteles aber die göttliche Providenz enthält, 
bei den Worten ^nw^ip öbi^no i»i« •in p b9 ; der Abschreiber 
scheint in der ihm vorliegenden Originalhandschrift nicht mehr 
gefiinden zu haben, denn die Schrift läuft, wie am Schlüsse 
vollendeter Handsduriften, in ein spitzes Dreieck auf, ohne ir- 
gend eine Schlnssbemerkung. Es fehlen sonach 29 Capitel^ die 
ForUetsung des Thells über die Providenz , der Theil über 
die Prophetie und der Theil über die Unsterblichkeit und Ver- 
geltung. Ich habe die Miinchner Handschrift mit der Leipziger 
genau coUationirt und theile hier nur die allgemeinen Ergeb- 
nisse dieser Vergleichung mit, indem ich die Sylloge der Va* 
rianten von realer Bedeutung ftir einen andern Ort zurückhalte. 
1) Der Schreiber unsers Cod. ist ein unwissender Idiot, der 
die bekanntesten hebräischen Wörter oft so entstellt , dass sie 
gar keinen hebräischen mehr ähnlicli sind. Die Handschrift 
ist deshalb voll sinnentstellender Lesarten , welche verrathen^ 
dass der Schreiber seinen Text gar nicht verstanden , imd zu- 
mal mit dem Isthilach der Philosophie völlig unbekannt gewe- 
sen. 2) In den Attributen der Gottesnamen ist der Schreiber 
unerschöpfticb ; die Erwähnung Gottes in dem dürren scholasti- 
schen Werke scheint ihm als eine grüne Oase in der Wüste 
des Todes gegolten zu haben. Da ruht er aus , da häuft er Eu-« 



*) Derselbe verrätü seine OsciUnz auch gleich mii Anfange des 
0*^:113« "iäSi: durch das unsinnige : nn^b« p ll*»nÄ p ^73« , dt» m dff 
jämmerlich darcheinaader geworfelte gereimte Prolog vorausgehi. 



J 



logie auf Eiilogle und schreibt beinahe das ganze Kaddisch atia, 
so dass es fast scheint, als habe^er nur liel Bogen füllen wollen. 
Er begniigt sich nicht mit dem einfachen 'dn*« oder'^^n*', sondern 
er schreibt in bunten Variationen i^b löü ^'nnn'^i rtbyn'^ Dtt)rt 
o^nÄ3 natAi oder nbo mnir»! ^iKon*»! obpn"«i namö"» Dtön 
oder 173« ^^13731 »in *jn*i3 mb»n oder w\p Dinna Dmnn'» n 
nrb oder noch weitschweifiger nbyn"«i OTJi^n"»! "^nan"» o\Pn 
nbo o-nat: narsbi D-'jsbi:? •»Tabiybi nrb mnn^i. 3) Die Nachlas- 
aigkeit des Schreibers aeigt sich namentlich darin , dass er die 
Worte, die zwischen zwei gleichen oder ähnlichen Ausgängen 
roitteninne liegen , oft viele Zeilen, fast durchgängig weglässt. 
4) Der Schreiber hat sein Originalmanuscript oft nicht richtig 
gelesen (sehr oft n73« fiir n73e<) , ^namentlich die Abbreviaturen 
desselben nicht verstanden (fi'ur iy oft ^^o 19 oder p b^^, wo 
das andere stehen muss). 5) Die Eigennamen sind bis zur Un- 
kenntlichkeit corrumpirt, z. B. KbC317n für ^Jäk«, n^l'ictDM 

für *sJ,^', (ü*» b*JODn) LTsn fiir iX^i^u^ und die Namen ver- 
storbener karäischer Gelehrten , die Ahron b. Elia durch das 
beigesetzte 23 (T«z9Da nn3 oder «ca nis) auszeichnet, sind durch 
das beigefügte bV oder 73 oder gar ^t /a zu rabbanitischen ge- 
stempelt. Der Abschreiber scheint sich dessen gar nicht be- 
wnsst worden zu sein , dass er ein karäisches Werk imter der 
Hand hatte. 6) Die Bibelstellen, die Ahron b. Elia sehr ungenau 
citirt, stellen zum grossen ^rheil dieselben Varianten vom 
Grnndteit dar, wie im Cod. Lips. , sie sind deslialb auf Rech- 
nung der Oedächtnissuntreue des Verf. zu schreiben. Auch die 
einführenden Citatlonsformeln variiren (statt n?3M ^iDfits des 
Cod. Lips. ^irö iVfita, i^tsr 'nVdKD, piDoa ^tsk:«) nOKd). Un- 
geachtet aller dieser Mängel ist die Benutzung der Handschrift 
doch zur Herstellung des Urtextes des M3 nicht ohne Nutzen 
und Interesse, indem sie bei allem Nonsens doch mandie rich- 
tigere Lesart, ah der Cod. Lips., manchen diesen ergänzenden 
Zusatz enthält. Im Anfange sind einige Glossen in den Text 
eingesdialtet , die aber ohne Bedeutung für das Verständniss 
desselben sind , am Ende des 2. Cap. eine mit btl^iD'« ^73fit ein- 
geleitete nn^rt. Gegentiber der ersten Columne steht folgen- 
des introduktorische Epigramm : 

„0'»3*3r 'T»«b 0"«73Dnb «in D'»3T« on nso ")«'i ü^v^ 

„o-^nbarTssD o^cn bipD imy d''«)'»« bDb T^'nm mns 

„o-^bs» V2^ 'isten-'n iin-^a iTanp m^'^b» i^mas'»b73 Tip-» 

(* „D"»:n7a mi« yy npo yn-n i*no o vriiTaan 

welches ich so tibersetze: „Ihr Edlen , schaut das Buch, neigt 
eure Ohren; ein Licht der Augen ist es für die Weisen. Die 



•) Statt an I. itsn; »tatt d-^nbat^a^ l. o-nbatrn; »tatt niat-b?: 



»Ol 

Feinheit seiner Worte ist männiglich siiss wie Aduffen- Klang 
mit Cymbeln- Getön. Seine Heden sind i[ ostbarer als alle Re* 
den vor ihm^); braucht der Gichon sich zu rühmen wider das 
Wasser der Nachtthaiitropfen ? Wenn nun seine Weisheits- 
Bchätse entfaltet werden y so öfihe, Einsichtsvoller, deine Au- 
gen, gürte deine Lenden !^^ Unser aus 114 Capiteln bestehen- 
des, fast den ganzen Inhalt des JMore erschöpfendes und in vie- 
len Partien ausgeführteres Werk wird bald D''31CM nxi3 bald 
D'^'^n yy genannt. Der erstere Name findet sich bei Sabbatai 
(S. ä3. n. 11., der die falsche Capitelzahl (('"^p hat) , im Catalog 
der Leydner Bibl. (Cod. Warner. XXXVIU. aufgeführt Catal. 
S. 287. n. 49.), bei IVolf nach den genannten Autoritäten (der 
ans dem Leydner Cod. den mit den Münchner und Leipz. Codd. 
übereinstimmigen Anfang mittheilt), und nach diesen, ohne 
Einsicht in die Handschriften selber, bei De RosH (Dizionario 
L S. 3) und Kosegarten (Liber Coronae Legis S. 4.). Den 
andern Titel w^^n yy führt imser Werk bei Josef del Medfgo in 
rmsn nib:3')9, der f. 01,b — 92, a. das 7« Capitel mittheilt (das 
einsige bisher gednickte unseres Werkes), wodurch die Identi- 
tät des sonst D'^^'!7^^^ ^Xi3 genannten Werkes mit diesem ü'^^n yy 
genannten ausser allen Zweifel gesetzt wird. In demselben Werke 
(L 56, a) fuhrt Josef del Medigo Einiges aus dem 4. Cap. des 
D'^^rs )^9 über die Atomenlehre und die Atomisten an, welches 
gleichfalls in dem sogenannten Nocer Emunim sich findet, und 
bezeichnet die 3 Werke ma:»'D, 0'"^n yv **) und n*nn ^n^ als 
die Meisterwerke des hochgerühmten Ahron b.EIiaha-Acharon. 
Somit hat der Titel 0'»*'n yy weit mehr Gewähr , als der andere, 
der aus dem allerdings höchst zweideutigen Verse des Einlei- 
tungsgedichtes : 

hergeleitet worden ist. Vergleichen wir nun femer, was SekU" 
pari (S. 74) und nach ihm #o// (I. S. 115 s. vgl. lil. 72) und 
De Rossi (Dizionario I. S. 3) über das angeblich vom Nozer 
Emunim verschiedene 'o^'^tx yy sagen, ja die kurze summarische 
Besdireibnng, die nach Schuparts Excerpt Ahron b. Elia selbst 
im nn:E73n'o von seinem u^^n yy giebt, so passt Alles vollkom- 
men auf den Nocer Emunim, und es wird mehr als wahr- 
scheinlich, dass D''3inM nxi9 und O'^Ti yy zwei verschiedene 
Titel eines und desselben Werkes sind, und dass letzterer der 
ist, unter dem es vom Verf. selbst und von Joseph del Medigo, 
nach ihm dem tüchtigsten Gewährsmann, citirt wird. Ein Ein- 



*) mip ist der ancleterminirte Qualificadr-SatZy die AM, 
**) Samuel b. Juda Lob, der Heraasgeber des Noblot Chokina, be- 
kennt, dieses in der Bibliothek des ^U3^ handscbr. gesehen so haben 
ofld sagt aosdrücklicb : „B. Ahron der Spatere verfasste ni^n'o, 
rt'mn ins 'o und D'»'»n yy, drei sehr geachtete Werke,*' 



9Wt 

blick in Judt Pol^i's min-» na^tD, in dem der ö-'T! yy benutzt 
ist, würde die WahrscheinlichlLeit xiir B?ideni bringen, wenn dies 
nicht bereits durch Ahrons eigene Werlte geschähe. Ausser 
dem Leydner, Münchner und Leipziger Cod. des Werices ist 
uns Iteiner bekannt ; nach dem Gesagten ist aber das Venediger 
Mscr. (Wolf UL S. 72), von dem wir nur den Titel D-^^^n yv 
wissen , mit den angefiihrten gleichen Inhalts. 

Das eben beschriebene karäische Werk beschliesst den 

ersten Thell unsers Codex, nämlich den mit fetter ger- 

, manischer Rundsciirift (b^^y nnD) gescliriebenen ; das 349.Biatt 

ist der Titel zu dem zweiten in zierlicherem italienischen Rabbi- 

nisch geschriebenen Theile (pTainb D-p^D n«üT ü-^^wy T2Dit*d) 

Diesen zweiten Theil eröffnen : 

15) Drei kabbaUstische Aufsätze (f. 350,a — a^2,b). 

a) 'n:n p-ip bbs (f. 350, a — 351, b), über die Bedeu- 
tung des Geinbdeopfers und der Opfer im Allgemeinen. 

b) iTn orfna« S •»Cü nbönn y^yjz ri^yp (f. 351, b), Et- 
was über die Bedeutung der Tefilla nach dem Unterrichte Abra- 
ham Chazan's. 

c) mS'nnrr ^3^73 nbap (f. 351,b — 352,b), eine Tradition 
über die Bedeutung der Berachot. 

16) nnbat iwri: «na rj^ia Sn D^a-'n o^pne h (f. 352,b — 
405,a)^) vollständig, mit der Clausel: moiDi ü>*ys:y ''Wi'^^t> i»ViS3 
D-'pn» nya» te asTn b«b nbnn priD -n a ?iwö na-^anb D'»p")s 

itan i73«3n bNrt -nnam binan b«n ü^fyi 

16) Miscellen (f. 405, a —406, a). 

a) Excerpt aus D'«^nn 'o, beginnend: In der obern Welt 
ffiebt es Orte, von denen immer einer herrlicher ist als der an- 
dere, imzählig und unausforschlich , und andere Orte fiir 
jegliches Ding, die Quellen der Weisheit besonders, die Mess- 
kunde besonders, die Kenntniss besonders, die Huld beson- 
ders , die Gereciitigkeit besonders , die Barmherzigkeit beson- 
ders, die Heilkunde besonders etc.'^ 

b) isab i?:nD Sa rnoö '^n nbo ^tü« anD, ein Brief 
NachmanVa an seinen Sohn, „worin er ihm seine Ankunft 
zu Jerusalem im Monat Eliil, seinen Aufenthalt daseliist bis 
nach dem Versöhnungstage und seine Weiterreise nacli He- 
bron anzeigt, allwo er einst zu sterben gedenkt. Er klagt 
über Elend und Jammer, die unter den dortigen Bewohnern 
herrschen, und bittet schliesslich, seinen Bruder und Freund 
Mose ben Samuel zu grüssen.^^ Dies Lilienthals Auszug. 



*) Nach Ltlientbal : „Commenlar def Nacbmanides über die 26 Ab- 
schnitte des Maimonides '^ 



»03 

r) Aphorltm aus Miäraich Miächie. Das Ganae scliliesst 
mit dem Abbreviaturen -Aggregat : 

«ab ma 

Dr. Franz DeitiZici 
in Leipzig. 



IHe Handscliiifteii 

der Kon. Universitätsbibliothek in Tübingen. 

▼evBeioluiet ron 
Br. Jtaelhert JKeiier. 

(Fortsetzung.) 

Ma VII. Türkiiohe Handaclirifteiu 

1. 6rx. (ol. 206. €ab. 16.) Pap. kl. S». Wie die vorge- 
druckten Siegel beweisen^ ist das Buch durch die Hände vieler 
islamischer Besitzer gegangen. Vgl. H. Ewald^s Verseichn. 
der orientalischen Handschriften S.29. Inhalt: Gebetbuch mit 
Koranausziigen , zum Theil arabisch. 

2. (ol. Gab. 19. 211.) Pap. auf Leinwand geklebt, aufge- 
rollt. Vgl. Ewalds Verzeichniss S. 30. Gebeisrolle ^ wie sie 
wohl türkische Soldaten in den Krieg mitnehmen. Vom einige 
Bilder mit den nächsten Anrufungen; dann die ausfdhrlichen 
arabischen Qahete mit einer langen türkischen Einleitung und 
ihnlichem Schlüsse. 

3. (ol. cab. 20. 212.) Gebetarolle wie Num. 2, mit noch 
mannigfaltigerem Inhalt , aber schlechter geschrieben. Vgl. 
Ewalds Verzeichniss S. 31. 

Ma. VfTI. Tatarisohe Handschriften. 

1. (ol. cab. 18. 210.) Pap. 100 schmale Blättchen in alt- 
tatarischer Sprache imd Schrift, Meist Gedichte. Vgl. Ewalds 
Verzeichniss S. 31. 

Mb. Oriechiache Bands chriften- 

1. (ol. 8. K. 14.) Pap. Quart. 247 Bl. Anf. und Ende 
fehlt. Bis 1839 nngebunden , die einzelnen Fascikel von je 8 
Blättern zusammengeheftet und unten mit griechischen Zahlen 
bis zn aß gezählt. Von Fascikel 1 fehlt das erste Blatt. Ore- 
gorii Nysseni ontiones in canticnm canticonim. Anf.: Sifrt (uv 



!MI4 

yoQ xaL dui ipoßov yBvofdvtj %i6l etc. Sdil. : aiv^g dv<u 6^ 
öavQOV savT'ng xavtog aya^ov. 

2. (ol. 10. k* 16) Pap. 4^, in schwarz Leder gebunden, 
297 ungezählte Blätter nach einer Angabe ^on Crusius's Hand 
auf der letzten Seite. Auf dem ersten Blatt unten steht: Ste- 
phanus Gerlach sibi suisque hunc librum Constantinopoli com- 
paravlt ao p, 77, [d* i. 1577] mense novembri« Inh. : Philippi 
Solitarü Dioptra. Aus dem XI. Jh. Ineditum. Lateinisch über- 
setzt von Jac. Pontanus, Ingolstad. 1604. 4". Anf.: BißXwv ro 
ksyoneuov dumtga, fjisqmj vTtopvijöig öia &vlx(ov nohxvnusyv. 

3. (ol. 9. k. 15.) Pap. 4®, in schwarz Leder gebunden. 
350 Bl. Die Fascikel sind gezählt, doch beginnt mit F. 151 
eine neue Zählung. FoL 1. v». Ex Übrig Stephani Gerlachii 
3 taleris Constantinopoli emptus anno 76. 

a) F. 1. v<> — 150, r®. Joannis Damasceni xhxv%'px)i 
xccv ^qrpfov afuxQtmkov xat ^ibvov öl av xai catsXEyeco ngog ifuxtjv 
xrpf i8uxv* Auf dem Rand hin und wieder Notizen von neuerer, 
vielleicht Gerlachs Hand. Sogleich zu Anfang ist der Anfang 
von Mb2 abgeschrieben. Anf. : Bißlog 6tri. rov w ayu>ig 9ra- 
tffog fjiuov iwawov tov dct(ta0xi]vov. 

b) F. 151 — 257. Anonymes Werk meist Meo/bgweAefi In- 
halts. Anf. : ^OtL cauxtaXfimov ro ^siov xca ati ov du ^etv 
xoi nsQUQya^C&ocL ta iirj aa^aöedofiava iipivvno x(ov ceyi&v sc^o- 
iffifjftciv 7UU aTCO&cokayv, 

c) F. 258 — 264. r«. 2kLxoi. Als Verfasser nennt sich 
&eoq>dos 6 ßaöikevg, Anf. : &vlxoi. ol öttxoi ovtoi Byqaqyriöav 
ug xo 7CQo6amov xov aytov d'eoSoQov. 

d) F. 264 r« - 296 r». Titel roth : Tw a; ccyioig ncccgog 
{jp^av a&avttöLov agj^^fsaCTtoucov dksS^avSQLog iCQog avxvoxov a^ 
Xovxa nsQL xleuftcav xta cevccyTccaanf f^rjxijpcctcDv xwv bv zeug 
^euug ygaipcug cato^ovpemov xccl nsgi naaiv Xj^uSfcuxvovg yi/yvey^ 
öxBö^cu oq>Bdopev<Dv. F.264 — 267 v^. Register. Anf.: nBQc 
xov laöxevovxog xav ßcactiö^svtog etg XQtada opoovCioVy tuu Ib- 
yovxa &BOV uvai xov tcoczbqcc. 

e) F. 297 r« - 300 v«. üeberschrift roth: TaneirvB «a- 
XQiOQX^' ^ ^oft. j^ TUOViSxavxivoTtoL y aktijoLvÖQuag, S avxLOX^* 
B lEQOöokp. Anf. : Ai/ovrca otn/ axo psv xov adap sog xov Tcata- 
Tdvöpov sxt] ÖLttKOiSm xeööagaTCOvxa ßf. Schi.: Kol ort ayysloi 
XG) adap xo ovopa xz^pev. 

t) F. 304 — 305. Recepte. Anf. : sgpujcg juqi uccQixr^g 
xrjg noLOViag ywfoöxB ort xrig nccUoviag ovo yEvrj tustv. 

4. (ol. 7. k. 13.) Pergam. 4». 255 Bl. Vorn sind einige 
Blätter ausgerissen; das erste und zweite gehorte zum Ev. Jo- 
hannis, dessen Fragment auf F. 255 steht. 

a) Gregorii Nazianzeni orationes. Abgedruckt in den Opp. 
ed. Paris. 1630. T. I. Es sind folgende Reden in der Hand- 
sohrift. Die erste Rede scheint ausgerissen sn sein, da No* 2 
bei uns als dritte, HL als vierte u. s* f. bezeichnet ist. 



j»05 

K AiuAoYritiMo^. Ed. Par. I, 1 — 45. Anf. fehlt, Schi. 
F. 20 T^. noijivfi t€ Ofiov iuxl notiuvsg er XQv&ap irfiov ra tcv^ 
ri{uav xaöa öo^a sig rovg auovas aiifjv. 

II. F. 20 ▼• — 22 V*. IlQog rovg TcaXsacevrag ev rp a^xV 
wtL (ivj axcarcrfiavtag fieta rot/ TcgeößwBQCDV bv xtp TuxOjpL Bd. 
P*r. I, 4^. Anf.: F. 20 v*^. äo^. Schi.: %ai (it] catavtri' 
ecevtag. 

UU ¥. 22 v^ — 32. Eig xauSccQiov tov adsXtpov mvtatpiog. 
Ed. Par. I ^ 160 — 176. Anf. : OietS^e fu lASog- Schi. : o» ty 
do^a Big tovg cuovag. ccufjv* 

IV. F. 32 T« — 41 r*. Eig rwv iavtov adelcprjv rogyoviav 
autcupiog. Ed. Par. I, 176 — 190. Anf. : AdtXtprjv estcavctv 
xa Oixsta ^avuaöopm. Schi. : Big rovg auovag. aiirjfv. 

V. F. 41 r® — 50 V®. Ei^twtxog jcgcycog hti rij svoöbl rcov 
lißVttf^ovraw. Ed. Par. I, 190 — Z05. Anf.: Avbi ^ov trjv yXan" 
xav 71 nQO&vnuc. Schi. : bv XQUfxm irjöov xip xvQup t^iuBv. aiirjv. 

VI. F. 50 v^ — 55 V®. EiQrpfixog ÖBvtBQog Big xtjv öviißa' 
öiVy ny litta xfjv öraövv BoioirfianB^a 61 og^odoipi. Ed. rar. 
VLy 205 — 213. Anf.: QBQiiogb irjXog. Schi.: Big xovg caoavag. 

VII. F. 55 V* — 58 v" j^noloynxLXog Big xov fcvrov xa- 
XBQa rQ7ffOifU>v. Ed. Par. I, 142 — 145. Anf. : ITcchv. Schi. : 

VÜI. F. 58 V* — 59 V®. JnoXoyntixog Big tov avtov fiBta 
ttpf mavoScv xrjg qwyr^g. Ed. Par. I^ 134— 136, Anf. : Ovdev 
§&jvQOUQOV yfjQog. Schi.: ociiijv. 

IX. F. 59 ▼« — 62 v*. Etg FQ^ogtov xav adsAcpov ßaöC' 
Xbiov BSMSxavza iiBxa xtfv xbvqotqvuxv. Ed. Par. I, 136—141. 
AnL : tf^dov Ttuttov. Schi. : o^i/v. 

X. F. 62 ▼• — 65 r*. Evg iavtov um xov yBQOVta rjyow 
xov iitvxov naxBQa, tpfixa bjuxqb^bv avtm tpQovti^Biv tijg Na- 
tßaei/iov BKKhfiiag» Ed. Par. I, 145. Anl*. : Tb ötofia rivoi^a. 

XI. F. 65 r* — 75 V*. Eig xov nccxBQa öuxmcyvta dt« trpf 
xkq/rpf tr^ Xcda^VS* Ed. Par. I, 224—239. Anf.: Ti. 

XII. F. /5 v^ — 98 ▼•. Enixa<piog Big xov itxvxov naxBQa 
noQOVxog ßaadBiov* Ed. Par. I^ 286 — 316. Anf.: Av^qcmB. 
Schi.: nqwcBfmovxa. 

XIII. F. 93 V» — 100 r«. Evg xovg Xoyovg xcci Big xov 
^Ufamjv lovXuxvov. Ed. Par. I, 149 — 159. Anf.: Tig xcu 
tvQctwig. Schi. : Big xovg ccuDvag* cenrjv. 

XIV. F. 100 r® — 105 r<>. Ugog xovg itoliXBvo(iBvovg aycsj- 
vuovxag tuu xov a^ovxce lovhavov o^tiofiBvov rjxoi xov b^löw- 
Tfiv. Ed. Par. I, 265-— 274. Anf. : Tr[v xoiXiav ftcv. 

XV. F. 105 r® — 100 v®. Eig xrp^ occuvrjv xvquxxtw Tcai xo 
Bog Tua xov ofiov (lagxvQa Baßecvxa. Ed. Par. I^ 697 — 704. 
Anf. : Eyxaivia rcficn^ae. 

XVI. F. 109 V® — 111 r®. Eig xtjv x^f4f<y^ovi€ev ^oaQciyv. 
Ed. Par. I, 494—496. Anf. : /hJ^iaa^B. 



«06 

XVII. F. 111 r« — 127 V«. Tlegi (ptXojnijaxuxg* Ed. Par. 
1, 239 — 265. Anf.: Jvöqss adeA^ou Schi.: etg tovg cua- 

XVIII. F. 127 T®— 163 v». Kcaa lavXuevov ürfjhtiMog 
loyog «. Ed. Par. I, 49 — 109. Anf.: j^xovöate tavta. 

XIX. F. 163.vO— 179vO. Kccta lovkucifov etrihttMg ß. 
Ed. Par. 1, 109 — 134. Anf. : Ovrog ^v di]. SchL : tcav mJgm/ 

XX. F. 179 V*» — 184 v". Uegt doyfuctciv xat xazaOttxöeag 
exuhumtovm Ed. Par« 1,486 — 494. Anf.: 'Orccv. Schi.: o^i^. 

XXI. F. 184 V® — 188 V®. Jlgog tovg ein/ofuavovg nQo- 
duds^iSy t) Ott ov TCavTOQ nsQt xov ^tov öuxXayeö&ccij t} xcev- 
rote. Ed. Par. L 529 — 536. Anf.: ngog tovg. Schi.: ofiriv. 

XXII. F. 189 r° — 201 v». TIcpt »toloyiag Xoyog ß. Eq- 
QB^ Bv KcDV&ecevTivoTtoXu. Ed. Par. I, 536 — 561. Anf.: Exei 
de. Schi. : rmtg caiccv. 

XXIII. F. 201 y — 211 ro. Ih(fi vlov loyog a. Ed. Par. I, 
561 — 577. Anf. : 'j4 (uv ow eutoi i:i^. Schi. : Big cu&vag* afajv. 

XXIV. F. 211 r° — 220 r«. Hbqi vtov loyog /T. Ed. Pan 
1,577—592. Anf.: Exbiöt] öou Schi«: (mrjv. 

XXV. F. 220 r« — 231 t». TJcpt tav ieywv mBVfuxxog. Ed. 
Par. I, 593 — 612. Anf.: ^O^uvöri nBQt zov vlovkoyog. SchL: 
Big tovg €a4Xivag. aiirjv. 

b) F. 231 v"» — 254. Zwei Blätter mit dem Schlnas schei- 
nen ausgerissen. Titel: Ewayioyri xai Bi;ijyn6ig av Biunfidnf 
tOtoQiGW 6 BV ayioig narrjQ 7j(juxw rQfjyoQuyg o ^Boloyog bv np 
Tuxxa lovhMfCv &cijkiu7up nQ(xycG>. Anf.: 'O Xoyog 6 &nikirixog 
ifoyog B&tu 

c) F. 255. IX. Jh. Fragment des Evangelmms JokanniSy 
umfasst I, 38 — 50. Beschrieben von J. 0. Reiiss, Beschrei- 
bung einiger Handschriften aus der Universitätsbibliothek xii 
Tübingen. Tiib. 1778 in der Vorrede. Ebendaselbst ein Fac- 
simile der ersten Seite in Kupfer gestochen. Di« Anfangsbuch- 
staben zwischen den 2 Columnen sind vergoldet. 

5. (0I.59 Y. 200. e.) Pap. XVII. Jh. 4^ 2 ungezälüte BI. 
Titel undDediliation, 213 gez. Bl. Auf dem Titelblatt unten 
steht über den friihern Besitzer die Notiz : M. J. J. Grammerua 
Pastor Reichenbacensis dono dedit Mattheo Ilillero P. P. et 111. 
stip. Ephoro t. t. Academiae Rectori anno 1698 d. 19. Augiisti. 
Titel : Viri Cl. Dr. M. Alberti AuniJ, Graecae Linguae in anti- 
qua Tubingensi nniversitate quondam Professoris celeberrimi 
BtBoet&ifLu aive Corona anni; opus ertiditissimum , meliore fato 
tjpisque publicis longe dignissimum, academiae Tubingensis in« 
cljtis proceribus ab Authore inscriptum (»o 1607) 9 post mnlto- 
rum annonim seriem nunc demum e tenebris extractum et ab 
interitu vindicatum accurante. M. J. J. G. äö Cl3 IDC li^. Anf«: 
Testatin- vero eandem. 

(Fortsetzung folgt.) 



909 



BibliothekeliroiillL. 



Das bayerische Gesetzblatt ^o. 9. eothält das Gesetz, die 
VolleDdong des Bibliotbek- und Archivgebfludes in Mflochen be- 
treffend. — Nach einer in den Jahren 1830 nnd 1831 vorge- 
nommenen Zählang aller in der Kön. Hof- und Staatsbibliothek 
beGndlichen Druckwerke und Handschriften betrug die Summe 
a) der Druckwerke: 355,424; b) der Handschriften: 18600. 
Nach der Annahme, dass durchschnittlich jedes Druckwerk nur 
aus zwei Bünden besteht und die jahrlichen Accessionen sich auf 
circa 5000 Bflnde belaufen , würde die Bibliothek gegenwärtig auf 
800,000 Bflnde angewachsen sein, die 100,000 Bflnde Doubletten 
nicht mit gerechnet. Die jflhrljche Dotation , die sich frUherhin 
auf 10,000 Fl. belief, ist seit 10 Jahren von Jahr zu Jahr er* 
b5ht und im Jahre 1836 auf 17,500 Fl.' festgesetzt, diese Summe 
aber in einen BOcherankaufsfonds von 12,000 Fl. und in einen 
Regierungsfonds von 5500 Fl. abgelheilt worden. Von keinem 
dieser Fonds darf etwas auf den andern Übertragen werden. 

Im Globe heisst es : Der König von Bayern bat den berühmten 
Naturforscher, Dr. von Martius^ nach England und Frankreich ge- 
sendet, um mit den Regierungen beider Lflnder wegen eines Aus- 
tausches der Doubletten von Büchern und Drucksachen in ihren 
öffentlichen Bibliotheken gegen die Doubletten der grossen Mflnche- 
aer Bibliotbek zu unterhandeln. 



Das historische Archiv in der auf Geheiss seiner Haj. des 
Königs von Bayern neu einzurichtenden Burg Trausnitz bei Lands- 
hnt wird zum Theil nach Landshut, zum Theil nach Weihenste- 
phan geschafft werden. 

Am 5. Hai ist das prächtige Bibliothekgebflude in Hamburg, 
welches zugleich die Gelehrten- und die Realschule umfasst, ein- 
geweiht worden. Zu dieser Feierlichkeit ist durch ein treffliches 
nnd schön ausgestattetes Programm eingeladen worden , welches 
den Titel führt : Ansichten und Baurisse der neuen Gebflude Air 
Hamburgs öffentliche Bildungsanstaltcn , kurz beschrieben und in 
Verbindung mit dem Plan nir die künftige AufsteUung der Stadt- 
bibliothek herausgegeben von den Bibliothekaren J. G, L, Leh^ 
wann und C Petersen, Zur Feier der Einweihung am 5. Mai 
1840. Hamburg 1840. Gedruckt bei Job. Aug. Meissner« [IV 
und 122 SS. in 4. nebst 9 Tafeln Plflne, Grundrisse und Ansich- 
ten.] In dem Vorworte dieser Schrift ist bemerkt worden, dass 
scbon vor 40 Jahren der Bibliothekar der Stadtbibliothek, Prof« 
Ebeii'ngf auf die Nothwendigkeit eines grö<sern Raumes für die 
Sammlungen der öffentlichen Bildungsanstalten Hamburgs hingewie- 
sen habe. Diess Bedürfniss war um so dringender geworden, als 
die Bibliothek seil 1801 vom Staate mit einer jflbriichen Dotation 



•08 

versehen, planmasfiig veriuelirt) nod aaiserdeia durch Geschenke, 
namentlich von Seiten der Admiralität, bereichert wurde. Was 
damals für die Vergrösscrung der alten Bibliothekräumc geschah, 
reichte nicht hin, um die augenblicklichen Bedürfnisse zu befrie- 
digen. Deshalb wurde im Jahre 1825 der Vorschlag zu einem Neu- 
bau auf dem ehemaligen Domplatze gemacht, demselben Platze, auf 
welchem einst die erste christliche Kirche Hamburgs stand. Schwierig- 
keiten von mancherlei Art erhoben sich gegen diesen Plan , und 
erst der Energie des Mannes, der gegcnwärlig an der Spitze aller 
Ofientlichen Bildungsanstalten in Hamburg steht, war es vorbe- 
halten , denselben im Verein mit den sämmtlichen Behörden und der 
Bürgerschaft Hamburgs glücklich auszuführen. Die nach den auf- 
gegebenen Momenten entworfeaen , nach und nach vielfach modi- 
ficirten Baurisse der Architekten JFimmel und Forsmann erhielten 
im Decerobcr 1836 die gesetzliche Sanction. Im Frühlinge 1837 
fing man an, den Grund auszugraben; um Weihnacht desselben 
Jahres waren die Gebäude schon unter Dach gebracht, und am 
5. Mai dieses Jahres ist die Einweihung erfolgt. — Aus der 
Beschreibung, den Plänen und Ansichten , die der Einladungs- 
schrift beigegeben sind, ist es ersichtlich , dass Hamburg ein Ge- 
bände von vorzüglicher Zweckmässigkeit und Eleganz hergestellt 
hat. Die Stadtbibliothek (welche man auch zu einem Vereint- 
gnngspunkte f&r fremde und einheimische Lilteraten zu machen 
strebt, indem man einen zu diesem Zwecke eingerichteten Ver- 
sammlungssaa! hergestellt hat) hat einen von vier Säulen getrage- 
nen und mit einer Gallerie versehenen Saal von 2IOFnss Länge, 
39 Fnss Breite und 28 Fuss Höhe erhalten, welcher bequem 
200,000 Bände aufnehmen kann. -- Sobald als der Neubau der 
Bibliothek beschlossen worden war , wurde von den Bibliothekaren 
ein bis in die einzelnen Unterabtheilungen durchgeführter Plan ftlr 
die neue Aufstellung der Bücher entworfen. Dieser nach 18JIaupt- 
fllchern trefflich disponirte und übersichtlich gegliederte [in der Ein- 
ladungsschrift von S. 33 — 94 mitgetheilte] Plan, der für jeden B*- 
bliothekar und Bibliothekenfreund von Interesse ist, hat nur Einiges 
von der früheren Ordnung beibehalten, wodurch sich von selbst die 
nötbigen Modificationen der allgemeinen Principien ergeben, die ein 
auf reformatorischem Wege entstandener Plan erleiden muss. Die 
Principien kommen denen in Einigem nahe , welche im ungemeinen 
Repertorium der Lüteratur (Jena 1793) aufgestellt sind. Für die 
Ausführung ist schon sehr viel geschehen. — Möge die treffliche An- 
stalt immer so wackere Beamte, wie jetzt, haben , welche, wie aus 
dem Programme ersichtlich ist, mit so viel Kcnntniss und Liebe zur 
Sache an derselben arbeiten ; möge es ihr aber auch nie an edlen 
Gönnern fehlen, welche gleich ihren Hauptbegründern, einem Lin^ 
denbrog^ Jungius^ den Brüdern fFolf u. s. w. , dieselbe mit Libe- 
ralität pflegen und anbauen I 

Verleger : T. 0. H^eigel in Leipzig. Druck von C. P. lüelzer. 




ÜSRAPKIJII. 

(itf^rifi 

för 

IHUlotlMkwlEMiiseliaft^ Handsehriltenknnde und 

Sttere Lttteratmr. 

Im Vereine mit Bibliothekaren imd Litteraturfteonden 

herausgegeben 

Dr. Miobert Nauntann. 

jy 14. Leipzig, den 31. Juli 1840. 

Plattdeuteebe Ausgabe der Ctriseldis 

und der Geschichte von Bigismunda and Cfuücardo. 

(1502.) 



ie grosse König!« Bibliothelc in Kopenhagen besitzt eine 
hocliat seltene und (so weit ich bis jetzt weiss) noch nii^ends 
beschriebene plattdeutsch e, in Hamburg ]502 gedniekte 
Ansgabe der ErzMhhmg tob GrüeldiSy nebst (ohne Zweifel) 
beigedmckter , ebenfalls plattdeutscher Uebersetzung der Er« 
sihlung von Sligümunda und Guücardo (nach Leon^ AretinuB)^ 
Da diese Ansgabe selbst auf den Hamburger und Lübecker 
Stadtbibliotheken fehlt, und wahrscheinlich in Ober-Deutsch- 
land nodi seltener seyn wird, darf wohl eine etwas ausfiihr- 
liehe Beschreibung derselben nicht überflüssig seyn. 

Die GrUeldis hat , in einem vollständigen Exemplare, ohne 
Zweifel 15 Blatter in Quartformat; eine volle Seite 31 Zeilen; 
die mit Holzschnitten versehenen Seiten aber nur 10, 11 oder 
12 Zeilen* Das erste, oder Titelblatt, hat nur oben an der 
Vorseite folgend« 2 Zeilen : 

Van der duldicheü 
der vrowen gheheien Gfifeldü. 

Die Rnckaeitc fülll^ doch niclit ganz, ein HolzschniU aus, 
der recht wohl und besser als die übrigen ausgeführt ist, mit 
zwei Figiuren ; Ein^ in einer Art von Catheder sitzender 

14 



910 

Lehrer oder Gelehrter^ mit dem Buche vor sich, und, wie et 
■cheinty in Unterredung mit einem andern^ auf der getäfelten 
oder Estrich-Diele stehenden Manne; beide mit Mützen und 
pebtTerbramten Mänteln bekleidet. 

Das sweite Blatt hat oben in zwei Zeilen die Ueberschrift : 

De hijißwrie «an der dmldicheü der 
vrowen gheheten Ortfeldü. 
Der ersten Zeile des Textes: (Sf)vyckvanßedicieifi vnde 
truheytj mangelt der ansgeroake Anfiingsbuchstabe. Die an* 
dern alten deutschen Ausgaben der Griseldis fangen mit So 
an; hier, scheint mir, sollte man eher denlien, das Anfangs- 
wort miisste Nv sein. — Uebrigens hat die erste Seite, 
ohne die Ueberschrift, 28 Zeilen* 

Das dritte Blatt (^yjbegauet Men eyn yflick man moet Her- 
üen Vhßo^^) hat die Signatur A.iij, und einen Holzscluiitt 
auf der Uückseite. Das vierte Blatt ist ohne Hölzschnitt; das 
fünfte hat aber einen auf der Vorseite (die nackte Griseldis, 
deren Kleider man ausziehet); die Ruckseite endet: ,,va» 
mennyghen wart angheteen Vnde mer M>en}^ — Wahr- 
scheinlich fehlen hienichst in unscnn Exemplare 2 Blätter 
oder 4 Seiten, mit 2 Ilolzschuitten« Es fängt nämlich das 
nächste (achte) Blatt an mit dieser Zeile: {voge) le mfchi 
verthereu Dock Jio verne ah yd vnfem. Das fehlende nimmt 
in der hochdeutschen Ausgabe, Augsburg, bei Hans Bämler 
1472 (in doppelten Columneu gedruckt; bei Hain Repertor. 
No. 12S18) 164 halbe Zeilen auf; in der hochdeutschen Aus- 
gabe aber mit der Jahrszahl 1478 (Hain Repertor. 12819) 
70 ganze Zeilen. Nach dem Verhältnisse des Druckes in 
diesen Ausgaben zu unserer plattdeutschen wird das fehlende 
in dieser ungefähr 85 Zeilen ausmachen; und so auch mit 
2 Holzschnitten, die gewöhnlich den Raum von 18 oder 19 
Zeilen ausfüllen, 4 ganze Seiten. — Wollen wir denn das 
nächstfolgende Blatt in unserm Exemplare als das achte an- 
sehen, so hat dieses keinen Holzschnitt, dagegen das neunte 
und zehnte Blatt jedes einen auf der Rückseite. Das eilfte 
Blatt (die erste Zeile: nycht botemeitek ys dai eynem acker-^ 
manne bethe-lmei]) hat die Signatur Cj. und einen Holz- 
schnitt auf der Rückseite; das zwölfte Blatt ohne Signatur, 
und das dreizehnte Blatt, mit der Signatur Giij, ebenfalls 
)edes einen Holzschnitt. Das vierzehnte und vorletzte fängt 
an: (ge)leüet men myt duffer bliu^u infalickeii dee Üdde; 
nnd hat auf der Rückseite einen Holzschnitt (Walther und 
Griseldis mit den Gästen zu Tische). Das letzte (fün&ehnte) 
Blatt hat nur diese Zeilen: 

(ßn) ßme bleff eyn ante des lande» Vnde ieuede yn fa- 
lyckeyt Deo graciae 

Hyr endygketjyck de kyetorie van 



9» 

der duldicheii der vrawen Grtfeldü 
Qhedrueket yn der löflikenßad Hä 
horch Na der gkeiari CHfti. M. 
CCCC. vnde itce. 

Die ganze Rückseite nimmt ein sorgfältige ausgeführter Holi- 
schnitt ein: eine Franensperson, in weitem^ faltigem, die 
Fasse bedeckendem Schleppkleide , mit einer Krone auf dem 
Haupte und dem Scepter in der rechten Iland« 

Dieser Ausgabe der plattdeutschen GrisekUa scheint, nach 
aUeo Merkmalen, eine ebenfalls niederdentsche Ausgabe der 
Erzählung von Sigiamunda und Guiacardo beigedruckt 
sa seyn. Wenigstens sind nicht bloss beide Schriften in un- 
serm Exemplare früher als zusammen gehörend angesehen 
(s. Bibliotlieca E. D. Hauben. Hafn. 1767. T. U. p. 122; 
von welcher Sammlung dieses E&emplar herstammt), sondern 
anch die Signatur scheint darauf hinzudeuten. Letztgenannte 
Schrift hat auf der ersten Seite diesen Titel: Vau {aiel) 
/ygifmunda Dei\ vorßen dochter van Salernia Vnde \ 
van dm mngelige Gwtfcardo. Uebrigens hat diese Seite 
24 Zeilen (die letzte: ere vader teere /e ens aderW mämm 
to geu^de in dai) ; eine volle Seite aber, wie in der Grisel- 
dis, 31 oder 30 Zeilen. Das erste Blatt ist ohne Sipatur; 
das zweite hat D.i; das sechste £«i« Auf der Vorseite des 
neunten Blattes endet die Sclirift mit 5 Zeilen, deren erste 
(arhei) de alfe Gwtfcardus vnde Sigifmunda hehben; die 
letzte: Sigifmunda ene gheheden hadde. Danach, ohne Jah» 
reazahl und Drnckort: 

Hyr endighetjyck.de hy/taria Sigifmnden 
vnde Gwifcardi der beyden lejffhebbers, 

Druck, Format imd Papier sind demjenigen der Griseldis 
vollkommen ahnlich. — Uebrigens besitzt die Kdnigl. Biblio* 
thek auch noch eine andere , ältere niederdeutsche Ausgabe 
der Griseldis; Fol. 35 Zeilen, ohne Drnckort und Jahreszahl 
(am Schlüsse: DEO GBATIAS); aber in einem vom defeo* 
ten Exemplare. Der Druck ist gross, scharf und deutlich; 
anch die Holzschnitte, von weit roherer Ausfühnmg, zeigen 
ein höheres Alter an« Ein ebenfalls unvollständiges Exemplar 
dieser Ausgabe findet sich in der Hamburger StadtbibUothek. 

Kopenhagen» 

C. Molbeck. 



14 



«1» 

RenatuM Seci, Bochdracker ans Strassbarg, 
als BuclidraAker im ItaAm« Baden Im JAlire 1511» 

and Johannes BüOy 

Mermam^eber der ^jN^loyla n^uMierun^^ 

Pan%er VI, p. 54. No« 239 fuhrt das Buch 
jjApologia muUerum \ in mro8 probro8o$ JoatmU \ Motu Neor 
pelUmmSaere \ wdi» tfpoHoUtm Seereianf | If. Bxmusum 
im TbermU Anihomms Oppi \ di Bademis per lUnmtum 
Beck Cmmn \ Argentmen. Amno. M.D.XL No | fio. Kat. 
Januarij. quädo fiesim \ preter soiäam erudetttaiem \ Ar^- 
gndoraii inerudesee \ bai^* 

fthchlich unter dem Dmckorte Straasburg auf, da aus der 
SchkiBsschrIfl vielmehr mit Bestimmtheit hervorgeht , dass der 
fitraaiburger Dmcker Renattu Beck^ ohne Zweifel auf der 
Flucht vor der damals in Strassburg hansenden Pest, dassellie 
in Baden^Badtn gedruckt hat. Beck ist in seinen BchlusB*» 
tohriften iiber den Dnickort setner Bücher sehr genau, wie mns 
dm, bei Araber XI. p. S61. 8S2 angeführten Schkissschriften 
«einer Strassburger Dnicke vom J. 1513 und 1514 hervorgeht* 
Audi der Herausgeber dieses Buches» welcher seine 
eigenen Verbesserungen darin angebracht, Johannee HieOy 
Badenais, politianim litterarom professor, von welchem einige 
eigene Produkte unter dem Titel Sümla Jo. Himmü beige* 
dnwkt sind, ist weder bei JSeher noch bei Adekmg sn fin«* 
den, ungeachtet Bobanus Heasus ihn foh iWj j^poeiice cem- 
nuMnipulatimii Ordmmrmm^^ nennt. Dieser /•. Uiwo hat schein 
früher ein Buch unter dem Titel: Jocmm Hüeme Contilenae 
aliquot bucoUcae de iliustrüsimo Principe Pkilippo Comite 
Pldaiino , Eleei^re ImperU. (!) L^mae per Welfgangmm Mo- 
nacemem lä06. 4» drucken lasse», welches anch in der Apo«- 
log ia CsL b iij in einem Briefe an den Verf. unter dem Namen 
BuecoUca tum emnmima entweder mit inbegriffen, oder allein 
«emeint aeyn kann. Da nun Hieö foKaiJ in Hinsicht anfdAt 
Biu^ des Jo. Meiie aelbat erklärt: ,^edM suhtrasi fuedmm, 
mddidi,'^ ao kann auch der nraprün^iche Titel des Originals 
woU der von Bmier mem. Ubr. rar. p. 2B. angegebene: „/«- 
mUw ooeimM femimei eamira maree^^ gewesen , und erst von 
üfo abgeändert worden seyn. 

StuUgart. 

Oberbibliotheliar Dr. Moser. 



»IS 



Eiltterariselie Creditverliftltiil«N»e« 



Die Anleihen w Gedanken und Worten, die wlt ?on neue- 
ren littenrisciien Erscheinungen an älter« Gelateseneuniste 
ti|;lich gemacht finden und welche lum Theil an das nunovi, 
xum Theil an das tfure« meus Uvrea nouveaux erinnern, wer- 
den, einer Art achrifUteUerischen Anttandes halber , al^ta 
melur oder minder verhüllt. Doch ist dies nicht immer der 
Fan und die Theorie des Nackten findet auch auf diesem 
Felde Ihre Bewunderer und Anhänger. Da nun, Gott Lob! 
die Peifectibilit&t dermalen in das Unendliche lu ceben scheint, 
so ist es natürlich , dass auch in solchen litteranschen Credit- 
verhaltnissen Erstaunliches geleistet irird. Wem sollen wir 
wohl die Palme auerkennenf 

Als ein tüchtiger Competent in solchem Wettstreite, als 
ein unerschütterlicher Plünderer nicht etwa früherer, nein 
gleichzeitiger Werke hat sich kürzlich Herr A Namur ge- 
zeigt, und ihm , der vor wenig Monden auch unserem Uvret 
d€9 Jina die Ehre eines neuen Abdruckes mit obligaten Ana- 
graphaeana widerfahren Hess, mag einer wirkUeh uperhorteii 
Gopiervirtuositit halber hier ein bibliographisches Denkmal 
gesetzt werden. 

In seinem f^ProJei iFun nouveau sysiime bibUofrgphifUt 
de$ cotmahäancea humamen^^ (Bruxelles 1839. 8.) , einem um 
so strenger zu beurtheflenden Machwerke, als Herr Namuf 
jedenfalls tüchtige Anlagen in seinen früheren Schriften ver- 
rieth, besteht die PrSface nur ans detachirten Stellen der 
Cojff/an/nischen BibÜothekonomie, wie die nadisteheiide Ver^ 
glelchung (was Constaniin anlangt, nach der Pariser Original- 
ausgabe) lehren wird« 

Wamur. Constamtint 

S. U Tu \^ 4 wortlich abgedruckt von S. 6.§.&. Z.29— 31. 

„ 8—1» „ „ „ „ 7. J»l, H 17-1^8. 

„aO-24u.S.lI.2Ll-3 ,, „ 7.4«.!. ^,82J6u. 

. „ 8. {• I. „ l-^ 7« 

„ Notel, „ „ „ „ 8.§.2,8-l0a2-15* 

S.U. Z, 8— 7 „ „ „ „18. $.8. 2,21—25. 

„ 7.9. „ „ „ „24. §.!•;„ 31. M. 

Notel. „ „ „ „22.4,%. „ 5--- 12. 

2, „ „ „ „^|,3. w*13— 19. 

4. „ „ ., „22,23, 4,4, »• 27- 

84, 1—5. 

5.Z.1-6 „ „ „24,25,4-JOZ-3*- 

34 1—6. 

5. ,,«---8u,S.IILN.5.Z«l-2 „25. 4,11. Z. 12-17! 












»y 

>» 
»t 



M4 

jr«mur. Con*tmntin» 

S.ni.Z.l— 7 w8rtlichabcednicktTonS.17.16. «.1. Z.aB— 

32 1—8. 

„ Notel. Z.l— 6 „ „ „ 28. §.16. z'S— 11*. 

„ „ 1. Z.7— 11 „ „ „ 28.29. §.18. Z. 32— 

34, 1—4. 

» » 2. „ „ „ 20. §.7. Z.l — 8. 

S.IV. Z.1— 6 „ „ „ 8. §. LZ. 25— 31. 

»7—13 „ „ „ pr^fiicep.l.Z.l— 8. 

„ 14— 17 u.V. Z.l— 4 „ „ S. 5. §.1. Z.3— 13. 

Notel. Z.1— 3 „ „ „ 18. §.3. Z. 17— 20. 

,, 1. Z.3— 13 „ „ „ 18,19. §.4. Z. 26— 

34, 1-6. 

„ „ 1.2.13—18 „ „ „ 24. §.8. Z. 11-21. 

S.V. Z. 5— 13 „ „ „ 6. §.2. Z.l— 9. 

„ „ 14—16 „ „ „ 29. §.1. Z. 29-31. 

„ „ 16—» „ „ „ 8,9.§.2.Z.32,1— 8. 

„ „26-30 „ „ „ 95,96.§.1.Z.31,1— 4. 

„ „ 31-34 II. VI. Z.l -7 „ „ 96. §. 1. Z. 5— 15. 

„ Note 1 „ „ „ 33. §. 2. Z. 11—14. 

S. VI. Z. 8-20 „ „ „ 96. §.2. Z. 16— 28. 

,, „ 21 — 36 ,, ff „ 96. §.9. Z. 18 — 33. 

„ „ 37,38. Vn. Z.1- 4 „ „ 98,99.§.10.Z.34,]-5. 

S.Vn.Z.4— 12 „ „ „ 120,121. §.2. Z.33, 1-7. 

,, ,, 14—20 ,, „ „ 125. §. 2. Z. 9—15. 

„ „ 21—29 „ „ „ 30,31. §.3.28-34,1.2. 

„ Notel „ ,, ,, 24. §.9. Z. 22— 29. 

„ „ 2 (S.Vni) „ „ „ 79,80.§.2.30-33,l-9. 

S.VUI.Z.1— 14 ,, ,, „ 125, 126. §. 3. Z. 21— 

„ „ 15—22 „ „ „ 128. §.4. Z.6H-12. * 



,, „ 23—26 „ „ „ 126. §. 5. Z. 18—21. 

„ Note 1 „ „ „ 127, 128. §. 9. Z.28, 

29 33 34 1 3. 

S.IX. Z.23,25,26, ii.S.IX.1-4 „ 126. §^6. Z.i2— 27i 
S. X. Z.»-m „ „ „ 126,127.§.7.28-34,1.2. 

S.XU. Z.7— 21 „ „ „ präkcep.3. Z.7— 24. 

Wm ist nun in dieser XII Seiten langen Vorrede des 
Henm Natnur sein geistifes Eigenthnm? Nidits als folgendes: 

Seite III. ZeOe 7—20. 
„ — Note 2. Zeile 7.8. und S.IV. Zefle 1-5. 
„ IV. Note 1. Zefle 18—22. 

„ Vm. Zeile 26—29. 
,, IX. ZeUe 1—22. 
„ X. Zefle 4—27. 
„ XI. eins. 
„ Xn. Kefle 1—6, 22—35, ind. des Datums und Namens. 



»Ift 

Der Leser m^; selbst beiirlhcilen , ob dieses ton Herrn 
Namur gegebene Eigene das WerthvoUere sei oder nicht; 
iiDs hat es nicht so scheinen wollen. Doch fehlt die in allen 
neueren Productionen desseliien Herrn Verfassers stereotype 
Phrase nicht, dass er Vollständigeres, Besseres und Braucli« 
bareres geliefert habe, als alle seine Vorgänger. Dass dies 
bei dem hier fraglichen Buche nur der banalen Redensart 
halber gesagt sei, wird jeder Unbefangene sofort Anden, wenn 
er sich mit dessen Inhalte bekannt macht, wenn er selbst 
sieht, mit welcher Debereilung eine Schrift verfasst ist, die 
Ihrer Tendenx nach nur ein Ergebniss der tiefsten und müh- 
samsten Studien seyn konnte. 

Weldie Achtung mnss übrigens Herr Namur Tor dem 
Publikum, yor der OeffentUchkeit haben, wenn er sich mit 
so nairer Unbefangenheit als litterarischen Freibeuter prodn- 
drt! Frnhere vielversprechende Leistungen können su einem 
solchen Verfahren nicht berechtigen, und den strengsten 
Tadel verdient der Mann , welcher, da er doch Eignes liefern 
könnte, es vorzieht, sich mit fremden Federn su sclmiiicken, 
seinen Lesern das recht wackere, gut gemeinte Buch des 
€knutantm durch ein Kaleidoscop zu zeigen und die von 
Walter Scott aufgestellte Idee einer Romanfabrik unglückliclier 
Weise auf die Bibliographie übertragen zu wollen. 

Möge Herr Namur diese litterarische Sünde bald durch 
ein tüchtiges eigene» Produet wieder gut machen! 

Dresdin. 

Hermann Lndewig. 



Zur Litteratar der Nanmborg-Zeitzer Stifts-Bibliotliek 

zu Zeitz. 

Die Naumburg^Zeitser Stiftsbibliothek , welche In dem Bi- 
schöfe Jalhis von Pflug ihren eigentlichen Begründer verehrt 
und von dem Herzoge Moritz zu Sachsen nicht nur. die von 
D« Thomas Reinesius Erben zn Leipzig um 1600 Thaler er- 
kaufte Sammlung , sondern auch im Jahre 1671 die Einkünfte 
der Viearien S. Leonhardi und S. Cnicis zu ihrer Vermeh« 
mng angewiesen erhielt, sollte in Folge der bei der Refor« 
mation gesclilossenen Capitulation nach Naumburg in Ver- 
wahnmg gebracht werden, blieb aber dessenungeachtet bis 
znm heutigen Tage im Schlosse zu Zeitz. Zur näheren 
Kenntniss dieser Bibliothek und ihrer Gesdiichte dienen einige 
im hiesigen KönigL Geh. Staatsarchive befindliche Handsclirif- 
ten , auf welche der Unterzeichnete durch diese Zeilen die 
Freunde jener Bikchersammlnng aufmerksam zu machen wünscht. 



»1« 

Uniteittarium Her Butlftv ^m SbtHU ^iintftitTg* 

lä6&. foL 

Voran des Administrators Friedridi Wilhelm, Hersogs sii 
Sachsen, Befehl an das Domcapitel sii Naumburg, die Auf* 
nähme eines Inventariums über die Zeitser Stiffts Liberey 
betreffend. Dat. Torgan. 1593., in dessen Folge die Abschrift 
des bereits im Jahre 1565 von Johann Rivins, dem Sohne 
des beriihmten Jo« Riviiis Athendor«, aufgenommenen Inven- 
tarinms eingeschickt worden ist. Das Inventarium ist in la« 
teinischer und deutscher Sprache abgefasst, davon das latei- 
nisch geschriebene Yerzeichniss den Anfang macht und fol« 
genden Titel fuhrt : Indes BibUotheeae mttruetae a Reveren- 
äiaiimo Principe D. Julia Bpieeopo Numburgenei^ distributus 
hoe ordine, ut aecundum Utero» Alphabeti^ espanantur eepo" 
ratint ^ guaeeunque muUipUei ttngua extant. Primum in TAeo- 
logffl, deinde quae in Jure Ciuili et CanonicOf tum guae im 
Medidna: postea quae in Hiitoriie: ad kaee quae in Poätis: 
poetremo quae in omni PHiloaophia. Das deutsche Verseich- 
niss fi\hrt den dem lateinischen entsprechenden deutsdien 
Titel, wie überhaupt zu bemerlten ist, dass beide Verseich- 
nisse in allen Stucken , bis auf die Sprache allein , völlig mit 
einander übereinstimmen. Die Kataloge zerfallen in zwei 
Theile, von denen der erste die von dem Bischöfe Julius 
hinterlassene Sammlung und der zweite die aas der Zeit der 
früheren Bischöfe stammenden Bücher in derjenigen wissen- 
schafidlchen Ordnnng anffiilirt, die in dem Titel des Inven- 
tariums hinlänglich angedeutet ist. Manuscripte (in membrana 
manuscripta et in cartis manu descripta) und Druckschriften 
sind von einander abgesondert. Der erste Theil beginnt mit 
der Ueberschrift: Index «jus Bibliothecae, quam instructam 
in arce Cizensi , moriens reliquit Reverendissimus Princeps ac 
dominus D. Julius Episc. Numburg« Ausser den bereits ge- 
nannten sechs wissenschaftlichen Classen ist als Anhang eine 
siebente Classe von Büchern und anderen zur Bibliothä ge- 
hörigen Gegenständen in folgender Ordnung angefahrt: 
1) Libri impressi, soluti et rüdes, quales recens ab officina 
afferuntnr: In fasciculos et grande coUigati. 2) Ldbronim 
germanice latineqne manuscriptorum multiplids Argumenti et 
generis, non parua copia. In quibus sunt partim exempla 
«ornm, quae dum viveret Reverendiss. D. Julius edidit: par« 
tim absoluta qiiidem cum inscriptionibus plura: sed nonduBi 
edita: partim inchoata et rndia, quacdam in diartis schedisque 
relicta: partim deniqne scripta comprehensa oonsilia, de refer* 
mandis Ecdesiis, cum hnjus Dioeceseos tum alianim Bede- 
slarnm CoUegialium. 3) Iraagines et icones a capite usqoe ad 
summa pectoris , atque eo modo expressi halientur in pannin 
lineis« 4) Regiones in cartis et pannis linels grandioribns 



r 



depkUe extant. . 5) Historiae in paonit Bneis depictae* 6) In 
cBita grandlnscnla super tabella inducta» 7) Item* 8) Po- 
Blremo in Bibliotheca sunt« Der erste Theii adiUesst mit 
den Worten : Indicis libroriim et BibUotlieGae totins , instructae 
a Renerendissimo Principe D. Julio finia. Cisae Libonotromm 
postridie Calendas Junias Anno aaliitiferi partu s in tcrris Filii 

Del , Jesu Christi Domini ac Saluatoris nostri* M.DXX V« und 
hat ausserdem noch folgende Nachschrift: Joannes Ririus fa<* 
tetur hnnc Bibllothecae amplissimi Praesulis D. Jnlii Episcopi 
Nnmburgensis , Indicem Jossu Illnstrissimi Principis Electoris 
ac Domini D. August! etc« a sese confectnm: descriptum esse 
ex Autographo suo atque ita denuo reoognitum et emendatiira 

Dominis Consiliariis^ in arce Cizenlsi redditum V, CL Julias 

Anno salutiferi partus in terris filii Dei Jesu Christi M.D.LXV. 
Der zweite Theil beginnt mit der Ueberschrift: Index Libro- 
ram Veteris Bibliothecae relictae a superionim temporiun 
Numburgensibus Episcopis in arce Cizensi, und schliesst mit 
den Worten: Jndids librorum uet eris B ibliothecae Cizensis 

Flnis. Cizae die Corporis Christi A® ISBSl und der Nachschrift: 
Hlc Index similiter ut prior, ex Autographo Joannis Bivii de- 

SGriptua est: V CaL Julias. 

^cta Urkunden und Naehnchten die Foundation des Proku-- 
ratur-AmtB und dessen Verwaltung, ingb die Stiftung der 
Bibliothek betri 1660 sqq. fol. ff. 27 b --28 b. 

betrifit die Hochfiirstl. Verordnung Tom J. 1671 über 
die zur Vermehrung der Bibliothek angewiesenen Ein- 
künfte der Vicarien S. Leonhardi und S. Crucis. 

Fuadation der StiffU BibUotbec. 1671. foL 

Enthält die Verordnung des Herzogs Moritz zu Sach- 
sen , dat. Morizburg an der Elster den 22 Sept. 1671, 
die genannten Einkünfte betreffend. 

Daran 

a) Berieht V. L. von Seckendorfs. Dat. 28 Jan. 1680. Mit 
dem Fiat des Herzogs Moritz zu Sachsen signirt. 

Enthidt die Mittheilung, dass die genannten Einkünfte 
In 83 Thlr. 5 Gr. 9 Pf. bestehen , davon als jähriiche 
Besoldung des Bibliothekars , welchem jährlich 2 Schef- 
fel Weitzen y 6 Scheffel Korn und 6 Scheffel Gersten 
gereicht werden sollen , 11 Thlr. 18 Gr. abgehen und 
mithin ungefähr 70 Thlr. zur Vermehrung der Biblio* 
thek übrig bleiben. 

b) HockeFa Spedfication der Einkünfte der Vicarien S. Leon- 
hardi und S. Crucis während der Jahre 1670—1721. Dat. 
6 Octbr. 1721. 

c) Instruction y Womach der ietzige Bibliothecarius , Elim 
M. Christian Mathaens von Saher Pastor ad St: Nicolai, 



M a e h e r. 

Ntimmer 945. Homer! Opera j graece. 2 VoD. Florent* 1488. 
FoL Edit. princ. Von Wurm gelitten. 1042 fn 

,, 219. Lactantii Firmiani de divinis Institntionibus ad- 
versiis gentes libri Septem. Siibiaco* 1465. Fol« Edit. 
princ. Von Wurm gelitten. Erstes in Italien mit 
Jalirzahl gedrucktes Bucli. 810 fr. 

yy 24. Biblia swieta^ tbo iest, Ksiegi starego y nowego 
zalconu etc. id est: Biblia polonica. Brestiae 1563. 
Fol. Mehrere Blätter ausgebessert. 627 fr. 

„ 566. Bei Kiisticae Scriptorea. Yenetüs, Nicol. Jen- 
son » 1472» Fol. Edit. princ. Hit handschriftlichen 
Noten von Politlan. 549 fr. 

yy 390. Decor Fuellarnm: Zoe Honore De Le DonseUe, 
etc. (Venet.) 1461 , per Nicolaum Jenson« 4. Wenig 
befleclEt. 500 fr. 

,9 1025. F. Yirgilii Maronis Opera. Mutine, per Jo- 
bannem Vurster deCampidona, 1475. 4. Zerstochen 
und ausgebessert. 500 fr« 

yy 30. Fsalterium graecnm, cum latina versione. Me- 
diolani 1481. Fol. Edit. princ. 400 fr. 

yy 1229. Rime di Fr. Petrarca. Venet. (Nie Jenson) 
1473. Fol. Sehr zerstochen. 392 fr. 

,y 1106. Ausonii Peoni Epigrammat. Oddii consolat. 
Probae Cent, excerpt. Calphurnii Bucol» Carmen etc. 
Venet. 1472. Fol. Edit. princ 315 fr. 

,> 785. Vitnirii Pollion. de architectura libri X. Am- 
stel. Ekevir. 1649. Fol. UnbeschniUen» 310 fr. 

,, 324. Monte sancto di Dio. Florent. 1477. Fol. 4. 
Edit. princ. Das erste Kupfer ausgebessert. 301 fr. 50 c 

,, 397. Joannes Jacobus Canis De Injiuriis Et Damno 
Dato Rubrica .... Explicit Opusculum D. Jo. Ja. Gan. 
Editum L(ucae) 146». Fol. Wohl einzig belsanntes 
Exemplar. 300 fr. 

9^ 2600. n Castiglione, overo dell' arme di nobilUL dia- 
logo di P. Gritio. Mantova. 586. 4. 280 fr. 

,y 1430. Tutti i Trionli, Carri, Masscheaate (atc) o 
Canti Carnasciales chi andati per Firenze dal tempo 
del Magnifico Lorenzo Veccliio de Medici ... per 
infino a questo anno presente . • . Fiorenza (Tarren- 
tino) 1559. 8. 270 fr. 

,, 1105. Martialis. (Venetiis, Vindelinus de Spira. circa 
1470.) 4. 260 fr. 

,, 2163. Polybii historiarum libri V, laüne. Romae, 
Suueynheym et Pannartz. 1473. FoL 230 fr. 

,, 1402. Fazio di Ghiberü: Dita Mundi. Vincentia per 
Leonardo (Achates) 1474. FoL Zentochen. 210 fr. 



NiunmerlSaß* Claudü Ptolemei Cosmograpbii (latine). Ro- 

mae^ 1478. Fol. 210 fr. 

1404. Geo^aphia di Francesco Beriinghieri fioren- 

tino. Firense (circa ]'482). Zerstochen, 200 fr. 

2153. Titiis Liviiis. (Venetüs) Vindeliniis (de Spira). 

3 VoD. 147a Fol. 200 fr. 

T. O. Weigel in Leipzig. 



» 



» 



Ueber die aaf der Leipziger Stadtbibiiotfaek befindliche 
Handschrift der AnnaMeM VuldetueB. 

Ein Beitrag für die Ausgabe derselben von Pertz (Monom. 

<Serm. I. 337—415). 

(Portsetzang) 



Pag. 356.39. Godafridl 

— 40. Commerciacam 

— 41. diiodenis 

- 3äO. 4. quod — reDimtl* 

assent 

— 5. sine mora in die« 

positione 

— '8. IngQenheim 

— 9. Herioldns 

— 10. Mogontiacum 

— — . Georgias 

— 11. presbjter 
• jdranlicnm 

— 13. noticiam 
• palatio fogiens 

- — 16. Hfldoinus 
^ 18« Sueasonum 

- — 19. allata 

— 21. graüam 
• eonmdem 

— 27. BarcinonenaiuBi 

— 28. iDcolumi 

— 30. miiUodena 

- — 31. Bulgari 
. — 32. ifpe 

— 35. post 

- — 38. HLotharius 
*. — 39. Hlndowicus 



godofridi 
commertiacnm 
[corrigirt] dnodennis 
quid — renundassent 

sine moranim indisposiUone 

ingalenhelm 

herfaldiis 

mogontiam 

Georins 

presbiter 

ydroulicum 

notitiam 

palacio fugena 

hildiuninua 

suessonam 

alata 

graciam 

earundem 

Barcenonenslnni 

incolomi . 

multoties 

bulgaris 

igni 

propter 

Hlutharius 

liidauiiicns [corr. : hlndautiiciisj 



Par.360. 1. 

- — 4. 

I — 1! 

. — 13. 

- —16. 

- — 17. 

- - 18. 

- —21. 

- —23. 
. —24. 

- —25. 

- —27. 
. —30. 

I —32* 

I —33.* 

- —35. 

- — 36. 
. 361. 3. 

- — 6. 

- — 7. 

- — 8. 



JP«rrf#. 

sabbato 



— 9. 

— 15. 

— 17. 

— 18. 

— 19. 

— 20. 

— 24. 

— 25. 

— 28. 

— 31. 

— 33. 



- 362. 3. 



Cornea 
Hlotharius 
Bpaciiim 
Hliidowicum 
5. Non. Mai. et 
Iuna2.MoD.Juii. 
Wormaciam 
Alsatiam 
ad 

Hlotharium 
Mahtfredo 
Aurelianensium 
HIndowico 
Thiodenhove 
Hlotharius 
ad Franconofurd 
saDCtos 

inde ad Aquense 
Frisonibus 
Ticinum 
Halbdani 
vespere 
apnd 

factus est 
Karolo 

Hlotharius et Hin- 
dowicns 
Tridentina 
acquiescens 
intelligens 
Franconofurt 
natale 
Novembrlo 
Adalberti 
cedendumque 
Hlothario 
Hludowico 
Hlothario 
assnmpto 
Karolo 
iraperatoris 
Rhemim 



sabato 

comis 

hludharius 

spatiiim 

hlndauuicum 

II. nonas maii et luna Xfll. 

kal. iun. 
nuormaticam 
alisatiam 

fehlt, 
hludharium 
mahcfrido 
aurilianensium 
hludauuico 
theodenhoue 
hlutharius 

franconfurdum (ohoe ad) 
sanctum 
inde aquense 
frisionibus 
Ticennm 
halpdani 
uesperi 
aput 
factuest 
karlo 
Hludharius et hlndannlctis 

tredentina 

adqniescens 

inteUegens 

francofinrt 

natalem 

nobembrio 

adalberhti 

que ist hineineorrigirt« 

hluthario 

so auch der Cod. 
hluthario 
adsumpto 
|[arlo 
Imperator 
renum 



(Fortsetzang folgt.) 



Blbllothebeluroiilk. 



lo den Archive zu Kassel hat der Bibliothekar Dr. Rommel 
einea bisher nnbekaouteD Briefwechsel zwischen König J^eMriicik IV. 
▼OB Frankreich und MorU% dem Gelehrten , Landgrafen von Hes- 
sen , anfgefanden , welcher merkwfirdige Aufscblttsse fttr jene Zeit 
giebt. Diese Briefe werden jetzt bei Renouard u. Comp, in Paris 
keraasgegeben. 

Die Kön. Bibliothek zu Berlin hat ausgegeben: Index libro- 
rom manascriptomni et impressorom, qoibas Bibl. Reg. Berol. 
aocU est anais 1837. et 1838. [Berol. XXXVl n. 119 SS. in 
4.] Nach diesem Verzeichniss hat die Bibliothek in diesen beiden 
Jahren 5132 gedrackte Bücher, so wie 92 lateinische und dent^- 
sche Handschriften acqairirf. Dem Berichte über diese Acces- 
sionen ist eine Geschichte der KOn. Bibliothek während der Jahre 
1828—39 vorausgeschickt. 

Das KOn. Preass. Cultusministerium hat der Universitätsbi- 
bliothek zn Greifswald vor einiger Zeit 400 Rtblr. als ausseror- 
dentlichen Zuschoss gewährt. 



Der Soperinteodent Dr. Schumann zu Annaberg hat der dor- 
tigen Gynnasialbibliothek mit der von ihm aus eigenen Mitteln 
erkauften , mehr als 1200 Bände enthaltenden Bibliothek des 
verstorbenen Rectors Benedikt ein sehr ansehnliches Geschenk 
gemacht. Die Bibliothek besteht aus Büchern im Fache der 
Philologie 9 Pädagogik und Geschichte. 

Die Universitätsbibliothek zu Leipzig (bibliotheca Paullina) hat 
vor Kurzem einen eben so bedeutenden als erwünschten Zuwachs 
erhallen, indem der grüsste Theil der von dem ehemaligen Pro* 
fessor der orientalischen Sprachen daselbst, Dr. Ernst Friedrieh 
Karl Ba$enmüllery hinterlassenen BOchersammlung mit ihr verei- 
nigt wurde. Diese Sammlung war nämlich bald nach dem Tode 
ihres berühmten Besitzers aus den Händen des nächsten Erben 
durch Ankauf an den rühmlichst bekannten Buchhändler Wilh. 
Ambr. Barth übergegangen und wurde von diesem späterhin dem 
Ron. Sachs. Hohen Ministerium des Cultus und Öffentlichen Un- 
terrichtes ftv die Universität um den Kaufpreis angeboten. Da 
es jedoch bedenklich schien , die ganze Sammlung zu acquiriron, 
weil dadurch die in zwei bedeutenden Versteigerungen noch kei- 
neswegs ganz beseitigten Doubletten der Universitätsbibliothek zn 
sehr vermehrt worden seyn würden , so vereinigte man sich dahin, 
dass eine Auswahl getroffen und nur das übernommen werden 
sollte, was in dieser Anstalt noch nicht vorhanden war. Dem- 
zufolge sind von den 3947 Bänden des Katalogs gegeo 2600, nnd 



•»4 

37 Handschriften io des Besitz der üaiveniUitsbibiiothek Über- 
gegangen. Darch die Druckwerke erbalten Tornefamlich die Fä- 
cher der Theologie und der orientalischen Sprachwissenschaft, 
letztere im weitesten Cmfange und mit Einsehloss der dem Sprach- 
kenner and Ausleger unentbehrlichen Realien , eine Bereicberong, 
wie sie fttr den Standpunkt» den die orieolaliscben Stadiea an der 
Leipziger Universitftt einnehmen können, gegenwärtig nur gewünscht 
werien kann , und namentlich ist der seltenen und kostbaren Werke 
zu gedenken, welche der verewigte Jtoaenmötor mit nicht geringem 
Aufwände unmittelbar aus Indien bezogen hat. Die Handschriften 
sind tbeils rabbinischen , theils orientalischen Inhalts, und unter 
den letztern zeichnet sich besonders ein prächtiger Codex des Saadi 
ans, dessen reiehe Verzierungen unter andern auch höchst schXtzenS'* 
werthe Darstellungen youTafelscenen mit menschlichen Figurßn ent- 
halten , dergleichen in orientalischen Handschriften bekanntlich nur 
sehr selten gefunden werden. 

Am 25. u. 26. Juni hatte die an alten Druckwerken bekanntlich 
so reiche Universitätsbibliothek zu Leipzig zur Säcnlarfeier der Er- 
findung der Buchdruckerkunst eine sehr interessante Ineunabelnschau 
veranstaltet , fiber welche ein Catalog [Verzeichniss einiger in der 
akademischen Aula am 25. und 26. Juni 1840. zur Ansicht aufge- 
stellter, in der hiesigen Universitätsbibliothek aufbewahrter alter 
Druckwerke. Leipzig, bei F. A. Brockhans« 1840. 14 SS. in 8.] 
gratis ausgegeben wurde. Dor Oberbibliothekar der Universität, 
Hofrath Dr. Oersdorf^ sprach vor einer zahlreichen Versammlung 
in seiner am 25. Juni in der Aula gehaltenen Säcularrede , welche 
auf die des CSomthur und Prof. Dr. Hermann folgte. Aber die ein- 
zelnen Stücke dieser von ihm sehr zweckmässig und wohl geordneten 
Ausstellung. 



Das Comit^ zur Feier des vierhundertjährigen Jubiläums der Er- 
findung der Buchdruckerkunst in Leipzig bat die von dem hiesigen 
Bildhauer Punk nach der Mainzer verfertigte colossale Statue Gu- 
tenbergs, welche zu den Säcularfestlicbkeiten auf dem Marktplatze 
aufgestellt war, indem grossen Saale der Stadtbibliothek aufstellen 
lassen und dadurch demselben eine sehdne und angemessene Zierde 
veriiehen. Dasselbe Gomitö hat auch diejenigen Buchhandlungen, 
welche bei der vom 25. Juni bis zum I. Juli stattgehabten Ausstel- 
lung alter und neuer Druckwerke und auf die Typographie bezOgll- 
eher Gegenstände in hiesiger BochbändlerbOrse die zur Säcnlarfeier 
verfiissten zahlreichen Schriften ausgestellt hatten, ersucht, der 
Stadtbibliothek (welche viele alte und seltene Drucke zur Ansstel- 
Inng geliefert hatte) ein Exemplar derselben zum Andenken an die 
so grossartige Feier zu fiberiassen. Bereits hat man von vielen Set- 
diesem Gesaehe mit der liberalsten Gesinnung entsprochen. 



Verleger : 7*. 0. fFtigel in Leipxfg. Druck von C. P. iUelzer. 




titf^tift 

fÖP 

Bibllothekwissensebaft^ Handsehriftenkonde und 

Sitere Utteratnr. 

Im Vereine mit Bibliothekaren und Litteratiirfreunden 

h e r a Q B g; e g e b e n 



ir o II 



Dr. Mtobert Naumaann, 

J)S 15. Leipzig, den 15. August 1840. 

lieber die Aasstellong auf der deotsehen Bochbändler- 
borse zu Leipzig während der Feier des Bochdrnckfestes 

1840. 

99!Da8 Feat soll ein harmloaea sein, bei dem sich jeder der 
Segntmgen erfreut, die Gntenbergs imsterbliche Erfindung 
über die Welt ergossen*^^ So heisst es gleich auf der ersten 
Seite des Festprogrammes , ausgegeben von dem Gomit^ zur 
Feier der Erfindung der Buchdrnckicunst in Leipzig, Und 
gewiss 9 jeder tüchtig Gesinnte , dem der Genuss der Theil- 
nahme an jenem Feste wurde , wird es bestätigen können , in 
welcher hohen Bedeutung die ausgf^sprochene Absicht in das 
Lehen trat. 

Harmlos war das Fest, weil es in geschmackvoller und 
wurdlfer Durchfi'ihrnng eine erhöhte Heiterkeit des Daseins 
hervorrief durch die lebhaft erhöhte Anschauung eines bedeu- 
tenden Ereignisses mit seinen noch bestehenden und in die 
Zukunft machtig fortwirkenden Folgen. Das ist die . wahre 
Harmlosigkeit, die im unbefangenen Gefühle eines tiichtigen 
Daseins besteht. Wohl verdient datier dieses schöne Fest 
eine genaue, lebensvolle und anerkennende Beschreibung, die 
ilmi gewiss werden wird und auch schon versprochen ist. 
Hier jedoch sei es auch mir erlaubt , noch einige kurze An- 
dentungen ülier dasselbe im Allgemeinen auszusprechen, ehe 
ich zu dem besondern Gegenstande nbergelie, den die Auf- 
schrift dieses meines Berichtes nennt» Ohne diese vorher- 

15 



9»6 

gehenden Andeutungen wurde dem Berichte ein wesentliches 
Element abgehen, indem die Ausstellung auf der deutschen 
Buchhändlerbörse erst dadurch in ihrer vollen Bedeutung ein- 
gesehen wird, wenn man sich ihre Stellung in der Gesammt- 
anschauung des Festes vergegenwärtigt. 

Man hat so mancherlei iiber die Vertretung des Geistes 
bei diesem Feste gesprochen , oder vielmehr über seine Nicht- 
vertretung; als wenn der Geist nur da zur Erscheinung Itomme, 
wo Reden über ihn gehalten werden! Eben so ist es mit 
der Vertretung der Literatur. Man sollte doch meinen, dass 
da unsere moderne Literatur ilire lauteste Anerkennung finde, 
wo eine jubelnde BevöUierung die Erfindung desjenigen Or- 
ganes feiert, wodurch es eigentlich erst eine Literatur giebt. 
Gewiss lEonnte das Jubelfest einer Erfindung, die auf eine 
ausserordentliche Weise zur Verbreitung menschlicher Kennt- 
nisse behniflich ist , nicht besser als der Art gefeiert werden, 
dass wir zur Anschauung ihres Umfanges und ihrer Thätig- 
|[eit gelangen. Was diese Erfindung zur Ausbreitung der ver- 
schiedenen Wissenschaften mitgeholfen, das sieht man wohl 
besser bei der Studierlampe ein, auf einsamer Stube, als im 
Gewoge der Menge, die im dreitägigen Jubel eine Säctila|>- 
feier begeht. In einem solchen Falle ist es die Aufgabe, in 
sinnlich-geistiger Weise für Genuss und Anschauung zu wir- 
l^en, und, indem man den ganzen Menschen in Anspruch 
nimmt, ihn mit dem Höchsten, was uns werden icann, mit 
einer gesteigerten, rein darstellenden Anschauung eines Er- 
lebnisses der Menschheit zu entlassen. In solchem Sinne war 
augenscheinlich dieses berühmte Leipziger Fest veranstaltet, 
und hat auch diese bedeutende Aufgabe wirSclich gelöst, was 
kein unbefangen daran Theilnehmender längnen wird. 

Wenn wir nun sagen, dass das Fest seine Aufgabe richtig 
gelöst habe, so erkennen wir freilich damit an, dass jedes 
Einzelne daselbst an seinem Platze war und seine Bedeutung 
dadurch mit erfüllte, dass es zugleich aucli die Bedeutung des 
Andern erhöhte. Fassen wir in dieser Hinsicht die Festaus- 
stellung auf der Buchhändlerbörse auf, so müssen wir geste- 
hen, dass, so wie sie einerseits vom ganzen Feste selbst 
gehoben und getragen wurde, sie andererseits wiederum 
Schlussstein und Krone des Ganzen bildete; denn sie war es 
eigentlich, die den Theilnehmer am Feste mit jener gefor- 
derten Anschauung entliess. Möchte es mir nun auch gelin- 
gen, hier solfilin andeutende Nachrichten über dieselbe zu 
geben, die als ein literarisches Andenicen an dieselbe In die 
Hände des Lesers gelegt zu werden verdienen. 

Diese Ausstellung fand, wie bekannt ist, in dem Saale der 
deutschen BuchhändUerbörse statt, wo sie wie ein urspriing- 
liches, wohl organisirtes Ganze sidi darstellte und den sin- 
nigen Beschauer immer von neuem festhielt. Wer hätte es 



921 

dtesem GanieD, so wie es vdr ihm stand, wohl angesehen, 
das» es ans verschiedenen öffentlichen nnd Privatsamnrliingen 
hergenommen war, dass gewiss ein Drittel der Gegenstände 
einzeln von einzelnen Personen, worunter aiii^ auswärtige, 
beigesteuert wnrde? — Dies alles bemerkte man nicht, son« 
dem wie das Werk eines schöpferischen Geistes, hervorge- 
rufen mit umsichtiger Kraft, stand das Ganze vor tinsern 
Augen, sowohl was den Inhalt als aiicii die Anordnung be- 
trifft. Und was sahen wir denn eigentlich hier? Eine l(unst- 
ansstellung? Eine Gewerbausstellung? — Beides, wenn man 
will, und doch zugleich auch wieder ein ganz Anderes. Su- 
chen wir es uns hier deutlich zu machen. 

Freilich zog schon diese Ausstellung din*ch ihre höchst 
bedeutenden Einzelheiten den Beschauer mächtig an, und 
gewiss war es mit die Wissbegierde, sich mit allen diesen 
einzelnen Gegenständen bekannt zu machen, welche immer 
Ton neuem zur Betrachtung anregte. Aber alle diese Einzel- 
heiten bildeten, wie schon gesagt, wieder so ein elgenthiim- 
liches Ganze, das eben als solches die Ausstellung so einzig 
machte. Das , was dem sinnigen Beschauer schon beim ersten 
aufmeri[samen Durchgehen des Saales zu Theil werden musste, 
war die klare Anschauung von der sich Herausgestaltung der 
Erfindung in ihrem Umfange und in ihren Mitteln , das Phä- 
nomen des inhaltsvollen Gedankens in seiner Realisirung. 
Ich weiss nicht, ob ich mich hier bestimmt genug ausdrücke, 
man wird mir daher erlauben, mich weitläufiger darüber aus- 
zusprechen. 

Man hat schon hie nnd da bei den Aussprüchen über diese 
Erfindung die Phrase vom Ei des Columbns angebracht. Nun 
Ist es mit dieser Phrase wie mit allen Phrasen, sie passen 
vollkommen doch Immer nur auf den einzelnen Fall, dem sie 
zuftUig. ihre Entstehung zu verdanlsen haben. Ganz besonders 
kann man dies von der obigen sagen. Der Einfall, ein Ei 
dadurch zum Stehen zu bringen, dass man ihm die Spitze 
einschlägt, erfordert gewiss eben so wenig Tiefe des Gedan- 
kens als Kraft des Charaicters und Keichthum des Geistes bei 
der Ansfiihnrog dieses Gedankens; am wenigsten passt daher 
auch diese Phrase auf so eine grossartige Erfindung , wie die 
des Buchdrucks ist. Bestände das eigentliche Wesen dieser 
Erfindung Mos in dem nahe liegenden Einfall , geschnittene 
Holztafeln hinsichtlich ihrer einzelnen Buchstaben auseinander 
zu sägen, da möchte es freilich noch so ziemlich mit der 
Anwendung obiger Phrase gehen. An dem ist es aber ganz 
und gar nicht, sondern Idee und Ausfiihnmg dieser Erfin- 
dung zeigt sich als die vollkommenste Originalproduction eines 
mächtigen Geistes, eines kräftigen Charakters. Dieses Hess 
uns nun vor allen Dingen die Ausstellimg anschaulich werden, 
Indem sie nna die ganze Breite der Technik hinsichtlich ihrer 

15* 



»»8 

Orguie wie Ihrer RetiiUaie vor Atifen ■teilte. Patrisen und 
MatrizeDy Giessöfen und Giessloffel, Granerinstriunente^ Farbe 
und Papier y Pressen und noch viele andere Instrumente , die 
alle höchst nöthig waren, um diese Erfindung ins Leben 
treten su lassen* Wer dies l&lar und deutlich anscliaute, dem 
wurde es gross und frei in seiner, Seele« Deutlich wurde es 
ihm 9 wie erst Jahrhunderte wirksam vorausgehen mussten, 
damit auch dieser Erfindung Geburtswehen herannaliten, und 
wie nun ein erfindungsreicher Kopf, ein thatkräftiger Mensch 
diesen Drang der Zeit anerkannte, und sein Leben daran 
setzte, dass der neuerwachten Gultur erstes Kind jugendfrisch 
und thatkräftig in die neue Welt hereinsprang. Da erdachte 
und erscliuf er zu diesem Zwecke einen Mechanismus^ eben 
so neu und wunderbar, wie das damit bezweckte Resultat. 

So bedeutend, ja erhebend diese Anschauung nun schon 
an sich war, so liess es jedoch die Ausstellung nicht blos 
hierbei bewenden , sondern sie erhöhte dieselbe noch dadurch, 
dass sie uns so vollständig wie möglich den jetzigen Stand 
der Technik und ihrer Resultate vor Augen legte. Ein reiches 
Leben der Technik, eine Fülle glänzender Resultate derselben ! 
Aber aucli liierroit war die Absicht der AussteUung noch nicht 
erfüllt y sie ging nocli einen Schritt weiter, indem sie dadurch 
die Anschauung vervollständigte und als ein in sich Abge- 
schlossenes hervortreten liess, dass sie in reicher historischer 
Folge und instructiver Zusammenstellung eine ausgewihlto 
Uebersicht dessen gab, was die Typographie von ihrer Er- 
findung an bis jetzt hinsichtlich des Druckes geleistet hat* 
Von dem Psalter von 1457 an bis zu den typographischen 
Productionen von Boäoni und Tauchnitz^ ja bis zu dem Bande 
neuester Pariser Schriftproben von TarM ti. Onnp. war hier 
eine Folge von Werken zu sehen, dem Kunstgenossen zur 
Erhebung, dem Kenner zur Freude, dem Publicum ziun Er- 
staunen und zur Belehning. Uebrigens zeugte es eben so 
von Kenntniss wie audi von Geist und Geschmack der An- 
ordner dieser Folge , dass sie noch dabei zwei Punkte berück- 
sichtigt hatten, nämlich eine kleine Auswahl von Miniaturen 
und Manuscripten ; dann zweitens eine wahrhaft prachtvolle 
Folge von uralten Xylographien und xylograpliischen Büchern, 
wie auch von solchen Büchern, die durch die darin enthal- 
tenen Holzschnitte bedeutend sind. Dadurch, dass diese zwei 
Punkte berücksichtigt wurden, wurde die Anschauung nicht 
nur noch belebter, sondern auch vollständig abgescUossen, 
indem sich vor unsern Augen die Entwickelung eines bezie- 
bungsreichen Ereignisses entfaltete und fesUtellte. 

Wären nun somit die Elemente der Ausstellung ausge- 
sprochen, so darf es doch auch nicht unterlassen werden, 
wenigstens zu eniähnen , dass noch mancherlei Gegenstände 
mit ausgelegt waren , die zwar keinen wesentUchen Bezug auf 



den Gegenstand der Ausstellung selbst hatten^ aber doch 
immerhin ihre festliche Bedeiitnng* Diese Gegenstände waren, 
da sie iiberhaiipt nnr einen bescheidenen Raum in Anspruch 
nahmen 9 gar nicht störend, sie dienten vielmehr %u einer 
heitern Umgebung. Sie trugen daher auch nicht wenig dasn 
bei, hier das Gefühl immer lebhaft zu erhalten, auch diese 
Ausstellung sei der Theil eines grossen Festes, das eine 
lebenslustige und industHelle Stadt frohen Mnthes begelie« 

Gehen wir jetzt mehr in das Einzelne der uns darge|>ote- 
nen Anschauung ein. Freilich begegnen wir hier einem fast 
erdrückenden Reichthum; wo wäre es daher auch möglich, 
jedes bedeutende Einzelne namentlich aufzufuhren! Ich will 
jedoch das Ganze unter verschiedenen Rubriicen zusammen- 
zufassen suchen, und dann bei jeder eine oder einige Be- 
meritungen hinzufügen, wobei ich insofern den Katalog der 
Ausstellung zum Grunde legen werde, als ich bei einzelnen 
Gegenständen die Nummern, unter denen sie im Kataloge 
angeführt werden , beifüge. 

1. 

Viniaturen. Manuscripte- Xylographische 

Büohex« 

Neunzehn Nummern, nSmlich Nr. 1—9, 98-103, 105—107 
und 134. Gewiss eine bedeutende Zahl, wenn man bedenkt, 
dass es sich hier um lauter Kostbarkeiten handelt, die nur 
in wenigen Exemplaren, ja einige von ihnen nur als Unica, 
existiren. Man erblickte unter iimen die Mehrzahl der hoch- 
wichtigen, für die kunstgeschichtliche Forschung Ankniipfungs- 
punkte gewährenden xylographischen Bücher, die Heineke^ 
Heller^ Sotztnonn^ Chatfo und die andern Forscher im xylo- 
graphischen Fache erwähnen. Schwer ist es daher wegen 
der Kostbarkeit aller Nummern Einzelnes namentlich anzu- 
fiihren. Doch sei hier zuerst genannt Nr. 134, Dürers Ma- 
nuscript der Proportionen aus der Dresdner Bibliothek. Fer- 
ner: Nr. 1, vier Blätter Miniaturen auf Pergament; zu einer 
Folge von sechs und dreissig Darstellungen gehörig und Ei- 
genthum des Herrn Tk. 0. JFeigeL Vortreifliche Blätter, 
wahrscheinlich aus dem Anfange des fünfzehnten Jahrhunderts. 

Nr. 4, Manuscript des Vaferius Maximus, fiir Karl V. von 
Frankreich geschrieben und mit einer französischen Paraphrase 
des lateinischen Textes nebst praktischen xinmerkungen von 
Simon de Hesdm imd Nicolaus Gonnesse versehen. Besitz- 
thum der Leipziger Stadtbibliothek. Mit vortrefflichen Mi- 
niaturen. 

Nr. 9, die acht Schalkheiten. Einziges bis jetzt bekann- 
tes Bkemplar, im Besitz des Hrn. Th. O. fFeigel, und von 
demselben schon in Nura. 5. dieser Zeitschrift beschrieben. 



»so 

Nr. 100, Ars oioriendi, Eigenlhnm des Hrn« /. Ai, Q. 
WeigeU Ein xylographisches Werk, das hinreichend beweisst^ 
wie unrecht diejenigen haben , die behaupten, dass der Form- 
sduiitt in der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts, 
wo dies xylographische Buch wahrscheinlich hingehört, Mos 
auf eine rohe Weise getrieben worden sei. Für die kunst^ 
gescliichtliche Forschung ist gerade dieses Exemplar von ¥or^ 
ziiglicher Bedeutung, indem es seiner Vortrefflichkeit weffen 
durchaus nicht zu der Zahl der Copien gerechnet werden 
kann. Könnte man nur iiber die Zeit seiner Entstehung in 
einem gewissen Resultate gelangen. 



Alte Drucke his^ ungefähr 14S5« 

Wegen der Fülle von Gegenstanden, die in dieser Rubrik 
vorkommen , lässt sich ein weitläufiges Eingehen auf das Ein- 
zelne nicht gut bewerkstelligen ; ich müsste sonst am Ende 
den ganzen Katalog abschreiben. Ueberdies sind ja diese 
Nachrichten für Sach - und Fachkenner geschrieben, für welche 
allerdings schon die blossen Andeutungen genügend sind. Es 
waren aus folgenden Druckorten vorhanden: 

Mainz : Sieben Drucke; Nr. 10-13 (a. u. b.), 285 und 
2S9. Nämlich von Fti«/ und Schoffer vier Drucke: der Psal- 
ter von 1457, Durandi rationale (beides Pergamentdrucke und 
Ei^enthum der Dresdner Bibliotliek) , lateinische Bibel von 
14b2 und Cicer. Officia (auch aus der Dresdner Bibliothek). 
Von Gutenberg ein Druck : das Catholicon des Janua (aus der 
Dresdner Bibliothek). Von Peter Schöffer ein Druck: die 
Decretalen Gregors (Hrn. Dolle in Halberstadt gehörig). Von 
Meidenback ein Druck : Hortus sanitatis (der Zwickauer Biblio- 
thek gehörig). 

Strassburg: Drei Drucke ; Nr. 15—17. Nämlich zwei 
von Joh. Mentel und einer von Heinr. Eggestein. 

Köln: Ein Druck; Nr. 18, von Ulr. Zell. 

Augsburg: Drei Drucke; Nr. 21, 22, 112. Zwei von 
Günther Zainer und einer von A. Sorg. 

Nürnberg: Drei Drucke; Nr. 32—34. Nämlich von JTo- 
berger 9 von Andr. Frisner und Sensenschmidt, von Friedr^ 
Creusner. Vom letztem der Marco Polo von 1477, wovon 
nur drei Exemplare bekannt sind. (Eigenthum des Hrn. TA. 
O. JVeigel.) 

Speyer: Ein Druck; Nr. 40. von Peter Brach. 

Subiaco: Ein Druck; Nr. 14, von Sweynhehn und Poii- 
nart*: LactantiusFirmianns. 1466. (Besitzt Hr. Th.O. WeigeU) 

Rom: Drei Drucke; Nr. 19, IH), 108. Zwei von fiiMjfii- 
heim und Pannartz und einer von G alias (JJlr. Hau) und 
Simon von Lucea. Letzteres Buch ist die zweite Auflage des 



931 

Tnrrecremata von 1473 and EigenUiiim Sr. Maj. des Konigt 
▼on Sachsen* 

Hai Und: Drei Drucke; Nr. 23—25, von Phil, de La- 
»agna^ Ton Ckn Waldarf er und von Ant. Zarotus. 

Venedig: Sechs Drucke; Nr. 26—30, drei von Wendelin 
von Speyer y zwei von Nie. Jenson , einer von CAr. fFaldarfer. 

FÖligno: Ein Druck; Nr. 31, von Joh. Numeüter: der 
Turrecremata von 1479. 

Bologna: Ein Druck; Nr. 36 , von 1475. 

Florenz: Ein Druck; Nr. 3/, aus dem Kloster Ripoli 
von 1478. 

Treviso: Ein Druck; Nr. 41 , von Mich. Manzolus. 

Parma: Ein Druck; Nr. 42, von Andr. Portilia. 

Verona: Ein Druck; Nr. 114, Valturius de re militari. 
1483. 

Paris: Zwei Drucke; Nr.35undll5, ier e\ne ron Crans, 
Gering und Friburger, der andere von J. du Pr4. 

Zamora : Ein Druck; Nr. 43, von Centenern: Trabajos 
de Hercules. 14S3. Mit siemlich rohen Holsschnitten. Ein- 
xiges bekanntes Exemplar im Besitz des Hrn. Th. 0. Weigel. 

Nach diesen kurzen Angaben wird der dieser Sachen Kun- 
dige urtheilen, was am Werthe hier der Anschauung darge- 
boten wurde. Was man allenfalls hier noch vermisste, war 
die 42zeilige Bibel und Pfistersche Drucke. Aber auch in 
dieser Hinsicht war eine Art von 'Ersatz vorhanden. Nämlich 
die Leipziger Universitätsbibliothek besitzt vom erstem Buche 
zwei Exemplare (auf Pergament und Papier) und von Pfister- 
•chen Dnicken den Ablassbrief von 1455 und die kostbare 
lateinische Bibel. Da nun diese Bibliothek während des Festes 
ans ihren Mitteln eine bibliographische Ausstellung ver- 
anstaltet hatte , so konnte man diese Perlen dort in Ansicht 
nehmen; immerhin noch Gliicks genug! Uebrigens sei hier 
gelegentlich bemerkt, dass jene bibliographische Ausstellung 
von grosser Bedeutung war, sowohl was den inhalt als auch 
die Answahl und Anordnung betrifft. Herr Oberbibliothekar 
Geredorf hat sich hierdurch das Publicum zu grossem Danke 
verpflichtet. 

3. 

▲ eitere Drucke bis ungefähr 168(l> 

Hier erschienen unter andern folgende Dmcker durch die 
Anflage von ihnen besorgter Werke repräsentirt: 

Ant. Ferard. Die Jldu$. Rewieh. Die Giunti. Joh. 
Frobeniue. Germain Hardotiin. Die Slephanus. Tk. 
Kerver. Schöneperger. Die TrecheeL Die Weehel. 
PlanUn. Die Ebevir. 



4. 

Neuere und neueste Drucke« 

Brindley, FouliSy BasIcerviÜe^ Barbeu , Bodotd^ Ibarra^ 
Didai, Tauchnit* leigten sich hier in ihren Verdiensten. 
Eben so erblickte man hier die Typograpliie in ihrem neuef- 
sten Aufschwünge und in der erfreulichsten Gestaltung« Von 
den schönsten itnd mericwiirdigsten typographischen DrudLen 
Englands, Franltreichs, Deutschlands lag eine wahrhaft blen- 
dende Auswalil von Besonders erfreulich war es auch zu 
sehen 9 wie gerade bei diesem Leipziger Feste Leipzigs Offi- 
cinen die Documente ihres bewährten Rufes darlegten, wie 
man hier eine edle Thativraft erbliclcte, würdig und berufen, 
mit allen Typographien der Welt um die Palme zu streiten. 
Um nur ein Beispiel anzuführen, sei hier besonders die 
Schriftgiesserei und Druckerei von Friedr. Niee erwähnt, 
deren aufliegende Erzeugnisse folgende drei Nummern ent- 
hielten, die ich hier wörtlich aus dem Kataloge anführe: 

^r. 299* Ein Exemplar Alphabeta genuina Aegjptiomm 
numeris ipsonim hieroglyphieis, hieraticis, demoticisque con* 
servata nee non Asianorum literis Persarum, Medonim^ As- 
syrionimque cuneoformibus Zendicis, Pehlvicis et Sanscriticis 
subjecta. Cum VI tabb« alnhab. Lipsiae 1840. Sumtibus J. 
A. Barth. — Erster Hieroglyphendnick aus der Buchdruckerei^ 
Schrift- und Stereotypengiesserei von Friedr. Nies. In die- 
sem Werke werden ausser den Hieroglyphen auch die übrigen 
ägyptischen neben mehrern andern altern Alphabeten zum 
erstenmale als Typen angewendet. — Femer aus derselben 
Officin als erster Leipziger Sanscritdruck : 

Nr. 300. Ritusanhkra id est tempestatum cyclus etc. P. A. 
Bohlen. Lipsiae, impensis 0. Wigand. 1840. 

Nr. 301. Proben von 31 Schrift-Serien. 

. „Aa notier sobie , viam diffieiUmam feliciter mgressue^ 
proprio Marie ejficwe eoniendä^ guod Romoe^ Parisiia^ Fe- 
iropoli ete. faustissimis auspicii» sumtibus^e pubUcis ausci" 
pÜur,^^ sagt bei dieser Gelegenheit Hr. Prof. Hasse In sei- 
nem Säcularprogramm (Typographiae Lipsiensis, imprirols 
saeculi quarti, liistoriae brevis adumbratio) S. 37. 

5. 

> Weiteste Drucke der Bolzschneidekunst. 

Die xylographischen Bücher habe ich schon unter einer 
andern Rubrik erwähnt; hier ist nur von einzelnen Blättern 
die Rede, wozu auch diejenigen Blätter gerechnet werden, 
welche man jetzt gescbrottene Arbeit nennt, und die wahr^ 
scheinlich Abdrücke von Metallstöcken sind. Was sich jedoch 
nicht entschieden beweisen lässt, wie es denn auch noch sehr 



»an 

ungewisft \sty ob Paul Beheim der jiiiigere mit der Benen- 
sang von geschrottener Arbeit dasjenige bezeichnet, wasjetso 
damit beieichnet wird. 

Diese Rubrik zählte fun&ehn Nummern; alle höchst 
bedeutend. Ein Blatt, Nr. 104, Historia SU Crncis, ge- 
horte TieUeicht zu einem xylographischen Buche. Dieses 
höchst seltene Blatt, das, so viel mir wenigstens bekannt, 
noch ein Unicum ist, befindet sich im Besitz des Hrn./. ^. 
Cr. WeigeU Es verdient eine genaue Untersuchung und Be- 
schreibung, indem ein künftiger Geschichtsforscher der Xylo- 
graphie dieses Blatt nicht unberiicksichtigt lassen darf. Fol- 
gende sind die Besitzer dieser Kostbarkeiten: die Universi- 
tätsbibliothek zu Leipzig (drei Nummern) , Hr. J*A.G. fFeigei 
(zwei Nummern) 9 Hr. Rud. fVeigel (zehn Nummern). 

Spielkarten, chinesische und deutsche, wie auch interes- 
sante chinesische Druckblätter waren von folgenden Besitzern 
aufgelegt: Universitätsbibliothek zu Leipzig, Hrn. Th. O. 
Weigel^ Dr. Espe^ o. J9ose, Buchhändler Barth, alle zu Leipzig. 

e. 

Büclier mit Holzschnitten» 

Hier sagt man wohl nicht zuviel, wenn man sagt, dass, 
besonders von altem Sachen, fast alles Bedeutende in kennt- 
nissreicher Auswahl vorlag. Aber auch was die neuem und 
neuesten Bücher mit Holzschnitt-Illnstrationen betrifft, so war 
eine hinreichende Auswahl davon vorhanden, um eine klare 
Anschauung von dem jetzigen Stande dieses Verhältnisses zu 
gewinnen. 

Herr Rud. fFeigel, der In diesem Fache die Zusammen- 
stellung unternommen hatte, hatte zugleich auch durch eine 
sehr bedeutende Auswahl aus seinem Kunstlager dieses Fach 
bereichert, was besonders auch von den altem Sachen gilt; 
z. B. waren von ihm da die erste und zweite Ausgabe des 
Polyphilns; Missale Romanum mit herrlichen Holzschnitten 
(von 2Soan Andrea?); Sckeifeleins speculum passionis Ibffl; 
die Äeroer'schen horae beatae Mariae von 1509, Pergament- 
dmck; Holbeins Todtentanz von 1S42 u. s. w. Von Sr. Maj. 
dem Könige von Sachsen befand sich da der Turrecremata 
mit Bildern von geschrottener Arbeit. FoUgno, Numehter^ 
1479; von der Stadtbibliothek zu Leipzig B. v. Breytenbachs 
Reisebesdireibung , die deutsche und lateinisclie Edition; von 
der Universitätsbibliothek zu Leipzig die Werke des Rhosüiia 
mit Dürers Holzschnitten ; von der Kon. Bibliothek zu Dres- 
den der Theuerdank, erste Ausgabe, Pergaraentdruck; von 
der Marienbibliothek zu Halle das hallische Heiligthumsbuch 
mit Kranaehs Holzschnitten und Dürers Kupferstiche, 1520; 
von der Stadtbibliothek zu Zwickau Kobergexs Schatzbehalter 



S34 

mit den schBnen HoIischnUten ^ 1401 ; von Hrn. Aemr, Brock- 
haui Holbeins Bibel, eng[li8che Ansf;abe von I549. — Doeli 
wer wollte alles das Bedeutende hier anführen , das uns diese 
unschatsbare Fo)ge vor die Augen (irachte. 

7. 

Hotendruok und geographischer Druck* 

Auch in dieser Rubrik war die Ausstellung versorgt« Unter 
andern Nr. 217« Musil^alien als Proben des gegenwärtigen 
Standes der verschiedenen Darstellungsarten durch die Presse, 
nämlich in Typen , Zinn und Stein , nebst den Formen dasu. 
Von Hm. Fr. Hofmeister in Leipzig. — Typometrische Kar- 
ten von Hrn. Teubner in Leipzig und Hrn. RaffeUberger 
in Wien. 

8. 
▼ exschiedene Kunstdrucke» 

Hiervon war eine ziemliche Anzahl und in bedeutender 
Mannichfaltigi^eit vorhanden. Congreve-, Relief- , Golddrücke 
u. s. w. erfreuten das Auge , wo es nur an den Wänden her- 
nmblickte. Um nur einiges aus dieser heitern Umgebung zu 
erwähnen, so ist wohl zuerst das grosse Festblatt des Hrn. 
C. L* Hirschfeld in Leipzig zu nennen. Der Katalog fiihrt 
es unter Nr. 244 folgendermassen an : Ein Tableau zur vierten 
Säcularfeier des Typendnickes; aus 40 verschiedenen Platten 
und 19 Drucken bestehend, nebst einigen dazu gehörigen 
Platten. — Mehr kann man doch nicht verlangen! Wozu 
noch kommt, dass das Blatt eine gute Wirkung macht und 
auch geschmackvoll ist. Auch von Hm. Teubner waren ver- 
schiedene werthvolle Kunstdrucke da, welche, wie noch so 
manches andere, was die Ausstellung aus dieser Oflicin be- 
sass, von der vielseitigen Thätigkeit derselben zeugten, und 
von der grossen Umsicht, womit sie geleitet wird. Femer 
waren von den Herren Kiein in Dresden , Hänel in Berlin, 
SolUnger in Wien zu diesem Fest eingesendete Kunstdrucke 
zu sehen. Mit zu dem Interessantesten und Instructivsten 
dieser Rubrik gehörten auch diejenigen Gegenstände, die Herr 
6. Kugelmarm aus Paris zum Zwecke dieser Ausstellung mit* 
gebracht hatte ; unter andern Nr. 458, Form und Abdmck eines 
mit gewöhnlichen Schriftzeuglinien gesetzten Portraits von 
Louis Philipp; Nr. 462, drei Bilder in Gold- und Farben- 
druck, Haupt-Titel und Neben-Titel der durch die französ. 
Regierung publicirt werdenden Geschichte des Orients. Ge- 
schnitten von BreMre, No. 465, Abguss und Abdruck einen 
auf Stein gravirten Kopfes Kleopatras, unter der Buchdrucker- 
presse gedruckt. Nr. 466, Ueberdrack auf Stein eines ge- 
druckten Bogens. Ueberhaupt waren alle zwanzig Nummern, 



die derselbe «utgeslelU hatte , vop nngeneinem Interesse, So 
will ich hier nur noch nebenbei Nr« 4^3 . den schönen Band 
simnitlicher Schriftproben ronDiäoiy MoUy^ Oreanier^ Bwiraiy 
unter dem Titel Tttrb^ et Comp» vereinigt'^ erwähnen. 



Typographische Vechnilb 

So bedeutend der Gegenstand dieser Rubrik an sich ist^ 
so bedeutend war er audi hier Tertreten. Von den Feilen 
an, die bei der Verfertigung der Sdiriftstempel gebraucht 
werden, bis snr Schnellpresse in ihrer neuesten Gonstruction 
waren hier nicht etwa blos Modelle, sondern die Gegenstände 
selber aufgestellt, oft verschiedene Exemplare mit unter ein- 
ander abweichenden Modificationen und Verbesserungen. Auch 
in fiexiehnng auf die Xylographie gab es hinlängliche Gele- 
genheit xn instructi?er Anschauung; s. B. Nr« 226, drei Ori* 
ginal- Zeichnungen, Holaschnitte , Matern, Abidatsche und 
Abdrucke zur Geschichte Friedrichs des Grossen von Kngler 
und Meniel« Angelegt vom Hm« Buchhändler fTeber sn 
Leipzig« Des Interessanten war überhaupt in dieser Rubrik 
sehr viel. Femer will ich nur noch erwälinen Nr« 433, zwei 
Knpferplatten und eine Medaille durch Galvanismus erzeugt, 
nebst Abdruck-Apparat zur Herstellung dieser Platten« Von 
Hm« /• ^« Mütter zu Leipzig« 

lO« 

Schriften in Beziehung auf den Buchdruck 

und das Vett« 

Hiervon eine bedeutende Anzahl und oft sehr schön aus- 
gestattet« Die literarische Kritik wird hierüber schon zu be- 
richten wissen«^) 

U« 

Sonstige Festgegenstände- 
Aus der Ausstellung von Kunstgegenständen, die sich da- 
bei befand und zu welcher auch die Leipziger Galanteriewaa- 
renhändler so Manches beigetragen hatten, sei vor Allem 
genannt Borgs vortreffliche Denkmünze mit dem Bildnisse des 
Frohen. Dann sei auch erwähnt eine geistreiche Statuette 
aus Gips von Rauch. Ueberdies gab die Ausstellung noch 
mancherlei Kunstgegenstände in Beziehung auf das Fest, da- 
von einige nicht ohne Werth sind« 



^ Vgl. EckMiMs Anftate : Schriften zar Sacalarfeier der Erfindung 
der Boohdracl^erlLQOft» in der Allg. Literaturzeilong Nnm« 111—114. 

{Ämm, d. Red.) 



Dies iFfäre denn eine Itiirse Angabe der Gegenstände dieser 
merkwiirdigen Ansstellung , welche Angabe freilich mehr dazu 
dienen soU, den dort angeschauten Reichthum ahnden xii 
lassen I als ihn für den Leser darsiilegen. Denkt man sich 
nun den so schönen Saal der Biichhändlerbörse von allen 
diesen Gegenständen auf eine geschmackvolle Weise einge- 
nommen imd decorirt^ und zugleich die ganze Zeit hindurch, 
während seiner Eröffnung, ausgefüllt \on einem festlich ge- 
sinnten Publicum, das, im Gemüthe ergriffen von dem Ge- 
genstande des Festes, hier von diesem Gegenstande die 
lebendigste und reinste Anschauung gewann; so liat man im- 
gefehr eine Vorstellung von dem eigenthiimlichen Greiste, der 
hier zur Erscheinung kam, und der es eben auch mit war, 
wodurch die ganze Ausstellung eine Gestaltung gewann, von 
der man sicli sagen mtisste, sie sei einzig in ihrer Art* 
Lange, ja immer wird die Erinnerung daran in der Seele 
deijenigen, die mit Geist und Sinn Theil an dieser Anschauung 
nahmen, wie ein freundlicher Stern glänzen. Mögen auch 
die wackem Veranstalter und Anordner derselben sich noch 
lange des Bewiisstseins erfreuen, etwas geleistet zu haben, 
das in der Erinnerung edler Menschen ein zweites, heiteres 
Dasein lebt! 

Dr. Aug. Emat Umbreit io Weimar. 



Bemerkangen 

zu O. Hänel Catidogus librorum Man/uacriptorum. 

(Lipsiae 1S30.) pag. 660—665. 

Die Handschriften von Einsiedeln sind von Hänel aus einem 
sehr mangelhaften alphabetischen Verzeichnisse gezogen. Fol- 
gende Berichtigungen mögen hier Platz finden* 

Im Archiv sind nicht so viele litterarische Sammlungen, als 
H. und Andere vermuthen, sondern bloss zwei kleine, 
aber freilich wichtige Foliobande. 

440. Tres Codices Mss. Arabici; Chart. 4 dazu ein vierter. 

93. 10. Aenigmata de animalibus sind die bekannten von 

Aid heim. 

115. Alcuini opera unter diesen der so lange verloren 

geglaubte Commentar über die Briefe 
Pauli an Titus, Timoth. und Phile- 
mon. Saec. X. 

^216. Alexandri M. Epistola dazu des Aristoteles Antwort. 

' es Einsiedltnses diese in vier Exemplaren vorhan^ 

den; wurden griindlich untersucht, in 



Pertz Archiv T. VII besprochen und im V. Bd. der 
Honumenta Genn. abgedruckt, 

33« Ant. Bemardini ••• de hello Gallico '- der Verfasser 

heisst ArliiQo. 

Opera Aiigustini, Gregorii, Bedaeetc. darunter mehrere 

Saec. VIII et IX. 

33. Mnsicae instrnctio ist das in Gerberts Sammlung ge- 
druckte Werk des Hucbaldus. 

67. Notkeri Hymni diese enthalten etwa zwanzig Stücke, 

die bei Pez. Anecd. T. K P« I. nicht gedruckt sind. 

200. Ovidii opera Saec« X. ist ein Aratns Interpret« 6er- 

manico Caesare« 

273. Pauli Diaconi 1. XI. voran geht Eutropius. 

321. Kappelerkrieg a. 1531 ist der bekannte von Gilg 

Tschudi und hier in etwa 8 alten Mss. vorhanden* 

374. Chronicon Einsidelense etc. ..• ist eine Abschrift aus 
dkm Autograph Gilg Tschudis, doch nicht dessen 
Arbeit, sondern diplomatisdi genaue Copie einer Ein- 
siedler Chronik des XiV.-XV. Saec. Das Onginal 
liegt im Archiv. 

347. Cioeronis or. pro Marcello et pro Archia. 

211. Planti comoediae Saec. XV. ist nur der Amphitryo. 

328. Plutarchi iudicium de Aristide ist Plutarchi ArisU- 

des et Cato interprete Francisco Barbaro« 

20. Hermanni Contracti chronica Saec« XI. ist Saec. XIV. 

135. Huic volumini fragm. Terentii adglntinatum est 

Solcher Blätter Saec. X. sind noch etwa fünfzig vor- 
handen. 

P. O. Morel, 

Bibliothekar in Einsiedeln. 



Ueber die auf der Leipziger Stadtbibliothek befindliche 
Handschrift der Annaies Vuidenses. 

Ein Beitrag för die Ausgabe derselben von Periz (Monum. 

Germ. I. 337—416). 
(Portf etzung.) 



JPertof. 

Pag. 362. 5. comperio 

- ^- 6. compulsns 
. archicapellannm 

— 10. circio 

— 12. Thuringiam 

- — 13. in 



Cod^ Mtipe. 

conperto 

conpnlsuB 

archicimpellanum 

ciruo [corrigirt : cirsio] 

thuringeam 

felilt. 





^erf«. 


Cod* MiipM* 


p«f 


.302.13. eompellU 


conpdlit 




— 15« soUempnia 


■olemnia 


• 


— 16« hoc est 4* 


hoc est in Uli. 


m 


— 18. coepit 


cepit 


• 


— 19. navi^o 


nauio 


. 


• quaDdam 


qiiendam 


m 


— 20. delatna 


delaUs 


« 


— 22. Hlothariam 


hlatharium 


- 


-— 2&. Bceptro 


aceptrum 


• 


— * 26. Mof^ontiacia 


mogonciacis 


• 


— 29. Hlotharlus 


Hhitharius [so aach ferner] 


m 


— — . Hludoiriciia 


hlodoiiiiicua 


• 


— 32. nuntii nimore 


nnntioriiin more 


• 


— 33. VVormaiiam 


unormaticam 


• 


— 37. moliebatur 


moliebantiir 


• 


— 39» tutores 


tiironet [corrigirt: tutores] 


. 


— — . Retiense 


retinense [corrigirt: retiense] 


• 


— — • 0€C111TUnt 


occnrrit [corrigirt: occurrunt] 


- 


— 40. comea 


comis [corrigirt: conies] 


- 


. incentor discor- 


indiscurdiariim [corrigirt: in- 




diarnm 


centor discordiariim] 


• 


363. 1. fratri 


fratrem 


- 


— 3. partitione 


partione 


• 


• rentienie 


renniiente 


- 


-^ 6. gentem 


«^"** 


- 


— 7. antea 


felilt im Texte ; später bin- 
eiocorrigirt. 


- 


— — • palatliini 


palacium 


• 


— 8. coepit 


fehlt. 


- 


— 11. Mogontiactim 


mogonciacum 


• 


-— 14. exteras 


dexteras 


• 


^< — . Wormatiam 


unormaticam 


. 


— 15. niiptiis 


ntipciis 


• 


— 16. Aqiiasgrani 


aquisgrani 


- 


— 18. Tcro 


felilt im Texte; von neuerer 
Hand hiDcincorrigirt. 


« 


— 19. transiit 


transit 


- 


— 20. deditionem 


so bat die Handschrift durch 
Correctur; orspr. Lesart: 




4 


dedicationem 


. 


— 23. compellant 


conpellunt 


m 


. 18. Kai. 


XVII U. ^ 


« 


— 29. describerent 


discriberent 


« 


_ 30. diddereiur 


diuiderentur 


• 


— - — • Hlndowicua 


hlodouuicus 


« 


— 31. Tillam 


uiUa 


- 


— 33. oppiimere 


obprimere 



»S9 



Pag. 363. 33. dampnatis 

— 34. compesciiit 

— — . Wormatiam 

• Karolo 

• HIothario 

— 36. placiio 

— 37. edipsis 
. 3. Kai. April. 

- 364. 1. lllotharius 

— 3. Karolus 

— 10. HliidowiciiB 
. defectionem 

— 11. Gotzomiiizli 

— 12. Rhabaniis 
. sopliisU et 

— 14. coinposuit 

— — • Aschriciini 
. Riiotbertiim 

— 15. FiildeDsis 

- — 19. Frisia 

- — 21. iniilti 

- — 22. Britonibiis 

— 24. baptizari 

— 25. Padrabrunnon 

— 28. partium 
. dedicionem 

— ^ 29. Provinciaiu 

— 30. \assallii8 

— 31. coniiigiiim 

- — 33. lUotiiarii 

— 34. lllotharius 

— 37. Marahenses 
— • 38. compositis 
. Rastizen 

— 39. ^andi 

. 365. 2. aecclesiam 

— 3. HludowicuB 

— 5. regiis 

— 6. renuente 
. Gisalberto vasallo 

— 8. Mogontiacensis 
. Rliabanua 

— 9. Mogontiacnm 

— 13. non minime 



damnatis 

Gonpeacuit 

uuormaciam 

so auch die Handselirift. 
lllodhario 

fehlt im Text; ist zwischen 
die Zeilen hineincorrigirt. 
eclypsis 
in lil. april. 
hlodharius 

so auch die Handschrift, 
hiodouuicus 
defeccionem 
gozzomuizl 
hrabanuB 

sophysta (et ist hineincorrigirt) 
conposuit 
ascrihum 
hriiodbertum 
flundensis 
fresia 
multi 

Brittonibus 
paptizare 
padraprunno 
parcium 
dedicationem [so urspranglich $ 

corrigirt: dedltionem] 
prouintiam 
uasaellus 
coniugeni 
lutharii 
hier wieder , wie gewöhnlich : 

hlutharluB 
margenses 
conpositia 
rasticen 
grande 
ecclesiam 
Mudouicus 
regia 

rennuente 

Gisalberhto nasaello 
Mogonciacenaii 
hrabanus 
I mogonciacam 
nomine 



MO 



Pag. 365. 14« noticiae 
. fatebatiir 

— 19. diligenter 

— 23. iniposiiit 

— 25« colloqiiium 

— 27. amicitia 
• aociaretiir 

— 28. attestatione 

— 29. colloqiiio 



CoA. Mtip9. 

Doütiae 

fateatiir 

dilienter 

inposuit 

conloqiiium 

amiGicia 

sotiaretiir 

adtestatione 

conloquio 



(Wird fortgesetzt.) 



Blbllothekclironlk. 



Der im vorigen Jahre zu Weinbeim verstorbene Dr. Georg 
Anton Bau hat seine Sammlung von Schriften Ober die ehemalige 
Kurpfalz dies- und jenseits des Rheines (zusammen 1048 Bände 
und Abhandlungen, 245 Landkarten, Zeichnungen, Kupferstiche etc.) 
der Universitätsbibliothek zu Heidelberg vermacht^ wo sie beson- 
ders als Bibliotheca Battiana aufgestellt worden ist. 



Am 13. Juli wurde zu Schaffhausen unter waisenamtlicher 
Aufsicht, weil dort jeder ausser Land ziehende Bürger Garantie 
leisten muss, die äusserst werthvolle Bibliothek des Antistes 
Hurier versteigert. Die werthvotlsten geschichtlichen Werke hat 
das Stift Einsiedeln gekauft; den übrigen Theii' (meist Classiker, 
Memoiren, Monographien) hat die Bibliothek der Wasserkircbe 
von Zürich übernommen. (Leipz. Zeitung.) 

Die öffentliche Bibliothek zu Berlin hat vor Kurzem ein sehr 
werthvoUes Geschenk von Sr. Majestät dem Könige erhalten, 
nämlich Göthe's eigne und erste Handschrift seines Egmonty und 
ein Manuscript von Uerder^s Hand über einen philosophisch-theo- 
logischen Gegenstand. Der König hatte diese Handschriften früher 
durch Frau von Knebel in Weimar erhalten, und glaubt ihnen 
nun keinen würdigern Platz anweisen zu können , als indem er 
sie in der öffentlichen Bibliothek seiner Hauptstadt niederlegt. 
Dasselbe Institut hat auch sehr interessante Bereicherungen durch 
ein preussisches Schiff erhalten , das kürzlich aus China in Stettin 
angekommen ist und in Canton durch Vermittelung amerikanischer 
Kaufleute werthvolle Ankäufe von seltenen Büchern gemacht hat. 
(Allg. Zeitung.) 

Verleger : T, 0, fVeigel in Leipzig, Druck von C, P. Melzer^ 




ÜKlftAPKIIlI. 

eiif(friff 

I 

für 

Blbltotbebwissenscliaft, Hanilsehrffteiilainde unA 

ältere Lltteratnr. 

Im Vereine mit Bibliothekaren imd Litteraturfreunden 

herausgegeben 



Ton 



Dr. Mohert Sfautnann, 

M 16. Leipzig, den 31. Angnst 1840. 

liiteratiir der Todtentfinze. 

(Hein Besrtrag anm Jubeljahre der BuchdruckeidnuisL) 

ilachfolgende wohl aiemlidi vollständige Literatur slimmtU* 
eher Todtentänze, so weit dieselben (auch die öffentlichen 
Gemilde der Art) der Literatur anheim gefallen sind, war 
lu einer äussern und Innern Geschichte des Gegenstandes 
angelegt nnd bestimmt gewesen. 

Die freundliche Aufforderung der kunstliebenden nnd knnst- 
kennenden Gebröder fFeigel^ dieselbe dem Serapeum einzu- 
Terleiben^ lost dieselbe von jenem Verbände ab. So wenig 
es mm hergehört haben würde, die für jene Darstellung be- 
stimmten Beweise oder Unterscheidungen ausführlich daran 
zn knüpfen y so musste um so mehr manche Andeutung zur 
Kennzeichnung und Sonderung des oft und bisher meist Ver- 
wechselten in gedrungene Anmerkungen verwiesen werden» 

Um jene bisher mannigfach (durch bequeme Weglassung 
des 8. g. ,,Literari8chen^^ der Titel) verwirrten Ausgaben be- 
sonders des holbeinischen Todtentanzes endlich zu scheiden, 
war es nöthig, ihre Titel und Kehrseiten, so wie Ihre 
Sclihissangaben nicht nur ausführlich, sondern Zeilen- und so 
viel möglich lettemgetreu wiederzugeben* Wie nöthig dieses 
sey, zeigt sich z. B* bey den Lyon er Ausgaben von 1545. 
47. nnd den Kölner Nachschnitten von ]5«>5. 

Bey den meisten Ausgaben konnte ich dieses aus eigener 
Anschauimg thun : die K. Hof- und Staatsbibliothek hier zu 
Miindien (so wie die der Ilohep Schule) bot mir in ihrer 

16 



949 

reichen Sammliing auch von Imagines mortii (ein eignes 
Facti!) eine actione Grundlage der Anschauung und manche 
Unica. Frenndeimittheilung, oft von weit her, half weiter. 
Ich unternahm endlidi und scheute nicht weitwendige, kost- 
spielige Reisen für die Sache, namentlich nach Basel, Bern, 
Berlin, Wien etc. Denn ich mochte bey Dingen, äe mir 
irgendwie, namentlicli durch Reisen, erreichbar waren, durch 
eigene Schuld nicht einmal bekennen müssen „habe ich für 
jetzt nicht ermitteln konnen^^ o. dgL Das hiesse bequemer 
gesproclien, als wahr und würdig. 

Wenige Ausgaben dieser reichverzweigten Literatur, voran 
des liolbeinischen TT., blieben mir durch solch Verfahren 
unerreichbar und nur bey diesen wenigen konnte ich die 
Titel nicht in jeder Beziehung vollständig wiedergeben. Aber 
selbst bey den zweifelhaften wies ich wenigstens nadi , woher 
sie ihr Scheindaseyn erhielten. Bey den wirklich vorhande- 
nen und selbstgesehenen , namentlich bey seltenen , gab ich 
genau die mir bekannt gewordenen Besitzer und Aufbewah- 
rungsorte 0^9 reichlich auch, wo dieselben früher bespro- 
chen worden sind. 

So kann fortan jeder Theilnehmende oder Besitzer seine 
Ausgaben richtig ein - oder fernere Bemerkungen anreihen, 
und ich hoffe durch diese Arbeit Bibliothekaren nnd An- 
tiquaren, Kunstliebhabern und Kunsthändlern kei- 
nen üblen Dienst geleistet zu haben. ^) 

Der Holbemhche Todtentanz, der eine ganze Literatur 
von Nachschnitten, Machstichen und Nachahmungen^) nach 



I) Hiebey bemerlEe ich^ Hau, obschon ich weist, dati die v. iViri//- 
Machen Sammlangen der IC. KuplerstichsammlanK so Berlin einverieibt 
aind, ich aot nahe Ii4*genden Gründen ^och die Bezeichnung nadi dem 
frühem Besitzer nnd ursprünglichen Sammler vorzog. — Die Kenntniaa 
der Werke einet Dibdim^ Dottee, Oitley^ P^gnot^ PafiUlon^ Umncf» 
A tltdker, Heller^ Ebert, Fa!kensttm (warum war dieser gar so kurz ?) H^yiwr» 
MorülOf Bmiliot^ Weiget^ v. Rutnohr n. a. w. setze ich Torausy and gab 
daher und gebe ihre Titel niclit des Breiten an. 

2][ Die ferehrliche Verlagshandlong wird am Sclilnsse eine Anzahl 
selbständiger Abdrucke mit besondrem Titel besorgen lassen« 

3) Selbst KQn stier entnahmen frühe Holbeins T.T.Gestalten. 
Frans Pranck in einem grossen Bilde der Munchener Pinakothek (Kampf 
aller Stande gegen den Tod) stellte mitten inne Holbeins kämpfenden 
Bdelmann (Bi. 16)» Albrecht ^/ocient^on zu Nürnberg entnimmt in einem 
•ehr schönen Gebetboche für die Herzöge von Bayern 1536 (Wiener 
Hofbibliothek Cod. 1660. 4.) EL 84 den Priester sammt dem Tode ala 
Mesner (EL 22), wie sie zum Sterbenden eilen, und El. 64a. Holbeins 
Wappen des Todes, statt Mahler und Gemahlinn zwey Todte (Mann nnd 
Weib) stellend. — Der neuerdings in d«*n SehriAea der Leipziger 
Deutschen Gesellschaft bekannt gewordene Holzbecher mit filfenbeinge- 
schnitz (von MCS) zeigt Holbeins Pabst mit Kaiser und Tod. — 
Selbst Stimmer (Neue künstliche Figuren biblischer Historien gründlich 
von Tobiaa Stimmer geritflen. Basel, bey Thoma G warin« I576ii 4^) 



»4S 

sich führte^ wurde billlc vorftngegtellt^ obschon ihm^ 
ausser Xylographien (sii Miiiichen und Heidelberg etc.)) 
ein Deutscher Doden dantz Twie die Dance Macabre^ mit 
welcher jener zusammenliSngt) im Drucke voranging. 

Hoibein^M Todtentans hebt an 1) mit den einseitigen 
G,Probe-<0 Abdrucken des Jalires ,,1530"^ (Basel); ihnen 
foleen die Lyon er eigentlichen und ichten Ausgaben seit 
1538 bis 1562 (1574) y erst bey den deuUchen Brüdern dfe/- 
eiior und Gaapar Trechsel (15;iS), dann in derselben Drucke- 
rey (Sub Scuto Coloniensi) bey den Gebrüdern Johann und 
Ftanx Freüon (1542— ]M5)9 zuletzt bey Johann Frelhn 
allein (1547 — 1574).*) Hiernach folgen U) die Nach- 
schnitte Qn Hols): a) von 1542 (1544) durch die de 
Necker in Augsburg (nachgestochen wieder in St. Gallen 
1561) ; b) SU Venedig (von 1545—46 etc.) ; c) zu Strassburg 
(von 1546); d) zu Basel (von 1576 durch GSy ausgegeben 
von 1588 — 1796!); e) zu Köln — Antwerpen (durch A, von 
1555—75; Antwerpen 1654); f) zu Lübeck — Wittenberg 
(1590 etc.); g) zu London (durch Betcjfck 1789. 1825, durch 
Bauner iiniBsfleidlSaa); h) zu Newhaven (1810). >) Weiter 
111) die Nachstiche (in Kupfer), zugleich mit Umbildung 
der Einzelheiten : a) zu Frankfurt a. M. (durch Eberhard 
Kieeer: 1617— 1623); b) zu iNürnberg (durch Georg Strauch 
oder ^. Khob: 164/): c) zu Laybach- Salzburg (durch 
ITekhard Falvasor: 16^2); d) zu Zürich -Hamburg (durch 
Konrad und Rudolf Mayer: 1650—1759); e) zu Augsburg 
(6jmAL.Redelm$: 1704); f) zu Linz— Passau — Wien — 
Prag (durch Michael Rantz: 1753—1767); g) zu Amsterdam 
— Nürnberg (durch Salomon v. Rusiing: 170/ — 1741); h) zu 
London (getreuer durch W. Hollar: 1647 — 1804; durch R. 
Fkcard: 1720; durch D. Deuchar: 1788. 1803. 1813; etc.); 
1) zu Basel (durch Chrüt. v. Mechel: 1780); k) zu Venedig 
(1699); 1) zu Leipzig- Dresden (durch FVenzel: 1831). 
Endlich IV) Nachdrucke (in Steindruck): a) zu München 
(durch Schlotthauer: 1832); b) zu Magdeburg (durch £. ff. : 
1835). Daran reihen sich V) noch die immennehr verwa- 



alifliCe Holbein^s TT. nach (Bl. 2. 3. 4). Von Aldeartver jfp, sn ge- 
scfawoigea. Wie neoerdings HeidHoff snd Andere den nolbefnitcben TT. 
nnfgebentet haben, ist in IhMerM l^bönix 1835. No. 16. nnd der 
Presse 1840. za lesen. Dasselbe thaten aber aoch die Künstler zu 
Ihller» Deotscher Gesobicbte selber (bey Heiniioh IV.)« Da musste 
Kaiser Max*s Bild herbalten , wie bey HeiMoff König Franz I. 

1) ^Mit oder ohne UJ* bezeichnet diese achten Lyoner Aoigabon 
darchans nicht , da die schönen Venediger Nachschnitte von 1545. 46. 
(worSber die achte Lyoner Aoseabe von 1549 klagt) mit jenem Mono- 
gramme gleichfalls plattiert sind. 

^2) Einzelner Nachschnitte bei Dibdim oder von UAoräe nicht za 
erwähnen« 

16* 



944 

sehenden Naclia Innungen (von J. R. SchelUnherg 1788« 
1S03, Chodowkcki 1792, TAoma« Uolandsan 1815 ^ /^ag% 
1S26. 27, ürandoille 1830, oan ^s«eii ii. s. w.) 

An UoLbeina Todtentanz schliessen sich durch die 
ersten vier Blätter seine Bilder des Alten Bundes 
(leones Feteris Jnstrumenti oder Testamenli) seit LS30* 1538« 
39. (bey Trechsers), 1543 (bey Frellon's)^ 1547 (bey •/• 




b) von Franltfurt a. M. (bey Güffferich: 1551—1554), c) von 
Paris (bey Guillardu. Desboys: 1552. 53, bey /. Foucher: 
1558); d) von Antwerpen (bey J. SleeUiua: 1541. 61; bey 
Jacob V. Liesuell: 1535); e) von Löwen (1550); f) von Basel 
(1552); endlich 1830 in Holz wieder schön nachgeahmt zu 
London (bey Pkkemey). 

Dieser holbeinischen Literatur wird sich die des 
eigentlichen Baseler Todtentanzes (oder vielmelir der 
beiden) anreihen, da dieser seit 1588-1008 (durch H. Frö- 
lieh) und seit 1715—1796 (durch die MecheCs) stets verwech- 
selt und verwirrt worden ist mit Hotbein'a Zeichnunffen. Jener 
erschien in Merians Kupferstichen seit 1621 — 1733, von 
Chowin wieder atifgefrischt 1774—1830. 

Dem Baseler Todtentanze wird folgen der Bern er und 
die übrigen Schweizer Todtentanze (zuFriburg, Constanz, 
Lucern) , ihnen die iibrigen Deutschen (zu Strassburg, LübeclL, 
Dresden, Landshut, Straubingen, Erfurt, Kucl^ucl^sbad , Gan- 
dersheim, Minden u. s. w.), die zu Paris — London u.s.w.^ 
so weit über dieselben Literarisches bereits erschienen ist* 

Ihnen soll sich jener oben erwälinte Dolen Dantz (um^ 
vielleicht vor 1470) anschliessen , woran sich von selber die 
französischen Dance Atacabre (seit 1485), mehr als Peignot 
kannte, so wie endlich die französischen Gebetbücher (Heures, 
Horae) und einige spanische Darstellungen anicnüpfen werden. 

Ich will hier zum Schlüsse eine fruchtbarere Betrachtung 
noch anregen, die Holbein*8 Todtentanz mit sich führt. Man 
beachte einmal genauer, welche Männer sich um denselben 
bewegen und vereinen: Erasmus -— Frobenms, Trechsel — 
Frelton^ Jodocuu Badius AscensiuB — Corrozei^ Serveto — 
Oemmler (jiemiUui) — Frastneue^ Nirolous Borboniue — 
Thomas Morue n. s. w. Welche bunte Reihe merkwürdiger 
Männer, welche alle auf die verscliiedenste Weise in ihrer 
Zeit für Ausbreitung der Wissenschaft und der wunderbaren 
schwarzen Kunst gewirkt haben, deren Jubelfeyer in diesem 
Jahre alle deutsche Welt zu begehen sich so eben anschickt. 

München, am 10. May (am »— — - _— _^^^ 

Tage da Tllly MagHebarg eroberte) •<!■• ^« JjaaMSfnann, 

1840. Br. Prof. 



I. 

I 

Hol b ein 's Tod ten tanz. 



A« Aechte Abdrficlie and Aasgaben 

(Holzschnitte in 8^.) 

t. 

Erste Abdrücke auf einer Seite: su BaseL 

a) 1530'): mit deutschen lieber- oder Untersdiriften — 40 
Bilder (ohne den Sterndeuter oder Nr. 27 der späteren 
Folge y und j^Bedenk das Ende^^ oder die spätere Nr. 41) 
2 Z. 44 L. hoch 2), 1 Z. 10 L. breit. 
Vorhanden oder bekannt sind'): 
I) unvollständige Folgen. 
TL. a) 1 Blatt — zu Erlangen (Universitäts-BiblioUiek). 



1} Dieses ohne allen Beweis bisher überlieferte Jahr bekräftigt sich 
clnrch folgende Thatsachen : a) Die Nachifchnitle der Icones V. T. (mit 
den vier ersten Blniiem Hes TotUenfanze» ) in des ZOrdiers Froechnuer 
Bibeln beginnen l53t ! b) Andre Nacbachnitte erscheinen bey Jacob von 
Liesyelt zu Antwerpen — • 1535. c) Im Vorworte (oben S. 242) sahen 
wir aber , dass Ghckendon zwey Bilder des bolbeinischen TT. im selben 
Jahre 1535 nachahmte; derselbe ihm also damals schon bekannt war, 
wahrend in Prankreich bis 1538 noch nicht. Denn Nicoh Borbonius, 
der in den Aasgaben seiner Nagae 1538. 1540. Holbein (Hansam Hol- 
hium) lobpreist, hat diese Kpigramme in der Aosgabe 1533 noch nicht, 
eben so wenig wie in der Ausgabe der Icones V. T. 1538 noch sein 
Carmen ad Lectorem fehlt, in dem er 1539 Holbein eben so preist. 
1533. 1536 war Bourhon in Tracis, 1536 in Vandenvre und Lyon (auch 
1536), 1535 in London, wo er wohl Holbein kennen lernte. Sollte bey- 
läufig der von Borbonios neben Holbein (in Britannia) gelobte Kunstler 
Reperdius (Lugduno ab urbe Galliae) der HoUHnder Riperda Herzog, 
erster Minister von Spanien seyn, der nach Kngland fluchtete, Englisch 
lernte, nach Marokko ging, Muhamodaner wurde und daselbst arm und 
verachtet starb? Doch wird nirgends gesagt^ dass er Künstler, Mahler 
war. 

2) «. Bmnohr sagt S. 44 nur „ungefähr 2 Zolle hooh"; Peignot 
S. 52 nicht viel genauer 2Z. 6L. Genaue Angabe fordern aber 
schon die Venediger ^hr schönen Nachschnitte, die um Weniges ab- 
weiciien. 

3) Vgl. Rumohr S.99 und Ueyner S. 317. ^ Falkentiein (Dresdner 
Bibliothek S. 806) schildert ein Dresdner Exemplar der „Imagines mor- 
tis o. O. a. J. 8.*S das Ceberschriften habe Bapst — Reyser etc., und 
wozo eine Hand des 17. Jahih. deutsche Uebersetzungen der lateinischen 
Verse gefertigt habe. Was soll solche ongenaoe Beschreibung?? 



946 



b) 1 BlaU (die Kaiserinn) — lu München (Professor 
Langer): leider umsdinUten; um 3 fl« erkauft. 

c) 2 Blatt — lu Berlin (v* Sotzman): Wappen des 
Todes, und Tod und Kind. 

S3. d) 12 Blatt — zu Berlin (v. Rumohr) : Rumohr- 
Weigel S. 09. (2 gleichzeitig mit jenem Langer^ 
sehen Blatte erstanden.) 

e) 21 Blatt — zu Leipzig (Otto Clauss'sche Samm- 
lung). 

Vgl. Jiost u. Huber Manuel des curieux et des amateors 
de l'art 1797. 8. S. 155. — Peignot S. 54, 
Douce 1833. S. 84, Rumohr S. 09. 

f) 23 Blatt — zu (Graf Bigal, dessen 

Sammlung im Dezember lolT verkauft wurde), 
um 40 Fr. verkauft. Es waren Bl. 1—4. 6— 9. 
12 -15. 17. 21—23. 25—26. 29-29. 32. 34. 39 
der seit 153S gewöhnlichen Folge. 

Vgl. Cataiogue raisonn^ des Eätampes du cabinet de 
M. Le Gointe Rigal par F. L. Regnaull de laLande^ 
peiDtre et gravear. Paris, b. Vf. 1817. 577 u. 
XI S. 8. Tb.V, S. 175. Nr. 386.')— Joubert 
Manuel de l'amateur d^estampes. Paris 1821. 8. 
II , 130. — Brunei III , 345. 

g) 31 Blatt — zu Schaffhuueen (Kaufmann Keller^ 
zum grossen Engel): aus Conrad Meyer's Besitze. 

h) 35 Blatt 2) — zu Nürnberg (P[anzer] in Litera- 
rischen Blättern 1803. 6. 11, 293. Es fehlten 
ihm Nr. 2. 6. 9. 12. 40 [der späteren Folge]). 

i) 30 Blatt — zu Basel (öffentliche Bibliothek, in 
der Mappe Holbeins und der beiden Manuel 
Deutsch, von Bl. 18—22), ohne weissen Rand^ 
daher ohne Inschrift (ganz wie ^C» b) , dazu ein 
emischtes Exemplar*); denn auf BL 19 sind 
Bild, auf A/. 20: 2 B., auf Rl 21 : 2 B., auf 
BL 22: 5 B. aus Doppeldrucken der spateren 
Ausgaben ergänzt. 

k) 39 Blatt — in ITien (Erzherzog ITarl). 

2) vollständige Folgen: 

<S. 1) 40 Blatt — zu Basel (öffentliche Bibliothek, in 



f 



1) Peignot schliettt aus 8. 175. Nr. 385 ein zweites Exemplar ,yif^- 
selben ersten Aoigabe^* Ton 89 Holzschnitten anf 32 El., also anf beiden 
Seiten gedmckt , von denen 53 ,,de la premiöre Vitien**, 9 „des ^t- 
tions posterlenres** seyen. Aber die erste „Ausgabe'* hat nnr 40 Bl. 
nnd 53 treten erst von 1545 , b. ein ; 60 aber erst in sehr spaten Nach- 
stichen (1617). Jene 62 BL worden nm 33 Franken 6 Cent verkauft. 

; 2) Nicht, wie v. iltmio&r sagt, 40 Blatt 

{ 3) BL 19. 20 sind yerbonden nnd sollten 20. 19 folgen. 



»49 



Holbein's Mappe, auf BK 14 — 17, in der Folge 
der Ausgaben Ton Jä38)* 
Vgl. Heyner S. 317 u. Peier Fücker im KunstLIatt 
1823, S.235. 

m) 40 Blatt — In England (besass Wflliam Yonng 
Ottlej) mit Ueber Schriften. Die Folge der Bilder 
wie 1. 
Oltley gab Auskunft in An inquiry into the origin and 
early of Engraving. London, 1816. 4. Tb. II, 
763* (mit Nachbildong der Nonne nnd dem Gra- 
fen , wie IHbdin Decameron I « 39. ans Ottley^s 
AbdrQcken die Edelfrau nachscbneiden liois). Vgl. 
Dmee 1833, S. 85. 

n) 40 Blatt — in England (Francis Donce — jetzt 
wohl im brittischen Museum)« 
Douce 1^3, S. 84.85. 

£. o) 40 Blatt — in Berlm (v. Nagler — jetit im K. 
Kunst -Cabinete) in eigenthümlicher Folge der 
Bilder (geistliche und weltliche Reihe geschieden), 
die hier nach ihren altgedruckten Ueber Schrif- 
ten mitgetheilt wird« 



1. Die wapen deljE Thotfz. 

2. Die fcböpffang aller ding, i) 

3. Adam Ena im Paradyiz. 

4. Vfztribung Ade Eue. 

5. Adam bawgt die erden. 

6. Der Bapft. 

7« Der Cardinal. 

8. Der BischoflT. 

9. Der Apt. 

10. Die Aptifzinn. 

11. Der Tbumber. 

12. Der Pfarrherr. 

13. Der Predicant. 

14. Der MOnch. 

15. Die Nunne. 

16. Der Keyfer. 

17. Die Reyferinn. 

18. Der KOnig. 

19. Die Kfiniginn. 

20. Der Hertzog. 



21. Die Hertzoginn. 

22. Der Groff. 

23. Die Greffinn. 

24. Der Edelmann (.) 

25. Die Edeirraw. 

26. Der Ritter. 

27. Der Richter. 

28. Der Furfprach. 

29. Der Ratfzherr. 

30. Der Artzet. 

31. Der Rych mann. 

32. Der Kauifman. 

33. Der Schiffman. 

34. Der Kramer. 

35. Der Acherman. 

36. Der Alt mann. 

37. DafiE Alt weyb« 

38. Dafis long kint. 

39. Gebeyn aller roenfeben. 

40. Dafz iQngft gericht. 



1) Nodi ohne allen Riss! 



Eigentliche ächte Ausgaben (von 1538 — „157i**) 
zu Iiyon (und „Basel" 1554):') 

a) 41 Bilder (Nr. 27. der Sterndeuter kommt hinzu) : 
1) bey Tr echser 8 (in 4.):2) 

1) 1538. IieM ßmulaehre9 4* HISTORIEES 

FAGES I DE LA MORT, AVTANT ELE | gammet 
ponrtraictes , qne artifi- | ciellement^imagin^es. || Hoh^ 
eehnitt.*) A LYON | Souba. refeu de COLOIGNE. || 

M.D.XXXVlir. «) -- kl. 4., die 41 Holzschn. natudich 
8. (oder 12.) wie 1530, mit lateinischen Bibeltexten 
oben, und französischen Vierversen (von Corrozety der 
auch solche Verse zu den Icones Veteris Instrnmenti 
oder Tes tarnen ti fügte) unten. Damach Text bis Bl. 
N. 4. — Widmung an Jehanne de Touazele. ^) 

Schluss hinten (in eine Holzschnittverzierung einge- 
druckt) : EXCVDEBANT LVGDV | NI. MELCHIOR 
ET I CASPAR TRECHSEL [ FRATRES. 1538 1| . 

Vorhanden: 
1^ im Besitz von i;. Lepet (Fiorillo IV, 151, f.). 



1) Peignoi (Recherches 8. 55) reglet nAC^tPapUkm I, 168 und Hurr 
XVI y 17 von einer Aasgabe der yilcones mortis'* o. J. a. O. 8. vor 
1538 (»iP^ ftosterieure h Ja precedente**' d. i. der Abzöge von 1530) nnd 
setzt hinzQ ^^Les vers, qui accompagnent les gravures^ ßont en fiamand^^^ 
"wu nach der ganzen Art, wie P. von den Holbeinischen Ausgaben 
handelt, kaum anders als von einem spätem Cöln-Antwerpner Nach- 
schnitt oder gar nar von einem Fröhlich-Mechelschen Baseler Todten- 
tanze gelten kann. 

2) Johann Trechsel (drockte za^ Lyon von 1487—1498) hatte zwey 
Söhne Melchior und Gatpar ond eine Tochter Thulie, welche den Jo^ 
docus Badius von Assa im Gebiete von Brüssel (Ascensios) heyrathete, 
der erst beym Schwiegervater oorrigirte, dann nach Paris ging, als 
eigner Drnckberr and Gelehrter. Dieser hatte zwey Töchter, deren etae 
er an den gleich£sUs gelehrten Drockherrn Robert Siephan (Estienne), 
des berühmten Henrictu Stephanw Sohn , die andre an Michael Vascoson 
verheyratbete. — Gagpar Trechsel drnckte 1542 allein die BIBLIA | Sa- 
cra Lngduni, | Apod Hvgonem k Porta., 1541 aber in Vienne des 
Mich. Villanovani {ServeH^ Ansgabe des Ptolemäas , die 1535 schon bey 
TrechsePM za Lyon erschienen war. 

3) Auf Untenatz 3 gekrönte Janasköpfe mit 2 PfanenflSgeln, davor 
ein aafgeschlagen Boch mit der Aufschrift rjV\ aS! | ^EWAYl TO | iV; 
Unterschrift V/iis me | Genuit. (Das I^chseUehe BuchdrudserachOd). 

4) Ftoritto (II, 400, 150), Eberi (Nr. 21290), Heyner (S. 312), 
Humohr (Kunstblatt 1823. Nr. 31. und selbst auch 1836. S. 43), natür- 
lich aach Peignot (S. 55) geben den Titel mehr oder minder ungeaao. 

5) Ob das Wortspiel zwischen Toot-Z^le und Vray>Z^le s Frezel 
(Fraxinens?) oder Tr^-Z^le (Tressel — Dresiel, TrrcAsfl)? 



•49 

2) XU Berlin, v. Rumohr (KonstbL 1823. S. 123. Rii- 
mohr-Wei^el S. 99. 44; FioriUo IV, 151. f.). 

3) zu fTintertkar, Heyner sei. (H. Holb. d. J. S.313). 

4) zu Hamburg y Hr. J. M. Kommeier (Rnmohr-Wei- 
gel S. 8. 4&). 

5) zn Leiungy Rudolf Weigel (Rumohr - Weirel S. 
45. 89). 

6) zu Schaffkausen, Kftiifmanii Keller zam groBsen En- 
gel (aus Conrad Meyer's Besitz, zu Folge der Ein- 
sdirift ,,Hort Conrad Meyer kostet mich 5 fl.^ an 
Arbeit verdienet"). 

7) zu Nürnberg, Pariser (BibUotli. UI, 269. Nr. 15948). 

8) zu München, in der Hofbibliotliek (Im. mort. Nr. 11. 4.). 
9; zu Wien, in der Hofbibliotliek (4 F. 42 x. und 

XVIII. X. 18; letztes Exemplar mit den Icones Vet. 
Testam.). 

* Besprochen auch in Literar. Blatt 1803. 0, 294. — 
Oberdeutsch. Literat. Zeit. 1809, Sp. 307. — F&eaali 
Känstler-Lexik. U, 559. — Ebert Nr. 21290. -< Feignai 
S. 55—56 [wonach es La Valliere besass und es 1784 
um 3 livr. verkauft wurde, wie bey Lamy 1807 um 3 fr. 
80 Cent., bey Meon 1809 um 3 fr. ; — 1775 um 3 livr. 
im Catalogtie des dessins et estampes de M. Mariette. 
Paris. 8. Nr. 1132.>)] — Bounet IH, 345. — Ouley 
II, 758. — Dibäin Decam. I, 41. — Douce 1833, S. 
108. — Rumohr ^ Weigel S. 45. 99. — WeigePe III. 
Catalog S. 42. Nr. 3622 (24 Thaler). 

U) bey Frellon'e (in 8.)*) 

2) 1542, a: LES | Simulachree, ^ hi | STORIEES FA- 
CES I DE LA MORT , | contenant | LA MEDECINE 
DE L'AME, Ytile & | neceflaire non feulement aux 
Malades, | mais k tous qui fönt en bonne difpoii- | tion 



1) Der hier angegebene Titel „Le» Figwte$ de la ÜfitH det hme et 
dn UMMVfii« de Vaneien ei wumeim T. grmtiea en boie d^apr^e Haibein, 
Lyon 1S98^' itt aas dem nachfolgenden Texte „J>« diuer/ee Mere de$ 
hom$ ei dee mawMi$ du «tel, & noemeau Teßmneni** gestellt. 

2) Beide Bruder (Franz and Johann FreUomi) d rocken bis 1547 
▼ereint , dann Joh. FMlonim allein , dem Konrmf Gewner 1548 auch das 
16te Bach »einer Pandeetae widmet. Nicoktne Borhomue (Bonrbon), you 
dem aach Disticha dem Todtentanse Holbeins beygefogt sind , nennt sie 
in seiDen Nogae „JohannI et Francbco Frellaeia Germanis fratribas'^ 
aad in den holbeiniscben Icones Veteris Instramenti Lyon 1538 bey 
Tndkade ist die lateinische Vorrede von Franeisoas Fjprflneiis; eben so 
nennt sie Qi^eri DwAerius 1538 (In s. Bpigrammaton Ubri doo: Lyon, 
Sebast Gryphios) De Joanne et Francisco FrdlaeU, and sie selber 
geben des Bofkoniue Tabellae | elementariae | pveris fngenvis | peme- 
cefaiiae 1 1539. LV6D¥NI | 8ab loato Colonienfl, | Apnd Joannem Si 



MO 



corpordle, || D'AVANTAOE y \ La Forme et maniere de 
confoler lea Malades. || Sermon de fainct CECILE CY- 
PRIAN, in- I titnl^, de MORTALITE. || Sermon de S. 
Jan CHRYSOSTOMB, ponr | noiis exhorter k Patience : 
traictant aufsi de la | consommation de ce aiecle, & 
du fecond Adue | nement de ibsts clirift, de la loye 
etemel- | le des iuftes, de la peine & Damnation des 
mau- I iiais* & antrea chofea neceflairea k vn cliafcnn 
chreiUen, ponr bien vitire & bien monrir. || A LYON, 
A Tefcii de C0L0I6NE , ches Jan & | Fran^ois Frel- 
lon y freres. | 1542 || • — 8. 

HolsBchnitte 41 ^ Text bis BK 3. Bl. 1. (Schö- 
pfung) unverletzt; nur rechts unten der Rand ein we- 
nig ausgebrochen. Nach den Holzschnitten Rom. 5. 
(franzosisch in 9 Zeilen). 

Sc hin SS : Imprime k Lyon | k l'efai deColoi- | gne^ par 
Jan & Fra | cois frellon , freres. | 1542. || 

Vorhanden: 

1) zu München y in der Hoftibliotfaek (Inu mort. Nr. 

20. a). 

Besprochen : 

1) Angeführt in Konrad Ge8ner*8 Pandect. (Zürich, 
Froschauer 1548) Buch XVI, BI. 261a. als ,,Imsgi- 
nes mortis 1542. 8. gallic^\ welche Angabe Feignot 
nicht kannte und danun S. 56. 57 die Ausgabe nicht 
nannte. Dauee (1833. S. 104) gab vollständigen Ti- 
tel , daher fFeigel (in Rumohr -Weigel S. 99, 4) 
ungefähr, während o. Rumokr (vom S. 46) davon 
spricht, als hab' er sie nie gesehen. ') 



Francifcnm FreUaeoi Fratres. — Im Franzosischen Fr^an, Tielleiclit 
j^Oermani fratres'*, wie die TWcJM? (Doch steht am Schlais dort In 
nedib. aemin&rum wie in der Vorrede von 1538 fratrum conümeiisHmo^ 
mm). Und gleichfalls Ton CäUn? Sie drnclcen 1544 die Canones con- 
cilü proyinciaUs CoUmiensU^ anno 1356. 8., nnd 1556 Joachim. Fortii 
Ringelbergii anttomuNit opera. — In Paris druckte ein Joh. PMlon 
(mit dem Wappensdiilde zweyer Fuchse) ecbon 1508. Der Lyoner aoeh 
1562. 1568. Sein Neffe Pmü F^nüan dmdLte fmit dem alten Krebszei- 
chen) bis 1626. 1576 erscheint dasselbe Zeichen Lyon bey Anton. 
Harsy. 

1) Dais aber gerade diese framzMsAe Aasgabe , der v. Jtimioftr die foU 
grade lateiniiche (S. 46; voranstellt (weil er niUnlich letztere besitzt, 
erstere in München, wo er doch öfter war» gar nicht an kenaea d. h. 
eingesehen za haben scheint) , dieser Toraasging nnd der enten fr«m- 
ssöHsdien folgte, zeigt der Titel der naclisten lateinlechen von 1545, in 
welcher die französiicben Vene (von €KUe» Conosd) , welche schon der 
(lateinischen) Ansgabe f on 1538 einverleibt waren , dorch Oeorg Oenmier 
(Aemilins), Lothers Scbwsger, in's Lateinische übersetzt worden. 
OemmUrt geboren 1517, war Snperiatendent zo Stollberg im Harz, nnd 
starb am 22. May 1569. Rr diditete viel Lateinisohes nnd Biblisdies. 



Ml 

3) 1542, b: IMAGINES I DB MORTE, ET BPI- | gri- 
maU, i Gdllcoi) idiomate äOEOR- I 610 AEMYLIO 
in Latinu translaU | « | HIS ACCESSER VNT, | ME- 
DICINA ANlMiEy tarn its qiii firma, | quam qiii adiierfa 
corporis Taletudine | praediti funt^ maxImÄ neceflaria* || 
RATIO confolandi ob morbi grauitatem | periciilofö 
decambentea. || D* Coscllii CYPRIANI epiacopi Cartha- 
fl I nenfis, fermo de MORTAUTATE. ]| D. CHRYSO- 
STOMl Patriarch^ CSatan | tinopoIiUni , de Patietia, 
& Confumma | tione huins feGiiII, de fecnndo Adiien- 
ta I Domini, d^q; »ternia Jiiftorü gaudiis, & | Maloiü 
poenfs, de Siletio & aliis homi- | nl chriftiano valde 
neceflariis, feimo | ^ || LYGDVNI, | Siib fcato COLO- 
NIENSIy apnd Joannem | & Frandfcum FreUonioa. 
fratres | 15& || — 8. Kehneite dea Titela leer. 
Holiachnitte 41. 

Schlaaa: Lugdum^ \ Excudebant Joan- | nea & Fran- 
dfcus I FreUonii, fralrea. | 1542 | « || 

Vorhanden: 

1) an AUdorfj in der Schwarziscben Bibliothek (Li- 
terar. BläUer II, 294. No. 3). 

2) in Jlaae/» im Besilz von Peter Füeher (KunatbL 1823, 
S. 235 b.). 

3) au Basel, im Besits der Fräulein Linder (Nr. 51. 
nach dem Cataloge ihres Oheima Dienast, S. 186). 

4) SU Berlin 9 im Besitz von v. Rumohr (Knnstbl. 1823, 
S. 123; Rumohr - Weigel S. 46. 49, mit sehr un- 
genau wiedergegebenem Titel). 

5) zu Leipzig y im Besitz von Weigel (Catalog Ton 
Kunstsachen u. Büchern Abth. II, 64. Nr. 35; IL 
Nr. 2136). 

6) besass GalUard 1764. Nr. 771. 

Beaprochen: Catalogue von Mariette Nr. 1131 (um 
10 Livr. verlLauft). — Bounet III, 345 (um 5 fr.). — 
Hiüeher S. 57. — Peignoi S. 56« — Dibdin Decam. L 
41. — Ftorillo ly, 147. 151. I, 400. — Fehlt bei 
Dauee 1833. S. 104, wird aber S. 105 aua der Ausgdie 
vom J. 1545. a. richtig vermuthet. 

[?) 1544. „Imaglnes mortis.'^ 8.? als Lugdamfj soll und 
will Pamer (Bibliothek HI, 255. Nr. 15783) besessen 
haben; wonach Literar. Blatt. II, 291. Nr. 2, Hilseher 
S. 7, Meintel Vorr., und v. Rumokr S. 47 („Ich finde 
eine Ausgabe vom J. 1544 angezeigt'^ u. 100. 

Diess sind sicherlich die De iVecIrerischen Nsdi** 
schnitte von 1544 (1542) ^ Augsburg (folio!). 



1) P^ffM^ hat S. 56 lilieh k g0UkiSj wie es ent vob1647 an hoisst. 



»5« 

4) 1545, a : IMAGINES I MORTIS | *^* | HIS ACCES- 
SERVINT, I EPI6RAMMATA, e Gallico idtomaie ä 
JGfEOR I 610 AEMYLIO in Latinum tramlata. \\ AD 
HAEC, II MEDICINA ANIMAE, tarn iß qmßrma, quam \ 
qui aduerfa corporii ualeiudine praedUifunt^ ma \ xime 
neceffaria. II RATIO confolandi oh morbi grauüaiem 
pericU' I laß decumbentes. || QVAI«; liis addita Amt, fe- 
quens pagina | commonstrabiU || Holzschnitt« * ) l\Lugduni 

Sub fcuto I Colonicnfi Iä45.||— 8. — 41 Holzschnitte.^) 

Schill SB : Lugduni \ ExciidebantJoan- | nes ftFrancifciis | 
Frelloiiii, fratres. || 1545. || 

Die TiteNKehrseite: LVDEX earumquae to MORTIS 
Imagp- I nibus accefferuni.W D. CAECILII CVPRIANI 
epifcopi Cariha- | ginenßs Sermo MORTALITATE.|| 
ORATIO ad DEVM, apud aegroium dum inut- \fitur 
dicenda. || ORATIO ad CHRIST VM in graui morbo 
di- I cenda. \\ D. CHRYSOSTOMI Pairiarekae Con- 
iianiino- \ poiiiani, de VatienÜa^ ^ Conjummaiiane 
huiui I feeuli^ de fecundo Aduenin Dominik deq; 
aeternii \ lustorum gaudiff, cf Malortsm poenis, de 
Silen- \ tio^ 4" ^^if^ homini Qhristiano ualde necef- 
farijfj I Sermo. \\ 
(14 Zeilen im Ganzen) ganz wie in der folgenden Aus- 
gabe. Sonst ist diese Ausgabe (1545, a) in Folge 
und Inhalt ganz gleich mit der lateinischen von 1542, 
in welcher die Kehrseite des Titels noch leer ist. — 
Bl. 1. senlcredit quer durchbrochen und rechts unten 
der Rand ausgebrochen. 

Vorhanden : 

1) zu Baselj im Besitz von Peter Fischer (Kunstbl. 
1823, S. 235).») 

2) zu Stuttgart, öffentliche Bibliothek. 

3) zu ffieny im Besitz von Antiquar KuppitBch. 

4) zu München j UnIversitSts-Bibliothek, früher im Be- 
sitz von Joachim Hunger. 

5) zu Oöttingeny Universitats-Blbliothek. 

6) zu Loni/oii, Brittisch. Museum. Gehörte Prinz JSlrAiarr/, 
geschenkt am 19« Jiilj 1546 von Dr. tf'iUiam, Bill 
zu Cambridge. 

Douce 1833. S. 106» 



1) SeekNh» (Freion, Hornisse?), der einen Schmetterling an seinen 
Flügeln bält^ mit dem Worte MATVRA (der Frellon^s Buclidmcker- 
schild). Das Ganze hier in Umrandung. 

2) Dwce 1833, S. 104. 5. zählt 42 Bilder. 

3) Und doch sind v. Rumohr (S. 47) diese Aasgaben ?on 1545 nur 
nliterariaeh bekanat*'. 



Besprochen: Dibdm Dectiiu I. 41. — Darnach PMnot 
S. 57. — FioriUo IV, 15J. -. Ihmce 1633, S. 10a. — 
Rumohr ^ fTeigel S. 47. 

b) Aa BUder (also 12 mehr). >) 

5) 1545, b: IMAGINTES | MORTIS HVH HIS ACCES- 
SERViXT, I EPIGRAMMATA, i QalKco idiomaie ä 
GEOR I GIO AEMYLIO in Latinum iranslata. || AD 
HAEC, I MEbICINA ANIMAE, tarn iji quifrma, quam \ 
qui aduerfa corporis ualetudine praedüi funty \ maxime 
neceffaria. || RATIO confolandi ob morbi grauiiaiem pe- 
ricu" I Iqß decumientet. \\ QÜAE bis addlta fiint, fe- 
quens pagina | commonfh-abit || Holzsc hn. (= 1545, a)|| 
LVGDVM, SVB SCVTO COLONIENSI. löid || — 8. — 
53 Holzschnitte. (Der erste senkrecht mitten durchbro- 
chen durch Gott den Vater und Adam's Schenkel und 
rechts unten am Rande ausgebrochen.) Nach den Holz- 
schnitten (Kehrseite vom Wappen des Todes) Jü^TTfT. 
XFL I QviD paoDEST Homini si totv» | mvndvh lvcrattb 

FTSmiT, I ANIMAB VKRO SFAB lA- | CTVRAM FBCB | »IT? 



Kehrseite des Titels: INDEX eorum quae his MORTIS 
Imägini- \ nilu9 accefferuni.\\\}. CAECILri CYPRIA- 
NI epifcopi Cariha- \ ginen/U , Sermo de MORTALI- 
TATE. II ORATIO ad DEVM, apud aegrotum dum 
inui" \ßiur dicenda. || ORATIO fid CHRIST VM in 
graui morbo di- \ cenda. || D. CllRYSOSTOMI Pa- 
friarchae Qonßantino- I polUani de Faiieniia, df- 
Conßimmalione huiu$ feculi^ de feeundo Aduentn 
Domini, deq; aeternii \ \t{ßorum gaudiji, ^ Ma/o- 



1) 1823 (Kanstbl. S.123b.) meinte v. Rvimoht und ihm nach Weyner 
8. 319, erst die Ausgaben von 1547 (die zoent auf dem Titel die Aus- 
sage setzen ,,dQodecim praeter priores'*) führten 53 Holzschnitte, ob- 
•cbon bereits Fiorillo (IV, 152) vom J. 1545 spricht. Neuerdings glaubt 
«. Rumohr (R.W. S. 47. 48;, man habe obiger Ausgabe von 1545 aas 
der folgenden .«die neue Zugabe (von 1547) nur bejgeheftet/' am 
jene Krebse (von 1543; besser abzusetzen. Aber erstlich war die Zu- 
gabe nicht auf dem Titel bemerkt, sodann ist nnwalirscheinlicb, 
dass man bej solcher Manipulation „zwey Stöcke aufgeopfert*^ haben 
w&rde. Dass das Holbein*scbe Werk ijberdiess keine Krebse erlitt, zei- 
gen gerade die rasch folgenden Ausgaben (wie viele mit abweichen- 
dem Titel 1547!!) und Nachschnitte desselben an allen Roden (Cöln, 
Venecfig etc.)» Beachtenswerth ist freyiicli, dass die Nachschnitte von 
Venedig (1545 u. 1546) nur 4l Blatt gewahren , aber der wahrlich nicht 
schnell fertigen Arbeit mochte leicht eine Ausgabe fon 1542 zu Grunde 
liegen, wie de Neckere Ausgabe Yon 1544 auch die Jahrzahl 1542 tragt 
ond selbst (was aeino Ordnoag oder Reihenfolge und Anzahl 
der Bilder (40) betnift) mit den einseitigen Drucken von 1530 stimmt 



954 



•^ larum f^oenii^ de SOen- \ tio^ <^ al^9 homini Ckri- 
siiano ualde neceffariftj | SerMo.\\ 

SchluBB : LugduH$9 \ Excadebant Joan- | nes & Franci- 
fciiB I FreUonii, fratre8.||1545|| 

Vorhanden: 

1) Sil München y in der Hof bibliothek (Im.mort. 20 m*)^ 
Btammt aua Breslau (yom eingeklebt ein Kupfer^ 
stich, gestochen Ton /. B. Slraekawshf in Berlin, 
verschlungen HS^ driiber geschrieben Vratislavis ad 
aedem S. Elisabetre Diaconus 1775). 

2) in London, im Brittischen Museum? (FioriUo IV, 
151. 152.) Doch siehe 1545, a. 

3) XU Leijnig? ffeigel (Catalog IV, LIL Nr. 5000) 
fiihrt auf: Imagines mortis . • • Lugduno fub fcuto 
Colonienfi 1545. Schluss: Lugdnni Excudebant Jo- 
annes et Francifcus Frellonii, fratres 1545. 8. — 
Ob diese oder die erste Ausgabe? Wie viel Holi- 
schnitte?? (Die beiden ersten fehlen.) 

6) 1547, a: IMAGINES | MORTIS, || Dvodbcim Imagini- 
bus praeter priores, | totidemqne infcriptionibns,') praeter 
epi* I grammata & Gallicis') k Georgio AEmy-|lio in 
Latinum versa, ciunulatae.HQvAB his addita funt, fequens 
pagina commonftrabit. || (Holssch n. in Umrandung) || LVG- 

DVNI, I Sub Scuto Colonienfi. j I5«.|i8. 

Schluss : LVGDVNI, | Excudebant Joan- | nes et Fran- 
cifcus I FrellonU, fratres. | 15^.||8. 

Vorhanden: 

1) lu München f im Besiti Ton Professor Eberhard 
(mangelhaft). 

2) su Ba$el, im Besits Ton Friulein Linder (Nr. 40. 
S. 183 des Cataloges ihres Oheims Dienast) y ohne 
Titel und Text; auch die Holzschnitte imvollstin* 
dig; Blatt 1. aber ohne Riss und Ausbruch. 

3) SU Berlin 9 im Besiti v. Nagler'a (friiher Pamer 
Biblioth. S. 302 u. Literär. Bl&tter 1803. ü, 294). 

4) besass Antiquar Siöger in München. 

5) besass M4on — 1^93 verkauft um 5 liv« 17 s« 
(Peignot S. 57). 

Besprochen: Dibdin Decam. I, 41. — HiUcher S. 57, 
Nr. 3. — Brunei lU, 345. — Ammg (1716) Nr. 290. 
— Solger (1762) Nr. 375. — Fehlt Z^oifce (1833) 
S. 106. 



1) Zoni onten Male auf dem Titel die Angabe der YeimehniBg. 

2) Zorn ersten Male statt k QMco MioMolf. 



965 

UI) bey J. JPreilon:^) 

7) 1547, b: IMAGINES i Mobtis, | Dtodeci» Imagini- 
biis praeter priores, | toüdemque infcriptionibus, praeter 
epi- I ^rammaU e Gallicis^) k Georgio AEmy- | lio in 
Latinum verfa, ciiniulat«.||QvAB bis addita Amt, feqiiens 
pagina | commonftrabit. || (Frellons Krebs , in eine r Um- 
randung) ||LV6DVNI, I SubScutoCoIonienfi | 164f.||-8. 

Kebrseite: 

Index eorum, qu« bis mortis Ima- | ginibiis accelTe- 
runt.||MBDiciNA animab, tamijs qiü firma, qii4m | qiii 
aduersa corporis Taletudine praediti funt, ma- | xime 
neceflaria« || Paraclbbis ad periculofe decumbentes. \\ D. 
cABciLii CTPKiANi eplfcopi Cartlu- | ginenfis Sermo de 
ixiiioRTALiTATB.il Oratio ad deym, apud aegrotum, dum 
inuifi- I tnr, dicenda* || Oratio ad christym in grani 
morbo di- | cenda. || D. chrtsostomi Patriarcbae Con- 
ftanti- I nopolitaniy de Patientia j & Goufummatione 
bu- I ius feculi, de fecundo Adueqtu Domini, d^que | 
«ternis lustorum gaudiis, & Malornm poenis, de | Si- 
lentio, & aliis bomini CbrÜUano ralde necef- | fariis, 
Sermo. II 

Scblnss : LV6DVNI, | Excndebat Joannes | Frellonius, | 

1547.11») 
Unter besonderem Titel, scbliesst die JUedicina animae 
et fermonet mit der erneuten Angabe Lngduni excu- 
debat Joannes Frellonius. 1547. 

Vorbanden: 

1) in München^ im Besitse des Herrn BibliothelES-Custos 
Föhringery der es am 6. Juny 1833 um 1 fl. er- 
kaufte, Ex llbris M* Koerner, der es 1829 besass« 
Ein früberer Besitzer des Bncbes war ,,Josephu8 
Ignatius Tbanner^'* Holzscbn. L ist senlirecbt ge- 
spalten, und rechts unten am Rande ausgebroclien« 

2) zu München^ im Besitze des Herrn Professor Langer, 
obneText, bloss die Bilder, die ausgescbnitten sind, 
daber aucb der Titel bescbnitten, erst mit dem 
Holzscbnitt und auf der Kebrseite mit | ginieniis 



1) 1554 ertcheint bey ihm allein Pedacii | Dio/carUis \ Anazarbei» 
de I materia medtca | libri aez || (Holzschn. Seekrehs^ Schmetterling, MA- 
TVRA) LVODVm^ \ AjmA Joannem FreUonhim. \ M.O.L.IllI. || kl. 8. 
(Am Schlosa steht aber Ln^dum^ | Excodebat Balihazar | ArnoUetus.) 

2) Siehe vorher S. 254» Anmerk. 2« 

3) Nach den Bildern Schlosi mit Sprach ilont. 5 j] Sicut per «mm etc. 
(6 Zeilen conlv). 



•56 



Sermo de IMMORTALITATE || be«^liend. Nach 
den Bildern Schluss mit Rom. 5. 

3) in Berlin y im Besitze p. Rumohr*9: 2 mal (R« W. 
S. 48 iu 100, 7. Das KunstbL 1823 (S. 123, b.) 
schon beschriebene Exemplar ist wohl diese, nicht 
die vorige Ausgabe). 

4) in Basels im Besitze Peier Fischer»: unvollständig 
(Kunstblatt 1823, S. 235). 

5) in Bern (Bibliothek: G, 366). 

6) in Frankfurt, im Besitze von Dr. Klose (noch? oder 
in England). 

7) „in GöUingen'' {FioriUo II, 400. IV, 148.152.158). 

Besprochen: Douee (1833) S. 106. lY. — Rumohr- 
fFeigel S. 100, 7. 49. 

8) 1547, c: ICON£S | MORTIS, | Dvodbci« Imaginibus 
praeter priores, | totidemque infcriptionibiis, praeter epi- | 
grammata ^ Gallicis k Oeorgio AEmjlio in Latinum verfa, 
.cumulat».||*|| QVAE his addita funt, fequens pagina | 
Gommonih-abit. || (Frellon's Kreb s mit Umrandung) || LVCU 

DVNI, I Sub Scuto Colonienfi | 1547 1| — 8. 

Kehrseite: 

Iptdbx eonim, qu» his mortis Imaginibus accelTenmt. | 
Mrdicina animab, tam ijs etc. 

Sch lnss; LYGDViM, | Excudebat Joannes | Frellonius, | 
l;>47.|| 

Vorhanden : 

1) zu Berlin, im Besitz v. Naglers. 

2) Dome (1833) S. 106— lOf, V giebt den Schluss 
(Excudebat | Lugdunl* Johannes Frellonius, 1547) und 
den Unterschied des Titels mit leones (welches Wort 
bey den Bildern des Alten Testamentes von 15^ 
an gilt, und bejm Todtentanz nur noch in der Aus- 
gabe ^yBqfileae^^ 1554 und in Kieserde FranUtirter 
Nachstichen 1623 und (Vogets) Nürnberger Nach- 
stichen 1648 irieder vorkommt). 

(Fortsetzang folgt.) 



Verleger : 7. 0. fVeigel in Leipzig. Dmclc von C, P* Meiner, 




Hif^rift 

fftr 

BUiIfoflteliwlsM H(iBdscIu1i]teokaD((^ und 

Sltore Lilterator. 

Im Vereine mit BibHo^eksren md Litteratnrfreuiidcn 

heraoagegeben 
▼ •n 

Dr. Jtobert Nautnann, 



■^— — ^— ^^i*< » I — »•^^M*. 



•^ 1 i • Leipzig, den 19. September 1840* 
.Ut«r»tttr der T«dteptltai»e« 

(tftaia liesrttag.Buoi JPub^afti« des ftucMiuckevkuiiRti) 

(f artfetfeOfig.> 

• • • • 

9) 1547, d: £«# Mmoffes Sß kB Mört^ AiiigneUes 
fönt adkiUBt^es douse i^jfiir«»« Dervuilag-e, h medecine 
de Fame«9 la iN»ifoi*d<Hi dca mahde») iiiv ft^rmeii At mor- 
talit^')i p^r Sainct CvprlaD^ im fermon de patience^ par 

Sainct Jelmii ehiTfoltome (FreHons Schild.) ^ A 

' Lyuy a PcfcTt de Colone ^ che« Jehtn Ftellon^ 1547 1|. 
-^ 8. Mit de>n Yenefi Corratet's cindr &hnlldiöii für die 
12 zirgefirgten Blatter. 

Schltia«: Imprim^ k Lj^on iFeftu deCololsit^ p^r Jehtn 
Frellon. 1547» 

Vorhanden: 

1) EU Götting9nj in der Bibliothek (beaat» L a ng er ht 
WolCenbiUtel ; FiprUb IV^ 153). 

2) SU ßerlin, bey v. Rumohr (Kunstbl. 1623, S. 123) 
R.W. S. JAO^ 7). 

8) zu Dr^Mäeuy in der Bibliolhtk (FuttMaMb fi. 806). 

Besprochen: l>otfC6 (183$) 107* VI. — Rumohr-Weigel 
S» llDO, 7. — tfeigel C«4ak« I > & 27, Nr. 381. — 



1) Also nfcht der Pebtet dfer zwe^ Toratisgehenden Aci»gab^A d««- 
atlben Jähret. 

. 17 



95S 



Sbert Nr. 10075. — DAdin Decam. I ^ 41. — Peignot 
S.57. — Neaulme(17QS^) Nr.2706. — Gatffari* (1764). 
Nr. 610. — Brunet Uly 345. 

10) 1549: SIMOLACHRI,') I HISTORIE, E FI- I GVRE 
DE LA I MORTE. || La medecina de L'anima. | II modo, 
e la via dl confolar gV inferini. | Vn fermone di San Cl- 
priano, de la mortaliU.') Diie orationi, Tinia k Dio, e 
Taltra k CHRISTO. | Vn fermone di S. Gioiian Chrifo- 
ilomo, che ci efTor- | ta k patienza. || Aiiintoui di niiono 
moUe figure 1 mai piu ftampate. | (Frellons Krebs) || IN 
LYONE APPRESS0|GI0VAN FRELL0NB,|M.D.XL1X. || 
8.-53 Holzschnitte — 83 Blatt Text. Ein Blatt Vor- 
rede (di Lyone all! VII. d' Aprile M.D.XLIX.) ») 

Schluss: a) nach den Bildern Spruch Som.b. (in 9 Zei- 
len breit gedruckt), b) nach dem Texte bloss das 
Krebsschild (MAT\^) gross in einer Kreisfimran- 
dnng. 

Vorhanden: 

1) zu Maglandy in der Brera (CD. 126. 6.). 

2) zu London j im Brittischen Museum (i^rHUp IV, 153. 
159. 2; Doucß 1833: 107, Vü.). 

3) zu Schweinfurt j beym Antiquar Joh. Martin Sehmidi 
(der 1835 nicht mehr als 44 iL daiiir yerlangte). 

4) zu Zürich f von Füeuty einst besessen» 

5) besessen Ton Pufülon (Peignot S. 58). 

Besprochen: von Huber u. Rost Hdb. I, 151. -— Pa- 
pillon I, 68, darnach von Murr Journal XVI, 19. — 
Ihnllo IV, 153. 159. 2. — Hegner S. 314. — Bbert 
Nr. 21290. — Brunet III, 345. — Douee (1833) 107, 
VII. — Dibdin 1 , 41. — Bibl. Smith. Venet. (1755) 
8. 444. — JFeigel Catalog 1, 27. Nr. 382; IIl, 42. 
Nr. 3623 (8 ThJer, mit Mangel von 2 Holzschnitten) ; 
Sumohr- JFeigel S. 53. 100, 9. 



1) Also nach den beiden ersten französischen Ansgaben Lyon"« 
(t53d. 1643). 

2) Also auch hierin nicht nach der Ausgabe von 1547, b. 

5) in derselben klagt Prdion ober di« Naehstlohe in Venedig 
be]! dem Franzosen Vm^ris von 1545 (UalieHiscK); iveshaib Pretton «ei* 
nen italienischen Titel genan wie jenen begann; mit dem Zesatze 
Aumiom de nuouo mofi« figmre mai ptti/tampule, was in derVor- 
rede wiederholt wird „Aa ^atto deßgnart et iniaglare moile äUre figtare 
c^ per il paffato (doch schon seit 1547! aber es gilt für Italien, 
wo Vaugrie Nachschnitte 1545 erschienen waren) non furono WLai 
ßtmpaie. 



L 



»59 

2) [1551: Simulachrey hifiorie efigure dtf lamorte .... 
LgoM , 1551. 6.} 

(WQoscbte J.J, G. FFeigel io Leifsig^ in einefli gedroekten 
Umlan&ettel [Holbenica] za kaufen.) 

?) [1552. Le$ images de la mori •... Lyon 8.] 

(Oberdeutsche Literatnr-Zeltnng 1805, 8p» 308; dar^ 
Bach Peigmi S, 50 [o. J. u. O.].) 

11) 1554 0: ICONES I MORTIS, | Dyodecim Iniaginibtia 
praeter priores, | totid^mqiie infcriptionibiis, prster epi- | 
grammata ä Oallicis k Georgio AEmy | lio in Latiaiim 
▼erfa, cumulatn. | Qtae his addita fiint, feqiiens pagi- 
na I conmionArabit. || Basjlbab, 1554, || — > 8. 53 Holz- 
schnitte. ') 

Ohne Verleger Tom und hinten, und ohne Seitenzah- 
len; dafür Signatur von A — L8 (jeder Buchstabe zu 
8 Blatt); Text cursiv. 

Kehrseite des Titels: Iptbek e^ruMj quae hi$ mohtib 
/sia- I ginibut accejffemnL || Medicidia anixab, iam 
«f, quißrma .... Faraglbsis ad periculoti decHm- 
oentes — D. Cabcilii ctpriani ep- Carih. Sermo de 
Mortaliiate*) — ORATIO ad DfiVM. — ORATIO 
ad CHRiSTVM. — D. CHRYSOSTOMI Pairiarehae 
Conß. de Paiieniia etc. 

Vorhanden: 

1) zu München 9 in der Hofbibliothek (Jm. mert. Nr. 
22. 8. ans Jo«. De»büMB VermMchtniste an die 

Bibliothek; und Im. tnart. Nr. 32. &)• 



2) zu München y im Besitz Ton Herrn HoUer. 

3) zu men, in der Hof bibliothek (71. A. a. 80). 

4) zu BerUn , bey v. Rumohr (Kunstblatt 1623, S. 123, 
9; R.W. S. 53. 101, 10). 

5) zu Berlin^ {•• Nagier (vom Basler Kunsthändler 
Biermann). 

6) zu Batet, in der Bibliothek (Mappe K, III, 112). 
Vgl. Hegner S. 315. 



1) Holbeiiu Todesjahr! — Za ,,BaseV^ aufgelegt, ab „/cfmM<* nadi 
der Antttba Lyon lfi47, e., in Mortolitata naob 1645, mit allen Ac- 
«eaten der Lyoner Ausgabe. Narh Vmidnnn (1772) Nr. 478 war aa- 
sammeagsbiufien loones mortis. Basti. 166i and BeUom gramnsticale. 
Lngd. 1549. 8. Also wohl in Lifon zosammengebonden? — Blatt !• 
aatarlich ganz dor oh b rochen (also an» Lyon)4 

2) MemiH (Schaaplatz des Todes , Vorrede) sagt irrth'umUoh ^^wt 
46 BI« I 

3) So wieder statt des Ljoner Immortalitate« 

17* 



fMMI 

. 7) xa. Stutigmri^ &ffeiiüi«b« BiUlothelu 

8) zu Frankfurt a. M. , bey Dr. KlatB (Epflmd?). 

Beapri^clien: Pwce (1833) S. 108, THL -- M^iü De- 
cam. I, 41. ~ Är«oei Ul, 345. — Fmgno^ S.59. — 
Fiorülo IV, 147. 153. 11, 400. — r. Afurr Jonnial 
XVI, lö. — Äey»er S. 3fe, Mumokr-fVeig9l S. 53. 
. 101 , 10. — Geergi Lexieen IV> 222. — Vmduren 
(1772) Nr. 478. — Marek (1712) Nr. 104.. — Geor- 
giu8 (1742) unter Aemylius. 

c) 58 Bilder: >} 

12) 1562: LES | IMAGES DB | LA MORT, | Au« itiielles 
fönt adfouftees | dix fept figiiret. ») | »AVANT A€ffi, | La 
Medecine de FAine. | La Confolatlon des Malade». | Vn 
ferraon de Mortalit<? , par faint Cyprian. | Vn fermon de 
Patience, par faint Jehan ChryibftomclKFrcHona Krebs 
fMAlVRAl) II A LYON, PAH JEHAN FHBLLON, | 
1562.11 

Schltiss: A LYONy Par Symphorfen | Barbiter.|J 

' Vp>rhanden: __. , .^ ,. 

1) zu fFien, in der Hofbibliothek (KVlIt, 4.23).») 

2) zu Dresden (Falkenetem S. 806). 

3) zu Pan$ , in der Zeughaus-Bibliothek (^Peignol S. 61). 

4) zu London, im Brittischea Muneum (Ooucß 1833, 
S. 108. — Diödin Decam. I, 41. — FiorillolW, 155, 
9. 159, 2. Ili, 147, X). 

&) ww hl der BUbllothek La FalU^ (Catalagaa de la 
BibUotli^ue da Diie de La Valli^e par J. L. Nvon : 
IV. 2, 176. Nr. 1411«), bey Lmmg «kauft 1818 
nm 7 fr. 65 c. (Peignoi S. 60--61). V|;L Püpilhny 
Du FerdÜBr BiUiaih^qiie Francaise 11 , 5d0, ed. Pa- 
pigng IV, 550. 

Besprochen: Heyner S. 325. — Bbert Nr. 10475. — 
Douce (18SSJ 9. 108, IX. — numohr (KunstW. 1823, 
S. 123, 10) „sah sie nie"; doch später (R.W. S. 53, 
1«. 101, 11). — fTeigel Catalog VH, 28. Nr. 7882.— 
Papillon I, 182. — Brunei IH, 345. — Höifm (1738) 
Nr. 487. — Brockard (1729) Nr. 403. 

t) Es kommen binzn : IKe NenT^ritifihUen (Kn 36> -^ jaii|;liiii; ««4 
JtHigfrtia (Nr. 40) — JflngKng oncl Tod (4.1) — Rintimfndle («nrgefi«. 
kcli6 ond siAgeffiMh« Kinder, Kr. 39. 42). moriOo nmiflte 34^36. Vgl. 
thuet 8. loa 

2) Statt der früheren döntez r7, n8iii!itbiiidcniirBprangllcheren4t. 

' '3) Blatt 1. qner durchbrochen nnd rechts unten Ansbruchj- 
Nach der Preface de la Medecine de Tarne ein Knabenholzschmtt 
(1 Pauker, 1 Posauner). 



MI 

?) [1574: yylfnagineBiiiartis: item läplgrtmmata e gällic. k 
6. AEmilio in Utlmim verf« ...• Liii'diiDi, Frellon. 
1574. 12L«J 

V#rliaiiden: „in der BiUtothek von CeurtofV^ (Pefgnot 
S. 62). Vgl. Llterar. Rlätter 1906, S. 235. Douce 
sah sie nie (S. 109, X)^ iiml ist diese Ausgabe wolil 
Verwecikselung mit 1547. Sielie aiieh CöUner Nacli- 
sehnttt von 1574. 

?) [1654 : leonesmortf« - - Bafileae (nach Fiarillo IV, 15S).] 

Ist wolil Verwechselung mit Hasel 1554 oder der Nadi- 
sdcli ,yDe Doodt v^rmaikert'^ (Antwerpen, 1654) gab 
Anlass. 



B. STachschnltte und IVaclistielie« 

Vachsvhnitte (in Hole). 

X. ft) m Att^Aurg (dtirch De Necker): 40 Bl. hdlbeinisch ') 
and 2. 

1) 1&44 (1542): rm Johet de Necker ^)2 Sobtentan(i.|| 
^1Ü menf4^1i4^ (eben oitbetS ntc^t | S)aiin nux ein lau^ 
jäim Xoi I S$nb ®ot am nüd^ femt glauben ri(^ ) ]Oef$ 
finbftu ftaten bfdi^aib | £) SSenfcff (^tetm mit anbocf^ Itg | 
S3nb faflp ju ^er^en ba6 | @o mrbflu @n)tg^ ^o^U gk 
«n|i I SUn^ fttibm beftet bad.|| 

M.D.XLIIII.^) II Deiuie longasiios expofeere fednlus^). 
«iitiofl, I Inq5 bonls mtill<>8 «nyiitiiierare dies. ] Ati|* h^ie, 
fatale velit fi rnmpere fllum ] Atropos , impaitido pectorer 
difce mori. j) gr. fok 42 HokschnUte (7'' 3'" li»di, 5'' 
3'" breit). 5) 



f) Oolbeini StemilMter (Nh27. üer L^oMt Drneke swt 1588) ond 
KriegsMiB« oder Bedenk 4b» Rnd (Nn 41) Mleti. M^ N^dhen Nadi*« 
tebititte (aiigekehit) sM naeH eirfMAtigen Abdrttcken von 1630 geler« 
llgt« was aoch die Folge der Bilder fcifid gi^M. 

2) Siehe mefnen KnUkix KonstblAtt tö31 , Nr. 76. 

S) iMBUd M tflebl ^tt des iiapiSiiglitohea IL) die7alimUt542. 

4) Sie. 

5) Bl. 27 (^der Bet>recher*0 idclitholbefniiche Angabe: der Tod 
ItiUt jdie im Bett mü dem BtfUeii «naiditig^ Pmi bey den Haaren, der 
hinzukommende Haan dnrcbttldlt den Hhe»r«oher vom Rfioken herab 
Msl dar Tod stöist aaf den Knauf Mutli. <^ Mioht minder nniobt ist 
die Nr. 40 „das Kmcifix'*. 



96» 



SchlusB (auf Bl. ®.vHj oder 50 m): 

SBef4)tuf. I 2Ct)ff erb fain arfffer t^otl&aft tfi | ©an wer 
wil fein ain rec^yter Srifi 1 2)j er ftc^ für4)t feines enbö 
t^ii toH I @o er boc^ abl^älf t alleS ImbS | £)em men^ 
fcben, ünb bringt frib wi rbw k. •) | ®a werben fp 

ben @nalen gletc^ t| Viuere feruiliiim eil, libera viU 

mori 1 1 ® ebrucf t tnn ber Äaiferlic^en 9f epc^^ftatt 2t u g f* 
purg, I burc^ Sobjl 2)eneder, gormfc^nepbcr. | *) 

Vorhanden: 

1) zu München^ in der Hofbibliothek (/nt. tnort. 4. 
fol. [das Ehebrecher Bhtt rerletst und in einer 
Holzschnittmappe noch 3 Blatt] ). 

2) zu Wolfenbütiet {Bbert Nr. 230009). <) 

3) SU Nürnbergs in Pamera Besitz früher (Literar. 
Blatt. 1603: 11, 294). 

4) zu ffien , in der Hof bibliothek (XIX. R. 12) : ohne 
Titelblatt , 42 Holzschn. 

Besprochen: Fiorülo lY, 151. — Füessli U ^ 559. 

Georgi Lexikon IV, 222. — Haller Bibliothek der 
Schweizer Gesch. IV, 391. Nr. 760 (nach Bibl. Tho- 
mas. II, 314. Nr. 2187). — Eberi 23010—17, darnach 

Brunei Nonvelles recherches, Paris 1834. 111, 345.6. 

Douce (1833) S. 117. 118. Nr. IX. ' 

2) 15??: Jobat de Necker: «obtentan^. | !©2C8 SRenfd^* 
Itdi^ leben anberd nxd^t \ Siann nttr lauff ^) mm SEob, | SSnb 
(Sott ein nac^ feim glauben ridj^t, | 25eg pnbjl ©u Karen 
bfc^a^b. I £) Wtvx\(i) hierin mit anbükt Itf , | »nb fafi {u 



1) Wird hier abgekürzt. Die deottohen Texte zn jedem Bilde sind 
glaichfalU sehr lang (je achtzeilig). 

2) In dieser Aasgabe bat dat Pabstbild den schwebenden Ten* 
fei oben, und Holbeins Kritzel auf der Tafel aosgesebiieben in die 
Worte Te tibi coro- I na Super- | liia mea. || Üben so angreifend 
sind die- Worte dei Todes: „©u IB^pft ain toattt 2Cntid)t:t1l f SBittt fein 
brr irrbifd) ®ot || 6o bu ain fd)n5ber menfc^ nur hift itJ' Die folgende 
sweiie Ausgabe hat beide Teufel entfernt (rechts dafür die Gardine 
ausgeflickt) und giebt andere Verse: „eif^t »abft, ber erft bu bifffcb 
biti I Vm tobttntan^. fScU btr i| S)ie erft 9nb böd)|le wüb Aumift, 1 jDie 
bod) gcbürct mtc. t itJ' Der 8t. QnHer Nachschnitt dieser Ausgabe lisst 
auch die Teufel weg, ändert den Thron oben und die Verse aber« 
inals „^VL Sapft f)att m in Sesnpel gfe^t, | 3p ofel bi« f&r ctn (8ott 
(an 0fd)e|t. it." — Auf dem Blatt „Der Fürsprech*« steht rechts unten 

am Maaerrande 3VI , wohl eins mit iW» das s. B. Torfcommt 1546 in 
JUidimeniorum cosmogmphicorum Joannü Honteri Coronenjis iüM 3 cum 
UibeRis geogtaphicu deganüjßmu Tiguri^ Froschouer. 1552. 8., wo unter 

einer Brdhalbkugel steht TIGVRI. M.D.XL.VI. und tVt. 1546. Nach 
BnMht II, 223: Heinrich ▼ogdieir Eiterer; nach HeUer nicht 

3) Dr.Sefttfttemoim'fbriefliohelHittheUlingtehrieb mir »1548.4mai.** 

4) Sic. 



I^en bai. \ @o toix\>ft bu tmi^B 1^8 gewif, | Stanft 
Heroen belltet ba$. 1 1 Dtfine longieuog expofcere fedului an- 
nosy I 1jii|3 bonis mullos anniinerare dies. | Atqs hodie, 
fatale T«lit fi rumperefilam | Atropos, impauido pectore ') 
mori«|| fol. 42, llolzschn. in Umrandimgen.^) 

Schluss : 
IBef (^ (u $. li 2Ct>ff erb fain gtiffer t^orlj^att tft | Dan wer n>ta 
fein ein rechter G^rifl | — \X>a n>erben ffe ben (Snglen 
©leic^. II — O^Tie J. u. 0. anf der Kehraeite. 

Vorhanden: 

1) zu München, in der Hofbibliothek C''- O. Germ. 
37. foL Th. [(. Beyband). Fol^e der Bilder wie 1. 
und derselbe Text« 

3) 15..? (Jo9i De Neeker?): ohne Titel und Schiusa 
(40 BL) 

Mit andern Ueberschriften^ z.B.(Bl.]. @rfd(^affung 
aller bing — 5. 2>eg SEobten ban^ ©piOeut; 6. &n 
?)abjl (ohne die Teufel); 37. ein a5ulere9<der 

Ehebrecher der folgenden Ausgabe, mit J})y 40. 
Deg Sobt6 SBappen.) Das Crucifix fehlt. Eben so 
andere Ordnung der Bilder; endlich nur Tierzeilige 
Reimsprüche unter den BUdern. So zu 1: 

%l& ®ott ber S^Qn erfd^offen i)ttti 

ttmet t)nb @rb, wie eS noc^ jlet)t, 
^rfcl^uff er aud^ l^cilig t)nb rein, 
2)en aRenfc^en nacl^ ber ©ilbenug fein ; 

Zum Pabst 6: 

£)b bu gleid^ tr&gji bre^fadi^e 6ron, 

3c^ beiner barumb nic^t t^erfc^on, 

SHJetl außgelojfen ifl bein ©tunb, 

@o mußt bu aud(i ind SEobeö bunbt. ^ 

Yorhanden: 

1) zu metty HofbIfoUothek (B.E.y.««33^ Beyband). 

4) 1561 (jyauidi Deneeker): Sobtentan^. jj Daö mtn^ä)-^ 
tt^ö leben anberd nic^t | X>ann nur ein laufi^tum Xo\> 1 SSnb 
&ott eim nad) feim atauben xxd^t \ X)t^ ftnbft bu Ilaren 
bfd^apb 1 ID !ERenf4^ J^terinn mit aniaä)t liß | SSnb fofi ^u 
^ttiim Mi I @o n^irbjl bu (Sn>igd ^aplö gen>ifl { Xanft 



1) Hier feblt difce. 

2) Folge der Holzschnitte wie in 1^ aber das* graiilidie Bhebre- 
cberbud ersetzt dorch ein anderes Blatt (die Bahlenden sitzen am Bett» 
der Tod mit Sandabr und Spiegel, worin jene ersobeinen. Am Bett* 

gaatell unten 3 d. i. J(oftt) ]>(enecker}. 



jteAen befter ba$\\ MUftXXf« || Ddine long^Mi^s exiNtfcere 
feliÜM *) aimo«) j Iiii|<| bonis lUHltos annnmerare dies. | 
Atqti« hodie, fstal« velit fi riimpere fUnm | Atropos, im- 
ptiiido pecU^re ^) morS || — foL 42 Holxsc^itte mit dem 
Ehebrecher von 2. 

Schliiss: 

«€f(|lluß. SISSff erb fain grfffer tl()ot^9t tji | ©an »er 
wU fein am redetet Sriji | I)a^ et ft4) fitc^t feinS enbS 
m eobd I ®o et boc^ abl)ä(fft aQed lat^ba | £)em men^ 
fc^en, t)nb bringt frtb t)nb t^u | .... Da loetbcn fi^ Ken 
^glen iUU^ I ©etrsctt inn bet (ibUd^en») Kei^d^flatt 
^ugfputg — I burci^ ©auibt Denecf er — Sotmfif^ne^bet ) . 

Vorhanden: 

1) %\i München 9 im B«Bits vor Professor Bberhard 
(Titel lind Nr. 27. 10. 2. fehlen ; ebenso der Ehe- 
brecher. Beym Pabst die beiden Tenffel und 
die BiiUe Ve tibi etc. mit den Worten ,,l)u Ißapji 

ein xoaxtt Xntic^tijl | aSßilt fein ber irrbifcb ®ott ic"). 

2) zu Frankfurt y bey Dn Kloan. (England?) 

Besprochen: Huegmi Artist. Ma^^a^in S. 604.— FioriUo 
IV, 151. felüt diese Ausgabe 1820. 

b) IielpEt|[p. 

5) 1572: ,,Sobten tang burcf^ aOe ®tenbe ber SRenfc^en k. 
^^^Wit ^^^^ 2)at)ib t>t Kecfer, Sotmfd^neiber". 4. — 
42 Holzschnitte in Randeinfassungen. ^) 

Vorhanden: 

1) besass Pamer {Bibliothek lü. 269. Nr. 15049. — 
Literar. Blatt. 1Ö03: II, 295. 8. — FioriUo IV, 156. 
~ Heller S. 126. - Douee (1833) S. 40. 42). 

c) 9t. «AlleiH 

6) 1581: Sobtentan^, |£)urd(^ alle'@tenbt | berüAen:; 
Si^t ^^^^ Viß ^Aonld I men i^nb enbt, nic^tigteit t>n 
ftetbltgfeit/ al§ | in einem fpieget ju befd^awen, futgebilbet, 
tofi mit \6)h \ nett giguten t)fl ^uten Äelmen gejimt, 
not^ I menbtg^ a\x6i (ttflta alletmenntgl(tl()en ^u | (efen, ])6ren 

^nb tt)iffen.*) || ®ebrudfi ju @. ©allen; bet? | 8eDn(>art 

-■ ■- II 

* 1) Sic 

2) difce fehlt hiernach. 

3) Siehe 1. 

4) FiOTÜto IVy 156. sagt, es seyen 40 El. ohne Bhebrecher und 
Krodfix (g. Nr. 5j. Vgl. da« Wiener Exemplar (anter Nr, 2). 

5) Zeile 2. 3. 9. U. roth gedruckt Ber Text wie bey Benicher^ 
daher auf El. 2: ^2C« 9Xcnf<^li(bd (eben anict« nlf^t tt.\ der Titel meli 



6tv<iu6:i^'M.I>-L«XXf> M* 404iokMbii!itte (oh»eGhe- 
Imcher und Knidfi«) mit Rt^vercternngen ^ iiioh um 
Titel lind Text. BL 2. fMftmtün^. H ^'^ 9(<nfMd 

leben onber^ nic^, | ^nn xmt «in tattff i«m S^üM , u. 

VorhaDdep: 

1) XU München j in der Hofbibliothek (/m. iitor^ 10. 4.), 

Besprochen: von Dibdinly 42> wohl nifch t;. dfiirr XVI, 
aO (Alsdilieh fiir KiipferBtieh erklärt). — Feignat S. 
67 (unklar, wie S. 61 die .^Augsbnrger^^ Ausgabe ^it 
m Holsssdui.). — I>ouii0 <l8ä3) & 117, Vllf. (nach 
JaMsen Essai sur Toirigine de k gravure i , 122), ohne 
die Beziehung 2U De ffecker zu ahnen« 

d) Üa^flebiirf« 

1635 : n«ch Ve Neckars Awgahe von 1544 (in Wolfenbut- 
t^) im Steindnick (bloss im Umriss! und als ächt^ hol- 
ieinische Holzschnitte!!) nachgealimt von L. H(elhnülh) 
üntei^ dem Titel „Der Todtentanz oder der Trlumpf des 
Todes nach den Original -Holzschnitten des Hans Hol- 
bchs.^ 6 Liefernnfcn .(4^ BL). foL bey Robrahn & Co. 

Vgl. WmgeU Catalfg III, 42. iVr. 9625; und Böttiger 
im Artistischen IVotizenUatt 1635. Nr« 12. 

S. nVenedlf , dinrch V. VirngrU (41 Bilder. V 10'' br., 
2' 5" hoch») kl. 8. oder 120: 

1) 1545: SIMOLACHRI, ( BISTORIG, £ FIGVRJS | Qi; 
LA MORTB. I mteß a^ntiem^ \ LA M£DICU\A DE L'A- 
NIMA VTILB, I e neceikria, tion £olo k gli ammalati, mt 
k tutti i fanl.llBT APPRBS80, 1 IL MODO, e k nla dl 

confolar gl' infermi. | vn fermone di S, CIPRIANO , de 
k raortaliti. | Diie orationi, l'una k DIO, e Taltra k 
CHRISTO I da dire appreffo I'ammakto oppreib da | graue 
infermit^. || tn femone di S. GIOVAN CHRISOS'rOi« 
BIO, t ^^^ ^i effbrta k patlenza; e che tratta de k con^ 
fuma-r | tione del fecolo prefente, e del fecoado auenie* 



mento 
giufti, 



di lESV CHRISTO, de k et«nia felicia d^ 
de k pena^ e danatlone derei; & aUre cofe 



Ciupar 8oA«3rt « ,,Cdln6f^ dcutiehen Aosgatoii , ad daat Kr. 4. (1672) 
wmbrselieiiilish steh «tea lo verbiilt and Nr. & (8t. Qallea) nacb disset 
(Lei^zlgsr) Attfgab« geaiaelit Worde. Beym Pab«t Mit der fliegaada 
Tee f dl; andaro Aendemngen beytn Köeigr lUidKatfleiv k denTrackt 
taa (Jfingling hej dar Nonne ele.) , hi den ^ifitergtiindeii. 

1) Diese Nachschnitte fuhren das H^ (dech das L etwas klefneff)i 
Umm» kannte I^obaabMcke» deren siah noch aal der Wiener HofUblio- 
*ek jnit lataialBcben ürebet-. and kleinen Ihitenchriftm in Yataen bm^ 
finden {Rumohr-Weigtl S. 101). 



neceffarie | k eiifcu ChrlUanO) per ben uluere» e ben 
morire, || (HolsBcfaniU) ^) || Cod grtita, e priuilegio de 
riUuilrifs, Senato | ^initiano^ per anni dieci* || Appreifo 
iriocenzo iraiigri82)al fegno d'jBraüno«') | MDXLV. IJ kl. 8. 
Text biB Bl. O 4. 
41 HoliBchnitie, recht schon (1 Z. 10 L. breit, 2 Z. 
5 L. hoch, also etwas höher als die holbeinisclien). 
Keine Kehrschnitte. Der Bettler felilt. 
Schluss: Bloss das Buchhändlerzeiehen wiederiiolt* *) 
Vorhanden: 

zu München^ in der Hof bibliothel^ (Im. m«rf.2I.8A 
zn London, Im Brittischen JMusenm (Fiorilto Iv, 
15L 159. 2, der sie fölschlich für Lyoner und 
ächte Ausgabe erltlärt, wozu die Schönheit des 
Nachstichs verleitete. Siehe R.'Weigel S. 48. 100, 5;. 
3) unweit Fulda ^ Lotiehmn von Sehäehlern. 

Besprochen: von Rumohr-Weigel ^.48. 100,5. — Douee 
(1633) S. 111, I. — Haym de' Libri raH itallani: 
1771 , S. 618. 

2) 1546: IMAGINES | MORTIS.«) | HIS ACCESSE- 
RVNT, I EPIGRAMMATA ^ Gallico idiomate k GEOR- 
GIO I AEMIXIO in Latinum translata. || AD HAEC, | ME- 
DICINA ANIMAE, tarn ijs, qui profpera, quim | qui 
aduerfa corporis naletudine affecti funt, | maxirnft necef« 



1) Zwey Hände in Wolken halten .das Kreuz mit der Schlange, hin- 
ten grösser wiederholt (hier aber die Hände neben einander). 

21 Vincent VnufftU (Valgrinni) , «in Fhinzose, BocbdrodLer za 
Vene4ligy wo Ton 1525 an schon Daniel Bamberg von Antwerpen ge- 
druckt hatte. B«7 FaugrU erschien 1545 auch des Mich. Villanovanl 
(d. i. Serveto) SyrTporvm vniversa ratio und eine italische Üebersetzong 
des Aristophanes durch P. Rositini {MnUtaire Ann. Typ. Kl, 1, 249;. 
Später 1561 Pedro de Covarinoia Rimedio de* Giuooaton Taus demSpa- 
AMohen von A%ftn$ö UUbü). 1569. 1570. 1578 erschienen bey ihm noch 
Secreti diversi, 1574 le nedicine, 8b Dagegen 1557 schon bey seinem 
Sohne (?) Pierre Yaufris: Contemplatio Totivs Vitae Kt Passionis Do- 
noini Nostri Jesu Christi. Venetiis apod Joannem Ostaeum, et Peirum 
ValgHslum^ MDLVII. In Offtcina Rrasmiana (wie der Todtentanz) 
tenondnntur. 8l mit vielen Holzschnitten ohne Zeichen. 

3) Man sieht aus EntemuB Bilde (aoch Ex officina Eraemiana unter 
jener Syruporom nniversa ratio), dass Fan^fris der Franzose mit Hasel 
in nahem Verkehre stehen mochte. Nach einer Lyoner Ausgabe von 
1545 aber hatte er die Naehscfanitte nicht fertigen lassen, sondern vom 
J. 1542, dessen französische Ausgabe nur den Titel far Vtmgri* wel- 
•ehe hergeben konnte, wie diese der Lyaner Gegenansgabe von 1549, 
in welcher (s. oben 6. 258) sich J, Freiion über den venedischen Nach* 
stich und Naehdmck beklagt, welchen Vemgti» dem Antonio Caierg% 
(einem Griechen?) widmet. 

4) Dieser Titel stimmt besser zar Lyoner Ausgabe 1545 (1542 hat 
de morU). E gaiiico iHornaU (s. üben 8. 254) haben beide Aaagaben 
noch« 



faria. | RATIO CONSOLANDI ob morbi grattitatem | ]^e- 
riciilosö deciimbeDtes, || QVAB hia addita fkint, feqiiena 
paffina I coninionftrabit«||(HoIzschnitty wie obeD)||T£NE« 
TIIS I APVD VINCENTfVM VALGRISIVM. t MDXLVI. | 
8. (41 Holzschnitte.) Text ohne Seitenzahlen, Si^a- 
tiir A— M (der finchstabe je 8 Blatt, nur M 4 Blatt). 

Schluss: der grosse Biichhändlerstock, 

Vorhanden: 

1) zu Berlin, v. Nagler (Knnstbl. 1833, S. 124; Fio- 
rillo IV, 152. h.). 

2) zu München f H. F. Massmann ^Geschenk von v. 
SoUmann in Berlin), früher Besitz Ton „S(amnel) 
W(ilhelin) J(oachim) Annisius 1749^'; unvollständig. 

Besprochen: von Douce (1833) S. 112. ^ Bumohr- 
H'eigel S. 53; Weigel Catalog III^ 42. Nr. 3624. 
(4 Thlr. 16 Gr.) 

3) 1596 : 24 der Fiov grta'schen Nachschnitte, dazu 5 andere 

nur nachgeahmte Stocke (2 davon Terkehrt *) finden 
sich ver.wendet') in ^ 

a) DISCOBSI MO RA LI \ DELX.'ECCELLENTE | S.Fabio 
GMenti. || CONTRA IL DISPIACER DEL MORIRE, | 
Detto Athanatophilia.||Diuili in cinque Dialoghi, occorfi 
in cinque giornate. 1) <:tc. | ^) IN VENETIA, Appreffo 
Domenico Farri. M.D.XCVL 4. 

Bl. 12 b^ Sterndeuter (umgekehrt)^ wiederholt 106 b. 

Vorhanden: 

1) zu Manchen, in der Hofbibliothek (Mor. 205. 4.). 

4) leOO: b) DISCORSI I MORALI | DELL' ECCELL. 
8IG. FABIO GLISSENTf. | CONTBJ IL DISPIA- 
CER DEL MORIRE. \\ Detto Athanatoph{lia.||etc. | IN 
YENETIA, ApprefTo Bartolomeo de gUAlberti. M.DCIX. | 
Con Ileenza de' Superiori. 4.*) 



1) Nebst selir vielen andera (meist schleehien) Ta40sWldem. 

2) Der Teolel oben beym'Fa^st nanmebr weggekratzt, wie oben 
6. 262 (de Necker, St. Gallen!) Diese DanteUnng HolhHns gab aodi 
kircblichen Anttosi: in einem Exemplar der Icones m. Basel 1554, 
welches HoUnr gehörte, war vorn Ton einer Hand des 17. Jahrhunderts 
gesobriehen l/)e liker eft prohibUui» im Jahre 1686 hatte es dem Probst 
zam beiligea Kreaz za Augsburg Wt^fyang JndfSMS Bim uKttz gebort 

3) Gewidmet AUa moUo Hag. Mad. Olissentia GlUgentis (d.s.w.) | 
CON PRIVILBGIO.ItBaebhSndier-Stock (Baum auf 3 Pelsen, links die 
Bonne. RandTerzierang : Mitte oben: Todtetrkopf, rechts und links ein 
sitzend Geripp mit Posaone oder nicht brennender Fackel, tiefer ontan 
rechts and links ein Obergeripp). 

4) Von 160B wird angeführt (mit Jenem Todtentanze) La Morto 
inamorata f on OlilfetUu Yenetia. 8. 



• ' Vorhanden: 

1) xtt München, In der Hofbtbliothek (Asc. 390. 4.). 

2) m Berim, v. N agier (KunstbU 1623, & 124$ Fh- 
rm IV, 152 h). 

3) zu Frmäkfuri a. M., Dr. Kioss, in einzelnen Blät- 
tern (z. B. Holbeins Sterndeuter, Kurfürst, Hersog^ 
und Herzoginn, Mutter und Kind). 

Besprochen: Ton Weisel C^UiSiQg Ul, S.42, Nr. 3024.— 
Douce (1833) S. 112. 

'5) 1670: 6 Blatt von Vaugris (und andere Holzschnitte) in : 
Trombajbnora per richiamar i morti viventi dalla tomba 
della colpa alla vita della gratia. Venetia, 1670. 8. 
{Dwce 1838: 112, IL) 

6) 1677 : 25 Fim^rw'sche Schnitte der Simoladhri (mit ei- 
nigen anderen) in II non plus ultra di tntte le fcienze 
ricchezze honori , e dlletti del mondo. Venetia 1677. 24* ' ) 

6. bh StrasBliarif (lil. 8. oder 12. , gleich breit, aber we- 
niger hoch, und Tiel grober als die Urschnitte). 

1546. Stadtrath WiUiehn Haas zu Basel besass 11 Bnx- 
baumstöoke (hinten znm Ton- oder Rothdnicl: ausge- 
schnitzt), enthaltend von Holbein* s Todtentanze BL 
& 7. 13. 14. 16. 23. 31. 34. 37. 38. 39 (der Ausgaben 
' seit 1538 oder 1542). Bild 31 (Ritter) enthält auf einem 



holbeinischen Steine die Zahl |l54t)L Sie stammen von 



(Rij 
U2 



Sirassburg und waren wolil zu einem Nachdruclie be- 
irtimrnt. Der sei. Haüs Hess die Stocke wieder abziehen : 
^•Icbe Abziige 

Vorhanden: 

1) zu Basel, in der Bibliotliek (Mappe Holbein, Bl« 23). 

2) zu München, H. F. Massmann* 

8) Dmsce (1833), 8. 113. IV. führt a set of 36 cuts 
an , Tmi denen das Blatt der Herzoginn statt HL 
ein S im Schilde führe, der M9nch (23) abgeän- 
dert sey zum Kapuziner mit der .Schellenkappe, der 
Ritter von des Todes Lanze durchbohrt (31) di<) 
Zahl 1&46 wie oheti führe. 

Besprochen: ausser von Douce (a. a. 0.) von He^net: 
S» 315. '^ 



■••- 



%) K<iplersti«be Vanetiig 17GS^ (aasb der Baseler Anagabe Ton 1769) 
•• unten. 



2>. m BmnbI (von 08 etc.) in a 
a) durch Huldreich FroUch (1&76: ^ — 44 HobschniUe). 

1) 15S6: 3n)enSobtentdn^:||2>eTenber etnaju I 93cirn 
beut 9ltl^even SDrt Aoc^lobttc^er Spbtgnos | f^offt gu 
'@ant»<irffiffcm: Dettonber aber ju 1 JBafcl btm Sieunb^ 
tea iDrt gemdtet | Spbtgttofcbdfft auff @. ^btgerS 
Ätrc^^j I l)of mit SEcutf^en SBerfen , | barju aucbbie Jias | ttu 
ntfcben {ommen, orbenttc^ | ftnb t>et)eid^net. übrbnung t^nb 
St^n^t biefed IBud^^S belangenbe, n>trb nac^ bet Satetnu 
fc^eit SSor; tebe fur^I^ evjel^bt. 1 1 9^t fd^inen 9itb gu 
be^ben Xobent&n^n | bienfttt^en ^tguren^ alterte^ ®t&nbt 
9nb I S36l(fer ^ebreu^^ßc^e ^(e^bung abbit | ben^e^ geiies 
tetllTCUen ß^n^ t)nb StDigen f^reTPb^tebenben, i^ren arm; 
feli^ett @tanbt t>nb SSefen l^ie in biefem Sammers | t^al 
bannn )u erfef^en t)nb er^ | fatalen J|3e|t erfhnatö inSt:ru(f 
i>erfertiatt | S>iir^ | ^ulbertdbum Sr6Ii($ PLAVEN- | 
SEM, ]c^t »urger gu 93afel.|l 2) 4. -^ 44 Holischnitte^s) 
auf NUj BL oder CUt S. 4. 



1) HMXärekk PriHich Ten Plauen , Büi^er za Basel , wo er am 3. 
Februar 1610 starb , gab diese Nachschnitte des haWeinischeik Tödten- 
tanzes Ton 1588 an als Abbildungren des Battfer Todtentant-Getfiäldes 
umA ▼erbreitete damit eine bis in die neuesten Zeiten fortdauernde Y^r- 
wirrang, die seit 1715 bis 1796 Conrad Hechel beförderte, indem er 
jene Schnitte des G^ etc. von 1576 anter gleichem Titel immer 
wieder auflegte (wovon die Af manschen- Kupferstich-Ausgaben ganz ver- 
schieden sind). Die Verwirrung befestigte sich dadurch , dass ton .An- 
fang an Bilder des Baseler öif entliehen Todtentanzes eingemischt waren. 
— Das Bild vom Austrieb aus dem Paradiese (bey Ffölich vorn, bey 

Mechel hinten) trägt Zahl und Zeichen GS 15 76. Üeber GS siehe 

IhHce (1833) S. 116. 117. Kinige wenige Bfolzschnitte sShd' von DR 
(niml bloss R) » flW. HIW : diese sämmtlicb nach den Baeder Gemälden« 

2} Zeile 3. 4w 7. 6. 15. 25 roth gedruckt 

3) D. i. a) 33 nach Holhein ^ nebit d/sm Stefndevler (kl. quer) and 
2 dop|ielt (Krämer uadFörsprecIi oder Jurist); b) Heyde^ Heydiii, Kooh, 
Klaubet nach dem Baseler Öemälde\ c) Pabst, König, Cardinal, schone 
Tochter mehr nach dem Bemer Gemälde. Die von If, PröHeh zug ege»» 
bene lateiuische Uebersetzung des Baseler Todtentanzes findet sich 1584 
schon in Casparis Laudismanni (aus Goldberg in Schlesien, kaisetÜcbc^r 
Gesandter und Rath, und sehr sprachkundiger Mann) Decennatia raun^ 
danae peregrtnationis (s. Fabrkii Bibl. med. et inf. lat. V, 3;. Laudis- 
mann gab 1618 ferner heraus ConsilivM Integroni et perfectum D^ exor 
ticia Unguis, Gallica et ItaJica recte et eleganter addisioendifi et a4 
Dsum transferendis. Hier bezieht er sich B. 123 auf seine^lateixuscha 
Uebersetznng der Baseler Verse und bringt die Anrede und Antwort der 
Königinri bey (aus den Decennalia von 1584^ » welche wörtlich die be)r 
ProlUh 1588 ist. In der Torrede aber adureibt sich Frölich die Arbeit 
zu. Von PröUch giebt es noch „Offenbarung 4er Katar und' itatürliclien 
Dinge** Basel 1559. 1591. fol. (Uebersetzung von Cardiani de rerum 
varietate) und „Der uralten ] Stadt Zurych | Lobsproch | in dentsclie 
Soaole geatellt. | Basel (1586).'^ 4. — Ton seiner Beicbffeibaact von 
B&sel 8. die folgende AnnerkaBg. . '^ 



•f» 



■^t. 17. Pamr BiUioUi. lU, Nr. lU^; FmrifL^ 
IV, 163). 
3) zu Berlin, v. Naghr. 

6) 1740: Ibtx \ lobten «Zatt^, | une teifetbe in k«r ( SBetn 
bftrö^tm I etobt »afd; | m^ ein ®))ie^ SRen^lic^er 
SBef4)afen]^ett t gan^ {nn^lid^ mit | lebenbigen f^arben ger 
mat)let^ nicl^t | ot^ne nu^ticf^e IBern>iinberung | ^u feigen 
\% II fi32(@@&, I S>ru(ft6 3obann (Sonrab oon iSKe^iel l fei. 
äßittib. 1 1 Anno MDCCXL. ] 1 8. 

Vorhanden: 

1) zu Luzem, in der Stadtbiblioihek (Nr. 425: Ver- 
zeicliniBB der Schweizerlsclien Literatur auf der Biir- 
gerbibliothek zu Luzern. 1637, S. 231. Nr. 4328). 

2) zu Dresden, koni^l. Bibliothek« 

Besprochen: von Halter (Biblioth. der Schweiz. Gesch. 
Nr. 760. IV, 391.) 

(Fort.setzang Colgt) 



Anträge. 

Ein Liebhuber voa Aatograpbea in Paris wünscbt für seine 
Sammlung einen Brief von Martm Luther durch Tausch zu 
acquiriren, und bietet für einen solchen Folgendes an : I) einen 
eigenhändigen Brief von Lonis XIV. an seinen GeschSftstrüger in 
Madrid über das Benehmen des KOoigs von Spanien, vom Jahre 
1706. (3 SS. fei.) ; 2) einen desgleichen von Louis XVI. an 
den Herzog von Voilliere, vom Jahre 1774, die Entlassung des 
Herrn von Maupeon betreffend, (2 SS. 4., mit gut erlialtenem 
schwarzen Sieget); 3) einen desgleichen von P. P. Rubens, 
ilaltenisch geschrieben , tkber die ddunatigeB Verhältnisse in Flan- 
dern; ein diplomatischer Bericht an einen römischen Prälaten (?)» 
vom Jahre 1027. (3 SS. IbL); 4) einen aus der Sammlung des 
Besitzers beliebig auszuwählenden Brief von Heinrich IV. — 
Sollte diese Proposition irgendwo Anklang finden , so werde ich 
gern das Nähere nachweisen. 

Her lIcrAHBgelier. 



Verleger : T. 0. IFeigel in Leipzig. Druck von C. P. Melzer. ' 




SnSlIAPGlJJKI. 

(itf^tift 

tat 

BUnotlielnilsseiiscIiaft, Handscbriftenkimik) und 

Sltere Lttterator. 

Im yerdne mit Bibliothekaren und Litteratuifreunden 

]ieraa8g«geben 
▼ on 

Dr. MloherM Naumann. 

J)ß 18. Leipzig, den 80. September 1840. 
lilterator der Todtentftnze. 

(Hein Beytrag zum Jubeljahre der Buchdruckerkunati) 

(Fortsetzung.) 

7; 1769: O^er | lobten ^aanft, j wie betfclbe in ber | xofku 
ber6l^mten @tabt IBafel, | ald ein ®4>tege( | SRenfc^^lid^er 
«cfd^offcn^ett \ gan^ fün^i* mit lebenbigen | gorben %u 
mahlet, nic^t ol^e 1 nfifettiä&e «etwunbening I ju fel&cn ifl. || 
«X®e», I be» 3o^. ßonrab unb 3e^. Sacob bon ÜRe-- 
<^el,| 176911. a*) 



Vorhanden; 

1) sn IFfeit, bej Antiquar MTuppÜBeh. 

2) au Frankfurt a. M., bey Dr. A'/om (England?). 

Besprochen: von Douee (1833) 40. 

8) 1786: Der | aobten^aiattfe, | »ie berfelbe in ber weit 
berul^öiten | ©tabt »afel, | afö ein Bph^ü \ S»enf(l^li<|^ec 
«efc^ffenlKit, | s«nö funjili* mit lebenbigen | SJorben ge^ 
maf)Ut, nt^t oV I «"6^*^ »erwunbetuno^l ju fe^en 
tfl I (Jboljf^nitt) 1 JBTfSeg. II gebrurft bep ©ebrubern \o. 

mtifü, 1 1796 II . a 



1) Ob aoeh 17501? 

2) BL 2a: --aobtfn::aan| | ber «tobt Safel, «ff b« f)te» I «orni 
SM^f." j — Mach dieser Aosgabe erschienen l76i) aa Venedig iU- 
pfentiehe (s. unten). 

18 



«14 

Vorhanden: 

1) zu Ba»elj im Besiti von P^ier Vücher. 

9) 1796: <Der SEobtcn-^Äanft/ 1 wie beiifclbe | in bet weit 
betül^mten I ©tabt JBafcl, | atö ein ©piegel menfd^litfeer 
»ef4)affenlS^eit; | ganj fünjtli* | mit lebenbiaen garben ge-- 
mai)kt, I nid^t o^^ne nüfelid^e SSemunberung | ju fe^^en ijl 
(fioUf^mtt) ») «afel; | bep ©ebriibern Don ÜBedbel, 

Vorhanden: 

1) zu Botel, bey Fe^er Fischer, 

2) zu ffa«e/, Bibliothek (Mappe K , V, 5). 

3) zu Berlin y v. N agier. 

4; zu Frankfurt a. M., Dr. Kloea (England?). 

6. EU €Wit - Antwerpen : &3 Holzschnitte Ton ^')9 etwas 
grösser als die Urschnitte und sämmtlich von der Kehrseite 
(ausser dem Edelmanne).^) 

a) lateinisch (bey Arnold Bürkmann^) und Erben): 
1) 1555, a:«) DIAGINES | MORTIS. II fflS AC- 

1) Der Titelholzsohnitt erneat , doch trea nachgestochen (Hol fit.). 
Die Textholzschnitte sind die alten. Adam . nnd Eva und Aastreibnng 
ans dem Paradiese stehen in rechter Folge (während froher Adam and 
B?a das letzte Blatt ausmachten.) 

2) Der a3ete Holzschnitt immer noch mit der Jahrazahi 157& 

3) SiWio Antonio? Antonio Silvio? A. Saillart (Weigei Catalog II, 
66. Nr. 38)? Vgl. KwutHait 1832, Nr. 9. und Brullioi. 

4) Sie sind sauber, aber viel sclilechter, als Vaugris Nacfadracko 

zn Venedig, Ji, brachte Aenderungen an: der Teufel beym Pabsto 
blieb; aber z. B. bey dem Ackersmann wird dem Tode die Sanduhr 
▼om Halse genommen und dieselbe Tom auf den wankenden Pflog ge- 
stellt. Manche feine Aendemng im Boden der Gebäude und der Erde 
im Preyen. Statt des Bildes von König fVans (in den Lyoner Aus- 
gaben) wurde sein Nachfolger Heinrich II. eingefügt. KaiserMax blieb. 

5> Vor ihm druckte Franz Birehnnnn zu QOn (1526) ; doch er- 
scheint auch 1527 Lugd, Byrkman {Panzer VI, 402. 498). 

6) Weffden (Cöln*s Vorzeit S. 277) führt eine Cölner Ausgabe Ton 
1543 an. Doch ist solche, nach der ich mich brieflich bey jenem Schrift- 
steller (doch vergeblich) erkundigte, nicht denkbar (wie sie auch bey 
jPiortl7o IV, 151, Heyner S. 320 u. s. w. fehlt), da sie nach Ijsfon 1542 
seyn musste, deren Titel ganz anders lautet, als in (Xln 1555. de- 
ren Titel zn Lyon 1545 (e GdUico idiomate stimmt nicht zu „Basel 
1554*% das näher gelegen hätte). Doch muss es 1545 , b seyn , da 53 
Bilder. Dagegen spricht wieder ,,Paraclesi8*' auf der Kehrseite und de 
ImmortaliUte (s. oben S. 255) , was auf 1547, b weist Entweder liegt, 
da 1545 (Titel) und 1547 (Kehrseite) vereint erscheinen, eine unbekannte 
Aosgabe (1545, c? 1546?) dazwischen oder aus beiden vrurde ausge- 
wählt Uebrigens haben alle herbeyzuziehenden ächten Ausgaben auf 
dem Titel auch com-, nicht demonstrabit 



CESSBRYNT, | EPIORAMBfATA, i GdHco Idiomale 
k I Georgio Aemylio in Latinum tranalata. | AD HAEC, | 
MEDICINA AMMAE, tarn ijs, qiii fir^ | ma, qnim qui 
adnerfk corporis valetii- | dine pra;diti fiint^ maximö ne- 
Cetraria« || Qvab hü addiia Junt, Jequefu pagina \ de* 
mamtralü. \\ (Holzschnitt) >) COLONiAE i| Apnd lieredea 
Arnoldi Birckmanni.|| Anko 1555. || 8. Text bis Bl. iV 3. 

Kehrseite: Index eorumy qnae hü mortis Ima- \ gini- 
bui accefferunt. || Paraclesis ad pericnlofö decum- 
ben I tes. || D. caecilii ctpriani Epifcopi | Carthagl« 
neniisy Sermo de immorta- | litatb« 2) || Oratio ad 
DEVM, apiid «^otü, dum | iniiiiitnr, dicenda. || Ora- 
tio ad Christvm in grani mor | bo dicenda. ||D. chry- 
sosTOMi Patriarch« Con- | ftantinopolitani, de Patientia, 
& confiim I roatione huiiis feculi, de fecimdo Adnen | tu 
Dominik deq; astemis Iiiftorum gau- | dijs, & malorum 
pcenis, de Silentio, & | alijs, homini Chrüliano Talde 
neceffa- | rijS| Sermo* || 

Vorhanden: 

1) zu München 9 Hof bibliothek (Im. mort. 23. 6., Im 
Jahre 1578 von Stephanus Hofer an Johann Knauer 
geschenkt 9 nnd Bibl. metr. 235. 8.). 

2) zn Frankfurt a« M.^ Dr. Klo99 (aus Wetzlar vom 
Hofrath Dietst). 

3) ZQ Nürnberg j besass Panzer (Literar. Blatt. 1803, 
S. 294). 

Besprochen: v^n o. üftirr Journal XVI, 19; daraus in 
N. Literar. Anzeiger 1806, 235. — FioriUo 11, 400. IV, 
153. -- 9. Rumohr (im Kunstbl. 1823, S. 124). — 
DrenkeiSm Kunstbl. 1823, S.348).— Peigwd&.M.^)" 
Colbert (1728) Nr. 17979. 

2) 1555, b: IMAGINES I MORTIS. | HIS.ACCES- 
SERYNT, I EPIORABfMATA, & Gallico idiomate k \ 6e- 
orgio Aemylio in Latinum translata.||Et Erafmi Roterod. 
Über De praeparatio- | ne ad uoTtem.^)\\^r ab hü addiia 



1) BhrUukm an Birkenbaame , daranter ARNOLD BIRCKUAN. 

2) Siehe Yorige Seite Anmerk. 6. 

3) Pdgma Termengt damit die folgende Ansgabe. Aach Dauc9 
(1833) S. 113, V. gibt für seine eine Aatgabe yon 1555 den Titel zo 
frah abgebrochen. 

4) Diesfl alio für die Mediana ammae (des Urhttnu$ tiheffku). Des 
Brmnm§ Yorbereitang zum Tode encbien 1563 anch böhmisdi zo Prag 
mit den 53 Holzschnitten Holbeins: Knigha Brafmi Roterodamskebo, w 
kter^ gednomn kszd^mos bestiansk^am Caloirika naneony j neporoe- 

18* 



ßaU^ ßquem pagina \ dewioi^rabii. \\ (Btrkmann'B 
Slock) II COLONIAK |i Apud hasredes Arnoldi Birckmanni. | 
Anmo ldS5.||a Text bis Bl. P3. 

Kehrseite: Inbbx ewrum, qnae his MORTts /ma- | put- 
tof äcdfjBhruni. ^) | D.cAficiLii ctpriani Eplfcopi | Car- 
thaginenüs, Sermo de immoüta- | lita9b||') — Ora- 
tio ad DEVM, apiid segrotQ, dum | iniiifitiir, dicenda.|| 
Oratio ad Christvm in grani mor | bo dicenda« || D. 
CMRYSOBToaii Patriarcli» Con- | ftantioopolitani , de Pa- 
tientia, & confiim | matione hiiiiig feciili^ de fecnndo 
Aduen ] tu Domlni^ deq; a^ternis lustorum gau- | dijs, 
& malorum poenis^ de SiIentiO| & alijs^ homini Chri« 
ftiano valde necefla- | rijs^ Sermo« || D« rras« Rotero- 
daml in genere confola- | toria Dedamatio de morte.|| 

VorliRnden: 

1) SU Müncken, in der Hof bibliothek (Tnunwri. 24. 6.). 

2) zu München y in der Unfveraitfits- Bibliothek (aus 
Convent. Ratisbon. Ord« Pred. y IHiher im Besitz von 
Petn Heinicken Cancj. S. Jon«). 

3) lu München f Antiquar Siöger d» J. 

4) lu men, Hof bibliothek (18. I. 3. und LXXIV. X« 
176. Beyband). 

5) au Berlin^ v- Nagler. 

3) 1557:») IMAGINES I MORTIS. II HIS ACCES- 
SERYNT I EP16RAMMATA , ö Gallieo idiomate k \ Geor- 
^o Aemylio in Latinum translata. || AD HAEC, | MBDI- 
CINA ANIMAR,«) tam tis,^) qui firma, quto qiii adu<erfa 
corporis Taletu- | dine pr^iti fnnt» maxim^ neceifaria. j 
^AR hü addiia ßmt j /egueM ptrgina \ demomitrabü,\\ 
(Holzstock) II OoLOifiAB I Apud haerede$ Armeldi BtrcA" 
mannte \ Anno 1557. || 8. TeRt A— N 3. 

Kehrseite: Inrbx eorum^ qua0 hü «oltTts Imtp- \ ginitbuM 
oecqfferunL || Paracusbis ad periculofe^) deoumben | tes 



naty fe dawa, jrokby fe k Smrti hotowiti mM Letha 1563. 8. d.i. Bach 
des R. ▼. R., m welchem jedem christlichen Menschen eine Belehrang 
und Ermahnung gesagt wird , wie er sich znm Tode vorbereiten solle. 
Prag, O. Metentrych 1563. 8. (Fnli^ffurm 786. 806. nnd £»cH Nr. 23072.) 

1) Hier fehlt die Parade/U ad perictitoßi decumbeMa, 

2) Siehe vorher 8. 274. Anmerk. 6. 

3) PioriOo (II, 400) fuhrt eine Aasgabe 1556 an. Ob 1655 (siehe 
diess)? 

4) Also fortsetzend nach 1555, a. 

5) 8io (nicht ijs). 

6) 15^, e. hat perioelofö. 



II D CABC1U1 OTPEiANi Epifcopi | Cartluiglnenfis , Sermo 
de iMHOETA I UTATB. ') II ORATIO ad DBVJM , apiid 
egrotu, dum inniiitnry dicenda.|| Oratio ad ghristvm 
In graui mor | bo dicenda.||D. chrtsostoui Patriarchae 
Con- I ftantinopolitani , de Patientia, & cüfiim | raatio- 
ne') hniiiB feculi,' de feclldo') Adiien | in Domfaif, 
deq; «ternis Iiiftoriim gaiidijs. Sc raaloriim poenfa, de 
SilentiOy & | alijs, homini Chrlillano valde necefla- [ rijs^ 
Sermo. II 

Vorhanden: 

1) zu MüHchm, in der Hofbibliothek (Im. moH. äl, 8. 
nii mangelhaftem Texte). 

2) Bii München y in der Uni?eraitaU* Bibliothek (2 mal, 
mit vollständigem Texte). 

m München i im Beaits des Professor Schlotthauer. 
%\\ Berlin f Im Besits Ton Sotwtann, 
SU Berlin, V- Naghr. 

%n Nürnberg, besass Patner (Bfblfolhek 8. SO, Nr. 
]()449; Uterfir. BMtter 1808. H, 294; N« Literar. 
Anseiger 1800, S. 235; Oberdeutsehe Literalur-Zeit. 
1809 S. 446). 

7) in dreeden, Bibliothek (Palkenetein S. 806). 

Besprochen: von Fiorillo 11, 400. IV, 154. — Peignot 
S. 50. — Ebert Nr. 10476. -- Douce (1833) S. 114. 
— Dibdm. — Brunei. — Georgi 8. 815. — Gaillard 
(1764) Nr. 772. 

4) 1566: IMAGINES I MORTIS. || fflS ACCESSE- 
RVNT, I EPIGRAMMATA, ö Gallico idiomate k \ Georgio 
Aemjllo In Latfaium transhU. || AD HAEC, | MbpicINA 
ANIMAB, tarn Ijs qul flrma, | qukm qui adiierfa corporis 
valetndlne | pneditl funt, maximi neceffarla. || QVAE hü 
adMa ßini^ fequene pagüia I demenßrabü. \\ (Hols- 
RchnlU) II COLONIAE 1 Amd haeredes Arnoldi BircA-^ 
mannt. | ANNO 1566. || 8» Text (cursiv) bis M 7« 

Kehrseite gleich mit 1555, a« 

Vorhanden: 

1) »I München 9 in der Hof bibliothek {Im. mart. 24. S.; 
worin auch 1555, b.) 9 doch fehlen die Holaschnitte 
und der ^ofang der Bfedicioa anima«« 

2) itt München f im Besitx de» eben erst verstorbenen 
Landrichters Lamberger. 



1) l5S5,a hat IMMORTA- 1 LITATB. 
Z) 155S»a bat coii/iMi | meüom. 
3) 15S5,a lat feamdo. 



l] 



SU BerHm^ v. JUeuiebaeh (aus Coblens her). 
XU Frankfurt a. M. , StadeUche Sammlung (207 a). 
5) besasB Graf Lepel {FiorUlo IV, IM). 

Besprochen: von Dauce (1633) 114» 

5) 1567: IMAGINES I MORTIS. II HIS ACCB8SR- 
RVNT I EpiGRAMMATA, ä Galileo idiomate k | Georgio 
Aemylio in Latinum translata. jj AD HARC, | MHDICINA 
ANIMAE, tarn ijs, qni firma, | quam qui adnerfa corporis 
Taletudine | praditl funt, maxime neceffaria. || QVAE kü 
addüa ßtnt, fequens pagina\ demonfirahü. \\ fHolz- 
schnitt) II COLONlAB | Apud haeredeM Amoldi Birek- 
mannt. \ ANNO 1567. ||8. — Text bis M 8; cursiv ge- 
druckt (gleich 1555, a). 

Kehrseite: INDEX EORVM, QVAE HIS \ Imagi^ 
nibus aeeeffentni. \\ PABACLESIS ad periculqfe 
decHM' \ benie9. || D. CAECILII CYPBIANI 
Bpif- I ewi Carihaginenßi^ Sermo de IMMOR- \ 
f ALITÄTE. II ORATIO ad DEVM apud aegro- 
tum, I dum inuißiur, dicenda.\\ ORATIO ad CHRI- 
STVM in graui\marbo dicenda \\ D. CHBYSO^ 
STOJUI .... Sermo. II 

Vorhanden: 

1) SU Münehm, in der Hofbibliothek {Im. mort. 25. 8.). 

2) SU München , Baron e. FUehheün. 

3) SU Basel j Peter Fischer. 

4) SU Berläi, v. N agier (vgL Fhrälo lY, 156. t). 
ö) SU BerUn, v. Rumohr (Kunstblatt 1823). 

Besprochen: von v. Murr Journal XVI, 10. -~ Häscher 
S. 58. 59. — Literar. Blätter V, 353. — Oberdeutsche 
Literat. Zeit. 1809, Sp. 446. — Flonllo IV, 156. U, 
4D0. — Hemer S. 320. — Peignot S. 59. — Beuee 

(1833) S. 114. 

6) 15731): IMAGINES I MORTIS. | his accbssutst 
I Epigiamhata, ä Gallico idiomate k \ Georgio Aemylio 

in Latinum tran8lata.||AD HAEC, | Medicina animab^ 
tam ijs, qui firma, | qukm qui aduerfa coiporls Taletu- 
dine I pnediti funt, maximÄneceiraria.||QyAE hü addüa 
Juni, fequens pagina \ demonfirabü. || (Holsschnitt.)|| 
COLONIAE . I jipud haeredes Amoldi Bireimanni. \ 
ANNO 1578. II f. 

Kehrseite (s. oben). 




1) Jö€ker and AdsUmg I, 263. Bib. Clirist «etKten an y^Imaginss 
mortis ete. Coioniao^ 11^99. 



Vorhanden: 

1) sa Wien^ Antiquar Kuppüsch. 

2) XU Dresden y Bibliothek (Falkenstem S. 806> 

3) XU London 9 im Brittisdien Museum (nach FhriUo 
IV, 157 u. 159, 2. 161. 11, 583. — EbeH Nr. 10476). 

Besprochen: Ton Douce (1633) S. 114. — Feignoi 
S. 60. — JFeigel Nr. 1245J. — Brunei — Dibdin — 
Jöcher Adelung Bibl. Christ. II, 271. Bauer II, 178. 

7) 1574: IMAGINES | MORTIS etc. COLONIAE, Birek- 
moim. 8» 

Vorhanden: 

1) besus CouTtok (Literar. Blätter 1806, 8. 235. Wet- 
teUng (1796) Nr. 446. — FUaiUo IV, 157). 

Ob Lyon 1574 (1547) ? ? 

8) 1656: IMAGINES I MORTIS etc. COLOMAE, Bink- 
mann* 8. . 

Vorhanden: nach FhriUo IV, 158. — o. Murr Journal 
XVI, 19. — Literar. Blätter 1806, S. 235. 

Heyner S. 171. zweifelt an dieser sp&tem Aussähe und 
halt das Jahr mit 1566 (oder 1556? 1555??) ver- 
wechselt. Doch erscheint 1654 noch eine Antwerp* 
ner deutsche Ausgabe (s. weiter unten). 

9) 1657: IMAGINES | MORTIS etc. . COLONIAE. 8. 
Vorhanden: nach Jöcher Adelung I, 263. 

Ob sUtt 1557? 

b) deutsch: 53 Holxschnitte (doch ist Nr. 24, Nonne, gleich 
Nr. 15, Aeptissinn). ') 

A. Bu Cdln (?): mit gereimter Vorrede und Uebersetxung 
von Caspar Seheyt:*) 

1)1557: S)ev itobttn'^\X)anii, inxö) aUt @tenbe | t>nb 
@tS^Ud)t btx a)tenf4f en , barin; | ncn j^r Verlornen Dnb 

1) Konnte aber im Janaar 1835 dort nicht aufgefanden werden. 

2) Dronke in Coblenz tagt (Im Kunstblatt 1823. S. 348): „leb be- 
sitze ein grosaei Blatt, anf welcnem sich in 4 Reihen 24 Vorstellungen 
befinden, welche siemlich treu nach jenen KÖlUier Ausgaben ge- 
zeichnet sind. Drey Bl. haben auch das Monogramm ^o** Also 
bloss gezeichnet? Fast lasst darauf scfaliessen die Aufschrift oben : 
mWMvt 2)nrcTifd)€(!) Vbbilbttna ber oon Vnfano bcr fBcIt b<0 an bm 
iftngften Sog fibfrott Irnf^enbet äobtticbrr eU^ttun^*^' — Wenn ge« 
sehnitten, ob 2x24 AbbUdoagea? 

3) Caspnr Seheyt war ton Worms und gab unter Anderem heraos : 
a) ®n ftiTiwd({dc (obvcbe von m^tn bd fKapcn mU t>eralfi<^n9 bc^ 



enbe , nt((»tiatett | tonb flerbti^Idt aü in eint Spiegel | gu 
bt\6)arotn, furgebtlbet^ t>nb mit f(^6nen %Xi \ guten aejies | 
ret/||*||9Rtt fami)t bet beplfamen TLxtnvf ber @e- 1 len^ >) 
3tem jwepen fcbinen @ermonen, bie | etfi @. 69)>rtant t>om 
flerbn, *bie anbev | ®. Sbn^fofiomi i»on bex gebult, | 9locb 
ettltcbe fcböne tr6flung bero fo ttand \ ün in tobtönö? | ten 
%rt.||Ol|2m3ar2R.2).8mi.B 8. 

Vorhanden: 

1) zn München^ in der Hof bibliothek (Im. tnort. 26. 8.). 

2) zu München, im Ktipfersticlikabinet (ä3 BI. airfJB^e- 
klebt, leider mit abgeschnittenen Ueberschriften, doch 
ist Nr. 24 = 15 und der Text auf Holbein'a Wappen 
hinten stimmt). 

3) sa Nürnberg, besass Pamer (Literar. Blätter II, 29&). 

4) zu fFien, Antiquar Ku^pUeck. 

Besprochen : von FioHlto IV, 154. ^ Bbert Nr. 23011. 
[FioHUo IV, 168 und N. Literar. Anzeiger 1907, S. 131 
fuhren eine deutsche Ausgabe ohne J. u. O« an»] 

2) 1556: S)e S>pbettt | banl^, botd^ aOe @tenbe | t>nb ®e^ 
flecbte ber 9Rinf(ten; | barin er berfuntfl t)nnb enbe^ | nicbtic^ett 
Dnb jlerfltc^eit, alfe | in enem @p^el tbo befdj^on)? | enbe 
t)orgebt(bet / ünb mit | ffl^6nen^iguren ges Meieret |[@am))t 



bei ^eifamen Xrftebie ber | Selen. S. SSrbani 9teai). | 
M.D.LvIU.|l 8. o« Drucker u» 0.:^) 31 ungezeichnete 
Bl. Text. 



SrAtingd tnb 4>er(|!0. fiBHonabS but^ Oregorfum ^ofmon. 4. — b) ®tos 
bianuiJSon groben fttten, oiib oa« 1 bW^n debocbcn, Mhnatt in 
Sas I tdn bcfd)t{ebrn , burd^ ben wolgclet- j ten M. Fridencum Dedekinden, 
onnb I ibunbt JBerbeutfd^et, bur(b | Cafpsr Gc^cibt 90n SBormbS | 
1553. [Vorrede 1551. von WormsJ gronff. a. flXapn, burd) 4>^monn 
OüCffecf^en in bee GcJ^rrgoffe ^nm Jtotg. 8. -- Hey CHUff&idk 
kommen die Nachschnitte von Haibetn'» Icoset Y« T. henua, und von 
Caspar Scheifi 1554. c) zu Lyon bey Hans Tornesius: Wol gerirfnen 
▼nd ge- I fchnidten fignren Äaiz | der Bibel. || Holzschn. mit den Worten 
Qvod tibi I fieri non vis , J alteri | ne | fecerit. |t ZV LYON | Durch Hans 
Tornesius | M. D LUE. Vorrede ..ju SBorml ben III tag September , im 
iar M. D. LT. Cafpar Scheyt von Worms. Naehdem ich euch hochgelerter 
lierr Dector, als idd nach mals aofa frimttknkk komen bin, etliche wuU 
gerilTene, getrackte figaren, so ich von LUm mtl mir gebracht hah ge- 
zaigt** a. s. w. Dieselben Figuren (mit fortgesetztem N. T.) ebds. 1564. 
Diese Bilder (hinter Adam und Bva bey der Austreibung ans dem 
Paradies hMHnist^^ auch der To<i) vorhanden auf der HSncAner Hof- 
bibliotfaek B. Hiß. 62. 83. 87. 189; nnd ihre Nachschnitte (Figvres| 
De la Bible | declerees par | T« Hancb^» par 1 6. C T. ... I A Lven, | Par 
Kftienne Michel 1582. Q.) B. Hiß. 86. 

1) Diese mit besondenn Titel (daher aie in den Kxemplaren oft 
lehlt): p,etdni <Si^ | ncp^ fit btf Okfunbcn, | »ab Jttan<fm, in t Sobd 
ndttn. H IDucit) I ^* tBcbantt«! flte« | ginnt. || Anno M. O. LVILQ 
(Text bis ^iQ). Sie erscheint öfter besMiders, fc B. neukmt^at^** 
9lö¥nber9 1559. 

2) Ob iMech? (s. nachher) oder Magdeburg f — Doncc (iS33) & 43 



1) lu Berlin^ v. Meuseback, aus der Scbiilenbiirgisdieii 
Aulica. (Die Arstedie der Selen fehlt.) 

2) SR HebMiädt (Brun'M öeytriige III, 324).|FWeii- 
büUel {Eben Nr. 23010). ^ ^ ^ J 

BesprocheD: tob Fhriüo IV, 154. 

3) 1580: ©et «obtcn^ | batife, bur<^ aUe ©tenbc j t)nnb 
®ef*ledl>t ber STOetifd^en, *) | barinnen jr l^erlomen bnb 
enbe, | m^^tiafett bnb HerbUgfeit, alö tn | eim epicoel ju 
befc^wen, | f&taebilbet, »nnb mitt | fd^6nen Figuren | au 
jieiet. llÜRit famjjt ber ^eplfomen Xrfene? bet ©etoi, | Stern 
jn>eien [deinen ©ermone» ic. || 3m Sor BL D. LX. || 6. 

(o. Drncker lu O.)« 

Torhanden; 

1} KU Berlin^ 9. Meuiebach (von Coblenx)« 

2) ni Nwnbergy besass Pomtfr (Bibliolhek NrJ644& — 
Literar. Blatt. U, 295). 

3) SU Le^ig, fFeigel (Katalog VIÜ, S. 53. Nr. 14) 5 thlr. 

Besprochen : von Fünillo IV, 155. — Ebert Nr. 23010. — 
Oberd. Uterat. Zeit« 1800. 

4) 1573: 2)et lobten* l banfe/ burc^ äffe Stenbe ( t)nnb 
©ettlec^t ber ÜRenfd^en, | barmnen ix Ij^erf ommen Dnb enbe, 1 
nic^ttgfelt bnb jlerblidS^feit aK in | eint ©piegel ju be* 
fc^awen, I furgebilbet, t)nnb mitt | fd>6nen ^uren I aejies 
rett||3Rit famipt ber ^eplfamen 2Cr^ne9| ber ^ttUn, | gtem 

s gweien fc^inen ©ermonen ic. || 3m 3ar M. D.L. XXIII. || 8. 
Vorhanden: 

1) au fFolfenbüliet ans Helmstadt {Bmn't Beytrage 
III, 325. — KocVb Compendium II, 312. — Literar. 
Blatt. 11,295. — FUniUo IV,157. u. nach v. Rumohr.— 
Eberi Nr. 23011). 

2) XU Bertin 9 v. &oixmmm (ohne Arzney der Seelen). 

3) lu Berlin f v. N agier. 

5) 1574? nach FhnUo IV, 157* 

Ob 1547? oder 1574 lateinfach? 

6) 1575: 2)er Äobten — 3)an& ic. 

Besass Panzer (Bibliothek Ui, 302. Nr. 16446 — Literar, 

Blätter ii, 295. Nn 9). 
Ob 1557? 



Itihrt an : De Dodendantz van Kafpar Selielt ^ na der Qtgave van 1586 
TtHuMreich FT^ic1ili\^ unde de hubtcker fan 4463. mit dem Zaaatse: 
Thif ia a poem of four f üeeti in fmall d^, withoat meaUon of tbe plack 
üi'hero printed. 

1) Oberdeatsche Literat. Zeit. 1809 steht „tSonar^cn'M 



J 



ff, — B. ■« lilllieek (53 Hols8GhnUte)»iriüeBMr9. 

7) 1557? IMAGINES | MORTIS. Liibecae. 6. 
. Führt FioriUo IV, 154 an. Ob ,,Coln'^ 1557? 

6) 1558? (8. Cöln, 1558). 

9) 1604: Imtgines mortis. Ilis accefferunt Epig^rammata e 
gallico idiomate k Georgio Aemylio in latinnm tranalata. 
Ad haec Medicina animae, tarn iis qui firma quam qui 
aduerfa corporis Taletndine praediti Amt, maxime necef- 
faria. Qtiae his addita funt, feqnens pa^na demonffarabit. 
Lubeeae^ fumptibus L. Alberti ^) bibliopolae. 1604. 24. — 
obne Seitensahlen und ohne Holsschnitte, doch 51 
(52) Bildertexte. 25 S. lat. Verse ad lectorem chrifiia- 
nnm , 52 S. lateinische Verse des 6. Aemylius mit den 
Bibeistellen, 200 S. Anhan«^. 

Besprochen: von Peignot S.62, 1. — Memiel — Hitaeher 
S. 59. — Oberdeutsche Literat. Zeit. 1809, Sp. 491. 

c. KU IRTittenliery (53 Holzschnitte) : 

10) 1590: IIMAGINES I MORTIS, | JLLVSTRA^ 
TAE I Epigrammaiis GEORGII AEMY- \ LH, Theol. 
Doctorü. II FRAXUVEVS | ARMYLIO SVO. | Crimmis tft 
poenam Mortem Mors fußulü vnae; \ Sic te unmortalem 
MoriU ünago faeii. ^) || Holzschnitt (der Alte Mann 
Nr. 33). 

Dieses Bändchen bildet mit jenem besonderen Titel den 
mitderen Theil des Buches LIBELLVS | Dauidis Chj- 
tnei, ») I DE I MORTE, | ET | VITA .ETERNA, | 
BDITIO P08TRBMA: || Cui addiU sunt IMAGINES 
MORTIS, I illullraUBEpi^ammatis D. GEORGII | JBMY- 
Ln. 11 Holzschn. (Todtenl^opf) (1 VVITEBERGAEn 
Impreffui ä Maitkaeo TFeracA.\\AMaO M.D.XC.|| 8. 

Die Holzschnitte (umgekehrt) ^ etwas breiter , sind Nach- 

1) Vgl. oben S. 267. GlistenÜM DIfoorfi moralii Venedig bey Bar- 
tolomeo degli AlberH und 1609 ! 

2) Diesei Epigramm folgt in den Lyoner Aosgaben etc. stets nach 
AD LBCTOREM CHRfSTIANVM, EPIGRAMMA. (Acdpe iacando 
praefentia carmina nulta o. i. w.) 

3) David Ckylrilm^ geboren 1590 so Ingolfingen in Schwaben, 
ttodierte in Tubingen, lehrte in WUtenbera^ reiste dann durch Deotich- 
Innd, die Schweiz und Italien, wurde 1551 ProfeMor in Rostock ^ war 
1559 Rector und starb daselbst am 25. Juni 1610. Der Tod hatte in 
seiner Familie herbe gelichtet Dem Buche sind Epitaphia fon 
Freunden beigefügt (lat. , griech. , hebr.) auf den Tod fast aller seiner 
Kinder, die ihm Torangingen 1562, 1565, 1568, 1572, 1576, 1577, 1579, 
1580, eben so seiner Gattin 1571, seiner Neffen 1574, SchwSgerinn 1585 
V« s« w« n. s. w. 



ichnitte, mm Thefl nach den fireyen Naditchnltten 

des jf (doch beym Ackenmann hat der Tod die Sandohr 
u|n den Hala; beymPabst fehlen die Teufel;) von 4~ 
(dem Fonnschneider Teufel) auf BL 4 in der Erde^ 
BL 24. 32 an einem Stein , Bl. 35 am Bettschild (sUtt 
ILü), BL 48 in der Eclce unten linltB ^)y andere tob 
W* mit dem Schnitsmesser, Bl. 22, 
Ein sweiter TheU des Buches, von Damd Chyträue^ {AL- 
TERA PARS LIBBLLI, \ DE MORTE, ET | 
VITA AETERNA, CON. | TINENS LOCOS. | DE j 
Animarum Immortalitate, & ftatu poft corporis | mor- 
tem. II Purgatorio Animarum Pontificio« | Fine Mündig 
& Refurrectione corporum. | Extremo Ivdicio, & | 
Paenis LefFERNi »temis.jj) enthält hiernach aiif dem 
Titel den Nachschnitt von Holbem'e Wappen (Wappen 
' des Todes). Dann ANNO M. D. XC. || (214 S. 8.) 

' Vorhanden: 

1) XU BerUn, o. Nagter (bloss die IMAGINES MOR- 
TIS, die FhriUo IV, 1^. eine ,, Lübecker Ausgabe 
ohne J. 11. O. 8.'^ nennt. 

2) tu Meiningen^ Ludwig Bechsiem (vollständig als 
Libellus Danidis Chytraei). 

3) SU München, in der Hofbibliothek (Asc. 1073. 6.): 
Beide Theile. 

4) SU Le^ig, fFeigel (Catalog VUl, S. &3. Nr. 16). 

Besprochen: von Dauce (1833) S. 117, VU. — Häsehmr 
Addenda, S. 128. 

®. sa ? 

Vor mir liegt das erste Blatt (Schöpfung), breiter als 
hoch, treu in allen Beygaben, doch verzerrt in den Ver- 
haltnissen. Man könnte rechts beym Hasen oder Kanin- 
chen am Lande ein Monogramm sehen- ^ (BP?). 
Das Blatt ist einem in Spalten gedruckten Werke mit 
grossen Lettern entnommen: die Kehrseite bietet fol- 
genden Textansschnitt: 

//gen fBatterö* 

©er ftbent, baß bet @un ®otte« | ti^^tcn »erb 
bie gebenbtgcn | \>ni bie lobten, fie fepcn 
guti ober böf, ba aefagt wtrt: «on | banntn 
er fÄnfftig ijl ju rtd^* | ten bie lebenbigen vnb 
bie tobs I tem 

^ie ijljumenfen, baß breöerlep @ümbola ober befantnuf 
bed (Siaubtni t)on ber Xxtöftn feinb attits 

Vorhanden: in meinem Besits durch L. Beehsiein. 



1) S. R 4, S5 (and W!), S 6 (Roekaelte)» T4, V2 (Rookseite). 



4k Bit AmtmeirpeMkt ^) 

1654: DE DOODT | VBRMJSKSRT \ MET DBS 
WEERELTS YDELHEYT | AF-GHEDAEN | DOOR 
GEERAERDT VAN WOLSSCHATEN | Prevoft van Sijne 
Conincklijcke Majefleyts | Munten des HertoogdKöms van 
Brabandt, et€. || Verciert met de conflighe Beldher van 
den vennaer- den Schilder HANS HOLBEEN. | T'ANT- 
WERPEN, By PETRVS BELLERVS M. DC. LIV.IP) 
Diese Ausgabe (100 Jahre nach Holbein's Tode!) enthält 
nur 18 Holzschnitte, deren Dwce (1833, S. 110) 14 
sonderbar genug für ächte Blfitter hilt, während: 

a) 7 mit dem Zeichen «^ versehen sind '), b) 3 mit 
dem blossen Schnitamesser *), c) ohne Zeichen ^). — 
Siehe unten« 

Vorhanden: * 

1) zu BwUn^ V. Nagler (Fiorillo IV« 1&8. 147. — 
Kunstblatt 1823, Nr. 11, 123). 

2) zu Le^^y fFeigel (Catalog II, 65). 

Besprochen: von v. Rumokr W. S. S5. — Weisel Ca- 
talog II, 65. Nr. 2138. — Bowe (1833) S. HO. 130. 

3. BU Iiondont 

a) wm Bewyek (51 Holzschnitte): 

1) 1780: Emblems qf MortdKtyy representing in 
upwards of fiffy cuts, Death seizing aU ranks aud degreea 

1) FiorUh (IV, 154) gibt an, dati schon 1557 (in weldieai fahre 
•iae COiner Ausgabe) die Imagines mortis. 8« (63 Holzscbn.} lateinisch 
za Antwerpen hvraosgekommen wären. 

2) Diesem gedmckten Titel geht ein in Kupfer gestochener DB 
DOODT I VKRMASKERT I MET | S' WßRELTS YDELHEYT | 
AFGHEDAEN | DOOR | G. V. WOLSSCHATEN | eto. ▼omni. Darnn- 
ler ein Bild (der Tod — Mann und Frau) mit der Druckzeile: Sceptra 
Ügonibüs aequat, der schon dem alten lAÜbecker Todtentanz- Drucke 
angehört 

V« 3) Doch Terschieden an Grösse etc. Ton den OSlner Ausgaben. 
Ji. findet sich auf S. 23. De Kinders met den Haes^ 78. Den Meers-man 
(Krämer) y 112. Den (lecken, armen mensch , 154. Den Ster-kijcker« 
ia& Den Medicijn, 219. Den Broeder, oft Mendicant» 25t. De Prelaet 
otte Abt* -* PapittoH (I, 525) fdlirt den Beweis, dass achon Plantm zu 

Antwerpen die Stöcke des jl gebrauchte. 

4) 1. Het Jonck Kindt, 49. De Ghehoudea (Herzog u. Herzoginn), 
172« Den ouden man« 

5) 34. De jongfie Vreijfter, 93. Het Schip, 129. Den onrecht-?eer- 
dighen Rechter, 205. Den PaOcor, 238. De AbdifTe, 268. Den Prinoe 
oft Hertoghe, 291. Den Keyfer (dai Schwert nichl abgebrochen !), 317. Den 
Pabes« Lelztre beide umgekehrt und schlechter. Beym Fabit fehlt der 
Teufel QBd die Balle.^ 



€f |ie«ple ele* LoBdom Printed for T« Hodfiop, in 
Georges Court^ SL John't Lue, Clerkenwell. 17^. 12 >). 

Besprochen: rm Douee (1833) 8. 116. 119, X. — 
N. Literar. Anzeiger 1806, S. 349. — Fionllo IV, 171. 

2) • . • • : Emblema of Martalüy ^ representing Death 
seising all ranks and degrees of people* ImiUted in a 
series. of wood ciits from a painting in the cemetery of 
the Dominican diurch at Basil in Switzerland , ^) ^th 
apropriate teits et stripture, and a poetical apostroplie 
to each, freelj translated from the Latin and Freneh. ') 
London, Printed for Whittingham and Aiiess, jiiTenile 
library, Patern oster -row. 12. 

Besprochen: Ton Douce (1833) S. 119, WL. 

3) 1825: The | DANCE OF DEATH, | of the eelebrated, 
Hans Holbein, in m @erie$ of fifty*tl»o SngramngS on 
äBoob I by Mr. BEfFlCK. \ with Letter -Press, Illtistra- 
Uons«) II LONDON | WiUiam Cliarlton Wrifht, &5, Pa- 
teraoster-Row. j 1825 1|. 50 Holzschnitte ^arg modeml- 
sirt). 

Besprochen: von Douce (1833) S. 119. — ffeigel Ca- 
Ulog I, 28. Nr. 385. 

b) von Bonner und Byfteld: 

4) 1833: %\^t X)ance of t>tat1^, ] exhiblted in elegant 
eagravtngs on wood j irlth a dissertadon | on the several 
represeatations of thal snbject | biit more particiilariy on 

diose ascribed to | Sftacabev anb ^an6 ^olbein. | 

By Frasds Doace ^Bbuu F. AS. etc. ( London | William 
Pickering I 18SS II a <S2 FraniLen.) 

Vorhanden: 1) zu Wien^ Hofbibliothek (AN. 56. £. 10). 

$t. sa Vewlittveit (51 Holzschnitte, nngefShr gfelch gross 
mit den Urschnitten) t 

5) 1810: Emblema j of MortaUtf/y \ Repvesentbg, in 
npwards of ftfty Cuts, | Death seizing all ranks and de- 
grees of People. Imltates from a Paiattng in the Ceme- 
tery of the Dominican Church at Basel, in Switeerland; 



i) Mit Uebenetniiif ^er laieisiMhen Ymm In ^en Imagines mortis 
von Julh^ Sidmijß BowHm» 

2) Der alte Irrtham nie schon oben. Dieser Htd wiedeiholt in 
der Ausgabe von 1810 zn Neu^nven. 

3) Die Tonede and Tene wieder von Bawkmä. 

4) Von i^. Domm (wio b^ BMar's Kopten). 



dienste Dm die WÜMeDSchaft der Friedriehsordea verliehen worde. 
Die Direction jener Sammlongen ist dem Ofcerregierugtrathe 
von KostUn als wiederrafliches Nebenamt ttbertrageo worden. 

Nach den „Yerhandluogen der Gesellschaft des vaterlflndischea 
Mnseams in Böhmen in der achtzehnten allgemeinen Versammlung 
am 29. April 1840. Prag 1840.'« (76 Seiten in 8.) hat der 
Graf Zdenko Sternberg unter anderm die von seinem Oheim, 
dem Grafen Kaspar Siembergj dem böhmischen Mosenm in 
Prag yermachte Correspondenz mit den Natuiferscbem seiner 
Zeit, so wie das von ihm bei Bearbeitung der Geschichte des 
b^riimischen Bergbaues und mancher naturhistorischen Werte 
benutzte Alateriai der Bibliothek des Museums fibergebea. Die 
Uebergabe von 206 Bünden aus den Fftchern der sciences exactos 
aus der Brzezinaer Bibliothek wird als bevorstehend bezeichnet. 
Auch in diesem Jahre hat Graf Zdenko Stemberg als Fort- 
setzungen von seinem Oheim frflher für das Museum angeschaffter 
Werke Lieferungen von 20 verschiedenen Werken mit 338 Ab- 
bildungen der Bibliothek des Museums Übersendet. Was die 
Fortsetzung der tibrigea begonnenen Werke betrifft, die das 
Museum bisher von seinem verewigten Präsidenten als Geschenke 
erhallen hatte, so hat der Verwattungsausschnss deren fernere 
Anschaffung aus den Museumsgeldern nunmehr beschlossen. Seit 
dem Beginne des laufenden Jahres wurde hierdurch die Bibliothek 
um 56 Bände naturhistoriscfaer Werke mit 506 Abbildungen ver« 
nehrt. An anderweitigen Geschenkes erhielt die Bibliothek ^146 
Bflnde und Broschülen, 5 Handschriften und 12 Urkunden. Bei 
der, insbesondere in den Abtheilungen der sogenannten bestimmteo 
Wissenschaften ansehnlichen Bibliothek befinden sich beilAufig 
3000 vateriflndische Urkunden und Urkundenabschriften, so wie 
eine nahe an 6000 Numem begreifende Sammlung vaterlAndischer 
Manuscripte. — Auf S. 66 — ^76« des Berichtes, dem vorstehende 
Notizen entlehnt sind, hat der Bibliothekar fF» Hanka einen im 
böhnischen Museum befindlichen aus dem 14. Jahrhunderte 
stammenden Katalog der Prager UniversitHtsbibliothek mitgelheilt. 

Der zeitherige Dircctor des Conservatoriums der Pariser kOnigl. 
Bibliothek, Letronne^ ist zum Oberarchivar des Reichsarchivea 
befördert worden. Seine bisherige Stelle ist dem Conservator der 
Mazarinischen Bibliothek, Naudet, fibertragen worden ; dieser aber 
hat zum Nachfolger den bekannten Litteraten Ste.^Beuüe erhalten. 

Die Mflnchener Universititsbibiiothek , über 200,000 Bftnde 
stark, ist bereits in das neue, am 25. August seiner Bestimmung 
übergebene Universitätsgebfinde übergesiedelt und im obeni Stock- 
werke desselben aufgestellt worden. 

Verleger : T. 0. fFeigel in Leipzig. Druck vor C P* MeUer. 




(Hf^vift 

fftr 

Bibliotbebwlssensehaftt Handsebrlfltenknnde ond 

filtere Lftteratnr. 

Im Vereine mit Bibliothekaren imd Litteraturfreunden 

beraatgegeben 
Ton 

Hr. Hoheri Naumann, 



M 19. Leipzig, den 15. Octol>er 1840. 

lilteratiir der TodtentAnxe« 

(Kein Beytrag zum Jubeljahre der Buchdruckerkunat-) 

(Forttetaang.) 

3) 1619: SSobten ^an^ \ ©urc^ aUe «tdnbe | wi ®e> 

Bledl^t ber | SSenfc^en etc. |{ Eberli. Kieser — excadit. 
18. — 60 Büder mit Bltraieneinfasaiingen« 

Anfgefuhrt von fFeigel Catalog VII , 28. Nr. 7883 
(2 Thlr. 12 Gr.). 

4) 1623 : jrcOne# jKf Orf !#» | Aliquot Imaginibvs | pr»< 
ter priores, totidemqiie infcrlptioni- | biis ciimulat», Yer- 
fibiia quoi|iie Lati- | nia, Galileis ae GermaBicis | illiistra* 
tx|| ')— Les'l ImagfesDelaMort | Angment^ea de 
qnelqnes fignrea noiielles | & illustr^es dea vers Latfna, 
Fran- | 9ois & Allemans || — £)er Xobtenban^/ | 

X>m^ aUe ®tinbe t)nnb ®t\i}Uä)t ber | Sßenf^^en^ bannen 
\x l^ertomen lonb enbe, nt^« | ttgfett lonnb ©terbltgtett atö 
in einem ©ytegel jube« | fc^«i»en furaebtlbet, aud^ mit 
f(t)6nen Figuren gejtert | benebend mit tfateinifdS^en , S^an« 
feififc^en »nb Äeutsfc^en t>erfien befd^ticben, t>erme(>tt bnb 
9ebeffert.ll— grancffurt am SRapn, be^ gber^arbt Äie* 



1) Dieter Titel ist nach der Ansgabe ^Basel*' 1554 gestellt; yil^ an 
\ den deotidieii Venen des Cmpar sAeyi aach des Oeorg, AemyiH lateS- 

nlscbe Tonrene and des Oüi. Corrozet franaöslsche Unrerse ao/geaom- 
naea worden sind. 

10 



•HO 

fem/ I jeu^er{le^em )U ftnben. Anno 1623 i| 4. (00 BU- 

der 8.) *) 

Vorhand<$n: ^ 

1) zu Berlin, v* Meuseback, 

2) zu Berlin, v. Rumohr (Kunstblatt 1623, S. 124)« 

3) zu Tübingen y Universit&Ubibliothek. 

4) besass Douee (ohne Titel)« 

Besprochen: Oberdeutsche Literat« Zeit« 1809, Sp*402« — 
Literar. Blatt. II, 296. Nr. 12. — FioHUo lY. 157 (wo 
Kinsem Terdnickt steht). — Douce (1833) S. 122, II. -^ 
Sehwabe Catal. Nr. 10501« 

5) 1638? Frankf. 8. soU zu WolfenbüUel seyn (?)• 

6» va HTürnberg t 60 Kupfer (von Georg Strauch erf« , von 
Jl. Kkol gestochen; einige Blätter mit A.<))« 

6) 1647 : Mcones 'mortis fexaginta imaginibus totidem- 
que infcriptionibus infignitae verfibus quoque latinis et 
nods germanicis illuAratae. || SSofbilbungen be8 So$ 

\>ti ') burc^ alle @tdnbe unb ©efd^le^^te, £)e{feU 
btgen^) mc^toe @terblic|»{ett f&r utmeifen, au^gebrucft, 
unb mit fo lotel Ueberfc^riften auc^ Sateintf^^en unb neuen 
Steutfdj^en SSerölein*) erffdret. Dut^ 3ot>. SSogel. Jöe? 
^aulud %iix^tn ^unflb&nblern ju ftnben. || 9 Bogen 6 Bl., 
ohne Seitenzahl; kl. 6« 60 Kupfer, romisch 4ind Arabisch 
gezählt «). 

Die deutschen Verse (nadi den lateinischen) sind Ton 

1) Gewidmet 0>teinisdi) Job. Chnttoph «. SMUfn^ Job. Cbiiiti. 
Ftcftmni nnd Lodw. Krnst Nenhamen^ Patnciern Ton Frkf. a. M., Yon 
DasiM Meifner a Cemmentbavv, Bdu Poet. C. C« Die lateiiiiscfae Ver- 
rede (Ad lectorem chriA. epigramma) lind die Disticba des Georg Aemi- 
liDS in den Lyoner -Cölner Aosgfaben (Accipe jacande etc. s. & 251); 
damacb deatsch: ,,2Cn bcn €6rtfi({<tcn 8efer. i jD3e filättet, fo in dnec 
fnmm, | D Sefec, ^te »irü »cnben omb 2C.}, S. 3—7 C. SckeyVs Vorrede 
(SBcil nun htt Menf4 tein tMbtnb ftat.| 3n tiefem lorften ichtn (at zc) 
n. ■• w. 

2) Et sind die 60 Kiear'edken Knpfer (wo ao<A 1. 2. 3. 4. 6. 11. 12. 
Nachahmaagen Yon Aldegrever sind) , nnr Nr. "9. (der König an der 
Tafel) ist verschieden. Am Schlnss ist ei« Blatt zugegeben mit der 
lasdurilt Qnis Rex, qnis rabditns hie eft? ^U fiiae XHt H fa^en fan 
Vkt JConig fe^ 1 »et nntevt^on. Panlns Forst Ezc || 

3) JDotiee gibt „hH^ ZoUO. So fe(bt(d S^doi^ ^urd^ ••." 

4) Douce ^^erfeUnsen" 

6) Dimce 8er<^ein. 

6) Auf dem Titel ein Rnndtant Ton 15 Todten, for^n 3 Spielende: 
mit gestocheaen Worten ^Soben-Sanl ui ftnben bep |>au(uS 8ur|i StunfU 
^dnbUm.'' Unten M<^(eoi;g) Stra (och) in (▼•nit). A. Khol fectt'* — 
Oeorg Strtmdk starb za Nnmbei^ 1675. 



6. P« H»y die lateinischen sind die von 6. Aemyliug 
(mit Aenderungen)« 

Schln8s:^®ebru(ftju 9{itemberg burd^ (S^xi^op^ Soc^ner. 
3tt SBerIcfiung ^aixl gurjlcn Äunjl^anblern allba. 

Besprochen: in Literar. Blatt. 1605: V, 23. 354. Nn 2.— 
Fhrillo IV, 169. — Üouce (1833) S. 122—124. 148. 
(aus CaUlogiie de la bibliotheqiie du Roi If, 153). 

S). In Ii»7baeh-8alBbar|p (54 Kupferstiche) i): 

1) 1682: THEATRÜM | MORTIS HUMANAE | 

TRIPARTITUM | i. Pars. Saltum Mortis. | II. Pars. Varia 
^enera Mortis. | III. Pars. Poeoas Damnatonim contlnens. 1 
Ctfm I FIGURIS MNEIS ILLCSTRATUM | X>a^ ift:!! 
(Se^au^aSu^ne | £)e| faiin\^li(i)tn Zom in brep Sl^etl | 
l.S^etl Der Stobtn^^Zan^. | 2. S^eU Unberfc|^tbli(^e älobtö. 
@attungen. i 3. SE^etl Der SSerbambten ^6Qen ? 9)e9n , t>or$ 
fleQenb. || SRtt fc$6nen ^u))ffer«@tid[^en gegie^rt onb an 
Sag I gegeben. || S)ur4) JOHANN£M WEiCHARDUM | 
Satoafor/ Lib. Bar. | K. || ©ebrucft )u Sapbacb/ t>nb }u 

Jnben be» Sodann fiSaptijia | fBta)fx, in Salzburg, Anno 
682.11 4.2) 
Theil I. enthält 54 Kupferstiche mit trefflichen Blumen- 
umrandungen. 

Vorhanden: 

1) lu München^ UniversiUtsbibliotlysk. 

2) SU München, Baron FUchheim. 

3) Bu Berlin, v. Nagler: Nr. 1682 (Fhrälo IV, 159). 

4) zu Meinmgen, herzoffl. Bibliothek. 

5) zu Wolfenbüitel, BibUothek. 

6) zu Wien, Hofbibliothek («43. W. 46). 

Besprochen: LIterar. Blatt. 11, 296. Nr. 13. — Oberd. 
Literat. Zelt. 1809, Sp. 492. — FhrOlo IV, 159. — 
Dibdm Decam. 1,42. — J^ouce (1833) S. 129-130, VII. 

e. In Sfirieli- Hamburg -Iielpslff (60 Kupfer Ton Rudolf 
und Konrad Meyer) *): 

a) m Zürich: 

1) 1&50: atubolfSReperd: | 2:obten-£)an6. | (Srgan^etunb 
herausgegeben | 2)ur^ | Sonrab SRevern | 9Ra(em tn | 

1) Auf dem Titel steht W. W. Ibt. W. excud, Jo. Koch del. And. 
TVosf scnlps. Wagenpoi^ in Carniolia. 

2) Nach einer Cölaer Ausgabe Ton ^* Hey den Kindeignippen 
Immer 1 Tod zogefugt 

d) Die Kapfer Cardinal, AebtiMinn, Richter, Alt Weib tragen die 
Zahl 1637 {jMA erst seit 1757, wie JKmm« S. 150 meint): diese yon 

10* 



3&ri*. I 3n mt 1 165011 ») - ©terben6f|^ie<jel | Hi 

tfi I fonnentlare SSorjtellung | menfdt^Uc^er Sltc^ttgtett | bur(^ 
aöe ©tanb' unb | ©efcfaUc^ter: I «) »crmitUjl 60. bien^liAer 
ÄupferblÄKercn , lebrreid)cr | SSoerfc&rtftcn, unb bcwoglicfeer 
ju mx jlimmcn außgefefeter | Sobtengefdngenll ») SSor bicfem 
angefangen | £)urc^ Stubolffen QRepern ©. \>on 3üri0 etc.|| 
3efe aber xu ewefung not)twenblger SSoböbetracbtung, SSer^ | 
acbtung irbifcber gptelfeit; unb beltebung feiiger (Swig* 
feit, I JU enb gebraut, unb »erlegt: | Durc^^ | ßonrab SRepern, 
9Jf aalern in Süric^, | unb bafelbften bep x\)mt ju finben.lf 
®etru(ft JU ^uxiä) \ »ep 3o^ann Sacob Söotmtx. | MDCL || 
166 S. 4. 

Vorhanden: 

1) zu Stuttgart, Oeffentliche Bibliothek« 

2) ZU Berlin, v, Nagler, 

3) zu Wien 9 Antiquar Xuppitich. 

4) zu München^ Kupferstichkabinet (ein ziemlich toU- 
ständiges Exemplar, zum Aufkleben bestimmt; und 
1 Blatt eines zweiten). 

5) zn Frankfurt a. M,j Buchhändler Beinherz seL 

6) zu Meiningen f Bibliothek. 

7) zu fVolfenbüttel, Bibliothek. 
6) zu Basel, Wilk, Haas gel. 

9) besass Morel de Vindi, 1823 yerkauft um 27 fr. 
(Feignot S. 67). 

Besprochen: von FiorillolV^ 141. h. nach v» Murr Jour- 
nal XVI, 20. — JiToch Compend. I, 231. — Ebert 
Nr. 23014. — Neuhronner XXVI Verzeichniss (Ulm, 
Mai 1835) S. 10, Nr. 7066^ (5 fl. 30 x.) — Dibdin 
Dec I, 42. — Peignot S. 67. — Douce (1833) S. 148. 
149. — Vgl. Weigel Cataloe von Veith in Scliaffhau- 
sen 1835, S. 115. Nr. 72 (55 Bl.). 



Rudolf Meyer, Andere haben RM: In. CM. fecit. , andere RM. in. 
(Mönch), andere C. M- f. oder CM inv. et feot. oder RM. in* CM fecit 
l()37 (Arzt, Sterndeuter, Landitreicher). Der Schaffner (Bl- 24) bat 
1650. Der Zeitz wischenranm kam daher, dass Rudolf Meyer, 1605 an 
Zürich geboren^ daselbst 1638 (i Jahr nach dem Stiche vqd 26 ßl. doroh 
ihn) starb. Sein Bruder Conrad stach 35 dazu. Dieser I6l8 in Zürich 
geboren, starb 1669. In der Vorrede (vom 15. Aog. 1650 <st die 
Widmung Conracf«) sagt er selber, dass sein ,,^ebc¥ Srubft fe(. btcfe< 
98er!e< Sr^ebec fepn : aif me(d)cr üor et(td)en jähren , fafl ben (alben Zf^til 
btr Stobtenciffcn erfunben unb in ^teOung gefegt, nt^t aber felbtgc auf 
fdnc Jtolten, in Xu^et |u bringen gebi;au(t)t ^at^' ic. 

1) Knpfertitel. Das Folgende Druckdtel. Auf dem Kupfertitel blast 
ein Bngel die Posaune mit mnem Spruch aua der Offenbarung Johannis. 
Tod und Teufel halten den Titel. Im Hintergrunde jüngstes Gericht. 

2) Diese Worte aus dea Cölner« Frankfurter Ausgaben. 

3) Der Anhang enthalt die Noten und Psalmen. 



•03 

2) 1057 0: sterben jff)tegel 2c. but^ fBobmet neu auf^ 
gelegt 3&tt(^. 4. 

Besprochen: Oberdeutsche LiteraUZeiU 1809, Sp.492« — 
Dauee (1833) S. läO. 

b) in Hamburg: 

3) 1759: Die | menfc^lic^e @tetbltd;^{eit | unter bem Sattel | 
Xobttn^X^ani, \ in LXL iDriginaltupfern, t>on Stubolf 
unb Sonrab SRepern, | berul^mten £un{lmal}tern in 3uric^, | 
abermal herausgegeben; || nebfi neuen, b(uu bienenbeU/ 
moralifcben 1 äSerfen unb Ueberfc^riften. || Hamburg unb 
geipjig I 1759 1| 4. (1 tUr. 8 gr.) ') 

c) in Augsburg: 57Kehr8tiche von Meger*$ Zeichnungen ')• 

4) 1704: (Srbauli(^er | @terb5S^)tegel; | Hai ift: | ©om 
nentlabre SSorfleUuna | SRenf^ltd^er mi^üahit, | 2)unl^ alle 
@tanbe unb ©ef^Ucbter: | SSermittelft [deiner Aupffttn, 
Se^t - reichet fl3e9s@(][^rifften, | unb ^er^beweglic^ ange^dna^ 
ter j lobten - 8ieber. *)ir@b»nöK f)zxaM geaeben I ©urcb | 
9lubot^^ unb 6ontab tSlz^txn, \ 9Rat)lern in Sürc^. | Xn» 
ie^o aber mit 2:ateintf(ben Unter ;@c^rifften ber iCupffer 
loermebret | unb au|ge»eret; von bem SBelt i beräumten 

PoHen I Angiiftino Canmiro Redelio^ *) Belg« Mech. 



6ac. C«r. Majell. L. P. || Xugfpurg, | 3u ftnben bep 
3o^an 9>^ilipp @teubner. l Drudti f ttCbra^am ®ugger, 

1704.11 4. 57 Kupfer nnd TiielblatU 



Nach der „(Einleitung: 3um SEobten^Äanfe'' (S. 1 — 4) 

folgt ein Kiipfertitel: Ein Engel atösst in die Po- 
sanne, an welcher der Fahnensprach ,.Beali Mortui 
qui in Domino morinntur Apoe. 14. v« lo^^; der Tod 
mit Sense nnd Sanduhr h&lt ein Tnch, anf dem ge- 
schrieben steht TRIPUDIDM | «) MORTIS | per | 



1) 1651? 

2) Per alte Kopfertitel Yon 1650 daneben. 

3) Die bier in noch spatere Trachten der Zeit gekleidet sind, Anf 
dem Schaffner fehlt die früliere Jahnzahl. Nr. 34 (Soldat) ist gleich 
Kr. 36 (Landstreicher) mit anderer (gedruckter) üeberscbrift und gleicher 
(gestochener) Unterschrift Latro. — Die die Stande (Geistl. — Weltl.) 
absondernden Blatter der Metferischen Aasgabe fehlen bey Reddiui. 

4) Dieser „"Kn^an^ bef ZohUmZan^, 3n a&jt etbauli^en €Sterb« 
ecfSngen'' Ton S. Ul— 139. 

5) Er iibersetate die (gestochenen) deutschen Reim «Unterschriften 
bey Meyer in^s Lateinische« Der gedruckte deutsche Text des Boches 
blieb der bej Meyer vorgefundene. Kr gab auch Apophthegmata heraus. 

6) Ursprijnglirh stand TRIBUDIUM, doch ist das B zum P ge- 
schabt. Falschlich steht deshalb Tribndtum in fV. Brtaiiöt Catalogne 
faiaonn6 des ostampes da Gabinet de fea M. le Baron d*Arettn. Miin- 
Chan» 1827. Tb. 11» 8. 314. Nr. 3730. 



»04 

VICTORIAM I fnper | CARNEM | UNIVERSiii: | OR- 
BIS j terrae erectum. | Ab | A. C. Reddio | S. C. M. 
L, P.ll 

Vorhanden: 

1) m München, Knpferatichkabinet (52 Kupf.)« 

2) SU München 9 H. F. Magemann (aus der Aretin'schen 
Sammlung erstanden). Es fehlt Nr. 20 (Arzt) , 34 
(Soldat), 51 (Das wahre und falsche Christenthum). 

Besprochen: von Douce (1633) S. 151. (Ihm fehlen 
Pabst und alle Geistliche, daher er nur 52 Bl. ansetst.) 

%. in IiiiiB-PasBaa-Wlen (50 und 52 Kupfer von Michael 
Bentz); 

1) : ohne andern Titel und Drucktext: 50 BL, da- 
von BL 1. //Die ertpogen 6tlel{ett | aller menfc^s 
lid^en Dinge. || foL 

Vorhanden: 1) zn Baeelj bei WUh. Haae seL 

2) 1753: ©eifllid^e | SobtS-^Sebantfen | »ep aHer^anb | 
®emil()(ben unb ©ct^ilberepen | 3n I SSorbtlbung | Unters 
fct^iebli^en ®ef(^(e(^t§/ Ziitt^, @tanbeö, | Unb äBurbenS» 
^erfol^nen ftc^ beS 2:obed ju erinnern/ 1 TCuS beffen gel^t | 
Die S^ugenb ju üben, | Unb | Die @unb )u me»ben. || 
Srfilicb in ieu)}ffer entworffen/ 1 xt.\\^%<B®%VL, ©ebrucft 
bep Sriberic^ ©abriet SKangolb. 1753. | Sin^/ SSerleotd/ 
pran^ 2Cnlon Slger/ S3urgerL S3ucbb<^nblern aUba. || roL 

52 Kupferstiche mit vierzeiligen Reimen. , 

Vorhanden: 

zn Frankfurt a. M* » Dr. Kiew (England?) 
zu München, Kupferstichcabinet. 

Besprochen: von Douce (1833) S. 152. 153; der auch 
eine weitere Auflage von 1V50. Hamburs fol. anfährt. 

3) 1767: Der | fogenannte | Sobentan). ü 

Kehrseite: Qul fuerant, non fnnt: 1 Sic ibimus, ibitis^ 

ibunt. n Die ba gen>efen finb , | Die ftnb nun nic^t me^t 
I)ie: I @o tanjen unb fo gel^n, I Der, Sener, SSir, unb 
@ie.|| 

Bl. 2: Der fogenannte | @inn$ Se^r« unb ®eifh>oKe t>or 
Dielen Salären | auf S3efeb(/ Xnorbnung unb Unfofien | 
@r. fio^. 9fei(bös®r4fl. ExceU. | Fr an et fei An- 
ionit\ ©rafen t)on @))or(f. | Tit. pL | burc^ | bie 
{unfheid^e S^avb be$ Michaelis Rentz gefiod^ene/ | unb 
weit unb breit befannte^ aud^ in bent/ von obgebac^t @r. 
)0(i). I fRAdf&^®xii% ExcdL erbauten, unb unter bet 
)bforg F. F.^Mife- | ricordi«, f&r 100. arme Mannet 



fttttbtrten Hofpital in itudFü^sSaab in fßiifmtn, | t^or 
Seiten tunfllic^ an benen SB&nben^ in bem untern ®ani 

Semalen gewefene | unb }ur näglic^en Setrodbtun^ bed 
'obeS üoraefleUte | %obtntanix \ anie^o | Wit einigen 
einfaltig , bo^ gut gemeinten STetmen unb SSerfen ^tts 

feigen | X>uxä) \ F. Pttricium WifTerbnrger | Ord. S. 
Joan. de Deo Profeffnin, || cum permiflu Stiperioriini|| 

9B3@9l/ I gebrudt be^ Sodann SEt^ontad 6blen üon 
Srattnern^ | f* f. ßofbud^brudern unb fBuc^l^&nbtern. | 
HDCCLXVILII fol. (2tlilr.) 52 Kupferstiche. >) 

Vorhanden: 

1) XU SirauUngen^ bey'm Cooperator senior Carl v. 
Prentnw. 

2) SU WUn^ Antiquar KuppiUeh. 

Besprochen: heUn VI, 542. — Fr. Heerdugen (LXXVIK 
Veneichniss gebundener Bacher. Färth^ 1832. S. 3. 
Nr. 23. 8 fl. 6 x.). 

4) 1777: 2)ie emogene | Sitelfeit | aller | ÜRenfc^lidl^en 



£inge, I in | jmei) unb fünfzig Xu^pfern t)orgefleQet, | ge« 
^id^net unb geflod^en | t)on | bem berubmten ^eifler | SR. 
Sfenl^. I 835rt3 / 1 iu ftnben bep SC^erepa grenerin , unb 
6om))agnie/ [ 1777. || fbl. >). 

Vorhanden : 

1) SU FrmnIkSurt a. SL^ Dr. JTfes«. 

5) : SEobentan} t^on 9R. Sfen^: 53 Aupferfi. mit 

beutfc^en Serfen ,^Proftat Mlero./Virga« in gradib. arcis 
apnd F. Hilliger Minua ac Picto* Artlsq. chalcogra. ac 
Propotam. | foL 

So Wtig9i Catalog VI^ 38. Nr. 6894. (1 Uilr. 16 gr.) 



€). In AmsteriUuBi-lVIiniberss von Sahman van Ruttmg, 
(30 Kupferstiche. 8.) <) 

1) (1707): Schauwtanel des Dodts met platen. Amster- 
dam^ 0. J. 



' 1) BI. f. wie bey 2. 4 : „ SMe tme^tnt (Ktciedt alffr tiiettH)tt<ben 
2>tngc^ (IL Rnte Invea: et Scolp: dtrexit). 

2) Also wie die erste Ausgabe. — Zeile 2 roth gedruckt. Unter 
dem Titelkopfer steht M. Rntz Inven: et Scolp: dl rexit. 

d) Ruttmg wurde' am 1650 geboren, und war Arzt. Der Titel 
zeigt oben den Tod gekrönt auf einem Throne, zu jeder Seite ein trom> 
potender Tod. Unten Tanz von 7 Todten um ein gekröntes Skelett. — 
Von den 36 Stieben sind geändert 1. der Konig, 2. der Astrolog, 3. der 
Soldat, 4. der Mönch, 5. der Alte Mann, 6. der Kramer. Die übrigeo 
■ach Lyoner Ausgaben* 



Beiprochea: OberdeutiNAe hUenU ZetL I6OO9 Sp« 483. — 
Fiorülo IV, 170. — Douce (1833) S. 131. 



2)1726: Het|SCH0UW-T0NE£L|DES|»OOI>il; 

Waar op na't leeven vertooiit irort | DR DOOD op den 
THROON I De9 AARD*BODEMS: | HEERSCHENDE | 
0?er alle STAATEN en VOLKEREN. | rerdert met dartie 
ZinnebeeldeD. | »OOR SALOMON VAN RUSTIN6, | 
Med. DoGt. I TWEDE DRUK. | t Amfterdam^ by Nicoloas 
ten Hoorn etc. | 1726. a 

Vorhanden: 1) zu Berlin^ o. Nagter. 

Besprochen: von FioriUo IV, 170. 

3) 1736: @(^au-$Iag bed SEobeS, { ober SoMen- 
%anx I in ^u))ffeTn unb SSerfen | i^orgefiellet : | Ql^tmal^ 
Don I SAL. van RUSTING, Med. Doct. | in Slieber-^ 
S£eutf(^er Sprache; | nun aber in £o(l(^«ACeutf^er; | mit 
n6t^igen 2Cnmer(ungen/ | herausgegeben | Don Sodann 
©eoraSKeintel; | |)o(^furßl. SBranbenburg» SDnol^bad^i-^ | 
fdj^en |>farrer xu ^eterSaurad^. || Slürnberg, | be^ ^tttt 
(Sonrab 9)tonatb, 1736. || 8. 30 Kupfer, aber Nachstich, 
mit immer melir erneuerten Trachten '^. 

Vorhanden: 

11 zu München^ Hofbibliothek (/m. mort. 30. 8.)* 

2) zu Berlin 9 v. Nagler. 

3l zu Wien, Hofbibliothek (73. K. 74). 

4^ zu ^ten,* Antiquar KuppUsch» 

5l zu Dresden, Bibliothek {Falkenstein S. 768). 

6) zu Frankfurt a. M. , Dr. Klosa. 

7) zu Basel, W. Haas (aus v. Mechets Nachlasse). 

Besprochen: Literar. Blatt. V. 3ä6. Nr. 4. — Oberdeutsch. 
Literat. Zeit. 1809, Sp. 494. — Fiorülo IV, 170. — 
Dibdm Decam. I, 42. — Pef^o^S.68 (^„Ruszing<<!) — 
Georgi SuppL I, 369. 

4) 1741: Het|SCH0UW-T0NEEL|Des|IMIOB)8;l 

Waar op naH leeven vertoout word | De DOOD op den 
THROON \ Des AARD-BODENS: | HEERSCHENbE | 
Orer alle STAATEN eh VOLKEREN. | Vereiert met dar^ 
Um Zinnebeeiden. \ DOOR | SALOMON tan RUSTIN6, | 
Med. Doct. I VIERDE DRUK. | >) DAMSTERDAM, | By 
Johannes Rotterdam, B«k- 1 veikoper in de Harteifaraat, 
1741.11 8. 

Vorhanden: 1) zu Berlin^ v. Nagler. 



1) Vgl. Meyer 'BeMius etc. BoO^scK blieben wesentlich 18« 19. 
20. 21. 23. 27, ziemUch 1. 9. 22. 26. 17. 

2) Also lieget ein dritter niederländisdier Dfaok noch daswisebon. 



^. im IiMiilaii t 

a) von Wen%esU Hollar (aus Prag); 30 Kupferstiche. 8. 

1) (1647): neßoHce of Death^ engraved by W« Hol- 
lar. 4«) 

Vorhanden: 

1) zu London 9 Im Brittifcfaen Mineum« 

2) zu Paris 9 besasa Renouard^ 

3) an FranVfwrt a, M. , Städetnches Instiitit (30 Knpfer 
ohne Text in Holzgchnittrahmen). 

4) zu Letpmg^ H'oieel (Catalog I, 61. N. 028. mit Be- 
zug auf Vertue 12—41) ohne Diepenbecke'n Bin-* 
faaaungen. 

Besprochen: Fuewü O, 559. — Ebort Nr. 9025. — 
FhriUo IV, 15& 160. — Dome (1833) & 125, V. 

2> 1651: Mortalium fwMitoB^) iconibus ab Holbenio 
delineatis et a W. HoUar exfculptis exprefla. Abraham a 
Diepenbecke. ') 1651. 8. 

Besprochen: von FhriUo IV. 158. — Dibdin, Decam« 
I, 42. — Douce (1833) S. 125. 126. — Peignot S. 63 
(nur dic^se Ausgabe kennend). — Ebert Nr. 9925. — 
Brunei II, 203. — * George Vertue Catalog von Hol- 
bein's Werken (London, 1799. 4.). 

3) 1682: The Dance of Death etc. 

Besprochen: von FioriÜA^ IV, 158. 147. — Monthly Ma- 
gazine (1804) XVIU, 2, 330; (1805) XX, 2, ^. 

1) Vorn HMehC» Bildniifl (HI JS 45. AD 1543) Vera Emgies Jo- 
haaiiis Holbeinlj Bafsileenfis Pictoiia & delineatoris rarifalmi ipse Hol- 
beinlos pinxit — Wenoeslaos Hollar aqua fort! aeri infculpsit ex CoUect. 
Arundel 1647; dann S. 2. Hollars Bild (von Barlow) ABtatis 40. 1647. 
Dann die Kopfer l) des Todes Wappen ^^Mortalium nobilitas memorare 
»onfsima et In aeternnm non peccabis Rcelef. 7.**; Schluss ifollar'« Bild 
^Wendslaas HoUar Obt Lond. 1677. aeCat 76. — Bollttr fertigte 1. 5. 
6. 8. 9. 13. 14. 23. 27. 28 nach den Lyoner Holzschnitten (mit kleinen 
Aendeningen in 6. 9. 13^ 23) und alle nmgskehrt (ausser d). Die übrigen 

alle sind nach Colner Schnitten von J^ (1555) mit Aendernngen. Douce 
(1833) 8. 129 führt an, dass Bolh» nooh aadere Blätter fertigte (viel- 
leicht am die CÖUer Blätter anszomenen), wurde aber nicht fertig. 
Vorhanden sind von diesen Pabst (4j, Reicher Mann, Bettler (24;, 
Ackeismann, Räuber. 

2) Siehe die vorige Anmerk. 

3) D. h. mit iHepekbeclu's Randeindusnngen , Ton denen einige die 
Inschrift tragen Ab. Diepenbecke iny, W. HolUr fecit, andere dazu die 

2SahI 1651. Die Königinn trägt das Zeichen^, 3 andere /^. (Douce 

S. 125. y.). HoOor fertigte das Ganze vielleicht zu Amwerpm. wo er 
INmenWcke faad, einen Sdioler Ton JMens« der bekanntlioh JfolMi*« 
Todtentanz so sehr beiranderte (Donct 8. 127). 



4) (1789): THE | DANCE | OF | DEATH; | PAIN- 
TED I BY I H. HOLBBIN, | AND \ ENGRAVED | BY | 
W*HOLLAR.||(o,J.) 38S.Ei]ileiU Hinten The Dauiice 
of Machabree englisch« 

Besprochen: von FioriUo IV, I&9 nach N« Liierar. An* 
seiger 1306, S« 348. — Bberi 1, 800. 

5) 1700: Le Triamphe | de | Xa Mwrt \ Orav^ D'apres 

les deffeins I de | Holbeui. | par | W. Hollar. | ExpKcation 
des Sujets du triomphe de la Mort de J. H. | U. 8. 

Vorhanden: 

1) lu Basels fFüh, Haas (aus Meehef» Besttse). 

2) besass MSon^ 1803 verkauft um 11 liv. 19 s. 

3) besass Lany^ 1807 verkauft um 20 fr. Oä c. 

4) besass üfore/ de FinM, 1823 verkauft um 20 fr. 

5) besass Mae Cartky, 1817 verkauft um 210 fr. u. s. w. 

Besprochen: Oberdeutsche Literat. Zeit. 1809, Sp. 496. ^-^ 
Feignot 8. 63. 54 (?) ans Catalogue des Dessins et 
Estampes du cabinet de Basan pere (Paris, 1779. 8.) 
Nr. 854 und Jaubert Manuel de Pamateur d'estampes. 
(Paris, 1821. 8.) II, 130. 

6) 1794: T!ie Dance of Death patnted by H. HoL. 
bein and engraved by W. HoUar. to whids is added The 
Daunce of Machabree: Wherein is Ifvely expressed and 
shewed The State of Manne And how he is called at 
uncertayne tymes by death. Made by Dan John Lydgate 
Monke of S. Edmunds Bury. ^) 

Vorhanden: 1) lu Wim, Hofbibliothek (24. y. 31«). 

Besprochen: von l'Vori/folV, 155. 160. — Dibätn, Decam. 
I, 43. — Bbert Nr. 9916. ~ Brunet II, 203 (mit frans. 
Titel!). — Jrehenkoiz, Annalen der brittisch. Gesch. 
(1793) II, 356. 

7) 1796: A Historical dissertation npon the ancient emble» 
matical Paintings of the Dance of death, with 30 beatiM 
plates etched by W. Hollar, after drawings by Holbein 
and three engravingsW portraits etc.; also the dance of 
MacKber by Lydgate, at is was represented in St. Pauls 
before the fire of London. London, 1796. 8. 

Besprochen: von FioriUo 11, 401. 



1) Diese Aasgabe (die erste mit FrancU Douce's Abhandlitns: über 
die Todtentanze vom, worüber v. MUunohr im Knnstblatl 1823, Nr. 11) 
wnide besorgt darch James Edwards^ und war Wiederabdmck der aof- 
gefrischtea Kapferplatten (Dane« 1833, 8. 128). 



6) (I8M) THB I »AlirCi: | OF | »EATH; I 

PAINTED I BY I H. HOLBBIN, | AND | ENGRAVED | 
BY IW.HOLLAR.il 8.1) 

Vorhanden: 

l\ SU MünekMy Hofbibliotbek (Im. mari. 2ß. 8.). 
2^ SU Ba89lj fr. Haas (aus M0ekef9 Nachhss). 

3) zn Schaffhauiefif Kaufm. JCeller snm Encel. 

4) ta Zineh, Bibliothek (K^ k. 119). 
ö) SU Dresden, Bibliothek. 

9) 1814: The Dance of Death. (30 Kupfer.) — Ob aUU 
1804? 

10) 1616: The Dance qf Death. London y by Coihead, 
on Holjwell Street , Strand. 8. (33 Platten.) Wörtlich 
nach der Autgabe von 1794» Im Anhange ein kursea 
Leben Holbeins. 

Besprochen: von Dance (1833) S. 128. 

b) Ton David Druehar (46 Kupferstiche): 

1) 1788: The Dances ef Death throngh thevarious Hages 
of human life y irherein the capriciousness of that tyrant 
is exhibited in forty-six copperplates^ done from the 
original deiigns, which were cnt in wood and afterwards 
painted by John Holbein in the town houfe at Bafle, to 
which is prefixed defcriptions of each.plate in French 
and Englifh, with the fcripture text 'from which the 
defigds were taken. Edinburgh 1788. 

Vom Dmcha/$ Bild im Ringe , dann Adam und Eva 
mit der verbotenen Frucht. Oben 3 Parsen neben 
2 Säulen. Auf der andern Seite Mecheta Kupfertitel 
(von 1780) 9 mit Druehar' s Namen. Nach dem Dnick- 
titel Holbeins Bild. 

30 Bilder wie bey HoUar^ mit Umrandungen , die 
besonders gestochen sind (nach DiepetAeck, 1. von 

Druehar). Der Rest nach Cölner Ausgaben (von Ji ) 
mit Aenderungen in 18. 39. 43. Zu den Kupfern 



1) Kopfentieh-Titel , vorher Hollart Biliiniss (MtB,ܻ40. 1647) von 
BaHow; nach jenem Titel Holbeins Bild (HANS HOLBBIN PAINTRR). 
Damach Abhandlung (von Fr. Jhmce) On the Dance of Death (38 S.K 
dann Defcriptions of the Goto in Hollar^s Dance of Death (bis 8. 71). 
Darnach S. 75. The Dance of Macaber (Rinleitong bis 8. dl), dann 
der Tanzzag (Pabit, Kaiser, König o. s. w.) in Kopfer, endlieh mil 
englischem Texte 2^0 t IDaunce of Vtad^ahttt: | IB^ctein | tt VnOy 
ewpnjjed mid fhewed \ Tbk STAATS of MANNR, | Unh t^oto U i$ 
catteb at unccttannc tpme« bp DGATH, |anb toben (e t^infcCf) Icaft titts 
tcon: nSXabe bp DAM JOHN LYDGATB • Stonfe of 8.BdmattdaBuf7.K 



MBek0r$ Text unil engUicIie ITebenelniiig» Am ScUuib 
die Dolchscheide nach MecheL 

Besprochen: Ton Dcuee (1833) S. 135, XII. 

2) 1803: THE | DANCES | OF DEATH. | throiigh | The 
Varlons ftages of | human life : etc. | by John Holbeln^ | 
ETGHED BY D. DBUCHAR F.A.S. | London, by Goa- 
neU. 1803. 4. (1 Pf. 1 Seh.) i) 

(46 Kupfer^ nach HoUar nnd Colner Ansgaben ; der 
franzosische Text ans Mechel. Hinten zu den Wappen 
des Todes die Pktte HoUara mit H« Dann die Dolch- 
scheide.) 

Vorhanden: 1) zu Berlm^ v. NagUr. 

Besprochen: von Sbert Nr. 9916 (als HoIIar?)* 

3) 1803: LE TRIOHPHE | DE LA MORT | GraTd d'apr^ 

les Deifins | onginaux de | JEAN HOLBEiN | par | DA^ 

VW DEUCUAR I 17 86 II Mors Sceptra ligontbus ae- 
qiiatll^) 

4) 1813 : wiederholt? 

c) von Nienhoff Piccardi 

1) (1720) Imagines MoHis or the Dead Dance of Hans 
Holbeyn , painted of King Henry the VUI. 

Kiipfertitel mit Rand ; 19 Blätter mit arab. Ziffern. >) 
Besprochen: von Dauce (1833) S. 130^ IX. 

3. In Basel, von Christian Mechel: 

1) 1780: Le Triomphe de laMort (alsTh.L derOenvres«) 
de J. Holbein). Basel, fol. (47 Kupferstiche.) 

JK. in Iieipziff» von Frenze t in Dresden (48 BI.): 

1) 1831: £)er aobtentanj toon gubwig «ec^jiem. &ipji9, 
8eo. 8. 



e. In 



1) Dieser Titel nach der Edinbnrger Ausgabe 1788* 

2) Kopferstichtitel (zwischen zweyen Obeliskensäalen oben die drey 
Parzen, onten ein Kopfbild). — Also ganz nach Eberhard JKteser (1617 
II. ■• w. Vgl. De Doodt yermaskert. Antwerpen , 1654) ! — Die 46 
Kupferstiche sondern Geistliche and Weltliche Reihe; Nr. 23. die Nea« 
vermählten, Nr. 46. Gericht. 

3) 1) Sterblichkeit (Emblem of mortality). 2) Versnchong (mit den 
Worten All that eer had breath Moft dance after Death, mit dem Jahr 
1720) , 3) Aastreibong, 4) Adam grabt, 6) Todtenooncert, 6) Kind a. s. w. 

4) Ueber die hier verzerrt wiedergegebenen UrzeichnongenHolbeiM 
(die naoh Mbtmohr'Weigei 8. 98 nicht in Petertbarg sein tollen) s^Dr« 
0. K. Nagki^s KonaOflileadkoii BAiid VUI (1839) , & 108. 



•Ol 

Bfnen Nachsticli des Holbelnlschen Krimen mit franzoti- 
seh«n Texte fiihrt Dmie0 (1833^ S. 124, rv. auf. Wir 
ubergehea hier aiich G(omeIiu8) B(nB) Mönch nach 
Holbein (feriLehrt) nnd AUegrtvef*» Nachstiche. 

4. 

TSllige ITaohahmungon ap&taret Seilt 

a) In Kvpfersileta : 

X Von /. R, Schellenberg^) (24 Kupfer):' 

1) 1785«): greunb | Äeinö^) grfdjeinungen | in S^oU 
Uxn$ Wtanitx \r>on 3. Si. @c(>ellenbera. äBintert^uYJ 
bep ^einric^ Steinet | 1785. | gr. 8. 25 Kupfer. (2 tUr» 
6gr.) 

Vorhanden: 1) zu fFien, Hofbibliothek (*31. E. ]2). 

Besprochen: Oberdeutsche Literat. Zeit. 1800, Sp. 494. — 
o. Murr Journal XVI , 20. — N. Literar. Anzeiger 1806, 
S. 237. — Erach Literatur der schonen Künste (1814) 
Nr. 242 d. — Dibdin Decam. I, 43. -- Fiorilh IV, 
171. — Weigel Catalog I, 28. Nr. 387. 

2) 1803: f^veunb £etn*A Srfc^emungen in S^olbdni^a^ 
nxtt, t>on 3. i. SDluf&uS. 9{eueXu|l. SRann^eim (asien). 
1588. 6. (mit einem Titelkupfer von J. MamfeU). 

Vorhanden: 1) zu fFien, Hofbibliothek.' 

Besprochen: Teutscher Merkur 1785, März. — v.Murr 
Journal XVr, 20. — N. Literar. Anzeiger 1806, S. 287. 
— Oberdeutsche Literat. Zelt. 1800, 8p. 496. — Fio- 
ruh IV, 172. — Weigel CaUlog I, 28, Nr. 388. 

S3. von Chodowiecky (12 Kupferstiche): 

1) 1792: 3;af4)enbucl^ I )um I 9lu^n unb Sßergnugen furS 
%a^x 1792. II 9Rtt J(upfern \>^n 6l^obon)te(f9. Sauenburg, 
bep 3o^. ©corg ©crenberg. 16. 

Vorhanden: 1) zu Boiel^ W. Haas n.s. w. 

Besprochen: Literar. Blatt. V, 359. 360. — N. Literar« 
Anzeiger 1806, Sp. pS. — Oberdeutsche Literat. Zeit. 



1) Der den 1780 yon CkruAxan MetM heraasgegebeaea Le Triom- 
phe de la Mort (als Tu. I. der Oeuvres de J. Uolbein) gestochen 
Latte. « 

2) Filscblicli 1735 in der Oberdentchen Literat.-Zeit. 1809. Sp.494, 
nach «. Jf arr Journal XVI, 20 and N. Literir. Anzeiger 1806, 8. 237. 

3) „Fieand Heim«« bey JP«v^ 3« 6a -^ Fienad Heia — be- 
kanntlich Matth. Claudios Freund, — Siehe weiter unten Freund 
Hein von ScAimd nnd DuMer. 



1600, Sp. 4eß. — Fhrälo IV, 171. — Meuael Mu- 
seum t Kfinsder (Mumheim 1702. 8.) XVI, 201. — 
Cattlociie deg Estampes crav^es pir D« Chodowiecki 
(179&8.) S.37. Nr.663. — llotice (1833) S.153,Va. 

b) im Molsschnittent 

(L Ton Moritz p. Sehwind: 

1) 1833: Sreunb £^etn. ®rote8(en unb ^»^antafimagorien 
wn(S.S>uUtx. Wxt £)Dhf(6mtten nad) SRorife t). @(^n>tnb. 
2 a^eiU. ©tuttg. 1833: H. 8. (1 tWr. 18 gr.) 

Immer mehr Zerrbttd-Nadiahmuiigen« 

2). von 6. M. Woodward: 

1) 1800: The Danfe af Deaih modemifed. Publühed 
July 13. 1600. Bemers Street, Oxford Street. 

Besprochen: ron Douee (1833) S. 166. 167. 

« 

6. Ton Thomas Rowlandsou in London (73 gemalte 
Kupferstiche) : 

1) 1815. 16: The \ EngUfh Dance of Death | From 
ihe Defigns of | Thomas Rowkndfon | WiUi | Metrical 
niiiftrations | By The Aiithor | OF | „Doctor Syntax^^ || 
London j Printed By J. Diggens, St. Ann's Lane; | Pu- 
bUfhed at «. Ackermann etc. | 1815. 16. 2 TheUe. 205 
u. VU S. und 299 S. gr. 8. (3 Ls. 3 Sh.) 

Vorhanden: 

1) SU Frankfurt a. H., Oberlehrer Jekermamu 

Besprochen: von Douce (1833) S. 156, X. 

9f. von Adrian van Fenne? (24 Kupferstiche): 

1) 1826 : Death*i Doingt^ confifting of nuroerous original 
compofitions in profe and verfe, the friendly contribu* 
tions of varions writers , principally intended as illulhra- 
tlons of 24 nlates defigned and etched by R. Dagleg^ 
author of „Select gems from the Antique^^ etc. London, 
1826. 8. 



2) 1827 : Deaih*e Doing etc. 2te Aufl. mit TitdbkU von 
Adrian van Fenne. 

Besprochen: von Douee (1833) S. 157, XL 

®. von van Aeeen (18 Kupferstiche): 

1) 18..: The British Dance of Death ^ exemplified 
by a feries of engravings from drawings by Fan Assen, 



wlth explanttory and moral effays. Printed by and for 
George Smeeton^ Royal Arcade, Pall Blall. (o, J.) 8«0 

J^. Ton John Nison Colewrine (Kupferstiche): 
I) •••• Sobtentans fitr ladiea' favs. ^erau^jegeben t>on 

Fore9 of Piccadilly (der die Kupferplatten besitzt)« 
Besprochen: Ton Douce (1833) S.läO« 

3* ▼on Riehard Newton: 

1) 1796 : Dances of Death. By Wm. Holland. N. 50, Ox- 
ford Street. (23 Kupferstiche). 

Besprochen: von Douce (1833) S. 165. 166. 

2) .... Bonaparte^i Dance ot Death. Invented^ drawn 
and etched by Richard Newton. 

Besprochen: von Douce (1833) S. 167. 

St. von •••.? .••• (9 Steindrucke). 

1) 1830: Voyage pour PEtertiüiy ferrice ^n^ral des 
Omnibus acc^leres, depart k toute heure et de tous les 
poins du globe. Par J. GrandoiUe. quer 4. 

Besprochen: von Douce (1833) S. 158. 

1) Die Zeidmongen sauber gettoeben nach den Zeiclinangen, die 
vom Au€n*9 Freonde gehörten. — Das Titelblatt von G. Cru^shauK 
Die karse Vorrede sagt« dass das Werk onternommen sey nach the 
celebrated defigns ofHolbein (Lyoner Aasgaben); doch ist nicht die ge- 
ringste Aehniiciikeit mehr nbrig. 

(Schlass der ersten Abtheileng.) 



Später wird folgen : Uebersichts-Tabelle aHer Ausgaben des 
Holbeinischen Todtentanzes ; — Holbein's Bilder des Alten 
Testamentes; — der Gross-Baseler Todtentanz; — der 
Klein-Baseler Todtentanz ; — Dance Macabre u. s« w. 



ao4 

lieber die aöf der Leipziger Stadtbibliothek befindfiche 
Bandschrift der jMnnotes JFuMdenses^ 

Ein Beitrag flDr die Ausgabe derselben von Pertz (Honiun. 

Germ. I. 337—416). 
(Fortsetiang.) 

PerU 365. 32. pladtiini -— Cod, Lipt. platUum (so auch 
anderwärts). 34. Rabani — hrabani. 35. cum eo — fehlt 
im Texte; später hineincorrigirt. 36. Theodonfs — teotho-* 
nis. Gisalberto — gisalberhto« 36. Gotescalcna — Gote- 
scalhiis. 42. praedesänatoa -^ praedialinatQs. 46. Ingmanim 
Remis — ingtimarnm rhemis. 47. Hladowicl — hludauuici. 

366. 2. motus — motos. Ernufttus — hemiistiis. par- 
tium — partium. 5. Thaculfum — thachulfiun. promittunt 
— permittunt. 7. hostliim — ostinjn. 9* .sauciarentur — 
sautiarentur. 10. deprehenderetnr — depraehenderetur. 16. 
enim — fehlt im Texte; später hineincorrigirt. 16. superio- 
res effecti — effecti superiores. 17. secure — fehlte im 
Texte y und ist erst nachgetragen : securi. tantls eos terrori- 
bus — tantisque terroribus [so ursprünglich; eoa ist erst hin- 
eincorrigirt]. 21. spatium — spacium. 22. os — arreptitil — - 
hos — arepcii. 25. Rorih — Roroc. 26. Herioldo — harialdo. 
82. hostia -— ostia. 35. conditione — condicione. 37« prae- 
dantur. Ad — praedantun et ad. 42. Renum — rhenum. 
44* lirabanus — rabanus. 45. Winicela — uuinzella. 

X r s t e tj a e u n e» 

373. 3S. aecdesiae — etdesiae. 40. rectae — rette. 41. 
ipsi me obaudierinC — si me audierint [so die ursprüngliche 
Lesart; corrigirt: ipsi me obaudieriat]. 44 forconsiliabo — 
fores consiliabo. 

374. 3. Berengarium — berngarium. 4. Sigihardum atque 
Geroltum comites — atque sigihardum comites. 5. Berengariua — 
bemgarins. 6. ceteris — cetteris. 7. Carlmannus — karlmannus 

iso auch im Folgenden]. 15. colloquium — conloquium« 
6. Abodritos — obodritos. Tabomiuzlem — tabomuisilem.^ 
26. coUecto — collettu. 27* Rastisen Marahensinm — rasti- 
cem margensium« 29. expuenaturus — expugnatiunim. 30. 
Gundacari -r- gimdacharl. 31. fluminis Swarzahae — flumi- 
Dis N. 

(Fortsetzong folgt.) 



Verleger : T. 0. fFeigei in Leipzig. Druck von C. P. Bielzer. 




ISKRAPKIJSI. 



etif($ triff 

für 

Bflillothebwlsseiiscliaft, HandschrifteDtamde nnd 

Sltore Lttteratnr. 

Im Vereine mit Bibliothekaren und Xitteratmrfrennden 

heravsgegeben 

Dr. Miobert Nautnaun. 

J\ß 20. Leipzig, den 8L October 1840. 

Sechg noch unbehmnte Producte der Prenne Fügten 

und Rchöffera van 1461. 

In einem, Ton mir dnrch Aiiswalil ans manchen tfngetam« 
melten imd in günstiger Zeit, vor mehrern Jahren, enror^ 
benen Seltenheiten, zum Andenken des Jubeljahrea der 
wichtigsten Erfindung angelegten Album, das einige Einiel« 
bl8tter des Fust'schen Psalterinms erster Ausgabe, ein Blatt 
Ton Gutenberg's Catholicon und einiges andere dahin gehörige 
enthält, bewahre ich eine Reihe von Impressen auf Einid.- 
blittem auf, welche sich sammt und sonders, bis auf elns^ 
auf die Angelegenheit Adolphs von Nassau und Diethers von 
Isenbnrg besiehen, sämrotlich su Gunsten des Erstgenannten 
sprechen, sammtlich die nicht mit Zahlen, sondern mit 
Worten ausgedrückte, doch beschränkte Datirung vom Jahre 
1461 tragen, und, wie nicht zu zweifeln, sammtlich aus 
Futt's und Peler Schoffer's Pressen hervorgingen, obschon 
diese, wie bekannt, Anhanger Diethers waren, und das he* 
kannte Manifest desselben vom 4. April 1462 druckten, das 
man bisher für den ersten gedruckten Act der Diplomatie 
balten musste. 

Wie wichtig auch In der Erfindungsgeschichte diese ur^ 
knadlichen Drucke sind, zumal sie eine Lücke ausfüllen, da 
▼om Jahre 1461 kein Druckwerk bekannt ist, als ein von 
Gutenberg mit den Typen, des Catholicon gedruckter Ablass- 
brief, den fHUS Prwt in seinem Caialogue des UortM imfHr 

20 



ao6 

m^$ 8ur vet. des hiblioth, fnihl, et pari. (1. 218) beschreibt') 
— da diese Drucke als solche nirgends weder erwähnt noch 
beschrieben wurden — so ist doch für eine ausführliche 
Beschreibung y die von fac^imilirten Abdriiclien begleitet sein 
mösste, der Raum dieser Blätter zu l^arg zugemessen , daher 
ich weitere Veröffentlichung mir vorbelialte, und mich hier 
nur auf eine skizzenliafte Besclireibung beschränlcey um des 
interessanten Fundes docli noch in diesem Jahre zti ge- 
denken. Ich sclnvieg deslialb so lange ^ weil ich glaubte, es 
würden dieselben von einem Literarhistorilier vielleicht eben- 
falls aufgefunden worden sein und zum Jubelfeste die ver- 
diente Würdigung empfangen. Früher liegte ich den Glanben, 
sie stammten aus Gutenberg's Officin, und glaubte schon in 
ihnen die documentirenden Beweisgründe fiir die ,,annehmi- 
gen^^ Dienste gefunden zu haben ^ welche Gutenberg Adolph 
von Nassau leistete, und wegen deren er 1465 als dessen 
Hofdiener Bestallung empfing; allein genauer Vergleich der 
Typen gab mir die unliebe Ueberzeugung, mich in dieser 
Voraussetzung geirrt zu haben. Diese Documenta bringen 
nun das Manifest Dietliers lun die bisher ihm zugeschriebene 
Ehre, die erste gedruckte diplomatische Urkunde zu sein, 
was übrigens im Bezug auf ihr sonstiges Interesse für die 
Geschichte im Allgemeinen, wie für die Erfindungsgeschichte 
der Buchdruckerknnst insbesondere, nicht in Betracht kommt. 
Das erste Blatt ist in deutscher Sprache, und mit den 
neuen Typen der Fust- und Schoffer'schen Bibel von 1462, 
an welcher man wahrscheinlich im Herbst 1461 bereits zu 
drucken begonnen hatte, gesetzt; es ist eine Bulle Kaiser 
Friedrichs llf., welche die Absetzung Dietliers von Isenburg 
Tom und die Einsetzung Adolphs ron Nassau auf den erzbi- 
schöflichen Stuld zu Mainz publicirt. 

Diese Bulle findet sich, jedoch mit erneuter Rechtsclirei- 
bung und auf eine merkwürdige Weise im Eingang verändert, 
was fast auf eine Variante hindeutet, in Crudenua Codex di- 
ploroatiais anecdotorum, res mogontinas etc. etc. illustran- 
tium. T. IV. p. 345 abgedruckt. 

Sie beginnt (mit Hinweglassung des Initialen W)^!^ 

Sricöei-ic^ von Qottie giiööeit. Komifd^ei: Reyfey* 
$u allen csirceit mcvtv t)ea l^id^ce etc. und schiiesst: 

(Bebelt an (Bvcs^ mit t>nferm Cevrei:Kd)en uff 
geövugtbem 3fngeftegel beficgelt am fampf;^ög 
vov fant üauvtncit öag Hacb Crifli gebuvc 
t>terc5eben^ont)ei:c vnb jm eyn vn^ fe^tsig^ 

i) J. Wetter Kritische Gesciiiclite dar Erfindong der Buchdnioker- 
kuasi 8. 620. 



Um (0 »nfer rid^e* t)» tcmiföß lim tivoty 
vnb cjwanjigflenv Dea Seyfertl^ttmH ^m cse^ 
^en^en t>nt> bte |)ungrtflen Jm dritten 3[aren. 

Das DocnmeDt ist auf einen kleinen Bogen Btirken Pa- 
pleres gedruckt ^ das zum Wasserzeichen eine Krone mit 
hohem Kreuze hat, und füllt 2S Zeilen. 

Das zweite, dritte, vierte, fünfte und sechste Blatt sind 
Intgeaammt Breren oder Bullen Papst Plus IL, wie natürlich 
in lateinischer Sprache, simmtlich aus Tivoli datirt, und hia 
auf eine Nummer gegen den armen fsenburger gerichtet — 
anch sämmtlich mit den kleinen Typen des Ratfonale Du^ 
randi von 1459 gedruckt. ^Alle beginnen mit Hinweglassung 

des Initialen P JU0 ^Zpue (tVUUe fttUOt^ bti 

In Heüwich'a Moguntia devicia > ) sind* die vier ersten 
dieser pipstlichen Erlasse ebenfalls mit erneuter Rechtschrei- 
bung abgedruckt. Es heisst dort: 

Bullarum Papalium, quae tum editae (!) fnerunt, sunt 
quatuor, uno eodemque die signatae: quas quo minua 
huc afferam, nil uti quidem existimo, impedit« 

Im Bezug auf HellwkVB tum edüae dient sur Erl£uteniiig 
eine Stelle in Lehmann^9 Chronica der freien Reichsstadt 
Speier ) S. 858 der Ausgabe von 1711, wo es heisst: Dem- 
nach aber Chorflirst Dietherns des Papstes Entsetzung nicht 
nachgefragt — hat der Papst emate Bannbrief im Jahr 1462 
wider gedachte Churfiirsten und deren Helfer allenthalben 
öffentlich anschlagen und verkünden lassen, inmassen allhie 
lu Speyer im Februario vor Fassnacht dieselbe an der Mfin- 
aterthur angeschlagen ^ aber von Stund an wieder abgerissen 
worden. 

Eine fünfte Bulle Ton gleichem Datum, den 21. August, 
hat Gmdenf höchst wahrscheinlich kam auch sie zum Druck 
und dürfte vielleicht noch aufgefunden werden, wie auch 
einige gleichzeitige Mandate Kaiser Friedrichs« 

Die erste der Papstbullen ist die Entsetzungsurkunde Die- 
thers; sie ist enthalten auf einem Foliobogen, füllt 67 lange 
Zeilen , (bei Joanni» über sechs Folioseiten , wo die Datirung 
übrigens mit Zahlen gesetzt ist, was auf keinem der Origi- 
naldrucke statt findet,) legt die Gründe dar, welche Diethert 
Absetzung rechtfertigen sollen , schliesst mit der Eideslos- 
zihlung aller geistlichen und weltlichen Behörden und Dnter- 
thanen von Diether, und gebietet: diesen wie ein krankes 
Vieh und eine pestilentialische Bestie überall zu vermeiden: 

1) Volamen lecondam rerum Mocrnntiacarnm etc. «t«. acc, Oeorgw 
CMtHam JoatmU. Frencof. ad M. MDCCXXII. Pag. 146. 

20* 



'J 



iib ipfü tarn tnorbibom pecn^em Z pefUfeittem 
befham nbiq^ ^mittnt — 

Sie beginnt: 

(P)3fU0 tpe i>uue (uo4 &ei at) ppeniS rei 
mtmoviä jn apiice fe^id fpecula t>tumo ofICto 

Die Datining ist folgende und, wie gesagt , auf allen Yier 
Urkunden dieselbe: 

Datum Z^bmi Anno 3fncarnac$nt0 ^tiice Mit? 
leftmo quat)ringenteftmorejragef!mopt:tmo. Duo- 
Dtcimo faUnV Stpttmbvie. ponti^catue nofhri 
Anno teircto« 

Das Wasserleichen ist ein kleiner Ochsenkopf mit stark 
auswirts gebogenen H5mem. 

' Das zweite Blatt ist ein Breve des Papstes an Adolph von 
Nassau, gleichsam Document der Installation, das neben dem 
apostolischen Segen nothige Instmctionen ertheilt« Die erste 
Sfeile lautet, inclusive der üblichen Formel: 

Dilco filio A&uIp|^o bt tlaffan electo maguttti 
Salute ^ apIicS brtt>tctö5 At) apitce Mg'tatie 
fupna ^ifpoftcoe pocati q: paflota — 

27 ToUe Zeilen auf einem halben Bogen; Wassermarke 
eine Traube. 

Die dritte Ntmimer ist eine Bulle an das Mainier Kapitel. 

Dtlectte filtjeCapIo ecclefte Maguntin. Salute etc. 

24 volle Zeilen auf kleinem halben Bogen , ohne Wasser- 
marke. 

Der Initial P ist wie bei einigen andern einfach ehige- 
schrieben, und unten steht: 

CoUationata ^ me 3[o 0tube(?)ndt 

Hierauf folgt eine Bulle an alle Kapitelherren , Propste, 
Scholastiker, Custoden, Kammerer, Kantoren, Schatzmeister 
und alle Prälaten, welchen Namens sie seien etc. der Kirche 
und ganzen Diöces Mainz gerichtet, dann auch an alle und jede 
Vasaflen, Stadtschultheissen, Bürgermeister (Burcimagistpos), 
Räthe, Rectoren etc., spricht auch diese von allen Banden 
an Diether los und wiederholt mit vielem Andern auch die 
ganz hn Geist romischer Anmassung wurzelnde, oben ange* 



809 

ITihrte Schmihiing vom kranken Vieh etc. wörtlich* Diese 
Bulle beginnt : 

Düectie filije Vniutviie €apimlie. Ptrepoftti^. 
Scolaflicie etc. 

und hat 18 volle Zeilen auf einer Bogenhalfte, die ebenfalla 
ohne Wasserseichen ist« 

Die fünfte, das sechste Blatt meiner Reihe , betrifft den 
Kinrfarstenstreit nicht; sie ist ein Sendbrief des Papstes an 
alle Prälaten, Fürsten, Commnnen und Universitäten deut- 
scher Nation, und hat sum Inhalt die verfehlte Mission des 
Kardinal Bessarion und den Turkensehnten. Einen Abdruck 
derselben fand ich bis jetzt nicht auf* Die erste Zeile des 
Documentes lautet: 

(P)3^^ €pti0 fcvuue ftmon t>ti Vniuet^B 
x>enerabil{b$ ftattib$ Arc^iepia. Gpi^* ^^ <^IÜ^ 
pvtlatie eccleflafüa. Hec iton biltctie otc 

das Datum ist ein andres, wie bei den vier vorigen« 

Datum Cyburt* Anno incaxnationie bominict 
MiUef!mo_ quabrin^enteftmofejrageltmoprimo* 
prt^ie nott. Septembne« Pöriftcatue noftti Anno 
quatto. 

28 Zeilen , kleiner halber Bogen. Wasserxeichen eine Krone» 

Demnach bediente man sich bereits 1461 der Erfindung 
Gutenbergs zur schnellen Verbreitung von Manifestationen 
und Publicatlonen, und Diether von Isenbnrg schlug in sei« 
nem bekannten Manifest nur den Weg ein, den seine Gegner 
bereits gegen ihn betreten hatten. Fust's und Schoffer's 
Pressen dienten Einem wie dem Andern« 

Dass die hier beschriebenen , bis jetzt in keiner der zahl- 
reichen zum Theil hochschatzbaren Sdiriften über die Erfin- 
dung der Bnchdruckerkunst erwähnten, und demnach noch 
ungekannten Blätter acht sind, lassen die Typen ausser 
allem Zweifel, dass sie gleichzeitig sind, documentlrt 
Diethers Manifest* 

Mcfningcn. 



Bloffraphtechie^ ITotlz 

aber 

%roh. Bas. Bern. Van JPraeip 

Contervatenr der königl. Bibliothek zu Paris, MiCgIierl des französischen 
laatitotsy Corres|)ondeat der Academie co briissel, a. i. w. , 

geboren zti Brügge den 29. Jiily 1754 und gestorben za Paris 

den 5. Februar 1S37; 

yorgelesen in der Öffentlichen Bitsung d^rBillaseler Academiei 

den 16. Dezember 1839. 

Cfitg Paim, welcher in eben dem Maasse die Bücher liebte^ 
als er das Antimoniiim verabscheute, hat, wenn icli nicht 
irre, zuerst sich des Wortes Bibliomatu'e bedient, allein, 
wenn er auch den Ausdruck geschaffen, hat er doch die 
Sache nicht erfunden, und unter den BiolioDianen oder we- 
nigstens Bibliophilen liessen sich berühmte Namen ans alter 
und neuer Zeit aufzählen. Immerhin bezeichnet dieses Wort 
die unschuldigste unter allen Liebhabereien, eine, sogar in 
ihren Schwachheiten noch achtbare Leidenscliaft. Die Liebe 
zu den Büchern, ich meine jene reine, aufrichtige Liebe, 
kann wohl mit kleinen Lächerlichkeiten, mit kindischer Eitel- 
keit, frivoUr Eifershcht verbunden seyn, doch scheint sie 
unverträglich mit einer gemeinen Gesinnung, mit leiden- 
schaftlichem Haas, mit den Qualen der Begierde. Tritt man 
in eine Bibliothek, vor alle diese leblosen Körper, wovon die 
einen durch ihre Irrthiimer, wie die andern durcli ihre Weis* 
heit belehren, alsbald erholt sich die Seele von ihren hef- 
tigen Bewegungen und schwingt sich zu höheren Gedanken. 
Wäre es noch nothig, vor Männern, die so gut sich ihrer zu 
bedienen wissen, über den hohen Werth der Bücher zn 
reden, so wäre es liinreichend, die Geniisse zu enn ahnen, 
die sie gewährt, die Leiden, die sie gelindert, und zn zeigen, 
dass, in den grossen Staatsrevolutionen, sie oft die sicherste 
Schanze gegen die Ungerechtigkeiten des Volks und den 
Groll der Parteien gewesen sind. 

Aber für Leute von wissenschaftlicher Bildung ist die 
Bitcherliebe nicht nur ein höherer Grad von Liebhaberei oder 
besser, eine Leidenschaft; sie wird ihnen zur Wissenschaft, 
ja zu einer äusserst umfangreichen Wissenschaft, deren Gren- 
zen sich täglich erweitern und ohne welche die andern stets 
auf längst gelöste Fragen zuriickkämen. Ich weiss wohl, 
dass, weil die Bibliologie, der methodischen Ordnung gemäss, 
die erste Stelle unter den Wissenschaften einnimmt, viele 
von denen, die sie ergründet zu haben glauben, sie auch 
weg^n der Wichtigkeit ihres Gegenstandes als die erste be- 
trachtet wissen wollen. 



311 

So übertrieben nnd einem seiner Nator nach beacheldenen 
Studium wenig anstehend diese Behauptung auch sejn mag, , 
so ist es doch denjenigen, welche sich demselben in seinem 
grossten Umfange hingegeben liaben, gelungen, sich einen 
Ruhm dadinrch xu begründen nnd den geachtetsten Literatoren 
beigeordnet xn werden. 

Und dieses wurde Joseph Van Praet %\\ TheiK Er wurde 
geboren su Brügge, den 29. July 1754« Sein Vater Jo$eph 
yan Praet war ein mit Geschichte und Literatur vertrauter 
Verleger* Er gab die Fasten des Eides vom heiligen Georg*) 
heraus, ein Werk, das trotz des untergeordneten Gegenstan- 
des dennoch Icostbare Notisen enthält, die selbst unser ge* 
lehrter College beniitst hat. Seine Wittwe setste noch bis 
1793 seine Buchdrucl^erei fort, aus welcher damals die Pro* 
tokoUe der Versammlungen des freien Volks von Brügge 
hervorgingen« 

Belgien hesass, als Van Praet sur Welt kam, mehrere 
gelehrte Buchhändler, als: Peter Foppen»^ Joeepk Ermene 
und J. B, Verdueeeju Nelity in einer noch ungedruckten 
Schrift von 1774, sagt: „Wir haben mit Sorgfalt die Ordnung 
verfolgt, ,in welcher viele grosse Bücliersammmlungen in den 
Niederlanden gegründet und vervollständigt worden sind. Alle 
guten Bücher bis zum Ende des 16ten Jahrhunderts befinden 
sich darin, und sogar in einigen, bis 1640; eine Folge des 
sorgfältigen Fleisses derer, welche in diesem 17ten Jahrhun- 
dert geboren und erzogen worden sind. Aber von 1640 an 
findet sich fast kein einsiges gntes Buch«^^ 

Bei aller literarischen Schwindsucht, in welcher Belgien 
dahinschmachtete , stand die Bibllologie nichts desto weniger in 
Ansehen, und Männer, wie Foppens, Cr assier y CanOy Gas- 
paroliy ßega^ Major ^ Azeoedo, Bosch ^ Geyers j Mons und 
viele andere sind Zeugen hiefiir. Ja sogar. Ein Jahr nach 
Van Praet'8 Geburt, entwarf /. F, Foppens eine kleine la- 
teinische Satire, betitelt: de bibliomania bellica hodierna. 
Er zielte nämlich auf den Canonicus Karl Major. Ohne 
diesem, gewiss nicht sehr geistvollen, Schwanke einen beson- 
dern Werth beilegen zu wollen, bestätigt er doch die That- 
sache, dass im Jahre 1755 es in Belgien mehr denn blosse 
Biicherfreunde , dass es Bibliomanen gab. 

Die aufgeklärte Verwaltung Maria Theresia's sollte deren 
Zahl noch vermehren. In der Stadt geboren, in welcher 
Colard Mansion seine Druckereien errichtet, und wo Johann 
Brilon die Calligraphie ausgeübt hatte, von Büchern umgeben, 
durch das Beispiel und die Lehren seines Vaters gebildet, 
war der junge Van Praet ^ in -dem Alter, da man kaum 
Schüler genannt wird, bereits ein ziemlicli geübter Biblio- 



1) Jaerboek der Hoofd-Gilda van Siaf-Jori«. Braggo 1766 > ia 8. 



graph. Er befand sich 1700 gerade In Pari», im College von 
Arras, als man die Bibliothek Ton Gaignai verkaufte. Von 
seinen geringen Ersparnissen kaufte sich der Schüler den 
Catalogy welchen der Verfasser der Biblioth^qtie Instnietive 
als ein Supplement su diesem Werke heransgab, und schöpfte 
darin Kenntnisse, die zn entwickeln sein feuriger Wunsch 
war. 1772 in's viterliche Haus suriickgekehrt , wurde er, 
nach 7 Jahren Lehrzeit , abermals nach Paris geschickt und 
bei Hrn. DeiohU^ hernach bei Hrn. Wilhelm Debwr^ dem 
Aelteren, untergebracht, wo er in der Buchh&ndlerwissen- 
schaft des Alterthums sich vervollkommnete. Hier begann 
swischen ihm und der Familie Dtbure eine Freundschaft, die 
nur mit seinem Tode auf horte. Er erwarb sich bald einen 
gewissen Ruf und einige von ihm in den „Esprit des Jour- 
naux^^ gelieferten Artikel erhöhten denselben. Der Band 
vom Februar 1780 enthielt seine ersten Untersuchungen über 
das Leben und die Ausgaben von Colard Mansion, die er 
spSter nebenbei noch fortsetzte. Der Abt von St. L^ger^ 
dessen Name sich fast an alle literärgesehichtlichen Fragen 
knüpft, hatte so eben denselben Stoff in demselben Blatte 
auseinandergesetzt. 

Um diese Zeit verfertigte er einen merkwürdigen Auszug 
aus der Beschreibung von dem Turniere, gegeben zu Brügge 
um das Jahr 1480 von LeuU de la Gruihuyse^ dem grossher» 
zigen Bescliützer von Mannen > ) ; beschäftigte sich mit den 
Liedern der Herzoge von Brabant, Heinrichs III. und Jo- 
hanns I.') und bereitete sich zu bedeutenderen Stoffen vor« 

Der Herzog von La Valliere, Grossneffe der bekannten 
Frau, deren Namen er trug, hatte die schönste und reichste! 
Bibliothek gesammelt, die je ein Privatmann in Frankreich 
besessen. Während seines Lebens hatte er dreimal dieDou- 
bletten verkauft. Einige Zeit nach seinem Tode verkaufte 
man die Manuscripte, seltenen Ausgaben und die auf Gross« 
und Velinpapier gedruckten Bücher. Der Abt Rio^y ehema- 
liger Bibliothekar des Herzogs, hatte gewünscht, den Catalog 
zu besorgen, aber die Herzogin von Chatillon zog ihm H^iU 
heim Debure den Aelteren (Geschwisterkind vom Verfasser 
der Bibllotheque instnietive) und Van Praet vor'). Letz- 
terer beschrieb die Handschriften und zeigte in der romani- 
schen Literatur eine wahrhaft staunenswerthe Gelehrsamkeit, 
in einer Zeit, wo diese noch nicht mit dem Eifer gepflegt 
wurde, die man heutzutage auf die Enthüllung ihrer geringsten 
Geheimnisse verwendet. 



1) Btprit d« Journaoxy octobre 1780. 

2) Ib. Janvier 1781. 

3) Uir Catalog ersdiiea 1783 in 3 volt in a 



Der Abt JUve, welcher in den Bnchem weniger nihlgen 
OenuBB lind eine gediegene Bildung als Stoff in Angriffen 
■udite und der sidi mit wilder Freude über Kleinigseiten 
und Fehler «nsliess, in die er selbst bei jeder Zeile verfiel^ 
ein Mann Ton mürrischer und bissiger Gemüthsart, dessen 
Stolx leicht aufzureizen war, behauptete , man habe durch 
diese Wahl in seiner Person die Bibiiognosie selbst insuUirt^ 
denn er begnügt«; sich nicht Bibliolog oder Bibliograph zu 
sejn, er stellte sich stolz als den alleinigen Gebieter der 
Bibliognosten hin. Heftig und eifersüchtig verfolgte er mit 
seinen Angriffen und seinem elenden Styl Debure und Fön 
Praeiy die sich durch ihre Massigung und ihr Stillschweigen 
beehrten. 

Um dieselbe Zeit ungefähr suchte Marie Antoinette Je* 
manden, welcher ihre Privatbibliothek in Ordnuns zu bringen 
▼ermochte, denn diese ungliiclLliche Fiirstin, die man als 
ganz der Zerstreuung hingegeben geschildert hat, suchte oft 
in den Büchern die Genüsse, welche ihr der Prunk und die 
Pracht der HSfe Versagten. Man bezeichnete ihr Van Praeiy 
welcher ihren Wünschen vollkommen entsprach. 

Das Verdienst dieses jungen Mannes und die Protection 
der Königin bewirkten, dass im Jahre 1784 Hr. Lenoir^ 
der vom Polizeilieutenant es zum Chef der Bibliothek des 
Königs gebracht hatte, ihn unter die Zahl seiner Unterbe* 
amten aufnahm, mit einer Besoldung von 2000 Livres imd 
dem Titel eines ersten Schreibers. Er stellte ihn beim De- 
partement der gedruckten Bücher der königlichen Bibliothek 
an, der Abtheilnng, welcher der Abt De$aulneg8 vorstand. 

Van Fraei zog diese bescheidenen Functionen den glan« 
zenderen Anerbietungen vor, welche ihm Strattmann gemacht 
hatte, einer der Bibliothekare der kaiserlichen Bibliothek zu 
Wien, welchen der Verkauf von La Valli^re's Cabinet nach 
Paris gezogen hatte. Hier fand er sich in seinem Element» 
Die Schätze, die er verehrte, sie waren unter seiner Hand; 
von nun an durfte er sie zu jeder Stunde betrachten und in 
allen ihren Einzelheiten durchforschen. Wie oft, in jene 
kostbare Träumerei versunken, vergass er, wie Jener, den 
Walter Scott so entzückend gezeichnet hat, dass er auf dem 
Gipfel einer Leiter stand, jeden Augenblick von einem jener 
Unglücksfalle bedroht, womit der naive Van HüUhmn mich 
eines Tags beglückwünschte , weniger durch mein Leiden^ 
als durch die Ursache desselben bewogen. 

Die Revolution unterbrach den anhaltenden Fleiss Van 
PraeVs nicht. Wenn Alles um ihn herum einstürzte, tröstete 
er sich durch die Bemerkung, dass die Sammlung, der er 
seine Liebe , sein Leben zugewandt hatte , durch einige die- 
ser Trümmer sich bereicherte. Gegen Ende des Jahres 1701 
ernannte ihn der Bibliothekar ^Orme$$an de Naiseau zum 



•14 

■weiten Commit, und seine BeioMnng, die sidi seHdem auf 
2200 Franken belief, wurde das folgende Jahr um 200 Fr. 
erhöht, als Chamfort^ zum Administrator der Nationalbiblio- 
thek ernannt, ihm durch den Minister Roland die Titel eines 
Sekretärs des gesammten Instituts und Unteraufsehers der 
gedruckten Bücher überreichen Hess. 

Aber die Revolution wurde bald durch unwiderstehliche 
Kraft über ihr Ziel hinai^s fortgerissen. Von Praei blieb 
1793 zwei Monate bei Theoph. Barrois^ einem Verwandten 
von Debure^ verborgen* Im November dieses Jahres jedoch 
findet man ihn wieder als Unteraufseher, Sekretär und Tre- 
Borier der Bibliothek mit einer Besoldung von 30C0 Fr«, wo- 
bei er sich trotz einer Anklage des Ueberaetzcr Lefebvre de 
Fillebrune^ Chamforts Nachfolger, zu behaupten wusste, der 
sich nicht scheute, ihn des doppelten Verbrechens schuldig 
lu erklären, nämlich Belgier zu seyn und des Burgersinnes 

SU entbehren. 

* 

Der Schrecken allein herrschte ohne Widerstand. Aller 
Muth Frankreichs schien sich in die Lager geflüchtet zu ha- 
ben. Während man in den Städten sich auf den Befehl 
einiger ebenso feigen als blutdürstigen Bösewichte geduldig 
snr Schlachtbank führen liess, liefen zerlumpte Soldaten, die 
Marseillaise singend, zur Eroberung eines Theils von Eu* 
ropa. Bei all dieser Begeisterung fehlte es an Allem, beson- 
ders Munition. Ein Dekret des Convents half ab ; im Namen 
der Freiheit wurden die Biirger venirtheilt, bei Todesstrafe 
Salpeter zn verfertigen. Auf diese Weise erhielt man eine 
ungeheure Menge von Salpeter. Man hatte ungefähr l&OOO 
Pfund neben Puiverfössern aufgehäuft, im Speisesaal der Abtei 
Saint Germain des Pres. Diese Abtei, vor Kurzem noch so 
reich, so mächtig, bewahrte noch immer ihre prachtvolle. 
Bibliothek, nach und nach entstanden durch die von j^nt. 
Bandrand , dem Abte d'Efträßy dem Abte Renaudot^ dem 
Präsidenten de Harlay, dem Kanzler Seguier, dem Cardinal 
de Geßvre^ dem Bischof von Metz, LoasUn^ sowie durch die 
von Monffaueon, jenem Oedipus der alten Kunst, gesam- 
melten Aiterthümer. 

Da erschüttert auf einmal am Abend des 19» August 1794 
(2. Frnctidor, Jahr II*) ein furchtbarer Knall Paris in seinen 
tiefsten Gründen und weckt die Echo*s seiner Katacomben. 
Es schien, als ob ein lange verborgener Vulkan plötzlich im 
Centrum jener Hauptstadt zum Ausbruch gekommen wäre* 
Die 15000 Pfund Salpeter waren in die Luft gesprungen und 
mit ihnen die Bibliothek. 

Welcher Bücherfreimd hätte nicht Be98ueV$ pathetischen 
Ausruf wiederholt: o sternlose Nacht! o, fiirchtbare Nacht! 



da pUislich wie ein DonneracUaf die niederaclilagende Nadi« 
rieht ertönt: die literarischen SchStze von St. Germain lind 
In Gefahr! sind zn Gkimde! 

Nein! ea lebt in Paris ein Beider ^ von Liebe zu den 
Büchern entinrannt* Beim ersten FenerlSrm stiirzt er sich 
auf die* Strassen 9 in die Mitte der Flammen und, Danlc sei« 
ner Anfopferiuig, eine Menge Icostbarer Manuseripte sind 
gerettet. 

Dieser unschätzbare Dienst wurde von Fms Praei erwie* 
sen, der zu seinen Biichem in aller Ruhe wieder zuriickge- 
kehrt war, als ob das Schaflfot nicht beständig auf dem lle* 
Tolutionsplatz aufgestellt gewesen wäre, und der sich bemühte, 
die Plünderungen der Revolution zum Nutzen der Wissen* 
Schaft zn kehren und die seiner Obhut anvertraute Sammlung 
SU vermehren. 

Doch Frankreich hatte angefangen, das Joch seiner Hen* 
ker abzuschütteln. Als die Bibliothek von St. Germain au 
Grunde ging, hatte Robespierre vor 22 Tsgen schon durch 
furchtbaren Tod die Verbrechen bezahlt, deren Abscheulich- 
keit, trotz den Versuchen wunderlicher Schriftsteller, durch 
Nichts geschwächt werden kann. 

In diesen Tagen des Widerspruchs nnd des Contrastea 
zeigten sich neben der Folter die Menschenliebe, neiien der 
Verderbniss edle Tugend, nützliche Institutionen im Ange- 
sichte ausschweifender Neueningen. 

Den 31. August 1794 wendete, etwas spät freilich, der 
Convent seine Auftnerksimikeit auf die Vernichtung einer 
Unzahl von Denkmälern und Kunstgegenständen und dachte 
daran, diesem Vandalismus Schranken zu setzen. Den 10» 
Oktober desselben Jahres wurde ein Conservatorium der 
Künste und Gewerbe zu Paris errichtet. 

Solche Massregeln mussten f^an Praet's Beifall erhalten, 
nnd der Antheil , welchen Gregor^ Bischof von Blois , mit der 
sehr profanen Erlaubniss des Abts Sietfis und Consorten daran 
nahm, trug nicht wenig dazu bei, ihn diesem sonderbaren 
Hanne näher zu bringen, welcher beim glühendsten Hasse 
gegen alle bürgerliche und religiöse Hierarchie, doch ganz 
besonders an seiner Constitution eilen Mitra iiing und insge- 
heim durch seine Leute sich gnädigen Herrn nennen liess, 
wenn man öffentlich sich duzte. 

Im November 1794 wurde er mit Capperonnier zum pro- 
visorischen Aufseher der gedruckten Bücher ernannt, in wel- 
chem Amte sie beide definitiv durch die Dekrete vom Oktober 
1795 bestätigt wurden. Während seiner Amtsführung ver* 
doppelte er den Reichthnm dieser Sammlung. Der Verfasser 
des temple du gout setzt die Anzahl der Bände dieser Biblio- 
thek auf etwa zwanzig herunter; das heisst se|ir streng den 
BseMschllclieii Oeist bemtheHen , auch ,weu maa nur von 



U6 

Fnnkreidi redet. UebrigenB ist ein Unterschied zwischen 
einer allgemeinen und einer PrivatbibliothelL lu beobachten; 
während in dieser wo möglich nur Gutes und Nütsliches auf« 
genommen werden darf, kann die andere nicht so strenge 
verfahren. Noch mehr, die formliche Abweisung ist ihr gar 
nicht erlaubt, wenn sie getreu den Gedanl^en des Menschen 
in seiner Grösse und in seinen Verimmgen darstellen will« 
Einer solchen Sammlung gäbe ich zum Wahlspruch, nicht den 
des OsymandiaSj der ein wenig nach der Facultät schmeckt, 
sondern den Spruch, in welchem FUnius der Naturforscher 
behauptet, es gebe kein so schlechtes Buch, das nicht auch 
seine gute Seite darbiete. Um mich ganz auszusprechen, ich 
würde die Meinung jenes herrlichen Fan Baviire ergreifen, 
welcher keine Bouquins anerkannte, und welcher nicht nur 
alle Bücher zu besitzen wünschte, sondern sie mehrere Male 
zu vereinigen, um sie zu gleicher Zeit in alphabetischer^ 
methodischer Ordnung, nach Sprachen , Nationen, Jahrhun- 
derten zu ordnen. 

Durch Aufhebung der religiösen Verbindungen fioss, trots 
schrecklicher Verschleudenmgen, eine Menge kostbarer Werke 
in die Nationalbibliothek. Der Sieg, den Fan Fraet zuwei- 
len durch seinen geistvollen Rath zu leiten wusste, erhöhte 
noch ihre Zahl. 

Man stelle sich daher die Niedergeschlagenheit unseres 
Freundes vor, als im Jahre 1615 die Commissäre der ver- 
biindeten Mächte alle jene, ihrem Vaterlande entrissenen 
wissenschaftlichen Trophäen wieder zurückzuverlangen kamen» 
So gerecht ihre Ansprüche, deren Pünktlichkeit er geschick- 
ter Weise zu hintergehen wusste, auch waren, war es für 
ihn dennoch ein heftiger Schlag. Aber nach den ersten 
Augenblicken des Schmerzens bemühte er sich, die seinem 
Blicke anstössigen Lücken wieder auszufüllen und bald hatte 
er nichts mehr zu beweinen. 

Durch ihn gelangte die Sammlung der Incunabeln, der 
editiones principes und der auf Velin gedruckten Bücher zu 
solcher Bedeutung , dass sie das Berühmteste dieser Art weit 
übertrafen. Ausserdem hatte er ein autographisches Album 
unternommen, und hatte am Ende des cer. dechauss^e die 
Werke gesammelt, deren Bände durch den Salamander Franzis 
des Ersten , die verschlungenen Ziffern Heinrichs U. und der 
schönen Diana von Poitiers, die beiden umgekehrten G von 
Karl IX., das Zeichen des berühmten De Thou, den Walil- 
spruch Colberts in historischer Hinsicht merkwürdig waren; 
alle jene Bände, die GrolUer zieren liess, oder die aus den 
geübten Händen von Derome und PasdeUnip hervorgingen. 

Hier war es, da sein Freund VanHuUhem ihn in seinen 
Studien überraschte; hier fand man ihn oft sogar während 
der Ferien , denn er war immer bereit, aUen Fragen zu ant- 



Worten ) alle BediirfblBie su befriedigen« Sein Leben war 
eine lange und unaufhörliche Aufopferung. Er hielt den 
Bibliothekar für einen Mann, der durch «ein Amt dem Pu« 
blilcum sich verschrieben habe, Arbeiten , die ihm selbst 
Ruhm bringen Itonnten, von sich weisen müsse, um die An- 
derer zu erleichtem, gleichwie Moses die Hebräer bis zur 
Creme des gelobten Landes führte, ohne dasselbe selbst be- 
treten KU dürfen» 

Als ich in nähere Bernhnmg mit ihm kam , war er etwas 
fiber 66 Jahre alt, ein sehr frischer, gewandter, gut aus- 
sehender Greis, mit zuvorkommendem, doch etwas zerstreu- 
tem Wesen; noch sehe ich ihn vor mir stehen gepudert , in 
blauen Hosen und blauem Frack, an dessen Knopfloch un- 
merkbar ein oft vergessenes rothea Bändchen geluiupft war« 
Ich sehe ihn , wie er von einer Masse von mehr oder minder 
rücksichtslosen Leuten gedrängt, einem halben Dutzend von 
Beamten Befehle ertheilte, zwanzig Mal die oberen Galerien 
und bis unter das Dach hinaufsteigend und durch einen ver^ 
steckten Gang verschwindend, um gleich darauf durch eine 
andere geheime Thiire, ein Buch in der Hand, wieder zu 
erscheinen« 

Diese Bewegungen setzten den ehrwürdigen DAdin in 
Erstaunen, einen begeisterten Bücherfreund, der seinem 
Feuer ein wenig liebenswürdige Zerstreutheit beizumischen 
wnsste und von Orapelet mit übermässiger Strenge benrtheilt 
worden ist« Der Bibliothekar von Lord Spencer fand, dass 
der des Königs von Frankreich zu viel von seiner eigenen 
Person abzahle« 

Es giebt unter seinen /Zeitgenossen wenige Gelehrte, die 
ihm nicht eine kostbare Belehrung oder die Losung eines 
Zweifels verdankten und die nicht seine Höflichkeit und seine 
unermüdliche Gefälligkeit zu rühmen sich gedningen fiihlten« 

Unwillkührlich in das Vertrauen der Schriitsteller des 
Tages gesetzt, kannte er die starke und die schwache Seite 
ihrer Gelehrsamkeit und hätte hierin die beissendsten Eröff- 
nungen machen können. Aber selten erlaubte er sich' derlei 
Sti<£eleien ; sein Glück bestand vielmehr darin, den Fremden 
irgend eine Seltenheit zu zeigen, wie z« B« die erste Aus- 
gabe des Eustathhis oder Plinius auf Velin« Den Belgiern, 
seinen Landsleuten, wies er mit Zuvorkommenheit die Drucke 
von Martin aus Alost, von Johann von Westphalen, von Co- 
hurdMansion, den ersten von Plantin in Antwerpen -gedruckten 
Band, das erste in Belgien mit Kupfertafeln versehene Buch u. s« w« 

(Betclilats folgt.) 



lieber die anf der Leipziger Stadtbibliothek befindliche 
Handschrift der Annaies M^uMdetues. 

m 

Ein Beitrag f&r die Ausgabe derselben von Perijs (Monum. 

Germ. I. 337-415). 
(Forttetziing.) 

Pertz 375. 4. ecclesfae — Cod. Lip$. aeccieslae« 5. et 
Liutbertiia — Decembria — et fehlt. Die iibrigen Worte feh* 
len im Texte nnd sind erat am Rande apäter nachgetragen« 
[Fiir Liiitbertns ateht: hiitbertiia.] Aiiaserdem atehen im 
Texte die Worte: et per totiim deincepa annitm iiacaiilt epi- 
acopatiia. 6. aynodua — ainodiia. 7. collecta -^ colletta« 
8. diligenter — dilienter. 9. directi — diretti. 11. infi- 
ciantea — intldentes. asaertionea rationnm — > aaaercionibiis 
racioniim. 12. oppoanernnt — - obpoatienmt. comprehenaaa — 
eonpraehenaaa. 13. Gnnthariiim — gtindharinm. Thiotgaii» 
dum Trerirenaem — theotgaiidiira treiierenaem« 15. aedia — 
fehlt. Itt* aynodiim — ainodiim. 18. aaaertionibna — asser» 
cionibiia. acriptiiram — Invenire — fehlt. 26. aynodalia -^ 
ainodalia. 28. Hltidawici — hliiduiinici. 30. enervatione — 
cnervacione. 31. Teiitperga — theuperga. Waltrnda — iiiiat* 
drtida [corrigirt: iiiialtdnida]. 32. aedet — €< fehlt im Texte 
und iat nachcorrigirt. Gnnthariiim — gundharium. 35. re* 
Dnimua — rennnimiia. 36. aynodo '— ainodo. 40. sunt •— 
aicnt. Sic complctum — aicqne conplettnm. 44. aynodo — 
ainodo [ao auch apäter]. 

376. 2. custoaiens — cnatodiana. 3. catalogo — catha- 
logo. Depoaitionis — deposicionia. b. aanctiente -r^ aan* 
dente. 7. aynodo — Thietgando — ainodo — Theutgaudo. 
iadictionem — indiccionem. 10. et nunc — fehlte im Texte 
und lat erat hineincorrigirt. II. dampnandam — damnandam. 
12. faventem — favente. 13. Theutgaudum — Tentgaudum. 
14. Agryppinae Coloniae — agripinae colobiae. nnnc — ' 
fehlte im Texte; apäter hineincorrigirt. 15. Hlutharii — 
hlotharii. Thentpergae — tlieutpergi. 17. nichilque — nS- 
bilque. 18. aentenciam — aententiam. 19. Busonia — bo- 
aonia. 22. quibua — fehlte im Texte; apäter hineincorrigirt. 
aanctionea — aandonea. 24. aacerdocii — aacerdotii. 27. re- 
atitntionia — reatitucionia. 29. aq. prolatam fulsae aenten- 
tiam, eiadem — * prolata fuiaaet sententia, eidem. 31. Gun- 
tharii — gnndharii. 33. ai a capite — ai capite. 34. dam- 

Snatione — damnatione. 38. infamia — infania. 40. Engil- 
rudam — Ingildrudem. Buaone -^ boaone* 4L diacnrrit — « 
fehlt. 42. contumaciam — contumacea eam. 

377. 4. praeaumpaerit — presumpaerit, erste Lesart; 
corrigirt: presumpaerint. 5. officium — offitinm. 6. accea- 



setft — fehlt. JO. BngUdrudae — IngUdrude. 11. beaU 
P«tri — fehlte Im Texte; nachher hineincorri^rt« specia« 
liter — apetialiter. 13 b* aentenciis — sententlis* Id. im- 
minentuim — Inroinentiiim. 18. dainpnati — daronati. 20. 
Nicoiao — Nicalo [corrlgirt: Nicalao]. Giinthariiis — Theut» 
uidiis — fiindharii» — theot^iiduS' 21* ivimiis — ihimiifl« 
addicentibiis — adiclenlibns. 27. aiippliciter — ' tiibpli- 
citer. ' 29« probabiliiis esset libenter — probabiliter libenter. 
29. ebdomadas — epdomadaS. nichil — nil. 30. publico — 
biiblico. 3L exciisabiles — eicaiuabiles. 33. hostiis — ostiis. 
35. opprimere — . obpriniere* intercapedine — ' intercampe- 
dine. 36. synodo — sinodo. 37. disputationis discretione — 
disputacionis discreclone. atictoritate probationis — aiictori- 
tatiim probatione. 40. danipnare — damnare* 42. dampnato 

— damnato. anathematizato — anathemato. 43. praecipita- 
tiir — precipitabatiir. 44. sentenciam — sententiam« 46* con- 
tempniniiis — contemnimiis« 

378, 3. sentencia — sententia. 9. vota — nota, IL st 
elatio — sine latio. 12. nimirtim — nimium. improbitate 
compulsi — inprobitate conpiilsl. 14. vilitatis ^- utilitatis« 
17. Guntharius Coloniae — giindharins colenie. 18» recon- 
ciliationis — reconciliacionis. 19. g^atia — gratiam. profectiis^ 
in — profectiis est in« 22« id est piiella — fehlt im Texte; 
als Glosse über der ZeHe steht: .t. puelta. 27. Karolus — 
caroltis. Dnsiacam — dnsicam. Septembri — septembre« 
31. idonei — felilt im Texte; ist durch Correctur am Rande 
nachgeholt« 32. Karoli — von hier an hat die Handschrift 
das erste mal diese Schreibart« Engilramniim — • Engilram- 
miim* 33. Liutbertiim — liiitbertiim. 35« Gimtharhis Colo- 
niae — Gnndluriiis colinie« [Uebrigens ist der Satz: Crtin- 
dhariuB — invemt von alter Hand durchstrichen«] 39« Fiil- 
densis — flundensis« tocins — * totius. 40« egregius — egreliis. 
hystoriographns -^ historiogravns« 

379« 2. Decessit eodem — Decessit antem eodem, 4« Hlo- 
tharium — hliidhariiim« 5. Franciam — frantiam« 7. Agryp- 
plnam — aripinam [corrigirt: agripinam]« 8« Galliam — ga- 
fiam. 9« Agryppinam — agrippinam« 10« Hlnthario — Tii- 
dhario« 15« Romani pontificis — pontificis Romani« 16« Italiae 

— fehlte im Texte; ist über der Linie nachcorrigirt. 17« 
IHotharium — hliidhariiim [so überhaupt meistens], reno- 
vandam — fehlt. 20. regi — fehlt« 27« Carlmanno — karl- 
manno [so auch weiterhin]« 28« Thuringiam — thuringam« 
qiiosciimque — quosque- 31« Heinricum — heimricum« 35« 
restrinxit — restinxit« 36« prociil dubio — pro dubio* 37. 
Guntboldns — gimdboldiis« 39« Novembrio — Novbr« 45« Btil- 
garum Radesponam — uiilgarnm radesbonam« 

380. L Bulgarum petitionibng — uidganim peticionibna« 
Ennenrichum — * ermenricum. 2. et — ac« 10« communica- 



toribuB -^ Gonmicatoribiifti IL aecdetiie — ecclette. 14» Rn« 
odbertus — Ruothbertiis. 17. aeqniparari — aeqiiiperari, 
20. Theotgandi et Gnntharii — thiot§[aiidi et giindharii. 23. 
Wormatiam ^ iiuormaciam. 24« aecclesiastica — ecdetla- 
stica« 27. reperiens — « repperiens. 29. peticlonis -— peti- 
tionia« 32. ymbriiim — imbrlniii. 33. dampniiiii — damnunu 
88. partium — parciiim* 4D. Rastiii — raatict* 

§dl. h Behemis — beheimia. 3« Giindacar — Cundacar. 
5« Rastizen — raaticen. 

K w e i t e JKj a e u n ۥ 

304. 37« aecdesianim — ecdeaianim« 39« Ire — fehlt« 

305. 2« apparicione — apparitione« 3. Febmaril — de* 
cemb« 6. Nordmannoa — nordmannns. 9. urbis restaiirari — 
duitatls reataariri. 17. Nortmanni -— Nordmannl. mimitlone 

— muiiicione. 10. iirbia — ciuitatis« 21» Walach , Metenaia 

— Tiialah. mettenais. 22. Nortmanni — Nordmannl [ao auch 
weiterhin]. 25. aecdeaiis — ecdeaiia. 29. Reno — lireno« 
32. de Italla per — so auch der Text der Handschrift; am 
Rande sind jedoch die Worte tarn imperator factua [welche 
sich bei Freher finden] als nach Itaiia gehörige von apiterer 
Hand eingeschaltet. Baloariam — baiouuariam. 34. Worma- 
tiam — uuormaciam. 35. ex — et. sui — fehlt. [Die 
Worte: reeepiia — Maiarum fehlen im Texte, und sind erst 
am Rande, aber von alter Hand^ nachgeholt.] 37. Lango- 
bardia — longobardis. 

306. 3. Baioarii — baiouuarii [so auch weiterhin], orien- 
tali parte Reni — orientall hreni. 4. Antrinacham — antri- 
nacha. 6. Amulfo —> amolfo. 7. Heinrioo — heimrico. cum 
mann — manu cum. 0. quandam — quedam. II. nobilissi- 
mum — nobilissimi. 17. impedirent — inpedirent. 21. eo- 
mm cum ipsis regibus — ipsis cum eonim regibus. 22. 6o- 
dofrido — gotalHdo. 23. princinibus — fehlt im Texte; 
steht nir ErUärung am Rande. 3l. tonitnio concrepante — 
tonitrua concrepente. 35. aequali — equale. 39. grossitudo 

— crossitudo. 40. ciramdari — circumdari. 41. eflFractis — 
efractia. 

397. 2. obsederant — obsiderant. 4. equitando — aequl« 
tando. 5. nisi — ni. 9. pertaesus — pertesuro. 21. laeti 
versabantur, cum — leti in simul versabant, tum. 24. est 

— fehlt. 27. computavimus — computamus. 30. redeunti — 
redeundi. 31. inter Saxones et Thuringos — inter saxonibna 
et thuringis. 33. HeinricL et E^none — helmrici. et egino. 
36. immanis — inmanis. 37. Norica — baiouuaria. ut — ita 
nt. 40. Wormatiam — uuormadam. 44. Heinricua quoque — 
Heimricus quippe. 

(Besclilati folgt) 

Verleger : T. 0. fFefgei ia Leipzig. Draek von C. P. Mebter. 




(Hf^vift 

fOr 

MbMliekwtneDseliaft, Handscbrlftenlninde nnd 

ältere Lttterator. 

Im Vereine mit Bibliothekaren und Litieratiirfireunden 

lieraasg^geben 
Ton 

Hr. Hobert Bfammann, 



iMi lliinil limiiU 



J\S21. Leipzig:, den 15. November 1840« 

TSenanfgetanüene ttniclK^tAcke 

deatscher nnd lateinischer Dicht ongen des Mittelalters« 

(Hitgetheilt vom Prof. Dr. Reusa in Wfirsbm^g^) 



1. 

Braelintttcke elnev Tor^^otttaM^Mhen pdlftUieiieA 
BcMrlieitiuig der WillelialibflSAve« 



»ei der Diirchiicht der alteren Ratlis-Archivalien der Stadt 
Kitzingen im Jahre 1838 entdeckte ich an einer Hosnital- 
rechnnng Tom Jahre 161$ einundzwanzig Pergamentfalze, 
welche nach der muhcTollen Arbeit der Zusammensetzung und 
Kelnlgnn^ yicr Blätter einer 8^' holrcn und b'' Q'" breiten^ 
zweispaltig beschriebenen und am Rande mit feinen ^ kol<M 
rirten Abbildungen tersehenen altniederdeutschen Pergament- 
luuidsdirlfl des 13. Jahrhunderts ergaben* Durch den Mangel 
yoii ^rei Falzen sind leider zwei dieser GrossokttvbNEttef 
Terztiimmelt und ausser Zusammenhang gebracht worden« 
Die Verse des auf denselben enthaltenen Gedichtes sin^ 
nicht abgesetzt, sondern nur bisweilen durch Punkte und 
Striche bezeichnet; jede Spalte zahlt 42—43 auf farbigen 
Linien stehende Zeilen. Die Initialen dtt einzelnen Ab- 
•dinitte sind mit rothef oder gr&ner Farbe bemahlt und un- 
terstrichen. Die kleine runde Schrift ist bräunlichschwarz, 
hie und da mit Rasuren uad Beriditigungen Ton einer viel- 

21 




999 

leicht gletchxeitl^en Hnni. Diese ?ier Pergameniblatter ent- 
halten nun einzelne Brnchstiicke einer alten ^)^ aus einem 
franzosischen Ori^nale in niederrheinischer Sprache und in 
noch ziemlich roher und troclLner Manier verfassten poeti- 
schen Bearbeitung^ der Heldensage Tom heiligen Wilhelm Ton 
Narbonne, welche später Wolfram von Eschenbach , jedoch 
in einem, wie es scheint, mannichfach Teranderten Plane, so 
kunstreich ansfiilirte. Das erste Bktt unserer Brudbstucke 
fuhrt uns mitten auf das Schlachtfeld vor Orange: 

Der König „Deframe^) faief XXX. boifonne, 
und XX. graiie^ 
und XXX. hornre blafen, 
und V. M. trompen, 
und M. tambor flan; 
aldoB ii den archant, 
und daz (ant 
bilien nlieral, 
und marine^ 

und die diefen tale der donen. 
Iidre adamf geciden 
facb man nie velt, 
daz fo fere det ze vorchten.*' 

Der Konig Margot van Bosindant wird von Willehalm ') 
im Kampfe erschlagen. 

jyDo quam der ilarke koninc margot van bofindanl,^) 

ez en waf nit man fo vraiifelicbe bif bin in orgent, 

van ilorf van orcafle liielt er daz koncricfae, 

und de crone van dem lande geweldekeliche, 

beben daz apgninde, dar de winde waflen, 

dar fait man, daz lucifer ingie. 

über daz conkericlie ift keine woononge, 

dane wilde dyere, ferpent und luitoun u. s. w.'^ 

1) Selbst Sporen von Alliteration zeigen sich Boch> u B« fokho 
flege rUn. 

2) Terramer bei Wolfram , Laehm. Aosg. 401. 28 1 

^ 3) Wilbelm and Renoewart sind in onsem Fragmenten immer nnr 
mit den Anfiuijnbaohttaben 6. und R. bezeichnet. Einmal steht: „G. 
mit oorter nale.'< Wilhelm*s Schwert heisst Joionse« (Lachm. Ansg. 
37. 10.) ^ 

4) Bei Wolfram lautet die Stelle also (Lachm. Ansg. 35. 3} : 
Der Knnec Margot von Pozzindant, 
Orkeife hiez fin ander Innt, 
das fo nah der erden urte liget, 
da niemsn farbaz bnwes pfliget, 
und da der tagefterne uf get, 
fo nah , fwer da ze faoze ftet, 
in dnnot das er wol reichte dran« 



Blirgdt ttl Rennewiirto Neveu, Ancli der ^^Trowe Ooiborg 
in Ir kemnoten^' wird erwähnt« 

Das zweite Blatt handelt Tom Zweikampfe Rennewarta mit 
dem Könige Walegrape: 

yyDer conc walegrape waf der'groefte man ain, 

den man in L eonkrichen mouchte winden de kain. 

crofelecbt waf fin bar» 

VX voefTe bat er an der lenge gar, 

aine cappe hat er an, 

kein wappen moncht im nit gefcaden, 

in iin hat er ainen craowel mit keten beflagen, 

wonl L man hat er dermite derflagen n. a, w»'' 

Der König Sinagon kämpft mit Bertran« Der fiinfiiehn 
Fast greste Riese Bandns sehlägt das Heer der Christen in 
die Ffacht. 

lil. Blatt: Rennewart schlägt mit seiner Eisenstange (,,Eir 
treii aine ftange mit yfen beflagen, in menchten ll.ors nit 
getragen^ an? fünf Schläge sechssig, auf sieben Schläge 
EosderC Heiden nieder , befireit die in einem mit goldnem 
Mäste gelierten 9 von lunfrig Tiirken vertheidigten Schüfe 
gefimgenen Ritter Bertran, Giirlin, Oiiisars^ Gantiers van 
Termes^ yan Comards nnd Girart (Lachm. Ausg. 415), tSdtet 
Alqmdanty Samuel. Samul nnd Samuant sammt ihren Rossen 
TLachm. Ausg. 413. 25.) und die Könige Morinde van Damas 
(Lachnu 414. Hörende) nnd Estele. Des letztem berühmtes 
Koas Appdgra schenkt er dem Bertran. 

IV« Blatt: Wilhelm verwnndet den König Deframe nnd er- 
ndiligt den König Borel van Babilone (Pnrrel, Lachm. 425) : 

„Der conc borel van babilone quam gerant dor den Arit, 

er droek ain marcel van finem flahele in der cit» 

er waf gewapent van ainem luitoun hont alfo, 

geiner bände wapen moncht im gewiennen do. 

fine XIV foune die waren do, 

jeflelicbe droek ainen groffen vlegel fawar 

van conper dar. 

fi waren fnarz olfe tuvele vraiflelich. 

er floec dot gnion van monforel, 

Reinier van anjon und girart van bordel. 

of den archant det er van bloete groffen vloeif. 

G. fiil al fin bere verliefen , in helfe god mit Arne goete groif. 



u. s. w.** 



Der König Acrapars ermuntert seine vor Rennewart flie- 
henden Truppen xum tapfem Widerstände x 

21* 



,,»r «lA^yn phalel foz er der vonl#r Kote acr«|»ari; 
er waf der vreiflelicfte mao, 
daz bi indem man gelibet waf. 
. er kate dangen rot elf ain cole, 
und ain bnhele of der nafen oben, 
de cene fearph alf aine worme gar, 
de bout waf im hart, 
im mouchte kein wapen gewinen daz je wart q. i. w/' 

Soweit reichen die Scblachtscenen der aufgefundenen 
Brnchatttckey deren von der WoUram'schen Bearbeitung ab- 
weichende Daratellung den Verlust der ganzen schonen Hand- 
schrift dieses zur Zelt anonymen Gedichtes sehr schmerzlidi 
empfinden l&sst. Sollten vielleicht diese Fragmente jener 
fnnten «nd bisher verloreo geglaubten UeberaetsHng der Wil- 
lehalmaaage aagehSr«», welche Wolfram bei seiner Diehtng 
zum Vorbilde diente 7^ Einige Wahrscheinlichkeit gcwiniil 
diese Conjectur durch den Ort der Auffindung unserer Frag- 
mente in Kitzingen. Nach der SfieulariaatioB der dortigen 
Benedi>:tinerinaen-Abtei im Jahre 1544 wurden nfimUch (wie 
«dich zahlreielie Beispiele belehrten) die meisten Handaehrif^ 
te« (Aliaaal- nnd Cboralbücher, latelnisohe und dmtndi^ 

tbOolegiaqhe und theologische Werke n. A.) dieses einet ao 
liihendea Stiftea zeratrent und zn v^arschiedenartigen Qe^ 
hravehe^ vorziig^lch «a Pocken und Falzen von HospHali- 
Bechnimgen (einer aus dem Kloster hervorgegangeM» iibA 
foa demselben uhterhaltenen mUdtn Sdftun^ verwendet« 
Pie BiUioUiek dieses Kloatera aber, tob der Aehtiairfmi 
Bertlia UI. , einer Tocbter des gesangliebenden ersten Notih 
berger Burggrafen Gottfried von Hohenlohe'), um 1130 ge- 
gründet, war von der heiligen Elisabeth s), welch« nach dem 
f 4ide ibrea Qemabls , des Landgrafen Ludwig von Thiirbigen^ 
aus ihrem Vaterlande vertrieben^ im Jahre 1228 zu ihrer 
Tante 9 der Aebtissinn Mechtild von Meran nach Kitzingen 
fluchtete , mit vielen Pergaroentmaniiskrfptep bereichert wor- 
den. Und Wolfrajn von Eschenba^h selbst, der wandernde 
Bitter und Sänger, hatte Iftngere Zeit zu Kitzingen bei der 
ihm befreundeten Familie der Dynasten von Wildberg, wdche 
damals das Amt von Schinnvögten des genannten Klosters 
bekleideten, verweÜt.*; 

1) WiUehalm , LachiQ. Aoig. 3. 8. Lan^^lf von PUrnaan Oarsan 

tet mir diz mmer von im Nfcant. 

2) Vgl. Ger9mu8 hisjtor. Werke III. 59. 

8) 8. JufH Leben der heil. Landgräfinn Blisabelh 8. 69. 

K*i-.t^^^1! ■«^<*«?* «nen grosien Theil seines PanifaU nnd Wll- 
Ü .«f S"^*" gedichtet ZQ haben r indem er sich haafig Ans pio- 
taagan auf PerMmeo - ond Ort^-Namen dieses Landes er laubtT Sq ge- 
denkt er des Grafen von Wertheim, Parzlf.4a4. 4.; des SpesshartwaliU^ 



Leicht mo^licll alM^ dän auf Ae dne oiet «ndere Webe 
dt« Handschrift des WUIehahidledei. Wddher dfe aiifeefiin- 
denen vier Blätter angehören , In die IÜo«terbiNiothek ge- 
kommen, und Bieh der Sikillarhatioti der Abley von einem 
unwissenden BuehMnler tu Decken und Ftlien ftersclinitten 
worden ist« Genauer im Kttfeingier Atthhe vorgenommener 
Nachforschungen ungeachtet konnte ich bis jetnt andere der 
untergegangenen Handschrift angehMgitf BmelMucke nicht 
auffinden. 



K «I !»«■ it I H 



Einer mit kolorirten FederfefchnungM getterten Papier^ 
handschrift des 15. Jahrhunderts mft dem selir ergotslichen 
Doliganwu s. Carmen de muUerunt aetutiä ei fraudUme a 
Mag. Adolpho atmo 1319 eompee^m ullrd Otrid'e earmma 
amatoria , bnd ich 13 dem 14. Jahriinnderte tngehörige Per- 
gamentblätter beigebunden, deren erstes einige Lieder des 
berühmten Wartbtirgttiftgers CHu&r m Ungirlani^ die nbri- 

Sen eine Reihe NUkarikokef Gedichte enthielten. Die Ent- 
eckung dieser letztem in Wflrthttrg war mfr um so eifreii- 
licher, als durch dieselben die Existens einer früher in 
Franken vorhandenen, sehr werthvoUen Handschrift dieses 
der Sage nach der noch jetit dahier blühenden Familie der 
Freiherren von Fueke (vgl. FlögeFs Gesch. der Ho&iarren 
S. 264; Hormagr'e Gesch. von Wien Vi. 1. &0) entsprosse- 
nen, durch seine treflfliche» sinnreiche Darstellung des Volks- 
lebens jener Zeften imd diirdb ^kküeh erftmdene Melodieen 
allgemein beliebten fränkischen Minnesängers Tvgl. Oberthür^e 
Minnesänger Frankens S» 31) beurkundet wuroe. Die aufge- 
fundenen dUtler, tm 8'^ W*' Hohe nird 6^^ ^*" Breite, ent- 
halten mdt schöner, deadlcher Seinlft auf iwei Keloimt« 
29-^30 nicht abgesetzte, sondern in dem forttaufeiiden Kon- 
texte WUT diuroh Punkte lud dünne Striche beaeichMte Vers-^ 
Zeilen. Die einseinen Lieder beginnen mit einem rothen 
Initialen und bisweilen mit der Rubrik: Em ander liet. Em 
ander den and ff er Nükart. 

In der Aufeinanderfolge sowie im Texte selbst bieten die- 
selben nicht nur sahireiche und bedeutende Abweichungen 
von den bisher bekannt gewordenen Handschriften Nithart's 
«H Heidelberg, Paris und Sledegg, sondern anch mehrere 
In diesen Mamscripten, sowie in Benecke^e Ausgat>e fehhfnde 
GedidHc« Als Proben m^gen dfe beiden Lieder Steffen; 

Pansif. 2lä. f2. Witleb. 46. f6. and 377. 25 ; de« ^Motfei mdhetg, 
PassrfK 39R 13i; Am Stndf Klttisgteii, WUI^ 386. 7lk v. s. w. 



U^ 



a 



^ 






8M 

1) Si fragent wer fi fie du fbldenriche, 
^^ der ich fo hovelichen gifangen? 

ii wonl io talfchea landen fickerliche^ 

daz fag ich den alten nnd den jungen. 

ii ift menge in If^reiffe, der ich dlene^ . 

yQU dem phade unz uf den fan^ 

von Elüafle in Ungerlant, 

in der engl ich fi vant» 

fi ift noch zwifchen Paryf und Wienne 

fi ift mir lieber denne ich ir» 

liep iftr du liebe mir. 

^ 2) Her Nithart hat gifungen, 

2^S daz ich in baffen wil, 

durch minef nefen willen, 
def nefen er bifchalt, 
liez erz unbetwungen, 
ef ift im gar ze vil. 
enpflege er finer grulle, 
und bei ouch die gtwalt; 
ef ift ein fchelten daz mich fruoden lezzet, 
wirt du wf ibelruote mir giwezzet, 
ich trenne in uf» daz man wo) einen feffel innin fezzet. 

(Wird fortgesetzt.) 



Biosraplüsche STotlz 

fiber 

JfoK. Baß. Bern. Van JPraet^ 

Conaenratenr der königl. Bibliothek zu Paris, JMitglied dM franzosiached 
Institut!» Correspondent der Academie zu Brüssel , a. s. w., 

geboren su Brügge den 29* Jaly 1754 und gestorben zn Parin 

den 5. Februar 1837; 

Torgelesen in der öffentlichen Sitzung der Brüsseler Aoademie^ 

den 16. Dezember 1839. 

(Beschlnss.) 

Bei Meerman'8 Bucherverateigehing hatte er um. einen 
iiberaufl hohen Preig das einzige Exemplar kaufen lasseni 
das man deni Johann Brüan, Kalligraphen aus Brügge, su« 
schrieb nnd das man für verloren hielt, ehe es Van HuÜbem 
wieder entdeckte. Alsbald lud er mich ein, mich vor dieser 
Reliquie niederzuwerfen ; ich kam BnT«rsi((^<^i niidi Pisna» 



sie iNibad sieh in kli wefss oidit weldier Lade, imd 
enl bei meiner dritten Reise konnte er es mich mit eigenen 
Hinden greifen lassen« Um mich zu entschädigen, hatte er 
mir eine iinedirte Gomodie Ton La^j€n: ^^die ersten Biidi» 
dmcker^^ gegeben , mit der Bitte , sie in Belgien auffuhren 
XU lassen , aber dieser bibliologische Versuch in Dialogen war 
nicht mehr fiir die Scene geeignet. 

Die königliche Bibliothek su Paris (sie erhielt diesen Titel 
«ach der Restauration wieder) war der Beriihningspnnkt aller 
fremden Gelehrten. Durdi die gefiQlige Vermittelnng Van 
Prmsfs traten sie in Verbindungen, jener Formliclikeiten 
entbunden, welche die Menschen verhindern, sidi gegensei» 
Ug kennen su lernen und gegenseitig au bilden. &r war 
e^nderisch, Urnen tausend kleine Dienste su erweisen, ent* 
weder .den Eintritt ia das Cabinet Ton Denan lu versdiafifen, 
oder den Zutritt lu den Soireen von MüUn oder Langlis^ 
oder ein Billet in die Sitsongen des Instituts, und diess alles 
mit der bescheidensten Ansprnchlosigkeit. 

Die wenigen Augenblicke seiner Müsse widmete er der 
Freundschaüt oder unsdiuldigen Vergnügungen. Beinahe jeden 
Sonntag speiste er bei den Herren Pebure; täglich ging er 
in's Italienische Theater, um sich von des Tages Muhen au 
erholen, dann besuchte er Lambreeki», Oregar oder Lan- 
Junaii. 

Als Lambreeht seinem Ende sich näherte, so drang der 
Bischof von Blois (er hielt fest an diesem Titel) so sehr in 
ihn, aium Jansenismns überzutreten, dass der ehemalige Jii* 
stisminister, dieses Dringens müde, dem hartnäckigen Be* 
kehrer sein Haus schloss. Da er jedoch nicht im Zerwnrfhiss 
mit seinem alten Freunde sterben wollte, gab er Fan Fraet 
einen Brief an Gregor, der ihm aber erst nach seinem Tode 
Ahergeben werden sollte und worin er dem Abt sein Be* 
dauern ausdruckte, ihn von sich abgewendet zu haben; er 
erwarte ihn jedoch ohne Groll bei dem P^re Lachaise. 

Gregor liess nicht auf sich warten und zeigte sich dem 
Rendez-vous getreu. Unter seinen Vermächtnissen war eines 
liir Van Praei: dieser schildert den trockenen Charakter 
dieses seltsamen Priesters; es war schlechtweg ein Exemplar 
von Sallnstius von Ibarra. 

Zu den Galeeren des Wissens veniriheilt, hatte Vau Praet 
kaum die Müsse, fiir seine eigene Rechmrog die Feder zu 
ergreifen. Demnngeaehtet schrieb er innerhalb vierzehn Jak«* 
ren mehrere wiclitige Werke : seine zwei Kataloae von anf 
Velin gedruckten Büchern, Meisterstaicke von Geduld wnA ge- 
nauester Gründlichkeit I), weli^es Feignot schon 1604 er«» 

1) 6 tom. ia 5 voU mit Soppl. 1822 a. 1828. — 4 ?!oll 1824 o. 
1826» 



WihQte avA ^von der Verfaiter 1811 imi 1612 Probca 
gegeben htUe; Notlien über Coltrd Mansion') uad ftber 
Louis 4e la Gnithiijae'}, Stoffe, die er berefta in seiner 
Jttgend liehtnddt liatte, und das Inv«»tariiim der alten Bi*- 
bUothek des Louvre, gemacht im Jahre 1878 dnrth IMUi« 
MattaA^ mit historischen und kritischen Noten r ersehen*). 
Wie natnrlich, waren die Herren Ihbure die Verleger diestr 
gelehrten Werke. 

Im Gefühle der Achtung für sein Talent nnd seinen Cha» 
fakter hatte es die kSnigliche Academie su Brüssd sdiMi seit 
dem 8. Mai 1822 fftr eine Ehrensache gehalten, flin nnter 
ihre Correspondenten sn zfiblen* S&umiger nahm ihn die 
Academie des inscriptions et helles lettres vom Institut de 
France erst den 10. Min 1880 in ihren Kreis auf, hnm rer 
der Refolntion, die Frankreichs Regierung revinderte« 

Von grossem Unabhiugigkeitssinn, efai wenig repuldlk»- 
aiscfa, mehr durch die Gewohnheiten seines PritMlehcns, als 
aus Gnindsätsen, fireiite sich Vom /V08I über diesen poNtl^ 
sehen Umsturs« Er erkannte wohl nidit, das« sefai fiiedsa- 
mes Reich auch rem Umsturs bedrolit sei, dass die kdnlg^ 
liehe Bibttothek auch ihre Revolution lu liestehen halm 
wurde« 

Schon lange erholien sich Klagen über den Dienst i» üe^ 
ser Bibliothek; die Verfertigung der Cataloge, sagte man^ 
schöbe si^h su lange hinaus; eine Menge Büdher ikoMten, 
da 8)e niclit eingetragen seien, eben liiediurcb nichl mcfer 
gefunden werdeut Man «og nicbt in Betrscbt» dwt 4teie 
Katalogredaction eine langsame und schwierige Arbeit Min und 
dass die BeschrSnkih^it de« BiSimes, die Zahl der Stockwerke 
liotbwdff^^iger Weise die Unordnung fordern mtwten« Cebvir 
gen« fand sich y^n ProBi m, dieser M^vermeidlicbeu Uaovdf- 
mupg dennoch ToUko9>n»en surecht, und seinem Alle? im4 
f <;inen Verdiensten, war man Rücksichten «chuldig* 

Demnngeachtet ward beschlossen, dass die Reprisentatifw 
iierfassung der Bibliothek, die bisher vim einem sus den 
Conaervateurs eines jeden l^epartement l»estehenden Conaefl 
Yerwdtet worden war, rerindert werden solle. So hatte es 
die erweiternde Bestimmung . des Geaetses Tom 2&* Vend^ 
miaire des Jahres IV gewollt. Die kdndgllche Ordomtans rem 
\4u Norembev 1832 bestitigtc diese Principlen« Aber un- 
meriilich sedite man sie sn verletaen und gms langsam die 
büfemikratiache Oenlralisation herbcixnfnhren, die am Bnde^ 

1) 8u^l. asm mctionnsifo rsiMMind 4a blbliologio, Aitikel Yan 
Pr^et. ni« 4Vff« hatte beteil» Mbr als 7(m< NotinSA getaniMlt 

2) 1829 in 8. 
3JI 1831 ia 8. 
4) 1836 in 8. 



trots des allgemeinen Widerspruchs *)y durch die Ordonnani 
fem SSL Felwoar 1689 in ^BCttUcbe Kraft eeaelit wurde. 

Van Proit betriible gich hierüber , fölute aich innerlich 
in seiner personlichen Wurde verletzt ,. und durch die Ein* 
ri<^tmif eines LesecaMnets und ^ einer gen^hnllobe» Buch- 
handlang verdarb man ilira «eine Bibliothek« 

Er konnte noch nicht voraussehen , dass Herr Fälemam 
bald seine CoUegen entsdildigen würde. 

Indess fingen die Cebel^ welchen er trotste. an^ die 
Oberhand su gewinnen. Seit 18 Monaten war er ksstger im 
Institut y weniger pünktlich in der Bibliothek; er hatte aiif- 
geh5rl, die weiten SCle mit Leichtigkeit su durchrennen, und 
eine sinnreiche Maschine ersetzte ihn in den höheren 6d* 
lerien. Bndlich war er genoibigt, das Bett zu hüten und 
starb den 5. Februar 1837. Herr Daunon sprach eine 6e- 
dtchtnissrede auf ihn den 0. August 1839 in der oflbntUchen 
Sitzung der Acad^mie des in^criptions'). Guignmtd^ der 
Üebersetiaer von Creuzer^s Symbolik , hat im Institut seinen 
Stahl und t^^ te NormatU in der Bibliothek seine Stelle 
erhallen. Was die von ihm gesammelten Ansgabett vm Co« 
l«nd Manslon betrifft , so hatte ^ Vau Fmet thella dei 
kSni^ichen Bibliothek y Oieils seiner Vaterstadt Brügge vci^ 
macfalft Sein letater Oedanke gall seinem Vaterland«. Am 
9. Juni übemben seine Neffen, die Herrcoi Pami Bammm 
jtmi Jmims Van Praety wii»dig6 Vertreter dos Mannes^ jen« 
kwtbare Sammlung dem Siadtrath von Brügge^ bei w^ber 
^Qdegenheit der Gouverneur der Pvovins und da> BiirgcfH 
meistnr der Stadt Reden hielten , In weidien die Verdienatn 
den Verstorbenen gehörig gewürdigt worden sind. Vom 
fyaaf» Büste y auf Kosten des Ganservatoriums. der kSnlg^ 
liehen BibUolbek zu Paris ausgcCIhrt imd von demselfcem der 
Staatsbildiothek zu Briissel übersendet, ist für diese eine 
ihrer hanntsSchlichsten Zierden. Der gelehrte Bibliograph er- 
scheint als ihr Vorstand und denen ^ die sie verwalten » ala 
Rathgeber und Beispiel ^ dem zu folgen ihre angelegentSehato 
Sorge se^ wucd. 



1) Lettre des conservateors de la falbt. reyale tar f ordbnnftnce d^ 
22« F^vr. iBS9, reUtivs k cet teUissemeat Farie, H< Poomier, 1989^ 
in 8k 

2) y. Revse biUmgrsphigaa de aoomrdt aa Jaillst tttt, pf* 
211-218. 



lieber die auf der Leipziger Siadtfoibliothek befindliefae 
Handschrift der Annales VuMdenses. 

- Eio Beitrag filr die Ausgabe derselben voa Periz (Monum. 

Germ. I. 337-^415). 

(Beichlaas.) 

■ 

PbtI» 398« L ntftale Domini — Cod. Lips. natalem chrisU, 
2. Inde — In die. 3« dirigens — corrigirt; eigentlich: di- 
riens. 4. Radisbona [civitate] — radasjpona ciiiitate. 6. illuc 
^ fehlt* 8« nomine — fehlt. 12. qiiia — qiii. 14. malleo 
-— malleolo. 17. concrepante — concrepente« 21. in id — 
Id [m ist erst zwischen die Zeile eorri^rt]. archidiachonus 
bal>ebatur -— archidiaconus tenebatiir. 23. papae — papem. 
3L Berngarius -^ Perangariiis. 32* imperatoris — • erst zwi-^ 
sehen die ZeUen hineincorrigirt* 36. reverteretur — reuer«» 
teret* 43. Heinricns — ^ Heimriciis [so auch weiterhin]« 

309« 2« Talidam primum [Prumiam] — nalidam Pmmiaiii 
S. ut dlcnnty usque eos -^ usque eos ut dicunt. 4. interne^ 
eionem — intendtloBem. 5. ille Tuhiermtus -— ille uero uul« 
neratas* 7. rege — ** regi. 8. Cholonpurnnt generalem ^~ 
oholonpurun generale* IL proficisci — • proficiscere« 14. igi« 
tur diio -**« I^tur cum duo. 15. Engilscaicns, cum teminimi 
-— engllscalchiiB terminum. 21. finiere — finiuere* 22« iSribo 
£in] comitatum — - Arbo comitatum« 23. rege -— re^. 28« p»^ 
rentum — parentorum. 29. morituros gladü ante faciem '— « 
iBte faciem gladii morituros. 31. amicitiam —« amidctaiB« 
35* Baioaricae [gentis] — baiouuarici gentf s. 39. eins — fehlt* 
4L regia Hlndowici -— hlnduunici [so auch nachher] regis* 

400. L extitit in regno — in regno extltit« 2. Erboni — 
arboni. 6. hoc modo — modo hoc. 17. Erbonem — arbo- 
nem [so auch nachher]. 19. Znentibaldus ' — Zuuentibaldug 
[so auch nachher]. 20. Maravonum — roarauoriim. astuciae 
^- astutie« 21. utique — utriusque. 27. Engilscalhi — en- 
cQsealchi« Vezziloni — uez^Sloni. 28. dexteram — dextram* 
Ungua I — linguua. 33. spacio — spatio. 35. Erbone — 
arbore« 36* Amulfi — amolfi [so auch weiterliin]. 37. nun- 
dos — nuntios. 38* vero — etiam. 40« Bulgaris — vul- 
garis, priori — priore. 42. nam — non» 43. SdaTorum — 
schnznoninu ciun magno exercita — magno cum exercitiu 
48* peracto — Hicto. spacio — spatio* 

401. 1* computarimus — conputamus. in — fehlt* 5. ex- 
spoliando — exspolitando. 6* rero — quoque. quadam — 
quedam* 9* inierunt non utilem — iniere non utile. 11. Hra« 
ba — finiere — hrapa — finiuere* 12* iudicent — iudicant« 



14. VlIiipeHmnit -«- rftnperanere« 15. TMate -— uldiita« 
■padam -— apalkiin« 18* Ung^iia — lingoua. 20« vel — due« 
8ed iram Dei — - am Rande nacbeonig;irt« 26* Brailonroni -^ 
Imudauoni. 27« inter Drariini et Savam— »auaemie — iotct 
drano et aaoo-— aoiqne* 28. Italiam — itaiia» 93. ae realit 
Bon ease -«- ae Bon eaae reum, 35. Kaiiomaani — karoW 
nannl loUium ateht vor karotemanml. 36. refebat -^ rexe« 
rat« 3/« aggrediiur — adgreditur» 41* apado — - apatio* 
42» expkaTit — eiapiranit« Godofridua -— Ootafiridiia. 

402. 2. HlatfaarU — Uotharil. 

403. 2. Radisbonam — radubona« 3. Liuthwardiini -^ 
liatauardum [so auch oachher]. 5. placuit — conplacuit« 

10. aedicio — seditio. 25. Berngaiinm — peranjäiinm [so 
nachher]. 28. expolfare — expolitare« 34. TiUae inoppf« 
nate — nfllas Inopinate* 40. devexa — dlnexa. 41. poteiif 

— poterint« 

404. 2. aggravatar -*- adgrauatnr. 6. Weibilingaa — «Toei« 
bilinga. 7* Berngariiia — so auch die HandachriilU 13. ob^ 
▼imn — obuiam* cfa'ca Renum ad Tillam Chirichheim venien«* 
tem — a hreniim uilla Ghirihheim neniena. 16, etiam — 
eum. 19. palacil — palatii. 24. Thiiringi -« darinci. 30« 
elegemnt -— eligerunU 38. iiinxerint — « iunxernnt. 4D. anae 
causae — sui cause« 

405. 2. 8, Sed hoc tarnen ne diu und — Sed tarnen ne 
hoc diu apat. 4. [hi] — fehlt. 5. nanviUtem — natiuitate^ 
17. Radisbona — radaabona [so auch nachher]. 19. Thurin^ 
goa — dnringoa. 20. Sdavorum — sclauanorum. 21. paachif 

— paaeham. 24. Bemgariua — pemgarius. 25. fecit — - 
ftcit. 27. retinere — retenere. 3l. Ruodbertt — rodbertU 
35. peciit -- petiit. 37. Wormatiam — uuormaciam. 40. ia« 
Gtanda — iactantia. 45. Ruodulfiun — rpdolfum [so auch 
nachher]. 

406. 5. Bemgarina — perangariva* 6. ingressum *- igres« 
amn. 8. antequaesiti — antequisiti. 10. vedeiintl -*- redeundl« 

11. Gorantanam — corontanam. 14. Magontinae -r- mogon^ 
tfne. 15. ▼Idendi — niiiendi. 19. Rhenusqne — hrenuaque. 
in. Thnringoninv ^^ tfauTingionim» . 28. impulsione — inpul- 
aione. 29. Maio — madio. generalem — generale. 30* sui 
regni -^ regnl aui. 31« Baioarii — so hier auch die Hand« 
achrift. 32. Zuentibaldi — auuentibulchi. Ratolfi -^ ratoldi. 
33. renuentea — rennuentes. 38. ante — • antea. compU« 
enit -^ conplacuit. 

407. 1. Perventum eat igitur — penientum igilar eat« 
8. Pranconofiirt — franconofost. 4. Regia -^naUle — re-? 
gione — natalem. 5. generalem -r-. ge»erala^ 0« Zuentibalda 

^..^ij^ ^^ ^^„j^ appellalur — v^em uulgp appdr* 



lajtmti OiBiuilttbcrch -«- ommitetperch. 7. fmMm «^ da*« 
die Glosfte: formoM [fiber der Zelle], «bnlie -^-^ enixe. 
6r donnuii -^ domum. iinnlnentflbvt — « inttinenlibiM« 11« 
Mtio — * raadio. ceUoqiiiiiiii — conloqiiianl. 12. Hkidowld -^ 
UoduuM. BuoMnIt — botoal« IS« Rtdisbomi -^ radaspovt« 
CdDiianclfte •— centtantie* 20* paiient -^ pacteiHr. 22» m»- 
dÜDia et — machinameallB etiani. 2ft. asirtjiii ««^ marUrla« 
25« faiTadfint *^ Inuadentea. ad -— fehlt. 2B« 8tin&rorld»i 
Magoncftensla — atindaroldua moffouciioeBaiSi 28» la «^ tta« 
31. Hlntharici — hlotharicL So. [in]proTi80 — - inproiiiao. 
36. et — fehlt. 37. illucane — illuc. 38. qnia — quid. 
39. Domhil -^ dominum. 4i. pagatiltaimo -— paganismo* 

408« 5. noatros — über der Ztüe hiaeincorrigirt. 6. ae» 
mbua ^- aenis. 7. agpedi — aggredere. 9. a -^ fehlt« 
dbmantea — aucdamantea. 10. movebauiur -— meuebuntur« 
17. cruribuaque — curribusque. 18. appareretur *— ^P^* 
reret. 19. Godofridna — ^tafirldua« 20. Baioariam — baio« 
atla [von hier an flllt die Sdirelbart bäümu. iregj. 21. prae- 
eipit — precepit. 22. hornine — homlni. 2b. ibi Zuenli«« 
budnm -^ ribi mraentibaldum. 81. ebdomadaa -^ epdomadaa. 
33. Laodoraar — laodomir. 34. Septembri — aeptembrio. 
85. Znentlbaldf — ^ snuentibaldi [ao auch nachher}. 3/. fluenie 
«^ fluenta. 40. provtnciam.--' pronintfam. 41. Engflacakn« 
— Engilacalchna. 

409. 1. mardenaft -^ raarchenafa. effecfur -^ efeetua. 
attdaeter — audatter« 2. iudicio — ' hiditio. Radfcbofra -^ 
fadaapona. 4. dlrigena -^ dfriena. 0. dettdacena ^** dHa* 
ilaceira.' 6. exapoliata —" expoRata. 9. dURcoltate — dlll« 
cultate. .10. Aado Mogondacenais epiacopiia -— haddo mo- 
eondanenata ardiiepiscopna. 11. Yindelicae -^ nidelfeet. 
ftram a ntea -^ chrismantea. 12. Hhidoiricum -^ hhidaHuicunr. 
18« Baioariam — • baioarfa. 18. uno pede viaeretifr '— mro 
pedem habere uiaeretur. Inde — 'perditae. Diese Worte fi^ 
KB im Texte und aiod am Rande [aber rmt aherfiaad] nach- 
geholt. 21. WehiMMngiia •*- welbiUnga. 24. ambtai — «m« 
Mtns. 2ft. aoUewnitate -— aolemnitate« 

411. 10. aubdidernnt — anbdidere. 13« vero -*--' qnippe. 
17. temrpeatatem — ^ intempestatem. 18. montinm ^ mon* 
dum. r9.jpernigante8 -^ pernagauattta (stc). 20. peatikntf« 
i^ peatilenda. solito — aoHtum. 21. anpettedflem aitam — 
aubpellectüe auum. 23. Bemgarium — Pemgarinm [i^ff ancft 
nadiher}. 24« eaae -^ fuiaae. vero *-*- «Iddlcet. 27* per^ 
nmerrait — ^ adaenentnt. 30. fetvam — acdpicna. äL Pan<» 
«ratB *^ pancfidi aoHempnitetem — aokmnilaic* 82. cc»* 
hbMlnm — oelebnta. $4, fMtm -^ pnpUce^ Sk fcnpi- 



cksado -^ fn&fM^mio. 9ßr unttt — niito. Iiiter o bi e i goi 
et •bsUeatet — tnter •bccsste el obttdentibng. 89. <lepd« 
km — depdlant [corrlgirt : depelliml]. 40. femtot — ^ Cmh 
ntM [eornghrts femlotl. 43. pariter — fehlt, ergo -^ 
fehlt; dafür über der ZeQe lüneincorrigirtc nmiqne* M» ▼€! 

— nee noa. 

412i L dlligendo regein «nte paradysiim — diliendo ante 
paradiamn [eorrMrtt dlllgendo regem a. p.]. 2. aanctonin 

— beatomm. 4. eapiti Imponena ^« eapfti afbf Inponena. 
8. donnie Formoao — domni formoaL 9* Amnifo — amolfo* 
10. Laotberio -^ lantperto [ao aueh nachher]. 14. maleatatfi 
-— mageatatl. consnfravemnt '-- eonspiranere. 15. Baiea« 
riam -^^ baloaria. lo» Spolitana •— apoietana. expnenandam 

— expiignandiun. 20. Ratolf» — rotelt [ratoli?] W. Mafo 
-«— Madlo. 24* vero — etenlm. 2&. IHeo — > apiter ikber der 
Zeile vacheonrigfrt. 26. parüefpatlone — partkfpatfoneni. 
27. aenteneia •— aententia. 80. reperttnr — repperltnr« 

32. ttiBMilo '^ aepiilehro. 3&. cnm eodem — eoden* • W. Bei« 
farl -^ pvlgari. 80« Danablum — dannnium. 41« expedt«' 
tiene — expedidone» 42« hoate *— hoatf. 45. Midiadia — « 
mihaella. 47. Inf nria , dein — faiiurla agere dein« 48* Inie» 
nmt — iniere« 

413. jL CBB g ff e aa i anibng — eongeaaionibua, .3. Tero — 
deniqiie« 4* Brazlowonl — braslauonU 7. Radiabonam — 
radaabonam« auadpiena — aeelpi^ia« 11. flagltabant — fla« 
gitant. 12* Regia — regino. 13» totam Baioariam — unl* 
neraam regionem baioniiariorum. 15» Maio — madio. 17. p»- 
dficatte — padfikaüa. 1& negodki ~ negollia. 19. rede« 
unti — redeiindi. Tribnria — tripiiria. 20. coenobiam — 
eenahlo« 24^ Radlabona inrbe -— clnltate radaaponä. 2&r Ma^ 
rahaUtaa ^- marahabltaa acUleet [«et/, m Rande'-naehgehdtL 
26« tum «^ fehlt. comprimelMintnr ««^ eonprimebantim 8v« 
hac ctlam intendone, lU, ai -»* hac etlain In ratfone af« 

33. Zoentibaldmn — aentobolehiim* 85. comprehendere -^ 
eMiprehenderci. -acntendam •— aententtam. 80* Uiitb<ddiim 

— Uutbddnnu 38. Balearioa — bauuarf oa* 40. Yaanrico — 
iaawriee* 42. ad tenpu» camit «-^ caruit ad tempna« Dehi — 
ddneepa. 

414. 1. rere — * antenu Batearfomm — bannariomm [ao 
andi nachher]. 4. Ranteafiirt — ranteadorf. 9. Uta — ota« 
eat I iit — eat td eat nt. 10. Radlabona •— radaspona. 11« 
diffinitiim — dffinknm. 12. eomminil[8) — comramil. 13. no- 
cmim — nodanm. 16. Rndpnre — rodptffe. 17. Bbilfai£na 

— eipiRnga. 18» Dein — uKralque. Moravonira — morabo» 
rmn« 19. ZnentlbddHm — - sentobolehimi. 20. Zwentobolchl 

— stientobekM. 22« Yaanrien« — iaanrfciia [ao anch nach« 
her]. 27« eompolaua — eenpuhiia« 29b Radiabonam — ra- 



iMp^MHun« 90. MarabeDies — fiigft — mtreheaic«-' conlbgtt« 
32» Pactaviensis — paUuiensis« Abmannut quidam — qul« 
dam alajnannua» So« Haravenais ** marahaiienBia« 37« Ba«» 
diabona — radaapona« 38« atque pontlficis — febU* Hbido« 
wleua — I^udttuuicua« 

415« 1« Zuentibaldaa — zuentipoldus. GralUcannm — cal- 
Itcanum« 2» immoderate — inmoderate* Ratbodo — ratpodo. 
3« capite — in eapite« 6« Baioarii per Boemaniam •— Baio« 
uiiarii per boemaDniam. Mara?oriini -*- maraliauorum« 9« de-* 
bellare — depellare. 10. 22 — XX. 11. Bdoarioa — ba- 
Quorioa« 12. optando •— obtando. explorandam <— eiploran- 
dum. 13« dampDum Baioarici — damnum baiouuarid« 15« 
Anesim — Baioaricum hoatiliter — anesiim — baiouiiaricnm 
oatiliter« 17. prostraTeriDt — proatemaneriiDt« comperenint 
— comperientea. Baioarii — baiouuarii [ao auch nacliher]* 
20* Dannbii — danuuii [so auch nacliher]« 21« prornpenint — * 
prorupere* Liutbaldo — liotpoldo« 23* PactaTienaia — pat* 
taiiienab« 27. inTenirentiir — ioaeniantur [von neuerer Hand 
corrigirt: inneninntur]. 26.1n eodem— magno — diese Worte 
feUen im Texte und sind am unteren Sande [aber Ton alter 
Hand] nachgeholt, mit dem Beisätze: hio dewfit» coelum — 
cdo« 29. gratea — gratias« 

Her Hennnirebcr. 



Die Dmckenselclieii. 

Der Wunsch nach einer vollatindigen Sammlung 
der Druckerzeichen, in jPV*. Sotkicholiaä ^TkeaaumM 
&fmb0hnan ae Embhmaium t*. e. Itmgma BihUopolorum et 
i)fpographorumj Norimb. 1730. foL| einem leider kaum an* 
gdhogenen Werke, Vorr. p. 56. mit den Worten ausgespro- 
äen: ^fEftumodi vero natUia, praeter eummam jueuwdäa^ 
iem^^^ (welche wir daUngestellt aeyn lassen,) ^^MM^^nefn 
fuofue in re Ubraria praestat u$um. Huud raro namfue 
eerUmgUj nuüum out offlemae Tgpographieae^ aut hei mi- 
pre$$ionii kbro praemümm vel adjeetum .esse fiemen; guo 
eoMu ad Signum Tifpograpkieumj tmlgo das Druck-Zei- 
chen., respieiendum, atque mde typotheia delegendu» erit. 
tiine eptatem ego ammno eum CL LilientkaliOy ut Cu* 
rioeu» quidam eigna omnutm in univeraum Tjfpographorum 
aeeurate deseripta aerigue inei$a una eum funaamento iUo^ 
rum eshiberetj deteetia inaimul omnibus, quotguat eub iignie 
mentiti$ libros 9U0s imprimere auii eunt^^^ — dieser Wunsch 
ist noch immer nicht befriedigt« Der seitdem erfundene Stein-. 



dmek wSrda die Arbeit bedeüteiid erleieliteni, ontl jede 
gr6tiere Bibliothek gewitt l^elneii Anstand nehmen^ eis Werib 
dnrch Unteneidinung bu befordern, welches ein so entscMe« 
denes Bediirfbiss der Bibliographie befriedigte. Es fehli 
nicht gans an Vorarbeiten , wovon wir ansser MaUtaire und 
dem nicht ganA saTerlässigen, aber dennoch brauchbaren 
Büihsehoh die neueren Werlce des Engländers Dibdin^ na« 
mentlich dessen -Decameron , nenneif« Schon ein brauchbares 
Register über simmtliche Vorarbeiten, nach Druckern, Druck- 
orten, Chronologie und Bildern in vier Abtheilungen 
yerfasst, wiirde eine verdiensdidie Arl>eit seyn, die vielleicht 
einer unserer Herren Collegen zu übernehmen Lust und Müsse 
hatte , und das Serapeum würde dieselbe dankbar aufnehmen. 

. Ober - Stndienrath Dr. Moser 

in Stottgart. 



Veber die OffentUclieii BlbliotlielKeii 

SEU Paris« 

Der in Num. 5. u. 6. dieser Zeitschrift mttgetheflte Be- 
richt des Herrn Temaux^Compans^ über die öffentlichen 
Bibliotheken von Paris im Jahre 1837 an den Minister dea 
Innern, stimmt gans mit den Erfahrungen überein, welche 
Idi einstens walvend meines sweimonaüichen Dnterancfaens 
derselben, besonders jener des Instituts und der Masarine 
machte, welche in einem grossen Gebäude verdnigt sind* 
Auch trete idi seiner Meinung bei, dass die Sammlung der 
Müuen und Kupferstiche aus dem Gebäude BicheUeu ent- 
fernt werden sollten, lun den Sammlimgen der Hand- und 
Druck-Schriften den nothigen Raum au geben. Ebenso ver* 
hilt es sich mit dem nicht sureichenden Personale für die 
mannigfaltigen Geachifte auf der National- Sammlung der 
Druckschriften; daher der Vorschlag des Berichterstatters 
höchst xweckmassig ist, die immer mehr sich häufenden Ar- 
beiten möchten durch einige ausser der Ordnung ansustel- 
lende Gehulfen geleistet wmlen. Aber was muss ein Biblio- 
thekar von deaaen Forderung an einen soldien {Gehulfen 
denken, welcher täglich hundert Werke des Rückstandes 
ordnungamassiff beschreiben und verxeichnen «soll? Man wird 
Ider unwillkünich an das einstige Verfahren des Direktors 
0Ofs AnUn an der Hofbibliothek su München erinnert, wel- 
dier vor mehr als drelssig Jahren eine Menge junger Leute 
mit dem Inventiren der Bücher beschäftigen und für jeden 
Titel einen Kreuser sahlen liess. Die Folge war, dass die 



«•liten dletor INohdalett tigttdi 150^800 Kteniar edildU»! 
dMfl aker, aadh f^enaaer Durchtidit Ihrer Leiilttngeni nur 
wenige Ihrer lielen tansead Bliitchen mrdntuigtniUtlg: ver» 
Umt waren . und die übrigen daher ak imbratichbar liege» 
bleiben mmateB» Erwägt man mm noch den elgenthiiailiohen 
GharakUnr der Fnasosen f welche die trodLne Inrentlning von 
10 Uhr Morgens bis 4 Uhr Nachnittagt auf dem Bureau 
als eine der besdiwerilchaten Lasten ansehen: so läss4 sich 
snm Voraus denken ^ dass die geforderte Fertigung von hnn« 
dert Inventuren an Jedem Tage zo keinem bessern Resultate 
liUiren kann^ als sich su München ergeben hat« 

JTaeck, 

K5b. Bibliothekar in Bamberg. 



BIbllotliekcIiroiiilc« 



Dem neuemannten Professor der slawischen Sprackea am Col- 
lege de France y Mielnewüm (als ^lalscher Dichter bekannt, bis- 
her Professor in Laasanne), ist, nsch dem Monilear, eine 
jihrliebe Eatiehldigung von 1000 Fr. Ar die Ausarheitang eines 
assflibriicbea Katalogs sammUleber slawischer Handschril^n der 
Ksnigl. Bibliothek za Paris bewilligt worden. 

Der Assistent ans der Uaiversitttsbibliothek zu Wlrabnrg, 
Dr« med. F^dHek Anton ReusSj ist zam ausserordemtleben 
PhiÜKser der Philologie an der dortigen ünivenitflt ernannt worden. 

Der Bibliothekar Prof. Dr. Joh. VaL Adrkm 2U Giessen 
bat das Ritterkreuz des grossberzogi. hessischen Verdienstorden» 
Pbitipfs des GrossmUthigen erhalten. 

Der Conservateur fra Departement der Drockschriflen der 
RSnigl. Bibliothek zu Paris, dl. Normand^ ist zum Con8erva<^ 
teor im Departement der Medaillen, geschnittenen Steine und 
Antiken keftrdert worden. 



Im Juni d. J. starb zo Erlangen Dr. Chtilieb Brmt Aug. 
Mek$mi^ KOn. Baier. Hofrath , Director der üntversitätsbiblio-» 
tbek, ord. Fnt, der Phtlos. nnd Senior der ITniversHSt. 

Der Gwlis der KOnigl. BlUiotbek zu Berlin , Dr, J. C. Edumd 
Bamsfc iifliw i» ist zam Prsimsor beordert weiden. 

Verleger : 7« 0. ft^ei^el in Leipzig. Druck von C. P. Bieizer. 




ISfiBAPKUinL 



für . 

MMIotbelnilssenseliaft, Handsclirifterdnnide md 

Sitore Lttteratur. 

Im Veretne mit Bibliothekaren und Littenitiiifi;eiiiideii 

herausgegeben 

▼ OD 

nr« Mobert Nautmanu. 

J\ß 22. Leipzig, den SO. November 1840. 

Ueber eine minder beachtete Quelle znr Geschichte 
ausserdentscher Klosterbibliotheken im 15. bis 

18» Jahrhundert 

(^ wichtig ohne Zweifel die Geschichte der Klosterbibifo« 
flielEen xnr Erlienntnist sowohl des Ganges, welchen Literatur 
und Gelehrsamkeit in einem Lande genommen, als der Sehick- 
tale, welche i^nselne Schrillen gehabt haben, ist, so bleibt 
•ie doch, aeliist nach den mancherlei miihsamen Forschnngen, 
welche Minner wie j^urMlUu»^ Kmdlmgtr^ Sekimn^r, Un» 
gmr In früherer, nnd wie Blume y Jaeek^ Statin^ fTigand 
Um A. in tpiterer Zeit angestellt haben, ein Feld, dessen 
Bebaunng bis jetst in Besiig auf die einseinen Linder Euro- 
pas mehr oder weniger mangelhall geblieben ist. Ein Hanpt* 
grund hiervon mag wohl in dem Umstände liegen , dass die 
iiateffallen dacu thells mit diesen Samminngen selbst unter- 
gegangen, thells aber auch In verschiedenen aiim Thell tm- 
l^edmckten, in Archiven verborgenen und schwer sugingll* 
äien, oder doch seltneren Werken sich serstreut finden. 
Denn nicht aUein in dem, was eigentlich Historisches von 
den Bewohnern eines Klosters über dasselbe geschrieben 
worden, müssen solche Nachrichten gesucht werden, sondern 
auch in meist ungedruckten Copial- und Urkimdenbiicliem, 
wo sie oft als elnselne Komer aus einem Haufen Spren hnr« 
antMleaen aind. Es ist der Zwedc dieser Zellen anf eine 
biaber, so viel ich weiss ^ minder beachtele l^^elle mir Ge« 

22 



839 .-.••-;'• 

gchidite solcher Sammltingen aufmerksam sn machen, die, 
wenn sie auch nicht in starker Strömung sii Tage tritt, doch 
keinesweges su iihersehen ist« lumsl da »le auch die Bücher- 
Sammlungen einlEeln^r gelsUicha^ Orten iU»erhanpt betrifft, — 
ich meine die Bnlkrien. Allerdings liessc sich kaum denken, 
dass die Sorgfalt der päpstlichen Regierung, welche auf die 
Te^schledenartigsten Gegenstände des kirchlichen und kloster^ 
liehen Lebens ihre Aufmesksninkett ri Atete , die BiUiolheken 
und Ihre Verwaltung ganz ausser ihren Gesichtskreis gelassen, 
und der Willki'ihr der Klosleiiewohner völlig preisgegeben 
haben sollte, da sie doch ein so wichtiger Theil des Mobiliars 
geistlicher Sitftnngen waren, und mit dem kirchlichen, ja 
täglichen Leben der Letzteren in enger Beziehnng standen. 
Und in der That ist auch die Zahl der sie betreifenden 
päpstlichen Verordnungen keinesweges gering, wije. schon die 
Vergleichmig >Jks Bullarlfim magnum Romanum unA der Bid- 
larien der Capuciner, Dominicaner und Clunlacenser und der 
BasUicaVaticana zeiget, welche mir einzusehen vergönnt war.*) 
So weit diese Verordnungen Bibliotheken einea d«r ge» 
nannten Orden überhaupt betreffen, beziehen sie sich theils 
auf die Erhaltung, theils auf die Vergrösserung und Verwal- 
tung derselben« in erstcrer Hinsidit drängt sich uns gleich 
Anfangs eine Wahrnehmung auf, die nicht anders als höchst 
schmerzlich für uns sein kann. Indem nämlich der bei weitem 
grossere Theil dieser tirknndem Verbote gegen das Ent^ 
wenden von Büchern und Handschriften aus den Bibliotheken, 
sei es durdi förrolidie* Diebstahl und durch AussdineideA 
einzelner Blätter aus Handschriften, oder durch Unterlassung 
der gebührenden Zurückgabe des daraus GeUdhinette«, enthält, 
lässt sich mit Sicherheit sclillessen, wie gar hänflg dieser 
Missbrauch, statt finden, welche Menge literarischer Frodnkle 
haa Laufe von drei Jahrhunderten den Klosterbibliotheke« esit» 
n«gen werden mochte. Nicht alkin einzelne Klöster erbatem 
sich zum Schutz ihrer Samodnngen derartige Vetordjuingen^ 
sondern auch die Provinzialen für die BIbltotheken der Pro* 
vinz, die Gf^neraUProciiratoren für die ganzer Ordk»4 Jn 
man scheint dieses Gesiicli für eine der .ersten und noth« 
wendigsten Maassregeln bei Gründung einer Bibliothek ge» 
halteo ZQ h#hen, oliM welche» keia lisil für dieaeUie an 
erwarten wäre» ^) 



1) «d. Lwift. Chtroblai (Laxaab. 1727. fol.) cam 

BnOariiun Ord. Capocciaoroin ed. Mich, a Tii«io, R»m. f740, foL 
BallariDm Ord. Praedicatoram ed. Th. RipolL Rom. 1729. fol. — Coli» 
Isctio Dullarom bret^om ßaatlicae Yaticanae. Rom. 1750. fol. 

i) Ich t>etchriinl(e mfch anf die Nacbweisang nnr einiger solcher 
¥«ilM»t«. PBr l^piieiMerkldster Bull. dpoocTii. T.I. p.96-97. 106-107; 
fir Canaaliteibttster Baliar. Magn. Rom. T. III. p. 34--^; för Dowl- 
aikaper Bollar. Ptaadmtor. 1. VI. p. 47; ius CuttRibMerUöstsiLlM«« 



iMir MilnriidieirOclMk ktlea MoVtitofimmgisnr «dcte 
sidi vst Vermehrmif und Verwslliiii{p bexidwiw In Htfliidil 
der erttcre» MhreSfcen die P8p«te mtrnelmdkh dem VerlMf 
oder die Yertheilim^ der Donluetteii uBtev die ToiMliiedene« 
Bndierftaniinhmftn eines Qrdcoit in einer Frorinz T«r. £ine 
Verordnonf Innoeenc X. vom Jahre 1648 ffiir die Cap d ci n e r 
steUi diese Vertlieilnn; unter die Atil^iciit «det General^octiv» 
mUm, mit dem Bedeuten^ die Provinsitk» iUbcr die*Ait^ wie 
dieselbe anssnßfliren sei, zn insiriiiren,^) Olelclien Iiüislt» 
ist ein Brere Benedict« XUI« Ton Jaiire 1724, nnr deas sie 
M diesem €ksclififl die Cencnrrenz der Definiloren vsrsclirtibt* 
Jedoeh soll im Fall des YeriEsnfc der Brlön Icdiglicli an Am^ 
sdiaffiing Ton Bucliem verwendet werden«^) Aasser den Doil* 
Metten sollen aber auch alle diejenigen BädMr TerkaiifflL oder 
Terthellt werden, welelie für das ein« Kloster entbelirlish oder 
nnbranehbar, dem andern aber wnnsdienswerth and inkliig 
erschienen $ jedodi solle hierbei die EinwOlignng der Person 
nen , welehe sie dem Klosler geSehenlLt hüten, ids Bedingung 
^^oraiisgeiien. £)ine andere Yermehrnng erwuchs den JCIosteni' 
durch die gesetaliehe Efnverleibiing der Böcher derjenige* 
Mitglieder, welche, sn einem Bisthum oder It^pend efaieni anw 
dem gebtlldien Amte erhoben, dasKloster Terliessen» rrei* 
lieh mochte diese Bestimmung oft nnlnfolgt bleiben; daher 
Alexander IV. dieses Gebot diir^ ein BrCfo zn erneuern lur 
ndthig erachtete, in welohem er aiiodräclili<fli evUirt, daaaJ» 
diesem Falle die Güter dem Kloster gehören.') t 

Die Kotaloglsimng der BfbHothdEen war ^enfttti ein Ge- 
genstand, wcldie« die pa]^st)fche fiegieiwiig irfdit ganz ansstiif 
den Allgen gesetzt Bess , ohwoU idi hioroher nur in fiezu|^ 
auf MInoHtenlElSster, imd zwar bloss grlegentlieh In eine«!» 
BrereßtxIosV.Yorsohriilen finde«*) Nieasood, heisst es dariAr 
soll dos Amt and die Geschäfte einH ChMwdlan, «i^tder noroi-» 
nel noch Ikctiseli, Abemehmc», wenn nicht vorher ein Inrtfni« 
tariom aller Bücher und Hefte mit Angabe des Druduirtios^ 
Jahres nnd Einbände , wnd ansserdcn noch eine ausfiihrlichere 
flpedicütion godachtJor Gegisnstinde ftoacht ; worden )Mi^ 
welche beide von dem Guardian imd den Diicnclen: iinteiW 
schrieben werden müssen. Dieses Inventarium solle femer in 
einer wörtlichen Absdnlfl in ein zn diesem Ende anzulegen- 
des nnd in einer Kapsel an elfiem bestimmten Orte unter 
Versthhss oirftebcwalirt-ndes grneaes B^h elngkltfagiea,.imd 



ür. Magn. Rom. CdstiHostc P. ¥1. p. t4l; fh Bf^milonUirttef BoHSs« 
Magn. Bon.,T. ¥. p. 382) lir lÜiioiÜ^iiUMnr ibid. T.j 1^.14649-^650^ 

1) 7. BoBsR •CapnoofaMSk T. 1« p. lOS^M« . . , . ..) 

2) im; p. i67*«*468L . > . . .. « 

3) ibid. T. VI. p. 34. 

4) T. Bollar. Magn. Bonaoo» T. Ik p, 640-T«6a ., . ( i 

22* 



MO 

ebcnfhHs van den gedadiieB PefM&cli imterieldinel wiNMen« 
Bei mfiederbeseisiiiig der Stelle eiaes Guardian solle der Aus- 
tretende lavor mit seinem Nachfolger in Gegenwart der Dis- 
creten eine genaue Vergleichung beider Inventarien Tomelimen, 
die Zuginge sowohl als die Abgänge sorgfaltig eintragen und 
bemerlien, und der Neueintretende sich wiederum unter- 
sciureiben. Endlich solle jedes Jahr eine Revision des Haupt- 
inventarihms von Seiten des Minister Provinzial statt finden^ 
wobei sowohl dieser als alle Obigen sich wiederum unter- 
schreilien sollen. Waren diese Vorschriften gehörig beobaditet 
worden y so wurde gewiss unsere Kenntniss von Incimabeln 
und andern literarischen MerlLwürdigkeiten in nicht geringem 
Maasse voUkommner sein. 

Endlich ist unter den allgemeinen Vorschriften noch eine 
in späterer Zeit gemachte Bestimmung su erwähnen, welche 
die Aufbewahrung und Benntsung verbotener Sdiriften betriffU 
Auf einen vom Generalprocorator der Capnciner im Jahr 
1764 an Benedict XIV. gestellten Antrag bewilligte Letiterer, 
dass in den Bibliothelcen dieses Ordens auch Biicher dieser 
Art, jedoch unter strenger Haft aufbewahrt werden iKonnten^ 
was nadi Ansdge des Ersteren bereits seit längerer Zeit 
nsueB geworden wäre. Doch sollten dieselben nur von sol- 
chen Personen, wddie derselben theils zum Selbstunterricht, 
theils suT Vertheidtgung des Glaubens bedürften, benutst 
werden, namentlich von Beichtvätern, Predigern, JMissionairen 
nnd Lehrern der Theologie.^) 

Dass dieser Gebrauch schon frtilier auch in einseinen Bi- 
bliotheken anderer Orden, namentlich der Dominicaner, welche 
als Inquisitoren derselben bedurften, statt fand, und sogar 
die päpstliche Sanction erhielt, wird unten, wo von der Ca- 
sanattisdien Bibliothek die Rede sein wird, geseigt werden; 
es wird daher wahrscheinlldi, dass der Papst nur m erlauben 
sieh geswimgen sah, was er nicht fuglieh.mehr vertiindena 
konnte. 

Ich gehe nmi lu einzelnen Bibliotheken iiber, deren Ge- 
sddchte durch die Bdlarien einiges Licht erhalt , indem ich 
■le nach den Ländern ordne. 

Frankrelcli. 

Tarascon. 
Bibliothek des Capndnerklostersw Sie entstand im Anftnge 
des 18. Jahrhunderts durch die Bemühungen des Fran^« Che- 
mbln de Noves, General- Procurators der Capuciner in diesem 
Lande. Der Papst Clemens XII. begünstigte sie im besondem 
Grade , indem er nicht nur auf Ansuchen des Stiflers ein 
Verbot gegen Entwendung von Buchern aus dersdbcn er^ 



1) BaUar. Capacdnor. T« YIL p. 375—376. 



341 

theilte^ welches vom 7. Mai 1733 datirl Isi^ ■ondern sie audi 
durch einen Geldbeitrag, durch ein Geschenk an Biidiera 
und sein Ton P. Bemard gemaltes Blldniss bereicherte, nebst 
der Eirlanbnias, verbotene Bücher anschaffen iii diirfen. Aus 
Anerkennung dieser Wohlthaten ward ihm daher folgende in 
Marmor gegrabene Inschrift geweiht: 

Clementi XII. 

P. O. M. 

Qni ad aiigendam et conservandam 

Bibliothecam hanc 

cura P. Cherubini de Noves 

ac piarnm personarum expensis exstructam 

ne Libri extraherentur 

Decreto suo sandvit 

Die VIL Mali MDCCXXXHL 

Perenne grati animi monumentum. ' ) 

I t » 1 1 e n. 

Floren». * 

Bibliothek des Dominicaner- Klosters S. Marco. Die Ver- 
muthong bei Blume y dass diese Bibliothek im Laufe des 16« 
und 17. Jahrhunderts eher ab- als zugenommen habe,^) wird, 
wenigstens in Bezug auf das erstere Jahrhundert, leider durch 
ein Breve Leo's X. vom 9. Juli 1519 bestitigt, in welchem 
die Entwendung von Büchern, Handschriften etc. verpönt 
wird, und der Papst seinen Unwillen darüber zu erkennen 
glebt, dass aus dieser von seinen Vorfahren mit so grossem 
Aufwand hergestellten Bibliothek Einige Codices nonnullos 
seu libros etiam ex pretiosis Jiuandoqne ac singularibus , ibi- 
dem snb catenis contentis et Mreservatis , ac ex eisdem aliquo- 
ties qiiintemiones dissutos gladioque praecisos, et Chartas vel 
partem earum per se vel per alios furtive ac nimis callide 
abstulisse et asportasse, frequenterque contingere, ut inde 
attentent similiter asportare.') 

Ferrara. 
Bibliothek des Capuciner- Klosters. Alfonso Pistria hatte 
in seinem Testamente verordnet, dass 500 Ferraresische Lire, 
welche er in einer Bank seiner Vaterstadt stehen hatte, da- 
selbst für immer stehen bleiben, die Interessen davon aber 
den Mönchen dieses Klosters zufallen sollten. Da jedoch 
diese zufolge eines vom päpstlichen Stuhle bestätigten Regu- 
lativs solche Legate nicht annehmen durften, nnd darauf form- 



1) Bollar. Capaodnor. T. V. p. 182 — 183. und 4aselb»t die Zusatz« 
des Heraosgeben. 

2) Iter lUlicom. B. II. 8. 70. 

3) V. BuUariam Praedicator. T. IV. p. 382. 



• 

Ich Veriidit lu leifiten rieh gen5tMgt ssheii, »o iel diese» 
OM den reehtmässigen Erben des VerstorbeBen , Vintenvo 
Pistria lind dessen Frtu Emilie Ferrari tiu Diese jedoch 
wünschten es dennoch dem Kloster suziinrenden ^ sogen das 
Capital siiriid[, und übergaben es demselben unter der Be- 
dingung, dasselbe zum Ankauf von Büchern fiir die Bibliothek 
an verwenden 9 da diese noch sehr schwach wäre* Die Be* 
stätigungsurknnde dieses dem Kloster gemachten Geschenkes 
ist von Urban VUI» ausgestellt, und vom 19. Septemb. 1626 
datirtJ) 

Galatena- 

Bibliothek des Capuciner* Klosters* Um das Jahr 1645 
hatte der Bischof von Terroolii Federic, diesem Kloster seine 
. Bibliothek von 1600 Binden vermacht» Da sich unter dieser 
Sammlung viele griechische und juristische Bücher befanden^ 
deren Verständniss süsser dem geistigen Bereich der Kloster- 
brüder lag, und diese daher dieselben bereits dem Moder 
und Wurm zur Beute überlassen hatten, so sah sich endlich 
der Profinzial von Otranto bewogen, bei dem Papst Innocens X« 
um weitere Verfügung ül>er dieses Legat nachzusuchen. Die- 
ser verordnet daher in einem vom 22* December 1645 datir- 
ien Breve den Verkauf aller medicinischen und andern für 
die Mönche ungeniessbaren Bücher, jedoch unter der Bedin- 
gung, dass der Erlös daraus nur auf den Ankauf anderer 
ihnen nothwendigerer Bücher gewendet werde*') 

Vater&i 

Bibliothek des Capuciner- Klosters« Franz Lorenzo von 
Matera, Prediger im gedachten Kloster, übergab der Biblio- 
thek desselben alle seine Schriften und Papiere, und suchte 
bei dem Papst Innocenz X* um ein Verbot gegen, die Ent- 
wendung derselben an, das ihm auch durch ehi Breve vom 
2. Mai 1647 gewährt wurde. >) 

NeapaL 

Bibliothek des Capuciner -Klosters Santa Maria Concesa. 
Dieses Kloster, bei Blums S* Bfrem nuovo genannt, erhielt 
im Jahr 1626, wie schon Hänel bei Blume berichtet, die Bi- 
bliothek des Neapolitaners Giambatt* Centurioni durch Ver- 
machtniss. *) Doch wurde sie nicht vollständig einverleibt; 
denn abgerechnet, dass laut Testaments an Antonio Clarelli, 
einen Mitbürger des Veratorbenen, di«yenigen Bücher^ welche 

1) V. Ballar. Capoccinor, T. IL p. 232-^233. 

2) V. Ballar. Capuccinor. T. III. p. 133. 

3) V. BuUar. Capaccinor. T. III. p. 132. 

4) Y. Ballsr. Capaccinor. T. III. p. !I8— 29. 



er sich «inerleten haH«^ Termbfolgt werden miMtlen, eriangte 
der Ouarditii auf seine Vorttelliin^ von dem Papst Urban Vfll« 
die Genehmigung, denjenifen Tlieil der Sammlung'^ welcher 
die Mönche wenig oder gar nicht ansprach, verlianfen oder 
■üt andern ihren Zweclcen mehr entapreciiünden Biichem vertan« 
■chen SU dürfen. Jedoch sollte beides nur unter Zuziehung des 
oiienerwihnten Ant, Clarelli geschehen, dem allein aadi^ 
Hiebst den Mönchen, die Benntaung dieser Bibliothelc gestattet 
sein sollte. Diese Constitution datirt sich vom 11« Mai 1626. >) 

irooera* 
Bibliothek des Capuciner-Klosters. Der Bischof von Peni- 
gia, VirgUius Florentlus, schenkte dieser Bibliothek seine 
sammtlichen auf die h. Schrift, die Fasten und das canonische 
Rechte sich beziehenden Bücher, unter der Bedingimg, zeit» 
iebens die Benutzung derselben behalten zu dürfen« Diese 
Schenkimg bestätigt der Papst Urban Vllf. kraft eines Breve 
vom 2« März 1630, indem er ihm zugleidi die Weisimg er« 
theilt, ein Inventarium davon aufnehmen zu lassen. ^) 

Beggfo« 

Bibliothek des Capuciner-Klosters. Die Capuciner besassen 
In Reggio zwei Klöster, ein älteres und ein neueres, wovon 
jedoeh nur das erstere eine Bibliothek hatte. Die Mdnche 
des neueren, welche die Benutzung einer solchen auch zu 
haben wünschten, sich abeV durch das päpstliche Verbot, 
Bücher aus irgend einer Bibliothek ausserilialb der Kloster« 
manem nn entnehmen, abhalten liessen, jene Bibliothek zu 
gebrauchen, legten deshalb dem Papst Urban Vill. ihre Wünsche 
nnd Bedenken vor, und erlangten hierauf zufolge einer Con« 
stitution vom 90. September 16^ das Recht, die Bibliothek 
des altem Klosters benutzen zu dürfen.*). 

Bonu 
1) Bibliothek des Benedictiner« Klosters S. Blasio de Can« 
tasecuto oder Pagnotta. Der Bischof Giordano von S. Sabina 
hatte seine sammtlichen Handschriften und Bücher, ausser 
anderem Kirchengeräthe, diesem Kloster testamentarisch ver-» 
macht, und zugleich verordnet, dass zwei Beneficiaten dieser 
Kirche die Beaufiichtignng dariiber haben sollten. Von Sei« 
ten des Cardinais Julian von S. Sabina, Archipresbyters die« 
ser Kirche, und des Capitels war jedoch bereits dem Papst 
Eugen IV. der Antrag gemacht worden, das Kloster der Ba- 
silica Vaticana mit aUen Rechten imd Pertinenzien einzuver- 
leiben, da die Kirche an einem von den Häusern der Stadt 



1) V. Bollar. Capuccinor. T. ill. p. 28^29. 

2) Bollar. Capuoeinor. T. II. p. 129. 

3) Bollar. Capoodnor. T* III. p. 65. 



S4A 

sehr eDtfernteii und wegen der kriegeritchen SMtmnitlndfi 
sur AuJBbewahrung dieser Dinge sehr unpassenden Orte stinde« 
dis Kloster aber bereits seit 25 Jahren unbewohnt wire^ und 
man wenig Hoffnung liegen diirfe es wiederherstellen und 
besetzen su können, indem die Einkiinfte desselben sehr 

fering waren« Als daher dieses verwilligt worden, und die 
Sinverleibung geschehen war, ward der Papst Pius II. tob 
jlem. Vice-Kanuer und Cardinal Roderico ersucht, der Biblio» 
thek einen passenderen Ort anzuweisen, den sie in Folge 
dessen in der Basilica Vaticana fiind. Später kam sie jedoch 
theilweise in die Yaticanbibliothek. ^ 

2) Bibliothek des Cistercienser-Klosters S. S. Fabian! u. 
Sebastianl, Der Cardinal Giovanni Maria Gabrielli gründete 
in diesem IQoster auf eigene Kosten eine Bibliothek, für 
deren Erhaltung er den Papst um seinen Schutz bat. Letz« 
terer stellt ihm das gewohnliche Verbot, Bucher daraus zu 
entwenden , in der gewöhnlichen Form eines Brete unter d. 
XXI. Novembr. 1706 aus, gestattet jedoch dem Superior des 
Klosters Bücher in Italienischer Sprache su seiner Unterhai*, 
tung aus derselben entnehmen zu dürfen.') 

3) Bibliothek des Dominicaner- Klosters S. Sabina. Der 
Papst Urban Vill. hatte ein Verbot, Bücher aus der Biblio« 
thek dieses Klosters zu entnehmen, ergehen lassen. Da die 
Qdönehe sich durch diese Maassregel in ihren Studien sehr 
beschränkt und gehemmt sahen, so Hessen sie durch ihren 
Prior eine Vorstellung bei Innocenz XII. einreidien, in wel« 
eher sie den Wunsch ausdrückten, Bücher anf ihre CeUen 
za bekommen. Dieser wurde ihnen in einem Breve vom 
17. Septemb. 1609 gewährt, jedoch mit der Vorschrift einen 
Empfangschein über das Erhaltene jedesmal auszustellen.*) 

4) Bibliothek des Dominicaner - Klosters S. Maria sopra 
Minerva (Casanatensis). Diese Bibliothek scheint unter dien 
Romischen Sammlungen zum Hauptdepot verbotener Bücher 
und Handschriften gemacht worden zu sein; denn abgesehn 
davon y dass der Card. Gieron. Casanatta ein besonderes Ca- 
pital zu Anschaffung solcher Schriften ausgesetzt hatte, die der 
Censur und Expurgation theils unterworfen werden sollten, 
theib auch schon unterworfen worden: waren, ertlieilte ihr 
auch Clemens XI. unter dem Xil. Febrtiar 1701 das Privile- 
gium, alle derartige Schriften frei und ungehindert anschaffen 
zu können, aber von den übrigen getrennt auftustellen, und 
nur denjenigen zum Lesen mitzutheilen , welche die auf vor^ 



1) V. Collectio Ballarom breviam Basilicae Vatic. T. II. p. 179. 
vom Jahr 1463. 

2) V. BolUr. Magn. Roman. T. VIlI. p. 68* 

3) ▼• BoUar. Praedicator. T. VI. p. 432« 



S45 

gcscMebeoeni cttHinlMheii Weg« erballeBe BriinbiilM dam 
aadisinreifen Im SUnd« wiren. *) 

Utbino« 

Oeffentllche Bibliothek im Minoriten -Kiotter. Bi ist ia 
der Tliat auffalleDd, dass, wüirend so viele SchrifUteller Ae 
ehemalige, jetit der VaUliaoiBchen Bibliothek einverleibte 
heraogliche Bibliothek su Urbino rahmend anführen, die mei- 
sten von der sp&ter daselbst angelegten öffentlichen obenge- 
nannten Sammlung ginslich schwelgen. Als Urblnat seigte 
Oemens XI« stets eine deutliche Vorliebe fnr diese seine 
Vaterstadt, und bethitigte sie unter andern durdi die Grün« 
düng einer Bibliothek im dasigen Blinorltenkloster um das 
Jahr 1720« Sie sollte lum Gebrauch nicht allein des iQosters, 
sondern auch der Universitfit und überhaupt der Bewohner 
dienen, und kann sowohl ihrem äussern als innem Werthe 
nach keineswegs unbedeutend gewesen sein« Die Reposito- 
rfen waren von Nnssbaum geschmackvoll gefertigt, und mit 
Gittern von Bisendrath ubenogen. Eine Menge Handschrif- 
ten, theils aus eigenen Mitteln vom Paj^st erkauft, theils aus 
seiner Privatbibliothek dahin versetit, sierte dieselbe, und 
ein späteres doppeltes Vermächtniss, des Bischofs Alexander 
FIdelis von Esino, so wie des päpstlichen Leibarstes GianH 
maria Lancial trug dazu bei, Ihre Zahl zu vergrössern. ') 
Dennoch verspricht der Papst in einem vom 12. Jul. 1720 
datirten Breve auch in Zukunft noch für ihre Vermehrung 
Sorge zu tragen, um auf diese Welse den Ruhm und Glanz 
Drbinos zu befördern, was freilich sein bald darauf erfolgter 
Tod vereitelte. Zugleich erthellt er die Erlaubniss, alle ketz^ 
rische Schriften und verbotene Bücher in ihr aubtellen zn 
können, jedoch In einem abgesonderten Lokal und unter 
Borgfiltiger Obacht vor unbefugtem Gebrauch.') 

▼alenza. 

Bibliothek des Capuciner- Klosters. In Folee der um die 
Mitte des 17. Jahrhunderts auf dem Mailändischen Gebiet 
stattgefundenen Kriegsunnihen war das ältere Kloster, wel- 
ches ausserhalb der Mauern von Valensa In der Diöces von 
Pavia lag, eingeäschert, und ein neues In der Nähe aufgebaut 
worden. Nach Voüenaung des letzteren wünschte man die 
verlassene Baustelle um einen Preis von ungefähr 100 Dnea« 
ten zu verkaufen, und dieses Geld für die Bibliothek des neu 



1) V. BaUsr. Magn. Rom. f. ejosd. Continaatlo. T. VI. p. d56*dS7. 

2) Hieraoi erbellt zogleich, dass nicht die ganze Bibliothek fon 
Laacisi an das Inttitat Ton S. Spirito in Sasiia kam , wie man nach 
Mme (Iter Ital. T. III. p. 170.) glaaben sollte. 

3) V. Ballar. Magn. Roman. T. VIU. p. 2U — 212. 



MW 

errichteten Klotteni aniaweadeii, wethdb mta sich mn ien 
Papst Innocenz X. wendete. Dieter giebt in einem unter 
dem 10. Decemb. 1649 datirten Breve seine Einwilligung cur 
Realisining dieses Plans, mit dem Beifügen, das Geld ent- 
weder sogleich sn diesem Zwecke zu verwenden, oder es bis 
dbhin in einer Banic oder bei einem dnrch Vermögen und Credit 
befthigten Privatmann anzulegen. ' ) 

Venosa. 
Bibliothek des Capuciner- Klosters» Silvio Afaranta hatte 
der Bibliothek dieses Klosters seine zahlreiche Sammlung 
vermacht. Da aber die Mönche den fiir sie weniger brauch^ 
baren Theil derselben zu verkaufen wünschten, so wendete 
sich in ihrem Namen der Provinzial an den Papst Urban Vlil. 
mit dem Gesuch, über diese Angelegenheit weiter zu ver- 
fügen. Dieser genehmigt in einem am 20. September 1651 
ausgefertigten Breve den Verkauf oder Tausch, vorausgesetzt, 
dass er mit Zustimmung der Erben des Testators geschehe, 
und verordnet zugleich, dass ein Theil davon an die Capuci- 
nerklöster von Bari und Terra Noja abgegeben werden solle.'} 

Spanien. 

Figueres. 
Bibliothek des Capuciner- Klosters. Dieses Kloster erhielt 
die Bibliothek des Vincenz Vilar, eines Theologen, durch 
Vermächtniss unter der Bedingimg, künftig jeden Monat eine 
Seelenmesse für den Testator zu lesen; im Weigerungsfalle 
•oUe die Bestimmung für null und nichtig angesehen, und 
über die Bücher anderweit seiner Verordnung gemäss verfugt 
werden. Sei es nun aber, dass diese Bibliothek wirklich lo 
wenig innem Werth hatte, oder dass sie von den Herren 
des Klosters nur so gering (100 Scudi) taxirt wurde , genug 
sie kamen bei Urban Vlll. mit einer Vorstellung ein, worin 
sie das Missverhältniss des zu ül>ernehmenden Onus und des 
dadurch zu erlangenden Gewinns darzustellen sidi bemühten. 
Hierauf erklärt dieser in einem vom 20. Juli 1626 datirten 
Breve, dass er in diesem Falle die Verwandlung des Onus 
einer monatlichen Messe in ein Aversion alquan tum von 200 
in verschiedenen Kirchen der Dlöces zu haltenden Messen 
für zulässig und den Willen des Testators nicht verletzend 
erachte 9 wonach man sich also zu richten habe. *} 

Salamanca. 
Bibliothek des Dominicaner -Klosters S. Stephani. Die 
Eriialtung und Vermeidung dieser Bücliersammlung^ welche 

1) V. BoUar. Capuccinor. T. IL p, 329. 

2) V. Bullariom Capvcdnor. T. IIL p. 110. 

3) V. Bollaiiimi Capocoinor. T. Y. p. dld 



im Lanfe mehrerer J«h#e keine Yergi^öMeroD;» irahl ab^ 
mehrfache Verluste erfahren hatte, war im Jahr 1596 deir 
Gefenatand einer Berathnn^ ^wm^den^ welche der damalige 
Prior und die atimmfiiliigea Mitglieder des Conventa mit eio» 
aader gehalten hatten» In Betracht der groaaen Aoitahl mm 
Studirenden, welclie afdi tbeila in demr Kkater adbat, thelb 
aof der damals sehr besuchten Unl?ersitat befanden ^ und des 
Umstandea, dass die Stadt öfters der Versammlungsort Ton 
Synoden und ConciUen su sein pflegte, weklie el>enfidls eine 
Menge Ton Literaten herbeizogen, hatten die Berathendea 
sicfa bald über die Nothwendigkeit einer Vermehrung ver» 
einigt, und es kam nur darauf an, die geeigneten Mittel 
dasu ansAndig an machen« Die deshalb gemachten Vorachlige 
gaben den Stoff zu einer Vorstellung, welche sie an den 
Magister Ckneralis des Dominicanerordena in ganz Spanien^ 
Sr, Hippolyt« Maria Becearia de Monte regali gelangen iiessen^ 
nnd in Folge deren mehrere gesetzliche Bestimmungen von 
Ihm gemacht wurden, die bis auf unsere Zeit gekonunen sind« 
9inen zufolge sollen, den eingegebenen Vorschlügen gemäss^ 
die Frieren des Klosters bei eintretendem Todesfalle eines 
Aellgiosea, dessen Bücher ganz oder theilweiae dem Kloater 
zufielen, diese letztem aoglelch in Beschlag nehmen, und 
deponiren« Sie sollen zugleich in drei gleiche Theile getheilt 
werden, nach dem Urthell des Priors und der Depositarien^ 
wovon der erstere dem Prior zum Privatgebrauch und für dit 
Abhaltung der Messen für die Seele des Verstorbenen anste- 
hen soll, die beiden anderp alnrr von ihnen Ferkauffc, und «na 
dem Erlös neue und brauclibare Biicher für die Bibliothek 
des Klosters angeschafik werden sollen, gleichviel, von'wd» 
eher Facultat sie seien. Welche Theile verkauft, und weldher 
vom Prior zunickbehalten werden soll, darüber soll das Looa 
entscheiden, über das neu AnzuschalTende aber der Ausspnich 
des Priors und der Magistri Im Kloster. Der Verkauf soll 
jedoch möglichst schnell bewerkstelligt werden, und darf sich 
nicht über Jahresfrist ausdehnen. Auf gleiche Weise können 
Bücher, welche dem Kloster angehören, aber sich an sehr 
entlegenen Orten befinden, so dass ihre Herbeischaffung mit 
vielen Schwierigkeiten verbunden sein würde, verkauft werden, 
falls man es für» nöthig erachtet, jedoch muss der Ertrag zu 
gleichem Zwecke verwendet werden. Der Prior soll einen 
der Religiösen ernennen, welchem die Uebernahme der in 
die Bibliothek zu stellenden Bücher, und die Einverleibung 
derselben in letztere, so wie auch die Schlüssel zu den an 
Ketten liegenden Büchern anvertraut werden können; er so wie 
der Prior ist für das Entwendete von Büchern verantwortlich« 
Doch kann er in gewissen, besondem und seltenen Fällen 
vom Prior ermächtigt werden, gewissen Religiösen dieses 
Klosters, nam^nüicfa den Magbtria und Docentea oder auch 



dem Prediger, welcher ingeslellt Itt^ ein Budi darauf iti 
leOien, htt jedoch die VerpRichtiing nach Veriauf von 8 Tagen 
ea wieder einsufordem, ao wie jene ea apätestens nach 
Verlanf einea Monata abzuliefern haben , widrig enfalla aie die 
Brlanbniaa verlieren sollen. Handachriften, welche den Hell- 
gloaen dea Kloatera 1>eaondera niitslich aein können, s. B* 
aeholaatiadie Schriften, Commentare über die h. Schrift von 
mnageaeichneten Verfaaaem, dürfen nicht verkauft werden, 
aollen aber unter obigen Bedingungen an die Kloaterbrüder 
snm Gebrauch gegeben werden. Empfangt einer von diesen 
eine oder swei solche Handschriften, so soll er einen eigen- 
händig unterschriebenen Empfangschein dariiber auaatellen, 
worauf lugleich die Aniahl der Blätter, welche jeder Codex 
hat, angegeben aein muaa; dieaer Schein bleibt bei den De» 
poaitarien in Verwahnmg, welche nach Verlauf von 4 Mona* 
ten daa Verliehene wieder snriickaufordem haben. 

Dieaes aind die hauptaächlichsten Bestimmungen über die 
Verwaltung dieser Bibliothek, so weit sie in einem Schreiben 
Baccariaa an den Prior und die Mönche des Klosters enthal- 
ten aind. Der Umatand, dass dieses Schreiben, um die 
pipafliche Sanction aeinea Inhalts zu erhalten, an Clemens VIIL 
geschickt wurde, dessen dariiber ausgestelltem Breve es an- 
gehängt ist, hat die Veröffentlichung deaaelben veranlasst^ 
indem ea aonst wahrscheinlich in irgend einem Archive ver- 
borgen liegen geblieben sein würde. ^) 

Man wird aua dem hier Gegebeneu schon hinreichend er^ 
aehen, daaa die Bnllarien so manche für die Geschichte langst 
verschwimdener Klosterbibliotheken wichtige Notis enthalten, 
obgleich meine Abaicht war, nur Proben su geben, ohne die 
ganie Auabeute su Tage zu fordern. 

Dresden. 

JQnuf GuH. 'Wogei. 



Die Kloster - Bibliothek In Klnsledeln 

In der SchnrelaE. 

Diese Bibliothek wurde schon oft von reisenden Gelehrten 
beschrieben. So von JUabülon im Iter germaniciim, von Cal- 
inei und Abt Gerbert in ihren Reiseberichten, von Hirsckmg 
In der „Beschreibung sehenswürdiger Bibliotheken Deutsch- 
lands.^^ CaUnet^ Abt Gerbert und Ziegelbauer (Hist. litter. 
o. 1. B.) beschreiben einzelne Handschriften; E, HaUer 
(Biblioth. der Schweis. Gesch.) beschreibt die meisten oder 

1) V. BoUariam Praedicator. T. Y. p. 565—597. 



dodi wklitiftteii aiSnera Mm*y welche tnf die Sdiweis Bemif 
liabeii« ADdere leratreute Nachrichten finden iich in MeuMl 
Känntlerleiikon Tom IK* p. 372 sq. — Helvetischer Kalender 
auf d. J. |1796. p. 117. — Peri% Archiv T. 1. IV. Yll. Einen 
kiirsen Anaziig des Handschriften -Katalog giebt 6. Himl 
Gatal. llbr. Mss. Lipsiae 1830. p. 660. 

Allein alle diese Beschreibnngen und Anssüge sind hdchsl 
unvollständig, nnxiiverlässig und einseitig, je nach dem Zwecke 
des jedesmaligen Darstellers. Es mögen daher hier einige 
luverlissige Nachrichten von der Geschichte und dem der» 
maligen Zustand dieser nicht unbernhmten B&cheirsammliing 
willkommen sein. 

1) Geschichte der Bibliothek. 

Der Ursprung derselben steigt lu der Stiftung des Klostert 
Einsiedeln in der Mitte des X. SaecuL hinan; poetische An» 
sieht möchte die Grundlage der Sammlung in jenen Biidieni 
suchen, welche S« Meinrad um d. J. 830 mit sich in diese 
Eindde nahm. Es war ein Missale , die Regel Benedikts und 
CSassian's ColUtionen. Gewiss ist, dass schon die ersten 
Mönche sich mit Biichem versahen und versehen mussten#. 
Die xwei. ersten Jahrhunderte seines Bestandes waren für 
Einsiedeln die glänzendsten. Es war eine Pflanischule gott« 
seliger und gelehrter Manner fiir die ganae Umgegend; die 
noch vorhandenen Handschriften beweisen, dass die verschie» 
densten Fächer menschlichen Wissens hier Pflege fanden. 
Als Muri gestiftet wurde, mhm BegmbaU auch Bücher von 
Einsiedein dorthin. >) 

Die Acta Murensia geben ein schönes Denkmal Ton dcar 
litterarischen Thätigkeit der Mönche im XI— XII. Jahrii« Sunt 
adhuc hie opnscnla libelloru satis utilia que oportet servare 
et meliorare et non destniere ••• Libros autem oportet nem/^ 
per descrUiere et angere et meliorare et omare et annotare 
cnni istis, nuia vita omninm spiritualium hominiun sine libris 
nihil est.^^ >) Daher wurden die Bücher in alterer Zeit als 
ein Theil des Kirchenschat^es geachtet und in Kapellen auf- 
bewahrt. Der Bibliotliekar hiess auch in Einsiedeln Custos 
oder Thesanrarius. ~ (vgl. Bbime Iter ItaL T. I.) 

Der grimmigste Feind der einsiedUseben Bibliothek war 
sn versdiiedenen Zeiten das Feuer« Im XI. Jahrh. schon 
brannte das IQoster ab, dann wieder sweimal sn Anfang des 
SIL Jahrii. — SU Ende des XV. — und sii Ende des XVI. 
Jahrh. Dieser letste Brand scheint der verderblichste gewe* 
nen zu sein. Reclwiet man dmu die Zeit des grossten Zer» 
falls Einsiedeins im XV. Jahrh«, die Reformation, wahrend 



i) Leetionarios autem vetnstos. et cnraariat antiqnior et über 
BegQle veneraat de celia lancti Meginndi. (Kopp acta Marentia p. 15.) 

2) Kopp acta Mar. p« 48« 



weldier das Klotler knge finii «ftiiz itnbewtiMii mr, idie 
Jahre to» 1796*— 18Q2, wShrend deren imi Kloster ebeiw 
fUEb Terhgseiiy imd die ganse Bibliothek weggeführt irar, ao 
darf man allerdings mit dem Vorhandenen so liemlich zu- 
frieden sein» 

Die meisten noch vorhandenen Mss« scheinen in der Mitte 
des XIV. Jahrh. neu eingebunden und gesammelt worden zu 
sein. Der damalige Tfaesaurarius HehiHeu$ ds Lig^r% — ht» 
zeichnete viele Handschriften mit seinem Nsmen und fngte 
historische und andere Notizen bei. Vielleicht war es auch 
er^ der die vielen zerstreuten Fragmente sammelte und in 
dickleibigen Bänden vereinigte. Denn iezt noch sind viele 
sogenannte Miscenan-Handschriften vorhanden^ In denen viele 
defekte vorkommen. Einige derselben waren auch ganz ver- 
kehrt eingebunden , und erschwerten daher die Untersnchnng 
des Textes nicht wenig. Dass die meisten alten HandsdirifU» 
zn gleicher Zeit eingebunden wurden ^ ergiebt sidi auch aus 
den auf die Deckel geklebten Pergament»Blittern^ denn diese 
rrdttciren sieh auf wenige Handschriften , die zu diesem 
Zwecke verwendet, und vi«n in neuster Zeit tbeilweise wieder 
hergesteHt wnrden. So z. B. ein Martyrologin S. XI« ein 
Terenz & IX— X. Actus apostoloru S. ViD. — eine Schrift 
des HtppocFStes S. IX. -^ ein ganz etgenthümliche« Ant^o» 
Barium S. XII. mit einer einzigen Musiklinie n« s. w. 

Seit der Wiederherstellung des Klosters im XVI. Jahrh» 
sorgten eine Reihe weiser und frommer Aebte mit allem Eifer 
für Aufnahme der Biichersammlung , auch win*den im XVU 
mid XVIL Jahrh. bedeutende Privatsammlungen, wie z« B. 
die des Oeachichtschreiliters Franc, GuiUhnanuM dem Kloster 
vermadit oder von demselben gekauft. Abt Augu9iin Hof* 
mmt (nsck 160J) vermehrte besonders das «^zetlseiie Facb 
mit Handsdiriften und gedruckten Weiten« Abt PUtMuM ReU 
numn bedacMe mehr das Jus und die Patrlstik; Abt Niklamm 
Imfeid baute im vorigen Jahrh. den jetzigen Bibllotlieksaal» 
Im gegenwirtigen Jahrh. hatte das Kloster lange darauf zn 
denken, for andere Bedinrfnlsse zn sorgen, da'Wlhrend d«r 
firanzös. Revtolution alle« . geplündert Wurde, Chat aber auch 
flftr die Bibliothek nicht Unbedeutendes. Beinahe die IBfifle 
der iezigen Biiehersammlong wm^e in dieser Periode aifge* 
«dialBt; und tiglich mdirt skh der Voirath.' 

Unter den frnhem Bibliothekaren setchAeten steh ausx 
der schon genannte Hemrku» ä9 Lfgertia oder v, Ligewz im 
XIV. Jahrh. Alberiu* de B&aetetten circa 14S0. Hat man 
aneh kehie bestimmten Nachriditen, dass er SSbBotbekar war, 
so ist ilmEi doch die Bibliothek fiir einige kostbare klassische 
Ilandschriften , die er hieherbrachte, grossen Dank 8<ihuldig. 
Er war Dekan des Klosters, nnd stand mit den indsteai 
Grossen und . Gelehrten seiner Zeit in BriefwechseU Dedika- 



iioDB «fiiMttpkire seiner liaadtclirifilidien Wcriee ßmäßu uUk 
iesl Dodi in der Vaticana, In Paria ^ Wien und Dreadca« 
Ztt Anfang des XVU. Jafarii. nefdmete aich ala ffibliathekar 
F, CkriUüph Hartmannj der Verfaaier des klaasiBchen Bocbet 
Annales Eremi, ans. Er Tersah mehrere Handaduriften nriS 
^ten, kritischen Noten, mid that vieles für das historische 
Fach. Im vorigen Jahrh» machte P. Malapert WeiBBÜngem 
in Strassbnrg, P. A, Feueritein dem E. Ualkr in fieniy 
P. Af. Symian an französische und italieniache Geleiurte schfitn«* 
hare Mittheilnngen. Früher noch verkehrte der gelehrte 
FimiduB Beding mit MabtUtm^ und verschafifte ihm Beiträge 
fir die Vet« Analecta. P. Anttm Huber veriksste einen Hand« 
scMllten» Katalog, der leider verloren ist« Der durch seine 
aase tischen Scliriften bekannte Abt Conrad Tanner war andi 
eine Zeitlang Bibliothdar, dodi in selir ongiinstiger Skiu 
Mehr leistete P. Mkhaei Doi9enbäch and P« Deminät 
Andermat- 

In den leisten Dezennien xetchnete sich der in Bäneh 
Caialogus riilimllchst enrihnte P. Xonrad HoUener vorsüg^ 
lieh ans, nnd die Bibliothek verdankt ihm sehr viel in Beeng 
auf ihissere Einrichtung nnd Anschaffmigen» Doch war dei< 
von Honet erwalmte Handschriften -CaUlog nicht, von ihm, 
sondeni von einem Anfanger in der Diplomalik verfiisst, datier 
sieh mehrere selir verceiMiche Fehler in denselben «nd rem 
da auch in Hänels Auszug einschlichen. P. HoUUmer starb 
hn J. 1830, ihm folgte P. Memrad Käün^ jetzt Prior des 
BenedikUnerstifts S. Stephan in Augsburg. Seine Amtszeit» 
fiel in die unglücklichste Epoche, da der Kanton Sckwyz voä- 
immerwahrenden Innern Uiuiihen helmgesuclit, und besonn 
dcrs das Kloster Einsiedeln grossen Gefahren ausgesetzt war*^ 
Nadidem P. MaUn nach Augsburg abgerufen wurde, trat, Im 
Heitet 1695, der Unterzeichnete an seine Stelle. Bs war 
seitdem siein HauptgeschMft die Alterthiimer, sowohl liand-^ 
schrifdiche als geomckte, zu ordnen nnd kritisch zu 1>eleiich«^ 
ten, ohne jedoch den iibrigen Theil der Bibliothek zu vciw- 
nachlissigen. Diese Arbeiten setzen ihn denn andi In deir 
Stnnd, folgende Mitdieilimgen iil>er den gegenwärtigen Bei- 
stand dieser Sammlung zu geben. 

Gegenwärtiger Bestand der Bibliothek. 

Die vrlssetisdiafilich geordnete, in einem grandlosen, aber 
noch nnvoUoideten Sasle aufgestellte Bibliothek zlhlt, nacli 
unlängst vorgenommener Zaldimg, etwa 21,900 Bände« BeclH; 
nen wir dazu die Bibliothek des Gymnashims, welche nur* 
klassische Litteratnr berudcslditlgt; die des Semlnariums, imd^ 
gar die Priwütsamrolungcn des H. Abts und der IConvetitaalen, 
zo dürfte sich diese Zahl bedeutend erhShen« ObwoM nun 
die Doubletten und mehrere tausend Bände unbrauchbarer 
Werke ausgesdiieden wurden, so ist doch unter obigea 



n^OOO Biaden noch eine hfibiche Zahl nnbedenteBder imd 
QiiBÜtser Dinge einbegriffen« Sondern ^r nun diese Matte 
in drei lOassen, in Handadiriflen , Inkunabeln im weitem 
Sinne y und andre gedruckte Bucher , imd spredien wir zu« 
erst Ton den 

L Handschriften. 

Ihre Zahl beläiift sich auf etwa 840 Bande oder Num« 
mem, weldie einige tausend Artikel enthalten. Die Samm- 
lung serfiOlt in drei Theile. N. 1—360 begreift die Mem- 
bran-Handschriften und, mit wenijren Ausnahmen , diejenigen 
▼or dem XVL Jahrhundert , N. 360 — 500 diejenigen , welche 
sich auf Geschichte, Tonräglich Schweizergeschichte beziehen; 
«Ue übrigen endlich neuere Handschriften seit der Reforma« 
Honsepoche bis Saec. XIX. Diese letztere Parthie bietet 
wenig Bedeutendes dar. Dazu mag man nodi die zunfidist 
auf Klostergesdüdite bezüglichen Handschriften im Archive 
rechnen, die sich aber mehr durch Innern Werth als Zahl 
auszeichnen. Die Torznglichsten Theile dieser Samraltmg sind 
im Allgemeinen Patristik, Andachtsbucher des XV. und 
XVI« Jiät'h. in Frankreich und den Niederlanden geschrieben 
und mit den herrlichsten Miniaturen ausgestattet, mehrere 
sehr gute. Codices italienischer Gelehrter aus der Periode der 
wiedererwachten Wissenschaft, wenige, aber vortreffliche rö- 
mische Klassiker, imd bedeutende Sammlungen der Vitae 
Sanctonim. 

Dagegen fehlt es fkst ganz an griechischen Codices, an 
altdeutschen Dichtwerken , und an reskribirten Handschriften^ 
deren nur eine vorhanden ist, die zudem nichts Bedeutendez 
scheint. Die meisten Mss. sind ans dem XI. und XII. Jahrlu 
und wohl grösstentheils in Einsiedeln selbst geschrieben. 
Andre Codices stammen von dem schon erwihnten Dekan 
A. BomteUeHy andre aus der Bibliothek des Jesuiten-Cdle» 
dwns in Beilenz, welches zu Anfang des XVII. Jahrh. an 
Einsiedeln überging; andre aiui der Bibliothek von St. Ge- 
rold im Vorarlberg. Diess war seit uralter Zeit eine Ein- 
siedeln zugehörige Probstei und zugleich ein Ruhesitz für 
emerltirte, gelehrte Minner. Daher war die doKige Budieiw 
Sammlung eine Zeitlang so ansehnlich, dass sie beinahe der» 
jenigen von Eihsledeln gleichkam, in einigen Zweigen sie 
üliertrafi In neuerer Zeit wurde aber das Beste ans jener 
Bibliothek hieher gebracht. Einen ansehnlichen Handschriften- 
kanf scheint Abt Augusiin IL um 1601 aua niederländischen 
Klöstern gemacht zu haben, andere Codices, namentlidi die 
Horae B. Marlae, kamen durch Schenkung an's Kloster. Ana 
dem XIV. Jahrhundert ist ebenfalls ein VerzeidiniBB einer 
aolchen Vergabung vorhanden« 

(Beichlati folgt.) 
Verleger ; T. 0. fFeigel io Letpztg. Druck von C. P. Meizer. 




(Hf^tifi 

für 

Blblfotli6lnri88eiiseh^ Hudseliriflteiii^ und 

fitere Utteratnr. 

Im Vereine mit Bibliothekaren mid Uttertturfreimden 

heramgegeben 

TOA 

Dr. Hobert Bfaumaun. 

J\ß 23. Leipzig, den 15. Deeember 1840# 



lie blason des Heretlqnes, Ton Pierre 

Oring^olre. 

Dieses ffegen die Kirchenreform gerichtete Gedicht erschien 
im Jahr l5^, auf 14 Blättern oder 26 Seiten , gothisch, a b 
c d sum Cnstos habend, anbeschnitten 7 Zoll hoch und a Zoll 
breit. Auf dem Titelblatt zeigt sich eine satyrische Figur, 
einen Mann Torstellend, der in der rechten Hand eine Fahne, 
und in der linken Schaufel und Spaten trägt« 

Zwei herabhängende Taschen enthalten, die eine Schlangen, 
die andere Ratzen, die sich seinem Innern zukehren, uro es 
sn stechen und zu zernagen« Aus der Brust fahren ihm 
Flammen heraus : daneben sieht man die Hälfte eines Buches. 
Der Oberkörper ist bewaffnet, und am Halse hängt eine Ring- 
kette« Ueber der Figur steht der Titel, unter derselben die 
Worte: de par la court« Die Kehrseite dieses ersten Blattes 
enthält das Tom 21sten Deeember 1524 datirte Prifilegium; 
imd nach der Seite 3 befindlichen Erklärung des Titelknpfers, 
deasen Verfertiger sich durch ein unten befindliches Mono- 
gramm /^ kenntlich gemacht, >) fKngt anf derRfiekseite ds 

zweiten Blattes das Gedicht an« Im Jahr 1632 wurde davon 
ein neuer Abdruck in Chartres veranstaltet, der 31 Seiten in 
8vo stark ist und auch das Titelblatt der ersten Ausgabe 
reproducirt. Da die Auflage aber nur zu 66 Exemplaren ge- 
macht worden, so bleibt gegenwärtige Schrift dennoch eine 
grosse Seltenheit« 

1) Sadi CiiriBl p. aSG. No. IV. ist es das von Jok SOmniU 

23 



«64 

Pi$rre Gringobre^^y der Veifaster denelbeD, war Wappen« 
henAd dea Henoga Anton von Lothringen , dem er auch 
diese aeine Schrift dedicirte: es ist diess derselbe Fürst, der 
sich im folgenden Jahre 1525 durch seine gransame Behand- 
lung der rebellischen Bauern im Elsass so bekannt gemacht hat. 
Daa in dem Titel befindlidie Wort blasen hat hier den 
Sinn eines ausschliesslichen Tadels , so wie es sonst gerade 
den entgegengeaelBtea ^ nimlich den eines nnliegrenxten Lo- 
bes hat»') 

Was das Thema selbst anbelangt so ist es folgendes: die 
Lutheraner wollen Jesu Lehre omstossen; das ml aber den 
Gliubigen nicht allzu ängstlich machen, denn diess ist weiter 
nichts ala ein Mittel, dessen sich die Vorsehung bedient, um 
die wahren Ghriaten für Lehre und Ausübung der Pflicht mehr 
KU begeistern. Die Quelle der Häresie sei aUzugrosses Selbst 
▼ertrauen in eigene Einsicht, und Pochen auf individuelle 
Meinung im Gegensatz der durch die Oberhäupter der strei- 
tenden Kirche und durch die hdUgen Lehrer aufgestellten 
Qlaubensaätze. — Nun folgt eine lange Aufzählung der ver- 
schiedenen Häresien in der christlichen Kirche bis auf seine 
Zelt; hie und da mit einzelnen praktischen Bemerkungen 
dnrchflochten; wie z. B. nach der Schilderung der Gnostiker, 
die hier eoustici heissen, bemerkt er: 
So! est qui cuyde estre trop saige, 
gens moderez sont repetez sciens. 
Auch Mahomet erhält eine Stelle in dieser Ketzer^Gralerle« 
Macbomet fat ung deuveor dn monde, 
propbete faubr de Satham messaigier 
et President de antecrist mensougier, 
ficr et pervers hereticque en coaraige .... 
nnd doch hätte der Araber diese Ehre, nach des Verfassers 
vorangestellter Schilderung der Häretiker, nicht wohl ver^ 
dient, denn: 

il fist sa constitotion 
Sans argamens , ne disputation . . . 
Deber die Hinrichtung der Tempelherrn heisst es hier: 
La caose fat pour ce qa^lz coofesserent 
que 6ur la croix tressaincte tous crachereat, 
1e desprisaot comme en erreur confis, 
ol»probre ayans da beaoist crucifiz. 
Nach der Erzählung der Hussitischen Händel folgt die 
Bemerkung, dass die Häresien in Kriegszeiten und aus Stols 
entstehen. Es giebt, sagt der Verfasser, drei verschiedene 
Zustände, die sich im menschlichen Leben stets wiederholen : 
üeberfluss erzeugt Debermuth und- Krieg, und hat Demüthi- 
gung zur Folge: dieArmnth erzengt Vorsicht imd bescheidene 

1) s. Biogr. Univ. Th. XVIII 8. 513. 

2) a. Blasoat • • publik par Mr. Ma^. ta09. Avwtiaeineat. 



ThMi^eli: 4«r Miie WobkUtad führt «ber wfederiiin su Zank 
und StreiU Sonit versiegt die Quelle verwegener Meinungen 
SU keiner Zeit« 

Von Luther weiss er nicht genug iibels zu reden: 
eollecteur est d'ber6sie$ pass^os • • . • 
und das Gemälde, das er von ihm entwirft, mochte wohl das 
Seinige beigetragen haben 9 nm den Heraog so sehr gegen 
die Lutheraner etnsunehmen. 

Der eifrige Mann macht aber selbst einen groben Schnitzer, 
iadem er von der Mntter Jesu sagt: ,,A sa pricre eile »tia 
Teau en vin/^ und^ wie Weisslingerisch lilingt nicht folgende 
Condusion : 

Ainsi Luther ses coasors et rassanlx 

viveot aiosi quo eo oag tocai les ponrceanlx .... 

Bas Ganze schliesst eine allgemeine Ermahnung: den schäd- 
lichen Irrthum zu lliehn und dem Glauben, der allein zur 
SeilgkeH fTihrt, treu anzuhängen. 

Prof. ^« KF. Strohel in Strassburg. 



Coniplainte et Enseignements de JFrauf^a Oarin^ 

Paris. 1832. 4. 41 Blätter, iigurirter Nachdruck der 1495 
erschienenen Ausgabe desselben Werices; Titel und Vor- 
rede 10 Seiten. 

Gegenwärtiges Gedicht, das vom Jahr 1460 datirt, hat 
einen reellen Werth für die Geschichte der französischen 
Kirche vor der Reformation durch einen der bittersten Aus- 
falle, die je in der katholischen Kirche gegen das Cöllbat 
ODtemommen worden sind: ein Umstand, den freilich der 
Titel nicht geradezu vermuthen lässt. Von den fünf frühem 
Aasgaben, die der Herausgeber Durand de Lanqon angiebt, 
kaben sich so wenig Exemplare erhalten, dass er vermuthet, 
das Buch sei absichtlich von frommen Eiferern zerstört wor- 
den; der neue Abdruck zählt nur hundert Exemplare. 

Folgendes ist die Veranlassung zur Abfassung gegenwärti- 
gen Werkes: Franqoh Garm lebte um die Mitte des fünfzehn- 
ten Jahrhunderts in Lyon. Er war Wechsler, und seine Ge- 
achifte waren lange Zeit so blühend, dass er einer völlig 
M»rgenlosen Zukunft glaubte entgegensehn zu können; aber 
schnell und unerwartet walzte sich der Sturm des Unglückes 
äl>er ihn her. Er erlitt grosse Verluste; harte Schuldherren 
«ahmen weg, was ihm noch an Habe übrig geblieben war; 
«elbat diejenigen, welche, so lang es ihm wohl ging, ihn 
Freund genannt^ feriiesaen ihn, einer nach dem andern. 

Dem Jannser und Unmuth, die sein Innrea aufregten, suchte 

23» 



•^' 



er nun dadurch Luft lu madien, dut er seinen Znttmd 
•diriftlich Bebildert: er ftilui eine schmersliche Klage 
über das ihm Widerfabrene, und fugt derselben eine lehr- 
reiche Abhandlung bei, die seinem Sohn als Fuhrer 
durch die Welt dienen soll; auf diese folgt dann obbenannte 
schwere Rüge. 

1. Rührend beldagt sich der verarmte Mann über seine so 
hässlich getauschten Hoffnungen, und wirft sich allsugrosse 
Oifenherziglceit und FreigebiglLeit vor. Er zählt dann die 
Umstände auf, die ein gesammeltes VermSgen su Grunde 
richten iLÖnnen, imd schmählt seine Freunde, die ihn Ter- 

liessen, wie 

le rossignol ponr la chaleor 

an jariiin visat apr^s i^iver; 

si tost quo il scent la froideor 

fuil, et s^ea va en temps divers. 
So handle doch der Adel nicht, der sich gegenseitig mit 
Leib, Leben und Gut beistehe« Dann schöpft er Kraft aus 
dem Gedan1[en: dass man sich in das Unvermeidliche mit 
Ckduld schiclLen müsse, und dass Gott durch die ihm znge« 
sendete Widerwirtigiceit moralische Zwecl^e an ihm habe er- 
reichen wollen. UnvolllLommenheit und Wandelbarlceit sei ja 
überdiess das Loos alles Menschlichen. Auch sei noch ein 
herrliches Rettungsmittel übrig geblieben, nämlich 

eo bon voaloir et en scicnee 

qui veut loyaalte observer, 

ne peut veoir en mendiance. 

2. Die Belehrungen 9 die er seinem Sohne ertheUt, den 
des Vaters Schaden lilug machen soll, zeigen viel richtigen 
Verstand und sind recht anmnthig su lesen. 

3. Bisher war das Gedicht in achtzeiligen Stanzen abge- 
fasst; nun kommt in fortlaufender Form eine Betrachtung 
über den Nutzen, den das Ungliiclc hat, insofern es zur Kennt- 
niss Gottes und der Menschen führet, dann Bemerkimgen 
über die Leitungen Gottes und ' die Weltregierung, wo er 
u. a. sagt: 

dien monstre qn^il est vrsy seigpienr 

par ane bien petite flenr 

qua nol aotre ne sauroit faire; 
dann über die Ehe , als die älteste Anordnung Gottes. Nach- 
dem er über die häufige Entwürdigung derselben seinen 
scharfen Tadel ausgesprochen hat, fährt er auf folgende 
Weise fort: 

„Warum mnss aber auch die Ehre des edelsten Standet 
^ der Welt, den man rein und nnbeflec][t erhalten sollte, 
9,zu Grande gehn! Kehren wir zurücl^ zu dem Gesetz der 
9,Natur, mit Uebergehung des gesdhriebenen. Man weiss sehr 
^wohl, woher diess Uebel kommt; ein andres Gesetz mnss 



as7 

^ytu^efanden werden; waren die Priester ^henrathet, so 
yyWÜrden sie ihr Heil in der Elie suchen • • • Voa ihrem Wesen, 
,,wie sie's treiben, miiss ich nun erzühlen/^ 

Hier folget nun, mit Ueberg^ehung einiger allznstarlcen 
Stellen 9 mehreres iiber diesen Gegenstand gesagte: 

Tres pea en soot qa^en cfaastet^ 

paissent vivre, cVst verit^; 

plus part ia vie da coq maianeot; 

Se^) nVst merveilles se ils agmeat 

boire, manger, dormir, chanter, 

avec geliaes depoarter'): 

la vie da coq si est teile 

qae ilz troovent bonne et belle, 

et plas que mores ont de femmes 

£a yver foat lears grandt gibiers, 

quant ses femmes vont aux mousUers 

au son de la premi^re messe; 

Lors est la nuyt eocore espesse: 

nul ne cognoit gens par les raes, 

oü veulient aller ne soat veoes, 

et aux mousiiers bieo pea l'oo voit» 

Sans lamiere nafz ny congaoit: 

taut de voyes obscnres y sont 

qui vont et aval et amont, 

par ou s^en vont ies desvoy^s 

povres de sens et mal beui*ez, 

pour eulx desdayre lyement 

des prestres parier pnrement. 

Qaant ses femmes sont revenues 

de bien parier ne sont pas mues; 

induittes sont de fanlx langaiges 

de aolx qai en seavent Tasaige; 

entendre ä leors marys fönt 

que la messe ouye ont 

et en bonne devocion. 

O la grande decepcion 

Wie oft, fahrt er fort, thun nicht Frauen, zufolge eines 
Einverständnisses mit einem Priester, den sie kennen, Gelübde, 
die gelöst werden müssen. Es ist die Rede von einer Wall- 
lUurt in die Nähe, der Mann ist es zufrieden und bittet selbst 
den freundlichen Herrn, seine Ehehälfte zu begleiten. Dieser 
laazt sich zuerst hmge bitten , ehe er einwilligt* . Nun gehts 
fort; der Tag — geht gar sdinell und lustig vorüber, und 
XU Haua weisen sie mit einem stattlichen Nachtimbiss em- 
pfangen^ den der sorgfältige Ehemann hat anordnen lassen! — 

1) So. 

2) Sich vergnügen. 



SM 

Bei ErwShnniig der Wallfihrten macht er daa» feilende 
BemerkiiDg: 

Les saiDs et sainctes que Ton troove 
■oavellemeot, saas grande proove» 
et semblablemeot des yoiaiges 
pour faire neufz pelerUiaiges, 
je ne scay eateadre comment 
Ton Y donoe coDsentemeot, 
car grandement y peot errer 
le peuple« et ydolalrer; 
mains miracles sont eontroovez 
qui debvroient estre reprouvez : 
grant chose est proover ODg aaint: 
pour dMeellajr estre eertain 
il y convieni bons astrologues 
avaot qu'oo y donoe les vogues 
voyremeut ea philosopbie 
des plus expers une partie. 
Mains corps sont honoorc^s sar terre 
dont Ton p^urroit en enfer gaen*e 
les ames et 011 plus parfoot. ') 
Gens d^esglise nouveaux sains fönt 
aucuneffbis per avarice 
d'un simple bons ^) rüde et nice .... 

Nun kommt eine aeharfe Ahndnng des Eugellosen Lebens 
bei den Gastmählern, welche Priester in ihren Häusern hal- 
ten; der grossen Kosten bei Begräbnissen reicher Verstorbe- 
nen; des ausschliesslichen Verleihens hoher Kirchenwürden 
an bemittelte Candidaten , was ganz gegen den Willen der- 
jenigen Personen geschehe, welche solche Präbenden stifteten 
— allen diesen Missbräuchen, sagt CrorMi, kann nur dadurch 
abgeholfen werden, dass die Priester sich Yerheimithen. Ueber- 
diess sollte auch die Zahl derselben vermindert, und durch 
die damit gewonnenen Renten das Loos des armen, so sehr 
gedrückten Volks erleichtert werden. 

Ein Generalconcilium, meint er, konnte diess alles 
bewerkstelligen, überdiess noch den leidigen Nonnenstand 
abschaffen, und alle Exkommunikationen verbieten. 

Der Tag des Gerichts sei ja schon nahe: die Zeichen die 
ihm vorhergehn sollen, wären schon zum Theil sichtbar, und 
der Antichrist bereite seinen Einzug in die Welt. 

Das Gedicht schliesst mit einer Beschreibung des jüngsten 
Gerichts. 

Prot JL. W. StrebeL 

1) Wo es am tiefsten ist 

2) Mensch, Mann. 



me MlMter - BlUiottiAtL in KliiMledelii 

in der Schweiz. 

> 

(Betekloas.) 

Die Handschriften sind mit fortlaufenden Nummern be- 
seichnet find systematisch geordnet, insoweit diess bei Wer-* 
ken angeht, die oft so viele und verschiedenartige Artikel 
enthalten. l)ie Niimeration wechselte schon im vorigen Jahrh« 
einigemal; auch die in HäneU Catalog war nur provisorisch 
und wurde schon von P. Holdener geändert. Aeltere Ver- 
Beichnisse sind keine vorhanden , lezt aber erleichtert ein 
vierfaches Yerzeicimiss das Aufsuchen, nämlich ein alphabeti- 
sches, ein systematisches, ein nach den Nummern fortlaufen- 
des und ein kuraer Auszug des grossen Katalogs. Doch fehlt 
anch diesen Katalogen noch manches zur Vollständigkeit. 

Die Handschriften wurden schon vielfaltig benutzt; so von 
Chr. Hartmann und andern zur Geschichte von KJnsiedeln, 
von Aegid Tschudi,: von Arx^ Zurlaube^ Joh. Müller ^ A* 
Henne und andern zu ihren eidgenössischen Geschichten. 
Mabillon gab in den vet. analecta aus dieser Sammlung die 
Vita S. Theoderiti — ad Gaufridum Carmen pro papa — Pirmimi 
Scarapsus de IL vet. et nov. Testamenti — fnscriptiones Ro- 
manae et Descriptio urbis romae (freilich verkelirt gcnug)^ 
Ruinart benützte die Vita S. Pionii fiir seine Acta Martyrnm. 
Graf^ Massmany Lassberg ^ Ettmüller beuteten die altdeut- 
schen Codices ans, Hessen aber noch eine schöne Nachlese 
xoruck. Abt Qerbert benutzte die liturgischen und musikali- 
schen Handschriften, ilfone, Dümge^ Böhmer und PMz fanden 
hier Beiträge für die Monumenta vet. Germ«r J. L> Oretli 
verglich die Handschriften des Cicero, Livius, Aratus, Ger- 
lach den Salust, Dr. Jahn den Jnvenal, Dr. Saupp^ wieder 
den Livins, Wakemagel und Lassberg den Schwabenspiegel, 
Dr. Hepp und Reimarus aus Tübingen den Isidonis, Andere 
Anderes. Ich selbst verglich nicht bloss viele Codices, son- 
dern eopirte auch mehrere, und sammelte aus den übrigen 
einen schönen Vorrath von Spicilegils. Doch bleibt noch 
vieles zu tliun. 

Ein Verzeichniss der Handschriften würde hier viel in 
weit führen. Es mag genügen, einige wenige von Häwsl über- 
gangene anzuführen. 
Orosil histovia. S. Xi. 
Germanid Aratea. S. X. 

AratorComenti^metricns in Acta Apostolorii S. X. 
Salamonis Epi Lexicon. S. Xlf. 

Theoduli ecloga. (2 Exerapl.) mit und ohne Kommentar. S. XII« 
Rhabaai Mauri Poemata. S. X. 
Aldhelmi Aenigmata. S. XI — X. 
Deutsd&es Messbuch vom i. 1381. mbr. 



J 



S^Mltt hilBiiiiae sd« iÜMitt nrii treltteher Ventening. SU BV. 

GlotBuriu latino iheotiscu. Dasselbe das Oerbert als Glossae 
S« Blasianae, und Hofmanii als GL Trevirenses heraus- 
gab. S. XU. 

Ileipbricus de computo. S. Xf. 
Olfenbariingeii einer Nonne. S. Xllt. 
Predigten von Dominikanermönchen. S. XIH. 
Breviaria Antiphonaria. Missalia plura et antfquissima. 
Turpini victa Caroli M. S. XV. 
J. de Sacrobosco sphaera. S. XUI. 
Hemm0rli gegen die LoUharden. S. XV. 
Frowin de libero arbitrio. S. XII. 

■ de oratione dorn. S. XIL 
Vita S. Udalrici — S. Magni — et plures aliae. 
Abailardi de sie et non sie. S. XII. 
Ilucbaldus de mnsica (2 ExempL). 
Bfartinns Polonus. S. XIV. 
Aeneae Sylvii plura opera. S. XV. 
Barthol. Anglici de proprietate reru. S. XIII« 
Dionjsii Periegesis Prisciano interprete. S. X. 
Nicodemi Eyangeliu. (4 Codices.) S. IX— XI. 

Prudentius. (4 ExempL) S. X— XI. 

£uticii de verbo et nomine. 2 ExempL S. XI. 

Bucellni Gallia mariana. Antograph« 

Hans Sachs 5 Komödien. 1545« 

Murner Badeüdirt. 1545. 

Fr. Guilliman Chronicon autographu ineditu. 

■■ ' epistolae ineditae. 
Pistorii Epistolae autographae. 
Oben Chronik v. Reichenan. S. XVII. 
Tschudi (Aeg.) Chronik der Schweiz imter den Römern« (Autogr.) 

Opera ascetica III Codices (S* VIII.) miscellanei. 
Honorii Augustodunensis Imago mundi. S. XIII. 
Sedolii Scod super Hieronymi praefationes in IL S« Scripturae« 
S. X. (Cod. fere unicus.) 

Prosperi de yita contemplativa contra coUatorem« S« XI. 

8* Beaedicti regnla. plura et antiquissima Exemplaria* S« VIII 

Martyrologifi. S. IX— X. 

Gualter Burlei de vita et moribns Philos. et Poetarii. S. XV. 
Tancredi Provinciale seu registru Romanae cnriae. S. XIII« 
Glossae in Priscianu et alios plures libros. S, XI. 
Gasparini Epistolae. codex elegans. S. XV. 
Comentarii phires in varios 11. Bibliae. S. X— XV. 
Carmen de genesi. (circa 2000 versus) S. XIL inedltum. 
de voce. 



«^ TV«,«. MW 

Gallien! opera medica. S. IX et XIU. 



W 5> W 



TliOftnkil iMgvge — lUppocntls AphorUmi — Über Urinarfi. 

PhllareÜ L piiltiiam« 8. XHI. 
Psierii Expoiitio in Vet. TesUm. S. XI. 
Amalsrii L de divink Officiia. &. XL 
Guide Fabe Suainia dicUminis. S. XHI. 
Jnliani ToletaDi. T. III PrognosÜcon fttturi aeculi. S. X. 
Galeaii Vicecomltii Codex Decretorii. S. XIV* 
Centonei Virgilii. S. XV. 

BurlKardi Cannen de computo ecdetiaitico« S« XV« (Cod* iinicua) 
Ovidiua de amoris remedio. S. XV. 

Remi^i Antlsaiod. Comment. in Matheum inediiiui» S. XI« 
Eotropius et PaoL Diae. 1479. 
Caaaiani Collationea« S« X« 
ViUe Patrfi. S. IX« 

Von den h. dry Kfingen« liem Von den atben wisen Mei- 
stern. 1462. 
Ariatotelea Brief an Alexander« In Versen« S. XV* 
Kuntsi Chronik des Ziircherkriegs 1444 und des Kappeler- 
kriegs. 1&31. S. XVI. Cod. uniais. 
Bender und Freybnrger Chronik v. 1409. 
Ito Camotiensis Panonniae TT. VIII« 8« XU. 
Raimundi Summa decreti. S. XIII. 

eadem metrice per mgnn Adamum. 8. XIII« 

Horae cu picturis nitidis. etwa 10 Exemplare« 8« XV— XVI. 

Ein schöner Koran. 8. 

Palmblatter mit tamulischer oder malabarischer 8durift« 

Doch ein solches Verzeichniss mdchte wie gesagt su weit 
führen. Ich bemerke daher nur noch, dass auch dieser 
Theil der Sammlung sich in den letiten Jahren bedeutend 
gemehrt hat« 

2. Inkunabeln« 

Ich nehme das Wort im weitesten Sinne und begreife 
darunter die gedruci^ten Werl[e von Erfindung der Buchdrucker- 
kunst bis sum J. 1520. Friiher waren diese Werke nidit 
gesondert, man sonderte sie erst su Ende des vorigen Jahr« 
hunderts , als dieser Litteraturaweig einen so gewaltigen Auf- 
schwung nahm. Die gegenwärtige Sammlung serftllt in swei 
Hnuptabtheilungen. in Biicher die vor 1501 und in solche 
die von 1500— 1520 gednickt sind. Beide Abtheilungen sSh«- 
len in mehr als 900 Binden 1300 Artikel, welche sur Hfilfte 
Jeder Abtheilong angehören. Auch diese Sammlung ist drei* 
fiich catalogisirt und siemlich genau kritisdi gemustert« 

Sie bietet wohl manches Unbekannte , doch von geringer 
Bedeutung. Die besten Stucke giengen in der Revolutions« 
scit verloren, oder kamen an den bekannten Bibliomanen, 
Zunftmeister Heidegger in Zürich« Die ältesten vorhandenen 
Siocke sind einice Bibeln s« L e« a« Ein xylographisches 
Leben St. Mebaw^ das aber bereits bekannt ist. Fragmente 



eines uif Pergament gedruckten Donats, ror 1460. ¥•■ 

deutschen Bibeln sind hier die erste, siebente, neunte, zehnte, 
eiUlte. Deutsche Inikunabeln sind etwa sechsxig« Besondre 
Erwähnung verdient (Scliradins) „E ClironeglL des Iciergs^^ 
(SchwabenlLriegs) Sursee läOO.^^ //ref</eii6iicA« Reisen. Meynt« 
i486. I7. BichetUhal Beschr* des Consils von Coatentz* 
Augs« Sorg. 1483. 

Stüclce, die in Panter fehlen, sind etwa hundertaditsig 
vorhanden. Es ahad grosstentheils in Rom au Ende den 
XV. Saec. gedruciLte Pie9en und Juridische Werlie aus dem 
Anfkng Saec. XVI« Da aber die Liebhaberei fiir dieses Fach 
so sehr abgenommen hat, so wird ein gedrucktes Verzeich* 
niss dieser Werlie schwerlich verlangt werden. Uebrigens 
ist auch diese Sammlung systematisch nach dem Inhalt geord« 
net, und mit fortlaufenden Nummern bezeichnet. Bedeuten» 
den Zufluss erhielt sie ebenfalls aus den Bibliotheken in S. 
Gerold und Bellenz. Der Brand von 1577 scheint indessen 
mehr diesem Fache als selbst den Handschriften gesdiadei 
zu haben. Ein Verzeichniss der damals verbrannten Bücher 
ist noch vorhanden, doch ist nicht angegeben ob es gedruckte 
oder geschriebene Biiclier waren. Anch giebt jenes Verzeich-* 
niss wenig Interessantes. 

3. Die eigentliche Bibliothek. 

So gut auch einige Fficher bestellt sind, so bedeutende 
Liicken finden sich in andern. Theologie und (beschichte 
bilden den Kern der Sammlung und sind mit grossem Werken 
reichlich ausgestattet. Einerseits bildet die Kirchengesdiidite, 
anderseits das kanonische und Civilrecht den Uebergang. 
Philosophie und Philologie haben ihre Stellung nicht im Haupt- 
saale. Da von jeher mehr auf Gebrauch als Pracht der Samm- 
lung gesehen wurde, so finden sich wenige eigentliche Selten- 
heiten unter dieser Menge von Büchern. Pergamentdmcke 
sind nur zween vorlianden, der eine mit vortrefflichen Mah-* 
lereien. Aldinen sind etwa zwanzig, die seltenste derselben 
ein Theokrit und vom J. 1495. f. Ebenso viele Juntinen imd 
etwas mehr Elzevirs. 

Noch ist über diesen Haupttheil der Bibliothek kein volI<- 
atindiger Katalog vorhanden. Die Vermehrung der Sammlung 
hängt fast ausschliesslich von der jedesmaligen Neigung des 
Abtes fiir oder gegen Litteratur ab, da kein besondrer Fond 
für die Bibliotliek angevrieaen ist. Früher, als noch eine 
bedeutende Druckerei im Kloster bestand, wurde der Ertrag 
derselben grosstentheils zum Ankauf neuer Bücher verwendet, 
doch diese Quelle ist seit der französischen Bevoliitioii ver« 
stopft. Man hat dem Kloster oft den Vorwurf gemacht, es 
verwende zn wenig für Litteratur. Ohne von fräem Zeitc5ii 
sn apredien, kann ich versichern, dass nur in den letzten 
Jahren über dreilausend B&nde in die BiUiothek kusen. 



woniHter die vortreflllcliftten Werke, wofnr auch efaiige tairaead 
Oalden ausgelegt wurden, was bei den ungemein schwterigea 
Zeitnmatänden Anertcenniing verdient« 

Mag es auffallen, dasa ans dem grossen Kloster Eünsiedeln 
Bisher so wenige Männer in der Litteratnr sich auszeichneten, 
so ist der Grund vorzüglich darin zu suchen, dass die Wall- 
fkhrt, die Pflege von etwa 100,000 Pilgern, die jahrlich hfeher 
wallen, die KrSfte der Konventnalen so sehr in Anspruch 
nimmt und auf andre Zweige der Thatigkeit richtet, dass in 
litterarischer Beziehnng nie vieles von Einsiedeln zu erwap« 
ten ist. 

Dennoch hatte es seinen klassischen Oeschichtschreiber in 
Ck. Hartmann trad A. Bongtetien^ und andre grnndlidie Ge« 
schichtsforscher, seinen berühmten Theologen Augustin Ke* 
dingj seinen unermüdeten Diplomatiker Fkatdas Rsumamn^ 
der nicht nur das Arohiv vortrefBich ordnete, sondern den 
grdssten Theil desselben durch den Druck vor dem Unter* 
gang sicherte, > ) seine gemütlillchen Dichter in B. Meger 
und Ge. Hüssery seine trefflichen Mathematiker in Seif. Seköm 
und C* Poujolj seinen Philosoplien 4n Genbardi^ mehrere 
gründliche Kanonisten tmd beliebte Aszeten, unter welchen 
der tiefe Menschenkenner C. Tanner immer mehr Anerken- 
nung findet. Die Naturwissenschaften, welche wie anderwarta 
lange bracii lagen, fanden in neuerer Zeit ebenfalls Pflege^ 
und ruhigere Zeiten werden auch ferner den Musen in diesen 
weiten Hallen Zuflucht gewähren. 

Noch ist zu bemerken, dass bei der Klosterbibliothek in 
Einsiedeln jederzeit zwei Bibliothekare aus der Mitte der 
Kapitularen angestellt sind, gegenwärtig der Unterzeichnete 
und P. Lorensi Hecht , Professor der Theologie. Nebstdem 
beschäftigen sich andre Mitglieder des Stiftes mit Bibliothek* 
arbeiten. Die Benutzung der Bücher wird vielleicht nur zu 
unbeschränkt gestattet. Für Fremde und Einheimische ist 
die Bibliothek jederzeit geöffnet , vorzüglich in den Naclimit- 
tag-Stunden. Reisenden die auf Bildung Anspruch machen^ 
weist einer der Bibliothekare selbst gerne die vorhandenen 
Seltenheiten; so wie diese auch im Interesse der Wissenschaft 
an ferne wohnende Gelehrte bereitwillig Aufschluss über 
Handschriften oder andre Theile der Büd&ersammliuig geben. 

- Die Münzsammlung. 

Es war eine Epoche, da es eben so wesentlich zum guten, 
vornehmen Ton gehorte, eine Sammlung antiker Münzen zu 
haben, wie zu unsem Zeiten der Besitz schöner Equipagen 
und Kleider. Die fürstlichen Abteien durften nicht zurück«- 
bleiben und in den meisten derselben wurden damala, das 



1) Doenmenta archivii Binsiedl. f. V Tont. ie64tq. 



ist Im AatKog des vorigen Jahrliinidertf , mit mehr oder wenl» 
ger Cäück und Geschick solche Antiquitäten angekauft« In 
Einsiedeln musste namentlich alles durch Kauf gesammelt 
werden, da die ganze Gegend, welche vor dem sehnten Jahr- 
hundert fast unbewohnt war, in ihrem Boden nichts derglei- 
chen darbot« Dass diese Vorliebe xu antiken Münzen auch 
von Betrügern fleissig missbraucht wurde, ist begreiflich; so 
kamen auch in die Sammlung zu Einsiedeln einige fünfzig der 
allerseltensten griechischen und syrischen Münzen, welche 
später säoomdich falsch befunden wurden« 

Die dermalige Sammlung, im Bibliotheksaale aufgestellt und 
schon eintgemd von Kennerblick gemustert, sdieint ziemlich 
rein von solchen Snuriis« Sie zerfallt in drei Klassen, iln ^ 
griechisdie, romische und moderne Münzen. Die Griechi- 
schen sind etwas iiber zweihundert nicht üble Stücke, der 
Romischen dagegen etwa 4D00, darunter mehrere seltene« 
Sehr unvollständig und zufällig znsammengeweht ist die Samm- 
lung der modernen Münzen, obwohl auch in diesem Fache 
manches sehr Seltene vorkommt« 

Alle diese Münzen sind chronologisch geordnet, die anti- 
ken in hölzerne Rädchen eingefasst, auf welchen jedesmal 
zugleich die Beschreibung der Münze zu lesen ist« Eine Ein- 
richtung die manches Bequeme, aber noch mehr Unbequemes 
hat« In den letzten Jahren erhielt auch dieser Zweig der 
Sammlungen einigen Zuwachs durch Kauf und Tausch, da 
mehrere Parthieen Münzen am Ziirchersee bei Wagen, am 
Zugersee bei Risch und bei Waldkirch im K« St« Gallen 
gefunden wurden« 

Das Archiv« 

Nur flüchtig erwähne ich des Archives, das hier nicht von 
der Registratur gesondert ist« Es wird wegen seiner vor- 
trefflichen Einrichtung als ein Muster angesehen« Der histo- 
rische, auf das Mittelalter bezügliche Theil wurde schon 
vielfaltig benützt, besonders von dem mit Einsiedeln sehr 
befreundeten berühmten Gilg Tsehudu Die unbegreiflicher^ 
weise noch gut erhaltenen Urkunden der Ottonen, Heinriche, 
Conrade u«8«w«, etwa 30 an der Zahl, sind zum Theil in 
Hartmonn» Annales, vollständiger in Hergotis Genealogie 
abgedruckt« In neuerer Zeit nahm der verdienstvolle Dr« 
Böhmer in Frankfurth wieder genaue Abschriften von den-« 
selben. Das Ardiiv steht unter Aufsicht eines Archivars und 
eines Gehülfen, welchen noch einige Copisten beigesellt sind« 
Die Benutzung desselben kann nur beungnissweise gestattet 
werden« 

Für die Geschichte des Mittelalters ist trotz der vielfachen 
frühem Benutzung noch manches in diesen Gewölben zu ge- 
winnen, mehr noch für die Sdiweizergesdüchte der letzten 



drei Jahrhunderte 9 am melften natürlich für die Amalen des 
Klosters selbst, das seit langer Zeit in religiösen Dingen eine 
Art Mittelpunkt der katholischen Schweis war. 

JP. GaU Mar eh 

Bibliothekar in Eiiuiedeln, 



Buelier-Verzeichniss mit beigesetzten Freiaen ans dem 

Anfang des XIY. Jahrhunderts» 

Folgendes Fragment aus einer Einsiedler Handschrift (N* 183 
Textus Decreti Gratianl S. XIII. mbr. fl.) findet sich auf der 
letzten Seite^ und mochte manchen Bücherfreund interessiren^ 
daher wir es hier mittheilen^ mit Auflösung der vielen Abbre- 
Tiatnren^ wo diese nicht etwa iweifelhaft sind« 

Summa pretii llbrorü Tenditoriu 

In nomine amen. Notandum quod sub anno dSi M.CCC.XXII* 
Ego Magister Wernherus de Woleshouen ^) Canonicus ecde- 
siae Beronensis^} ?enditis aliquibus libris meis comparatis 
etscriptis mihi in Constantia yidellcet digesto veteri codice 
et Tolumine cum apparatu a cursu ordinario Magistro quondam 

dicto Pfefferhart. XXII lAr. (Marcas) Item Biblia quonda R. 
Cantoris empta pro X Mr. argenti et vendita a me domino 
hagoni de wartenfels similiter pro X Mr. It. Suma dni Osti- 
ensis vendita magistro Jo. de Glarona pro YIII Mr. It. summa 
dni Azonis vendita eidem Mgro Jo. praedicto pro Y Mr. nee 
non missis domino Decano Basiliensi Lectura d. Ostiensis 
vendita fuit pro XXX Ib. (libris) i ^) basilien. licet longe plus 

valeret It. aparatus dci (decreli) dni Innocentii Yen* 

ditns fuit per eundem p. XII Ib. dn. basilien. licet de VI Ib. 
plus valeret timc temporis quam una estimatione. 

Facta ratione de reliquis libris meis et estimatione Invent 
folumina subnotata. primo presentem textum decreti.*) Qnt 
textus est monasterii heremitamm^) et illi restitui debet 
statim post obitum meum et valet II Mr. argenti. It. librum 
decretalium cum aparatu ordinario valentem Uli Mr. It. apa« 

rmtum decretorum in (^^>ci/g?) con....ius bene ligatum 

et correctum valentem II Mr. Item librum oodicis valentem 
V« Ib. d. thur.<^) Digestnm vetus Valens III Ib« Digestum 

1) Liegt bei Zürich. 

2) Mantter im C. Lacern. 

3) Denmrii? Pfenning. 

4) Btwm dOO torffSltig geschriebene Blatter in 2 CoL mit Rnbrikea 
enthaltend, gr. foL 

5) Rinsiedeln. 

6) Pfond Zorcher Pfenninge od. Halier. 



jMirum taalimdciB« It« Repertoiium cum leciura decreUliimi 
el confttUotiojiibas tynodalibas Tilens III Mr. It. apparatiim 
Ma^istri Andree valentem Vlb, It« diias siimnias domini Gotl- 
fridi valentes II Mr« U« aparatum Johanis Monaci super libro 
aexto decretalium yalentem II Mr. It. libnim Isidori extrava- 
gantes statuta sjnodalfa et Albertanum cum summa dictaminis 
in uno Tolumine valentia II Mr. it. librum obtenticorum Ta» 
lentem I Mr. It. lib. Tulii in retoricts necnon Rubrice tocius 
Juris com libro disUnctionum floris Juris canonici mag. Johan- 
nis de deo U. CaviUaciones Johannis de deo. It. cum libro 

Senitentlarlo nee non summa correcta per Mag. Riid. (Ru- 
olfbm?) de sponsaÜbus. Item lib. de adrentu domini cum 
Ifbello Johannis de deo et questiontbus disputatis per eundem 
cinn multis aliis opuscnlis bonis in uno volumlne valentia III 
IMr. It. compendiu theologie valens I Mr. It. Textus sextl 
libri Decretalium valens similiter I Mr. It. Epistole pauli 
Talentes Xsol.') Item libellus Electionis dniWilhelmi valens 
XXX sol. It. Casus autenticorum et Constitution es Bartliolo« ' 
mei valentia XX sol. It. tractatus de renuncfatione papae a 
dno Egidio compositus valens I Ib. It. loica (logfca) dnl AI« 
berchti predicatoris valens III Ib. d. thur. Item Summa Mag« 
Johannis de Bononia cum formnlario litterarum curie Romane 
et prooessu iudiciaiio nee hob tractatn de plantacione arbomm 
cum libellis dni Egidii^) de libello fugitivo valentia II Mr« 
It. IIb* vulgaris qni dicitur das angenge ^^ valens I Mr. Itena 
lucidaiins valens XX soL It. Cronica fris Martini valens II Mr« 
Item quidam über cantionum vulgarium valens XsoL^) 
Item Über, procardorum (?)^) in Jure eivili valens Xsol. Medi- 
tationes beati Beraardi valentes V sol. It. lectcira arboris de 
eonsaDguinitate ctun quibusda aliis notabilibus valens V sol. 
It* IIb. sententianim mag. Petri valens II Mr. It. stinuna Mag. 
Thome de Capua valens XX sol. It. üb. de Juris et licta 
Ignorantia valens X sol. U* üb. textus Institiitioniun valens 
X sol. lt. Üb. Casuum distitute et lectnra continentem valens 
XXX sol. It. üb. de statu curie cum libro cognine (?) **) Talent 
4e8 X solidos* It. notabilia dni Alberchti cum libro excei^to* 
itim de libro thalmut. valens X soL It. distinctlones petri 
cum quibusdam aliis .... valentes XXX sol. It. duo volumina 

1) Solidi: Sous, Schilling. 

2) (de Foscariis) noch vorhanden. 

3) Vielleicbt „das Buch derAnegenge der hofttat ze den Kinsidelen'* 
eine wenigstens im XIV. Saec. schon bekannte ond im XV. Saec stark 
▼erbreitete kone Legende von St. Ifettirac/, von welchem allein in Bin- 
siedeln noch vier Bxemplare aus dem XIV. und XV. Jahrb. vorhan«- 
den sind. 

4) Was mochten diese dentschen Gesänge enthalten? nnd wer gäbe 
nicht jedenfalls gerne zehn Schillinge dafür! 

^) Doch wohl = Brocardicorum. Anm. des Red. 
**) Cognomine. Anm. d. Med. 



Ubri qui T«catinr prollatorlut quoFiim nterqne ralet XXX sol. 
lU Breviazium nJentem Uli Ib« item dao psalteria Talentes 
Xaol. Item aparatiim dni L..« siiper tractat« de re^la Joria 
dni bonUacii valeotem I£ Ib. lt. princlpiiim legende lombar- 
dice Talen s X Ib. 

Summa eatimationia dictormn librornra est XVUI Mr. ar- 
fenti ualiina in thiir« (Thiirego) 

Die meiBten dieser angeführten WeH^e sind bekannt, oder 
mochten doch nnschwer an ermitteln sein. So kt mag. Pe«» 
triis (P. Lombardus) Alberchtus predicator (Albertus Magnus). 
Johannes monachns der bei Fabr. bibl. m. et L lat. IV. p. Iw 
erwähnte Episcopns Meldensis circa 1300. — Albertanus Bri- 
xiensis Fabr. 1. cit. I. 39 — Mag. Rild. vielleicht Rudolfns 
de Liibek qui vixit 1323. 1. c. VI p. 130. Egidius Aeg. Bo- 
noniensis oder de Foschariis» Fabr. 1. c. doch ist von ihm 
k«in Tr. de renunciatione papae bekannt. 

Hieher geliört auch eine in demselben Codex auf dem 
l>eckel in einer Rechnung eines Prediger -Monehs derselben 
Zeit ForlEommende Note. , Jtem C. dietus Tum fidedata pro- 
misit michi a Magistro C. de S. GkiUo Solvere dno paria calW 
garom de Sageta in festo Bi. Hilarii pro confectione ItibelH. 

Einsiedeln. JP. GaU JBLoreL 



Nachtrag zu Wo. 20. S. 305- fgd. dieser Zeitsclirrft 

Je mehr ich mich freue, dass die herzogl. Bibliothek vn 
Meiningen sedis Mainzer Ihiicke vom Jahre 1461 iiber die 
Mlsverfaältnisse der beiden Btihler um das Ertfbisthum, 
Adolph von Nassau und Diether von Isenbnrg, au besitsen 
das Glüek hat,^ desto weniger kann ich verhehlen , dass die 
6ffentl. Bibliothek zu Bamberg auch zwei der Bullen P. Pius II. 
«mter ihren Cimelien besitzt, nämlich jene an Adolph von 
Nassau und an die sfimmtlichen Kapitel, mit dem Vorznge, 
^ass in unseren Exemplaren vor dem päbstliehen Namen lua 
das P nodi nicht eingemalt ist. 

An diese Ballen reihet sich in unserer Sammlung an: 

1) ein Ablassbrief auf Pergament vom J. 14(i2; 

2) einer auf Papier vom P. Sixtns IV. für die Pfarrkirche 
m Freibin*^ im Konstanzer Sprengel vom J. 1479 in deutscher 
nnd lateinisdi^ Sprache; 

3) ein anderer v. 1480 in beiden Sprachen ohne Adi^sse 
mn eine bestimmte Kirche in 3 nnvoUständigen Exemplaren; 

4) ein laU und deutscher r« 1490 vom Eichstätter Bischof 
«idelm anf 1480 fnr die Fnuenkirche seiner Stadt; 

5) eine Forma confessionalis et absolutionw t. J. 14^ 
obse Adresse auf Papier; 



6) eine auf Pergament ▼• J« 1487 von RaymuDdiii a. pa- 
glnae profeaaor Aräidiaconng AlDisiensis^ ohne Adresie aof 
Anweisang P« Innocens VID« in dnplo; 

7) ein undatirtet Sammirium Bulle^ Noerdlingen^ in deut- 
adier Sprache; 

8) ein Holxichnitt lur Bezeichnung der Sonntage ▼• 1478 
bia 1496. mit den Worten: hec tabula incipit Et durat niqne 
etc., an welchen sich die in der Denkschrift aufgeiiUten 
Kalender und 90 andere HolzBGhnitte anschliessen, 

Jfaeck^ 

K5n. Bibliothekar in Bambeig. 



Blbliotbekeliroiillc. 



Zufolge IlOii. baier. Miaisterialrescripts vom 5. Oclober ist 
fliNsr das zweite der, genflss Artikel V. des Gesetzes vom 15. April 
-1. J. filwr den Scliolz des Eigenthoms an Erzeugnissen der LiU 
teratur und Kunst an das Ministerium des Innern einzusendenden 
Pflichtexemplare in der Art verfttgt worden, dass 1) von Erzeug- 
nissen, die zugleich Litterator- und Kunstwerke sind, das zweite 
Exemplar in der kOn. Kupferstichsammlung, 2) von Litteratur- 
erzeugnissen, welche Kunst und Konstgeschichte betreffen, das 
zweite Exemplar in der Bibliothek der kOn. Academie der bilden- 
den Künste, bei Werken fiber Kupferstecherkunst in der Hanual- 
bibliothek des kOn. Knpferstichkabinets ; 3) von den übrigen 
litterarischen Erzeugnissen das zweite Exemplar bei Werken, 
welche in Oberbaiern, Niederbaiern , Oberpfalz und Regensburg 
oder Schwaben und Neuburg erschienen sind, in der Universitäts- 
bibliothek zu München, von in Mittelfranken erschienenen in der 
Universitätsbibliothek zu Erlangen, von in Oberlranken oder Unter- 
franken und AschaiTenburg erschienenen in der Universitätsbiblio- 
thek zu Würzburg, von in der Pfalz erschienenen in der Kreis- 
bibliothek zu Speier aufbewahrt werde. Von Kupferstichen, Stahl- 
stichen, Lithographieen u. s. w. wird das erste Exemplar an 
das kün. Kapferstichkabinet, das zweite an die Kunstsanunlung 
der Academie der bildenden Künste abgegeben» 

Der interimistische Custos an der Universitätsbibliothek m 
Breslau Dr. Karl Fr. Alesander Bellmann ist zu Micfaelsdorf 
in Schlesien gestorben. 



Dem Bibliothekar des CoUeginms de propaganda £de zu Rom, 
Draehy ist das Ritterkreuz des päbstiichen St. Gregoriusordens 
verliehen worden. 

Verieger : T. 0. fFeigel in Leipzig. Druck von C. P. Melxer. 




ÜKllAPKiril. 



für 

BMothebwissensebaft, HandsebrUlteiiknnde und 

fitere LItteratnr. 

Im Vereine mit BibUothekaren imd Litieratorfreimden 

haranagegeben 
Ton 

Dr. Hoheri Naumann, 

M 24. Leipzig, den 31. December 1840. 

Luthers Lehrer in Erfurt, 
Dr. Theol. JTuMum (JTodocus V Vrautvetter 

ans Eiseoach^ gewöhnlich Jodocua henaeemü genannt, 

und seine Schriften, 

Mach Chrhtophori fFmeri Tiimidoriim Libri diio. Erfordiae 
1587. 8. starb Jodocus henac^nsis (Theologus et Philosophiia 
in Erphordensi Gymnasio prlmaniiSy cujus inter alla in phy- 
slsis opus extat magniim prolixe et copiose scriptum, quod 
anno ante obitum ultimo libris 8 in Epitomen redegit, im- 
pressum in 4to* in ofßcina Joann. Cannabii) d. 9. maü^ se- 
pultus in summo templo Erphordiae. 1519. 

Die Notis über ihn bei Sechendorf historia Lntheranismi 
p. 21. verdient ganz hier zu stehen : Sed Tel maxime inter 
praeceptores quoque Lutheri numerandus est Jodocus y quem 
valgato ejus temporis more Doctorem Isennacensem vocabant* 
ExUit ad eum epistola Lutheri Erfordiae anno 1518 data, qua 
Buas theses paulo ante edltas in scriptis defendit^^), cum 
minus recte valeotem alloqui non posset (er hat also etwas 

^) Der Name JodoeuM and Judo€U$ ist wohl nar eine anifere Ter- 
sioR von Jiwitw, ungeachtet Luiher in dem gleich unten anzuführenden 
Briefe an Spalatin beide Namen neben einander setzt. 

^^) „Miror, qaod credere potuisti/* tagt Luther in diesem Briefe, 
^me fttisse autorem concreniationis positionom Tezelianarüm. Adeomihi 
omnem sentom hnmannm periisse credis, at tam inaignem ininnam ego 
religiosiis et Theotogns^ in looo non meo, homini tanti officH, irro- 
garem ? *' 

24 



870 

auf den alten Herrn eehalten). Bdidlt Jodocus Ole Siimmam 
Philosophlae anno 451/, quam nuper inter alios ex Bibllotheca 
Wurzensi mecum humanissime communicatoa libros inspexi. 
Uli f]obanus Hessus hoc praefixit elog;ium: 

Garrula stelliferum mirari desinai orbem 
Fama Syracasium composaisse Senem. 

Vulcani clypeds Asiam Europamqne ferentes 
Aaserot y inveait fabula prisca fidem. 

Quaodoquidem axiguo naturao stimma libello 
Tarn bene composita est docle Jodoce tibi. 

Luthenis an. 1519. d«, 17. Decembr. Spalatino scribens haec 
habet: Audi?! her!, exeessiss« e Tivia D. Justum Jodocum 
hennacensem Erfordiae. Timeo et me ansam acceieraiae 
nwe tnorUa fimse^ tantum aegritadtnia A)it animo ejus ex 
meis, ut dicitur, profanitatibus et temerltatibus, quibuB seha^ 
laUicum Tkeohgknn dokiU mcrtdMüttr ctmtemni. 

M«. Bibi. Jeoens. 

Dieser Jodocua henacensia^ ist nach Christian Junckers 
Historischer Nachricht von der öffentlichen Bibliotheque des 
Fi'irütl. Gymnasii au Klsenach, Eisenach 1709. 4. p. 72. (aus 
welchem Buche p. 19 auch obiges Citat von Winer entlehnt 
ist) derselbe Jodocus Traulveiter^ dessen Summula totiua 
logieae s. 1. %s a. und dessen Totius philosophlae naturalis 
Compendium Erfiirdiae läl8. 4. mit seinem ganzen Namen 
gedruc]£t sind. 

Seine sammtlichen Werke, soweit es mir gelang, sie aus 
verschiedenen Quellen zusammenzustellen, sind folgende: 

1) Sein erstes Hauptwerk: Summa de dialecUca imignu^ 
auf welche, als auf das Opus majus Isenachcease , er sich in 
den unter No. 2. 3. 4. 5 u. 6. angefüiirten Schriften beruft, 
und es im Texte der Veteris artis etc. Expositio No. 2. ala 
„summa^^ citirt, finde ich nirgends mit dem vollen Titel an- 
gegeben, der sich vielleicht in Mader's Centaria scriptonim 
insignium, die ich nicht vergleichen konnte, befindet. Ea 
erhellt jedoch aus den Citaten in der Expositio, worin die 
Signaturen der „anmma^^ bis 1 1 1 gehen und ^ (die Abbre- 
viatur für ei) noch eine Signatur bildet, dass diese Summa 
ungefalir 64 Bogen von je ö Lagen umfasste. 

Der volle Titel dieser Summa und ihre Schlussschrift, 
entweder aus Mader ^ wenn sie dort sind, oder besser aus 
einer Bibliothek, worin sich das Werk selbst befände, wfire 
als Nachtrag zu diesem Aufsatze im Serapeum erwünscht. 
Das Werk mu^s vor 1500 gedruckt seyn, weil die spätere 
No. 5. von diesem Jahre ist. 

2) Ohne Zweifel mit den fünf nächstfolgenden Nummern 
zusammen gehörig, und zugleich mit ihnen im Jahre 1500 



9fl 

gtäroAtf Indem ildi vier von diesen fiinf Nummern «a«h in 
einem von Schwindel (Sineerus) im TlieMurut bibliothecaliB 
No* XXX. p* 233 lieschriebenen Bande beisammen finden, alle 
fiinf aber gleiche Lettern haben, einen und densel- 
ben Panegyristen, Matemua Pistoriensi» nwi dem Titel 
fuhren, und sich ebendaselbst sämmtlich auf ein Opus 
maju8 beziehen« Was aber unter diesem Opua majna 
für ein Werk gemeint sey, darüber gibt dia Vorwort zU No. 5, 
welches die Worte enthält: „a</ diaiecHcoB In8UtuU9e$i quod 
apq Mams namUare Ubuü'^ den nöthigen AHfiBchlnss» Eben- 
daselbst beseichnen die Worte: gymnasti ne§tri mUoquin fa- 
migeraiünmi aiumnos — tempus — terere den Gymnasial* 
Lehrer, und der Schluss des Hexastlchon Materni Pistoriensis : 
Cuncta docena paucis: Issenach ut genitus den Geburtsort 
des Verfassers. Sonach bleibt l(ein Zweifel übrig, dasa No. 5. 
wirUieh gleichfalls von Juatua Trautvetter herrühre, und es 
wird im höchsten Grade wahrscheinlich , namentlich durch die 
dort ebenfalls vorkommende Berufung auf das Opus majus, 
dass auch No. 2. 3. und 4. von demselben Verfasser herrüh- 
ren, und dass No. 2. 3. 4. und 5. blos darum weder Druck- 
ort noch Jahr haben , weil sie gleichzeitig mit No. 6. gedruckt 
und ausgegeben wurden, und sonach Dniekort und. Jahr sich 
auf alle vier Nummern zugleich bezieht. Diese vier Nummern 
nun, welche ich um der angefiihrten Gründe willen, welche 
dordi die gegenseitigen Beziehungen dieser Schriften unter 
sich noch verstärkt werden, unbedenklich unter die Werke 
des Justue Trautvetter zähle (wodurch der Zweifel bei Pamer 
Ann. L p. 378. No. 7, ob die Expositio veteris artis, die 
Explanatio in nonnnlla Petri Burdigalensis vohimina nnd die 
Gompendiaria parvnlorum logicorum expositio zn unserer Ne. 6. 
gehören, gelöst seyn wird), besitzt die Köm öffentlidie Bi- 
bliothek in Stuttgart in Einem Bande mit No» 6. unter fol- 
genden Titeln: 

uro. %. (bei Schwindel p« 234.) Veterifartis«^: id eft Por- 
phyrii vni | uerfaliü: et predicametorü Arifto | telis: Pe- 
rihermeniafq3 Expofitio tam • breuis q3 vtilis | vna cü du- 
bioloru ex ijs extractorü refoIutiQe: vt in Ex- | ercitio 
lleri folitS eü: Ad que omia etmultaid genns | aliaOpus 
maiaslsenadiceiojepreclom. | Materni Pi&o»Hexafti | chon 
Ad iuuentuti? 

Das hierauf folgende Hexastichon : Pluribus est studiis und 
ein Auszug aus der Vorrede ist bei Schwindel 1. c. pag. 234. 
235. zu finden. Aus letzterer genügt fiir unseren Zweck der 
Schluss, A, b. Lin. 35. 36. 

*) Zaiammengedrockt sUtt Veteris artis, welche. Worte bei Sthwmda 
doidi den Dracklebler Velerisatb volleads onkennüich geworden sind. 

24» 



SM 

Uale : in N011& logicen GommenUrlos conduci* | bfles 

ptncis poft diebiis €onf);>ectiirtiB« | 
Schliissy BL H. 6, a.lin. 25. 26. FinSt interpreUtlo libronim 

Perihennenias Ariilotells. 
Si^. AbisH von je 6B11. s. 1. 1. & typogr. absque cust. &pp. 

ISo. 3. (fehlt bei Schwindel 1. c.) 

Bl. A. I, a. Analyticoru : Topicorü : et^Ele- | choru Aii- 
ilotelia Snceinctum et | bretiicidO Interptametü : simnl ac 
Qu^ftionü ex bis | deftimibiliiim pro Noue^ logices Exer^ 
dtio neceflaria | decifio : cum primia ex Sflnia Dialectica 
Ifenachcenfi | pendens | 

Materni Piftorienfis Hexallfchon 

Ad Pu^rü Dialectice^ itndiofiim 
Linea De^dalii n9 vna facit Labyrinthi 

Foraiam : qiie Greta condidit arte faber. 
Sic Logfeen nemo tota pdifcet acntam 

Pre^coeptis paucis: ergo nihil metnas 
Qiiod tibi nQc aiiii ponunt in ea arte libellQ 

Finis liic eft cüctia: die bona uerba piier. 

Btp A* i| b. Ad lectorem | Opere ptuim nuc: o LECTOR: 
cenfeinuB : cunctis: | qu^ in DialecticiB contnlimus : fine: 
in qiie deilinüda | erant: adhibeamg: hoc eil ad extremG 
de Argiimetatiü | ctilis formandis et infUtiiedis uerba fa- 
cianiQ. II. 8. w. 

BL A. \\f a. Preambiila in Nou9 logicam (46 Linien ohne 
die Signatur). 

Bl. A. ij) b. Liber. L Priorü (Analyticorum Ariflotelis). 
' BL F. iiij. Lin. 17. Secundua über priorü de poteilati | bua 
fyllogifaio2(. u. s. w. 

BL H. Vy b. Lin. 1. Liber. L Poilerioru. 

BL P. I, b. Lin. L 2. 3. Analyticoru Areftotelis | Liber fe- 
cundus pofteriorü de queilionibg | fcibilibiis quot fint, u. g. w. 

BL T. 6^ b. Lin. 48. Explanatio duo2{. libroriim Pofteriorfl 
flnit. 

Hierauf folgt mit neuer Signatur von A — L : 
A« I, a. iT Explanatio breuia et hicida in octo | librosTo- 

picis (Druckfehler statt Topiconim) ariftotelia incipit« 
L. vj^ b. Lin. 46. Et tm de libria Topico2^ Areftotelis. 

Hierauf abermals mit neuer Signatur A — ^F: 

Explanatio breuis et fuccinta in Ilbros elencorü zophi- | 
lUconim Arißotelis: | 

L f* F. vj, b. Lin. 4L miir. Quod ipfe preftare dignettir qiii 
regnat in fecida fectilornm Amen. 

Char. gotlu s. L a. & typogr« absqiie cust. & pp. 



S79 

Wo. 4* (Schwindel p. 233.) Explanntio«) i nSniiUft Peirl 
Biir I degaleniis: quem Hifpaniim dicimt: voliunina: adeo 
Inrenls et cOmoda: vna cü Inter« | ro^ationü ex ija elici- 
biliQ: et Sophiünatiim Alberthi | Saxonis expeditione: ad 
qtie cum primls valet Opus | Maiita Isenacbeenae 

Tetrafticlion Matern! Pifto. (Dieses [allein mit la- 
teinischer Schrift] und einen Aüszn; ans der Vorrede 
8. bei Sehwindei h c p. 233.) 

Schluss desselben: Doctorem impigrum fiita dedere. Vale, 
i. f. C. iij, b. Lin. 17-20. ^ Hec fatis raP | ta eflfe opinor 

de explaiiatiOe hiiias tractatq quarti pe. hif. atq3 prio2|. 

qn>- I tuor tiractaiaum qui folu nee pliires in Erphordian« 

academia foleot pub- | lice pßteri &c. 
Lin» 2ä. Sdiluss: in fecula feculorü Amen« 
Char« goth. s. I» a. & typogr. absqiie cusi. & pp. 

IFo.S* («ScAt/^tWe/ p, 235.) Compendiaria et admodnmbre | nia 
puidoru lofffcorü Expla- | natio: nö Ane dubitationü I bis 
it'cnrretiu | cf Exercitiu: ut vocfit: eorüdS habeas: | eno- 
datione: vna cü ad op9 Maig fi | qn iieceffe fuerit remif- 
fione. I 

HexaiUchon Matemi. Piilo. (s. bei Schwindel; der 
letste Pentameter ; Cuncta docena paucis : BTenach vt 
genitus.) 

Ana A. i^ b» Ad lectorem sind schon oben einige Stellen an- 
geführt worden ; der Schluss dieses Vorworts, Lin.28 — 30 
heisst: Ntic |.Vale in alia eiq generis Exercitia Expla- 
tiüd'as bre ) ui & quide fortiinatus vifurns* 

A ij (wofür ij a steht) Lin. I. Tractatus fuppofiUooü Thome 
Maalfddt. 

Biij, b. Lin. h 2. v. u. und B iiij, a. Lin. L ^^Uerü quia 
null:) horü in Erphur \ diana academia ordinarie legi 

cffjueuit f illü ad caput 4. 5. 6. 7. ^ 8. pmi \ Uhri 
fume dialeciice remiiiimut, 

(Da nun das Opus majus, das im Vorworte dialecticae 
institutiones genannt wird, hier wieder summa dialecticae 
heisst, so war vielleicht sein eigentlicher Titel Summa 
Dialecticae Isnachcensis , und das insignia bei Joecher 
könnte ans Isnachcensis durdi einen Schreib- oder Druck- 
fehler geworden aeyn?) 
Schluss : B. iiij , a. Lin. 26. qtd vinit in fecula benedictiia 
Amen. Ghar. goth. s. 1. a. typogr. ^nst. k pp. 

*) ScAioMel Thesaanis p«233 hat: Ezplioatio, was ab«r iclion 
Panser Ann. I. p. 378 durch Explanatio, wie bei No. 2. Veteriratis 
diirch artis Teteris» Terbeasert hat Uebernaapt aind die Titel, wie sie 
hier gegeben sind, dorcbaaa genaner, als bei SdiwM^. 



M4 

If O. 6« {Sehwindel p» 296.) Breularfnm dfdecüciim | Jodod 
IfenBachcennfifl | Theologi iludiofis logicea apprime 
neGeifariil In au | ^ftiiTlo gymnafio Erphordiefi niip ab 
eod§ dlffdHi. Die Tetrastiäa dea Nie« Martcalcna Uiii- 
riiia lind dea Maternua piatorienaia a. bei Sckufindel L e» 
p. 236. 
U f. Sign. U. flj j h. Lin. 23. 2/L ImpreiTam erj^ordie p 
wolffgangQ fehencke Anno Jiibilei | mittefimoquingenteiimo 
Die vero xxi mefia Julij. 
Hierauf das Druckerseichen dea Wolfgang Schenck mit den 

weissen Buchstaben W S. 
Bie BlStter 118 a. bis 120 b., welche nadi £Ms Reperton 
bibliogr.n, 1. p. 156 corrigenda enthalten, fehlen in nnferem 
Exemplar. Char. goth. s. cust. 8s pp. Schrill dieselbe, wie 
in No. 2—5, mit Ausnahme der Fraktur dea Titels, welcher 
In diesem datirten Drucke nach unten offene Halbkreiae atatt 
der Punkte auf dem Buchstaben t hat, auch etwas grosser und 
starker, übrigens in der Form der Buchstaben der Fraktur 
der übrigen sehr ähnlich ist. 

Mit dieser No. 6. achlieast nun die auf unserer Bibliothek 
befindliche Sammlung von Justue Trautvetter*8 kleineren lo- 
gischen Werken. Die folgenden Nummern habe ich nicht 
selbst gesehen; sie unterliegen daher der BeriohtIgRng von 
Bibliothekaren, welchen sie zugänglich sind. 

BTO* Va. Trutvetter Judoci Isenac. Sumule totins logfce. Ehr» 
phurdie Lnpambulus (im Register helsst er sogar ]jum* 
pabulus!) Schenck 1501. 15 Cal. Sept. 4. 
Gras Verzeichniss einiger Biichermerkwiirdtgkeiten etc« 
Brixen 1790. 4. p. 235. (In seinem Priscian nennt aidi 
der Drucker gar Lupambulum Ganimedem : alias Schenck.) 

HTO* 9 b. Jvdoci Trautvetteri Summula totina Logio^e. Sine 
mentfone impressionis loci et anni. 
Imipker Biblioth. zu Eisenach p. 72. No« 11. 

IVo« S« Epitome Dialecticae per Judocum Isennachen8em.Br- 
phordiae per Matthaeum Maler Anno MDXH. 4. 
Pamer (aus ThM YH. p. 160) VI. 497. No. 28. 

'So* O* Jodod laenacensis Summa in totam physieen: hoc 
est philosophiam naturalem, i« f. Impressum Erffordie^ 

I»er Mattheum Maler. Feria quinta poat Dionisii Anno Mil« 
eaimo quingenteaimo decimo quarto. Instgne tjpogr. 4« 
Panzer VL p. 496. No. 32. aus Schwan und Grae. 
(Dasselbe Werk Panzer XI. 412. No. 33 c.) 

IVO* lO« Judod Cysennatens. (eicf) Summa totius Philoso- 
phiae naturalb breviori filo contracta. Erfordiae 1517. 4* 
Kraue BibUoth, S« Emmerani. P. III. p. 390* No. 7350 a. 



Dieses" Werk wfee eine frShere, Tldeieht wetfiger c^m- 
pendiose Ausgabe des folgenden^ wenn nicht die Jahrnahl läl7 
auch so falsch wie der Narae ist; identisch mit dem fslgen** 
den scheint es aber doch nicht zu seyn* ' 

IfO* 11. Jodod Trautvetteri totius Philosopiiiae naturalis 
Compendium. Erfurdiae (in officina Johannis Cannabii^) 
1518. (fn Uebereinstimmong mit der oben angeführten 
Nachricht, dass der Verf. dieses Compendium ein Jahr 
Tor seinem Tode verfasst habe.) 
Juncker 1. c. p« 72. No« 13 a* 

IVo* 19. y^EpistoIae & orationes comphires &c.^^ Jöeher. 
No. 10. 11. 12. fehlen bei Panser. 

Wir wiederholen die Bitte an unsere Herren CoUegen^ die 
sich im Besitze derNum. 1. und 7, a.b. bis 12. befinden soll- 
ten, um nähere Beschreibung derselben im Serapeum unter 
Beziehung auf unsere Nummern, indem der Justus Traut- 
veiter als Luthers Lehrer imsere nähere Bekanntschaft wohl 
verdient. 

I^tigart. 

Oberbibliothekar nnd Oberstndienrath Div Moser. 



Zurei imlie«chriel^iie Kideiispiegrel. 

1) Der bis jetzt älteste fränzOsisehe Eulenspiegel. 

Paris 1^2. 4. 

Da das Niedersachsische Original, yerfasst im Jahre 14S3, 
verloren gegangen ist, wenn es nicht etwa noch in einer Bi- 
bliothek steckt, der -älteste bisher bekannte deutsche Eu- 
lenspiegel, Strasburg 1519. 4. von Ebert zwar aufgeführt, 
aber nidit be^lirieben, der älteste bekannte französische 
aber nach Brunei, SuppU lU. p. 367. erst vom Jahre 155B 
(Lyon, par Jean Savgrain. 16.} ist, so verdient eine erst 
knrslich von der Kon« öilendichen Bibliothek In l^tiittgarl er- 
worbene französische Deliersetznng des Biitebspiegel am dem 
Flamindischen vom Jahre 1532 wohl eine ikihere Beschrei- 
bung, welche als Eh-gänzung der bereits ziemlich zahlreichen 
Eolenspiegel- Literatur bei Ebert dienen kann. Die Schrift 
ist durchaus gothiscby ohne Seitenzahl und Custoden« 

*) Diaser Camudrim ist «hno allao Zweifel kein andofer, als der 
bekannte Erfurter 1>raeker, JoJbmnee Ktmmo, der sieb zor Akwechse* 
long auch Knap^ KmappUUf Canappus and Camtftfnus nannte. 



1) Titel: ZvisdieB %ierBlnitichen inent eine Ede, dtnn 

^^tUcttfpitgcI^^ und darauf ein runder Spiegel in der ersten 
Linie; sodann in der zweiten ff«: 

JDe ea vie be 6e0 oeuure0 | £t merueiUrufed abuetitures 
por luy fatcte0 | et btB ^an^ | bts fortunee quil a tnj:, 
lequel par nuUed fallacee ne ee Ulf? | fa tromper* tlous 
uetlemrnt tranelate et corrige (beide Participien ohne 
Accente) bt SiamAitt | tn Stancoy5* ?♦*) 

Hierauf ein Holzsclinitt, «relclier den Enlensplegel dar- 
stellt ^ wie er lünter seinem Papa sn Pferde üe^, mit iiin* 
aufgeschlag^enem Rock; das Pferd trägt als Dekoration den 
runden Spiegel auf einem beblätterten Stock auf dem Kopf; 
auf dem Spiegel die Eule. 

Bl. A. i. b. Die Vorrede ^ welche gleichfalls zu den Akten 
gehört y wie folgt: 

**) 0ur la priere bancnns med amie auf» 

quels te acteur bt ce prefent liure nofoj^e 

refliiffer. 3ay compufe aucnnte plaifaiii 

ted tromperies et gaberied/ IefqueUe6 

liel Plefplcgle***) ftfl en fa vie. €t tnou 

rut en lan mit ttoys cena dnquante. 3e 

Ibeftre touleffoye et bemanne btftte excu 

fe tant beuant fpirituels que temporelj/ 

beuani ncbUe et innoblc5 que tiuUy trop margue ne fe cour? 

rottce tat ie ne lay compofe que Ic feruice be JDieu y fiifl 

Sintis I nue ou gafle/ ne aufjt quon pourroit cerd)er aulcune 

fauicete/ 1 maf 6 tant feullement pour rccreer et renouueller leB 

entenbe | mend bee ^ommed/ et aufjt affin que lee ftntplee 

gens be tel | les tromperiee fe pourroient gari>er au tep6 

abuenir 31 i>ault | aufft mieulr bouyt et lyre quon rie fona 

faire pec^ qae en plou | tant cn ^ft pecbe« 

*) Dieses f^ bezeichnet die Zahl Her Bogen, welche mit A bis K 
besdobnet sind and bei jedem neuen Bochstaben den abgekürzten Titel 
SSlcfp^e* wiederholen. Statt der Punkte hat die Schrift darchaos kleine 
Kreazchen. 

**) In dem Oval dieses P (welches den ganzen oben angedeuteten 
Raum einnimmt) sitzt ein Bischof mit dem Krommstabe. 

*^¥*) Hier ist schon das n weggelassen und die Rndung franz5sirt. 
Spater Hessen dann die Franzosen aach das ihnen nnbeqneme V vor dem 
I wegv so hatten sie den Lespiegle, und nahmen sofort das L fnr den 
Artilwl» and aiehe da, es war ans dem Ülenspiegel ein etpi^U ge* 
worden ! 





Hiennif quer herüber der HolnduiiU, wie £uleDBpiegel 
aiif die Frankfurter Messe kotomt. § 

Km iüj) tu Lin. 8 ff«: 

C Comment vUfpyeQle fut entcrre. 

*) X) bttnierfut aufft Utitetrement bt VUf^ts 
gle Mett efirange. (Lav quam on le uouUoft 
mettre an fepulcre lune free corbes laquelle^ 
efloit vets cee pleöe rompit quant on Ic poit 
loit aualUx au fepulcve tellement que lefcrin 
auquel efioyt mi0 fon covpa tcmba en teile 
forte que le corpe bt ban^ Cf fcrin e^oft mie Jur 
<e0 pie^s* 3(|[or0 öirettt ceub qui efloyent la prefen5 laifs 
föne I lay ainft 6roit/ car comme il a efte merueilleu^ en fa 
Die, teile | ment reult il aufft eftre «pre6 fa mort* ©l latf» 
fcrent Vlefpyes | gle tout fcroit au fepulcre et le conurirent 
mettant fu0 le frpul | cre vne pierre en laquelle efloit fculpte 
tmg cal^uant ayjit vng | mirouer &e(foub5 fee ongles comme 
cy apree eft la ftgure lEt | beffus la pierre eftoit efcripture 
taillee ainft. Cefle pierre ne | (^angera nuUy car >e{|bub5 
icelle efl enterre Vlefpyegle* 

K. iiij, b. |[ £pitap^{um« | tloctua , et ab fpeculo vit 
noctior eu tropelufque | JDepofuit/ teftan0 tiöl^ulofue 
<^omo u. •• w. **) 

Lin. 8. 9, |[ ^mprime nouuellement a parle 
en lan« tnn« SCHeC* mH« 

Hierauf die Abbildung des Grabsteines: Eine Eule sitsend 
auf einem runden mit acht Facetten eingefassten Spie^fel, ohne 
Inschrift, wonach oben en lapiellexmd de»9U9 la pierre zu unter* 
scheiden ist; daneben links vom Beschauer ein Stück von einer 
Stadt ^ wie es bei den Holzschnitten im Text öfters vorkommt. 



^) Hinter tliesein A (weichet ebenfalls den oben angedeuteten Raam 
einniBimt) ein Bngel mit ausgebreiteten Plageln. 

**) Ich setze hier den Rest des Bpitaphiam noch bei, weil man 
sonst meinen konnte, es sei etwas Interessantes darin: 

Ne Etat ne sedeat iaceatqae ferant tumolo eius 

Vel se claris Tel sptritaalts eam 
Bormitat [statt Dormiut] in Christo com ChtiBti fidelibas hie saA 
Aot cadit aot stat hero seroas: vt ipse sao. 
UebffigeDs ventehe ich den Sifin nicht ganz( vielleicht sind noch an- 
dere ,J3ormitanzen** darin. 



2) Ein BieiiieB Wittens noch nidit besdhridbener 
deutscher Eulenspiegel, Coln 1599« 4. 
befindet sich hier auf der Konig;!« Privatbibliothek. 

Titel: (S^n Younberbatrßd!) | t)nb fe(|ame ^iflorp, \>onn 
iOpU ttinfpe I atl, burttg aug bem lanb ^Brunfc^toetg , wie er 
fein leben | loerbracl^^t l)at, nttoli^ an^ Sadl^ftfd^et \pxaöf\>ff | gut 
Seutfd^ t)erbolmetfd[^t/ feer (ur^ | n)ei(ig )u lefenn, m^tfc^i- | 
nen figuren. 

Hierauf ein Holzschnitt, Eulenspieg^el zu Pferd hinter sei- 
nem Vaten Rechts Ton dem Beschauer hängt ein runder 
Spiegel von einem Baumast, auf welchem eine Eule sitst« 
Unter demselben die Worte : @ebrtt(f t )u 6iln, bep @. Su))U§. 

A. I, b. Vorrede« { (Initial A, das die Breite von 6 hU 
nien einnimmt) XU man (alt n^ ber gebntt | S^nfH» 
UI.(t<L(LC.C3e3e3£iii. JBin iö^ | burc^ etli4)e perfonen gebetten 
toorben , bie- | fe ^iftorien t)nb gefc^idi^ten }u famen brin- j gen 
»nb befc^reiben , SBte t>or jeiten ein lifli | ger »nb burc^tnbner 
obent^eäret; xoai etnd | Sauren fun, xoa^ er ge^on \)at tS 
9Belfd[^n t^nnb Seutfd^^en lanben, £er maö geboren im Srun^ 
fd(^n>etgifc|)en ^er^og- | tl()umb /genant ^pH $Blnf))ieael, foUtdj^S 
^u tifim, mt td^ n)il | lidl^. Aber xA n>ufl nic^t foUic^er t>er$ 
nufft; aber mein antn)ort | xoolttn fte für lein entfc^ulbigen 
^an, 2Clfo l^ab x6) mxd) nad) | tt)enta^ meiner t)erftentn69 anges 
nommen mit ®ottd l^ilff, Dnb | m)^t fleif angefangen / t)nb toxi 
mxä) geaen ieberman entfc^ul | biat l^aben, oai mein fdt^reiben 
niemantd ^u miebertriefl befd^e | pen ijl; 9Zun aOein Dmb epn 
fr6(i(^ gemut ju mad^en, wnb | bem (efenben Mb )ul(|)örenben 
m6g^en {ur^meilige fc^mendF | barauf fabutteren. Q^ ifl and) 
)nn biefem meinem f4ile4)ten fd^raiben fein fünft, ober fubteilig« 
feit, bann icfe lepber ber Eatt | nifc^en gefd{)rifft nit gelert böb, 
wnb enn f(^led[)ter 8e9 bin, | Dnb bienet bife mein gefc^rifft 
oQer bejt )u lefen, auff bai ber | ©ottöbienft nit «erl^inbert n>urt, 
fo fid^ bie meufi wbtx ben | b&ncfen beiffen, t>nb bie flunben 
furi »erben, onb fo bie brat | nen bieren tool f^medCen bep bem 
nemen n>ein, SSnnb bit ^ie | mit epne pegftid^en, mo mein fc^rifft 
tö SSlnf^^e^el in lang ob' ju tur^ fen, bad er bad beffer,^) auff 
bad xd) nxt k)nban(rt)erbie | ne, t>nb bamit mein SSoneb enb, 
i>» gibt epn anfang .1 £)9l SSInfpegetö geburt mr)t julegung tU 
Ü I q^er S<t^u(en beö ^foff Tlmxi, \ \>nb beö $faffen t)om J Aa» 
lenberg. 

Am Ende, Siiij, b. Lin. 5—16: 

munberlid^ gemefen inn fepnem leben, tt)unb*lid() toxi er aud^ | fein 
inn fernem tobt. Xlfo tourffen fte boö grab ^a, onb UefFen I i^n 

*) Diese Brlaabnlu liat nch der franadsische UebevMteer dardi 
sehr viele Aoslassongen sehr za Natz gemacht« 



olfo fbn , wi Jtlitm ben tpnm ®ta^n oben auff baö (Stab | 
tmb l^eioen auff ba^ |ialb te^t titi e&l wb einen @ptgel, 
ben I bie Sul inn ben Slawen ^et , tonb fdi^rteben oben an ben ftein. 

S>tfen @tein foQ nemanbt^ ert^aben. 
Jpie ftat S3lenf)>tegel begraben. 

Snb btfe ubergefc^rift ftat au Sunenbufg auff fernem arab ! tnn 
ein @tein ge^an^en. 3m Sar alS man jalt naä) | ^^tijK ©e- 
burt, I^ufent bce^* | ^unbett t)nnb [ Sunffjig. | 






(Spitapifxvm. \ £ifen ©te^n fot niemonbt« etl^aben. 

SSlenfpieget fiobt ba üuftuJ^t begraben. 

®ebru(ft ut (Siln für @anct Supu6; be^ San tion XdE^ 
3m 3<^i: ^ufent SunfflSfunbert 
^teununbbrepfftg. 

Der Text itt eingfetheilt in hundert Historien, deren jede 
ihre eigene Uebenchrift hat. Aus der ersten Historie ist 
noch der Anfang sn bemerlcen. Unter der UeberschHft linlcs 
ein Holsschnitt, Eiilenspiegels Taufe darstellend; rechts fol* 

eender Teit : 39ln bem »atb 1 5Welbe genant in bem | lanbt }n 
&aä)S^n, in bf borff | JCnetlingen/ ba n^art JBInfpe ( ael gebe« 
ten, t>nnb fein t>atter | ^tefi (Stauf SSInfpiegel/ tmnb | fetn mutet 
Xnna aSetbidiU/ 1 t)nb ba fte beS flnbe^ gena^, | ba fc^ttf ten fte 
t& gen TCmple | nen in ba9 borf ju bem tauff , | ün tieffen eft 
nennen 2>9l Sin | fyiegel; t>n £)9l toon ber bürg | TCmpkmn 
genant n^art fein J tauf^fetter, t>nb Umifkn i{l | bai fc^of , bie 
»on aHaabburg oe^ funffjig jaren , mit ^ilff b' | anbem fktt 
fut ein bop taubfct^Ioff} jerbroc^en. u. s. w. 

Signatar A bis S von Je 4 BIL 
Stuttgart. 

Oberbibliothekar und Oberstndienratk Dr« Maser • 



BibllottaLjek des FrancUieaiier-Klosters 

ssa ttoebate» 

Die in Oschatz seit ungefähr dem Jahre 1229 angesiedel- 
ten Frandscaner besassea eine Ideine Buchersammlnng; die 
Entstehnnff derselben , wenigstens ihrem wesentlichen ^efle 
■ach, TCMankte das Kloster flreilich einer sehr spSten Zeit, 
da sieh lienriBch sieher nachweisen ttsst, dass die Bibliothek 
lediglich aus DructLschrKten bestanden, Handschriften aber 
entweder gar nicht, oder wenigstens nur in sehr geringer An* 
nU 1>eBessn hahe. Ohne Zweifel hatten Mchep-AeMheake 



SSO 

und VemiichtiilBse, sowie die dem Kloster sngefallenen Budier 
Terstorbener Klosterbrüder, welche spttertifn fiir dte Vermeh* 
rtiDf der Bibliothek fast die einzige Qnelle waren, auch früher 
den ersten Anläse cur Begründung der Sammlung gegeben. 
Ein besonderes mit zwei Oelgemäiden ausgeschmücktes Zim- 
mer i'iber dem Kreuzgange, worin auch die Franciscaner der 
Meissner Cusiodie bei vorkommenden Fällen das General-Ca- 
pitel hielten, diente zur Aufbewahrung der Bibliothek und 
des Klosterarchives. Nach der im Jahre 1539 erfolgten Auf- 
hebung des Klosters kam die Bibliothek in den Besitz des 
Rathes, welchem der Chnrfitrst Moritz auf gethane Fürbitten 
im Jahre 15ä3 das Kloster sammt der dazu gehörigen Kirche 
erblich zueignete. Der Rath trug alsbald Sorge, die erhal- 
tene Sammlung zu ordnen, und so geschah es, dass die Bi- 
bliothek, welche vorläufig ihren Platz im Kloster behielt, be- 
reits im Jahre 1557 in völliger Ordnung sich vorfand; die 
besten der Bücher, 47 an der Zahl, hatte man nach der Ge- 
wohnheit früherer Zeiten dm-ch Ketten an Pulte angeschlossen« 
Mit dem Anfange des XVIII. Jahrhunderts wechselte die Bi- 
bliothek ihre Wohnung, indem sie den ihr bisher im Kloster 
zugestandenen Platz mit einem Gewölbe itber der Sakristei 
der Stadtkirche zu St* Aegidins vertauschen und auch von dort 
im Jahre 1713, als sie nach dem grossen Brande unversehrt 
geblieben war, in die Sakristei selbst wandern musste. Auf 
Veranlassung des Superintendenten Johann Bosseek fertigte 
■u gleicher Zeit Christian Friedrich Kästner einen Katalog 
über den aus dem Kloster ererbten und wahrscheinlich auch 
späterhin vermehrten Büchervorrath , welcher aus 370 Schrif- 
ten in 165 Bänden bestand und noch jetzt in der genannten 
Kirche aufbewahrt wird. Die ganze Sammlung besteht nur 
aus Druckschriften, von de*nen die wichtigsten Hoffmann in 
seiner Beschreibung von Oschatz (Th. 1. Oschatz. 1&I3. 8« 
pp.ll5 — 121) angezeigt hat; das merkwürdigste Stück ist ein 
C&emplar der dritten deutschen Bibel mit 2 Columnen und 
54 Zeilen, zwischen 1474—1477. fol. Scliwierig bleibt ea 
zu entscheiden, ob die in dem Hauptarchive des Oschatzer 
Rathes zur Zeit befindliche Handschrift des Sachsenspiegels 
mit 2 Columnen und 35 Zeilen, Pergament. 1382. fol., über 
welche HoffmamCs genannte Beschreibung i. a. Th. pp. 65— 
67 verglichen werden kann, den Oschatzer Franciscanermön- 
chen angehört habe. 

So weit gehen die bisher bekannt gewesenen Nachrichten^ 
welche düriUg gemig sind, als dass man sich nicht jeden 
Falles nach neuen Mittheilungen sehnen sollte. Glücklicher 
Weise sehe ich mich durch d|e Gnade Kipes Hohen Geaammtf» 
minister iums in dc^n Stand gesetzt, aus den im hiesigen Qdi« 
Staatsarchive befindlichen Yisitationsakten. den Lesern Bini« 
ft« mittheilen sa könaeii, welches aur Geschidite der alten 



9M 

(hcbalacr KlMteAlMiodlek einen wesendkbea Beitrag liefern 
■o]L In der dem genannten Archive siigehSrigen Handschrift: 
T)or5eid)nu0e t}nberfd)ie^tlid?er ixtev, xcM ^afrlbfl in tlSg 
ftttn, vnb anöertt Cird)en von ben @equc(hAroribu6 grfum 
btn vnb inventirt morgen. 154]. fol. findet sich ein Onuen^ 
tarium bet moncbe t5& (PfibiXg/ welches bei der im Jaliro 
1541 erfolgten Oschatzer Vijsitation aiifgenonunen worden ist 
and tL 92a — 93 a ein Verseichniss der Klosterbiicher ent- 
hilt. Nach diesem Kataloge , welcher den Titel : JDie Sudler 
fo auB btmdlofttt in bie pfarFitd^en a\x$ Wfel^lcb nnfcrd 
9* 6' ßtncmen 5U riner Bibltotbeca. fiihrt, bestand die Klo- 
iterbibliothek nur aus folgenden Büchern: 

Conc^r^antie maiorcd Ceftamcntum C^Iicum 

Cejctu0 Stbtie Ceftattientum glofatum 

prima pare £ire 3fi&oruö 

Secunba tercta quarta pare mobuB It^mbi abbreuiat : 

rofHUa 6u0oni0 pbill?elmu0 

tratet ^Acobud t>Ittmum Pol : Zorne 

(La(flo^oru0 in pfaltrrium Cefiamentum Mut Zt)ome 

pofliUa ^ugcni0 fuprr pfal^ ütml^arbn» 

tl^ftium opcra 2CnfbeImi 

^ugo fuper prouerbia &ala» (I$erfotii0 prima 2. 3. 4. par0 

moni0 !!(leyatiber be HUB 1 .2.3.4.par0 

6ugo fuper [ibro0prop|^etarum Dccabular{u0 3uri0 
alia par0 fuper ptop(^eta0 Aiber i>iui Ct^ome 
Super lEuang : thatli^ri 3oAnnf0 ^e -^iitno fuper epb 

. @uper £piftola0 pauli fcopali titulo 

paulu0 (Blofatu0 £iber JDiut Cbome 

(ßloffa continna }D* Come @extu0 jDecreialium 
augußini prima par0 6umma aflaranl 

2. 3. 4. 5. 6, 7. 8. 9. 10. 11. ©umma confefjtonum 
3nuentarium inÄugujlinum Summa angelica 
Ceftamentum ceIicumX).Cl7ome Summa pifani 
i£luci5ariu0 ecle(taflicorum Cabula 3uri^ 
prtmu0 et 0ccun&u0 C^oma0 Ciber S^iui C^ome 

a^amanti crtgene0 Isntbonii I. 2. 3. 4. par0 

opu0 origine0 €iber biui Cl^ome 

ambroftl prima 2. 3. par0 £iber ^iui Come 
2Ctbanaf!u0 in epipola0 pault prima par0 0. tome 
opera biul Ciprianl .feecunöa Secunöorum 0. 

rittmum Vol: biul lerne Z\)on\e 

* 

Unentschieden bleibt es swar immer nooh, ob die Biblio- 
thek vor Anfhebimg des Klosters nicht eine grössere AnnaM 
von Büchern besessen nnd Tfelleicht Bini^e davon in den 
Jahren lä39 bis 1541 durch irgend einen Zufall eingebiisst 
habe, allein de» Hanptatamm deraltenlüoflterbibliathek sehen 
wir anf jeden Fall in diesem Kataloge laufgeseiehntti «iiA 



d9» 

wenn wif annehmen irollen, dass Ae Vlaltttm^n bei Auf« 
sdchntin^ der Bücher nicht alltu genau verfahren seien $ denn 
dass Mang;el an Genauigkeit den Viaitatoren gewisaermaasen 
vorgeworfen werden könne, läsat sich, so acheint es wenig«' 
stena , durch folgenden Umstand erweisen. Nach der bei der 
Visitation getroffenen Bestimmung wurden die Bücher, wie 
der Titel des Verzeichnisses aussagt, in die Pfarrkirche in 
einer Bibliothek genommen, das heisst, die Bibliothek erhielt 
in der genannten Kirche ihren Platz* Fast das Nämliche fin« 
det sich in den f, 91a aufgezeichneten Worten: VOM für 
ISnxd^et im !&lofler vot\)anbtn üam bet txrseid^nuji vnb 3ti^ 
itentarium baben XXl. g. ^« iiorotbentte Vi^tatotes 3tt bet 
f>farHrd>m i^ororbetit / TOeld^e an ein ionbtxüä) ort^ 3n ber 
TSdxd)inn vorotbettt aui^ alle vexl)anbtn* ausgedrückt« Dessen 
ungeachtet wissen wir aber, dass die Bibliothek erst im Auf- 
fange dea XVili« Jalirhunderts in die Stadt- oder Pfarrkirche 
zu St. Aegidius gekommen sei; daher sind wir zu dem Sclilusse 
berechtigt, dass entweder die in Hoffmann^a erwähnter Be- 
schreibung mitgetheilte Nachricht falsch und nicht, wie er 
sagt, gegründet, oder dass die Aussage der Visitationsakten 
ungenau sei. Das Letztere ist das Wahrscheinlichere, da man 
nicht einsehen kann, warum Hoffmann aus den in Oschatz 
befindlichen Raths- und Kirchenakten nicht habe die Wahr- 
heit berichten sollen* 

Bibliothekar Dr. Julius Petzhüldt in Dresden« 



Blbliothekehronlfe und Mlseellen. 



Der nach Paris wieder zorflckgekehrte S, Munkj der mit Sir 
Samuel Maniefiore und Cremhus nach Aegypten ging und unter 
anderm auch Handschriften für die Kön. ßibliotliek in Paris sam- 
melte, sagt in einem Sclireiben an ChampoUion-Figeac : «jlcfa 
bringe eine Anzalil Werke mit, die der Secte der Karaiten an- 
gehören , mehrere Schriften nftmlich fiber die Gebrauche und den 
Ritns dieser Secte, nnd verschiedene TheiJe eines riesenhaften 
Commentars über die Bibel aus dem 10. Jahrhundert. Alle diese 
Werke sind ungemein selten, in Europa ganz unbekannt, und 
finden sich, so viel ich weiss, in keiner europäischen Bibliothek. 
Ich erhielt sie von dem üeberreste dieser Karaitensecte, der noch 
ia Kabira lebt, nnd ich glanhte» diese Trümmer einer last nn- 
Imkannten Litteratur retten zu müssen, die Itlr die littaraturge^ 
sehiehte des Mittelalters nicht ohne Wichtigkeit ist.'« 

Ans Berlin wird gemeldet: I>er Ansban der Bibliothek ist 
pl5tKKcb dareh einen Be&hl Sr. Majestät su^endirt worden. Ea 



soll eine neue Bibliothek gebaut werJen, das alte Cebiade aber 
wird wahncheiDlicb fttr Kupferstiche, Aiflazen- Und MedaiUen- 
aammlangen benatzt werdea* Wo diese neue Bibliothek erbaut 
irerdea soll, ist noch g^az unbestioimt; yeHDttthlich dürfte sie 
den Platz erhalten, wo jetzt die alte Sternwarte steht. 

An 24. December ist der Geh. Regierungsr^th» Professor nnd 
Oberbibliothekar Dr. Wilken in Berlin im 64. Jahre gestorben. 
Er war den 23. Mai 1777 zu Ratzehurg geboren* 

In einem Aufsätze von Prof. B. W. Becker in Gotha ftber 
die dritte Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner zu 
Gotha am 29. Sept. bis 2. Oet. d. J. (im Allgem. Reiehsan- 
zeiger der Deutschen, S. 3653.) wird Folgendes berichtet: Der 
erste Verhandluogsgegenstand der dritten öifentlichen Sitzung aas 
2. Oetober war ein erneuerter Antrag des Prof. Haase in Breslao 
auf Bildung eines Vereines , welcher durch Geldbeiträge alljahr» 
lieh die Summe von 1200 bis lÖOO Thalem zusammenbringea 
soll 9 am zwei tOchtige junge Philologen in den Stand zn setzen^ 
zoverlassige Forschungen Aber alte, in den Bibliotheken zerstreute 
Handschriften znm Behufe der Kritik anzustellen. Der Aatrag 
fand Anklang; es ward eine Unterzeichnung von Beitragen er- 
Offaet nnd die Professoren Hease aus Breslau , Laehmann ans 
Berlin, RUechl aus Bonn, Thierseh ans Mfiachen, und Ifabt 
ans Tübingen wurden zn einem Ausschusse ftlr die Einleitoag des 
Unternehmeas erwählt , für das man auf die geneigte Unter« 
statznng der deutschen Regierungen hoffU). 



JBaina'e Canelonero wird demnächst unter die Presse 
kommen. Juan AlfoMo de Balna lebte im Anfange des löten 
Jahrhunderts, schwur das Judenthum ab und wurde SekretSr des 
Königs Johann IL; er sammelte alle Poesieen, die er von den 
alten spanischen Troubadours finden konnte, und Übergab dem 
Könige die Sammlung. Dieses Manuscript war lange einer der 
merkwfirdigsten Gegenstande, dessen sich die Bibliothek des Es* 
curials rQhmen konnte, und mehr als ein Retsender hat davon 
gesprochen; die Wechselßllle des Krieges und der Revolutionen 
entführten es der Bibliothek , in der es ruhte ; es kam nach Eng^ 
land , und wir mOsson bemerken , dass alles , was es enthalt, 
noch nicht im Druck* erschieneti , mit Ausnahme einer kleinen 
Anzahl durch de Castro bekannt gemachter Fragmeute. Man 
kennt kein anderes Manuscript, das diese ritterlichen Lieder der 
alten Castilianer enthalt. Eine Abschrift davon wurde durch die 
Bemflhuo^en des Hrn. Proncüque Michel veranstaltet, welcher 
sich mit der Herausgabe dieser interessanten Sammlung beschflf«' 
tigt. (Echo du Monde savant.) 



Gewiss wird es jeden Freund des klassischen Allerlhumes wie 
der Piilaeographie oder Epigrapbik erfreueD zu vemefamen, dass 
mit dem ^eucn Jahre ein bereits unter der Presse yorg^eschrit- 
tenes Werk hei T. O» IVeiRel in Leipzig erscheint , welches einen 
bis daher unerhörten Fu nd und Beitrag der Literatur und Scbrif- 
tenkunde zuführt. Es handelt sich nflmlich um zwei in dem 
siebenbCIrgjschen Bergwerksorte Abrudbapya (der alten Anraria 
magna der Römer), und zwar in jahrhundertlich vei'scbüttetem 
oder vielmehr mit Schwefelwasser angefülltem Bergwerke gefun- 
dene Hölzbücfaer, mit Je vier Wachstafeln (Triptycha), deren 
das Eine Sinnsprüche in griechischen SchriftzQgen » daneben aber 
auch gänzlich unbekannte Buchstabenreihen, das Andere aber ein 
nach gerichtlichem Gebrauche noth wendiger Doppeltext eines rd- 
miscben Protocolles in bier zum ersten Male auftretender 
römischer Cnrsivschrift enthalt. Der frühere Besitzer dieser 
Scbaize B. Nicolaus Jankovich de Wadrass brachte dieselben, 
bis dabin unerkannt und unerklärt, schon im Jahre 1835 dem 
k. b. Universitätsprofessor Dr. //. F. Massmann in München zu, 
der dieselben glücklich lOste und das lateinische Triptychon nach 
der Unterschrift der Consuln, so wie nach weiteren inneren 
Merkmalen dem Jahre 167 n. Chr. Geb. vindicirte^ welches dem 
erneuten Ausbruche des s. g. grossen markomannischen oder 
deutschen Krieges vom alten Dacien her vorherging. 

Das in lateinischer Sprache geschriebene Werk des genannten 
Verf. (es führt in vor uns liegender gedrackter Anzeige den 
Titel y^LibelluB AurariuB sive Tabulae cerata^ et antiguisBi- 
mae et unicae Romanae etc.^'), verbreitet sich über Fund, 
Aechtbeit des Fundes, Form, Inhalt^ gerichtlichen Gebrauch der 
Erz - und Wacfastafeln , wie der Protocolle , Geschichte Daciens 
u« s. w. , namentlich aber . über die gänzlich neue Erscheinung 
jener römischen Cursivsch rift, und weist, mit Hülfe von 
fast 500 von ihm selbst geschnittenen grosseren^ und kleineren 
Holzschnitten 9 sowohl ihre genetische Entstehung aus der Uncial 
oder Majuskel, als auch andrerseits aus ihr selber wieder die 
notbwendige Entwickelueg der ti ronischen Noten (der Ste- 
nogpraphie der ROraer) nach. Sehr genaue und gelungene Facsi- 
mile's der Wachstafeln und Schrift, so wie ein solches von ei* 
nem sehr grossen , erst jüngst vom Verf. in Leyden gelösten la- 
teinischen Papyrus von der Insel Pbylä im ägyptischen Museum 
zo Leyden (ein kaiserliches Decret in noch nie, weder bey itfa- 
f^t, noch MabiUan etc. erschienenen lateinischen Schriftzügea 
entibaltend) sind dem Werke beigegeben. 

Gewiss sieht Jeder, der mit römischem Rechte und klassischem 
Allerthume oder mit Paläographie sich beschäftigt, der Erschei- 
nung des Werkes mit Verlangen entgegen. 



Verleger : T. 0, fFetgel in Leipzig. Druck von C* P, Sieizer, 




nUiüc^my 




zum 



SlIRAPIilJM. 

IS.Jraou'. J\ff 1. 1840. 



Veueste in« und autllndlsohe Iiitteratur, anüquarlsohe 
B&oher von T. O. Weigel, Anzeigen etc. 



2«r Basorfnag aller ia aacbiteheaden, BibliogMpbiea veneichaetea 
Baeber empfeUa ich mich nater Zasichernng schnellster aad billigster 
Bedieaaag; deaea, welche mich direct aiit resp. Bestellaagea heehrea, 
sichere ich die irdsstea Yortheile an. 

n O. WTeigH in üeipsiff. 

le Teberalcht der nenesten liltteratan 

DEUTSCHLÄIVD. 

Semoullly Handbuch der Technologie. 2 Bde. 2* Anfl. Basel 1840. 

a 3 thir. 18 gr 

Bibliotbeca pbilologica. Nene Auflage y. Enjfelmmnu Leipzig 1840. 8. 20 gr 
Bibliotheca juridica, — ein Verzeich niss der in Oestreich über Gesetz* 

gebang, politische Verfassnog ond über das Camerale erschienenen 

Schriften Wien 1840. 8. 6 gr. 

Bird, praktisch - psychiatrische Schriften. 1. Bd. Stattgart 1840. & 

1 thlr. 15 gr. 
Bleiebrodt $ architektonisches Lexicon« 2. Aafl. in 1 Bde. Weimar 

184a 8. 3 tiilr. 12 gr. 

Vliunentlitt, Sammlang der ?on 1832 bis Ende März 1839 hin- 
sichtlich des österreichischen Gesetzbaches über Verbrechen nach- 

triglich eischienenen Veiordnnngen und Gesetze. Wien 1840. 

gr. 8. 20 gr. 

Sournon de Ijayre» die Dampfwische. Ans d Franz. Ton Dr. 

ScSmidL 2. Aafl. Weimar 1840. 12. 10 gr, 

llretsclmeider» Lexicon manaale graeco-Iatinam in libros Novi 

Testament!, ed. III. Lipsiae 1840. 4. 5 thlr. 

Bironner, der Weinbau in Frankreich und der französischen Schweiz. 

Mit Abbildangen. 1. L%. Champagne. — Heidelberg 1840. 8. 16 gr. 
BulATd. aber die orientalische Pest. Aus d. Franz. Yon Dr. ff. MüUtr. 

Leipzig 1840. 8. 1 thlr. 18 gr. 

Bullincer» Reformationsgeschichte , herausgeg. von HoUinger und 

yögeli. 3. Bd. Fraaenfeld 1840. 8. 1 thlr. 12 gr. 

Cani/i und Otto» Erlanterungstafela zur Terglekhenden Anatomie. 

Heft 5. Leipzig 1840. rol. 12 thlr. 

' dass. lateinisch yon Dr. T^ien^mafiii« 12 thlr. 

Clenens» die Luftpumpe als Mittel zur Reposition der Leistenbrüche. 

Mit AbbildoDg. Frankfurt a. M. I84a 8. 6 gr. 



j 



Cromelll 'MepoÜB Titoe «xccU. impentoniin reoeni« Dr. Reinhold. 

Pasewalk 1340. 8. 2 gr. 

Hahlmann 9 Geschichte Ton Dänemark* Ir Bd. Hamborg; 1840. 8. 

2 thlr. 8 gr. 
Hameron« über die relatife Verbindang der Irren «^ Heil- und Pfle- 

geaniCalten« Eine Staatiarzneiwisaenachaltl. AbluMidlang. L«)ipzig 

1840. 8. 2 thlr. 

DOntserf H., Kritik nnd Brläatening der horazischen Gedichte. Ir 

Theil: Die Oden. Aoch anter d. Titel: Kritik und Erklärung der 

Oden des Horaz. Braun^chweig 1840. 12. 1 thlr. 8 gr. 

DiintKer, die Fragmente der epischen Poesie der Griechen bis zur 

Zeit Alexander des Grossen. Köln 1840. 4. 21 gr. 

CiiiKelniann » das Gesammtgebiet der Lithographie. Berarbeitet ?on 

Pahst und Kretzsehmar, 1. Heft. Chemnitz 1840. 4. 12 gr. 

Entscheidungen des Königlichen Geheimen Ober-Tribunals, herausgeg. 

Dr. Sinwn und von Strampff. 4. Bd. Berlin 1840. 8. 2 thlr. 16 gr. 
firdmanny Lehrbuch der Chemie. 3. Aufl. Leipzig 1840. 8. 2 thlr. 6 gr. 
Fidicin» die Gründung Berlins. Kritische Beleuchtung der Schrift: 

lieber die Entstehung, das Alter etc. der Städte Berlin und Cöln, 

▼on Klöden, Beriin 1840. 8. 22 gr. 

Fl0Cber und Soetlieerj griechische und römische Zeittafeln. l.Lfg. 

Altena 1840. 4. 1 thlr. 12 gr. 

Giftbach , Tollständiges. 5. Aufl. Weimar 1840. 8. 20 gr. 

CfoeBChl» geschichtliche Darstellung des grossen allgemeinen Concils 

zu Trienf. 2 Abtheil. Regensbnrg 1840. 8. 2 thlr. 9 gr. 

Graeff, Sammlung sämmtticher Verordnungen, welche in den v. 

Äampf2*schenJahrbiichern enthalten sind. 12. Bd. Breslau 1840.8.1 thlr. 
(v* dmber») — Varzeichniss sämmtticher Abhandlungen in den auf 

preusaischen Gymnasien erschienenen Programmen von 1826 — 37. 

Beriin 1840. 4. 8 gr. 

Haiin erl , Vorträge über den Concurs der Gläubiger nach den in den 

Österreich. Staaten geltenden Gesetzen. IVien 1840. 8. 1 thlr. 8 gr. 
V* HartitKSCli 9 Entscheidung praktischer Rechtsfragen, mit Ruck- 
sicht auf Erkenntnisse Ton Oberbehörden bearbeitet. Leipzig 1840. 

8. -2 thlr. 8 gr. 

Heckel > Sachsens Polizei. Ein Handbuch für königl. Sachs. Polizei- 

beamte der unteren Instanz. Dresden u. Leipzig 1840. 8. 1 thlr. 6 gr. 
Hefttcr, Lehrbuch des gemeinen deutschen Criminalrechts. 2. Aufl. 

Halle 1840. 8. 2 thlr. 8 gr. 

Heri^any» Handbuch der pädagogischen Literatur. Leipzig 1840. 8. 

1 thlr. 18 gr. 
Hert wie 9 praktische Arzneimittellehre für Thierärzte. 2. Aufl. Berlin 

1840. 8. 4 thlr. 

Hesselbacli 9 die Erkenntniss und Behandlung der Eingeweidebruche. 

Mit 20 Tafeln Abbildungen in naturl. Grösse. 1. Lfg. Nürnberg 

1840. Fol. 4 thlr. 

Hlppocrates Aphorismen. Deutsche Miniatur-Ausgabe von Dr. W. 

Buchenwald. Nördlingen 1840. 12 12 gr. 

K&mtsE« Vorlesungen über Meteorologie. Halle 1840. 8. 2 thlr. 12 gr. 
Kurz, Handbuch der poetischen Nationalliteratur der Deutschen Ton 

Haller bis auf die neuste Zeit. l.Ablheil. Zürich 1840. 8. Ithlr. 18gr. 
Ulack, über die Einsegnung der gemischten Ehen. Tübingen 1840 

8. 7 gr. 

V. Malinkovskl« Handbuch für k. k. osterreichlsdie Kameralbe- 

amte. Wien 1840. 8. Bd. 1. 2. 3 thlr. 8 gr. 

MeiiKCl , WoUg. , Europa im Jahre 1840. Stuttgart. 12. 1 thlr. 

niejen « nodt einige Worte über den Befruchtungsakt und die Polyem- 

bryonie bei den höheren Pflanzen. Berlin 1640. 8. 9 gr. 



Nekrolog^ neuer, der Deutseben. 16. lahrg;. ld3S. 2Tljeile in. 2Porlr. 

Weimar 1840. 8. 4 thlr. 

Neoiell, das fürsÜ. Süftnnd Kloster Cisterzienser-Ordens , bei Gaben 

in der Nieder-Laositz. Regensborg 1840. 8. 18 gr. 

PerronliUi» theologos rouianos, vapolans. Scripsit iMctus Smcerut^ 

Coloniae 1840. 8. 18 gr. 

Repertoire da th^atre fnin9ais k Berlin. No. 210. 211. Berlin 1840. 8. 

Rlditer 9 Geschichte des 30jähr. KriegeS| ans Urkunden etc. Leipzig 

" 1840. 8. Bd. 1. 3 thlr. 

Roemie» die preussischen Stadteordnongen mit ihren Ergänzungen 

und Erlaoterongen durch Gesetzgebung und Wissenschaft. Breslau 

1840. a 1 thlr. 12 gr. 

lftoe»liBi[» neues theoretisch-praktisches Lehr- und Hiilfsbuch der 

Mechanik. 2, Ausg. Augsburg 1840. 8. 1 thlr. 12 gr« 

nU^liAteBCh» die Krankheiten, welche .?erschiedenen Ständen etc. 

eigenthümlich sind. 1. Bd. Krankheiten der höheren Stände. — 

2. Bd. Krankh. d. Landbewohner. Stuttgart 1840. 8. ä Bd. 15 gr. 
V« Rotteek^ Lehrbuch des Vemunftrechts und der Staatswiisen* 

Schäften. 2. Aufl. 1. Bd. Stuttgart 1840 8. 1 thlr. 12 gr. 

ütudellMieli » biblischer Wegweiser in einer vollständigen Sammlung 

christlicher Predigten n.Homilien. l.Bd. Leipzig 1840. 8. Ithlr.l2gr. 
Bneder» genealogisch-statistiscbes Handbuch fiir Zeitungsleser und 

zum Hausgebrauch. Leipzig 1840. 12. 12 gr. 

Ituppiieht 9 Yon der Natur und Gesundheitspflege des Weibes. 

Breslau 1840. 8. 22 gr. 

Bussel f Länder-Gemälde des Orients » z. Verständniss der Begeben^ 

heiten unserer Zeit. 8 Theile. Neue Ausg. Pesth 1840. 8. 2 thlr. 
SAliuiti Catillna et Jugurtha, oiationes et epistolae. Rec. OreUius* 

Turici 1840. 16. 15 gr. 

SchneMer^ der preussische Staat in geographischer , statistischer, 

topographischer und militairischer Hinsicht 3. Aufl. Breslau 1840. 

8. 1 thlr. 16 gr. 

Scttoen, die Staatswissenschaft Geschichts-philosophisch begründet. 

2. Anit Breslau 1840. 8. 1 thlr. 12 gr. 

Schriften der Königlich Sächsischen Weinbau-Gesellschaft Neue Folge. 

1. Heft Grimma 1840. 12. 9 gr. 

0chroeter« Lehrbuch des allgemeinen Landrechts. 1.2. Bd. 2. Ausg. 

Berlin 1840. 8. 2 thlr. 

Sefrendaty Tabellen zur leichten Berechnung des Cobikinhaltes rier- 

Kantiger und runder Hölzer. Bearbeitet Ton Kö$ter, 6. Aufl. Leip- 

ug 1840. 8. 2 thlr. 12 gr. 

(StrumpCi) — Die oflicinellen Gewächse in den natürlichen Pflan- 
zenfamilien. Berlin 1840. Fol. 18 gr. 
Ten^B^r, sämmtliche Gedichte. Aus d. Schwedbchen von Mohnike, 

1—3. Bd. Leipzig 1840. 8. 3 thlr. 12 gr. 

die Nachtmahlskinder. Uebers. von Demselben. Kbendas. 4 gr. 

Tegner^s Leben , gezeichnet von Franzen, Ebendas. 9 gr. 

Xbllo, Spener als Katechet Berlin 1840. 8. 10 gr. 

tniomae a ICeaipls de imitatione christi libri IV. Editio stereot 

Lipsiae, Tauchn. 1840. 16. 8 gr. 

Veit, Handbuch der landwirthschaftlichen Baukunst 2 Theile m. 20 

Kupf. 3. Ausg. Augsburg 1840. 8. 4 thlr. 

IFilke» Clavis novi testamenti philologica. II. Dresdae et Lipsiae 

1840. 8. 1 thlr. 

"Wlseiiiaiinj Zusammenhang der Ergebnisse wissenschaftlicher For* 

schong mit der geoifenbarten Religion. Deutsch von Dr. Hmmeherg. 

Mit 1 Karte u. 6 Abbild. . Regensburg 1840, 8. 2 thlr. 6 gr. 

IVoelfcrt die Tischlerschule. Arnstadt 1840. 12. m.64Zeichngn. Ithlr. 



FRAinuincn« 

Arai^o» M. i., Boorenirs d*an ft?ettgle, TOjage antoar da nonde. 

2 voll. ay. 30 lith. Par. 1839. 8. 16 fr. 

AeaYflf conttitntion de rnniven, aea oons^aencea philotophiqaes. 

^ Par. 1839. 8. 3 fr. 50 c 

Berand» J. B.| hiatoire dea oomtea de Champagne et de Brie. Par. 

1839. 2 vola. 8. 15 fr. 

Caille. J. A. Ad., coniiderationa d*art et de politiqae, h, propoa du 

mosee de la marine au Loavre. Par. 1839. 8. 3 fr. 

Capelli^e» TKarope pendant le ooniolat et Tempire de Napoleon. 

Par. 8. 2 vol. 15 fr. 

Cazauvtelli» J. B., da soioide, da fali^nation et des crimea contre 

les personnea , oompar^s dana lean rapporta r^dproqnea. Par. 1839. 

8. 5 fr. 

Che&-d*oea?re po^tique des Dames franf^aiaes, depaia le 13* siMe jus- 

Jq\ noi joors y et orn^ de pörtraita ete. par M. de PongermUe. 
^ar. 8. 2 toIs. 

(Foavr. paraitra par li?raison8 d*aii dem! toI. 2^ 1 fr. 25 c.) 
CiTtale 9 Dr. , da traitement m^dical et pr^erratif de la pierre et de 

la grafeUe , avec an memoire aar lea oaleab de Cyitine. Par. 1839. 

8. 6 fr. 50 & 

Clere« L , manael classiqne et ^l^mentaire de botaniqae, d^snatomie 

et de Physiologie v^^tale. Par. 1839. 4« 8 pl. 10 fr* 

Conbrouse^ 6., catalogae raison n6 des monnaies nationales de France. 

Par. 1839. 4. aT. soppl. et 20 pl. (tir6hl25. — 100 en?ente) 60 fr. 
Conatant» O. F., hisioire natarelle des papillona, saivide lamani^re 

de s^en emparer et de les conserver en collectiona. Par. 1839. 16. 3 fr. 
Crapelety G. A., Robert Bstienne, imprimear royal, et leroi Fran- 
cis 1«''. Noavelles recherches sar T^tat des lettrea et de rimpri* 

merie aa 16«»" aiöcle. Par. 8. a?. 7 pl. 3 fr. 

droumie» L. D.» des princips, oa philosophie premiöre. Par. 1839. 

8. 5 fr« 

Dictionnaire abr^g^ de droit francais. Par ane r^anSon d*aTocati. Par. 

1839. 8. 6 fr. 

JMeiiy Gh., osages des ^lobes et de la Sphäre perfectionn^s. Par. 8. 10 fr. 
Hutot» 8.» de Texpatrution, oonsidme soas ses rapporta ^oonomlqaea, 

politiqaea et moraax. Sain d*on memoire de M. le ptince Talley- 

rand. Par. 1839. 8. aT. 1 carte. 8 fr« 

d'BxauirilleB^ B.» d^talla carieax aar qaelqaea opinions et cou- 

tomea dea nationa idolitrea anciennea et modemea. Par. 8. 1 fr. 25 c. 
Forrlehon» Tabb^, le materialiame et la Phrenologie oombattaa dana 

Ipors fondemens etc. Par. 8. 6 fr. 

de Fortia d^lJrliaiif Marq., description de la chioe et dea ^tata 

tribotaires de Temperear. T. II. Par. 12. 5 fr. 

Fr^yler^ H. A., des dasaes dangereuaea de la popolaüon dana lea 

grandes viliea et dea moyena de lea rendre meilleorea« Par. 8. 

2 Tola. 14 fr. 

Froauneni , J. , eaqaisse hiatoriqae de la raTolatioii de 1830, jas- 

qa*en 1840. 1. Li?r. 25 c. 

C^abonrd» Am«, hlatdro de France depaia lea oiiginea gaaloisea 

jasqa*k nos jonra. T. 1. Par. 1839. 12. 3 fr. 

Clallberti Arist, de la ooloniaation da Nord de TAliiqae. Par. 8. 

7 fr. 50 c 
CliiiBotf histoire de la dTÜbation en France. 2« ^.^ 4 vola. Par. 

1839. 8. 24 fr. 

-^— hiatoire göndrale de la dTilisation en Barope. 3* ed« Par. 

1839. 8. 7 fr. 



Jalf A., arcIi^olog:ie nasale. Par. 1839. 2 ?olf. 8. 38 fr. 

IiACorbiire# Dr.» trait6 da froid, de son action et de son emploi, 

intus et extra, en bygi^ne, en m^decine et en chimrgie. Par. 8« 

par. 1—4, N 8 fr, 

Hicliiellflf Alfr., ^todes sar TAlIemagney renferment one hutoire de 

la peinture allemande. Par. 8. 2 voU. 15 fr« 

de Mentor^ott« P. H., dictioanaire apostotiqoe« Nouv. 6ä* Par. 

la'iQ. 8. 10 ?ols. 40 fr. 

MouUiile 5 i« t mafadiet des organes g^nitanx et orinaires. T. IL 

Par. 1839. 8. 12 fr. 

Poloncean« A. R«, notice sar le noaTeao Systeme des ponts en- 

fontei snivl dans la constroction da pont da Caroasel. Par. 1839. 

4 av. atlas in-Fol. 22 fr. 

Pnfegnat» K., patbologie interne dn systtoe letpiiatoire« T. II. 

Luneville et Par. 1839. 8. 12 fr. 

Ralnard» trait^ de patbologie et de tb^rapeatiqae^^o^rales T^t^ri« 

näires. T. 1. Par. 8. 4 fr. 50 c 

Saint-llilair e f E. M. , noayeaox sonyenirs intimes da tems de 

Tempire. Par. 8. 2 vols. 15 fr. 

Saint-Hllalre » M. R., histoire d*Bipagne depais rievasion des 

Goths jasqu'aa commencement da 19*' siöde. T.IV. Par. 1839.8. 8 fr« 
Hmrrmnm jeune, B.» de la d^cadence de TAngleterre et des inter^ts 

de la France. Par. 1839. 8. 5 fr. 

Sarmt» G., et B« Salnt-Bdme» biogiapbie des bommes da joar. 

T. iV. 2. Par. 8. 12 fr. 50 c. 

SilTln« trait6 ^l^mentaire de 8(6nograpbie. Lyon 1839« 8. av. 3 

pl. 2 fr. 50 c 

da Souieli» )ff. A., essai sai^ les recberobes de boaüie dam le nord 

de la France. Par. 1839. 8. a?. 3 pl. ^ 3 fr. 50 c. 

Tamlslery Maar., voyage en Arabie. Sejonr dans le Hedjaz. Cam- 

pagne d^Asiir. Par. 8. 2 toIs a?. 1 carte. 16 fr. 

l^elpeaii s m&nael pratiqae des maladles des yeoz, d*apr6s les le<^ns 

cliniqoes par 6. Jeanadme, Par. 18. 7 fr. 

fTIdal» A.» traite de patbologie externe et de m^decine operatoire. 

T. III. Par. 8. 6 fr. 50 c — T. I-III. 19 fr. 50 c. 

Tiolletj J. B., th^orie des pnits artesiens, saifie d^ane instroction 

pratiqae. Par. 1839. 8. a?. 7 pl. 7 fr. 50 o. 



6 



n. Anzeigen etc. 



Bei /• /• fFeber in Leipzig ist erschienen: 

BIBLIOTHECONOMIE 

oder 

lielire von der Anordnonfl^, Benraliniiig^ 
nnd Vemraltangp der Bibliotlieken. 

Aas dem Französischen 

des 

lu A. Constantlii. 

Mit 6 Üthogr. Tafeln. 

Eleg. geb. Preis 1 Thlr. 8 Gr. 

Inhalts ansei ge. 

Vorrede. — Von der Bibliographie« Vom Stadiam der 
Bibliographie. — Von den Bibliotheken im Allgemeinen. 
Von den öflenüichen Bibliotheken. Von den Privat- nnd Spedalbiblio- 
theken. — Von der Bibliomanie. Von den seltenen oder merk- 
würdigen Biidiern. — Von dem Bibliothekar im Allgemeinen. 
Von dem Bibliothekar einer öffentlichen Bibliothek. Von dem Biblio- 
thekar einer Privatbiblioüiek. Pflichten, Eigenschaften nnd Kenntnisse 
eines Bibliothekars. — Von der Organisation einer Biblio- 
thek. Vom Katalog. Von der Zosammensetzong einer Bibliothek. 
Von der Einrichtnng einer Bibliothek. Von der Anordnung der Bücher 
nnd Formate. Von den Etiketten und der Numerining. Von der Stem- 
pelang. Vom Einbände. Von der Collationirung. -^ Von der Er- 
haltung der Bucher. Von den Mfürmern und Insekten. Von der 
Fenchtigkeit und dem Staube. Vom Ausleiben der Bucher. — Vom 
L o c a 1. Vom Gebäude. Von der Ausmöblirung. — Von der admi- 
nistrativen Organisation. Vom Personal. Von der Bndihal- 
tung. Von den Reglements. Von den Pflichten gegen das Publicum. 
Von den Pflichten des Pnblicums gegen die Bibliothek. «— Von den 
Katalogen. Von ihrer Abfassung. Von der Abschrift der TiteL 
Vom Format. Von den Anmerkungen. Von den alten und seltenen 
Büchern. Von der kalligraphischen Einrichtung der Kataloge. Von dea 
Abkürzungen. Von der Numerirung. Von der alphabetischen Classi- 
fication. Von der systematischen Classification. 



In meinem Verlag erscheint für dai Jahr 1840: 



THE BRITISH AND CONTINENTAL 



EXAHINER. 

EDITED BT 

EDWABD A. MORIARTY, ESQ«. A.B.,Ar.Q.I.S. 



POUnOA^ UTERABT, OBIVICAXi, AHH OOMKBBCUb 

WSdieiitllch, jeden Sonnabend, erscheint efne Nummer 
Ton -4 — 2 Bogen, grösstes Quutformat auf Velinpapier. 
Siibscriptlons-PreiH für den ganzen Jahrgang: 2 Thlr. It) Gr. 
Alle Buchhandlungen nnd Postämter Deutschland h nehmen 
Bestellungen ui, woselbst auch aiisfiihrlichere Prospecte au 
haben sind. 

Leipug, 1. Jannar 1840. 

T. O. WHgel, 

Soeben verliess die Presse: 

Literarische 

nrachweisniigren 

Aber 

frühere nnd noch bestehende enropaeische 
öffentliche and Corporations-Bibliotheken. 



2U dem 
nächst erscheinendeii Haaptwerke. 

Ton 

XmH Gutt, Vögelt 

PriTaiI«Iir«r in Draxdsa. 
gr. 8. (2^ Bogen.) geh. 6 Gr. 
Lefp'fg, 10. Januar 1840. 

X A. Barth. 



Bftclierrersteliieraiigeii. 



(Cataloge und Anftrfige besorgt V.O-WeigeliB Iieipsigi) 



1) Den 27« Janoar die Bibliothek des Mediclnal-Rath Dr. Ge$mier, 
darch J. A, Boemer in N&rnberg. 

2) Den 29. Janoir die Bibliothek des Dr. med. d'HatM and des 
Joatizrath Sofidl, dorch J. M. HOerh in Cöln a.R« 

3) Den 3. Febmar eine Sammlang Bocher aas allen Wiaaenichaften 
darch P. 8, Broedematm in Hambarg« 

4) Den 3. Febmar die 2. Abtheil ang der Rath ilf<i^*achen Bibliothek 
dorch J. A» Botner in Nombeffg* 

5) Den 1(K Febmar in Paris: la biblioth^qoe de M. le comte de 
St-M*^*^, membre de la iod^^ des bibliophiles franqais. (CataL 
Paris, J. Crozet^ 1840. 8.) 



BiicheripefliiCli« — Besitzer yon Werken aas folgenden Fächern 
der Litterator, welche dieselben zn Teraassera geneigt sein sollten , er- 
sache ich« mir direct mit Post die Titel and Preise anzngeben. 

1) Griechische and lateinische Kirchenvater, doch die griechischen 
nicht, wenn nor in lateinischer Uebersetzang. Alle Schrifien der 
Jesoilen, Reformatoren etc. in lateinischer Sprache. 

2) Manoscripte mit Malereien , Codices der griechischen nnd romi- 
schen Autoren etc. 

3) Altdeotsche Gedichte, Volksbücher, Volkslieder^ CnriositSten z. B« 
Ton Fischart y Mumer, Brandt etc. 

4) Altitalienische, französische, spanische nnd altenglische Gedichte, 
Schauspiele, Chroniken etc. z. B. Dante, Roman de la rose, Ro- 
mancero, Chaacer etc. 

5) Bocher mit Holzschnitten von Holbein, Dürer etc. 

6) Alle bis 1470 gedrackte Bücher, doch auch spatere, besonders in 
Italien gedruckte Aosgaben der Classiker. 

7) Alle bis 1700 in Polen nnd Rassland oder über diese Lander er- 
schienenen Bücher. 

8) Alle Reisen, besonders bis 1580, oder Sammlungen solcher Reisen 
z. B. Columbus, Vespodos, Marco Polo, De Bry, Holsina elc. 

9) Sammlangen von Kupferstichen, Zeichnungen, Holzschnitten, Ra- 
dirungen etc. 

ffST Aach kaufe ich ganze Bibliotheken zu den höchsten Preisen 
nnd bin gern bereit, den Besitzern der von mir gesuchten jBücher, wenn 
sie es vorziehen sollten, nadi eigner Wahl neue und die neuesten Bucher 
dagegen zo liefern. 

T« O« Weigel in Iieipslip. 



Druck Toa C. P. Melzer in Leipzig. 




niäüc^tn^ 




sam 



mvMAPKMim, 

•1.J«»». J^ 2. 1840. 



Veueste in- und ausländisohe Utteratur, anügtiazische 
B&oher Ton V. O« Waigel, Anzeigen eto« 

Znr Besorgvog aller ia nachstebanden BiUjograpbian vanaieliBaiaii 
Bicbar eaipfeble ich auch vnler Znsiekeninf achnallstar «ad billlggter 
Bedieaasf; deaea, welche Mich direct mit i-eap. Bealellvagen heehrea, 
nchore ich die groMtea Yortheile xv. 



la Veberateht der neuesten liltteratar« 

Zeitschriften für 1840. 

ÜBUTSCMIiAIill. 

Aaaiektea der Chirorgie. Heranigeg. Toa einem Yereiae pnkt Aente 
aad WondSnte unter der Redaction des Prof, Dr. B. Blashu und 
des Dr. A, Moser, Berlin, Heymann. 8. d. Hft. 16 gr. 

■ aber chronische Krankheiten. Stuttgart, Brodbag. 8w d. Hft. 15 gr* 

fir FkaoanzimmerlLraniLheiten. Leipt., Rrockhans. 8. d. Hft. 16 gr. 

Aaaalen, aeoe, der Mecklenburgischen Landwirtbschafts -Gesellschaft. 

Por^eselzt ?om Pripositos nnd Pastor H, L. J. Kartten, Rostock. 
8. 2 thlr. 

des Vereins für Nassaoiscbe Alterthnmsknnde and Ctoschichts* 

forsehang. Wiesbaden, (Ritter*sche Buchh.) 8. 

der Pharmacie. Heransgeg. Toa FV*. WMer aad Jast. lAMg. 

Heidribei«, Winter. 8. 7 thlr. 

— dar Physik and Chemie. Henasgeg« Toa J, C. Vtggmäorf, 
Leipzig, Barth. 8. 9 thlr. 8 gr. 

■ der Staats-Arzneikonde. Heransgeg. Ton Si^eider, SMrmayer 
and Berüi. Freiborg « Fr. Wagner*sche Buchh. 8. 4 thlr. 

der dentschea and aoslaadiMhea Criminal-Reoht^flega. Begrün- 
det Toa HUtiff^ fortges. voa Demmt and Khmge. Altenbofg. 8. 

d. Bd. 2 thhr. 

der Rrd-, Ydlker- aad Staatenkaada. Heransgeg. vom Prof. 

Dr. JT. BergknuM. Berlin, Reimer. 8. d. Bd. 5 thlr. 

— — der giassheiaoglich Badischea Gerichte. Haaptred. Vicekanzler 

Betk in Mannheim. Karlsrnhe, Groos. 4. 2 thlr. 16 gr. 

, Haaaovetsche, für die gesammte Heiikaade. Heraosgea. Tom 

Ritter Dr. CF. P. Hotseher. Haanorer, Helwing*sche Hofbaclih. 8, 

d. Bd. 4 thlr. 
, israelitische, eia CeatralblatI fiirGesebidite^ Litenternad Caltar 



10 

der Israeliten. Heraosgeg. TOn Dr. J. M. JuL Frankfurt, Sauer- 
lander. 4. 3 Üilr. 

Annalen, medtcinbche , eine Zeitschrift, beransgeg. ▼. d. MiCgliedem 
der grossh. Badenischen Kaniläts-Commission nnd den Profea- 
ioren AicAelC, Chehua nnd Naegde» Mit Steindmcktafeln. Heidel- 
berg , Mohr. -8. d. Bd. 4 tbir. 

Anzeiger 9 allgemeiner masikalUtcber, redigirt von J« F. CnafW/i. Wien, 
Haslinger. 8. 2 thlr. 

, Utterariscber, für christliche Theologie nnd Wissenschaft über- 

bannt Heraasgeg. vom Prof. Dr. Tholuch. Halle, Anton. 4. 3tblr. 

' tur Knnde der deutschen Vorzeit. Heransgdg. von Franz Jo$, 

Mont. Karlsruhe, Groos. 4. 2 thlr. 16 gr. 

, allgemeiner, nnd Nationalzeitnng der Deutschen« Gotha, Becker. 



4. 4 thlr. 

Archiv der Gesellschaft für altere deutsche Geschichtsknnde. Heransgeg. 

von Pertz, Hannover, Hahn*sche Hofbuchh. 8. 
— »— — f&r Hessische Geschichte und Altertbnmsknnde. Heransgeg. ans 

den Schriften des histor. Vereins für das Grossherzogthum Hessen 

vom Hofrathe Dr. J. W. Chr. Steiner, Dannstadt, Leske. 8. 
, allgemeines, des Jndenthnms. Heransgeg. von Dr.J.Heimmmuu 

Berlin, Fernbach jun. 8. d. Hft. 12 gr. 
für die homöopathisdie Heilkunst. Heransgeg. von Dr. £. Stapf 

nnd Dr. 6. IV. Gross. Leipzig, Reclam. 8. d. Hft. 1 thlr* 

^— der deutschen Landwirthschaft und landwiilhscbaftlichen Tech- 



nologie. Uerausgeg. von Prof. Fr. Pohl. Leipzig, (Kollmann.) 8. 3 thlr. 
— für Mineralogie, Geognosie, Bergbau nnd HSttenkande: Herans- 
geg. von Karsten nnd v. Decken. Berlin, Reimer. 8. d. Kd. 5 thlr. 
für Natur, Kunst, Wissenschaft nnd Leben. Redigirt von F. 



W. Lindner. Braunschweig, Oehme u. Müller. 4. m.Abbild. Itblr. 12gr. 
— , oberbayersches , für die vaterländische Geschichte. Heransgeg. 
von dem histor. Vereine von nnd für Oberbayem. München, Frans. 
8. d. Hfc 16 gr. 

— fiir Anatomie, Physiologie nnd wissenschaftliche Medicin, her- 
ansgeg. vom Prof. Dr. Johannes MHUer, Mit Kupfertafeln. Berlin, 
Veit n. C. 8. 6 thlr. 

— 4e9 Hennebergischen Alterthnmsforscbenden Vereins. Meiningen 
n. Hildbnrghausen , Kesselring. 8. 

für die oivilisliscbe Praxis. Heransgeg. von Franke, Linden von 



Ijoehr, Mittermaiert Mühlenbruch ^ Thibani nnd Wächter. Heidel- 
berg, Mohr. 8. d. Bd. 2 thlr. 
— für das Civil' nnd Criminal-Recht der konigl. Prenss. Rheinpro* 
vinzen. Heransgeg. vom Geh. Justia^R. O. Sandi. Köln, Sclimitz. 
8. d. Bd. 2 thlr. 8 gr. 
des Criminalrechts. Nene Folge. Heransgeg. von Ähtgg^ Biam- 



haum, Heffter, MUiermaier^ Wächter %indZachariä, Halle, Schwetschke. 
8. d. Bd. 2 thlr. 

— der Forst- nnd Jagd-Gesetzgebung der dentsoben Bundesstaaten. 
Heransgeg. vom ForsUneister St. Behien. Freibnrg. Fr. Wagner» 
8. d. Hft 16 gr. 

des Garten - nnd Blumenbanvereins für Hamburg , Altona nnd 



Umgegend. Heransgeg. von der Administration. Hamburgs (He- 
rold.) 4. 1 thlr. 8 gn 
— für die Geistlichkeit der oberrheinischen Kirohenprovinz. Frei- 
bnrg, Herder. 8. d. Hft. 16 gr. 
für die deutsche Gesetzgebung aller deutschen Staaten , heraus- 



geg. von Aleof. MHUer. Stuttgart, Rieger n. C. 4. d. Bd. 3 thlr. 

-~ der Naturgeschichte. Herausgeg. vom Prof. Dr. Ar. F. Ang» 

Wiegmann. Berlin, Nicolai. 8. 6 thlr. 



11 

Ardiiv der Pharmacie , eine ZeitsdiriA des ApotliekerTereines in Nord« 
deuUcbland. Heransgeg, von JRud, BrawleM ond Ueinr, TT/rcX-en- 
roder, Hannover, Haiin*8clie Hofbuclih. 8. 6 thir* 

politecliniscbes, Jierausgeg. von C T. N, Mendelssohn. Berlin, 

Schröder. 8. d. Hft. 6 gr. 

für das Postweien. Frankf. a. M. 4. 4 thir. 

, neues , für Preussisches Kecht nnd Verfahren, so wie für deut- 



adies PrivatrechU Heraasgeg. von Uirich^ Sommer und BoeJe. Arns- 
berg, Ritter. 8. d. Hft. 16 gr. 
, Schlesisches, für die praktische Rechtswissenschaft. Herausgeg. 



von Koch und Baumeisfer. Breslau , Aderholz. 8. d. Hft. 20 gr. 
— für Mittheilongen Sächsischer .Schulvorstände, s. Scbulbote. 
für Thierheilknnde. Von der Gesellschaft Schweizerischer Thier- 



arzte. Zu rieb, Höbr. 8. 

Argos, medicinischer, heransgeg. von den BD« Backer nnd Prof. Bohl 
Leipzig, O. Wigand. 8. d. Bd. 2 thlr. 

Argus. Redigirtv.£rf.i>Afiufftn. Hamburg, (Nestler n. Melle). 4. 6thlr.8gr. 

Atbanasia. Zeitschrift für die gesaminte Pastoraltheologie. Herausgeg. 
y. Benken n,Duex. Wiirzborg, StaberscheBochh. 8. d. Bd. 1 thlr. 12 gr. 

Atbenaeum für Wissenschaft, Kunst und Leben. Mit Zeichnungen. 
Nürnberg, Bauer u. Raspe. 8. 7 thlr. 8 gr. 

Anstand, das. Bin Tageblatt für Kunde des geistigen und sittlichen 
Lebens der Völker. Redig. von Dr. E. Widenmann. München, 
Cotta. 4. (s. Blätter etc.) 9 thlr. 8 gr. 

Banzeitung, allgemeine, mit Abbildungen für Architekten,^ Ingenieurs, 
Dekorateurs, Bauprofessionlsten etc. Herausgeg. u. redig. v.F^rsfer. 
Wien , Förster. 4. f t*»!'; 16 gr. 

Beitrage, Wetzlar'scbe, für Geschichte und Rechtsalterthümer. Heraus- 
geg. von Dr. Wigand, Wetzlar, WiganiL 8. d. Hft. 8 gr. 

ßerghau», Heinr., allgemeine Länder- und Völkerkunde. Stuttgart, 

Hoff mann. 8 ■ , „...x . . ^ 

Bergwerksfrennd , der, ein Zeitblatt für Berg- und Huttenlente, für 

Gewerken etc. etc. Mit lith. Tafeln und Tabellen. £isleben , Rei- 

chardt 8. 2 thlr. J6 gr. 

Berichte, landwirthschaftliche, aus Mittel-Dentschland. Heransgeg. vom 

Amtsrath Ch. G, OtnnprechU Weimar, Voigt. 4. d. Hft 16 gr. 

BerzeltM, J. J., Jahresbericht über die Fortscliritte der physischen 

Wissenschaften. Deutsch von F. WoehJer. Tübingen, Laupp. 8. 
Bibliographie, allgemeine, für Deutschland. Leipz., Brockhaus. 8. 3thlr^ 
Biene, die, auf dem Missionsfelde. Hin Echo des Kvangelioms ans der 

Heiden - nnd Christenwelt. Herausgeg. von Ooisner. Berhn, Wohl- 

gemuth. 4. fl2 No.) 11 gr. 

Blätter, rheinische, fSr Krziehung und Unterricht Herausgeg. von 

Diesterweg. Kssen, Bädecker. 8. 
»gemeinnützige, für Gevrerbtreibende. Herausgeg. vom Danzi- 

ger Gewerbverein. Redig.von-4.fV. C7«ft«cA.Danzig,Homann. 8. 16 gr. 

, hippologische. Heraasgeber: Graf von ilofmer. Kiel. 8. 5| thlr. 

, historisch-politische, für das katholische Deutschland, herausgeg. 



▼on Philipe und Goerree. München. 8. 7 thlr. 4 gr. 

— , katholische, oder allgemeine Kirchenzeitung für Deutschland 
und die .Schweiz. Zürich , (Hölir). 8. 3 thlr. 3 gr. 

für Rechtsan Wendung, zunächst in Bayern, heransgeg. f.Senjferi 



and Glück. Erlangen, Pslm u. Knke. 8. „ ^ ^^^' 

— , freimüthige, über Theologie nnd Kirchenthum. Herausgee. v. 
B. A. Pflanz. Stuttgart, Neff. 8. d. Bd. 2 thlr. 8 gr. 

— ans Süddeutscbland für das Volks-Krziehnngs - nnd Vo.«8-l^- 
terrichts- Wesen. Unter der Redact von Pfarrer iJüArjr, Diak. Et- 
«enfoftr, Märklin und Stodsmaißer. Stattgart, Köhler. 8. 1 thlr. 

2* 



12 

BlStter für litermriiche Unterhaitang. Lc^piig, Brockhaos. gr.4. 12 tbir. 

y deutsche y fnr Protettanten nird Ratholiken. Heidelberg, Winter. 

8. d. Hfl. 10 gr. 

zur Kunde der Literatar des Auslandes. (Beil. zum Auslande.) 



München« Cotte. 4. 3 thir. 8 gr. 

— , kritische, für Forst- und Jagdwissensahaft Ton Dr. Pfeif. Leip- 
zig, Baomgartner. 8. d. Hft. 1 thtr 8 gr. 
, literarische nnd kritische , der BÖcsen-Halle. Hamburg^ Hostrup 



u. 8. 4. 10 thlr. 

Blnmenzeitenfl;, neue, redigirt Ton FV. HiMer. Weissensee, Gross- 
mann. 4. 2 thlr. 12 gr. 

Börsenblatt für den deutschen Buchhandel und für die mit ihm ver- 
wandten Geschäftszweige. Amtliches Blatt des Borsenrereins. Leip- 
zig, Frohberger. 4. 3 thbr. 8 gr. 

Braga« Vateriandische BlStter für Kunst und Wissenschaft Heidelberg, 
Winter. 8. d. Hft 16 gr. 

Brofi 9 Dr. Fr. , Hiscellen aus der neusten ausländischen Literatur. Jeaa, 
Bran. 8. 

Minerva. Ein Journal histor. und polit Inhalts. Ebendas. 8. 

BrtlithnMer yÜT, K. G., — s. Journal und Kirchenzeitung« 

Buchhändler-Zeitang , s&ddentsclie. Stuttgart, Hoffmann. 4. 2 tlilr. 8 gr. 

Centnüblatt der Abgaben-, Gewerbe- und Handels-Gesetzgebung und 
Verwaltang in den königl. Prenss. Steaten. Berlin , Jonas. 4. 2 thlr. 

der Gewerbe- und Handela-SCatlstik ete. in den deutschen Bun* 

desstaaten. Berlin, Plahn. 4. 4 thlr. 

— -— für Preutsische Juristen. Redig. t. C F. Rimtr, Berlin, Hintch- 
wald. 4. 4 thlr. 

der deutschen Kunstrereine. Redactenr: Gf. Qto^^uB. Beriin, 



Gropius. 4. 2 thlr. 

— , pharmacentiiches. Redaction : DD. VfVin^tp nnd IFMIrr. Leip- 
zig, Voss. 8. 3 thlr. 12 gr. 
-, polytechnisches. Redigirt ▼. UHUte n. IfVMty. Ebend. & 3 thlr. 12 gr. 



Centrai-Zeitung , Berliner medicinische , herausgeg. von D. J. J. SaA9< 

Berlin , Hiischwald. 8. 4 thlr. 12 gr« 

Christen-Bote, der, ein kirchlich-religiöses Sonntags-Blatt Herausgeg. 

vom Pfarrer BnrJt in Grossbottwar. Stuttgart, Steinkopf. 4. 1 thlr. 10 gr. 
Correspondenz-Blatt, pharmaoeutisches, für Soddeutsooland. Erlangen, 

Enke. 8. i thlr. 16 gr. 
des königl. wortemb. landwirthschafUichen Vereines. Stattgart u. 

Tübingen , Cotte. gr. a 6 Hefte 2 thlr. 
, homiletisch -litargisch- pädagogisches, herausgeg. vom Decaa 

Brmdi in Wiedsbach. Nürnberg. 4. 2 thlr. 

, medieinisches , des Würtembeigischen ärztlichen Vereins. Her- 



ausgeg. von Bkmkmrdi^ DMwmoy und 8§eger, Stattgart. Erhard» 

4. 3 thlr. 8 gr. 

Ekktesia. Glaobe und Leben der Kirche Christi. Stattgart, Liesdiing. 

4. «1 1 thlr. 21 gr. 

Flora. Allgemeine botanische Zeitang. Herausgeg. v. Abfipe nnd FMm- 

röhr. Nürnberg, Riegel u. Wiessner. 8. 4 thlr. 20 gr. 

Forst- und Jagd-Zeitang^ allgemeine. Herausgeg. v. A. JMIsn. Fknnkf., 

Sauerländer. 4. 4 thlr* 16 gr. 

Freihafen, der, — Galerie von Unterhaltungsblidem aus den Kreisen 

ider Literatur, GesellschafI und Itlasensrnfl. Altana, Hammerkfa. 

B. d. Hft 1 thk. 12 gr. 

fVoriMi, neue Notizen aus dem Gebiete der Natur- and Heilkunde. 

Weimar. 4. 2 thlr. 

FQr Freunde des Obstbaues. Eine ZeitBchrift zur BefMeniag deaObat- 



13 

banet in Deotediland. Herausgeg. uRter Leitung des Obitbnn- Ver- 
eins in d. Oberiansitz. Dresden u. Leipzig, Arnold. 8. d. Hft 6 gr, 

Gnrtenban-Zeitang, Anbaltisohe» eto. Heransgeg. v. Mutier und Nau^ 
ffMnm. Dessau, Pritsche n. 8. 4. 3 thir. 

Gartenbeobaehter, der, eine Zeitschrift für Blnmistik nnd Hortiknltar. 
Heransg« C Oerstenberg. Mit oolor. Knpfertafeln. Nürnberg» Zeh. 
8. 2 thbr. 20 gr. 

Gaitenzeitang» allgemeine. Heraasgeg, v. Fir. O. nnd Dr. A, Dieirick, 
Berlin , Nauck. 4. 4 thIr. 

9 -«^ deutsche > herausgeg. von d. prakt* Gartenbaugesellschaft 

In Franendorf« Regensburg, Pastet. 4. 1 thlr. 12 gr. 

> Rheinlandische, redig. v. C, F. PeU^. Neuwied, Licbtfer*. 



4. 1 thlr. 16 gr. 

Genereiblatt der wichtigsten Verhandlungen der Kunst-, Industrie- und 

Gewerbvereine Dentsohlanda. Redig. ▼• C. v. Pfaffatrnih, Neustadt 

u. Schleis, Wagner. 4. d. Hft. 6 gr. 

Gewerbe-Blatt für Sachsen. Henusgeg. ▼• ü. BMer, Chemnits. 4. 2 thlr. 
Gewerbefrennd , Prankfurther. Redig. v. Dr. A. Boettgtr, Frankf. a. M., 

Sanerlander. & 1 thbr. 12 gr. 

Hefte, landwirthsehaftliche. Kiel, Univereitats-Buchh. 8. 

Hephastos, eine praktisch-technische Monatsschrift etc. Heransg. Fre^j- 

tag, Bielefeld, Helmich. 8. 2 thlr. 

Hoefer, s. Zeitschrift 

Bmfetaidj C. W., Journal der praktischen Heilkunde. Fortges. r.Osmm» 

Beriin , Reimer. 8. 2 thlr. 20 gr. 

Bil»liothek der praktischen Heilkunde. Fortges. ▼. Osaim, Eben- 

das. 8. d. Bd. 1 thlr. 10 gr. 

Hygea. Zeitschrift besonders fiir speciischd Heilkunst. Redig. ▼. Dr. 

L. ark$9eHch. Carisnihe, Groos. 8. d. Bd. 2 thlr. 12 gr. 

Jager , der , ein ünterhaltungsblatt fGr Jagdliebhaber. Redig. ▼. Corvin 
JViet^itzki. Leipzig, Melzer. kl. Pol. 2 thlr. 6 gr. 

Jahrbuch, neues, für Mineralogie, Geologie und Petrefaktenkunde, her- 
ansgeg. Ton Leonhard und Bnmn. Stuttgart, Schweizerbart 8. 

6 Hefte 4 thlr. 20 gr. 

, Berlinisches, (Br die PbamMcie etc. Henusgeg. ▼. Dr. Lindes. 

Berlin , Oehmieke. 16. d. Bd. 1 tlilr. 12 gr. 

für praktische Pharmacie etc. Redig. ▼. Herherger und Wihkler. 



Kaisertlautern , Tascher. 8. 3 thlr. 

— , neues, der Berlinischen Gesellschaft fQr deutsche Sprache und 

Alterthumskunde. Herausgeg. Ton H, v. d. Hagen, Berlin, Schnitze. 

& d. Bd. 1 thlr. 

der gesammten Staatsarzneikunde. Herausgeg. vom OMR. Dr. 



WUdberg. Leipzig , Weber. 8. d. Bd. 4 thlr. 

Jahrbücher, neue, der Forstkunde. Herausgeg. yom Oberforstrathe «o« 

Wedekmd, Darmstadt, Dingeldey. 8. 
, Hallische, fdr deutsehe Wissenschaft und Kunst Redactoren : 

Eehtermeger und Jln^e. Ijoipzig, O. Wigand- gr.4. 12 thlr. 

, kritische , für deutsche Rechtswissenschaft. Herausgeg. Ton Dr. 



Richter in Marburg und Dr. Schneider in Leipzig« Leipzig, Tauch- 

nitz. 8. 6 thlr. 16 gr. 

— , neue, der Creschichte und Politik. Begriindet von PiUiU, g«- 

genwSrtig herausgeg. ▼. Prof. Bviau, Leipzig, Hinrichs. 8. 6 thlr« 

der inn- und ausländischen gesammten Medicin, herausgeg. von 



Dr. ScAmtdt. Leipzig, O. Wigand. 12 thlr. 

-*, Heidelberger, fiir Literatur, redig. ▼. Schloater, Hnne^e und 

Bakr. Heidelberg, Winter. 8. 8 thlr, 

— , Wnrtembetgische , für ▼aterlandische Geschichte, Geographie, 



14 

Statistik iin<l Topographie. Herausgeg. Ton J. O, D, Mevnmmqer. 

Stattgart u. Tubingen , Cotta. 8. d. Hft. 1 Tlilr. 

Jalirbücher für Deutschlanils Heilnaellen ond Seebäder. Heraosgeg. von« 

Grttefe und Kalisch, Berlin, Klemann. 8. 3 Thlr. 

— — fiir Homoeopatbie. Heransgeg. v. Dr. V^Hnmtyer, Leipzig, 

Schumann. 8. d. Hn. 
— — ^ iiir wisaentchaftliche Kritik. Berlin. 4. 
y Münchner, für bildende Kunst Ueraosgeg. r. Marggraff, Leip* 

zig, Engelmann« 8. d. Hft. 1 thir. 12 gr. 

y Li?landsGbe, der Landwirthschaft. Doipat, Klage. 8. d. Hft 12 gr* 

, Möglinische, der Landwirthscbaft. Redacteur: Pz, Körie* Berlin, 

Rttcker nnd Küchler. 8. d. Bd. 2 thlr. 8 ^* 

■ der Literatar. (Herausgeg. t. Deinhardsiein), Wien, Gerold. 8« 

d. Bd. 2 thlr. 

, medicinische, der K. K* Oesterreich. Staaten. Wien» Crerold. 8« 

d. Bd. 4 Thlr. 
des deutschen Nationalvereins fdr Musik und ihre Wissenschaft. 

Redakteur: Dr. G. SchUlha. Carltruhe. Groos. 4. 4 thlr. 12 gr. 
' des Grossherzogl. Badischen Oberhofgericlits in Mannheim. Haupt« 

redakteur: OHGR. Trefwri. Mannheim, Schwan und Götz. S» 

2 thlr. 16 gr. 
, neue, für Philologie und Pädagogik. Herausgeg. ▼. Seebwlf^ 

Jahn und Klotz, Leipzig, Teubner. 8. d. Bd. 3 thlr. 
des k. k. polytechnischen Instituts in Wien. Herausgeg. v. J. J. 

Prechtel Wien, Gerold. 8. d. Bd. 4 thlr. 
für Sächsisclies Strafrecht Herausgeg. v. G, B, v* Watzdorf 

und Dr. G, A, Siebdrat Zwickau, Laurentius. 8. d. Hft. 16 gr. 
und Jahresberichte des Vereines für Mecklenbnrgische Geschichte 

uno Alterthumskunde , herausgeg. t. lAsch und Bartdch* Schwciln, 

Süller. 8. 

(Schlass in der folgenden No.) 



IV Cf Ii A H ]»• 

Aldine magazine. 5 tldr. 8 gr. 

Analyst Quaterly Journal of soience, literatnre, nataral history and Sie 

fine arts. Kd. by ffoH, Mammat and ITood. d. Hft 1 thlr. 18 gr. 
Annais of nataral history. Bj Jardine^ Selby. Johnston • Hooker And 

TaUor. d. Hft 1 thlr. 

Army list 7 thUr. 14 gr. 

Asiatie Journal and monthly register for british and foreign India etc. 

17 thlr. 16 gr. 
Athenaeum. Journal of english and foreign Hterature, science and fine 

arts. 7 thlr. 12 gr. 

Baxter's flowering plants, ooloured. 7 thlr. 14 gr. 

Bell. Reptiles. d. Hft. 1 thlr. 

(Beut.) Nontlily literary adrertiser. 3 thlr. 18 gr. 

Blackwood*s Edinburgh Magazine. 12 thlr. l6 gr. 

Botanical Magazine, ed. by CurtU, 17 thlr. 16 gr. 

register, ed by Edwards» 17 tbir. 16 gr. 

Botanist, — small paper 7 thlr. 14 gr. 

— large uapcr 12 thlr. 16 gr. 

British critic aud theological review. lO thlr. 3 gr. 
farmer*s magazine. 5 thlr. 

■ and foreign review. 10 thlr. 3 gr. 

' — — medical review. 10 tlilr. 3 gr. 



J5 

Britiah Magaiine. 12 tLlr. 16 gr. 

Biown*! natanl liistory, coloured« * 5 ihir« 

CAtbotic magsiine. 5 tbir« 

Christian guardian. 2 thlr« 18 gr« 

— — mefienger. 1 tTilr. 18 gr. 

■ obienrer. 8 Uilr, 10 gr« 
Cnrch of Kngland magazin«« 3 thlr, 8 gr« 

qoateriy review« 10 thlr, 3 gr« 

Civil engineen 7 thlr. 14 gr. 
Colbarnnewmonlhlymagazine and humorist, ed. by Th. Hook» ITÜilr« 16 gr« 
Colonial magazine, by R. Montgonury-Marliu, 

Congregaüoaal magazine. 5 tblr. 12 gr« 

Court ionrnal. ' 22 tblr. 8 gr« 

^-* Magazine. 12 thlr. l6 gr. 

Cartit*s Kntomology. 22 thlr. 20 gr« 

Cydopaedia of Analomy. d. Hft. 2 thlr. 3 gr« 

of Surgery. d. Hft. 2 tblr. 3 gr. 

Dablin Joarnal of Medicine« d. Hft« 1 tblr. 12 gr. 

■ med. Press. 11 thlr« 
— — Review. JO tlilr. 3 gr« 

CfiiTenity Magazine. 12 thlr. 16 gr. 

Käst India Magazine of medidne. 12 thlr. 16 gr. 

£dectie Review. 12 thlr. 16 gr. 

Kdinbnigb Medical and Sargical Journal. 10 tlilr. 3 gr« 

New Philosophical Journal. 12 thlr. 16 gr« 

■ Review or cntical Journal etc. 10 tblr. 3 gr. 

Educational Magazine- 2 tblr. 14 gr« 

Kneyclopaedia Britannica. d. Hft 2 thlr. l4 gr« 

Kntomological Magazine. 6 thlr« 
Knropean. Journal of the progress. of sodety, literatare eto. 12 thlr. 

Rvangelical Ma^zine. 2 tlilr. 18 gr. 

Farmer^s Magazine, irisb. 6 thlr. 18 gr. 
Floricoltnr cabinet by Hnrrison. 

Floricaltaral Magazine (Marnoek^s). 2 thlr. 18 gr. 

Flower Garden (Orr*s). 5 thlr. 

Foreign Qaarterly Review. 8 thlr. 12 gr* 

Fossil Flora. d. Hft. 2 thlr. 4 gr. 

Fraser^s Magazine for town and country. 12 thlr. 16 gr. 

Freemason^s Quarterly Review. d. Hft. 1 thlr. 8 gr. 

General Baptist Repository. 2 thlr. 18 gr. 
6ay*s hospital reports. 

Horticoltaral Journal. 8 thlr. 

Jntelectnal Repository. 2 thlr. 15 gr. 

Jardine*ft Natnralist*s Library. d. Bd. 2 thlr. 14 gr. 

Jewiah Intelligence. 2 thlr. 16 gr« 

Journal of ihe Statist. Sodety. 7 thlr. 14 gr. 

of the asiatic sodety of Bengal. 

■ oftheFranklinlnstituteof the State ofPens^Ivania. 11 thlr. 16 gr. 

Lancet (The). 16 thlr. 18 gr. 

Lnrdner*s Cydopaedia« d. Bd. 2 thlr. 14 gr. 

Law Magazinn. 10 thlr. 3 gr. 

Library of osefnl knowledge. 5 thlr. 8 gr. 

of entertaining knowledge. 10 thlr. 16 gr. 

Lindley*8 Fossil Flora. d. Hft. 2 thlr. 8 gr. 

Literary Gazette and Journal of belies lettres. 14 thlr. 18 gr. 

London Journal of Arts , by Newton. 12 thlr. 16 gr. 

■ and Rdinburgh philosophicni magazine. 

and Westmtnster Review. 10 tlilr. 3 gr. 



London*« Arehiteotural Magnsine. tO llilr. 12 icr. 

■ ■ 6ardener*s Magazine. 8 thlr« 10 gr. 

■ Magazine of Natural History. 10 Üilr. 12 gr* 
■ Sobnrban Gardener. 5 thlr. 12 gr* 

Magazine of Populär Science. 13 Thlr* 16 gr* 

— — of Zoology and Botany. d* Hft 1 thlr. 

Mapn of Society of Uiefnl Knowledge, piain« S thlr. 

- — — — cokmied« 7 thlr. 14 gr« 

Mannd*t Botanic Garden. 5 tUr« 
Mechanio*t Magazine, moaemm^ tcgiitMV jovtnal nad gaxette. 7thfar.8gr* 

Medical Botany. d. Hft 1 thlr. 

and Sorgical JoomaL 16 thlr. 18 gr. 

(The) Gazette. 16 thlr. 18 gr. 

Medieo-Chimrgical JoumaL 10 thlr. 3 gr. 

Methodiat Magazine. 5 tlür. 

Metropolitan Magazine. 17 thlr. 20 gr. 

Mining RoTienr. 2 thlr. 14 gr, 

Mirror (The) of literatore etc. 3 thlr. 20 gr. 

MIasionary Regbter. 2 thlr. 18 gr. 

Monthly Belle Atsembl^. 5 tfir. 

Chronide. 12 thlr. 16 gr» 

Litemry Adyertiaer. 3 thlr. 18 gr. 

Magazine. 12 thlr. 16 gr. 

Re?iew. 17 thlr. 16 gr. 

Nantical Magazine. 5 thlr. 12 gr. 

Nayy List 3 thlr. 8 gr. 
New Monthly Magazine y. Colbum. 

*-— Sporting Magazine. 12 thlr. 16 gr. 

North American Re?iew. d. Hft. 2 thlr. 14 gr. 

Nanitmatio Chronicie. d. Hft. 1 thlr. 12 gr. 

Parbury*s OrienCal Herald and Colonial Intelligencer. 7 thlr. 14 gr. 

Paxton^s Magazine of Botany. 12 thlr. 16 gr. 

Pettigrew*! Medical Port Gallery. d. Hft. 1 thlr. 3 gr. 

Pbilosophical Magazine. 12 thhr. 16 gr. 

Pbrenological Jonmal. ^ d. JM. 1 thlr. 

Pinnock*f Gnide to Knowledge. 4 thlr. 20 gr. 

Populär Rncydopaedia. d. Hft. 1 thl& 

Poblither*« (The) Circnlar. (26 Nnmmem) 2 thlr. 3 gr. 

Qoain^s Anatomical Conversation , plates d. Hft. 21 gr. 

■ Goloured d. Hft. 1 thlr. 8 gr. 

Qaarterly Review. 10 thlr. 3 gr. 

Journal of Agricoltnre. 10 thlr. 3 gr. 

Railway Mapzine. 7 thhr. l4 gr. 

Repertory of Patent InYontiona. IS thlr. 4 gr. 

Silliroan. American Journal of mededne. ^ thlr. 

Soldier and Sailora Magazine. 2 thlr. 16 gf. 

8owerby*f Briliih Algae. d. Hft. 1 thlr. 8 gr. 

Rnglith Botany. d. Hft. 11 gr. 

Supplement to his Botany. d. Hft 1 thlr. 8 gr. 

Sporting Magazine. 14 thlr. 18 gr. 

Renew. 12 thlr. 16 gr. 

Sportiman. 7 thlr. 14 gr. 

Stephens*« British Rntomology. 25 tiilr. 6 gr. 

Stnrgeon*s Annals of RIectricity. d. Hft. 1 thlr. 

Sweet* s British Flower Garden. 15 thlr. 4 gr. 

Taifs Rdinbnigh Magazine. 5 thlr. 12 gr. 

Transactions of the geological sodetjr« 14 thhr. 8 gr. 

' of the medical society in Caicutta. 7 thlr. 12 gr. 



17 

Umt0d SmiM Jomsal. 17 liilr. 16 gr. 

y^terimrian. 10 thlr. 12 gr. 

Wyiit Cotan^ras Dueases. ik Hft, 2 thlr. 

YaneU'f Britiih Birdf. d. HTt 20 gr. 

ZoologiGia ioarnal* d. Hft 4 Ihlr. 12 gr. 



FB.AHKB.BICH. 

rAgriciiltare. ArdiiYes dei piogr^ agriool«»et des int^rte mran. 

In-d. 12 MS. 2 tblr. 14 gr« 

TA^ii de la raUgioii« Journal aod^iastiqaey politique et litt^ratre. In-S. 

3 not. par sein« IS tblr. 4 gr. 

— des toiirdt-iBiietBy redig^ par M. Frr^iMr. Ia-8. lOcah. 2 tblr. 3 gr* 
Aöiiales de ragrioaltare fraa^atoe. In-^. 12 cab. 6 tblr. 6 gr. 

de cliimie et de pbyriqae, par Oay-Lii«Mc et Arago. In-8. 

12 cab. 12 tblr. 21 gr. 

' tb^retiquet et pratiques da droit oommerdal^ par M. OWam» 

dtaa. Ia-8. 12 not. 4 thlr. 6 gr. 

— — de Flore et de Poaene, ov joamai dei jardias et d» cbampi. 

Ift-8. ar. pL 12 oab. 7 tblr. 14 gr. , oolor. 12 tiilr. 12 sr. 

firaa^tes et ^trang^ret d^anatomie et de physiologie, appliqueet 

k b M^eciae et k Hiif toire natnrelle. Par MM. Ltmrtnt de Tbaio» 
et P. F. J. Batmi avec des plaoebes dess. par M. JncffmmuiH* 
I»^. 6 cah. 5 tblr. 20 gr. 

d'bigi^ne pabltqne et de m^deeine legale , par MM. Adehn , Ja- 



«fnsly d^Jregt etc. eto. 4 cab. par aa. IthS, 7 tblr. 14 gr. 

— mantimes et ooloniales, contenant ce qai a para depois 26 ans 
de pfaM utile ^ de plus int^etsant aar la marine et les eolonies. 
PnbL avec Tapprob. de S. Kxo. le ministre de la marine et des 
eolonies, par M. BhjöL Ua nah. par mois. in-8. 10 tblr. 6 gr. 
lies mines, ou Reeneil des memeires sur Texploitation des ml- 



nes etc. , sur les sciences et les arts qal s*7 lapportent 6 cab. par 
an. In-8. 8 thlr. 12 gr. 

— * des ponts et cbauss^s. 6 cab. pat an. In-8. 8 thlr. 12 gr. 
— des sdences naturelles» conprenaat ia loologie, la botaniqne» 
ranatomie et la phjsiologie compar^es des deux regnes, et Tbistoire 
des Corps organit^es fossiles; ridig^es, poor la soologie par MM. 
Amdmiim et MHme-Bdwards , et oonr la botaniqne, par MM. Ad* 
Btünffniari et StMemm, Atcc planches. ün cah. par mois. In-d. 

Beide Abthettungen zusammen 16 thlr. 8 gr. 
Jede AbtheiL einseln 10 thlr. 16 gr. 
de la sod^t^ entomologfque de France. 4 nos. par an. ayec pl. 



In-8 9 thlr. 20 gr. 

— de la sod^t^ d*bortioultnie. Un no. par mois. In-8. 6 tblr. 6gr. 
(Nouv.) des Toyage et des sciences g^graphiques , par /• B. 



EjfHH 9t Lmtntmdih^. Uncab. par mois, av. cartes, ng. In-8. 12 tblr. 
Avcbives (du christianisme au l9öme siöde, Journal religieox. 2 nos. 

par mois. Gr. in-4. 2 tblr. 12 gr. 

- da commerce (Nonvelles), publ. par M. Ttnanfe. Reoueil de 

docnmena commerdaux francals et rarangers« Un cah. par mois. 

Ia.& 12 tblr. 

g^^rales de m6decine. Un cah. par mois. ln-6. 8 thlr. 12 ffr. 

et iontwU de ia m^edne homoeopathique, pabl. par nne sodet^ 



de mMedns de Paris. Un cah. par mois. In-o. 7 thlr. 14 gr. 
— du raos^m d*bistolre natnrelle. Publ. par les profeateois admt- 
■istratears de cet ^tabüaseai. (Faisant suite aux Aanales dnuMM^umy 



18 

ao« M^moiret et aox Nouf eUet Annalei.) 4 livr« par an , av. pl. 
In-4. 16 tiilr. 

TArtiste. Un no. par sein., av. 2 pl. Gr. in-8. 24 thir. 21 gr. 

Bibliographie de la France, oa Joarnal g^öral de riniprimerie et de 
la librairie, et des cartes geographiqoes , graTarei, litliograpliief, 
oeavrei de nmsiqne. PabC par M. Bew&t. Ua no. par eem» 
In-8. 8 thbr. 12 gr. 

Biblioth^qae de T^le des chartea. 6 cah. par an. In-8. 4 thlr. 

— ^^— bomoeopatbiqae, pnbL par one aomtd de mödecine. Un cab« 
par moia. In- 8. Geneve. • 6 tlilr. 21 gr« 

oniTenelie de Gen^e« Un cah. par noii. Ia-8. Gen^Te. 20Üilr. 



BoUetin de Tacad^mie royale de mMecine publ. par les soini de la 
comniiM. de pnblication et r^ig6 par MM. ParuHf Hoehe et Jtoii«- 
quei. 2 nos. par moit. In-8. 6 thlr. ü gr. 

— — des arrte de la ooar de cauation; denx partiei, civlle et cri'* 
minelle. In-8b Beide Abtheilungen zuiaoimen 5 thlr. 18 gr« 

da bibliophile, pnbL soos la direction de M. CA« Noäier, 12 nos« 



par an. ln-8. 4 thlr« 

— des lois. (Pnbl. par le goavemement) 2 sections : Lois. Or« 

donnances. Env. 8 nos. par mois. ln-8. 3 thlr. 22 gr. 

annot^ des lois, d6crets et ordonnancea da ro^aome, depiiiMl789 



juscia'h 1830 av. suppl. annael dep. 1830, par Ltpec. Un cah. par 
mois. ln-8. 12 thlr. 12 gr« 

— de U socid6 d^enconragement poor Tindastrie nationale. Un 
cah. par mois, av. pl. In 4. 15 thlr. 4 gr« 

— de la sociale geologiqoe de France. Un cah. par mois. ln-8. Id^thir. 

— de la soci^^ de g6ographie. Uncah. par mois. In^. 4 thlr. 21 gr« 
de la soci^t6 indnstrieUe de Mohlhoose. A des epoqoes indeter* 



min^es. In-8. Mohlhoase. Jede No. 1 thlr. 6 gr« 

g^n^ral de th^rapeotiqae medicale et chimrgicale. Pnbl. par M« 



Mu/¥d. 2 cah. par mois. ln-8. 7 thlr. 20 gr. 

CoUection compl^te des lois, döcrets, ordonnanees, r^lemens et avia 

da conseiUd*^tat de 1788 h 1830 contina^ depais 1830 par IhMrgier. 

Un cah. par mois. ln-8. 4 thiju 6 gr. 

Comptes-rendus hebdomadaires des s^nces de Tacad^mie des sciences, 

par les secretaires perp6toels. In -4. 8 thlr. 12 gr» 

Colttratear, le, Joarnal des progr^ agriooles. Un bo. par mois. ln-8. 

6 tbir. 4 gr. 
Droit, le, Jonmalg^n^ranxdestribanaas. Qootidien. In-fol. 24tblr.2lgr. 
TKcho des ^les primaires. Joarnal des inslitatears , des institntricea 

et de la soci^t^ d*^mulation pour le perfectionnement de Tinstrac- 

tion primaire en France, soas la praiidence de M. TaiUefer^ par 

F. Ä, Yamer et CA. Jlfarfm. Un cah. par mois. ln-8. 2 tlilr. 14 gr. 

du monde savant. 2 nos. par sem. ln-4. 10 thlr. 12 gr. 

TEcole des commones. Lois, ordonnanees, instractions , circolaires, ar- 

ticies sar les Ibnctions des ofAciers manicipaax eto. etc. Ua no« 

Dar mois. ln-8. 5 thlr. 14 gr« 

Edinburgh RoTiew, the. R^impress. de Paris. 4 nos. par an. In-8. 

Jede No. 1 thlr. 6 gr« 
rSdacation pratiqae. Un cah. par mois. In-8. 4 thlr. 16 gr. 

Kxerdces d*analyse et de physi^ue math^matique , par M. A, Cauchy^ 

Par cahiers h des ^poques ind^termin^s. ln-4^ 7 thlr. 4 gr. 

TExp^rience. Jonrnal de m^ecine et de Chirurgie publ. par MM« De- 

zemerif et lAltrS. Tous les 5 joors. Gr. in-8. 15 thlr. 4 gr. 

France, la, industrielle, maBufiscturiere, agrioole et oommerciale. 2 noa. 

par sem.^ In-fol. 6 thlr. 16 gr« 

■ litteraire. Revoe aniverselle des lettre», des sciences et dea 

arts, pubL par M. Cft« Jfnto. Ua cah« par mois. ln-8. 10 thlr« 6 gr. 



19 

Fhmce moBieale. Romances nonTellet. Toqb les dimanchet ; tons lei 
moli an lonp; morceau de musiqae pour le piano. gr*in-4. 13^ thlr, 

Gazette des hdpitaox ? . Lancette« 

' m^icaie de Paris. Un nc par lem. Gr. in-4. 16 thir. 21 gr. 

■ des tribonaox, Journal de jurispmdence et des d<?bats jndiciaires. 

Tons les jours ezcept^ les hindis. In-Pol. 30 thIr. 6 gr. 

rHorticoIteor uaiTersel. R6dig6 par €7. Lemairt. Un cah. par mois« 
Ia-8. 10 tblr. 16 gr. 

rindostriel alsaeien. lonmal de rSndnstrie, do oorameroe et de Tagri- 
cttltnre. Un no. par sem. In-4. Mublhonse« 6 tblr. 8 gr. 

rinstttnt Journal g^n^ral des soci^t^ et travanx selentifiqnes de Ja 
France ei de r^tranger. Deux seetions, paraissant chacone nne 
fois par mois. l^re section. Sciences matbemat, pbysiques et na- 
turelles. 2e section. Sciences hittoriqoes et pbilosopbiqaes. In-4. 

Beide Abtbeilonffen zusamniea 16 tblr. 21 gr. 

Die erste Abtbeilung einzeln 12 tblr. 16 gr. 

Die zweite Abtbeilung einzeln 8 tblr. 12 gr.' 

Jonmal d*agrlcnltnre pratiqne, de jardinage et d^^cononiie domestlque, 
sons la direction deM.AMo. Un cab. par mois. Gr.in-8. 4 tblr. 16 gr. 

des armes speciales. 6 cab. par an. ar. cartes, pl., desstns de 

mach, de f^erre. In-8. 4 tblr. 6 gr. 

des artistes et des amateors) peintarOi scniptare, architecturoy 

graYare, litbograpbie , po^ie, mosiqne et art dramatiqne. Un no« 
par sem. , a?. pl. In-S- 10 tblr. 16 gr. 

—^ asiatiqae. oo Recaeil des memoires, dVxtraits et de notices 
relatifs ^ Tbistoire, k la pbilosopbie, aux langnes et k la littdratare 
des penples orientaox. Un cab. par mois. In-d. 10 tblr. 16 gr. 

— — — des assurances, on Recaeil des lois etc , relat. aux assnr. ter- 
restres , par M. H. JoUiat. Un cab. par mois. In-8. 5 tblr. 4 gr. 
des cliassears, sporting magazine firanqais» Un cah. par mois. 



av. litbo^. Gr. in-8. 8 tblr. 12 gr. 

— de cbimie m^icaloi de pharmade et de toxocologie. Un cah. 
par mois. Ia-8. 5 tblr. 4 gr. 

— des comices agricoles. Un cab. par mois. In-6. 5 tblr. 
— - des connaissances medloo-cbirurgicales. Un cah. par mois. In-8. 

4 tlilr. 6 gr. 
des connaissances n^ssaires et indispensables anx manufactn- 



riers, etc. Pnbli6 sous la direction de M. A» Chevalier, Un cab. 
par mois. In-8. 2 tblr. 22 gr. 

— des connaissances atiles. Un cab. par mois. In-8. 2 tblr. 6 gr. 

— da droit criminei, oa Jaritpradenoe criminelle da royaume, |re- 
dig6 par J. Jlfortey CkmtveanhAdolphe f P, HM. Un no. par moi. 
In-8. 4 tldr. 6 gr. 

de r^cole royale poWtechniqae^ pabl. par le oonsell d^instraction 



de cet ^tablissent. In- 4. 
Parait par cabiers h des 6^qaes {nd£termin6es et h des prix diiF^rens. 

de Tenregistrement et des domaines. 3 nos. p. mois. In-o. 7 tblr. 14 gr. 

des haras, des cbasses et des coarses de cbe?aox. 2 cab. par 



mois, av. pl. In-8. 16 tblr. 21 gr. 

— g^n^ral de rinstraction pnblique et des ooars scientifiaues et lit- 
tteires. 2 fois par sem. In>4. _ _ _ ^ ^ilr. 12 gr. 



de la jnrispradence da notarlat. Par RoUand de FÜtarguee. 



cab. par mois. In-8. 6 tblr. 6 gr. 

— de jnrispradence g^n^rale da royanme , par DaUoz. Un cah. par 
mois. ln-4. 10 tblr. 6 gr. 

— de la langne franqaise et des langnes en g6n^ra1, r6dig6 par M. 
Mary Lafon et Bedier. Un cah. par mois. In-8. 4 ibir. 12 gr. 

-— g^n^ral de la litt6rature de France , oa lodieateor bibiiograph. 



•t nifonii6 ato., laiTi d*aii boUetin de la Utttetare teuw^fe^ ün 

cab. par mois. In-d. 6 uUr. 6 gr« 

Joanial de la marine. Un cab. pir mou« Ia-8. 6 tblr. 12 gr« 

ATec la Re?oe roaritime. 8 thbr. 12 gr. 

— de matbtoatiqaet 9 pures et appliqo^et» pobL par J. lAomüUU» 

Un cab. par moit. ln-4. 12 tblr. 12 p. 

I de meclecioe et de cbirnrgie pratiqaes b Tasage des m^eana 

praticient, nar Ckampkmmirt. Un cab. par mois. ln-8. 4thir. 6 gr. 

- des miBsiont ^Tang^Uquet« üb cab. par moiSf av. cartes, des* 

tint. ln-8. 2 tblr. 12 gr. 

— .— deu notairet et des a?ocati. Un cab. par moif . In-8. 6 tblr. 6 gr, 

da palaisy pr^sentant la jarUpradenoe de la conr de cauation 



et des conrs royales, ocdonnanoes tur a?U da oonseil-d^dtaty par 
Ledru^RoUm. Un calu par oiou. Gr. in-8. li tblr. 4 gr. 

de pbarmacie et des icieAoes aoceHoires. Un cab. par mois. 



Ib^. 6 tiilr. 6 ^. 

-* des savans. Pnbli^ sons la protect da roi. Un cab. par mois. 

lB-4. 14 tlilr. 16 gr, 

des sciences militaires des armöes de terre et de mer, pabL par 



J. Corrdardjeume. Un cab. par moi, av. cartes etc. In-8. 17 tnlr. 8 gr. 

— des sciences pbysiqaes et cbimiqaes et arts agriooles et indo- 
striels de Franoe par Jnliis de FonUn^le* ^Un cab. par mois. In-8. 

4 Iblr. 6 gr. 

— de la soci^t^ dVncoaragement ponr le commerce nationaL Un 
cab. par mois. In*8. 8 thir. 12 gr. 

— de la soci^t^ de la morsle cbr^denne. Un cab. par mois. In-8. 

10 tblr. 16 gr. 
des travaax de Tacad^mie de Tindustrie agricole manafactoriere 



et commerdale. Un no. par mois. In-4. 6 tlilr. 6 gr. 

Lanceite franqaise. la. Gazette des b^pitaox dvils et militairs. 3 nos. 
par sem. In-4. 15 tblr. 4 gr. 

Litbognipbe, le. Jonmal des artistes et des'imprlmears. Un cab. par 
mots. ST. pl. In-8 4 tblr. 

Magasfn de Zoologie pubL par F. £. GuMn-'M^neu^t. 2 toIs. par an^ 
av. pL In-8. 15 tbbr. 4 gr. 

Manael g^n^le de rinstraotioB primalre« Joornal offldel. Un cab. per 
mois. In-8. 4 tblr. 6 gr. 

Memorial encyclop^diqae et progressif des connaissanoes bamaiaes, pubL 
par MM. BaiUtf de Meriieux et A, Jullien, Un calu p. m. Gr. in-8. 4 tblr. 

Mercore (Le) aniyersel, joarnal de rindustrie. Un. no. par sem« In-8. 

8 tblr. 12 gr. 

Monitearderenregistrementet desdomaines. Uncab.p.mois. In-8. 2itbir. 

■ indnttriel. Joarnal des travaox pablics» beaax-arts. agiicoltore^ 

commerce etc. 2 nos. par sem. In-fol. 9 tblr. 20 gr« 

de rinitroction primaire. Un cab. gar mois. In-8. 3 tblr. 8 gr. 

de la propri^te et de ragricaltare. Un cab. par mois. In-8. 4 tblr. 6 gr. 



Portefeuille, le, indostriel do Conserratoire des arts et m^cien, pnbL 
psr MM. Pouület et Leblane, Un cab. par mois, av. 4 pl. petit in- 
fol. Gr. in-a 10 tblr. 6 gr. 

Propa^teur, le, agricole. Un cab. par mois. Ia-8. 3 tblr. 8 gr. 

Recaeü indostriel« manaCsctorier, agricole et oemmerciale etc. par M. 
de MoUon. Un cab. par mob, a?. 3 pl. In-8. 12 tb^. 

g^n^ral des lob et arrdts en mati^e drile, criminelle, eommer- 

ciale et de droit poblio, parabsant depais l8CiO, fond6 par Siny et 
contina6 par Beimemeuve^ contenant la jarbpmdence de la conr de 
cassat, fes lois et decbions des coon royales et du ooaseil d'etat 
Un cab. par mois. In-4, 9 tblf. 18 gr. 



21 

Recaeil des lois« ordona«, airte^ JonnMiiiy ails da momU d*6(at, pur 
£(. itolaiicf. 6 Gab. uar an. In-«. 2 tblr« 12 gr« 

da in6lecine T^terinaire. Un €ah. par mois. Ia-8. 5 thir« 8 gr. 

Revae bibliographiqae. Par M. Querard. 2 cab. par mob. In-S. 

— britaniqtie, oa Choiz d*articleg tradoiU des meillean €mtM p^ 

riodiqaei de la Grande-Breiagne , par MM. Bemard (dg Üeaaet), 

JBerfoa» Ch, CKtule eto. e(c« Un cab. par mois. la-d. 20 tblr« 
critiqae des 11? rat noa?eaax , r6dig^ par J. Chtrbuliez* Un cab* 

par mou. In-8. 2 tbbr« 12 gr. 
, la, des deox-moBdes. Vojages, litltetiirey scianoes, beaax-arts. 

2 cab. par mois. Gr. in-a 20 tblr. 12 gr. 

■ 6trang^re et fran^ise de ligislatioa et d^^aomie politiqoe par 

FoWiar. Un cab. par mois. In-8. 10 tblr. 6 gr« 
borticole, oa Joornal des jardiniers et amateors. 4 cab. par an. 

In.]2. 1 tblr. 

' de l^gislation et de jorispradeace pabL ioos la dbrect de M. I«. 

TToIoimM. Un ao. par mois. In-8. 7 tblr. 2 gr« 

— — maritime. Un cab. par mois, ar« portr: In-*8. 4 tblr. 2 gr. 

A?ec le Journal de la marine 8 tblr. 12 |pr. 

m^dicale francabe et 6trang&re par M. Giyol. Un cab. par mois. 

In-8. 11 tblr. 4 gr. 

■ et Gazette mosicale de Paris. Unno.parsem. In-4w 12 tblr. 12 gr. 
de la namismatiqne fran^aise par Gartier et dela8tm$$ape, 6 cab« 

par an , av. pl. In-8. Blois. 6 tblr. 6 gr. 
— do notariat et de Tenregistrement Par MM. Dallos aind^ Dal' 

loa jey etc. Itt-8. 3 tblr. 8 gr. 

de Paris. Un cab. toos las 8 ioon form. 3 Tola. par trimestre. 



Gr. in-8. 

Semeor, le» Journal religieox, poUtiqae, pbilosopbiqaa et litttolre. 

Un no. par sem. ln-4. 6 tblr. 6 gr. 

Sentinelle • la. Jonrnal dea int^rdti de Tarm^ 4 noa. par moia. Ia-4. 

6 tblr. 16 gr. 
Spectateor militaire. Un cab. p. mois, a?. cartes et dI. In-8. 12 tblr. 12 gr. 
lUnirersit^ catboliqae. Joornal reÜgieox. Un can. par mois. Gr. in-8. 

10 tblr. 6 gr. 



22 

II. Anaselgren etc. 



Antiquarisches La^er von 7. O. Weigel. 

Curthis Buffus (Qiiintns). De rebus gcstis Alexandri raa^i libri^ 
(ed.Pomp.I^iclus). (Romae) G. Lauer, o. O. u. J. (circa 1470.) 
149 BIL mit 32 Z. gr. 4. Wohl erste Ausgabe. Sie beginnt 
auf der Stirnseite des ersten Blattes mit : (i)NT£R hec Alexan- 
der ad conducen — und schliesst auf der Kehrseite des 149. 
Blattes mit : Finis gestorum Alexandri magni que Q. Curtias 
Rufus uir romanus litteris madauit. Et PoponiQ nro tepore 
eorrexit. Ae Georgius Lauer impressit« Vortreffliehes Exem- 

Slar. [Grflner Maroquinbd. mit reicher Vergoldung auf dem 
lOcken und Deckeln.] Sehr selten. 

Cr^venna Aaction 836 fr« 

' ■' " ■ lidem libri. (Venct.) Vindelinus Spirensis o. O. n. J« 
(circa 1470 — 71.) 153 Ell. mit 32 Zeilen, gr. 4. BeginnI 
Bl. a. Zeile 1 : (i)NTER hec Alexander ad c6dncedd und en-> 
det auf der Kehrseite des 153. Blattes mit 6 Versen : Loquitar 
lector ad Vindelinum Spirensem etc. Vorzügliches Exemplar. 
[Originalband.l Höchst selten. 
La Valli^re 6*20 ir. Mac-Carthy 530 fr. Camai de Limare 630 fr. 
Wodh.Leigh 31 L. 10 sb. Grafton 21 L. FinelU 25 L. 10 ab. 

Valerü Maxbni factoru et dictorum niemorabilium. Ad Tibcriu 
cesarem, Liber primus incipit feliciter. (Libri IX.) o. O. u.J. 
(Argent. J. Mentelin circa 1469.) 159 Bll. mit 34 Zeilen. 
Fol. Goth. pie Kehrseite des 153. 01. endet mit der 15. Zeile : 
menter imminens iusto impendi supplicio coegit. Erate und 
höchst seltene Ausgabe. Vortreffliches Exemplar. [Originalbd.] 
Servaii 630 fr. Brienne Laire 870 fr. Hibbert 17 L. 17 sh. 

Valerms Masimus. Beginnt auf Bl. 1 b. mit einem Capitelver- 
zeichniss und folgt auf Bl. 3a. der Text: Valerii Maximi liber 
primus, Bl. 122 a. Schluss : Finis est. 

M.C.C.C.C.LXXL 
Impressum formis iustoq. nitore coruscans. Hoc Vindelinus con-> 
didit artis opus. 122 Bll. mit 41 Zeilen. Fol. Sehr schönes 
Exemplar. [Grüner Maroquinbd. mit Vergoldung.] 
La Valli^re 902 fr. Pinelli 23 L. St. WiUett 16 L. 10 sh. 

Hameri Opera gr. ex recens. Demetrii Chalcondylae et Demetrii 
Crctensis. Florentine labore et indusiria Demetrii Cretensis 
snmtibus Bern, et Nerii Nerlii. 2 Voll. 1488. Fol. Sehr 
selten. SchOnes Exemplar. [In zwei prachtvollen grünen Ma* 
roquinbAuden mit Goldschnitt und reicher Vergoldung auf den 
Rücken und Deckeln.] 

Larcher 1122 fr. Willett 88 L. St 4 sIi. HeaCh 94 L 10 ib. Grafion 
69 L. St Hanrott 49 L. Hibbert 52 L. 10 sli. 



23 

Biblia hebr. samar« cbalil. graeca ayr« lat arab. cor. Hieb, le Jay. 

YoL I— X. Parif. 645. fol. max. 72 Üilr. 

-«- — , lat intpt. Xant Pagnini , Ben. Ariae MontanL Not. Test 

graeo. c. valg. iatpt. lat AodaL B. Ar. Moataai openu Bzo. P. de 

la Roaiöre. 619. fol. 6 Uür. 20 gr, 

tett Tet iUuatr.. tt A. Calofii. T. I. 11. BdJ2a. C« mapp. geogr, 

Dresd. 719. — N. T. ej. ttud. T. I. II. ib. eod. foL 14 thlr. 

lacra, C. Fr. Yatabli et Tarr. interpr« annotatt T« I. II. Par. 

729. 45. fol. 5 tblr. 

— — univer8a> bebr. c. lat. intp. Xantii Pagniai eto. Lip8.657. — Not* 

Tett gr. c Tolg. intp. lat st B. Ariae Montani. ib. eod. fot 6 tblr. 

Bible, tbe boly, cont. tbe oid and new Test Oxford, Baalielt t. a. 8. 

(angL) 2 tbir. 12 gr. 

Cambr. 663. a 3 tblr. 8 gr. 

Biblia bebraica. XVII toÜ. Par., R. Stepban. 544. 65. 12. 10 tblr. 

< — - periilioiFr Rapbelengii. Leid.370. (1610.) 12. 2tblr.6gr. 

Hezaplor. Origenis, qaae topersbnt £z nus. et ex libb. edit eroit et 

not iU. D. de Montfaacon. Aoc. oposcala quaedam Orig* aneodota 

etc. Lex. bebr. itemq. gr. T. I. II. Par. 713. fol. cb. m. 24 tblr. 

Hesapla Origenia, ed. B. de Montfonoon« Gr. lat T. L II. Par. 7t3. 

fol. 18 tblr. 

Hexaplor. Origenis qaae inpen. aoct et emend. Naüa iU. C. F.Babrdt 

T. 1. II. Lips. 769. 8. 2 tbbr. 12 gr. 

Libri bist V. T. bengalice. Serampor. 8. 4 tblr. 4 gr. 

— — in ling. Oorija. ib. 8. 7 tblr. 12 gr* 

Test, Yet, libr. saeror. P. I., cont libb. MosU| Jos. et Jod. Damul. 

Ed. 2. Trangamb. 777. 4. 3 tbbr. 8 gr. 

Anecdotarom fascicolos s. S. Panli Nolani, anon. Script, Alani M. ao 

Tbeophylacti opotcola aliq. gr. lat Rom. 756. 4. 3 tblr. 4 gr* 

Apollinarii Interpret. Ptalmor. yers beroic gr. lat (inlpt F. Sylborg) 

Gr. Lat Hier. Commelin. 596. 8. 1 tbbr. 8 gr. 

Asterii y S. , episc Amas. bomiliae. Gr. lat. ed. Pb. Rubenio* Antr. 

Plantin. 615 4. 1 tblr* 12 gr. 

Atbanasii dialogi V. de sancta trin. Basilii libb. lY. adT* Bonominm. Bx 

intpt. Bezae. Gr. Lat exe Henr. Stepban. 570. 8. 1 tblr. 16 gr. 

interpretatio psalmorum. Gr. lat Rom. 746. fol. 4 tblr. 12 gr. 

Abdiae Babil. prim. episc. de bittoria certam. apost libb. X. Julio Afr. 

intpte, Mattbiae etc. fitae. Par. 506. 8. 1 tblr. 

Agobardi episc. Lagd. opera. Par. 605. 8. 1 tblr* 

Apollinaris Sidonü, C. SoUii, opera. Par. Pbint 598. 8. 1 thlr. 8 gr. 

Amobii ooDimeatt. in onin. psalmos. Bj. disp. adr* gentes libb. Yllf* 

Batll. Frob. 560. 8. 20 gr. 

«— — dispntatt. adv. gentes libb. YIII. (Bd. Fansto Sabaeo). Rom. 542* 

fol* ed. princ* 6 tblr* 

Aescbyli tragoediae YII. a F. Robortello ed. Gr. Yenet ap. G. Scottom* 
552. 8. 5 thlr* 

^— — , scbolia in easd. emend. P. Yictorii cara. Gr* Lnt H. Ste- 
phan. 557. 4. 4 tblr* 

«— ' *^— » gr. in eas scbol. et deperd. fragnim* c. Ters lat et comm. 
Tlio. Stanleii etc. Car. J. C. de Paow. T. 1. II* Uag. Com. 
745. 4. 16 tblr. 

Achille Tatias , les amonrs de Clitopbon et de Leneippe. Trad.do Grec« 
av. des notes p. le Sr. D'^''^'^ D***. k U Haye 735* 12* 20 gr. 

Aeliani, de milit ordinib. inslit a F. Robortello ed. Yenet 552* Aeli* 
ani etc. lib. a F. Robortello lat vers. ib. eod. ed. princ. 4. 3 tblr* 

de animal. natara libb. XYII., P. Gillio et C. Gesnero Intpt Gr* 

Lat. ap. S. Tomaesiam. 611* 12* 1 tblr. 4 gr* 



24 

Aelianl, aeamniftl. natom libb. Xni. Gr. Lftt Colon. AD. 616 12. Ithlr. 
.— — - — - — — cor. A* Gronovii. T. 1. IL Lond. G. 

Bowter. 744w 4. 9 thlr. 

ApotfinAfu Sidonil , C. Sallii, openu Pw. Plant 599. 4. 1 tülr. 16 gr. 
Aasofiint. Vonet in aed. Aldi et A. 8oceri. 517. & 2 thlr. 18 gr, 

Autonil omnia, Symmacbi et P. Paaliol lit. ad Aoaon« etc. ill. p. KL 

VinetuDi. C. fig. Jign. eleg. Bordtg 580. 4. 3 thlr. 8 gr. 

Anrelii » Alex. Se? eri , axiomata polit et eth. Ej. rescripta oni? . Alex. 

Cbaiianaei oomm. illoitr. Par. 622. 4. 3 thlr. 8 gr. 

Apid, Coelii, de opioniis et eondim. libb. X. IL G. Hnmelberini annoL 

Tig. 542. 4. 1 tbbr. 12 gr. 

ApeleJQf Aidnoi philot. ad Piatonis dogmata introdoctio. Gr. Venet 

Aldot. 521. 8. 2 thlr. 20 gr. 

Aqnino, C. de, Lexicon militare. T. I. IL Rom. 724. foL 5 thlr. 16^. 
fieatson, index graecitatiB Aeschyleae. Cantabr. 830. 8. 2 thlr. 12 gr. 
..^ •_ .«_ SophocL ib. eod. 8. 2 thlr. 12 gr. 

Biely J. Chr., no?« thei. philolog. i. lexicon in LXX. et scriptor. apo- 

eryph. Tet. tett ed. E* H. Motzenbecher. P. I->I1I. Hagae Com. 

779. 80. 8. 4 thlr. 12 gr. 

Bemardo, F., vooabolario italiano tnrchetco» trad. dal Franc da P. 

d^AbbayiUa. Roma, eUmp. della sacr. congr. de P.F. 665. 4. 9 thlc 
Agop, J.y gramm. lat. armenica explieata. R. congr. de prop. fid. 

675. 4k 2 thlr. 16 gr. 

pnritas ling. armen, ib. ex ead. typ. 674. 4. 2 thlr. 16 gr. 

._ ..^ haygica, 0. gramm. armen, ib. 675. 4. 2 thlr. 16 gr. 

{Barbier, I.) Janna ling. qoadrilin^is , or a metie of tongnet lat, 

engl , french and tpan. Lond. 617. 4. 1 thlr. 12 gr« 

a 8. Bartholomaeo , Paol., Sidhambam a. grammat santcredamica. 

Rom. 790. 4. 2 thlr. 16 gr. 

Aeiop^a Cablee with bis lifo, in engl., french and lat by Philippot and 

Codtington. Illnst w. 112scolpt byF.Barlow. Lond. 660. foL 9 thlr. 
Alunno , F. , da Ferrara , ie ricchezse della Itngna volgare sopra il Boc- 
caccio. Venet 551. figl. di Aldo. — Fabrica del mondo di F. 

Alnnno, nella qnale si cont totte le vod di Dante, di Petrarca, 

del Boccacdo etc. Venet p. N. de Bascarini Bresc. 546. foL 6 thlr. 



Buch er Versteigerungen. 

(Cataloge und Anfttfige besorgt T. O. Weigel in Ibeipsig») 

1) Den 17. Febr. die Bibliothek des Dr. inr. CL B. Toie doreh P. 
8. Brödemaim in Hamburg. 

2) Den 9. Marx die Bibliothek des Medidnal-Rath IT. A Jd. Borjfes 

ZQ Monster in Westphalen. 

(CaUl. Bibliothecae a Dr. W. H. L. Borges collectae. P. I. IL 
Monast WestphaL 8.) 

3) Den 16. Marx in Paris die Bibliothek yon Ehprolh. 

(CaCaL des lines compos. la biblioth^oe de feu Mr. Klaproch. 
Par. 1839. 8. 4 ir.) 

4) Den 26. Man die Bibliothek des Geh. Rath Si^oeU , durch den 
AC. Rauck in Berlin. 



Druck Toa C. P. Meise r ia Leipalg. 




nUU^my 




zum 



ümjjpfiioK. 

16.Feliniar. mA^ 3. 1840. 



Heueste in- und autländiiohe Utteratur, antiquaziaohe 
Büoher Ton T. <K "Weigel^ Anzeigen etc« 

Zar Besorgang aller in aachstelieBdeii Bibliographien Yerxeichneten 
Bnclier empfehle ich mich unter Zasichemng schnellster und Billigster 
Bedienung; denen, welche mich direct mit resp. Bestellungen beehren, 
sidiere ich die grössten Yortheile zu, 

K O« WTeigel in Iielpsl«. 



T. Veberslclit der neuefsten liitteratnr. 

Zeitschriften für 1840. 

(Schluss.) 

Jahresberichte über die Fortschritte der Forstwissenschaft und forstli- 
chen Natorkande. Heraosgeg. Yom Prof. Dr. 77*. Hariig. BerliOy 
Forstner. 8. d. Hft. 1 thlr. 4 gr. 

— ^— des botanischen Vereines am Mittel- and Niederrheine. Bonn, 
Henry n. Cohen. 8. d. Hft. 18 gr. 

■ der Gesellsdiaft für Pommersche Geschichte und Aiterthums« 

künde. Stettin. 8* 

der Gesellschaft zur BefÖrdemng der CTangelischen Missionen 



unter den Heiden. Berlin , Besser. 8. 

der Kölner Missionsgesellscbaft. Köln. 8. 



Industrie- und Gewerbsblatt, innerösterreicbiiciies, Herausgeg. von C 
V. FtanJsenstein. Grätz, Kienreicb. 4. 2 thlr. 22 gr. 

Journal für (homöopathische) Arzneimittellehre. Herausgeg^ von Hari^ 
mann und NoacK, Leipzig, Schumann. 8. d. Bd. 2 thlr. 4 gr. 

• für die Baukunst. Herausgeg. vom Geh. OÖR. CreUe, Mit Stein- 
tafeln. Berlin , Reimer. 4. d. Bd. 5 thlr. 8 gr. 
für Bnchdrnckerkunst, Schriftgiesserei etc. Herausgeg. von 



Meyer, Braonschweig , Meyer. 4. 2 tlilr. 

— - far praktische Chemie. Herausgeg. von Erdmann u. Marchand. 
Leipzig, Barth. 8. 8 thlr. 

der Chirorgie und Augenheilkunde, herausgeg. von Gräfe u. 



Walther. Berlin, Reimer. 8. d. Bd. 4 thlr. 

— für die Indiennen- oder Baumwollendrackerei. Herausgeg. von 
Dr. J. G, Dingler. Aogsbarg, Jenisch u. Stage. 8. ^^ 

für reine und angewandte Mathematik. Herausgeg. von A, L. 



Crette. Berlin, Reimer. 4. d. Bd. 4 thlr. 



26 

Joarnal , politifcheg. Sammlong von StaaUacten nebst geiohichtl. und 
staaCBwissenschafil. Abhandlungen. Altena, Hammerich. 8. 5 thir. 

, polytechnisches. Heraiisgeg« von Dr. J« O» IHngler, Dr. K M» 

Dingler and Dr. SchuUe§. Mit Steintafeln. Stattgart, Cotta. 8. 

9 thlr. 8 gr. 
, allgemeines polyteohnisdies. Heraosgeg« Yon J. A, Rombtrg» 



Hamburg. 4. 4 thlr. 12 gr. 

für Prediger. Herausgeg. Ton Brtischneiäer ^ Neander u. Framke^ 



Halle, Kümmel. 8. 4 thlr. 

Iris im Gebiete der Tonkunst« Redakteur: L. ReUsldb. Berlin, Traut- 
wein. 8. ' 1 thlr. 12 gr. 

Isis. Kncyklopädische Zeitschrift, Torzügüch für Naturgeschichte, ver- 
gleichende Anatomie und Physiologie. (Herausgeg. v. Oken.) Leip- 
zig, Brockhans. 4. 8 thlr. 

Jurist, der, eine Zeitschrift zunächst fär die Praxis des gesammten 
österreichischen Rechts. Herausgeg. von Wildner* Wien. gr. 8. 

d. Bd. 2 thlr. 

Jastiz-Ministerial-Blatt für die Preussische Gesetzgebung und Rechts- 
pflege. Berlin, Heymann. 4. 2 thlr. 

Katholik, der, eine religiöse Zeitschrift Herausgeg. von Dr; Wei»^ 

Speyer. 8. 5 thlr. 

Kirchenblatt für Mecklenburg. Parchim u. Ludwigslust, Hinstorff. 8. 

d. Bd. 1 thlr. 8 gr. 

, ' prenssisches Provinzial-, herausgeg. von Oesterreich u. L«A- 

nerdt .Königsberg. 8. 1 thlr. 

, schlesisches , eine Zeitschrift für Katholiken etc. Breslaa, Ader- 



holz. 4. 2 thlr. 
Kirchen- und Schnlblatt, Badisches. Freibarg, Wagner. 4. 2 thlr. 4 gr. 
Kirchenbote, Hanauer. Herausgeg. y. J. Carl. Hanau, König. 8. 1| thlr. 
, Bremer. Heraosgeg. von Tremramu, Mallei und Tod. Bremen, 

Kaiser. 8. 1 thlr. 8 gr. 

Kirchenfreund, der, für das nördliche Deutschland. Osnabrück, Rack- 

horst. 4. 3 thlr. 

Kirchenzeitung, allgemeine. Herausgeg. von Bretschneider und Summer^ 
mann. Darmstadt, Leske. 4. Mit Literaturblatt 10 thlr. — ohne 

dasselbe 6 thlr. 

, allgemeine Berliner, herausgeg. von Dr. Memwald. Berlin, 

Thome. 4. 3 thlr. 

, sächsische. Grimma, Verlagscomptoir. 4. 2 thlr. 16 gr- 

, allgemeine, für Deutschland ond die Schweiz, s. Blatter. 

, evangelische, herausgeg. von Uengsteniberg, Berlin, Oehmigke. 



4. 4 thlr. 

, katholische, redig. y.l7oefi%ftatt9. Frankf., Varren trapp. 4. 5 thlr. 

Koelges, B., deutsche landwirthschaftliche Nationalschrift für Wein- 
bau etc. Mainz. 8. 24 Numm. 1 thlr. 3 gr. 
Kunst-Blatt Redigirt ron Dr. Schom. Stuttgart n. Tübingen , Cotta. 

4. 3 thlr. 8 gr. 
zum Hannoverschen Museum. Herausgeg. von Dr. W. Schröder, 

Hannover, Helwing'sche Hofbuchh. 4. 1 thlr. 12 gr. 

Lehrerfreund , der, Zeitschrift für Erziehung und Schulwesen. Osna- 
brück. 8. 

Lichtfreund , der evangelische. Heransgeg. von Friedrich und Fist^er. 

Leipzig, Fr. Fleischer. 8. d. Bd. 2 ihlr. 8 gr. 

Literaturblatt. Redigirt von Dr. Wolfg. Menzel. Stuttgart u. Tübingen. 

Cotta. 4. 3 thlr. 8 gr. 
--, theologisches, zur allgem« Kirchenzeitang. Dannstadt, Leske. 

*• 5 thlr, 6 gr. 



27 

Literatar-Zatang^ allgemeioe. Halle, Sdiwetaebke u. S. 4. 12 tbir. 

(Die Krganzangsbl. allein 4 thlr) 
, Jenaiscbe allgemeine. Jena» 4. 12 thlr« (Die Krganznngibl. 

allein 4 thlr.) 

Magazin für die getammte Tkierbeilkonde. Heransgeg. von Dr. Ourli 

and Dr. Heriwig. Berlin» Hirsohwald. 8. 2 tbir. 16 gr. 

^^— der nensten Rrfindmgen« Verbetsemngen nnd Kntdecknngen« 

Von Dr. F, E» ThieiM. Leipzig, BaamgSrtner. 4. d. Hft 8 gr« 

für die neutie Gesehichte der evangeluobettMissiont- nnd Bibel-« 

getellscbaften. Basel. 8. 2 thlr. 2 gr. 

, jnristiBchet , für das bürgerliche nnd Strafreobt Heransgeg. 

von Sdiolz IILj Gans etc. Brannschweig, Meyer sen. d.Hft. 16 gr. 

, neues Lansitzisches , beranageg. von der Oberlans. Gesellschaft 

der Wissenschaften durch deren Secretair J. L, Haupi» Görlitz, 

Heyn. 8. d. Bd. 1 thlr. 16 gr. 

für Pädagogik nnd Dialektik. Rottenbarg a.N.9Bäuerle. 8. 2 thlr. 

für christliche Prediger. Heransgeg. fon Dr. J. Fr. Rühr, 

Hannover, Hahn*sche Hotbnchh. 8. 

, nenes staatsbürgerticbes , mit besond. Riicksidit anf die Her- 
zogth. Schleswig , Holstein and Laaenbnrg. Heransgeg. vcn Dr. N, 
Falck. Schleswig. 8. d. Bd. 3 thlr. 16 gr. 

für deutsche VolksschuUehrer. Heransgeg. Ton Schweiiser Neu- 



stadt n. Schleiz, Wagner. 8. d. Bd. 1 tlilr. 

Magikon. Archiv für Beobachtungen aus dem Gebiete der Geisterkunde 
nnd des magnetischen nnd magischen Lebens. Herausg. Dr. Kemer* 

d. Hft. 12 gr. 

IfantaU, der, Journal für Pferdebesitzer und Pferdeliebhaber. Heransgeg. 

von O. «. Cortfin*Wiorsbitt*kiß (nnd ti. Tmtuciser). Leipzig, Hart- 

^ knooh. 8. 8 thlr. (d. Hft 16 gr.) 

Massigkeits-Jonmal, s. Organ. 

Militair-Literatur-Zeitung. Redig. von C. v. Becker^ ti. MümnewlA nnd 
JUesson. Berlin, Posen n. Bromberg, Mittler. 4. 4 thlr. 

Militair- Wochenblatt. Redaktion: der königl. Generalstab. Rbend. 4. 3 thlr. 

Militair-Zeitschrifc, Helvetische, redig. von Walthard. Bern, Walthard. 
4. 2 thlr. 6 gr. 

Militair-Zeitang, allgemeine. Darmstadt, Leske. 4. 4 thlr. l6 gr. 

Minerva, I . « ^^ 

Miscellen, ( •• ^*-««- 

Missions-Berichte der Gesellschaft zur Beförderung der evangel. Mis- 
sionen unter den Heiden zu Berlin. Berlin, (Besser.) 8. d. Hft 8 gr. 

Miseionsblatt Redacteur: Pastor Bull in Radevormwald. Barmen. 4 14 gr. 

, Calwer, redig. von Dr. Barth. Tiibingen, Fues. 4. 12 gr. 

Mitarbeiten, theologische, eine Quartalschrift. Herausgeg. von Dr. 
Pe/f. Kiel. 8. d. Hft 20 gr. 

Mittheilungen der Zürcherischen Gesellschaft für Vaterland. Alterthämer. 
Ztirich , Orell etc. 4. d. Hft. 16 gr. 

des Gen erb- Vereines für das Königreich Hannover. Redig. von 

Dir. KarmnrBch und Dr. v. Red^n. Hannover, Hahn'scheHofbnchh. 4. 

des Gewerbsvereins zn Lahr. Redig. von Dr. EM; Freibnrg, 

Kmmerling. 8. 12 gr. 

, neue, ans dem Gebiet historiscb-anti«^arischer Forschungen. 

Herausgeg. von Fdrsfemrtnn. Halle. 8. d. Hft. 1 thlr. 

Ae% landwirthscbaftlichen Provinzial- Vereins zu Hannover. Han- 
nover. 4. 20 gr. 

aus dem Gebiete der Medioin , Cbirnrgie and Pharmacie. Her- 
ausgeg. von Pf äff* Fortgesetzt von RcAr, GüntAer, Me^ und 
Mkhaelü in Kiel und Dr. Snrnson in Altena. Altena , Hammerich. 
8. 3 thlr. 



28 

Mittlieilungen aoi <1en Verhaudlangen naCarfondieiider Froonde zo Bisr- 
lin. Berlin, Nicolai. 8 12 gr. 

■ aus dem Oaterlande. Herautgeg. von dem Kanst- und Hand- 

werks- Vereine , der natnrforschenden ond der pomologischen Gesell- 
schaft za Altenborg. Altenborg, Selinaphase. 8. d. HilL 6 gr« 
y gemeinnutzige, über Wein-, Obst- und Gemüsebau, Bienen- 



künde, Feld- und Haoswirthschaft. Redakteur: Pr, HiMer, Weis- 

sensee, Grossmann. 4. 1 thlr. 4 gr« 

Monatbs-Blatt von Beoggen. Redig. von SSeUer. Basel, Spittler u. C, 

4. 8 gr. 

-< für öffentliche Misstonsstunden. Redig. von Dr. Barth in Calir. 

Tübingen. 8. 14 gr. 

für die gesammte Bienenzucht. Herausgeg. von A. VHzthum, 



Landshnt, Palm. 4. 20 gr. 

Monatsbericht, masikali8ch->literarischer, Ton Ad. Hofmeister. Leipzig. 

Hofmeister. 8. ' 12 gr. 

Monatsschrift für die Jostizpflege in Würtemberg. Redig. ▼• Sarwetß, 

Ludwigsburg, Nast. 8. 
— — - fiir Medicin, Augenheilkunde und Chirurgie. Herausgeg. von 

Ritter und Ammon» Leipzig, Weidmann. 8. d. Bd. 3 thlr. 

, Berliner polytechnische, herausgeg. v. Prof. Dr. Lindes, Ber- 



lin , Oehmigke. 8. d. Hft. 1 thlr. 16 gr 

Monathschronik der Zürcherischen Rechtspflege« Zürich, Orell etc. 8. 

4 thlr. 21 gr* 
Morgenland, das. Altes und Neues für Freunde der heiligen Schrift. 

Basel. 8. 1 thlr. 8 gr« 

Museum, Niederländisches. Magazin für Geschichte, Literatur, Kunst 

und Kenntniss der Öffentlichen Zustande in den Niederlanden. Karla« 

ruhe , Müller. 8. d. Hft. 18 gr« 
, Rheinisches, für Philologie. Herausgeg. von P. G. W^her^ 

Bonn, Weber. 8. 4 thlr. 

, Schweizerisches, für histor. Wissenschaften. Herausgeg. von 



Gertach y Hof tinger und Wachemagel. Frauenfeld, Beyel. 8. 2 thlr. 
Nachrichten, neuste, aus dem Reiche Gottes. Herausgeg. von Elsnerm 

Beriin, (Wohlgemuth.^ 8. 2 thlr. 
aus der Heiden weit. Heraasgeg. von der MissionsgeselUchaft in 

Stattgart. Stuttgart, Steinkopf. 8. 20 gr. 

Nationalzeitung für die Landwirthschaft, Schweizerische. St. Gallen« 

Scheitlln. 4. 1 thlr. 

Neuigkeiten und Verhandlungen, ökonomische. Zeitschrift für alle 

Zweige der Land* und Hauswirtbschaft, des Forst- und Jagdwe- 
sens in Oestreich etc. Herausgeg. von JE» Andre. Prag, Calve. 4. 
8 thlr. — Die Forst- und Jagd-Abtheil. 1 thlr. 8 gr« 
Notiz-Blatt des Architecten- Vereins in Berlin. Potsdam, Riegel. 4. l^thlr« 
Obstbaum-Freund, der, herausgeg. von der allgem. prakt. Gartenbaa- 

Gesellschaft zo Frauendorf. Regensburg, Pustet. 4. 1 thlr. 12 gr. 
Opera« Zeitschrift zar Beförderung des Obstbaues in Deutschland« 

Zittau , Birr. 8. d. Hft 6 gr« 

Organ des deutschen Buchhandels. Redig. von BurMardU Berlin, 

Stackebrand. 4. 4 thlr« 
, allgemeines, für Handel und Gewerbe. Redig. yon A.v,Binzer* 

Köln, Kohnen. 4. 6 thlr. 16 gr. 

der deutschen Massigkeits - Vereine. Herausgeg. von SchmäUs^ 



Ouedlinbni^, Basse. 8. d. Hft. 3 gr« 

Orient, der, — Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte 

und Literatur. Herausgeg. von Dr. Fürst. Leipzig. 4. 5 tlilr. 
Pastoral-Zeitong der Geistlichkeit in der Provini Sachsen. Herausgeg. 

von Dr. Fiedler. Halle, Schwetschke u. S. 4. 1 thlr. 8 gr. 



29 

Pilot, der, allgemeine Revae der eiBbeiniiicheii ond ansländitobeii Li- 
tentQT- ond VÖlkenastande. Heransgeg. von der Redaction des 
Freihafeni. Altena, Hammerioh. 4. 8 thlr. 

Prediger-Bibliothek, kritiBche, heranageg. von Dr. J. F, tUHir. Nea- 
•tadt n. Scbleia, Wagner. 8. d. Bd. 6 tblr. 6 gr. 

Predigt-Magaatn 9 beranigeg. Ton F. A, Heimy katbol. Pred. Aogsbarg, 
Rieger. 8. d. Bd. 1 tblr. 16 gr. 

Qaartalscbrift für praktitcbes Scbnlwesen. Mit besond. Rücklicht ant 
Bayern herausgeg. von Heim und Vogh Angsburg, Kollmann. 8. 

1 tblr. 16 gr. 

, theologitobe, heiaosgeg. von Drey^ Macky Kuhn and Hefeh. 

Tübingen, Laapp. 8. 2 tblr. 20 gr. 

Recensionen-Verzeichnijta, allgemeines, s. Presszeitnng. 

Reltgionsblatt Redig. von Fol^iMirdlc, Assehmfelät and LoretUzem* 
Flensburg. 4. ] tblr. 18 gr. 

Repertoriom, Frankfurter, für Handel ond Finanzwesen, Indostrie, 
Haus- ond Landwirtbscbaft. FrankC a. M. 4. 3 thlr. 12 gr. 

-^— - der gesammten deatscben mediciniscb-obirurg. Journalistik. Her- 
ansgeg. ▼. Kleinert. (Fortges. v. KeumeUter.) Leipzig, Kollroann. 8. 7 tblr. 
der padagogisoben Journalistik. Herausg. Dr. DanzH. Rütze- 



bottel. 8. 2 tblr. 12 ^. 

— der in- ond aosländiscben Literatur der gesammten Philosophie. 
Heransgeg. v. Prof. Dr. Hubert Becken, Nurnbeiig, Camue. 8. 3 tblr. 
al^meines, für die theolog. Literatur und kirchliche Statistik. 



Heransgeg. von Dr. O. F. H. Memwaid, Berlin, Herbig. 8. 6itblr. 
— der Physik. Heransgeg. von Dave. Berlin, Veit u. C. 8. 

d. Bd. 2 tblr. 16 gf. 

der gesammten deutschen Literatur. Heranigeg. vom Hofrath, 



Oberbibliothekar Dr. Oeredorf, Leipzig, Brockhaos. 8. ^. Bd. 3 tblr. 
JtiMl« J. N. , Magazin für die gesammte Heilkunde« Berlin, Reimer. 8. 

d. Bd. 3 tblr. 

Sdiriflen der Gesellschaft zur Beförderung der gesammten Natorwia- 
wissenschaften in Marburg. Kassel, Krieger. 8. d. Bd. Itlilr. 6gr. 

— ^— der k. k. ' patriotisch -okonom. Gesellschaft in Böhmen. Prag, 
Calve. 8. d. Hft. 1 tblr. 

- und Verhandlungen der okonom. Gesellschaft im Königreich 



Sachsen. Dresden , Arnold. 8. d. Hft. 12 gr. 

Scbnlblatt für die Provinz Brandenbniig , heraosgeg. von O. Schi^z, F. 
F. SIrieg und H. W. Ule, Berlin, Oebmigke. 8. 1 thlr. 8 gr. 

Scbulblatter , allgem. Scbweizeriscbe , beraotgeg. von Heer^ JTcQer, 
Spengler und Siraub. Baden; Ziiricb, Höhr. 8. 1 thlr. 22 gr. 

Schulbote, siiddeutscher, redtg. von Stotz. Stuttgart, Belser. 8. 1 thlr. 

Schul- und Kphoralbotei der, aus Sachsen, berausgeg. von Ferd. Phi- 
Upvi. Grimma. 4. 1 tblr. 8 gr. 

Schnl-Zeitung , allgemeine, berausgeg. von Dr. £. Zimmermann, Darm- 
stadt, Leske. 4. 6 thlr. 8 gr. 

, suddeutsche, für Gelehrten- und Realschulen. Stuttgart, Köh- 
ler. 8. d. Hft. 12 gr. 
, Zürcherische. Zürich, Meyer u. Zeller. 4. 16 gr. 



Seelsorger, der. Kine katbol. Zeitschrift heransgeg. von J. H. Zarol, 
Stadtpfarrer in Landshut Landsbut, Kr&ll. 8. 3 tblr. 3 gr. 

Serapeom. Zeitschrift für Bibliothekwissenscbaft , Handsobriftenkunde 
und altere Litteratur. Herausgeg. Ton Dr. Mob. Naumann* Leipzig, 
T. O. Weigel. 8. 4 thlr. 12 gr. 

Sion. Kine religiöse Zeitschrift, berausgeg. durch einen Verein von 
Katholiken. Augsburg, Kollmann. 4. 4 thfar. 

Sonntagsfeier, die» wöcbentlicbe Blätter für Kanselberedsamkeit und 



30 

Krbaaung. Henosgag. von Dr. K. 2(iiMicr«aiiii. Darmstadt, Leske. 

8. d. Bd. 1 thlr. 

Stimmen, kathoHtche. Regensbarg» Mans. 4. 2 thlr. 16 gr. 

Stadien, Baltische « herausgeg. von der GeaeUachafk für Pommers^e 

Geachidite und Alterttiamskonde. Stettin. 8. d. Hft 20 (^r. 

^— ^ der evangel. Geistlichkeit Wurtemberga. Henwageg. von Dr. 

SHrm. Stuttgart, Belaer. 8. d. Hft 20 gr. 

und Kritiken, theologiache , heraosgeg. von UBnuinn nad I^m- 



breU* Hamborg, Pertliea« 6« 6 thlr. 

Therois« Zeitschrift für Doctrin und Praxis des Rom. Rechts. Heraos- 
geg. Ton EXvers. GÖttingea , Vandenhoeck o. Rupr. 8. d. Hft. 8 gr. 

Timothena. Monatsschrift für den kathol. Seelsorgerklenis. Heranrgeg« 
?on HägJsperger, Regensborg, Manz. 8. 3 thlr. 8 gr. 

FnlmH», Repertociom für Anatomie ond Physiologie. Bern ond St 
Gallen , Hoher. 8. 2 thlr. 12 gr. 

Verfaandinngen des Vereines zar Befordemng des Gartenbanes in des 
königl. Preoss. Staaten. Berlin, Nicolai, gr.4. d.Hft. 2 thlr. 16 gr. 

— — des GewerbYereines für das Grossherzogtliom Hessen. Darm- 
ladt, Leske. 4. d. Hft 10 gr. 

des Vereines zor Befordemng der Landwirthschafk in KÖni|s- 

borg in Preossen. Redig. yon W, A. Kre^ßtrig. Königsberg , Gräfe 
n. Unzer. 8. d. Hft. 8 gr. 

des Aasschossea des Schaafzüchter- Vereins für Böhmen. Prag, 



Calve. 8. d. Hft 12 gr. 

Viertel jahrs-Schrift, Deatsche. Stattgart a. Tübingen, Cotta. 8. 

d. Hft. 1 thlr. 20 gr. 
Volksscholfrennd , der, eine Zeitschrift für Volksschollehrer , heraosgeg. 

von PreuBs. Königsberg, Bon. 8. d. Bd. 16 gr. 
» der, eine praktisch-pädagog. Zeitschr. für VolksschaUehrer etc. 

der Provinz Westphalen. Heraosgeg. von D. J. Kopf. Minden, 

Rssmann. 8. 1 thlr. 4 gr. 

Volks-Schol-Zeitang, Preossische, redig. von KohUz. Berlin, Exped. 

4. 2 thlr. 8 gr. 

Wächter, der, eine Zeitschrift für Polizei Wissenschaft ond Polizeiprazis. 

Heraosgeg. Tom Criminal-Rath Ackermamu Bützow. (Rostock, 

StiUer). 8. 5 tlilr. 8 gr. 

Wasserfreond , der, oder allgem. Zeittchrift zor Befordemng der Was- 

serheilkonde. Heraosgeg. von Dr. iScAmite. Urlangen, F. Enke. 

4. 3 thlr. 8 gr. 

Wittwen- ond Waisenfreood , der, eine pädagog. Zeitschrift. München, 

Finsterlin. 8. d. Bdchn. 10 gr. 
Wochenblatt, christliches. Stattgart,. Etzel. 4. 1 thlr. 16 gr. 
des Gewerbvereines in Köln, heraosgeg. von VokL Köln, Kob- 

nen. 4. 3 thlr. 

für Konst- ond Mosikalienhandler. Leipzig, Schobert. 4. 3 thlr. 

, Grossherz. Badisches landwirthschaftliches. Karlsrohe, Braun. 

4. 2 thlr. 

für Land- ond Haoswirthtchaft , Gewerbe ond Handel. Redak- 



teor: Prof. Riecie in Hohenheim. Stottgart o. Tüb., Cotta. 4. Ithlr. 
, praktisches, für Landwirthsobaft , Gartenbao etc. Redig. von 



MuBidU. Neobrandenborg, Dümmler. 4. 1 thlr. 16 gr. 

Wodienschrift für die gesammte Heilkonde. Heraosgeg. von Casper, 

Berlin, Hirschwald. 8. 3 thlr. 16 gr. 

. , joristische, für die Preoss. Staaten. Heraosgeg. von HinMchhu. 

Berlin, Jonas. 4. 4 thlr. 

Zeitgenossen. Ein biograph. Magazin für die Geschichte nnserer Zeit. 
fieranageg. von Hagu. Leipzig , Bfockhaos. 8. d. Hft 12 gr. 



31 

Zeitichrift lür Altorihamtwitteiiiehaft. Henugeg. yon Dr. JC. a^mnurr* 
mmm« Dtraistadt, Leske. 4. 6 thlr. 

■ för das gesammta Bauwesen , boraotgeg. von C, F. «• Ehrtn- 

&cr^. Zürich , Sdiultheu. 4. d. Bd. 3 thlr. 18 gr. 

für Theorie ond Praxis des Bayrischen Civil- Criminal- und 

offentl. Rechtes. Heransgeg. vom Freihrn. voii Zi^MUmn, Munclien, 
Franz« S. d. Hft 18 gr. 

für Arcbivkande, Diplomatik ond Geschichte. Herauseeg. von 



Uaefety ha^rd and v. Medem. Hamborg, Perthes. 8. d.Hit 1 thlr. 
— für Civilrecht ond Process. Heraosgeg. fon LtnJe, MarezoH und 



V. Sekröier. Giessen, Per her. 8. d. Bd. 2 thlr. 

— fnr die Entomologie, heraosgeg. yon Oermnr. Leipzig, Fr. 

Fleischer. 8. d. Bd. 2 thlr. 16 gr. 

für das Forst- nnd Jagdwesen. Heraosgeg. Ton SU BeMen. 



Erfurt, Hennings. 8. d. Hft. 20 gr. 

— , forstliche, für das Grossherzogthom Baden, Heraowgeg. von 
Atn^erger ond Gebhard, Carlsrohe, Braun. 8. d. Hft. 18 gr. 

, neoste, fiir Freimaarerei. Von RwL Rieh, Fiaeher. Alten borg. 



Pierer. 8. 2 thlr. 16 gr. 

— , neoe, für Gebqjrtskonde, heraosgeg. von Buich^ d*Ouirepontf 
Rügen ond Siehold, Berlin, Racker o. Puchler. 8. d. Bd. 3 thlr. 8 gr. 
für Vaterland. Geschichte und Alterthumskonde. Heraosgeg. Tom 



Verein f. Gesch. o. Altertbomskonde in Westphalen. Münster, Re- 
gensberg. 8. d. Bd. 2 tliln 

— des Vereins liir Hessische Geschichte ond Landeskonde. Kassel, 
Bohn^. S. d. Hft 12 gr. 

— fiir gotsherrlich-baoeriiche Verhältnisse, L^ndeskoltor ond Ge- 
setzgebung in Preossen. Heraosgeg. von Femi, Masueh und Kuh, 
Breslau, Gosohorsky. 8. d. Hft. 1 thlr. 

— f&r ond über Oesterreicb^s Industrie nnd Handel, redigirt von 
Wiese. Wien , Tendier u. Schäfer. 4. 6 thlr. 

für Kunst, Wissenschaft »ond Gesch. des Kriegs. Redig. von 



Deeker und Bluson Berlin , Mittler. 8. 5 thlr. 8 gr. 

— allgemeine Oesterreichische , für den Landwirth, Forstmann und 

Gärtner. Heraosgeg. von Hammerechmidt, Wien, Wallisbaosser. 

4. 8 thlr. 

fiir die landwirthsohaftl Vereine des Grossherzogthoms Hessen. 



Heraosgeg. vom Oek.-R. Pabst, Darmstadt, Leske. 8. 1 thlr. 12 gr, 
— für die gesammte Medicin. Herausgeg. von Fricke ond Oppen^ 
heim, Hamburg, Perthes etc. 8. 8 thlr. 

fSr die Kunde des Morgenlandes, herausgeg. von Ewald ^ v. d. 



OabeUnix^ Koeegarien^ hassen, Neunumn^ Rödiger ond RUcJiert. 

Göttingen, Dieterich. 8. d. Hft. 20 gr. 

— , Schweizerische, fdr Nator ond Heilkonde. Heraosgeg. von F. 

0. Pommer. ZSrich, Schulthess. 8. d. Bd. 2 tlilr. 8 gr. 

, praktische, ökonomische, für sächsische Landwirthe. Grimma, 



Veriaga-Comptoir. 4. 1 thlr. 8 gr. 

— , allgemeine pädagogische; herausgeg. von Hergang, Bautzen, 
Reichel. 8. 2 thlr. 

für Philosophie ond spekolat Theologie. Heraosgeg. von FicA(«. 



Bonn, Weber. 8. d. Bd. 2 thlr. 

-— fdr das deutsche Recht. Heraosgeg. von Regscher ond Wilda. 
Leipzig, O. Wigand. 8. d. Bd. 4 thlr. 

für Strafrechtspilege in den Preossischen Staaten. Herausgeg. 



von Richter und K/ose. Königsberg, Gräfe. 8. d. Hft 1 thlr. 

— fijr die gesammte lotherische Theologie ond Kirche, heraosgeg. 
▼OB Dr. MUMelbmek ond Guerike* Leipzig , Taochnitz jun. 8. 

d. Hft 20 gr. 



32 

Zeitschrift, kritische« far Rechtswissenschall ned Gesetzgebwig dfs Am«; 
landes. Henasgeg. von Müternwier and SSaeharUL Heidelberg« 
Mehr. 8. d. Bd. 2 thir. 16 gr. 

— — - för Landwirthschaftsrecht Hemnsgeg. Ton SMUs dem JMUm» 
Braanschweig, Leibrock. d. Hft. 16 gr« 

— -— ~ for Philosophie ond katholische Theologie. Beransgeg. Yoa 
Ackterfeldtf Braun ^ Vogdsnng* Koblenz, Bädecker. 8. 4 thir» 

, neoe. für Musik. Herausgeg. von Jlo6. Schumann* Leipzig, 

Friese. 4. 2 thlr. lo gr. 

^—^ , miinzkandliche. Heraosg. Dr. QroU in Hannover. 8. 4 thlr. 

für Civil- nnd Criminalrecht* Heraosg. SLoiMti und Warn- 

Umg. Stuttgart, Schweizerbart. 8. d. Bd. 1 thhr. 8 gr* 

lur Vaterland. Recht, heraosgeg. vom Bern. Advocaten-Verein. 

Bern, Fischer. 8. 2 thlr. 

lur Österreich Rechtsgelehrsamkeit nnd polit Gesetzkonde. Her- 



ausgeg. von DoUrner^ Kudier und PrHnzi, Wien, Sollinger. 8 thlr. 

— für Rechtspflege nnd Verwaltung , zunächst für das Königreidi 

Sachsen. Heraosgeg. von dem voigtland. jnrist Vereine. Leipzig, 

Taushnitz jnn. 8. d. Hft 12 gr. 

für geschichtliche Rechtswissenschaft. Heraosgeg. von Samgnjß^ 



EUMam und Rndorff, Berlin , Nicolai 8. d. Hft. 1 thlr. 6 gr. 
— für die Staatsarzneikunde. Heraosgeg. von Henke- Krlangen« 
Palm n. Bnke. 8. 3 thir. 12 gr. 

für Theologie. Heraosgeg. von Hug^ Werk^ «. Hiredter, Sim^ 



denmeier und Vogel, Freiburg, Wagner, 8. d. Bd. 2 thlr. 

— , neue theolog., heransg^. vom Abte etc. Dr. FleiM. Wien, 

Wimmer. 8. 3 thlr. 8 gr. 

, Tübinger, für Theologie. Herausgeg. von Baur^ Kem nnd 



iScftmtd. Tübingen , Fues. 8. 3 thlr. 4 ^« 

-« für die historische Theologie. Herausgeg. Ton lUgen, Leipzig, 
Cnobloch. 8. 4 thlr. 

für die gesammte Thierheilkunde. Heraosgeg. von UNeferidU^ 



N^l und riüß. Giessen, Ricker. a d. Bd. 2 thhr. 

Zeitung, allgemeine , des Brunnen- ond Badevresens. Redig. von Xa- 

liacL Berlin, Kiemann. 4. 1 thlr. 
. juristische, für das Königreich Hannover. Heraosgeg. von 

ScMüier. Lüneburg« Herold. 8. 3 thlr. 
, kameralistische, für die KönigL Preoss. Staaten. Redig. von 

Mauer. Beriin, Heymann. 4. 4 thlr. 

, landwirthschaftliche etc. Heraosgeg. Ton J. E, v, MLeiUr. Aogs- 

bürg, Jenisoh n. Stage. 4. 1 thlr. 16 gr. 

« landwirthschaftliche , für Kurhessen. Kassel « Lockhardt 4. 

1 thlr. 8 gr. 



— . allgem. landwirthschaftliche. Heraosgeg. von Bäder, Halle« 
SchweUchke n. 8. 4. 2 thlr. 16 gr. 



, literarische. Redakteur: Dr. K. Brimdes. Berlin, Dnncker o. 
Homblot 4. 2 thlr. 16 gr. 

numismatische« herausgeg. von /. Leiizmann, Weissensee, 



Grossmann. 4. 2 thlr. 12 gr. 

— , allgemeine polytechnische« herausgeg. von heuck», Nürnberg, 
Leuchs. 4. * 2 thlr. 

, allgemeine« für die deutschen Land- nnd Hauswirthe. Heraos- 



geg. von Be^. Leipzig, Bauregartner. 4. 4 4hlr. 

— , allgemeine musikalische. Redig von Dr. Q.W, PM, Leipzig, 
Breitkopf o. Hartel. 4. 5 thlr. 8 gr. 

allgemeine, des Jndenthnms. Redact Dr. Luiw. Phüippeim, 



Leipzig« Baomgartner. 4. 3 thlr. 



83 

Zoiteng, ftUgemdae hoaSopailiiMh«* fienotpieg. von den DD, OroUp 

Httrimau m ond iliitmMl. Leipzig , Baamgartner. 4. d. Bd. 2 thlr. 

» medicinische , heransgeg. tob dem Vereine ffir Heilkunde in 

Prentaen. Berlin , KnsUn. Pol. 3 tbir. 16 gr. 

■ y ellgemeine Press-. Blatter für Press-Gesetzgebong nnd Rechts- 

Sflege , Ilt Verkehr nnd Bücherknnde. Redig. von Dr. HUsig. Mit 
er Bibliographie nnd Recensionenverzeiohiüss» Leipzig, Weber. 
4. 8 thlr. 



Ia li A 'S 



Aanleiding tot godsdienstige o?erdenkingen op iederen dag des iaars« 

Door T. van SpaU. s'Gravenhage » A. Kloots. 8. 4 iL 80 c 

Aardbol, de. Magazijn Tor hedendaagtche Land« en Volkenkunde. 

Met pl. Amsty Laarman. roij. 8. 5 fl« 

Bijbelsch magazijn, Yoor alle standen. Amst., G« Portielje. — Bj in- 

teek. foor een del ol 26 aflever: 4 fl. 25 c« 

Bijdragen , godgeleerde. Amst. , Barfe. 8. 6 fl. 60 c 

Boekzaal der geleerde wereld» een tijdschrift Toor de protestantsche 

korken in het koningrijk der Nederlanden. Amst 8. 3 fl. 60 e. 
BoerfaaTo. Tijdschrift TOor genees-, heel-. Torlos- en artsenljmeng- 

konde, door O. C. vom de KatUeU en Im 8. A» HoUrop. Met pL 

s*6ra¥enh.. Soetens. 4 fl. 

Bulletin des scfenoes physiqnes et natnrelles en Ne^rlande, r^ig^ par 

iri^Nci , ifnlder et fTsncftefraoft. Rotterd., Baedecker. a 6 fl. 

IMfe, J. P., wenken en meeningen omtrent geneesknndige staatsrege- 

ling en allgemeene geneesknnde. Amst., H. D. Saatbeigen. 7 fl. 
Jaarboeken, Nederlandscbe , voor regtsgeleerdheid en wetgewing« Uit- 

geg. door C A» dm Tew en J. vtm HaU. Amst, J. Müller. 6fl.80c 
^— Regtsgeleerd bijblad, behoorende tot de Nederl. Jaarb. 

TOor regtsgeL ibid. 6 fl. 80 o. 

Laaeet, Nederlandsch. Tijdschr. aan de practische chimrgie en oogheel- 

knnde gewijd, door Ä» O. van Onsmoott. MetpLenportr. Utrecht, 

T. d. Monde. 7 fl. 65 o. 

Letterbodoy algemeene konst- en, TOor 1840. Haarlem, Loosjea* 8. 

10 fl. 37i c. 
Lettetoefeningen, algemeene Taterlandsche. Amst, Leenemann t. d. 

Kroe en intema, 8. 11 fl. 20 c 

, nieowe vaterlandsohe. De Gids. Met pl. Amst, Beijernick. 

a 12 fl. 

Lijst fan nieaw nitgekomen boekeni 1840. Amst, Schleljer. a 

No. 1—12. 1 fl« 50 c. 
Maandschrift Toor Christenen Tan den beschaafden stand ; ^ nilgeg. door 

de ringsYergadering van Amsterdam. Amst , ▼. d. Heij en z. 6 fl. 
— . algemeen letterlievend. Rotterd,, Wijnands* 8. 11 fl. 60 e. 
Magnzljn, Nederlandsch, ter YorspreidiD^ van algemeene en nnttige 

kondigheden. Met pl. Amst , l>iedenchs , roy.a 5 fl. 

■ f Nederlandsch bonwkonstig, of tijdschrift tot verbeterlng, not 

en Toordeel in de boaw- , timmer-, beeldhonwknnst en meobelering. 

Amst, SofaooneTeld en Z., a 15 fl« 

Magazijn voor Roomsch-Katholijken. Met pl. s*Gravenhage, t« Lan- 

genhnlzen. 5 fl. 

— — , laalkandig, of 'gemengde bijdragen tot de kennis der Neiler- 

dnitsdie taaL Door !• de Jager. Rotterd«, WHnhofen Hendriksen, 

a 2 fl. 20 c 



84 

üfiffU« B.y meawo Mhei^y ar(ieniJm6Dg-|«i aaloiifkiiadig« bIbHodiack* 

DeveDter, A. J. t. d. Sigtenhont 2 fl. 40 c 

MuteuB, NederUndach. Getohiod- ea letterkttodig« » erkinidighedit, 

natoorbetchrijvingen , tardrijnsknndige bijiondmedeii, etei Metpl. 

Am^t., T. d. Vinne, roij. 8. 3 fl. 

NMunlijit Tan boeken, die ter fertaUng siJB aangekondigt, in den jnre 

1840. Aimty Schleiier, 8. Jan — Dec. 1 fl. 50 c 

Oefenschool, de. Tijdichr. Yoor jeogdige onderwijzeri. Amit» Schale- 

kamp etc. 2 fl. 

Olijtak, de. Godsdienitig tijdichrift, beheizende yertroogen oTer de 

leer en beoefening Tan het xuiTere Chriitandom , etc. Rotterd. , ▼• 

d. Meer en Verb., 8. d. deel 5 fl. 

Recensent, de. Amst, t. d. Heij en Z. 8. 10 fl- 80 c. 

Reformatie, de. Tijdscbrift der chriitelijk gereformeerde kerk in Ne- 

deriand. Amst, HÖToker, 8. d. deet 3 fl. 

Regt, het, in Nederland. Amst., S. de Grebber, 4. 7 fl. 80 c 

Spectator, de militaire. Tijdscli. Toor het Nederlandfche leger i Hoofd- 

Redacteiir J. C. van Rijneveld, Met pL en kaarten. Breda , Broeae 

en C. , 4. 6 fl. 85 c 

Stemmen en bescbouTringen oTer godsdienit, ataat-, geschied- en let> 

terkande. Amst., G. t. Peursem. 8. 6 fl« 

Tijdschrift ter beTordering Tan NiJTerheid ; nitgeg. door de Nederimnd* 

hnishondelijke maatscliappij ter bcTord. Tan NiJTerh. Haarlem, ▼. 

Loosjet. d. deel 10 fl. 
Toor natonrlijke gescbiedenia , uitgeg. door J. van der Boeveu 

en W. H. de Vriese, Leyden, Lacbtmans. 8. 9 fr. 

— *- TOor aankomende onderTrijzers. Breda, Broeseen C, 8. 2fl.50c. 
■ Toor onderwijzers en ter boTordering der baisaelijke opTOoding. 

Groningen, J. Oomkens. 8. 2 fl. 

, regtskandig, TOor het notaria ambt ingerigt Breda, Broese 



en C. , 8. d. No. 1 fl. 

— Toor geschiedenis y oadheden en atatistick Tan Utrecht. Met pl. 
Utrecht, t. d. Monde, 8. 7 fl. 

-^, Nederlandsch muzikaal. Utrecht, Bosch. 1 fl. 75 c 

TOor algemeene Mant- en Penningkande. Door van der Ckife. 



Leiden, Lachtmanns. 8. 

Waarheid in iiefde , en godgeleerd tijdschrift TOor beschaafde Christenen. 

Groningen, J. Oomkens. B fl. 



Litteratur« 
FRANKRBICH. 

Alibert f Hippel., Tedifice social , r^forme ^lectorale, on de l*in- 

flnence de la propri^t<§ territoriale, industrielle oa commerciale. 

Par. 8. 3 fr. 50 c 

Asioli» B., gramioaire mosioale. Trad. de Tital. 36me ed. fr. par 

Manfredm. Par. 8. 2 fr. 50 c. 

BeAuvalfl» diniqne homoeopathique. T. IX- Snppl. Par- & 9 fr. 
Conespondance de Temperear Maximilian I. et de Margnerite d*Ao^ 

triebe, gouTernante des Pays-Bas, de 1507 k 1519. Publiöepar M. 

Le aiay Par. 2 toIs. 8. 15 fr. 

Correspondanoe litt^raire de FofftoMuiyt. PabI« par M« (HUmer Jules. 

Par. 8. 6 fr. 



35 

C^MllOBy J.J.B.9 dialogoM 00 qoestioiis de droit T.Iir.Par«8«7fr.50e. 
DicCioanaire g^grapique, historiqiie, indattriel et oommeroial de touteo 

let oommsnet de France. Ou?r. r^. par A. OirmilU Ire lifr. 

(A--Ain.» Par. 4. 50 c. (2 T. k 100 livrais.) 

^aanesmel» Am., da travail intelleotuel en France , depola 1815 

jusqu'ä las?. Par. 2 toIs. 8. 18 fr. 

€}anfOm, V. R.« Tart da dettln. Ire part Par. 4. ar. 48 pl. 
C^eyer^ JGeijer] B. G.y bistoire de SuMe, trad« par J, F. dilAmd-^ 

blmd. Par. 8. 16 fr. 

jAuAret, E., fabtoire de France. T. I. II. Par. 8. 12 fr. 

JlnUltnalt Ach., recherchei tor Tosage et Torigine des tapttteries k 

pertonnaget, ditet hiitori^, d«)pais Tantiquitö jttiqa*au aeiii^me 

sidde inclos. Par. 8. av. 4 pl. 5 fr. 

Jmles« Olli?., estai aar Torigine et la formation des dtalectea vuU 

gaires du Daopbin^; tnivi d*ane bibliographie raisonn^e dea patois 

de la m^me province par M. Paul Oolomfr d9 Baiwe$» Par. 4. (tir^ 

k 24. — 12 en vente.) 
IianreMi^ principet de jarisprodence da oode dvil. T. IV. Too- 

loote. 8. 7 fr. 50 c 

IjevMire f R«, esiai rar let orlgines da penple romain.' Par. 8. 2| fr« 
Jim* ]£«iil» el Tark» bistoire de Texp^dition (des Francis en 

Egypte. Pabl. et trad. par M. Desgrtmges Mn4, Par. 8. 10 fr. 
Wtwtrj et li'li^rlilerf trait6 des alt^rations da sang. Par. 8. 7 h. 
l*«tet de ISennevoy» le magn^tisme oppos6 k la m^dedne. Par. 

8. 6 fr. 

Roelie 9 A. , bistoire d^Angleterre. T. I. II. Par. 8. 15 fr. 

RogBll^t liinii opoioules pbilosopbiqnes et religienx. Op. I — IV. 

Par. 8. 4 fr. 

ISUartendliref J. B., trait6 do systöme ner?eax dans T^tat aotnel 

de la sdence. Par. 8. a?. 6 pl. 9 fr. 

^•iibefran» B., nonveaa trait6 de pharmade tb^oriqae et pratiqae. 

2. ed. Par. 2 yoIs. 8. 16 fr. 

Tbevenoty J. P. F.« trait6 des maladies des Barop^ena dans los 

pays chands et sp^cialement an S^n^gal. Par. 8. 6 fr. 

Tbierlet« code des fallites et banqnerottes. Par. 8. 6 fr. 

Th^niui» J. Baz., traite g6n6ral de statistique, caltore et explolta- 

tion des bois. T. I. Par. 8. 15 Ir. 



Ob A 



if acGOont of the tonrnament at Eglinton. 4. 10 s. 6 d. — 

col. 15 s. • 
AlliABa't Dochess of St.-, memoiri. 2 toIs. 8. w. portr. 
AlexABder, J. £., Itfe of Field Manbal bis graoe the Duke of 

Wellington. 2 toIs. a 28 s. 

BIrd» Clements of natural pbilosopby. 8. 12 a. 

Brenner, Rob., ezcunions in Dcnmark, Norway andSweden. 2 vols. 

8. w. porU. 28 s. 

Cialvin« i^ a oommentary or the paalma of Da?id. A new tnaslat 

3 Tols. 8 30 s. 

€3eeper, Sam., the first lines of the theorie and pnctioe of rargery. 

7ch ed. 18 s. 

denrtney» T. P., oommentaries on tbe historical plays of W. Slia- 

kesptere. 2 toU. 8. i8 s. 

i%i^9 L. A., grammar of the german langoage. 12. 3 s. 



96 

JPovflliall» gvoek papyri in the britbh Musetim. T. I. 4. 10 t« 
MaII» Bp., oompleto works. 12 voll, dl 7 L. 4 •• 

Horace» book II. sat. III, wich cngU notee, and a new and literal 

translatton. Cambr. 12. 2 s. 6 d. 

Kelghüey, history of Kngland. 3 toII. 8. 1 L. li s. 6 d. 

'Mim'WTmnce 9 memoin of Qaeeni of Kngland. T. IL 8. 12 s. 

Ijushlni^toii» tb« lifo and leiriceB of general Lord Harris, dnring 

bis oompaigns in America, tbe West Indies, and India. 8. 13 s. 
BKm/eUenmies H., essay on tbe lifo and institntions of Ofb, king of 

Merda. 8. 3 s. 6 e. 

Xmmt f R. 9 history of the irish chnrch. 8. * 17 s. 

Milmer'fl history of tbe cnrch of Christ , oontin. by H. Strthhing, 

Vol II. 8. 12 s. 

Petüyrew« T. J. , bibtiotbeca 8nssexiana. Vol. II. (conclud.). 

imp. 8. 31 s. 8 d. 

Plielps, Will, history of Somersetshire. Paru VII. VIII. 4. 25 s. 

(roy. 4. 36 s.) 
Philip, Rob., the lifo and opinions of the Rev. WM. Müne, missio- 

nary in China. 8. 7 s. 6 d. 

Poetry, modern romanoe, and rheCoric; being tbe aitic. nnder tbose 

heatbs in tbe 7. ed. of tbe Bncydop. Brit By Q. Moir and IFtll. 

Spnlding- Edinb. 8. 6 s. 

Quakerism onmasked; oompris. a glanoe at J. Wilkinson^s „Qnakerism 

examined*^ ' By Jmicns. York. 8. 7 s. 6 d. 

SehKini^iiii, on tbe assemblies of tbe Atbenians. Cambr. 8. 10s. 6d. 
jSoame« G., the lifo of Duke of Wellington. Vol. II. 8. 5 s. 

Thomton, Bdw., chapters of the modern history of british India. 

8. 21 s. 

Todd^ Jam. Henthorn, disconrses on the prophedes relating to anti- 

cbnst Doblin. 8. 14 s. 

TroppABegper, A., german grammar. 2d ed. Cambr. i{12. 5 a* 
TambuU» P. R.» Aostria. 2 toIs. 8. 24 s. 

IVordflworth 9 Dr., Grece pictoriali descriptife and historicaL 8. 

31 s. 6 d. 



HOLIsAirD Hüll BEIsOIEN. 

>, Tan der, aardrijsknndig Woordenboek der Nederlanden. 1. 2.Deel. 

Gorindiem. 1839. gr.8. 3 fi. 35 c 

AI1I1I1199 beknopte gesebiedenis der stad Hoom« Hoorn 1839. 8. m. 

pl. 2 fl. 50 c 

Antwoord aan een yriend op den tweeden Haarlemmermeer.brief van 

Dr. GF. F. Mulder, Amst 8. 20 c 

Beetd , Rymbybel. Haarlem 1839. 8. 1 il. 25 c 

BiJToegsel tot bet staatsblad yan het koninerijk der Ne<1erlanden 1832. 

Bijeewersameld door vom Dorp. Gorinchem 1839- 8. 7 fl. 20 c. 
Bilehner, geneesknndig handbock yoor beginnende kunstoefenaron« 

3. Deei Amtt. 1839. 8. 5 fl. 80 c 

, bebandeling der slepende boldzieten. Amst. 1839. 8. 5 fl. 80 c. 

Camp, bijdragen tot de krijgskonst! inzonderhnit tot de versterkingn- 

knnst, en bare gesebiedenis. L Bijdr. Viissingen 1839. 8* m. pl. 

2 fl. 30 c 
, bijdrage tot de bow- en natnrkundige wetensdiappen. 3. Bifdr. 



Bbend. 8. 2 fl. 20 c 

deel» sor les discoors de DIon Chrysostome, intital^: Eloge de la 

dievelnre. Leyde 1839. 8. 60 c 



37 

dob^e» kUnuche bijdragen« Utrecht 1839. 8. 5 iL 

Jaarboekje van de regterlSjke magt in het konigrijk der Nederlanden, 
voor 1840. 2. Jaarg. Gorinchem. 1 fl. 50 c 

de Kempenare» Ylaemsche kronfjk. Overgetezet door van Maie^ 
oitgeg. door FA. B. Broatel 1839. 8. 2 thlr. 

MAbe» handboek voor notariwen. 3. Deel, 2. drok. Haarlem 1839. 
8. 4 iL 25 e. 

Hedhnrst» W. H., China. Toestand en ▼oomitzigten Tan dat Rijk ; 
ecc — Dit het eogl. yert« door A. van Deiase, Twee deelen. Met 
pl. Rotterd. 8. 6 fl. 90 c, 

Heetert Igescbiedenu yan het beleg van Groningen in 1672. Gro- 
ningen 1839. 8 1 fl, 

Memorie over een yerwijdend werktaig, in moeijelijke , bezwaarlijke 
en tegen nataorlijke verlossingen. Met 1 plaat. Tilbarg. 8. 50 c. 

Middel* beknopte genees- en heelkandige verhandeling o?er den 
soorbntus. Groeningen 1839. 8. i fi. 

Mofoiog Eyxtofiiory i. e. ataltitiae laus. Braami Roterod. dedamatio. 

''Ad fidem edtt. antiq. Probenii^ figaris Holbeiniania ornata etc. 

Homae 1839. 8. 3 fl. 30 c 

Naam- en Rangtijst der oflicieren van het koninglijke leger der Neder- 
landen en der Oost- en West-Indische Legers voor 1840. Gorin- 
chem. 1 fl. 40 c 

idem, vergold in koker. 1 fl. 70 c. 

Nagedachtenis y ter, van PA. W» van Ueutde, (Door C* Star Nnman.) 
Groning. 8. 60 o» 

Onderrigt in de ry knnst. iDeel. s^Gravenh. en Amst. 1839. 8. 2fl.60c. 

Pouw» J< G. , verzameling van voorstellen, betreffende het verster- 
fregt, benevens de wijze van verdeeling der nalatenschappen , val- 
gens het bnrgerlijk weCboek voor het koningrijk der Nederlanden« 
Met plateo. Amst. 8. 2 fl. 40 c* 

IKahioii de 1» Sa^m, reis door Nederland en Belgie, met toe- 
passing op het lager onder^^'ijs, de instellingen van liefdadigheid 
en de getangenissen in die beede landen. Groningen 1839. 8. 

2 Deele 3 fl. 

Regtsspraaky nederlandscbe , oitgeg. door firo«]^ en SliMirf. voorljaar8fl« 

VLoent van Iiimbarig^ T. M., ontwerp van re^tstreeksche verkie- 
zingen en zamensteUingen der Scaaten-Generaal in Nederland. Am- 
hem. 8. 60 c 

Iftoorda TAit BTSlnya » beknopte Maleische sprakkunst en Chre- 
stomathie. Breda. 8. 3 fl. 

Aujchaver» verhandeling over liet door Dr. Sentin genyzigd onbe« 
vreegbar verband. Rotterdam. 8. 1 fl. 20 c 

wmn tendwljkf kronijkmatige en geschiedknndige beschrijving van 
Pnmerend en omligg.dorpenen meren. Parmeread. 8.m.pl.2fl.80c. 

Schuld, de 9 van den Staat, als aanwinst van het national vermögen, 
nit den tegen woort Staat vsn Bngeland toegelicht s^Gravenh, 8. 2 fl. *20 c. 

Soutliey^ Rob., het leven van Nelson. Uit het Kngelich vertald 
door Anjlen P. van der Veld^n. Met port. Medemblick. 8. 3 fl. 60 c. 

WBn der Storlc» proeve eener andere, dan tot na toe gevoldge ej- 
liptische onderstelling voor den vorm van den aard-meridiaan. Breda. 
8. 75 c 

dem Tex, encyclopaedia jorispmdentiae. Amstelod. 8. 5 fl« 75 c. 

de Triese« handboek voor de kennis der geneesaiddelen ten he^ 
hoeve van beoefenaars der genees- , heeU en artsenijbereidknnde. 
IV. 1. s'Gravenh. 8. 1 fl. 80 c. 



38 



II« JLiiselg^eii etc. 



Antiquarisches Lager von 7. O. Weigel. 

SallusHi Crispi bellum Gatalinarinm et Jugnrthioum (Yenet. Via- 
delinus de Spira). 71 ßll. (nicht 70 Bll., wie Ebert aogiebt) 
mit 30 Zeileo gr. in 4. Beginnt Bl. 1 a (O)MNES HOMI- 
NES. Schliesst Bl. 71 a: Explicit. MC.C.C.C.LXX. dano 
6 Verse : Qai cupis ignotum Jugurthe noscere letam etc. Sehr 
sehönes Exemplar. [Originalbd.] Höchst selten. 
CreTenna 365 fr. Askew 14 L. St. 3 ih. 

Salluitius. Caj. Grispas. De Conjuratione Catilinae (Venet. 
Vindelinus de Spira). 55 Bll. mit S4 Zeilen, gr. 4. Beginnt 
Bl. la: G. Salustii Grispi de Gonjuralione Gatiline. Proemiam. 
Schliesst Bl. 55 b: Laos Deo. IM.GGGGLXX. Sehr selten. 
[Grüner Maroquinbd. mit reicher Vergoldung anf Rücken und 
Deckeln.] 

LactatUius Pimdanun. De divinis institutionibus adversus gentes 
libri VlI, nee non ejasdem de ira dei liber unos nna cunt 
libro de opificio hominis. In monasterio Sublacensi. (Sweyn- 
beym et Pannartz) die antepenult. Octobris , 1465. Fol. Mein 
Exemplar beginnt Bl. la, erste Zeile: (m)AGNO & excelleli 
Egenio uiri quoni se doctrine pe- nnd endet auf Bi. 172 b am 
Fuss: Lactantii Firmiani de diuinis institutionibus adnersas 
gentes libri Septem, necno ejusdez ad Donatum de ira dei 
liber unus. unacu. libro de opificio hols ad Demetrianii fini- 
unt. Sub ano dni M.GGGGLXV. Pontificatus Pauli pape. II. 
anno eius secfdo. Indictoe. XIII. die nero anpenultia mensis 
Octobris. In uenerabili monasterio Snblancensi. Deo gratias. 
Dann folgen 2 BIK Errata und 9 Bll. Gapltelverzeicbniss. 
Brunei und Eberl irren demnach, da erster das complete 
Werk zu Bll. 184, letzter zu Bll. 185 angeben, wie sich 
ans genauer Gollation ergiebt. Ueberaus selten. Schönes 
Exemplar. 

Ohne die errata, welche bor bei wenigen Exemplaren sich finden: Lia 
YaUi^re 1830 fr. Willett 40 L. 19 sh. Roscoe 62 L. 10 ah. und mit 

den errata Mac-Cartliy 2000 fr. 



Dihdiny T. F. , the bibliographieal Decameron or ten days plea* 
sant discourse upon illuminated mannscripts and subiects con- 
nected with early engraving, typograpby and bibiiography, 
3 Voll. Lond. 817. roy. 8. 65 thir. 

Dieiet mit dem grÖssten Luiras ansgeitattete nnd allen Bibliomanen 
höchit wichtige Bach wurde schnell nach seinem Erscheinen vergriffen« 



Dibdbif T. F», Bibliotheea Spenceriana» or a descriptive cata- 
iogoe of the books printed in Ihe 15th Century and of nany 
valaable first editions in the library <of Georg John Earl 
Spencer. 4 Voll. Lond. 814. roy. & 60 thir. 

BjuBd. Aedes Altborpianae. Catalogne of the books printed in 

the 15th Century lately forming part of the library of the 

Duke di Cassano'Serra 9 and now In Kari Spencers colleetion. 

3 Voll. Lond. 822. 23. roy. 8. 35 thIr. 

Dieses letztere Werk bildet den Beschlnss der Beschreibong der 
Speneer^schen Bibliothek. Bs ist, wie die iibrigen Riicher Dibdins, mit 
der gröisten typon-aphitchen Rleganz anigesCattet , der Catalog der 
kostbarsten Bibliothek eines Privatmannes , nnd jedem Bibliographen 
hinsichtlich seiner bibliographischen Bemerknngen nnd höchst getreuen 
Facsimiles Ton Xylographien nnd Typengattungen unentbehrlich. 

Bjttsd. A bibliographicaly antiquarian and pitoresqne tonr in 

France and Germany. 3 Voll. Lond. 821. roy. 8. 65 ihlr. 

Dieses Prachtwerk übertrifft an Loxns der typoaraphischen Ausstat- 
fang nnd an Reichthnm der Kopfer die übrigen Werke des berühmten 
BibiiogTaphen. Schnell nach Krscheinen worde die Auflage Tergritfen. 
Der Vermsser beschreibt in dieser Reise die Schätze der französischen 
und dentschen Bibliotheken , welche er besnchte. 

BJu9d. Second edition. 3 Voll. Lond. 829. 8. 12 thlr. 

Diese Ausgabe ist Yon der ersten ganz Terschieden nnd enthält an- 
dere Kupfer. Beide Ausgaben haben nur den Titel gemein. 

SjustU The library Campag^ian : or the yonng man's guido and 
the old man^s comfort in the choiae of a library. Lond. 
824. 8. 9 thlr. 

Sjusd. An Introdaction to the knowledge of rare and valaable 
editions of the classics etc. 4th Edit. 2 Voll. Lond. 827. 
8. 8 thlr. 

Singer y S. W. , Researches into the bistory of Playing Cards 
with illnstrations of the origin of printing and engraving an 
wood. Lond. 816. 4. 24 thlr. 

Von diesem ▼ortrefflichen Werke worden nur 250 Exemplare für die 
Sttbscribenten gedruckt. Die zahlreichen Facsimiles sind mit der gross- 
ten Genauigkeit gefertigt und das ganze Werk kostbar ausgestattet. 



T. F. , A bibliograpbical , antiquarian and pictnresque 

Tonr in the northern counties of England and Scotland. 

2 Voll. Lond. 838. Lex. 8. 36 thlr. 

Prachtwerk mit Torzüglichen Kupfern nnd interessanten bibliographi- 
acfaen Bemerkungen. 

JBjutd, Reminiacencea of a literary life. 2 Voll. Lond. 836. 
8. 12 thlr. 

Enthält das Leben nnd die Beschreibung der Werke dieses beriihm 
tea Bibliographen nebst vielen bibliographischen Notizen. 



40 

Torrecreinatae HeditatioDes Iraprene per Joh. Nameister aoBo 
domini miüesimo qnadriogeDtesimo septnage^mo nooo. Fol. 

30 thlr. 

Vortreffliches Exemplar einet höchst tettenen Werkes. Es enthalt 
48 Blatter mit 34 Holzschnitten. Im 4ten Bande der Bibl. Spencer. No. 
792. befindet sich eine genaue Beschreibong nebst Facsimiles. 



Bibliomm hebnucor. V. T. interpretatio. Hebr. et tat Antv. Plantin« — 

N« Test. gr. c Tulg. intp. Ut. op. B. Ariae MontanL ib. 572. fol. 

7 thlr. 16 gr. 
Bible , the nniversal , the old and new test with notes etc. — iBy 8. 

Nelson. Lond. 758. foL (Mit fielen Kpfrn. n. Karten.) 12 thlr, 
the holy, newly transl. etc. By his Maj. spec. command. Cambr. 

762. 4« 20 thlr. 
the christian^s family — . By W. Ridder. T. I-IIL With cots. 

Lond. 763. 5. foL 15 thlr. 

the holy, cont. the o. and n. T. and also the apocryph. transL 



ont of the orig. tong. With cots. Birmingh. Pearson and Rollason. 
788. 4. 13 thlr. 16 gr. 

Bible, la sainte, par les pastenn de rBglise de Gen^ve. Anst 702. 
fol. 3 thlr. 16 gr. 

, , — on a ajont^ les pseanmes de David, mis en rimes 

fr. p. CL Maro( et Th. de Beze. Gen^e , ChovSt. 678. fol. 

3 thlr. 8 gr. 
, trad. en fr. , le lat de la mlg. h cdt^ T. l^lll. Liäge. 



742. foL a?. cartes gdogr. et fig. 14 thlr. 

— . , en lat. et en fir. , av. des notes littör. crit et hist. des 

pref. et des diss. tir^es da comment d^Ang. Calmet, de VtJM de 
Vence etc. (Publ. par L. fi. Rondet) T. I— XYli. 2e ed. Par. 
767-73. 4. 27 thlr. 



Bücher Versteigerungen. 



(Cataloge und Anftrlge besorgt T. O. Weigel In Ibeipzig.) 



1) Den 24. Febr. in Paris die Bibliothek des Bibliophilen Jacob* 

(Catal. des livres et des manoscrits, la plopart reUitifs 2k Ylx^ 
stoire de France, compos. la biblioth^que da biblioph. Jacob. 
Par. 8. (22i i.) 5 fr.) 

2) Den 1. April in Leipzig die Bibliothek des Hof- nnd Medicinal- 
rath Dr. F. L. Krtyuiff, darch den Univers. ProcI. C.JB. SdmdiU 

(Verzeichniss der von dem Hrn. Hof- u. Medicinalr. Dr. P.L. 
Kreyssig etc. hinterlassenen, in der Botanik, Natargeschidite, 
Gartenkonde etc. aasgezeicbneten Bibliothek. Leipz.1840. 8.j 



Berichtignnffzn S. 10 des Intelligenz-Blattes. — Der Anzeiger etc. TOn Mone 

Jiat mit dem Jahre 1839 zu erscheinen anigehört. 



Dnick TOn C. P. M eis er in Leipzig. 




nUUxc^m^- 




zam 



lil»JÜPBi1J]E. 

M.Febmu. e^ 4. 1840. 



Heuette in- und ausländische Iiitteratur, antiquarische 
Blioher von T. O* Waigel, Anzeigen etc« 

Zur Besorgnng aller in nachstehenden Bibliographien verzeichnelen 
Biieher empfehle ich mich unter Zusicherung schnellster nnd billigster 
Bedienung; denen, welche mich direct mit resp. Bestellungen beehren, 
sichere ich die grössten Vortheile zu. 

9!. O« Weiffel in üelpziff« 



tm 



I» Veberslelit der neaesteli liitteratar. 

DBUTSCHLAIIID. 

Alker» die Nichtigkeitsbeschwerde, die NalUtaUklage « der Rekurs in 
Bagatellsachen aod das Rechtsmittel der Aggrayation in ihrer jetzi- 
gen Gestaltung System, dargestellt etc. Berlin. 8. 12 gr. 

Brefeld, Dr. Frz.» Dentitio diflicilis oder das Zahnen als krankma- 
chende Potenz. Hamm. 8. 1 thlr. 12 gr. 

livseli nnd Bloaer» Handbach der Gebortsknnde in alpbabet Ord- 
nung. L 1. Berlin. 8. 18 gr. 

Cateehismos ex decr. Condlii Trid. ad parochos Pil Y. pont max. iassu 
editus* Ad ed. Rom. a. d. MDLXVI pnbl. ior. fact. accaratissime 
ezpressns. Edit stereot Lips«, B. Tanchn. 8. 18 gr. 

Darsteliong der Lehre Yom Besitz als Kritik des y. SsYigny'sdien Ba- 
ches: „Das Recht des Besitzes. 6. Terb. Anfl.'* — Yon einem 
preoss. Jaristen. Berlin. 8* 16 gr. 

Jtanfdier» Max. Wolfg., origines germanicae. Comm. I. Berol. 4. 

1 thlr. 8 gr. 

Blelihoir» F. W., Vergleichnng der Sprachen>von Knropa und In- 
dien. Ans d. Frans« Ton J. B. Ktdisf^midt, Leipz. 4. 4 thlr. 12 gr. 

fiiaelein , J. , die Sprichinrörter und Sinnreden des deutschen Volkes 
in alter und neuer Zeit Freiburg. 8. ■ 2 thlr. 12 gr« 

Frltscli^ ^r., Gesch. der Buchdruckerkunst Nordhausen. 8. 12 gr. 

Cfrilll^omf Ed., Gesch. des allmihligen Sinkens und endlichen Unter^ 
ganges des röm. Weltreiches. Aus d. Bngl. yon SporachiL Taschen- 
aosgabe in 12 Bden. Leipz. 16. 1—4. 2 thlr. 16 gr. 

€iwmSt9 B. G. , althochdeutscher Sprachschatz. Lief. XIX. (IV. Bd, 
Bog. 59—73. Halt-Hru.) 

^kwmMuuKk, Lehrbuch der Chemie. Bearbeitet von Dr. F. X Ofto. 
1. n. 2. Lfg. Braunschweig. 8. 1 thlr. 

ame» J. W., Friedr. Schleiermacher als religiöser Genius DeuUcb- 
lands. Brannschweig. . 8. 12 gi'* 



42 

m 

Kvx , Th. , der Berg der 9eligkeiteii, nebet eUdf eii Blickeii tof dl 
und du künftige Leben. Fünfzehn Psedigten. Breil. d. lthlr.4|pr. 

Iilndner » J. T. , die Holzordnang Charfünt Aagosts y. Jahre 1560 
und die Gegenwart. Zwickau • 8« 9 gr. 

V« Blallttowsky and v. Bonin « Gesch. d. Brandenbnrg.-preass. 
Artillerie. 1. 1. Berlin. 8. 18 gr. 

Bldller 9 J. H. , geograph -tCatiat Handwdrterbnoh über alle '1 heile 
der Erde mit besond. Berücksichtigung des Stieler*8chen Hand-At- 
lasses. Bd. 1. A— K. Gotha. 8. 2 thlr. 8 gr, 

BTeamann , C. G. , landwirthschaftliche Bauten , oder Anweisung fuf 
den Landwirth, wie er dauerhaft und zweckmässig bauen, Land- 
gätber anlegen , GSrten and Felder eintfaeilen soll. Bisteben. 4. m. 
18 lith. Tafeln. 2 thlr. 

IVeumann, Dr. K. G., ^Bemerkungen Gber die gebräuchlichsten Arz- 
neimittel. BerL S. 1 thlr. 12 gr. 

Mlemeyer, Dr. H. A., coUectio confessionom ia ecdesiis reformatis 
publicatarum. Lips. 8. 2 tbir. 12 gr. 

Notizen zu einer Lebensbeschreibung des Kanzlei-Raths N« Jens Lonn 
sen. Gesammelt von ü, L N Hamburg. 8. 10 gr« 

Pappentaeim 9 Dr.S., die specielle Gewebelehre des GehÖrorgaflies» 
nach Structur, Bntwickelnng und Krankheit. Breslau. 8. Mit 1 
lith. Tafel. 22 gr. 

PecSf Dr. A. H., aber den Werth Wiesbadene and einiger andnA 
Curorte Deutschlands in Bezug auf Winter-Curen. Wiesbaden. 8. l8gr. 

%alX9 Chr., Geschichte d. Stadt Aachen. Mit einem oodex diplom. 

Aquensis. Bd. 1. Aachen. 4. 2 thlr. 

Relehel» W. V., sechzig Predigten «af alle Sonntage and Festtage, 

gehalten in verschiedenen Brudergemeinden. Bautzen. 8. Ithlr. 12gr« 
lt>lehter, Dr. M. Fr., über die Ursachen» ßrkenntniss and Heilung 

der Skrophelkrankheit Nordhausen. 8. 16 gr. 
, Gber die Ursachen and Heilang der Uafrachtbarkeit. 

Kbendas. 8. 9 gr. 

noflenmüUer, J. Gh., Handbuch der Anatomie. 6. Aofl« Hevaus- 

geg. Ton Dr. B. H. Weber. Leipz. 8. 2 llür. 

Rudolf von SSms. Der gute Gerhard. Heraoageg. Ton M. HampU 

Leipz. 8. 1 thlr. 6 gr. 

Ry ebner, J. J.y Naturgeschichte des krankhaften Zustandet der 

Hausthiere, oder Grundlage zo einer naturgereohten allgemeinea 

Pathologie und Therapie derselben. Bera. 8. 
0elineldAwiiftd, F. J. A.» Carl, Krzherz. t. OesUaich and die 

Ostreich. Armee unter ihm. 1. Bd. Mit dem Bildn. d. Bnherz. 

Carl. Bamberg. 8. 1 thlr. 12 gr. 

Sehnttaer, Dr. Adph., die Lehre von d. ZurechnongsfäLhigkeit bei 

zweifelhaften Gemütbszustanden. Berlin. 8. 2 thlr« 

Sehoedel, Fr. Herrn.» FUfias Josephaa de Jeta Christo testatus. 

Lips. 8. 12 gr. 

Sebahmaelier, G., Qber die Nerren der Kiefer and des Zahnflei- 
sches. Bern a. St. Gallen. 4. 12 gr. 
üeliulB , A. J. und P. M. , die preoss. Gesetskande in allen Zwei|^ 

der Rechtspflege and der Staats- ond Polizei- Verwaltung. Hft 2— 

12. Berlin. 8. 3 thlr. 16 gr. ^ compl. 2 Bde. 4 thlr. 

Sehnln , O. A. , Gutenberg od. Geseh. d. 9ocbdnickerkanst von ihrem 

Ursprünge bis zur Gegenwart. Mit 8 Holtstichen. Leipz. 8. 14 gr. 
Mbultaef A. G. R., Compendiam der oAc. GewSobse nach natiirL 

Familien geordnet. Berlin. 8. 1 thlr. 16 gr. 

Sebttirnuayei'» J.H., Nekrolog und biograph. Skizze dea gronhers. 

Bad. GHR. a. Prof. Dr. C. Jos. Beck. Fraiboig. a 



4$ 

SM- md Soolbad, das» M Cdlberg. Mit t Suhlst -(in Fol.) Col« 
berg. 8. 1 thlr. 

Mebert. dti KcSnlgraicb Bayern topograpli.-statiBt in lexikograph. 
and tabellar. Form. 1. Lfg., Oberbayom. München. 8. 6 gr. 

Stahl, Dr. F. Jol., die Ktrclienverfasinng nach Lehre und Reeht der 
Protestanten. Briangen. 8. 1 thlr. 8 gr* 

Staudliiser» L. A., gesammelte prakt. Rrfahrnngen nnd Beobach- 
tungen in dem Gebiete der Landwirthscbaft. Hft. L Der Dumock 
|Bi|aisetttm palostre). Hamburg. 8. 12 gr. 

StrinlnKer^ J. » geognost. Beschreibung des Landes zwischen der 
untern Saar and dem Rheine. Trier. 4. Mit 27 Zeichnangen and 
1 Karte. 7 thlr. 

Tasdionbach lar Verbreitung geograph. Kenntnisse. Heraosgeg. von J« 
G. Sommer, F&r 1840. Mit 6 Stahlst Prag. 12. 2 thlr. 

Temme« J. D. H., korxe Bemerkungen über den gem. Deutschen 
and den Prenss. Prozess. Leipz. 8. 10 gr. 

Tlielle» Dr. C 6. 6., thesaurus literaturae theologicae academleae, 
s. recensos dissertt. etc« qoae in coli. Goethtana Lipsiens. sunt 
venales. 

Toepfer» J. 6., Anleitang inr Rrhaltang and Stimmung der OrgeL 

Jena. 8. ^JS**' 

Wappen-Almanach der soaverainen Regenten Boropa*s. (48 lith. Taf. 

1 Bl. Text) Rostock. 4. 3 thlr. 12 gr. — ausgemalt 13 thlr. 12 gr. 
Willi j Dr. L«, Gesohiohte der deutschen NationaULiteratnr. Altena. 

12. Hft 1. 12 gr. 

Wensel t Dr. K. , Sammlung auserlesener Recepte der neusten Zeit 

Fortges. von Dr. O. Meyer» 11. Bdchn. Kriangen. 8. 18 gr. 

Setterstedt. J. W.. insecta lapponica. Lips. 4. (fasc. VI. Sohlusf.i 

1 thlr. 12 gr. I-Vl. 9 thlr. 



HO Mm Mm AND. 

Aanhangsel op bet algem. Woordenboek van knnslon ep wetenschappen, 

bow. d. QU NicMWinbuiß^ Mijmwegen. 8. 2 fl. 70 o. — op voll 

pap. 3 fl. 60 c 
BescbriJTing van een nienwHngs ontdekt exemplar van de Biblia ptm* 

perum en He ort moriendi^ btgeleid van eenige aanmerkingen en 

an facsimile. Amst 8. 60 c. 

Uretsclineider» K. G., de Trijheer van Sandau. Uit het hoogd. 

Amst 8. 2 fl. 60 c 

Cr«ll»t d'CIseiiry » Hendr. Bar. , Hollands roem in kunsten en we- 

tenschappen, niet aanteekeningen en bijdragen. Vi. 2. (Vesting- 

bonw. Waterbouwkunde.) s^GraYenh. en Amst 8. 3 fl. 20 c 

Coflterns« P. J-» gedachten o?er Ironie, komedie en satjre. Utrecht. 

8. 1 fl. 30 c 

doedliartj C. C, körte beschoowing Tan het Mondzeer en de 

'J'ongblaar» zo als deze ziekten, op vele plaatsen in onsVaderland 

onder het vu vorkomen. Purmerende. 8. 50 c. 

C^r^e» Theod. ?. d., drietaal nagelaten predikatien. Te Zwijndrecht 

8. 45 c 

WÜMnelt^ W. J. C. ▼. 9 verzamellng ran wetten en besluiten, Toork. 

in het Staatsblad ?. h. koningrijk der Nederl.. welke op d«1.0ctbr. 

1838 in iveiking waren, met biJToeging der Grondwet, enz« enz. 

Tweede en zesde deeL Amst 8. 9 fl. 64 c. 



44 

Hoevea» A. v. d. , grammaire aUemande» r^g^ d^apr^ iiae iioii- 
▼eile m^thode. T. I. Rotterd. 8. 1 fi, 80;.c. 

Martin-SAlnt* Anf^e 9 6. J. , over den bloedsomloop bij de man* 
•chelijke Tracht (Naar de tweede franche aitgaaf.) Woerden. 4. 

Met 1 pU 2 fl met 1 gekleorde pl. 2 fl. 90 o, 

Most 5 6. F., snppl. op het encyclop. Woordenboek der pract 6e- 
neeg-9 Heel- en Verloskonde. Derde St. Amst. 8. 2 fl. 40 c 

Maller» J. A«, tabalae arteriarom corporis hamani. Tab. IV: rami- 
ficationeg arteriae iiiacae oommanis exp. Lugd. Bat. et lYaj. ad 
Rhen. 80 e* 

Noodzakelikheid , de, Tan yermindering der provinciale geregtshoveii, 
aangetoond bij de berziening der grondwet. Amst. 8, 30 c 

Opdorp» J. H. van, adressen aan Zijne Maj. d.Koning, aan de Bd. 
Mog. H. Staten-Generaal en aan de Bd. Gr. Achtb. H. Gedep. 
Staten van Zeeland, o?er eenige ponten der geneeskandige wetge- 
wing. Breda. 8. 75 e. 

Fan» J. , aanwijung der oade en nienwere dichten, door Mr. wi 
Bilderdijk en Vrouwe K. W. Bilderdijk , overgebr. of nagevolgt, met 
aanteekeningen en eene voorlezing over de voortreffelijheid van 
Bilderdijk in het nayolgen en overbrengen der oade diditers, bij- 
xonder van Horatios. Amst. 8. 2 fl. 60 c. — bestpap. 3 fl. 90 c 

Rl0uenno d' Amador , de ontleedkondige ziekteknnde, hare atrek- 
king en grenzen, en den algemeenen in?loed dien zij op de ge- 
neeskande oitgeoefend heeft. üitgeg. d. F. w. d. Bnggen. C». 
Amst. 8. 2 fl. 90 c 

Verhandelingen , aitgeg. door het Haagsche Genootschap tot verdediging 
▼an de christelijke Godsdienst. 1. Deel. Inh.: Over Lukas Evan-- 
gelii^ door J. Ab Utrecht DresselhtM. s*Gra?enh. 8. 3 fl. 

Yoortreffelijkheid^ de, van het hoUandsch spraakvermogen. Door C.V. 
Utrecht. 8. 50 c 

lFc0terlioff en Sltratinnb » natorlijke historie der provincle Gro- 
ningen. 1. 1. Groningen. 8. 3 K^ 



Feestzang op het elfde eeawgetijde van den H. Willelirordiifl, 
apostel der Nederlanden, door H. J. S« s^Gravenb. 8. 15 c! 

Het leven van den H. ^BTillebrordas , apost d. Nederl., eersten 
bijscbop y. Utrecht. Utrecht 8. 25 c. 

**'*^t' /• ^' ^' ^' ' levensschets v. d. H. Wlllelirordas , apost d. 
Nederl. , verm. met een geb. , ter gelegenheid van het plegtig jn- 
bile. sGravenh. 8. \i r 



45 
D« Anzeigten etCm^ 



Im Verlage der 

JP. JBeCiifc'fSiclieii VnlTersItAto-Baeliliaiidlniig 

in Wien erscheint: 




Ä$i«<t 



Bescbreibnng 

aller 

Ibekannt gewordenen Thaler, 

worin auch 

alle diejenigen Stücke aufgenommen wurden, 

welche in , 

Mmümi'B Tbaler-Cabinet beschrlelieii worden sind. 

Ton 
X« Ck Bitter ron 0ohulfheaa*Bech]>ergi 



Der erste Band, enthaltend: 

Iftflifer unb Müniutf 

ist bereits unter der Presse. Der zweite wird Geistliche ^ der 
dritte die weltlichen Herren Deutschlands 9 der vierte Italien^ 
Schweiz und Holland, der fünfte die Städte enthalten. Somit 
wird jeder Band ein f&r sich bestehendes Ganze bilden. 

Das Werk erscheint in gr. 8. auf gutem